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Tipps rund um das Referendariat und die Krankenversicherung für Beamte

Nach dem ersten Staatsexamen müssen sich angehende Lehrer nicht nur auf eine Horde Kinder und Jugendliche vorbereiten. Im neuen Lebensabschnitt als Referendar müssen sie sich in vielen Kompetenzbereichen bewähren: Wie plane ich einen spannenden Unterricht, wie bewältige ich den Stress, wie wende ich meine Theorie in Didaktik und Pädagogik in der Praxis an? Antworten darauf muss sich jeder selber geben; schließlich ist das Referendariat ein Vorbereitungsdienst, bei dem sowohl der angehende Lehrer als auch der Staat prüfen, ob neben den wissenschaftlichen Voraussetzungen auch eine persönliche Begabung und bestenfalls auch eine Berufung vorliegen.

Mit dem Ende der Studienzeit stellen sich aber weitere Fragen. Denn durch die Bestellung in das Referendariat werden angehende Lehrer Beamtenanwärter für den höheren Dienst, also Staatsdiener. Neben ihren Dienstbezügen erhalten Referendare auch die Beihilfe. Damit übernimmt der Dienstherr einen Teil der Krankheitskosten. Bei ledigen Beamten zahlt der Staat 50 Prozent der beihilfefähigen Aufwendungen. Für beihilfeberechtigte Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder übernimmt der Staat sogar bis zu 70 Prozent der Kosten. Den Rest müssen die Beamten mit selber abdecken.

Seit 2009 besteht auch für Beamte eine Krankenversicherungspflicht

Auch wenn der Staat den Großteil der Aufwendungen über die Beihilfe auszahlt, müssen Beamte noch eine sogenannte Restkostenversicherung abschließen. 2009 wurde diese Pflicht eingeführt, damit Beamte bei einer schweren Erkrankung sich nicht verschulden müssen. Referendare müssen ihrer zuständigen Beihilfestelle bei der ersten Antragstellung einen Nachweis über den Abschluss dieser Krankenrestkostenversicherung vorlegen. Im Prinzip können Referendare dabei wählen, ob sie sich bei einer Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) oder bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) anmelden. Allerdings besteht zwischen GKV und PKV ein entscheidender Unterschied. Die GKV kennt nur die sogenannte Vollkostenversicherung. Sie übernimmt dann auch die kompletten Krankheitskosten als Sachleistungen zu 100 Prozent. Man erhält eine Krankenkassen-Karte, die man beim Arztbesuch oder in der Apotheke vorlegt. Neben den Zuzahlungen hat man dann keinen weiteren Aufwand. Allerdings müssen Beamtenanwärter als freiwillig Versicherte in der GKV auch die kompletten Beiträge bezahlen. Und weil die Kasse alles zahlt, übernimmt die Beihilfe dann nur noch in wenigen Fällen Leistungen. In der GKV verschenken Referendare daher ihren Beihilfeanspruch.

Private Krankenversicherung für Beamte deckt nur Restkosten und ist günstiger

Die PKV hat jedoch spezielle Versicherungen für Beamte, die lediglich den Anteil der Kosten versichern, den die Beihilfe nicht übernimmt. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem individuellen Krankheitsrisiko, dem Alter, dem Leistungsumfang und ob eine Selbstbeteiligung gewählt wird. Anders ist es bei der GKV, bei der sich die Beitragshöhe nach dem Gehalt berechnet. Vor allem bietet die PKV Spezialtarife für Referendare, bei denen noch keine Rückstellungen für das Alter gebildet werden. Das senkt die Beiträge. Hintergrund der Altersrückstellungen ist, dass die Versicherten für ihre Pensionszeit Beiträge ansparen, um die Kosten für die Krankenversicherung im Alter zu reduzieren. Und da bei einigen Referendaren sich erst im Vorbereitungsdienst herausstellt, ob sie wirklich Lehrer werden wollen und können, bietet die PKV diese Tarife für Beamtenanwärter an.

Restkostenversicherung mit Selbstbeteiligung in jungen Jahren besonders attraktiv

Noch günstiger werden die Beiträge in einer PKV, wenn Referendare eine Versicherung mit Selbstbeteiligung wählen. Bei der GKV gibt es diese attraktive Prämiengestaltung nicht. Allerdings sollten sie auf die Gestaltung der Selbstbeteiligung achten. Einige Anbieter setzen einen hohen Betrag an, bis zu dem der Versicherte alle Kosten für Arztbesuche und Medikamente selber trägt. Schon bei einem einfachen Beinbruch sind dann auf einen Schlag Hunderte Euro aus der eigenen Tasche zu bezahlen. Bei dem mageren Referendariatsgehalt belastet so ein Unglück dann auch gleich die Haushaltskasse. Besser sind Tarife mit einer Selbstbeteiligung, die für jede in Anspruch genommene Leistung anteilig zu übernehmen ist. Das sind dann häufig nur wenige Euro, die man selber zu zahlen hat.

Fazit:

  • Die Restkostenversicherung für Beamtenanwärter im Referendariat ist am günstigsten bei einer Privaten Krankenversicherung.
  • Durch spezielle Tarife ohne Altersrückstellungen und mit einer cleveren Selbstbeteiligung sind die monatlichen Beiträge in der PKV im Vergleich zur GKV zwischen 60 und 70 Prozent günstiger.
  • Der Beihilfeanspruch sinkt mit einer GKV auf nahezu Null.

Weitere Informationen über die Beihilfe bietet der beihilferatgeber.de.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für diesen Artikel über Krankenversicherung für beamte. Es ist wirklich schwierig in der Krankenversicherung – Welt zurecht zu kommen. Diese Krankenkasse Hilfe und ggf. eine Krankenkassenberatung helfen, Klarheit zu schaffen.
    Danke!

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