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Übergriffe in Köln: Probleme mit muslimischen Jugendlichen gibt es auch in der Schule – seit langem

KÖLN. Die Übergriffe von offenbar arabischstämmigen jungen Männern auf Frauen in Köln, Hamburg und Stuttgart rücken ein altbekanntes Problem wieder in den Fokus: die überproportionale Gewaltbereitschaft von männlichen Jugendlichen aus muslimischen Familien – die auch in den Schulen immer wieder zu Problemen führt. Dazu kommt ein archaisches Frauenbild, das auch gerade Lehrerinnen und Polizistinnen zu spüren bekommen. Bereits 2010 hat das Bundesfamilienministerium dazu eine Expertise erarbeiten lassen. Die Wissenschaftler warnen darin vor zu einfachen Erklärungsansätzen, klar aber wird: Die Schwierigkeiten fangen bei der Erziehung an, oder besser: bei der fehlenden Erziehung durch überforderte Eltern.

Jugendliche aus türkischen oder arabischen Familien bereiten mitunter Probleme. Foto: privat

Jugendliche aus türkischen oder arabischen Familien bereiten mitunter Probleme. (Symbolbild) Foto: privat

„Wir haben immer mehr Migranten in Deutschland, und viele haben nicht gelernt, Respekt vor Frauen und der Staatsmacht zu haben. Sie leben in Parallelgesellschaften, wo andere Regeln gelten“, sagt die Bochumer Polizistin Tania Kambouri –, die unlängst mit ihrem Buch „Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin“ (Piper-Verlag, 14,99 Euro) für Aufsehen und breite Diskussionen gesorgt hat. Sie berichtet darin von zunehmender Gewalt, der Polizisten vor allem von jungen Männern aus muslimischen Einwandererfamilien ausgesetzt seien. Vor allem von Frauen ließen sie sich nichts sagen – eine Erfahrung, die auch so manche Lehrerin in Deutschland mit ihren arabisch- oder türkischstämmigen Schülern macht. „Unsere beste Waffe ist das Wort. Aber vielleicht empfinden sie es als Schwäche, weil in ihren Herkunftsländern nicht lange diskutiert wird und eher Gewalt angewendet wird“, sagt Kambouri, deren Familie selbst eingewandert ist (aus Griechenland).

Tatsächlich gibt es immer wieder Berichte darüber, dass insbesondere an Schulen mit hohem Migrantenanteil Lehrerinnen einen schweren Stand haben – bis hin zu Beleidigungen und sexuellen Belästigungen durch Schüler. Viele von ihnen sind in patriarchalischen Familien- und Gesellschaftsstrukturen aufgewachsen. „Das bedeutet, dass der Mann die Regeln aufstellt und die Frau gehorchen muss. Handelt sie nicht nach seinen Werten, kleidet sie sich zu freizügig oder hat Sex vor der Ehe, verliert die Familie ihr Ansehen und ist gesellschaftlich ruiniert“, erklärt der Psychologe Ahmad Mansour im Berliner „Tagesspiegel“. Eine Frau, die in der Schule plötzlich Forderungen an die Jungen stelle, passe nicht in dieses Bild hinein.

„Auch wenn nicht von einem homogenen Erziehungsstil gesprochen werden kann, prägt der autoritäre Erziehungsstil in arabisch- und türkischstämmigen Familien das Elternhandeln, wodurch im Wechselspiel mit den Erziehungsvorstellungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft, insbesondere der Bildungsinstitutionen, ;Irritationen‘ entstehen“, so heißt es auch in einem Handbuch der Konrad-Adenauer-Stiftung für Lehrer und Erzieher über „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland“.

Weiter heißt es darin: „Die frühkindliche bzw. vorschulische Erziehung innerhalb der Familie wird von der überwiegenden Mehrheit der türkischen Eltern nicht ernst genommen. In dieser Phase der Erziehung werden die Kinder sehr wenig von ihren Eltern gefördert. Die vorschulische Erziehung besteht bei vielen lediglich aus Verboten und Tadeln, die wiederum nicht konsequent umgesetzt werden. Es entwickeln sich regelhaft dieselben innerfamiliären Muster: Die Mutter verwöhnt den Sohn und vernachlässigt emotional die Tochter. Der Vater kümmert sich erst ab dem dritten Lebensjahr um die Erziehung des Sohnes und vernachlässigt intellektuell seine Tochter. Die arabischen und türkischen Töchter lernen bereits in der Familie, frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. Ein solches Gefühl des Gebrauchtwerdens erfahren Jungen kaum. Ihre Verantwortung beschränkt sich weitgehend auf die Verteidigung und Kontrolle (der Ehre) der Schwestern und auf die Aufrechterhaltung eines dominanten Erscheinungsbilds. Die Söhne erfahren insgesamt mehr Freiraum, den sie mit ihren Freundeskreisen ausleben. Und sie lernen implizit, dass sie weibliche Autorität missachten können. Das ist auch der Hauptgrund, warum sich (junge) Pädagoginnen gegenüber arabisch- und türkeistämmigen Jugendlichen häufig nicht durchsetzen können.“

Dass Jugendliche aus Migrantenfamilien häufig selbst Gewalt in ihren Familien ausgesetzt sind, betont die vom Bundesfamilienministerium 2010 herausgebrachte Studie „Gewaltphänomene bei männlichen muslimischen Jugendlichen“ – türkischstämmige Jugendliche im Schnitt zwei bis drei mal häufiger als andere Altersgenossen. Gewaltanwendung sei in den Familien ein verbreitetes Mittel, um Kinder und Jugendliche zu disziplinieren, die (auch durch sprachliche Unzulänglichkeiten) andere Konfliktlösungsstrategien gar nicht erführen. Dazu komme ein Unverständnis vieler Familien gegenüber den Erziehungszielen der Schule. „Besonders die Eltern aus dem Arbeitermilieu stehen der Schule skeptisch gegenüber, weil sie nicht autoritativ, sondern individualistisch erzieht, und zudem ihnen die Möglichkeiten fehlen, ihren Kindern Hilfestellungen zu geben.“

40 Prozent der muslimischen Familien bauen Schätzungen zufolge auf ein eher autoritäres Verständnis von Erziehung und Unterricht. „Es gibt hohe Bildungserwartungen bei türkischen Eltern“, so erklärt einer der beiden Studienautoren, der Sozialwissenschaftler Aladin El-Mafaalani, in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Aber: Die meisten traditionell eingestellten Eltern halten sich aus schulischen Belangen heraus. „Die Erziehungsberechtigung geht für die Schulzeit auf den Lehrer über.“ Elterngespräche seien unüblich, auch bei Problemen. „Eine Lehrkraft in der Türkei oder in Syrien, wo ich herkomme“, sagt El-Mafaalani, „würde sich nie an die Eltern wenden. Hier lösen die Lehrer das Problem selbst.“

Co-Autor Ahmet Toprak, ein Erziehungswissenschaftler, empfiehlt Lehrerinnen und Lehrern, muslimischen Kindern und Jugendlichen mehr Orientierung zu geben – und ihnen gegenüber eine andere Ansprache zu pflegen: einen „autoritativen“ Stil, also mit klaren Regeln und Autoritätsstrukturen. News4teachers

Zum Bericht: Schule im sozialen Brennpunkt: Elternarbeit – oft auf verlorenem Posten

148 Kommentare

  1. Darf man so etwas heutzutage überhaupt noch sagen?

  2. mehrnachdenken

    Diese Polizistin mit griechischen Wurzeln hat den Mut, unangenehme Wahrheiten deutlich zu bennnen.
    Wenn ich ihr Buch lese, meine ich fast, die politisch Verantwortlichen lebten auf einem anderen Stern, nicht aber in Deutschland!!

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.polizistin-tania-kambouri-die-nehmen-diesen-staat-nicht-ernst.cd1dba32-6bc8-4551-bfb3-10cb4fcce49c.html?ref=yfp

    Wir brauchen eine EHRLICHE DEBATTE darüber, was bei der Flüchtlingspolitik/Integration von Zuwanderern KLAPPT und WAS NICHT.

    Obwohl ich es schon mal schrieb, möchte ich erneut betonen, dass ich über meine Sch aus dem muslimischen Kulturkreis nur positiv berichten kann.
    Mädchen nahmen wie selbstverständlich am Schwimmunterricht oder den Klassenfahrten teil. Sowohl die Sch als auch deren Eltern begegneten mir höflich und respektvoll.
    Alle Sch lernten fleißig, und ich merkte, dass ihren Eltern Bildung sehr wichtig war.

    • Da sehen Sie, dass Bildungserfolg der eigenen Kinder ernst nehmen der Schlüssel zum Erfolg ist.

      Ich habe eine Doku gesehen, in der ein muslimischer Mann seine Frau, beide in Berlin lebend, gefragt hat, ob sie das Kopftuch ablegen wolle. Ferner hat er sich gefragt, weshalb muslimische Frauen heutzutage überhaupt ein Kopftuch tragen. Seine für ihn nachvollziehbarste Antwort ist im Alltag nicht aufzufallen. Allerdings fallen Frauen mit Kopftuch in einer Gesellschaft ohne Kopftuch besonders auf, weshalb sie eigentlich das Kopftuch ablegen sollten. Den diversen Patriarchen wird das nicht schmecken …

      Was hat das Ganze mit dem eigentlichen Thema zu tun? Nicht viel, aber ich wollte es mal schreiben.

    • Sie konstruieren eine angeblich UNEHRLICHE Debatte, um sich dann hinzustellen und eine EHRLICHE (jawohl, mit Großbuchstaben!) einzufordern und ständig den angeblichen Mut von Bestseller Autor*innen und Kommentaren zu betonen, die in diesen Forum -und nicht nur hier- die Mehrheitsmeinung repräsentieren.

      Wer debattiert denn unehrlich? Wer lügt also? Alle die, die nicht ihrer Meinung sind? Also z. B. Bernd und ich? Alle die, die keine Verallgemeinerungen akzeptieren, die so en vogue sind? Alle die, die auf wissenschaftliche Studien und nicht den berüchtigten „gesunden Menschenverstand“ und irgendwelche MeinungsBlogs verweisen?

      Fällt Ihnen das eigentlich nicht selbst auf?

      Und das meine ich ganz unabhängig vom eigentlichen Inhalt der Debatte.

      • Georg, vielleicht sollten Sie endlich Attacken auf Meinungsgegner bleiben lassen und Komplimente für Gleichgesinnte im Stil von „endlich einer, der nachdenkt“.
        „Fällt Ihnen das eigentlich nicht selbst auf?“
        Schreiben Sie Ihre Gegenmeinung über die Sache und verkneifen Sie sich Ihren Angriffslust auf Personen, die nicht so denken wie Sie. Sie wird leicht zum Bumerang.

        • Einen Metakommentar zum Argumentationsmuster von mehrnachdenken als Attacke zu werten und nicht als Diskussionsbeitrag hat etwas verweigerndes, finde ich.

