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Zum Fremdschämen? Die RTL-„Bachelorette“ ist diesmal eine Lehrerin

BERLIN. Ein frech-frivoler Fernsehspaß? Oder doch eher zum Fremdschämen? 20 Männer werden ab morgen, 20.15 Uhr auf RTL, wieder um eine Frau balzen – einer soll sie für sich gewinnen. Das Besondere diesmal: Die „Bachelorette“ ist von Beruf Lehrerin. Geht das zusammen mit der Hauptrolle in der gleichnamigen Kuppelshow? Bild.de witzelte bereits: «Setzen, Sex!»

Verteilt Rosen an die Auserwählten: Lehrerin Alisa. Foto: RTL

Verteilt Rosen an die Auserwählten: Lehrerin Alisa. Foto: RTL

Pünktlich zu den heißen Sommernächten knistert es wieder bei RTL. Die Flirtshow «Die Bachelorette» geht in Deutschland in die dritte Runde. Knapp 2,4 Millionen Zuschauer saßen vor knapp einem Jahr am Bildschirm, als Musical-Sternchen Anna Hofbauer ihrem Auserwählten Marvin Albrecht die letzte Rose übergab. Was viele wohl nicht erwartet hatten: Die Beziehung hielt. «Anna und Marvin sind nach wie vor glücklich miteinander und haben vor kurzem ihre erste gemeinsame Wohnung in Düsseldorf bezogen», frohlockt RTL. Das macht der neuen Kandidatin Alisa Mut. Am morgigen Mittwoch (20.15 Uhr) geht es los.

«Ich hoffe, dass ich auch so viel Glück haben werde», wird Alisa vom Sender zitiert. Die Lehrerin aus Berlin ist die neue «Bachelorette». Die 27-Jährige wird acht Folgen lang auf Männerfang sein. Nur wer eine Rose bekommt, darf weiter. Der Rest der Kerle fliegt raus.

«Ich glaube fest daran, dass ich mich hier verlieben kann», meint die Berlinerin mit den braunen Augen und braunen Haaren. «Ich finde, das sind doch optimale Voraussetzungen: Man trifft 20 tolle Männer, erlebt mit ihnen unglaublich schöne Sachen, es herrscht Urlaubsstimmung – das ist einfach perfekt.» Alisa wurde 1988 im hessischen Limburg geboren. Für ihr Referendariat zog sie vor zwei Jahren nach Berlin und will künftig Deutsch, Mathematik und Sport (1. bis 10. Klasse) unterrichten.

Zwar hat die 27-Jährige im normalen Leben angeblich keine Schwierigkeiten Männer kennenzulernen, beteuert aber: «Bisher hat mich noch niemand wieder so gereizt, dass es für eine Beziehung gereicht hätte.» Dazu steht ihr auch noch ihre Scheu im Weg. «Wenn mir ein Mann gefällt, bin ich eher schüchtern und zurückhaltend.» Könnte sie sich einen Mann backen, hätte er diese Vorzüge: «Er sollte humorvoll sein, intelligent, authentisch, ehrlich, offen, treu.»

Da muss doch was zu machen sein. Schließlich hat die 1,63-Meter-Frau in der Show die Wahl unter 20 Männern. Von Grafikdesigner Daniel (24) aus Filderstadt («Sie sollte eine schöne Ausstrahlung haben, offen sein und bodenständig – dann lass‘ ich mir auch die ein oder andere Überraschung einfallen.») über den Pädagogen Deniz (27) aus Bremen («Ich bin niemand, der seine Liebe in der Disco sucht.») bis hin zu Werbekaufmann Jörg (29) aus Schleswig («Im absoluten Notfall töte ich auch einen Löwen für sie.») Oder hängt Alisas Herz am Ende gar an Robbin (34) aus Berlin? Der beklagt sich bitter: «Die meisten Frauen denken, ich bin schwul, weil ich Nageldesigner bin.»

Wie auch immer: Wer balzt, der bleibt. Für manche Menschen fängt nämlich mit dem Buhlen um die «Bachelorette» oder den «Bachelor» eine eigene TV-Laufbahn an. Das kann schon im Winter darauf bei der RTL-Show «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» passieren. Aurelio Savina und Angelina Heger haben zuletzt diesen Sprung in der Karriere gemacht. Melanie Müller ist im vorigen Jahr sogar Dschungelkönigin geworden. Da lohnt es sich doch, bei diesem Flirtzirkus mitzumachen. Aber auch für eine Lehrerin? Alisa wird bald wohl wieder in der Klasse vor Pubertierenden stehen. Ob Medienprominenz dabei hilft, die zum Lernen zu bewegen? Wahrscheinlich nicht. Von Christof Bock, dpa

17 Kommentare

  1. Das einzig Schockierende sind die 2,4 Millionen. Das macht mir Sorgen. Haben die keine Freunde?

  2. Hauptsache, man muss nix denken.

  3. an welchen Berliner schulformen unterrichten Lehrer von der 1.-10. klasse? da dort die staatliche grundschule bis zur 6. geht, fällt mir spontan nur die waldorfschule oder ähnliches ein.

