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Frankfurter Buchmesse: Das (Schul-)Buch der Zukunft ist digital – oder „hybrid“

FRANKFURT/MAIN. Die 67. Frankfurter Buchmesse hat ihre Tore geöffnet – und sie erlaubt einen Blick auf die Zukunft des Lesens und des Lernens. Mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern sind auf dem weltweit größten Branchentreff präsent. Dabei wurde deutlich, dass digitale Technik zunehmend auf dem Markt präsent ist – aus internationaler Perspektive noch weitaus stärker als derzeit in Deutschland. Welche Möglichkeiten sich daraus für die Schulen ergeben, soll ein „Klassenzimmer der Zukunft“ in Halle 4.2 anschaulich machen. Hat das gute alte Schulbuch ausgedient? Nicht, wenn es nach den Machern der Messe geht.

Verlagsvertreter aus aller Welt auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Frankfurter Buchmesse / Hartung

Verlagsvertreter aus aller Welt auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Frankfurter Buchmesse / Hartung

Die haben zwar viel digitale Technik aufgeboten, um insbesondere dem pädagogischen Fachpublikum eine Vorschau aufs künftige Lernen zu geben. Das Buch aber werde weiterhin gebraucht, so heißt es: als „hybrides Schulbuch“, das gedruckte und digitale Elemente verbindet.

Die Entwicklung wird im „Klassenzimmer der Zukunft“ gemeinsam mit dem Hardware-Multi Hewlett-Packard präsentiert: ein gedrucktes Booklet, das mit unsichtbaren Wasserzeichen versehen ist. Dahinter verbergen sich Inhalte, die etwa mithilfe eines Smartphones sichtbar gemacht werden können. So sei das Buch digital aktualisierbar, heißt es. „Dadurch ergeben sich für Lehrkräfte und Verlage völlig neue Möglichkeiten: Lehrinhalte können mühelos erweitert und individualisiert werden. Auch Schüler können ihre Materialien aktiv gestalten und bringen eigene Themen und Interessen in den digitalen Teil des Mediums ein“, heißt es in einer Pressemitteilung der Buchmesse.

„Digitale und traditionelle Formate werden miteinander verschmelzen, und es wird selbstverständlich sein, Inhalte in den verschiedensten Formaten anzubieten und zu konsumieren. Digital wird also integriert und selbstverständlich.” Das meint auch Niels Peter Thomas, Manager von Springer Nature, mit Blick auf den deutschen Wissenschafts- und Fachbuchmarkt.

Wie stark digitale Technik den Buch- und Bildungsmarkt international mittlerweile prägt, machten Verlagsvertreter aus Indonesien, der Türkei und China deutlich. Vom Buchmesse-Gastland Indonesien, dessen Auftritt auf der Buchmesse unter dem recht romantischen Motto „17.000 Inseln der Imagination“ steht, berichtete der Verleger Haidar Bagir von einer eher prosaischen Entwicklung hin zur Nutzung digitalen Medien: „63 Millionen Indonesier sind in den sozialen Medien aktiv, 45 Prozent der Bevölkerung nutzen mobile Geräte zum Lesen und Studieren“.

Die Entwicklung des türkischen Marktes skizzierte der Verlagsmanager Banu Ünal, der auf die schnell wachsenden Online-Verkäufe in seinem Land verwies und sagte: „In den kommenden Jahren werden E-Books zu einem wichtigen Markt werden, der sich zwangsläufig besonders an den Bedürfnissen der jungen Bevölkerung des Landes ausrichtet.” 25 Prozent der Bevölkerung seien unter 25 Jahre alt.

„Digitales Publishing ist die Zukunft auf dem chinesischem Buchmarkt“, sagte der chinesische Verlagsvizechef Wuping Zhao. Einer Umfrage der Chinesischen Akademie für Presse und Publikationen für das Jahr 2014 zufolge hätten digitale Medien auf dem zweitgrößten Buchmarkt der Welt Bücher als das meistgelesene Medium bereits überholt.

An den ersten drei Tagen ist die Buchmesse Fachbesuchern vorbehalten. Am Wochenende hat dann auch das allgemeine Publikum Zugang. Insgesamt werden bis zu 300.000 Besucher erwartet. News4teachers

Ein Kommentar

  1. … bleibt abzuwarten, wie der pragmatische Schulalltag mit dem innovativem Potential umgeht. Und ob jedes neue „Produkt“ auch wirklich dem entspricht, was Lehrkräfte in der Praxis brauchen, oder ob nicht für so manche didaktische Szenarien auch ein Tafelanschrieb oder ein Arbeitsblatt passender ist. Manches glänzt auch stärker, als es in der Praxis hergibt (siehe Smartboards).

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