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Wieder neue Ganztagsschulen im Nordosten

SCHWERIN. In Mecklenburg-Vorpommern war der Ausbau von Ganztagsschulen über Jahre ausgesetzt, weil das Land Geld für sozialpädagogische Förderung brauchte. Im kommenden Schuljahr soll es nun mit fünf Schulen weitergehen. Die Grünen prangern indes Dumpinghonorare für externe Lehrkräfte an.

Mit dem kommenden Schuljahr können in Mecklenburg- Vorpommern fünf Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden beziehungsweise ihr Angebot erweitern. Das Land hatte in dieser Legislaturperiode den Ausbau von Ganztagsschulen ausgesetzt, weil das Geld für die sonderpädagogische Förderung gebraucht wurde. Wie das Bildungsministerium mitteilte, sind Anträge für neue Ganztagsschulen in Feldberg, Rostock und Dassow genehmigt worden. Die Regionale Schule Bützow und der RecknitzCampus Laage dürfen sich von offenen in gebundene Ganztagsschulen mit regulärem Unterricht am Nachmittag umwandeln.

Uhr um 15:27 Uhr

Nach mehreren Jahren Pause soll im kommenden Schuljahr der Ganztagsschulausbau in Mecklenburg-Vorpommern fortgesetzt werden. Foto: ChristosV / Wikimedia Commons

Weitere Anträge liegen nach Ministeriumsangaben nicht vor. Derzeit gibt es an 290 Standorten Ganztagsschulangebote. Sie werden von 43 Prozent der Grundschüler und 67 Prozent der Schüler an weiterführenden Schulen wahrgenommen.

Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Ulrike Berger, mahnte, dass das Bildungsministerium zugleich die Schulbudgets überarbeiten sollte. Beim Ganztagsangebot würden externen Lehrkräften Dumpinghonorare zwischen 17,04 Euro und 24,85 Euro pro Stunde gezahlt. Mit dem Stundensatz seien alle Reise- und Sachkosten sowie Fahrt-, Vor- und Nachbereitungszeiten abgegolten. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahle das Land nicht. Der Einsatz einer regulären Lehrkraft koste pro Stunde 40 bis 68 Euro.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) wies den Vorwurf von «Dumpinghonoraren» zurück. Die 17,04 Euro seien eine Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche ohne pädagogische Ausbildung, die steuerfrei sei, sagte er. Die 24,85 Euro seien die durchschnittliche Vergütung für nebenberuflich Tätige mit pädagogischer Ausbildung.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, kritisierte, dass vom kommenden Schuljahr an nur noch gebundene Ganztagsschulen mit Sachkosten gefördert würden. Schulen, die in einzelnen Jahrgangsstufen Ganztagsangebote unterbreiten oder den Kindern die Teilnahme freistellen, hätten das Nachsehen.

Die Koalitionspartner von SPD und CDU verwiesen darauf, dass das Land im laufenden Schuljahr 2014/15 bereits 6 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung stellte, um die Qualität der Angebote zu verbessern. Der Ausbau der Ganztagsschulen solle fortgesetzt werden. (dpa)

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