          Gehen Sie doch stattdessen einfach mal auf Storb ein und beissen sich nicht wieder an mir fest.

          Das würde uns hier vielleicht wirklich voran bringen. 😉

        • Und von mehrnachdenken habe ich bisher keine Verweise auf die wissenschaftliche Debatte oder die Vielzahl an Sachbüchern zu Migration in Deutschland gefunden, die sehr wohl stattfindet, von ihm allerdings schlicht nicht gekannt oder willentlich ignoriert wird.

          Sich dann aber hinzustellen und zu sagen, dass es endlich eine EHRLICHE Debatte braucht – obwohl diese schon seit Jahrzehnten stattfindet, nur eben wissenschaftlich basiert zu vollkommen anderen Schlüssen kommt als er und auch von der in Migrationsfragen der Debatte immer um Jahre, wenn nicht um ein Jahrzehnt, hinterherhinkende Politik oft nicht zur Kenntnis genommen wird – heisst, den Kopf in den Sand zu stecken und laut BETRUG zu rufen.

          Und genau das tut er ja: unehrlich sind die, die nicht seiner Meinung sind. Sie sagen also willentlich und wissentlich die Unwahrheit, lügen also.

          Und vergleichen Sie doch mal den Beitrag von Storb und den von mehrnachdenken.

          Wer hat sich Zeit genommen für eine Argumentation? Wer hat die Äußerungen des Gegenübers bearbeitet und differenziert argumentiert? Wer hat die bestehenden Probleme von Herkunft, Religion oder Ethnie getrennt und sie stattdessen in einem sozialen Gefüge, also einem Millieu, verortet, und damit zu einem Problem der deutschen Gesellschaft als Ganzer gemacht?

          Wer hat also mehr nachgedacht?

  3. „Wir brauchen eine EHRLICHE DEBATTE darüber, was bei der Flüchtlingspolitik/Integration von Zuwanderern KLAPPT und WAS NICHT.“

    Absolut richtig. Allerdings wird unter „ehrlich“ in Deutschland oft das Ausgießen unreflektierter oder rassistischer Sauce verstanden, was oft damit zu tun hat, dass man am Ende doch zu bequem ist, sich mit den Problemen überhaupt oder wenigstens differenziert (!) zu beschäftigen. Differenzierungen gelten dann im Gegenteil als „Relativierungen“, „Verschleierungen“, „Lügen“ etc. pp.

    Das fängt schon damit an, dass viele der vermeintlichen Zuwanderer gar keine Zuwanderer sind. Auch sind etwa viele „Türken“ bereits „Deutsche“, was in Deutschland aber von vielen Menschen schlicht nicht anerkannt wird (geht mir übrigens teils selber so, ich spreche auch reflexartig von „den“ Türken, auch wenn ich es besser weiß…)

    Interessant ist auch, wie gerne anekdotisches Wissen über z. B. türkischstämmige Jugendlich sofort auf ihren Hintergrund bezogen wird, ohne dass man darüber nachdenken würde, inwiefern sich etwa „autochthone“ deutsche Jugendliche anders oder besser verhalten.

    Die Bücher von El-Mafalaani und Toprak sind jedenfalls sehr hilfreich – einerseits sehr deutlich (und zwar in alle Richtungen), andererseits differenziert und informativ. Demnach gibt es weniger ein Migrantenproblem als ein Milieuproblem, nämlich ein Problem mit Personengruppen, die eine bestimmte Migrationsgeschichte mit niedriger sozioökonomischer Stellung und niedrigem Bildungsniveau verbinden.

    Der beste Weg aus diesen Milieus heraus wäre Bildung, und dieser Weg wird inzwischen von vielen v. a. türkischstämmigen Mädchen auch gegangen (wie Sie ja auch berichten). Ein Problem sind die Jungen.

    Was nun Frau Kambouri angeht, dürfte sie ebenfalls vor allem über diese Problemilieus reden. Dabei informiert ihre Perspektive schon berufsbedingt natürlich nicht repräsentativ über alle Migranten/Menschen mit MGH. Zuletzt hat sie ja auch vermutet, dass BKA fälsche Statistiken und dies mit Ihrer „Erfahrung“ begründet – ein Triumph der unreflektierten Wahrnehmung. (Etwa so, als ob ein KfZ-Mechaniker die Pannenstatistik anzweifelt, weil ihm soooo viele defekte Fahrzeuge begegnen.)

    In den Milieus, in denen sie arbeiten musste, dürfte sich jedenfalls unter anderem die organisierte Kriminalität bereits verselbständigt haben. Hier bräuchte man z. B. mehr Polizei – und zwar am besten auch Polizisten, die türkisch oder arabisch sprechen und sich in Familien mit türkischem oder arabischem Hintergrund auskennen. Aber die Polizei leidet natürlich überall unter ähnlichen Problemen wie die Schulen, vor allem unter Unterfinanzierung und Ausdünnung.

    • mehrnachdenken

      Web.de:

      FDP – Chef Christian Lindner auf dem heutigen Dreikönigstreffen in Stuttgart:

      „Auch mit Blick auf die sexuellen Übergriffe in Köln und Hamburg an Silvester kritisierte Lindner, es gebe in Deutschland mittlerweile rechtsfreie Räume. Die Täter müssten ermittelt werden – unabhängig von der Herkunft. Migrationshintergrund und Flüchtlingshintergrund seien keine Entschuldigung für Rechtsvergehen.“

      Wenn wir schon bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme sind, scheint dieser Punkt viele Bürger sehr zu beschäftigen.

      • Nun ja – das ist natürlich alles sehr zweideutig.

        Dieser Punkt beschäftigt viele Bürger (mich eingeschlossen) sicher auch, weil sie sich und ihre Familien von den „bösen anderen“ bedroht fühlen. Dutzende Brandanschläge auf Flüchtlingsheime (meist unbewohnt, aber nicht immer) beschäftigen „viele Bürger“ dagegen weniger, weil die Bürger zwar in Köln feiern und Bahn fahren wollen, aber nicht in Flüchtlingsunterkünften leben. Auch die zahlreichen Toten bei den Brandanschlägen auf türkische Wohnhäuser der 1990er Jahre haben die Bürger ja wenig beschäftigt, solange sie nicht selbst türkisch waren. Und das gilt bis heute.

        Insofern ist der Auftritt unserer Politiker imho mehr oder weniger verlogen. Besonders negativ finde ich persönlich hierbei unseren Bundesinnenminister, aber das ist Geschmackssache.

        Fakt ist: Wo der Mob auftritt – oder auch nur Straftaten aus größeren Menschenmengen begangen werden – bringen Polizei und Justiz erfahrungsgemäß wenig bis nichts zustande, egal ob in Köln oder Heidenau (oder Rostock-Lichtenhagen, wenn wir noch einmal an die 1990er Jahre denken).

        Wenn die Kölner Polizei Silvester vernünftig aufgestellt, ausgestattet und informiert gewesen wäre, hätte es Festnahmen gegeben und wir würden diese Debatte nicht führen. Da dies aber nicht so war, müssen wir uns nun von allen Politikern Forderungen anhören, die höchstwahrscheinlich nie erfüllt werden können. Insbesondere bezweifle ich stark, dass es hier Verurteilungen geben wird. Aber man wird ja gelegentlich überrascht.

        • Welche Polizei meinen Sie?

          Innerhalb des Hauptbahnhofes und auf dem Bahnhofsvorplatz ist die Bundespolizei vo Herrn „Die Misere“ zuständig. Die hat das Problem ja mit Hilfe der jägerschen Landespolizei, Abteilung Albers gelöst und den Bahnhofsvorplatz geräumt. Dazu waren schon einmal 140 Einsatzkräfte von BPol und LaPo vonnöten. Die Anzeigen wegen Diebstahles und sexueller Nötigung haben die Beamten bei der Platzräumung nicht aufnehmen können. Mit Einsatzstock und Schild in der Hand ist es für voll aufgeturtelte Beamte schwierig auch noch zu schreiben. Das Polizei-Bashing ist wohlfeil, weil im Nachgang alle schlauer sind. Um ein Bild der Lage zu haben, waren die informationen der silvesternacht nicht ausreichend, da viele Anzeigedelikte erst ein bis zwei Tage später zur Anzeige gebracht worden sind.

          Bleibt noch die Frage, wie vile Einsatzkräfte der BPol waren in der Sylvesternacht am Hbf Köln präsent? Und wie vile Beamte der zuständigen Polizeidirektion der BPol derzeit abgestellt worden sind, um die (Außen-)Grenze in Bayern zu bewachen?

      • FDP-Lindner – Wie lange hat eigentlich seit bestehen der Bundesrepublik die FDP das Bundesjustizministerium „besetzt“ gehabt. Wie vile FDP-Mitglieder sind oder waren Landesjustizminster oder senatoren?

        In der Diskussion ist doch eines verwunderlich, uf der einen Seite die Diskussion um die rassistischen Äußerungen von Herrn Höcke, in der eine bestimmte Gruppe vor vorschneller Vorverurteilung und Rechtsstaatlichenprinzipien mit Sonderheit der unschuldsvermutung argumentiert.

        Auf der anderen seite wird jetzt eine große Bevölkerungsgruppe – die Migranten mit Sondergeit die flüchtlinge – unter Tatverdacht gestellt. Wer die ersten polizeilichen einlassungen gehört hat, wird sich erinnern können, dass von einer Gruppe bekanter Intensivtäter die Rede gewesen ist. Warum gäbe es sonst in D’dorf die Ermittlingsgruppe „Casablanca“

        Ändert im konkreten Fall aber nichts an der Tatsache, dass jedem einzelnen Straftäter, egal woher er kommt, die individuelle Tatbeteiligung nachgewiesen werden muss. Und genau hier liegt das Problem, das auch nicht mit mehr Polizei zu lösen ist. Viele der Straftäter sind der Polizei einschlägig bekannt. Nur eine Festnahme bedeutet ja nicht automatisch eine Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft, geschweige denn eine Verurteilung durch ein Gericht. Und selbst nach einer gerichtlichen Verurteilung muss die zuständige Ausländerbehörde im Einzelfall entscheidn, ob der Verurteilte ausländische Straftäter abgeschoben werden kann. Um Abschieben zu können, muss der Herkunfststaat nämlich bereit sein den Abgeschobenen wieder einzubürgern …

        Die Vereinfacher aus den politischen Lagern und die im Mainstream schreibenden Journalisten gehen mir auf den Zeiger!

        • mehrnachdenken

          „Und selbst nach einer gerichtlichen Verurteilung muss die zuständige Ausländerbehörde im Einzelfall entscheidn, ob der Verurteilte ausländische Straftäter abgeschoben werden kann. Um Abschieben zu können, muss der Herkunfststaat nämlich bereit sein den Abgeschobenen wieder einzubürgern …“

          Es ist auch so, dass der Staat einen ausländischen Straftäter erst ausweisen darf, wenn er zu mindestens drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt wurde (Genfer Flüchtlingskonvention).

