Startseite ::: Nachrichten ::: Verkehrswacht beklagt, dass immer weniger Grundschüler sicher Radfahren können

Verkehrswacht beklagt, dass immer weniger Grundschüler sicher Radfahren können

SCHWERIN. Kinder sollten deutlich mehr Rad fahren – am besten gemeinsam mit den Eltern. Denn immer mehr Grundschülern fehlt die nötige Sicherheit beim Radeln. Dies hat die  Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern festgestellt. Sie beklagt zudem die finanzielle Unterstützung für Verkehrsgärten.

NIcht alle Kinder üben Fahrradfahren mit ihren Eltern - so wie dieses hier. Foto: Haltungsturner / flickr  (CC BY-NC-SA 2.0)

NIcht alle Kinder üben Fahrradfahren mit ihren Eltern – so wie dieses hier. Foto: Haltungsturner / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

In Mecklenburg-Vorpommern – und wohl nicht nur dort – können immer weniger Kinder im Grundschulalter sicher Radfahren. «Vor 20 Jahren waren es in den dritten Klassen, wenn die Verkehrserziehung ansteht, noch Einzelfälle», sagte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht MV, Andrea Leirich, anlässlich der Übergabe neuer Ausbildungsräder in Neustrelitz. Jetzt seien es mitunter fünf bis sechs Schüler einer Klasse, die nicht sicher genug Radfahren könnten, um zusätzlich noch die komplexen Verkehrsregeln zu lernen. 2014 wurden bei Radfahrer-Unfällen im Nordosten 239 Kinder bis 14 Jahren verletzt, eines starb. Außerdem gebe es viel mehr Stürze, die gar nicht gemeldet werden.

«Etwa ab neun Jahren lernen Kinder im Nordosten an Schulen und etwa 30 Jugendverkehrsschulen die Verkehrsregeln, früher ist das nicht sinnvoll», sagte Leirich. Die Ausstattung der Verkehrsgärten werde 2015 mit 13.000 Euro unterstützt. Das reiche laut Leirich aber längst nicht aus. «Wir bräuchten mindestens das Doppelte, um stabile neue Räder, Helme und Verkehrszeichen anzuschaffen.» Zudem könne die Arbeit in vielen Verkehrsgärten oft nur über ehrenamtliche Kräfte abgesichert werden.

Von den 30 Jugendverkehrsgärten im Land könnten nach Angaben der Landesverkehrswacht in diesem Jahr nur 17 finanziell unterstützt werden. Dazu gehörten Rostock, Stralsund, Teterow (Landkreis Rostock), Parchim sowie Neustrelitz und Malchin an der Mecklenburgischen Seenplatte. Dabei bleibe nicht viel für den einzelnen Verkehrsgarten übrig. Neustrelitz erhielt dadurch zwei neue Übungsräder und zusätzliche Verkehrsschilder. In Schwerin gibt es außerdem eine mobile Jugendverkehrsschule.

Die Hauptverantwortung für sicheres Radfahren würde aber immer noch bei den Eltern liegen und beschränke sich nicht nur auf die Einhaltung der Helmpflicht, sagte Leirich. «Ich kann Eltern nur raten, fahren Sie mit den Kindern Rad, die Kinder müssen nicht überall mit dem Auto hinkutschiert werden.» Winfried Wagner, dpa

Zum Bericht: Studie – Jeder sechste Grundschüler kann nicht schwimmen

2 Kommentare

  1. Jaja,

    meine Grundschule möchte nicht, dass die Kinder der Klasse 1-3 mit dem Fahrrad zur Schule kommen. —weil es ja so gefährlich ist—

    Ohne Helm sollten sie schon gar nicht fahren. —weil es ja so gefährlich ist—

    Und dann wundern sich die Lehrer, dass die Eltern mit ihren Kindern nicht Radfahren oder es ihnen nicht mehr beibringen… Warum eigentlich? Es ist doch schließlich so gefährlich.

    Diese Panikmache muss aufhören. Als ich zur Schule fuhr, war die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr 20x (!) so hoch. Aber heute, wo Radfahren von A nach B so sicher ist wie zu Fuß gehen, will man nicht, dass Kinder mit dem Rad zur Schule kommen und auf der Radtour der 4. Klasse wird keiner ohne Helm mitgenommen.

    Außerdem gibt es in Deutschland weder eine Helmpflicht für Radfahrer, noch eine Pflicht Kindern das Führen von Fahrzeugen im Straßenverkehr beizubringen.

    Dazu kommt, dass die Regeln für Radfahrer noch einen ganzen Tacken komplizierter sind, als die für Autofahrer. Wieviele 10-jährige kommen mit den Feinheiten des §37 für Ampeln zurecht?
    – Für Radfahrer gilt die Ampel für den Fahrverkehr
    – Außer auf Radverkehrsführungen, da gilt nur die Radlerampel
    – Oder wenn keine Radlerampel da ist und die Radfurt direkt an die Fußgängerfurt grenzt, dann gilt die Fußgängerampel
    – Aber wenn 1 m Platz zwischen Radfurt und Fußgängerfurt ist, dann nicht. Ohne Radlerampel ist dort der Radverkehr nach StVO nicht geregelt.
    – Wenn man auf einer freigegebenen Busspur radelt, dann muss man auch die Busampel mit den weißen Kreisen, Balken und Dreiecken lesen können, da man diese dann nach StVO beachten muss.

    Spätestens bei letzten Punkt steigen dann auch fast alle Erwachsenen aus.

    Trotzdem habe ich meinem Jüngsten gerade das Radeln beigebracht. Ordnungswidrig auf der Fahrbahn… Und ich habe dem Ältesten beigebracht, er solle bloß nicht dort an der Kreuzung die Ampel benutzen, sondern 200 m vorher die Fahrbahn queren, wenn keine Autos kommen (das ist wesentlich sicherer, als an der Kreuzung wo 1/4 der Autofahrer schlichtweg ohne Schulterblick abbiegen und es immer wieder zu kritischen Situationen kommt, weil sie nicht mit Radlern auf dem Gehweg rechnen).

    • na ja, ein helm ist durchaus sinnvoll.

      haben sie vergessen, dass samthandschuhe die empfindliche kinderhaut zerkratzen könnte ?!? deswegen dürfen die kinder ja auch nicht einmal mehr damit angefasst werden …

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*