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Grüne kritisieren Höhe der Bildungsausgaben in Mecklenburg-Vorpommern – Brodkorb: Rechenfehler

SCHWERIN. Über die Entwicklung der Bildungsausgaben in Mecklenburg-Vorpommern hat sich ein Streit zwischen Grünen-Fraktion im Landtag und Kultusministerium entzündet. Die Grünen bemängelten, dass der Nordosten im Ländervergleich hinterherhinke. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) wies die Einschätzung zurück. Diese basiere auf Rechenfehlern, sagte er.

Offenbar gut im Rechnen: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Offenbar gut im Rechnen: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Laut dem Bildungsfinanzbericht 2015 des Statistischen Bundesamtes vom Dezember hätten sich die Ausgaben für die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen des Landes seit 2010 um rund zwei Prozent erhöht, erklärte die bildungspolitische Grünen-Fraktionssprecherin Ulrike Berger. Der Durchschnitt der Bundesländer sei mit gut zehn Prozent Ausgabenzuwachs rund fünfmal so hoch gewesen.

Brodkorb erklärte, die Grünen hätten statistische Ist-Werte von 2010 mit Soll-Werten des Jahres 2015 verglichen. Tatsächlich aber seien die Bildungsausgaben im Land von 676 Millionen Euro (2010) auf rund 790 Millionen Euro im vorigen Jahr gewachsen, also um knapp 17 Prozent. Dies sei insgesamt ein mittleres Ergebnis im Ländervergleich, betonte der Minister.

Dem Bericht zufolge lag Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr mit 644 Euro an Bildungsausgaben pro Einwohner bundesweit auf dem letzten Platz, teilten die Grünen weiter mit. Der Länderdurchschnitt habe 778 Euro je Einwohner betragen. Brodkorb erklärte, Bildungsausgaben müssten an den Schülerzahlen, nicht den Einwohnerzahlen gemessen werden. dpa

3 Kommentare

  1. je nach Ziel kann man aus jedem Datensatz genau das machen, was man möchte …

  2. Je komplexer ein Datensatz und je mehr Variablen er abbildet, desto mehr Möglichkeiten der (Fehl-)Interpretation gibt es. Darum gibts dann eben eine wissenschaftliche Debatte und Kritik an der Interpretation von Daten.

    Wenn dem nicht so wäre, würde wir heute noch mit Pfeil und Bogen jagen. 😉

    Deshalb zu schlussfolgern, dass “man aus jedem Datensatz das machen kann, was man möchte” ist da doch ein bisschen gewagt, oder? Vor allem, wenn als Alternative dann gerne der “gesunde Menschenverstand” gegen das angebliche Meinungskartell der Gutmenschen angeführt wird.

    • bitte nicht das unwort verwenden.

      ich habe übrigens Winston Churchill sinngemäß zitiert, weil die Grünen Brodkorb Äpfel vorwerfen und letzterer sich mit Birnen aus demselben Obstkorb rechtfertigt.

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