          Der Bundesinnenminister denkt über eine schnellere Ausweisung nach.
          Wie gehen andere Staaten (z.B. Kanada) mit straffällig gewordenen Ausländern bzw. Asylbewerbern um?

          @Storb
          Ja, zur ehrlichen Debatte gehört auch die Verurteilung der abscheulichen Angriffe auf Flüchtlinge und deren Unterkünfte.
          Kaum nachzuvollziehen ist ebenfalls die geringe Aufklärungsquote dieser Schandtaten.
          Haben Sie dafür eine Erklärung?

          Wenn ich es richtig sehe, erfahren die betroffenen Personen viel Solidarität von den politisch Verantwortlichen und von vielen Bürgern.
          Sind mittlerweile die Schutzmaßnahmen für die Einrichtungen nicht massiv verstärkt worden?

    • Danke Storb, einer der wirklich mehr nachdenkt.

  4. Auch hier kann man wieder sicher nicht alle muslimischen Familien über einen Kamm scheren.

  5. PseudoPolitiker

    @mehrnachdenken
    So wie Sie wünsche ich mir auch eine „EHRLICHE DEBATTE darüber, was bei der Flüchtlingspolitik/Integration von Zuwanderern KLAPPT und WAS NICHT.“
    Ehrlichkeit fängt mit Informationen an, bei denen nicht gesiebt und geschönt wird. Ohne Faktenwissen kann niemand wahrheitsgemäß debattieren.

    Ex-Innenminister Friedrich wirft den öffentlich rechtlichen Medien ein Schweigekartell vor:
    http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7870080/friedrich-wirft-medien–schweigekartell–vor.html

    Klaus Kelle spricht von Medienversagen:
    http://denken-erwuenscht.com/1126-2/

    • Mein Gott Leute,

      Informationen zu sieben, gehört zum täglichen Geschäft von Journalisten. Sie müssen Nachrichten auf Relevanz abklopfen, um den Lesern/Zuschauern eine Auswahl des wichtigen Tagesgeschehens zu bieten. Eine Nachrichtensendung kann ja nicht drei Stunden dauern, und eine Tageszeitung hat auch keine 100 Seiten. Dabei können Fehler vorkommen, klar. Dabei kann es aber auch passieren, dass die Relevanz von Themen erst später offenkundig wird – wie im Fall Köln, bei dem die Polizei ja zunächst von einer friedlichen Silvesternacht berichtet hat. Und darauf stützen sich Redaktionen natürlich; es steht ja nicht in jedem Bahnhof ein Journalist herum. Herr Kelle, selber ein Journalist, spricht übrigens nicht pauschal von „Medienversagen“, sondern er führt einige Medien an, die seiner Meinung nach versagt haben. Sein gutes Recht, obwohl er eigentlich wissen müsste, wie seine Kollegen arbeiten.

      Dass die Kölner Zeitungen als lokale Medien näher am Geschehen dran sind, liegt in der Natur der Sache – aber die haben dann ja auch umfänglich berichtet, was wiederum Auslöser für andere Medien war, ihrerseits zu berichten. So funktioniert das eben in einer breiten und bunten Medienlandschaft. Mittlerweile berichten aber alle Medien in Deutschland. Wo ist da ein Schweigekartell? Und natürlich wird auch der Zusammenhang zwischen dem Geschehen und der (zum Teil schlechten?) Integration von Migranten beschrieben.

      Das Beispiel Köln zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass die Medien reflektiert über solch ein Geschehen berichten: Bei Facebook und Co (wo ja jeder ungeprüft jeden Quatsch veröffentlichen kann) wurde sofort ein Zusammenhang zur aktuellen Flüchtlingssituation gezogen – den gibt es, Stand jetzt, aber nicht. Behauptungen, es seien Flüchtlinge gewesen, haben sich bislang als falsch erwiesen. Journalisten müssen in undurchsichtiger Lage auch schon mal die Zeit haben, Informationen zu prüfen, bevor sie veröffentlichen. Daraus – mal wieder – eine Verschwörungstheorie zu basteln, ist billig.

    • mehrnachdenken

      @Pseudo-Politiker
      Ich bekenne, eine EHRLICHE DEBATTE kann es offensichtlich über dieses Thema nicht geben. Richtig, Ehrlichkeit fängt mit objektiven Informationen an. Gibt es die im Allgemeinen und in der Wissenschaft im Besonderen überhaupt? Mit Wissenschaft meine ich vor allem die Sozialwissenschaft.

      Sie verweisen z.B. auf Klaus Kelle, dessen Frau inzwischen zur erklärten Intimfeindin aller Gender – Befürworter geworden ist. Also wird natürlich auch ihr Mann sofort in eine bestimmte Schublade gesteckt, und sein Beitrag im besten Fall ignoriert oder belächelt, im schlimmsten Fall aber als Hetze gegen Flüchtlinge interpretiert.

      Wie steht’s zum Beispiel mit der Ehrlichkeit von Frau Merkel, wenn sie darauf verweist, die Flüchtlingszahlen durch die Bekämpfung der Fluchtursachen oder durch die Verbesserung der Lebensbedingungen in den türkischen Flüchtlingslagern zu verbessern?

      Wer sich mit der militärischen Lage in Syrien beschäftigt, erkennt recht schnell, dass es dort kurz- oder mittelfristig keinen Frieden geben wird. Der aktuelle Konflikt zwischen Saudi – Arabien und dem Iran wird den Friedensprozess garantiert nicht beschleunigen.
      Die EU will der Türkei drei Milliarden EURO für die Flüchtlinge zur Verfügung stellen. Im heutigen Mittagsecho hörte ich auf WDR 5, dass gerade einmal eine Milliarde von der Kommission gekommen ist. Ansonsten hat kein EU – Land – auch nicht Deutschland – in den Topf eingezahlt.
      Von 160 000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien sind in drei Monaten bisher lediglich 2000 auf die EU – Länder verteilt worden.

      Wenn die deutsche Politik ehrlich wäre, müsste sie sich eingestehen, dass von den Ankündigungen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen bisher keine einzige auch nur ansatzweise umgesetzt werden konnte. Für mich kommt das einer politischen Bankrotterklärung gleich. Der Bevölkerung wird diese Wahrheit aber vorenthalten.

      • mehrnachdenken

        Sorry!

        Wie steht’s zum Beispiel mit der Ehrlichkeit von Frau Merkel, wenn sie darauf verweist, die Flüchtlingszahlen zu reduzieren, indem die Fluchtursachen bekämpft und die Lebensbedingungen in den türkischen Flüchtlingslagern verbessert werden?

        • Hat sie geäußert, dass das kurzfristig geschehen soll?

          Des Weiteren muss die CDU so allmählich auf den Trichter kommen, dass Einwanderung und Asyl zwei Paar Stiefel sind. Selbst bei geregelter und durchaus kontigentierter Zahl von Einwanderern, bleibt das Thema Asyl für Flüchtlinge ein eigenständiges Sujet ohne Obergrenze.

          • mehrnachdenken

            Seehofer fordert eine Obergrenze. Merkel hält davon nichts. Stattdessen will sie die Fluchtursachen bekämpfen und die Situation der Flüchtlinge in den türkischen Lagern verbessern.
            Warum ist sie sich eigentlich so sicher, dass die versprochenen Milliarden – wenn sie denn irgendwann überwiesen wurden – bei den Flüchtlingen in den Lagern ankommen? Sind transparente Kontrollen vorgesehen?

            Dabei plädiert auch sie für einen signifikanten Rückgang der Flüchtlingszahlen in diesem Jahr.
            Sowohl der CSU-Vorsitzende als auch die Bundeskanzlerin streuen der Bevölkerung Sand in die Augen, weil es keinerlei Fortschritte in Bezug auf die Maßnahmen gibt.
            Zudem ist die EU in der Flüchtlingsfrage heillos zerstritten. Welchen Anteil hat die CDU – Vorsitzende daran?

            Ich wiederhole mich gerne: Insgesamt stochern die Bundesregierung und Frau Merkel in der Flüchtlingsfrage konzeptlos im Nebel, und freie Sicht wird es für sie so schnell nicht geben.

          • Und Seehofer will gegen geltendes recht und internationale Abmachungen verstoßen.

            Und den Unterschied zwischen Einwanderung und Asyl hat er auch noch nicht verstanden.

          • Wie schaffen es dann andere europäische Länder trotz geltenden Rechts und internationaler Abmachungen, sich vom Strom der Flüchtlinge und Zuwanderer nicht überrollen zu lassen?
            Da scheint mir das Recht doch etwas komplizierter, flexibler und auslegbarer als Sie behaupten. Jedenfalls lese ich das immer wieder von Leuten wie z.B. dem ehemaligen Verfassungsrichter Rupert Scholz, der eher auf das Fehlen des politischen Willens zur Eingrenzung der Einwanderung verweist.
            Ich bin Seehofer dankbar, dass er überhaupt Bewegung in die Überlegungen bringt und nicht das Mantra „Wir schaffen das“ wiederholt.
            Wenn nichts geschieht, kommen 2016 voraussichtlich mindestens ebenso viele Menschen zu uns wie 2015. Wir schaffen das???
            Und dass Seehofer im Gegensatz zu Ihnen den Unterschied zwischen Einwanderung und Asyl noch nicht verstanden hat, halte ich für eine kühne, um nicht zu sagen lächerliche, Behauptung.
            Irgendwo muss es auch Grenzen geben in der Einschätzung des eigenen Wissens und Könnens.

          • mehrnachdenken

            „Wie schaffen es dann andere europäische Länder trotz geltenden Rechts und internationaler Abmachungen, sich vom Strom der Flüchtlinge und Zuwanderer nicht überrollen zu lassen?“

            Eine gute und vor allem berechtigte Frage!
            Naja, ob die Haltung einiger osteuropäischer Länder mit geltendem Recht oder mit internationalen Abmachungen übereinstimmt, kann ich nicht kompetent genug beantworten.
            Unabhängig von deren mehr oder weniger ablehnenden Haltung, Flüchtlinge aufzunehmen, gibt es dort aber auch nicht die hohen Anreize wie in Deutschland.

            Noch vor dem Wechsel der Regierungsverantwortung in Polen hielt sich ein Bekannter dort auf. Auf die Frage, wieso so wenige Flüchtlinge nach Polen kämen, wurde ihm geantwortet: „Sie merken recht schnell, dass bei uns nichts zu holen ist.“
            Das mag jetzt für einige wieder ein Argument aus der rechten Ecke sein, aber ich meine, die finanziellen Anreize in Deutschland sind einfach für Flüchtlinge zu verlockend.
            Zudem kursierten wohl gerade in den ersten Monaten im Netz Meldungen, wonach den Flüchtlingen in Deutschland ein Haus und ein Auto zur Verfügung gestellt würden.