    • Vermutlich geht es nicht um die Schulform sondern um die Lehrberechtigung. Gab es in NRW auch Lehramt – GHR von Klasse 1 bis 10. Zur Zeit gibt es den PRIMUS-Modellversuch. Das sind Schulen, die von Klasse 1 bis Klasse 10 untereinem Dach Primar- und sekundarstufe I verbinden. Für den ländlichen Raum ist es vermutlich die einzige Möglichkeit, Schüler zukünftig ortsnah zu unterrichten, ohne Zwergschulen gründen zu müssen.

  4. mehrnachdenken

    Auf web.de:

    Sie wird gefragt:

    „Du hast in einem Interview gesagt, dass du keine Männer magst, die „Urwald-Typen“ sind, „die sich nicht waschen“. Sind dir schon so viele von dieser Spezies untergekommen?“

    Sie antwortet:

    „Also wortwörtlich habe ich das nicht gesagt. Aber ich habe gesagt, dass es ein absolutes No-Go ist, wenn Männer keinen Wert auf Hygiene legen. Körpergeruch, Mundgeruch, gelbe Zähne – das geht gar nicht.“

    Ich frage: Wer hat schon Lust auf solche Typen, lach? Ich sage: Das gilt aber auch für Frauen.

    Die junge Dame gibt also lediglich Selbstverständlichkeiten zum Besten, die hoffentlich keine Rückschlüsse auf ihr „geistiges Oberstübchen“ zulassen.
    Doch, sie ist ebenfalls eine Vertreterin dieser Modephrase „nicht wirklich“. Aha, das, obwohl sie ja wohl auch Deutsch studiert hat.
    Zu ihrer Ehrenrettung:
    Ein gewisses sprachliches Niveau vermisse ich immer mehr auch bei unseren so genannten geistigen Eliten.
    Nun ja, ich nehme mal an, dass sie sich mit diesen sprachlichen „Kleinigkeiten“ noch nicht beschäftigten konnte, weil sie einfach zu sehr damit beschäftigt ist, den „Mr. Right“ zu finden.

    Meine Meinung: Wer nur ein bisschen Selbstachtung hat, für den verbieten sich bestimmte TV – Formate. Das gilt insbesonders für Leute, die sich auch noch Lehrer nennen und damit ja wohl auch so etwas wie lebende Vorbilder sein möchten.

    Was sagen eigentlich die Gender – Feministinnen zu Frauen, die sich offensichtlich nicht zu schade sind für so einen TV – „Dünnpfiff“? Die müssten doch regelrecht durch die Decke gehen.
    Komisch, und ich bin gerade ein wenig verwirrt: In diesem Fall kann ich sie sogar verstehen.

    • Ist es denn bei Männern weniger schlimm bei so einem TV -„Dünnpfiff“ mitzumachen?

      • mehrnachdenken

        Natürlich, da stimme ich Ihnen ausdrücklich zu!!

        Aber es handelt sich in diesem Fall um eine Lehrerin, die sich nicht nur würdelos zum Objekt eines verdammt billigen TV – Formates degradieren lässt, um offensichtlich ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit zu erhalten, sondern die auch noch mit billigen oder gar peinlichen Äußerungen „glänzt“.
        Wenn „Charakter“ ein Einstellungskriterium in den Schuldienst wäre, hätte sie bei mir keinerlei Chancen!!

          • mehrnachdenken

            Richtig!!!!!!!

            Ich erlebte immer wieder, dass der Schuldienst so manche L auch charakterlich deformierte.

            In einem Forum habe ich mal gelesen, dass es kaum so viele „miese Typen“ geben würde wie im Schulbereich.
            Ich kommentiere das jetzt mal nicht. Da kann jede L ihre eigenen Erfahrungen beisteuern.

          • Ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär.

