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Landesrechnungshof: PPP-Projekt im Kreis Offenbach zu teuer

OFFENBACH/DIETZENBACH. Die Zusammenarbeit des Kreises Offenbach mit Firmen bei der Unterhaltung von fast 100 Schulen kostet nach einem Bericht der «Offenbach-Post» viel mehr Steuergeld als geplant.

Die Kosten des Public-Private-Partnership-Projekts (PPP) seien viel zu niedrig angesetzt worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf ein Gutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Auftrag des Landsrechnungshofs. So seien 2004 jährliche Kosten von 52,1 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Belastung sei aber bis 2014 auf 82,2 Millionen Euro gestiegen und solle 2019 mit 95,1 Millionen sogar fast doppelt so hoch liegen wie ursprünglich geplant.

Nach Meinung des Landesrechnungshofs, waren die Kosten für das PPP-Projekt zur Schulunterhaltung im Kreis Offenbach viel zu niedrig angesetzt. Foto: Erich Ferdinand / flickr (CC BY 2.0)

Nach Meinung des Landesrechnungshofs, waren die Kosten für das PPP-Projekt zur Schulunterhaltung im Kreis Offenbach viel zu niedrig angesetzt. Foto: Erich Ferdinand / flickr (CC BY 2.0)

Die Prüfer kommen dem Zeitungsbericht zufolge zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich billiger gewesen wäre, wenn sich die öffentliche Hand bei der Schulunterhaltung selbst engagiert hätte. Die Firmen sollen den Prüfern zufolge dagegen bis 2019 mehr als 120 Millionen Euro erwirtschaftet haben. (dpa)

5 Kommentare

  1. Langsam spricht es sich doch herum: Privat ist nicht unbedingt gleich billiger.

  2. wenn die offentliche hand kurzfristig nicht genig geld hat, greift sue nach jedem Strohhalm, der ihr von privater hand entgegengestreckt wird. die langfristigen konsequenzen sind mindestens einen Wahltermin entfernt und damit unwichtig.

  3. Wie naiv muss man eigentlich sein um anzunehmen, dass privatwirtschaftliche Unternehmen, die einzig auf Maximierung des Gewinns ihrer Eigentümer ausgelegt sind, kostengünstiger arbeiten als die öffentliche Hand, die ausschließlich dem Wohl des Bürgers verpflichtet ist? Ob der damalige CDU-Landrat des Kreises Offenbach Peter Walter tatsächlich so naiv war, als er durch die Lande zog und allenthalben fast prophetisch die Segnungen des “PPP” (Public-Private-Partnership) anpries, oder ob es dafür noch andere Gründe gab?

    • wenn die privatwirtschaft für die Gebäudereinigung ein angebot für 75% der kommunalen kosten macht und ihren Angestellten 50% des kommunalen lohnes zahlt, ist die privatwirtschaft trotz gewinnstrebens billiger. die angestellten fragt in dem fall niemand.

      • … bitte nochmal genauer lesen: “Die Prüfer kommen dem Zeitungsbericht zufolge zu dem Ergebnis, dass es wahrscheinlich [für die öffentliche Hand!] billiger gewesen wäre, wenn sich die öffentliche Hand bei der Schulunterhaltung selbst engagiert hätte.”
        Und außerdem: “Die Firmen sollen den Prüfern zufolge …. bis 2019 mehr als 120 Millionen Euro erwirtschaftet haben”.
        Ergo: PPP= blendendes Geschäft für Privatwirtschaft und in jedem Fall Verlustgeschäft für die öffentliche Hand.
        Vielen Dank, Herr Walter!

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