            Hatte sich die Koalition nicht darauf geeinigt, die Flüchtlinge nur noch Sachmittel auszustatten? Welches Bundesland hält sich daran? Mit Hinweis auf den zu hohen Verwaltungsaufwand gibt es in den meisten Ländern weiter die Barauszahlungen.

          • Wie es andere Länder „schaffen“, Flüchtlinge fernzuhalten? Mit riesigen Flüchtlingsslums in Calais („Jungle“) und Dünkirchen, wo Zehntausende hungernd und frierend auf eine Gelegenheit zur Flucht nach GB hoffen, mit auf der Straße hausierenden Flüchtlingen im übrigen Frankreich oder mit Zäunen á la Ungarn, die die Flüchtlingsströme zu den Nachbarn umleiten. Was, meinen Sie, sollte sich Deutschland von diesen „Optionen“ aussuchen?

            Stimmt schon: Menschenwürdige Behandlung hat, in einem Umfeld grausamer Abweisung und Missachtung, eine gewisse Sogwirkung. Aber gibt es dazu eine ernsthafte Alternative?

          • PS. Und was das Beispiel Polen angeht: Polen liegt geographisch abseits der Flüchtlingsströme – der Weg würde über Deutschland oder Österreich führen. Da aber die polnische Regierung sich jeglicher fairen Verteilung der Lasten verweigert, wird sich kaum ein Flüchtling von hier aus auf den Weg nach Warschau machen.

            Würde sich Deutschland so verhalten, säßen die Flüchtlinge in Österreich. Und dann? Gucken wir dann zu, wie Österreich im Elend versinkt? Die Österreicher könnten’s natürlich genauso machen. Am Ende hätten wir Millionen von Flüchtlingen in Griechenland, das wir so zu einem einzigen Flüchtlingsslum machen würden. Hätten wir das Problem damit gelöst?

          • Es ist doch alles ganz einfach, das hat die CSU schon lang erkannt: Grenzen dicht und den „Flüchtlingsstrom“ (die Entmenschlichung in Wortform) einfach ein- bzw. erfrieren lassen.

            Die Entscheidung der Koalition ließ den Bundesländern offen, ob sie die Flüchtlinge mit Sachmitteln ausstatten. Genau diese hat sich in der Vergangenheit als hochbürokratisch, teurer als direkte finanzielle Zahlungen und fürchterlich unpraktikabel erweisen. Genau deshalb haben das viele Länder auch von sich schon abgeschafft.

            Außerdem entmündigt es Menschen. Aber es sind ja nur Flüchtlinge, keine Menschen, mag da mancher einwenden…

          • Andere Länder kennen ein in der Verfassung festgeschriebendes Grundrecht auf Asyl nicht. Sie müssen allenfalls die UN-Flüchtlingskonvention umsetzen, also Flüchtlinge von Kriegen und Bürgerkriegen vorübergehnd aufnehmen.

            Die Aufnahme syrischer Flüchtlinge ist auf Weisung des Kanzleramtes erfolgt. Dafür wurde die Dublin III-Vereinbarung außer Kraft gesetzt. Sie erfolgte in Absprache mit der Bundesrepublik Österreich, um diese zu entlasten.

            Für alle anderen Flüchtlinge gelten die Regelungen, die in Europa festgesetzt sind. Und die sieht eine Verteilung über die gesamte EU vor. Flüchtlinge, die die Staatsgrenze der Bundesrepublik Deutschland innerhalb des Schengen-Raumes erreichen, können einen Antrag auf Asyl stellen.

            Die BK‘ hat in 2015 die Einzelfallprüfung auf Asyl für die syrischen Flüchtlinge ausgesetzt. Mittlerweile müssen auch die Asylanträge syrischer Flüchtlinge wieder im Einzelfall geprüft werden.

          • mehrnachdenken

            Mal so nebenbei:

            Zu den skandalösen Vorgängen in Köln, HH und weiteren Städten haben sich mittlerweile zahlreiche Politiker geäußert. Evtl. habe ich es ja nicht mitbekommen, aber wo bleiben eigentlich die Stimmen der Roths, Özedemirs, Becks usw., die doch im umgekehrten Fall (Deutsche bedrängen Ausländer oder Flüchtlinge) vor jedem Mikro halt gemacht hätten, um ihre Empörung zu verkünden?

          • Genauso ist es! Sie haben noch den Namen Maas vergessen, unseren ach so gerechten Justizminister.

          • Maas äußert sich seit Beginn des Skandals ständig, Beck und Özdemir habens auch getan. Einfach mal googlen, nicht gleich losprusten. Dann gibts auch nicht so viel zum Aufregen.

            Das die von ihnen offensichtlich so scharf beobachteten SPDler und Grünen mit ihren Forderungen und Konsequenzen nicht in den Medien auftauchen, in denen sich Law and Order Ottos gerade mit Haudrauf Maßnahmen überbieten, kann am Charakter ihrer Vorschlägen liegen. Das passt einfach nicht ins deutsche Bild vom Umgang mit Problemen.

            In Belgien wird Bildung gefordert. In Deutschland gibts stattdessen nur die harte Hand. Das hat man hier traditionell einfach zu gern, obwohl es kaum Probleme löst.

          • Haben Sie sich Ihr Lob auf Belgien auch gut überlegt, Georg? Oder wollen Sie einfach nur gegen die „harte Hand“ Deutschlands stänkern, die ich in der Behandlung von Migranten nicht im Geringsten erkennen kann?
            Zitat aus der Süddeutschen:
            „Es ist kein Zufall, dass Belgien mit 27 Kämpfern pro einer Million Einwohnern der Hauptlieferant für europäische Dschihadisten ist – und damit ein europäisches Zentrum auf der Karte des islamistischen Terrors.“
            http://www.sueddeutsche.de/politik/heterogene-gesellschaft-belgiens-gefaehrliche-anarchie-1.2306904

          • Und meine Bemerkung auf Belgien bezog sich auf die Meldung, dass dort in Anschluss an die Kölner Ereignisse dem Sexismus bei einem Teil der Asylsuchenden mit Bildung begegnet werden soll.

            Ich mag ja Bildung. Und einen solchen Vorschlag hab ich bisher hier noch nicht gehört, obwohl er der Inbegriff von Prävention und Kulturvermittlung ist.

            In der hiesigen Debatte geht es sofort um Abschiebung, also das Loswerden. Weil des des Pudels Kern ist. Es sind einfach zu viele.

            Ich denke nicht, dass sich so eine Verschärfung rumsprechen wird und irgendeinem potentiellen Opfer helfen würde.

            Bildung würde es.

            Und das Belgien ein Problem mit radikalen Muslimen hat, ist ja im Zuge der Pariser Attentate mehr als deutlich geworden. Ich weiss zu Belgien zu wenig, um mich qualifiziert zu äußern.

            Ich glaube aber auch nicht, dass die belgische Politik hinsichtlich der Integration von Migranten sonderlich vorbildlich agiert. Sonst hätte ich das glaub ich mitbekommen…

      • „Wenn die deutsche Politik ehrlich wäre, müsste sie sich eingestehen, dass von den Ankündigungen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen bisher keine einzige auch nur ansatzweise umgesetzt werden konnte. “
        Ich halte das für falsch. Die Einreisenden aus dem Balkan sind sehr viel weniger geworden, diese Maßnahme ist also erfolgreich umgesetzt. Nur leider gibt es noch viele andere Länder …

        • mehrnachdenken

          Danke für den Hinweis. Sie haben Recht. Das habe ich nicht mehr „auf dem Schirm gehabt“.

        • Menschen vom Balkan gelten nicht als Flüchtlinge, weil sie aus sog. sicheren Herkunftsländern kommen! Es stimmt also, „dass von den Ankündigungen zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen bisher keine einzige auch nur ansatzweise umgesetzt werden konnte.“

          • Nu, es war angekündigt, dass man Menschen aus dem Balkan schnell zurückführen und neues Einwandern bremsen will. Das geschieht.

          • Na dann ist ja gut. Der Autor selbst schreibt ja, dass es der gesellschaftliche Wandel ist, der auf der Abkehr von den eigentlichen religiösen Werten ist, der folgendes mit sich bringt:

            „Wir erleben seit Jahren Auflösungserscheinungen in der arabischen Welt. Das führt zu mehr Individualisierung. Durch Auflösungs- und Individualisierungsprozesse wurden vier Phänomene beschleunigt: der Terrorismus, die Protestbewegung, die Auswanderung und die sexuelle Belästigung. Alle vier Phänomene sind zurückzuführen auf den rasanten gesellschaftlichen Wandel. Weder der Staat noch die Familie können Versprechen gegenüber den eigenen Untertanen beziehungsweise Mitgliedern noch erfüllen. Weder Staat noch Familie haben ihre Untertanen mehr im Griff. Alle vier Gruppen fühlen sich von den eigenen Ländern und von der ganzen Welt um ihr Recht auf ein würdiges Leben beraubt. Also gehen sie auf die Straße oder ins Meer und wollen mit der eigenen Hand das holen, was ihnen vermeintlich zusteht.“

            Das eigentliche Problem ist der Zerfall der Machtstrukturen in allen gesellschaftlichen Bereichen, also auch in den Religionsgemeinschaften. Hinzukommt die nicht vollzogene Trennung zwischen Kirche und Staat sowie der Streit innerhalb des Islams um die Vormachtstellung/Deutungshoheit zwischen Sunniten und Schiiten.

            Geflüchtet in den europäischen Raum erleben die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum dann auch noch eine „staatliche Gewalt“, die ihnen lachhaft vorkommt. Das mag aus ihrer Sicht so sein, nur wenn jetz die hier versammelten Populisten schreien, es müsse zu Gesetzesverschärfungen kommen, dann lache ich mich schlapp.

            Es ist ja nicht ein Defozit von rechtlichen Bestimmungen, das die Lage herbeigeführt hat. Es sind die Defizite im Gesetzesvollzug, die zu Problemen im Alltag führen. Auf der einen Seite gibt es Klagen gegen „racial profiling“ gegen Polizisten, auf der anderen Seite sollen sie Verdachtskontrollen gegen bestimmte Personengruppen vornehmen.

            Es sind die Juristen, die von sehr hehrer Warte und auch sehr theoretisch ihre Fallbetrachtungen anstellen und so dem rechtsstaat mehr schaden als helfen. Dass es nach 45 eines starken Schutzes des Individuums gegenüber staatlichen Stellen wie der Polizei, den geheimdiensten und der Justiz bedurfte ist nachvollziehbar.

            Nur der inzwischen weggefallene Respekt vor den Vertretern dieser staatlichen Institutionen – den ja auch Lehrkräfte beklagen – lässt diese schutzlos da stehen.

            Wenn man an die einsatzlage in Köln in der Sylvesternacht denkt, dann fällt auf, dass ein enthemmter Mob einen rechtsfreien Raum genutzt hat. Unabhängig von der Anzahl der eingesetzten Zahl der Polizeikräfte, welche Möglichkeiten hätten diese denn gehabt?

