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Nicht zu viel zumuten: Mit Kindern und Jugendlichen über den Terror sprechen? Ja, aber …

FÜRTH. Die Bilder und Nachrichten aus Paris sind schon für Erwachsene schwer zu ertragen. Aber auch Kinder bekommen all das oft mit und können es noch viel schwerer verstehen und einordnen. Wenn Eltern und Lehrer mit ihnen darüber sprechen, sollten sie einige Regeln beachten – was eine renommierte Erziehungsberaterin empfiehlt.

Die Bilder und Nachrichten von den Anschlägen in Paris sind allgegenwärtig – und auch Kinder werden damit konfrontiert. Gerade kleinen Kindern macht das Angst, aber auch viele Jugendliche sind verunsichert. Für Eltern und Lehrer ist es eine große Herausforderung, das Thema mit den Kindern zu besprechen – ohne ihnen Angst zu machen.

Ganz wichtig sei, kleinen Kindern, etwa bis zum dritten Schuljahr, das Ganze stark vereinfacht – und mit gutem Ende zu erklären, sagt Maria Große Perdekamp. Sie ist Leiterin der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Vor Bildern sollten Eltern und Lehrkräfte sie so gut wie möglich schützen. «Die emotionale Wirkung von Bildern ist einfach enorm und zum Verständnis sind sie meist nicht relevant», sagt Große Perdekamp.

Hintergründe wie politische Zusammenhänge seien für kleinere Kinder noch nicht nachvollziehbar – Eltern und Lehrkräfte sagen deshalb am besten etwas wie: «Dort haben böse Menschen andere angegriffen, weil sie mit der Politik in dem Land nicht einverstanden sind. Das ist falsch und ganz schlimm – aber die Polizei sucht die Leute und hat auch schon einige gefasst und die kommen dafür ins Gefängnis.» Für Kinder ist dieses gute Ende ganz wichtig, um Ängste zu verringern.

Außerdem sollten Eltern und Lehrer Sicherheit vermitteln – auch, wenn natürlich nicht garantiert ist, wie sich eine aktuelle Situation weiterentwickelt. Trotzdem können sie zum Beispiel erklären: «Hier zu Hause bei uns sind wir sicher.» Auf keinen Fall sollten sie Angst zeigen oder Konsequenzen ankündigen wie: «Wir gehen jetzt besser nicht mehr zum Konzert.»

Ganz verhindern lässt sich die Konfrontation mit Bildern aber nicht – etwa am Kiosk oder in der U-Bahn. Mütter und Väter beobachten dann am besten zunächst, ob ihr Kind das überhaupt wahrnimmt und darauf reagiert. Falls ja, gilt auch hier: Darauf eingehen, aber Positives in den Vordergrund stellen. Große Perdekamp empfiehlt beispielsweise zu sagen: «Das ist ganz schlimm, was da passiert ist, aber es gibt viele Helfer. Ganz schnell waren Ärzte und die Polizei da, und den Menschen wurde geholfen.»

Auch Jugendliche sind durch die Nachrichten manchmal enorm aufgewühlt und verunsichert. Mit ihnen können Eltern und Lehrkräfte ruhig detaillierter sprechen und auf Themen wie Religion und Werte eingehen. Ganz wichtig ist aber auch hier: Sie sollten keine Angst vermitteln. dpa

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