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Fächerübergreifende Standards zur Diagnostik und Förderung bei Lese- und/oder Rechtschreibstörungen

BERLIN. Die Lese- und/oder Rechtschreibstörung ist nach Angaben des Universitätsklinikums München mit einer Häufigkeit von ungefähr fünf Prozent „eine der zahlreichsten Entwicklungsstörungen, die oft noch mit weiteren psychischen Auffälligkeiten einhergeht“. Unter der Führung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V. haben verschiedene Organisationen, Verbände und Gesellschaften eine Leitlinie entwickelt, die Handlungsanweisungen beinhaltet zur Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung.

Etwa vier Prozent aller Schüler in Deutschland leiden unter Legasthenie. Foto: gumtau / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Etwa fünf Prozent der deutschen Schüler leiden laut dem Universitätsklinikum München unter einer Lese- und/oder Rechtschreibschwäche. Foto: gumtau / Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Ohne wirksame Therapie bleibe diese Entwicklungsstörung dauerhaft bestehen und könne deshalb zu deutlichen Einschränkungen im schulischen, beruflichen aber auch im privaten Bereich der Betroffenen führen. Deshalb sei die Wirksamkeit und Angemessenheit der unterschiedlichen Fördermaßnahmen von zentraler Bedeutung für Forschung und Praxis. Erklärtes Ziel der S3-Leitlinie sei es „klare, empirisch fundierte Handlungsanweisungen für eine vereinheitlichte Diagnostik der Lese- und/oder Rechtschreibstörung bereitzustellen und über die Wirksamkeit aktueller Fördermethoden aufzuklären“. Dadurch soll eine angemessene Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung durch wissenschaftlich begründete angemessene, qualitätsgesicherte Verfahren der Diagnostik und Therapie gewährleistet werden.

Insgesamt 23 Gesellschaften, Verbände und Organisationen aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie und der Medizin haben in einer fast dreijährigen Entwicklungsphase 29 Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung entwickelt. „Es ist ein bedeutsamer Durchbruch, dass es gelungen ist, fächerübergreifend diagnostische und therapeutische Standards festzulegen“, sagt der Koordinator der Leitlinie, Professor Gerd Schulte-Körne von der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL) sieht in der S3-Leitlinie eigenen Angaben zufolge ein wichtiges Instrument, um den betroffenen Kindern und Jugendlichen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Schulisch wie auch außerschulisch könnten so die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden. „Für unsere Kinder mit einer Legasthenie liegen nun endlich klare Empfehlungen vor, wie sie diagnostiziert und wirksam gefördert werden können“, sagt Christine Sczygiel, Bundesvorsitzende des BVL. „Gerade bei der Förderung gibt es so viele Angebote, die oftmals keinen nachhaltigen Erfolg zeigen. Hier hilft uns die Leitlinie sehr, Eltern gut zu beraten.“

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