            Einkesselung aller auf dem Platz, um die Personalien festzustellen – verboten. Also verdachtsabhängige vorläufige Festnahme und überführung in eine Gefangenensammelstelle. Nur die muss vorbereitet sein, anonsten hagelt es ganz schnell Klagen von Menschenrechtsorganisationen. Die Gefangenensammelstellen der „Organe der Staatssicherheit“ (der ehem. DDR) belasten eindeutig diese Verfahrensmaßnahme.

            Wir sind es doch selbst, die die Einsatzkräfte behindern. Wir wollen von denen nicht so behandelt werden, wie wir es jetzt für Flüchtlinge einfordern, selbst dann nicht, wenn wir selber straffällig geworden sind. Da berufen wir uns ganz schnell auf das GG und die uns zugestandenen individuellen Rechte. Nur die gelten nicht nur für deutsche Staatsbürger isondern für alle, die hier leben oder auch nur kurzzeitig sich aufhalten.

            Es ist bei uns wie in der nordafrikanischen und arabischen Welt (die islamische Welt gibt es nämlich nicht), die auftretenden Probleme sind gesellschaftliche Probleme, die durch den Verfall moralischer Werte beruhen. Und Moral und Glaube haben nur bedingt etwas mit einander zu tun. Es gibt zum einen vollkommen amoralisches Verhalten selbst unter Priestern und kirchlichen Würdenträgern und auf der anderen Seite hohe moralische Vorstellungen in atheistischen Kreisen.

          • @dickebank
            Schön, dass Sie zentralen Gedanken des Islamkritikers Hamed Abdel – Samad zustimmen.
            Ich kann Ihnen auch folgen, wenn Sie unseren Staat an sich gut aufgestellt sehen, es aber massive Defizite beim Umsetzen und Anwenden bestehender Gesetze gibt.

            Wenn ich richtig informiert bin, hängt das z.B. mit der personell chronisch unterbesetzten Polizei, aber auch mit viel zu wenigen Richtern zusammen.
            Gerade bei jugendlichen Ersttätern kann Erziehungsarbeit dann noch erfolgreich sein, wenn deren Vergehen zeitnah verhandelt werden. Darauf hat Kerstin Heisig, die leider verstorbene Richterin aus Berlin, gebetsmühlenartig hingewiesen.

            Der Handy- und Taschenklau im Umfeld von Köln oder anderswo ist doch kein Naturereignis. Insider und die Polizei wissen das schon lange. Was passiert mit den Tätern?
            Die lasche Anwendung unserer Gesetze hat aber z.T. eine Sogwirkung auf z.B. Männer aus dem nordafrikanischne Raum. Für sie muss es geradezu eine Einladung sein, schnellstens nach Deutschland zu kommen.
            Das habe ich mir nicht ausgedacht, ist auch keine Hetze gegen Flüchtlinge, sondern darüber wird in den entsprechenden Kreisen ganz offen gesprochen.

            In einem anderen Link verweise ich auf den Kriminologen Christian Pfeiffer, der darauf drängt, schnellstens Programme für die alleinstehenden Männer aufzulegen, um sie nicht zu verlieren.

          • Eine Untermauerung Ihrer These „Defizite im Gesetzesvollzug“:

            http://web.de/magazine/politik/koelner-polizeigewerkschafter-beklagt-milde-justiz-31263876

          • In Deutschland haben wir Parallelgesellschaften, die auf mangelnde Integrationsbemühungen des Staates in der Vergangenheit zurückgeführt werden.

            http://web.de/magazine/politik/experten-parallelgesellschaften-eigenengesetzen-31264964

            In gewisser Weise kann ich sogar verstehen, dass sich Migranten zu ihren eigenen Landsleuten hingezogen fühlen. Sie sprechen eine Sprache und kennen ihre Lebensgewohnheiten. Mit einem Wort: Sie fühlen sich dort wohl und geborgen.

            Nicht verstehen kann ich aber, warum sich aus diesen Kreisen heraus immer wieder kriminelle Clans bilden, die nun sogar nicht davor zurückschrecken, mit den Flüchtlingen viel Geld zu verdienen.
            Nicht verstehen kann ich ebenfalls, warum der Rechtsstaat diesem kriminellen Treiben offenbar absolut hilflos gegenüber steht und die Leute nicht blitzschnell dorthin befördert, wo sie hergekommen sind.
            Dieser Missstand ist es, der viele Bürgern zurecht auf die Palme bingt!!

    • mehrnachdenken

      Wie ist das noch mal mit der Wahrheit? Die Kölner Polizeiführung zeigt, wie es auf keinen Fall geht:

      http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_76583944/experte-ueber-koeln-polizei-stellt-eigenes-image-ueber-die-wahrheit.html

      • Welche Polizeiführung? Für Köln sind zwei Polizeipräsidenten verantwortlich, der eine für das Kölnner PP der LaPo und der andere für die Polizeidirektion St. Augustin der BPol.

        Warum wird der eine angeprangert und der andere herausgehalten? Beide sind bei der ersten Pressekonferenz nach der Sylvesternacht zusammen mit Frau Rekers gemeinsam aufgetreten.

        Nun ist der Polizeipräsident Albers als politischer Beamter im vorzeitigen Ruhestand, gut so. Nur wer ist unterhalb von ihm für die Einsatzführung der Polizei in Köln zuständig gewesen und hat die angebotene Unterstützung durch das Landesamt für zentrale Polizeidienste abgelehnt. Hat die Duisburger Behörde vielleicht den fehler gemacht und eine Eindsatzhundertschaft der Düsseldorfer Polizei als Unterstützung angeboten? In diesem Fall wäre klar, warum die Kölner ablehnen mussten.

        In NRW gibt es kaum einen jungen Polizisten aus den östlichen Landesteilen, der in jungen Jahren nicht einen Gastauftritt während der Ausbildung in Köln gemacht hat. Es gibt ganz einfach zu wenige Anwärter aus der Region dieser größten Stadt in NRW.

        Im Nachgang von einem Versagen der Polizei zu sprechen ist Quatsch, es war ein Versagen der polizeilichen Führungskräfte in den Lagezentren, nicht derer vor Ort.

  6. Die CSU reiht sich argumentativ bei PEGIDA ein. Wen wunderts?

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/koeln-csu-entdeckt-das-thema-luegenpresse-fuer-sich-a-1070689.html

    „Der Generalsekretär ist von Amts wegen der Lautsprecher seiner Partei. Das gilt besonders für die CSU. Dass Andreas Scheuer nach den Silvester-Übergriffen von Köln aufdreht, muss also nicht unbedingt erstaunen. Von einer „neuen Qualität sexueller Gewalt“ spricht Scheuer, er fordert die sofortige Abschiebung von Flüchtlingen, die Frauen sexuell belästigen.

    Wohl gemerkt sind bisher erst wenige Einzelheiten über die Nacht des Jahreswechsels in der Domstadt bekannt (lesen Sie hier die Hintergründe), vor allem über die Täter. Das scheint den CSU-General wenig zu stören.

    Noch bemerkenswerter allerdings ist die Medienschelte, zu der Scheuer und andere CSU-Kollegen nun ausholen – und mit der sie sich auf das Niveau rechtsextremer, rechtspopulistischer oder islamfeindlicher Gruppierungen begeben.

    Im Deutschlandfunk erhob Scheuer den Vorwurf, die Medien würden nicht angemessen über die Kölner Übergriffe berichten, womöglich sogar Informationen bewusst vorenthalten. „Ich appelliere an alle, dass wir über Klarheit und Wahrheit berichten“, sagte Scheuer, um dann den Mahner zu geben: „Die Menschen, die in Sorge sind in unserer Gesellschaft, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt, die kritisieren genau das, dass es eine veröffentlichte Meinung teilweise gibt, die nicht die Realität widerspiegelt, weil man meint, man muss hier eine falsch verstandene Vorsicht an den Tag legen.“ (Das komplette Interview finden Sie hier)

    Noch forscher äußerte sich Scheuers Parteifreund Hans-Peter Friedrich, ehemals Bundesinnenminister, heute stellvertretender Fraktionschef der Union im Bundestag. Friedrich sprach von einem „Skandal“, weil es Tage gedauert habe, bis die öffentlichen Medien die Berichte in Köln aufgegriffen hätten. Mit einem „Schweigekartell und Nachrichtensperren lassen sich die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung jedoch nicht lösen“.

    Friedrich erwähnte dabei nicht, dass lokale Medien sehr wohl frühzeitig über die Vorfälle berichtet hatten. Dass die Polizei selbst zunächst von einer friedlichen Silvesternacht gesprochen hatte. Dass das ganze Ausmaß der Übergriffe erst mit Verzögerung bekannt wurde und sich dann auch in den überregionalen Medien niederschlug. Dass dann sehr wohl auch jene Zeugenaussagen wiedergegeben wurden, die die mutmaßlichen Täter vor allem dem nordafrikanischen oder arabischen Raum zuordnen.

    Nicht berücksichtigt wird bei der CSU-Kritik auch, dass es zu den Standards der journalistischen Arbeit gehört, nicht zu spekulieren und auf Verdacht zu berichten, worauf unter anderem bereits der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hingewiesen hatte.

    NPD und Pegida machen Stimmung mit „Lügenpresse“-Vorwurf

    Mit dem Vorwurf angeblich bewusst unterdrückter Berichterstattung bedient die CSU jene Stimmung, welche in Kreisen rechtsextremer Parteien wie der NPD schon lange geschürt wird: Sie behaupten, der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die großen Verlage würden die ganze Wahrheit verschweigen und nur Auszüge berichten – sie würden manipulieren und lügen.

    Vor allem Pegida heizte diese Anfeindungen noch einmal an, „Lügenpresse – halt die Fresse“ wird auf Kundgebungen der islamfeindlichen Bewegung regelmäßig skandiert. Reporter von Zeitungen und öffentlich-rechtlichen Sendern wurden sogar körperlich angegangen.

    Diese Anti-Stimmung hat auch die rechtspopulistische AfD übernommen, auch wenn deren Parteichefin Frauke Petry den Begriff „Lügenpresse“ lieber meidet. Dieser war bereits im Ersten Weltkrieg ein zentraler Kampfbegriff für die Medien, die angeblich die damaligen deutschen Interessen zu wenig vertraten. Auch die Nationalsozialisten nutzten ihn, um pauschal unabhängige Medien zu diffamieren. Womöglich auch deshalb spricht die AfD-Chefin lieber von „Pinocchiopresse“.

