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Ebola: Die Angst vor der Seuche erreicht Schulen jetzt auch schon in Europa

LONDON/PARIS. Die Angst vor Ebola erreicht zunehmend Schulen auch in Europa. In Großbritannien und Frankreich wurden nun Fälle bekannt, bei denen afrikanische Schüler Panik unter Eltern ausgelöst haben – unbegründet, wie sich schnell herausstellte. Aber nicht folgenlos.

Die Ausbreitung von Ebola in Westafrika. Illustration: Wikimedia Commons

Die Ausbreitung von Ebola in Westafrika. Illustration: Wikimedia Commons

Ein neunjähriger Junge aus Sierra Leone wurde im britischen Stockfort vom zeitweiligen Besuch einer Grundschule ausgeschlossen, weil sich die Eltern der Klassenkameraden massiv beschwert hatten. Dies berichtet „Focus online“. Die Eltern hätten befürchtet, ihre Kinder könnten sich mit dem Ebola-Virus anstecken, obwohl die Lage vom Gesundheitsamt als unbedenklich eingestuft worden sei. Da die Väter und Mütter den Gastschüler jedoch vehement abgelehnt hätten und Gerüchten zufolge sogar eine Petition organisierten, habe die Schule dem Jungen abgesagt. Kofi sollte dem Bericht zufolge die „St. Simon’s Catholic Primary School” für einige Wochen besuchen. Er hat die doppelte Staatsbürgerschaft von Sierra Leone und Großbritannien und besucht derzeit mit seiner Mutter Freunde der Familie aus Manchester.

Forscher untersuchen Blutproben auf den Ebola-Virus. Foto: Dr. Randal J. Schoepp / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Forscher untersuchen Blutproben auf den Ebola-Virus. Foto: Dr. Randal J. Schoepp / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Ein Grundschüler, der nach einem Besuch bei Verwandten in Guinea in die Pariser Vorstadt Boulogne-Billancourt zurückgekehrt ist und dort auch wieder den Unterricht besucht, hat einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge unter Klassenkameraden und deren Eltern Panik ausgelöst. Aus Angst, der Neunjährige könne sich in dem von der Ebola-Seuche heimgesuchten westafrikanischen Land infiziert haben, weigerten sich Väter und Mütter, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Der Heimkehrer sei zwar fieberfrei. Schulaufsicht hätte den Jungen aber nicht vor dem Ablauf der dreiwöchigen Inkubationszeit in die Klasse zurückkehren lassen dürfen, argumentieren die besorgten Eltern. Die Schulleiterin Anne Corrihons verwies laut Bericht darauf, dass der zum Seuchenrisiko erklärte Junge jeden Tag von einer Krankenschwester untersucht werde. Solange keinerlei Symptome aufträten, bestehe auch keinerlei Infektionsgefahr, hieß es. In der Tat messe eine Krankenschwester jeden Tag die Temperatur des Jungen – mit einem „Pistolen-Thermometer“, also ohne Körperkontakt. Auch hätten zwei Ärzte und eine Inspektorin der Aufsichtsbehörde die Elternvertreter der Schule über die getroffenen Vorkehrungen und die Erkenntnisse der WHO informiert. Stéphanie Lanoix vom landesweiten Verband der Elternbeiräte FCPE hat sich der „Frankfurter Rundschau“ zu Wort gemeldet: Sie wies darauf hin, dass man nicht alle aus Afrika zurückkehrenden Kinder unter Quarantäne stellen könne.

Im Kampf gegen die tödliche Viruskrankheit hat der westafrikanische Staat Liberia vor einigen Wochen alle Schulen des Landes geschlossen. In Sierra Leone findet schon seit Februar kein Unterricht mehr statt. Trotzdem infizieren sich dort immer mehr Kinder und Jugendliche mit dem Virus, wie die Don Bosco Mission berichtet. Don Bosco Freetown habe eine „Child Line“ eingerichtet. Hier riefen vor allem Jungen und Mädchen an, die direkt von Ebola betroffen sind. Viele seien Vollwaisen, stünden unter Quarantäne oder seien infizierte Kinder, die von ihrer Familie verstoßen worden seien. Die Telefonleitungen der Child Line wurden jetzt von fünf auf zehn erhöht. „Denn immer mehr Minderjährige haben Angst vor einer Infektion und fühlen sich allein gelassen“,so heißt es seitens der Hilfsorganisation. Das Don Bosco Zentrum kümmere sich weiter um Straßenkinder und Ebola-Waisen, nehme sie auf, gebe ihnen zu essen und versorge sie mit Medikamenten – trotz der Gefahr, sich selbst anzustecken. News4teachers

Hier gibt es weitere Informationen zur Arbeit des Don Bosco Zentrums in Sierra Leone.

 

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