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„Mehr Sozialarbeiter in die Schulen“ – KMK-Chefin sieht Bund bei Flüchtlingskindern in der Pflicht

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Claudia Bogedan (SPD), sieht bei flankierenden Maßnahmen neben dem Unterrichtsangebot der Länder für Flüchtlingskinder den Bund in der Pflicht.

«Wir brauchen Unterstützung für die Schulen, weil es nicht nur Lehrerinnen und Lehrer sein können, die diese Integrationsleistung vollbringen», sagte die Bremer Bildungssenatorin der Wochenzeitung «Der Freitag». Geflüchtete Jugendliche kämen oft mit Erfahrungen nach Deutschland, die nicht im Unterricht bearbeitet werden könnten. «Ich hoffe doch sehr, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht wird und den Schulen in den kommenden Monaten mit finanziellen Mitteln für Sozialarbeit zur Seite stehen wird.»

Individuelle Förderung eines Schülers. Schulsozialarbeiter übernehmen wichtige Funktionen bei der Überwindung von Diskriminierung im Schulbereich. Foto: the U.S. Census Bureau / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)

Schulsozialarbeiter übernehmen wichtige Funktionen bei der Integration in den Schulen. Foto: the U.S. Census Bureau / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)

Bogedan warnte davor, die Debatte über Bildungsintegration mit Zahlen zur Einstellung von Lehrern zu überfrachten. Die Länder könnten «nicht starr festlegen, soundsoviele Lehrer zum 31.12. einzustellen. Das wäre fatal. Wir haben ganz wenig Gespür im Moment, wie sich die Lage entwickelt.» Die KMK hatte kürzlich errechnet, dass bis Ende 2015 rund 325 000 neue Schüler unter den Flüchtlingen zu erwarten seien, dafür würden etwa 20 000 neue Lehrer benötigt.

Auf Vorhaltungen, 2016 würden nur 8500 Lehrer neu eingestellt, sagte Bogedan: «Es ist ein dynamischer Prozess.» Falls die Schülerzahlen weiter stiegen, könnten zusätzlich Lehrer geholt werden. Dieser Weg sei angemessen, denn die Länder wüssten nicht, wie viele Kinder zum neuen Schuljahr hinzukommen. «Bisher haben wir nur Erfahrungswerte auf groben Grundlagen: Nehmen wir die hohen Septemberzahlen – oder die geringeren Zuwanderungszahlen aus dem Januar?» dpa

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