    Nun scheint auch die CSU die Medien als Feindbild für sich entdeckt zu haben. Explizit griff Scheuer das ZDF an – dort sitzt der CSU-Mann auch im Fernsehrat. Er zeigte sich verärgert darüber, dass der Sender in den sozialen Medien darüber habe abstimmen lassen, wie in Köln berichtet werde. Die ZDF-Sendung „heute plus“ hatte auf Twitter etwas unglücklich gefragt, wie sie über die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln berichten sollte:

    Später rechtfertigte sich „heute plus“, man habe nur ein „Stimmungsbild“ einholen wollen. Das ZDF hatte zudem eine „klare Fehleinschätzung“ eingeräumt, weil es über die Übergriffe am Montag erst am späten Abend in seinen Nachrichtensendungen berichtete.

    Rechtfertigt das eine Pauschalkritik? Wohl kaum. Scheuer aber findet: „Wir müssen aufpassen, dass wir die gesellschaftliche Spaltung durch solche falsch verstandene Vorsicht in der Berichterstattung nicht aufs Spiel setzen.“ Mal abgesehen davon, dass der CSU-General wohl den gesellschaftlichen Zusammenhalt meinte, der nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe – die Spaltung forciert er allemal mit seinen Vorwürfen.“

    • Nicht umsonst hat sich die CSU als Hort der reinen Wahrheit und Vernunft vom Bayernkurier getrennt …

      Worauf die afD ganz klar abzielt ist die Mediengesellschaft, an der die SPD über eine Beteiligungsgesellschaft erhebliche Anteile hat. Das war anderen Parteien schon immer ein Dorn im Auge. Und es hat historische Gründe, warum die SPD sich an einer Mediengruppe beteiligt.

  7. Schöner Artikel, der die ganze Köln-Debatte mal kontextualisiert und ihr den immer wieder beschworen Singularismus nimmt. Aber es geht halt um Ausländer. Da kann der gute Deutsche einfach nicht anders, als „unsere“ Frauen verteidigen, die ihm den Rest des Jahres über recht egal sind.

    https://www.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118

    „Bei allen Großereignissen, wie etwa dem Oktoberfest und dem Karneval, kommt es immer wieder zu sexuellen Übergriffen und auch Vergewaltigungen: „Allein der kurze Weg zur Toilette ist der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern“, schrieben die Autorinnen Karoline Beisel und Beate Wild 2011 in der Süddeutschen Zeitung. Und weiter: „Reagiert man abweisend, wird man auch schon mal als ‚Schlampe‘ beschimpft – oder schlimmer.“ Im Schnitt werden allein zehn Vergewaltigungen pro Oktoberfest gezählt, die Dunkelziffer wird auf 200 geschätzt.“

    • Das Zitat zum Oktoberfest wiederholt falsche Zahlen. Laut Polizeiberichten sind es jedes Jahr weit unter 10 beim Oktoberfest. Und wie wollen sie eine „Dunkelziffer“ feststellen?? durch Dunkeldeutsche?
      siehe http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-uebergriffe-in-koeln-und-falsche-zahlen-von-der-wiesn-14004617.html

      • Guter Artikel! Verbohrte Geister, die unbedingt die Herkunft der Täter in Köln herunterspielen bzw. beiseite schieben wollen, werden Sie allerdings kaum davon überzeugen, dass das Operieren mit frei erfundenen Dunkelziffern eine typische Unsitte angeblicher Beweisführung ist.
        Wer unbedingt glauben will, der wird glauben und seinen Glauben sogar noch als besseres Wissen durch die Kenntnis „harter Fakten“ ansehen.
        Nur bei Meinungsgegnern werden „Dunkelziffern“ als das gesehen, was sie sind: herbeigeredete, unnachprüfbare Zahlen zwecks Meinungsmanipulation.

        • Herkunft der Täter ?!? – Ja, wenn das einmal so einfach wäre. Nach Angaben der Polizei, hat man einen Teil der Handys in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften geortet. Nach Angaben der Polizei kam ein teil der Täter, deren Personalien festgestellt worden sind, aus Duisburg. Ein Teil der Täter soll bei der Feststellung der personalien kopierte Aufenthaltstitel des BAMF veorgezeigt haben …

          Worauf ich abheben möchte ist, in Duisburg gibt es einen großen libanesischen Familienclan, der ein spezielles Verhältnis zum Rechtsstaat hat. Würde mich stark wundern, wenn nicht weitere Spuren nach Duisburg führen würden.

          Dass sich zufällig über 1000 Flüchtlinge aus den Maghreb-Staaten zeitgleich in Köln aufhalten, irritiert mich ungemein.

          • wieso zufällig? „Soziale“ Netzwerke machen da einiges möglich. Darum ist es ja so wichtig, dass die Polizei in diesen nicht recherchieren und nichts speichern darf.

  8. Auch seeeeeehr gut: „Des Rudels Kern“

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/margarete-stokowski-ueber-sexualisierte-gewalt-a-1070905.html
    rhindert.

    „Es ist so ekelhaft. Die Debatte um muslimische Migranten hat ihren bisherigen Hysterie-Höhepunkt erreicht. Die Opfer der Übergriffe in Köln, Hamburg, Stuttgart oder Frankfurt sind in dieser Debatte denen, die sich am meisten aufregen, vollkommen egal. Sie sind gerade gut genug für reißerische Beschreibungen von zerfetzter Unterwäsche und Fingern an Körperöffnungen und gut genug als Grund, sich als besorgter Bürger zum edlen Ritter und Frauenbeschützer aufzuschwingen.

    Inzwischen wird über die Ausweisung straffällig gewordener Asylsuchender gesprochen, obwohl die Herkunft der Täter bislang nicht klar ist. Dabei ist das noch der vergleichsweise seriöse Teil dieser Debatte. Stumpf vereinfacht gelten die Täter kaum noch als Einzelpersonen, sondern sind nur noch eine diffuse Masse notgeiler Ausländer, die mit Tiervokabeln beschrieben werden: Wie konnte das geschehen, dass sich Männer „zusammenrotten“ und „in großen Rudeln über Frauen herfallen“, fragt die „Emma“. Von einer „wild gewordenen Männer-Meute aus dem arabischen/nordafrikanischen Raum“ wird woanders gesprochen. Auf Twitter ist von „Primaten“ und „Affen“ die Rede.

    „Das rassistische Narrativ ’schwarzer Mann vergewaltigt weiße Frau‘ ist volle Kanne durchgeschlagen“, schreibt die Publizistin Antje Schrupp. Des Rudels Kern ist die Vorstellung vom wild gewordenen – wenn nicht schon immer wild gewesenen – Ausländer, der sich all das nimmt, was andere gern hätten: Frauen und iPhones.

    Denen, die nun darauf hinweisen, dass sexualisierte Gewalt nicht erst mit den Flüchtlingen nach Deutschland gekommen ist, wird vorgeworfen, die Vorfälle von Köln zu verharmlosen. Feministinnen, die seit Jahren und Jahrzehnten über Gewalt gegen Frauen schreiben, wird erklärt, sie würden nur ablenken wollen, um die Täter von Köln zu schützen – das ist absurd und zeigt, wie sehr die Debatte aus dem Ruder gelaufen ist. Es ist, als würde jemand rufen: „Es brennt in der Küche!“ und jemand antwortet: „Im Wohnzimmer auch!“, und dann sagt der Erste: „Ach was, du willst also nicht die Feuerwehr rufen?“

  9. Naja, lieber Georg, die Diskussion hat schon noch eine weitere problematische Ebene: Gewalt gegen Frauen ist das eine – das andere ist der Missbrauch des Gastrechts. Wie nun bekannt geworden ist, waren tatsächlich etliche Flüchtlinge in der aggressiven Horde, die sich Silverster am Kölner Bahnhof zusammengerottet hat. Es kann wirklich nicht angehen, dass Menschen (junge Männer), die hierzulande um Hilfe bitten und diese auch bekommen, sich dann verhalten wie Tiere.

    Man stelle sich die Situation nur mal umgekehrt vor: 1.000 betrunkene Deutsche würden am Bahnhof von Kairo arabische Frauen betatschen und versuchen, ihnen die Kleider vom Leib zu reißen – es gäbe Krieg. Will sagen: Es gehört keine besondere Bildung oder Weltläufigkeit (über die junge Flüchtlinge womöglich nicht verfügen) dazu, um zu wissen, dass man sich so in einem Gastland nicht verhält. Für mich spricht daraus eine üble Verachtung westlicher Menschen/Frauen/Werte – und ich vermag beim besten Willen keine mildernden Umstände erkennen, die davon abhalten könnten, die Täter (sofern sie denn tatsächlich Flüchtlinge oder andere Nicht-EU-Ausländer sind) rigide abzuschieben.

    Gerade auch im Interesse der vielen friedlichen und sich anständig benehmenden Flüchtlinge in Deutschland, die ja gerade vor solchen gewaltbereiten Idioten geflüchtet sind.

    • mehrnachdenken

      @Bernd
      Ich bedanke mich ausdrücklich für Ihren Kommentar. Das ist auch meine Sicht der Dinge.
      Heute hörte ich im Radio die Stimme eines ehemaligen Asylbewerbers aus dem Kongo, der mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Auf das Schärfste verurteilte er das Geschehen in Köln oder anderso.

      Ohne Frage gibt es leider auch mitten in Deutschland vielfache sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen.
      Natürlich sind auch diese Vergehen abscheulich und ausnahmslos zu verurteilen. Selbstverständlich müssen auch diese Täter die volle Wucht der Gesetze spüren.
      Es verbietet sich m.E. aber, die Geschehnisse in Köln mit Blick auf die gesellschaftlich zweifellos bestehenden Übergriffe auf weibl. Personen zu relativieren und sie damit evtl. sogar bewusst oder unbewusst zu verharmlosen.
      Das bedeutet keineswegs, die Augen vor diesen Missständen im eigenen Land zu verschließen. Evtl. tragen ja die Kölner Geschehnisse im Nachgang dazu bei, diese Diskussion wieder zu intensivieren.

    • Richtig, nur in Ihrer eigenen Formulierung schreiben Sie von „1000 Deutschen , die in Kairo sexuelle Gewalt gegen dortige Frauen verübt hätten“. Was hier auffällt, ist dass die Medien von Muslimen sprechen – also 1000 junge muslimische Männer. Der Wahsinn gipfelte gestern in einem WDR-Bericht in der Beschreibung alltäglicher Gewalt in den flüchtlingsnotunterkünften in: “ Mehre muslimische Männer verfolgten einen Afghanen.“

      Was bitte hat die Religionzugehörigkeit eines Straftäters mit der Tat zu tun. Es wird auch nie geschrieben, dass ein kathoischer Täter eine bekenntnislose junge Faru vergewaltigt hat.

      Auch die nachträgliche Nennung der Staatsbürgerschaften der Verdächtigen in Köln macht die situation nicht besser, zumal ich die angegebene Nationalität in vielen Fällen für eine Schutzbehauptung und kein nachgewiesenes fakt halte. Wäre die eindeutige Zuordnung dre Nationalität einfacher, die Abschiebung solcher Starftäter wäre ein Leichtes.

      • Danke dickebank, das Sie auf solche Basisbanalitäten hinweisen.

