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Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln: Baaske will nach einem halben Jahr Landesschulamt wieder auflösen

POTSDAM. Erst ein knappes halbes Jahr arbeitet das Landesschulamt in Potsdam – doch schon will der neue Bildungsminister Baaske die zentrale Behörde wieder auflösen. Denn aus seiner Sicht sind die Informationswege in der Schulverwaltung unnötig kompliziert.

Brandenburgs neuer Schulminister Günter Baaske hat noch ein paar schwierige Felder zu beackern. (Foto: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg)

Brandenburgs neuer Schulminister Günter Baaske hat noch ein paar schwierige Felder zu beackern. (Foto: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg)

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) will das gerade erst geschaffene Landesschulamt in Potsdam wieder auflösen. Die Informationswege vom Ministerium über eine zentrale Behörde in Potsdam zu den vier Regionalstellen im Land hätten sich nicht bewährt, sagte Baaske am Montag. «Klares Ziel ist die Stärkung der regionalen Schulämter.» Die Steuerung soll künftig direkt im Ministerium laufen, und einige Mitarbeiter sollen in den Regionen eingesetzt werden.

Baaske hatte bereits im Januar Kommunikationsdefizite beklagt, nachdem er zu spät über Unterrichtsausfall informiert worden war. Rund 1500 Schülern konnten keine Halbjahresnoten erteilt werden.

Eine Arbeitsgruppe unter Staatssekretär Thomas Drescher soll nun die zweistufige Schulverwaltung planen, die bis zum Herbst stehen soll. Als Beispiel für die aus seiner Sicht derzeit unzureichende Struktur nannte er die Grund- und Förderschulen. «Für die insgesamt rund 500 Schulen gibt es im Ministerium 11 und in den Regionalstellen 25 Mitarbeiter, aber im Landesschulamt nur 2 Stellen», erläuterte Baaske. «Durch diesen Flaschenhals dauert es zu lange.»

Für kurze Wege in der Schulverwaltung sollen daher aus den Regionalstellen eigenständige staatliche Schulämter werden, die dem Ministerium direkt unterstellt sind. Die vier Standorte in Frankfurt (Oder), Cottbus, Brandenburg/Havel und Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) sollen erhalten bleiben.

Das Landesschulamt war von Baaskes Vorgängerin Martina Münch (SPD) erst im vergangenen Jahr geschaffen worden. Gegen diese Reform hatte es von der Opposition im Landtag von Anfang an heftige Kritik gegeben. «In einem Flächenland wie Brandenburg brauchen wir keine Zentralisierung, sondern Regionalisierung», erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU, Gordon Hoffmann. Auch die Grünen sprachen sich für eine Rückabwicklung von Münchs Reform aus.

Beim Koalitionspartner stieß Baaske mit seinem Plan allerdings auf Unverständnis. «Jetzt muss der ganze Prozess von vorne aufgerollt werden und dafür haben wir keine Zeit», sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Gerrit Große. Die Schulämter müssten Lehrkräfte besorgen. «Das ist ein Schritt zurück, den ich nicht verstehe», sagte Große. dpa

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