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Deutscher Schulleiterkongress – Kernthema: Was macht guten Unterricht aus?

DÜSSELDORF. Muss der Lehrplan die höchste Instanz sein? Das fragt die frühere EKD-Ratsvorsitzende Käßmann. Sie erzählt beim Deutschen Schulleiterkongress zusammen mit TV-Forscher Yogeshwar und Ex-Fußballer Breitner, was sonst noch wichtig ist in der Schule. Die Kernfrage der Großveranstaltung in Düsseldorf aber lautet: Wie sieht guter Unterricht aus?

Teilnehmer des Deutschen Schulleiterkongresses 2014. Foto: Susanne Schnabel

Teilnehmer des Deutschen Schulleiterkongresses 2014. Foto: Susanne Schnabel

Schulleitung ist Leistungssport – das behauptet zumindest Ex-Fußball-Profi Paul Breitner. Erläutern wird der 63-Jährige seine These an diesem Freitag beim 4. Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf. Rund 2000 Schulchefs aus dem deutschsprachigen Raum wollen von Donnerstag (14.00 Uhr) bis Samstag einen Blick über ihren Tellerrand wagen und sich von Persönlichkeiten aus anderen Bereichen der Gesellschaft inspirieren lassen.

Für die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Margot Käßmann, gehört zur Grundbildung viel mehr als Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften. «Muss der Lehrplan die höchste Instanz sein?», fragt sie in ihrem Kongress-Manuskript. «Es geht nicht nur um den Zugang zu Laptops und Internet, sondern um das Erlernen von Kompetenzen wie Mitmenschlichkeit, Toleranz und Nächstenliebe.»

Was macht guten Unterricht aus? Mit dieser Frage haben sich auch Philosophen und Bildungsforscher beschäftigt. Medien-Zauber reicht jedenfalls nicht, stellt der Erziehungswissenschaftler Eckhard Klieme in seinem Kongressbeitrag fest. «Tatsächlich führt ein breites Methodeninventar nachweislich dazu, dass Schüler sich zufriedener fühlen, dass sie aktiver sind und mehr Spaß am Unterricht haben», weiß der Forscher vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung. Das ist aber erst die halbe Miete.

Wer meint, Kinder lernen am besten mit einem soften Lehrer, der sie in Eigenarbeit schalten und walten lässt, irrt. Mehr lernen und verstehen werden die Schüler erst, wenn Lehrer die Angebote sehr bewusst steuern und gestalten, unterstreicht Klieme. Gerade in Phasen des Suchens und Entdeckens brauche der Unterricht Klarheit und Struktur. Kliemes Erfolgsformel: «Stoff-Kultur», eine wertschätzende und unterstützende Beziehungskultur sowie eine intellektuell herausfordernde Lernkultur nicht gegeneinander ausspielen.

Der österreichische Erziehungswissenschaftler Michael Schratz meint, Lernen als «Kerngeschäft» des 45-Minuten-Fachunterrichts und Schulleben als «freundliches Beiwerk» sei der falsche Ansatz. Gute Schulen ein ganzheitliches Verständnis von Lernförderung und eine darauf abgestimmte «durchkomponierte Planung» – am konsequentesten umgesetzt mit verpflichtendem Ganztag. Zum Portfolio gehören Naturprojekte, Klausur-Ersatzleistungen, Werkstattlernen, Freiarbeit, Differenzierung nach Neigungen, ein Selbstlernzentrum oder auch ein Lerntagebuch.

Am letzten Kongresstag kommt Deutschlands bekanntester Wissenschaftsmoderator, Ranga Yogeshwar, zum Zug. Er referiert am Samstag über «Lernen für die Zukunft». Bettina Groenewald, dpa

Zum Bericht: Deutscher Schulleiterkongress – Bildungsgipfel mit viel Prominenz

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