        @ Bernd: In den geposteten Artikeln wird betont, das es für solche Handlungen kein Pardon geben kann und darf. Es reicht aber, daß zu konstatieren und niemand glaubt und will doch ernsthaft, das es irgendwelche milderen Umstände für die Täter geben wird. Auch ich nicht.

        Der Punkt, auf den die Artikel zu Recht hinweisen, ist aber, daß Frauenfeindlichkeit und Übergriffe sonst kein wirkliches Problem darstellen, aber wenn es Migranten oder Flüchtlinge sind, bricht der Sturm los.

        Es geht also eigentlich um die Flüchtlinge, nicht um die Opfer der Übergriffe. Das sieht man auch an den vorgeschlagenen Maßnahmen: Breite Prävention zur Verhinderung weiterer Taten? Fehlanzeige!

        Und kurz zu ihrem Argument, das in Kairo der Krieg ausbrechen würde: Ja, vielleicht würde er das. Aber ist das ein Maßstab, der in der ganzen Sache abgelegt werden sollte? Weil woanders Menschen irre Dinge tun, ist es dann okay, wenn sie hier auch getan werden? Der IS köpft Menschen – na dann dürfen wir auch Muslime köpfen?

        Hier geht es um rechtsstaatliche Standards und die individuelle Schuld – die ihre Ursache sehr wohl in abwertenden Vorstellungen von Frauen haben kann, die es anderswo wie auch hier gibt. Stattdessen brüllt aber der Mob „Es sind die Flüchtlinge, es sind die Muslime.“

        Und zack ists nicht mehr das Individuum sondern eine riesige Gruppe.

        Eine schöne Gegenschlagzeile wäre gewesen: „Über 99,99% der Flüchtlinge begehen Silvester friedlich.“

        In Sicherheit sind sie jetzt auch hier nicht mehr….

  10. Ich habe in der Klasse muslimische Kinder und habe Flüchtlingskinder unterrichtet. Dabei habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht. Die Kinder sind unglaublich lernwillig und vor allem die Flüchtlingskinder sind absolut dankbar. Bei den deutschen Kindern hier, vermisse ich das seit ein paar Jahren immer mehr. Auch die erwachsenen Flüchtlinge sind dankbar und sehr freundlich in höflich. So viel Respekt wie von diesen – vor allem- Männern und Kinder, bekomme ich von unseren deutschen Eltern und Kindern nicht immer.

    • Meine Schule vier afghanische Flüchtlinge (männlich) aufgrund ihres (geschätzten) Alters in die Klasse 11 aufgenommen. Sie sind ebenfalls sehr lernwillig, respektvoll, dankbar usw.. Vier ebenfalls männliche Flüchtlinge aus Syrien haben wir abgelehnt, weil sie schon bei der Vorstellung den Frauen im Raum keinerlei Beachtung geschenkt haben.

      Das Verhalten der Flüchtlinge hängt also sehr von ihrer Vorgeschichte ab. Das ist aber mit den Einheimischen nicht anders, nur das die kulturellen Unterschiede der Lebenswelt der Flüchtlinge zu den deutschen eine vernünftige Arbeit erschweren oder sogar unmöglich machen.

      Irgendwo habe ich im Zuge der Übergriffe in Köln die Frage gelesen oder gehört, was passiert wäre, wenn sich einige christliche Idioten in Kairo in gleicher Art und Weise an ägyptische Frauen vergriffen hätten. Deutschland ist dagegen maximal Kuschelpädagogik im Stuhlkreis bei Matetee und Müsliriegel.

      • Und weils in Kairo dann vielleicht abgegangen waren, sollten wir hiesige Standards über Bord werfen? Wie „die“ „uns“ so „wir“ „Ihnen“?

        Absolut bestechende Logik – Scheiss auf „unsere“ Werte!

        Und die Polizei passt garantiert noch nicht in ihr Klischee. Eine Freundin macht Weiterbildungen mit Polizisten im Osten. Und was ihr da in Bezug auf Migranten und Flüchtlinge an Einstellungen und Denkweisen begegnet, lässt ihr jedesmal die Knie schlottern.

        • Natürlich soll nichts über Bord geworfen werden. Die vorhandenen gesetzlichen Möglichkeiten sollen aber ausgeschöpft werden. Dazu gehört natürlich auch, Polizisten mit den Einstellungen, die Ihre Freundin gehört hat, unverzüglich aus dem Dienst zu entfernen.

          • Vorsicht bei der pauschalen Verurteilung ostdeutscher Polizisten durch billigste Unterstellung und Diffamierung seitens Ihres Vorredners!
            „…unverzüglich aus dem Dienst zu entfernen“ lässt bei mir „die Knie schlottern“.

          • Was ist billigste Unterstellung und Diffamierung, wenn ich die Erfahrung eine Bekannten zum Besten gebe?

            Und einen Hang zu Pauschalisierung kann man mir ja nun wirklich nicht vorwerfen.

            Aber man merkt, dass es für sie schwierig sein muss, unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu blicken.

            Ich kann nur empfehlen: Trauen Sie sich, es tut gar nicht weh. 😉

          • @ Xxx: Ob aus dem Dienst entfernen die richtig Lösung ist, wage ich zu bezweifeln.

            Gegen Alltagsrassismus hilft nur Bildung, Kontakt und positive Gegenbeispiele.

            Es wäre schön schön, wenn wir eine Diskussion zu Vorurteilen und Rassismus bei der Polizei hätten (wie in den USA) und es in Aus- und Weiterbildung eine Rolle spielen würde.

            Auch und gerade als Konsequenz aus dem NSU. Da ist bisher aber kaum etwas passiert.

            Und wenn es Gesetzte gibt, müssen die auch angewendet werden, logisch.

  11. Lieber Georg, lieber dickebank,

    ich habe das Beispiel „Deutsche in Kairo“ konstruiert, um deutlich zu machen, dass jedem Menschen (schon gar jedem muslimisch sozialisierten) klar sein muss, was für einen Tabubruch er begeht, wenn er in einem fremden Land Frauen angreift – ohne dass er sich zuvor über Gebräuche und Sitten in jenem fremden Land hätte schlau machen müssen. Und natürlich nicht, um zu empfehlen, wir sollten es ihnen gleich tun. Und ich habe selbst den Terminus „muslimisch“ gar nicht gewählt; hätte ich aber – weil mir die rigide islamische Sexualmoral (und nicht der ethnische Hintergrund) in diesem Zusammenhang doch eine Rolle zu spielen scheint. Bei den Berichten über Misshandlungen und Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen wird ja – völlig zu recht – auch stets der katholische Kontext erwähnt. Auch in diesem Zusammenhang geht es ja um eine Sexualmoral, die vor allem aus Verboten besteht.

    Ich habe übrigens gerade intensiv mit Freunden – einer Flüchtlingsfamilie aus Syrien – über die Ereignisse aus Köln diskutiert. Die syrische Community ist nach deren Schilderung entsetzt über die Ereignisse und erhofft sich, dass die Täter schnell ermittelt und dann abgeschoben werden. Es besteht bei den Familien die Sorge, dass die Atmosphäre in Deutschland durch solche Troublemaker vergiftet wird. Bei der Diskussion wurde (einmal mehr) deutlich, dass die Flüchtlinge keineswegs eine homogene Gruppe sind. So gibt es unter den Familien große Ängste zum einen vor ehemaligen Kämpfern und Söldnern aus dem Kriegsgebiet, die ihren vergleichsweise hohen Sold dafür genutzt haben, die Schlepper zu bezahlen. Zum anderen sind offenbar zumindest einige Nordafrikaner mit syrischen Pässen unterwegs, die für ein paar Dollar in der Türkei zu kaufen sind – und vor diesen Nordafrikanern bestehen unter den syrischen Familien ebenfalls Ängste, weil manche davon auf den Fluchtrouten durch Diebstähle und Drogenhandel aufgefallen sind.

    Mein (vorläufiges) Fazit aus der Geschichte: Wir müssen uns schon klar darüber sein, dass Deutschland aus der Flüchtlingskrise nicht unverändert hervorgehen wird. Das hat viele positive Aspekte, bedeutet aber auch, dass der Aufwand nicht nur für die Bildung steigen muss, sondern auch für die Ordnungskräfte. Und wir werden nicht umhin kommen, die bislang recht großzügige Auslegung des Asylrechts (Abschiebung z. B. erst bei einer Haftstrafe von drei Jahren) strenger zu fassen – und dabei wird es sicher so manche Härten geben, die wir bislang vermieden haben.

    Und was die Prävention angeht: Troublemaker auszuweisen, um die wirklich Schutzbedürftigen schützen zu können, ist auch eine Form von Prävention. Wer nicht (mehr) hier ist, kann keinen Ärger mehr machen.

  12. Zu allem ja. Mich nervt an der Debatte nur, dass es sofort um Strafen und Ausweisung geht.

    Nix Prävention (Man kann nicht Menschen auf Verdacht hin ausweisen sondern nur verurteilte Straftäter), nix Bildung, nix mehr Polizei zur Verhinderung, nix allgemeine Debatte über Sexismus und Frauenverachtung.

    Ein Viertel aller Frauen macht in Deutschland Erfahrung mit häuslicher Gewalt. Sicher wesentlich mehr mit Abwertung und Sexismus im Alltag.

    Wo bleibt die Debatte? Stattdessen kann das Thema jetzt wunderbar externalisiert und mit der Flüchtlingsfrage allgemein verkoppelt werden.

    Und wie schon mal geschrieben: 99,99% haben Silvester friedlich verbracht. Und auch bei meinen syrischen Bekannten ist die Bestürzung über die Ereignisse groß.

    Zur Abschiebung: Ein Knackpunk an der Debatte ist doch, wie schwer eine Straftat sein muss, damit eine Abschiebung in ein Land gerechtfertigt ist, in dem der Person ganz individuell Folter und Tod droht. Weil darauf läuft es doch hinaus, wenn jemand mit anerkanntem Flucht- oder Asylstatus abgeschoben werden soll. Eine Bestrafung nach Recht und Gesetz hier ist davon natürlich nicht betroffen.

    • die Bösen bestrafen und die Guten beschützen, das wurde mal als Aufgabe des Staates beschrieben. Zugegeben, es steht in der Bibel. Aber so schlecht finde ich diesen Anspruch gar nicht, und einen Widerspruch sehe ich auch nicht, auch wenn es um „Zugereiste“ geht. Die einfachste Form der Bestrafung: zurückschicken dorthin, wo’s keine kostenlose Wohnung, medizin. Versorgung und Sozialarbeit gibt.

    • @ Georg: Hätte ich einen Flucht – oder Asylstatus würde ich mich nicht so benehmen. Dieses Verhalten bringt auch noch die Leute auf, die die ganze Zeit den Flüchtlingen gegenüber wohl gesonnen waren. Was herrscht da für ein Frauenbild? Klar, ist das nur eine kleine Gruppe. Aber schon Einzelne haben es geschafft, ganze Völker zu tyrannisieren.