            Wenn die Welt ein idealer und kein realer Ort wäre, wenn die „Schule“ nicht von dieser Welt wäre …

            Die Menschen sind alles andere als ideal , gilt selbstverständlich auch für Lehrer, Schüler, Eltern, Schulaufsichtsbemte und Bildungspolitiker, aber wir haben keine anderen zur Verfügung.

            Folglich gilt, was derAlte Fritz schon sagte „Jeder nach seinem Geschmack“ bzw. das Kölner Urmotto “ Jeder Jeck ist anders!“

        • Inwiefern sich die Lehrerin noch als Lehrerin blicken lassen kann, muss die Zukunft zeigen. Vielleicht erhofft sie sich auf diese Weise einen Sprung in die Welt der Stars und Sternchen.

          Als Teilnehmer in Dokusoaps ist man ja auch schnell unten durch. Ebenso müssen Schüler, die sich früher nackt in der Bravo haben ablichten lassen, ein sehr dickes Fell angesichts möglicher Reaktionen der Mitschüler gehabt haben.

    • Sprachliche Marotten haben nichts mit dem Intellekt zu tun und werden vom Sprecher in der Regel selbst nicht einmal wahrgenommen, weiß der Germanist. Das schlimmste Beispiel, das mir bisher unter gekommen ist, war ein in seinem Gebiet äußerst angesehener, fleißig publizierender Hochschulprofessor, der so häufig ‚eben‘ sagte, dass man ihm kaum zuhören konnte.

      Zu den ‚gender-Feministen‘: Bringen Sie die jetzt bei jedem Thema ins Spiel? Und da wundert man sich, dass man für paranoid gehalten wird. Aber die vermutlich rhetorisch gemeinte Frage zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass Sie nichts von dem, was die meisten ‚gender-Feministen‘ wirklich interessiert und was ihre Ziele sind, begriffen haben.

      • mehrnachdenken

        Freuen Sie sich, dass der Herr Professor wenigstens „eben“ sagte und nicht „ebend“, lach.
        Ja, persönlich merken die Leute das oft nicht. Da erinnere ich mich als Sch an einige meiner L, die ständig „äh“ sagten und sich nicht wundern durften, dass wir dann Strichlisten anlegten.
        Diese Leute leben aber nicht abgeschottet in einem einsamen Urwaldort, sondern meistens arbeiten sie mit anderen Menschen zusammen, die ihnen schon Rückmeldungen geben könnten.

        Mit einem Begriff wie „paranoid“ sollten Sie vorsichtiger umgehen!! Obwohl Sie hier das unpersönliche und inhaltsleere „man“ benutzen, glaube ich schon, dass ich damit gemeint bin.

        Oh, Sie glauben gar nicht, wie gut ich GM mittlerweile verstehe!! Ihre Reaktion ist für mich Beweis genug.
        In eine „paranoide“ Ecke stellen Sie mich ja nun schon. Es fehlen nur noch die üblichen Beschimpfungen als „Nazi“, „ewig Gestriger“ oder „homophober“ Zeitgenosse.

        Leute, die sich im öffentlichen Raum bewegen und für die unsere Sprache fast schon so etwas wie ein Arbeitswerkzeug darstellt, nicht bewusster

        • mehrnachdenken

          Den letzten Absatz bitte löschen. Danke!

        • mehrnachdenken

          „Ina“ am 09.07./ 0.59 h

          „Zu den ‚gender-Feministen‘: Bringen Sie die jetzt bei jedem Thema ins Spiel?“

          Ja, das ist auch unbedingt notwendig, da es kaum noch einen gesellschaftlichen Bereich gibt, in dem diese GM – „Krake“ nicht mit ihre „Fangarmen“ auf „Beutezug“ geht.

  5. Hm, … ich bin doch einigermaßen überrascht, wie gut ihr/Sie alle diese Sendung tatsächlich kennt!
    Das sagt auch schon einiges aus – finde ich!

    • mehrnachdenken

      Bitte keine falschen Rückschlüsse ziehen!! Ob ich nun will oder nicht, nehme ich als politisch sehr interessierter Bürger natürlich auch das zur Debatte stehende TV – Format wahr. Trauen Sie es mir bitte zu, mir eine Meinung bilden zu können, ohne dass ich diese Sendung jetzt von vorne bis hinten gesehen haben muss.

      Ich verrate Ihnen sogar, dass ich die erste Big Brother Sendung mit meinen Sch immer mal wieder diskutierte.
      Die folgenden Sendungen waren dann aber nicht mehr interessant.
      Warum es mich stört, dass sich gerade eine Lehrerin an der Kuppel – Show beteiligt, habe ich ausführlich dargelegt.

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