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Musikhochschulen im Ländle dürfen weiter Lehrer ausbilden

STUTTGART. Im Sommer 2013 hatte Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit einem Reformkonzept für die Musikhochschulen im Land einen Proteststurm geerntet. Nun scheint etwas mehr Ruhe eingekehrt.

Rund drei Wochen vor der geplanten Präsentation des neuen Konzeptes kommen erste Details ans Licht: «An allen fünf Standorten kann auch künftig grundsätzlich Schulmusik angeboten werden», sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums am Freitag und bestätigte damit Medienberichte. Allerdings hänge das Angebot davon ab, welche Konzepte die einzelnen Häuser für die Ausbildung der Musiklehrer an Schulen vorlegen. Die Landesrektorenkonferenz begrüßte die Aussage vor allem mit Blick auf den Standort Trossingen (Kreis Tuttlingen).

Sparen auf Kosten der Musikhochschulen? Im heftigen Streit zwischen Wissenschaftsministerium und Hochschulen scheint etwas mehr Harmonie in Sicht. Foto: Marko Greitschus/pixelio.de

Sparen auf Kosten der Musikhochschulen? Im heftigen Streit zwischen Wissenschaftsministerium und Hochschulen scheint etwas mehr Harmonie in Sicht. Foto: Marko Greitschus/pixelio.de

Aktuell beraten die fünf Rektoren der Musikhochschulen und das Ministerium über eine künftige Ausrichtung der Häuser. Ziel soll eine stärkere Profilbildung der Häuser sein. Am 17. November wird bei einer Konferenz in Stuttgart ein Abschlussbericht vorgestellt. Im Sommer 2013 hatte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mit einem Reformkonzept für die Musikhochschulen im Land bundesweit für Aufsehen gesorgt. Aufgrund der massiven Gegenwehr der Musikhochschulen und der Musikszene im Land zog Bauer das Konzept allerdings wieder zurück.

Unter anderem war für den Standort Trossingen eine Konzentration auf das Angebot Elementare Musikpädagogik geplant. Das Haus befürchtete den Verlust des Angebotes Schulmusik und letztlich eine schrittweise Schließung. Vier bis fünf Millionen Euro wollte das Ministerium mit dem Konzept einsparen. Hintergrund war ein Bericht des Rechnungshofes, der die Kosten gerügt hatte sowie die seiner Ansicht nach zu hohen Studierendenzahlen.

Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Musikhochschulen, Hartmut Höll, begrüßte die aktuelle Aussage des Ministeriums: «Ich freue mich für den Standort Trossingen», sagte Höll. Letztlich müsse aber jedes Haus schauen, wie es ein Konzept für die Lehrerausbildung umsetzen könne. Für die Musikhochschulen geht es dabei auch um eine mögliche Kooperation mit den pädagogischen Hochschulen. Die Konzepte sollen 2015 vorliegen.

Aktuell will die Landesregierung auch das Studium der Lehrer reformieren und unter anderem von Staatsexamen auf Bachelor und Master umstellen. Die neuen Lehrstudiengänge sollen mit dem Wintersemester 2015/2016 an den Hochschulen und Universitäten starten. (dpa)

zum Bericht: Musikhochschulen im Protest gegen grün-rote Sparpolitik vereint

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