      • Ich mich auch nicht. Und 99,99% der Flüchtlinge tun es ja auch nicht. Einige wenige schon. Idioten und sexistische Arschlöcher gibt es überall. Und gegen die gilt es auch vorzugehen und zu verhindern, das es mehr werden bzw. sie nochmal solche Sachen machen.

        Wenn aber in Folge der Taten Einzelner Menschen anfangen, gegen eine ganze Menschengruppe zu agieren und damit dann auch diejenigen beurteilt und schlechter behandelt werden, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben und sie genauso verabscheuen, dann ist das meines Erachtens aber ein Problem derjenigen, die dann nicht mehr zwischen Beteiligten und Unbeteiligten unterscheiden sondern nur noch pauschal urteilen.

  13. Offener Brief von den #aufschrei – Macherinnen zu den Ereignissen in Köln inklusive einer Menge guter Ansätze als Reaktion.

    Schnellere Abschiebungen als gar wundervolles Allheilmittel finden sich nicht auf der Liste.
    Warum wohl nicht?

    http://ausnahmslos.org/

  14. „Warum wohl nicht?“
    Darf es auch eine Antwort sein, die Ihnen gegen den Strich geht? Der Artikel erschien bereits vor dem relativ späten #aufschrei und beschäftigt sich mit der Frage, wo er denn diesmal bleibt?

    http://nrwjetzt.de/aufschrei-0-0-wenn-die-feministische-empoerung-ausbleibt/

    • Immer.

      Und der Aufschrei ist doch da. Was wollen Sie also? Schnellschüsse, wie ihn fast alle anderen hinlegen und bei denen eigentlich klar ist, worum es geht? Nämlich nicht um die Opfer sondern eher um die Flüchtlinge im Allgemeinen, was sich ja sehr schön an den Forderungen ablesen lässt, in denen es nicht um Prävention sondern nur um Abschiebung geht?

      Und das eine Autorin alleine einen Brief schreibt, geht erwartungsgemäß schneller, als wenn sich über 20 Einzelpersonen für einen gemeinsamen Aufruf abstimmen müssen und gemeinsam eine politische Initiative lostreten.

      Glauben Sie ernsthaft, das Feminist*innen einen Unterschied machen, wer Frauen erniedrigt, begrapscht, vergewaltigt? Echt? Birgit Kelle scheint es. Sie ja scheinbar auch.

      Ansonsten zeigt die Autorin nur, dass sie das Problem mit dem Sexismus nicht verstanden hat und glaubt, in einem Land zu leben, in dem Männer Angst haben müssen, mit Frauen allein in einen Fahrstuhl zu steigen.

      WTF?

    • In diesem Sinne: woanders wirds mal wieder richtig gemacht.

      Bayern will auch Kurse anbieten bzw. beauflagen. Ob das dann auch so auf Augenhöhe erfolgt oder eher an den DDR-Staatsbürgerkundeunterricht erinnern wird, bleibt anzuwarten. Der CSU und ihrer Landesregierung traue ich leider alles zu.

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-gleichberechtigungskurse-in-norwegen-a-1071350.html

  15. Hier ein gut recherchierter Artikel (mit Quellenangaben, jawohl!), der schön belegt, dass das Problem mit sexueller Gewalt keins ist, was mit einigen wenigen Flüchtlingen in unser Land voller westlicher Werte, Anstand und Frauenfreundlichkeit kam.

    „Sie begrapschen ihre Kolleginnen, verprügeln ihre Ehefrauen und tausende von ihnen reisen jährlich ins Ausland, um Frauen sexuell zu missbrauchen. Nein, hier geht es nicht um Flüchtlinge.“

    http://www.schantall-und-scharia.de/5x-sexuelle-gewalt-die-nichts-mit-migranten-zu-tun-hat/

  16. @Georg
    Und hier ein Artikel mit der Quellenangabe „Vernunft und Menschenverstand“.
    Vermutlich messen Sie auch mit zweierlei Maß wie Claudia Roth:
    „Es sei falsch, dass „Männergewalt“ nur von außen ins Land komme, ließ sie die Nation per Interview nach den sexuellen Übergriffen in vielen Städten in der Silvesternacht wissen. Andere Damen aus der deutschen Feminismus-Industrie äußerten sich ähnlich. Beeindruckend dagegen Alice Schwarzer, die zwar zweifellos Männern auch so ziemlich alles Schlechte zutraut, die aber den Mut hat, klar zu sagen, was sich in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten tatsächlich abgespielt hat.
    Doch zurück zu Claudia Roth, die gegenüber dem „Münchner Merkur“ sagte: „Es ist doch nicht so, dass wir jetzt sagen können, das ist typisch Nordafrika, das ist typisch Flüchtling.“ Und damit hat sie ja Recht. Nur, wie war das damals, als der furchtbare Missbrauchskandal in der katholischen Kirche bekannt wurde? War sie, waren die Damen von der Feminismus-Industrie da auch so zurückhaltend? Sie sei schockiert über die „Unfähigkeit der katholischen Kirche, mit dem Missbrauchskandal angemessen umzugehen” sagte sie damals. Nicht wenige Grüne erklärten, der Missbrauch von Kindern in einer solchen Organisation sei sozusagen systemimmanent. Einzelne stellten einen Zusammenhang mit dem Zölibat her. Das ist nun alles vom Tisch, denn es gab ja dann wohl gar keinen Missbrauchskandal in der Kirche. Es gab auch damals Missbrauch durch Männer. Claudia Roth beim Wort genommen hieße das: „Es ist doch nicht so, dass wir jetzt sagen können, das ist typisch Kirche, das ist typisch katholischer Kleriker.“ Hat sie natürlich nicht gesagt, wäre aber logisch.
    Ich finde übrigens, dass der Missbrauchskandal der katholischen Kirche auch weiter so bezeichnet werden sollte. Ebenso sollte auch weiter festgehalten werden: Die Gewalttäter aus der Schreckensnacht von Köln, Hamburg, Bielefeld und Düsseldorf waren Migranten und Asylsuchende.
    https://www.ef-magazin.de/2016/01/14/8227-skandal-in-koeln-und-in-der-katholischen-kirche-als-claudia-roth-einmal-spitzfindig-sein-wollte

    • http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gastbeitrag-von-samuel-schirmbeck-zum-muslimischen-frauenbild-14007010-p7.html

      „Das ist das Nordafrika, aus dem auch einige der Kölner Täter kommen. Viele der Phänomene sind mehr oder weniger auch in den hiesigen muslimischen Gemeinschaften zu beobachten. Eines existiert schon lange: Das „Erwecken von Schuldgefühlen bei den progressiven Eliten und deren Denunzierung als … Islamophobe“ (Daoud), insbesondere durch die Islamverbände, Linke und Grüne. Deshalb dürfen wir uns davon nicht mehr ins Bockshorn jagen lassen, denn es sind Muslime selbst, muslimische „Freiheitssucher“, die genauso wenig „islamophob“ sind wie wir, wenn sie einem frauen-, fremden- und gedankenfeindlichen Islam die Leviten lesen statt sich ihm zu unterwerfen.“

      Diesen m.E. außerordentlich bemerkenswerte Aufsatz des Autors und Filmemachers Samuel Schirmbeck (er berichtete lange für das öffentlich – rechtliche Fernsehen aus den arabischen Ländern) habe ich bereits einmal ins Form gesetzt.
      „Bernds“ sinngemäße Replik: Er kenne den Mann nicht. Außerdem verschaffe er (Bernd) sich einen eigenen Eindruck durch seine Kontakte mit den Muslimen in Deutschland bzw. durch seine Reisen in muslimische Länder.
      Ich bin mir nicht sicher, ob „Bernd“ sich überhaupt der Mühe unterzog, die sechs Seiten in der FAZ zu lesen.

      Dort wird nämlich recht deutlich die offene strukturelle sexuelle Gewalt gerade in den nordafrikanischen Staaten Marokko und Algerien thematisiert. Ein Spiegelbild dieser Gewalt erlebte Deutschland in der Silvesternacht!!

      Nach wie vor verschließen bestimmte politische und mediale Kreise bei uns davor aber ihre Augen, und sie unternehmen den untauglichen Versuch, von dieser gesellschaftlichen Realität in den o.g. Staaten abzulenken, indem sie versuchen, andere Formen der sexuellen Gewalt in den Vordergrund rücken.
      Das sind in meinen Augen ganz billige und vordergründige Mannöver von Leuten, die offensichtlich riesige Probleme haben, gesellschaftliche Realitäten auch als solche wahrzunehmen und anzuerkennen.
      Fatal für dieses Land ist aber, wenn diese Leute auch noch politische Macht und Einfluss besitzen UND in einfkussreichem Medienhäusern sitzen!!

      @F.H.
      Im Grunde genommen lohnt es sich einfach nicht, sich mit diesen Leuten auseinander zu setzen. Sie kommen mir wie Autofahrer vor, die unter allen Umständen ihrem Navi auch dann noch blind vertrauen, wenn sie bereits mit den Vorderrädern ihres Wagens über einem Abgrund hängen.

      • Sehr guter Kommentar. Auch das Bild von den Navi-Vertrauern passt hervorragend und lässt sogar schmunzeln.
        Dennoch ist wünschenswert, dass diese Leute noch weitere Kommentare abgeben. Nichts ist aufschlussreicher und macht mehr klar als ihr eigenes Gerede, allerdings nicht in der erhofften Weise.

        • Danke!
          Bei kritischen Äußerungen z.B. gegen den Islam oder die Homo-Ehe werden diese Leute ja nun ziemlich fix für homo“phob“ erklärt.

          Phobien sind Angstformen, die für manche Betroffene schon recht belastend sein können und den Alltag nicht selten stark beeinträchtigen.
          Gibt es schon Kliniken, in der sich islamo – oder homo“phobe“ Menschen behandeln lassen können?

          Kennen wir einen medizinischen Begriff für Leute, die sich bestimmten gesellschaftlichen Realitäten beharrlich verweigern? Bitte mich zu korrigieren, aber ich habe gelesen, das sei eine Form von Autismus.
          Sollte es zutreffen, stellt sich mir die Frage, ob es für diese „Krankheit“ auch erfolgreiche Therapieangebote gibt.

      • Gut, dass Sie den Link noch einmal gebracht haben. Soeben habe ich den Artikel gelesen und finde ihn ebenfalls „außerordentlich bemerkenswert“.
        Läsen doch alle Leute, die immer meinen, die sexuellen Übergriffe von muslimischen Männern relativieren und entschuldigen zu müssen, diese 7 Seiten! Dann würden Sie merken, wem und was sie da das Wort reden, nämlich ganz eindeutig einer frauenverachtenden, gewalttätigen Kultur, die völlig verharmlost wird durch jedes So-Tun, als ob alle Männer gleich wären. Und wer dem nicht zustimmt, ist natürlich wieder mal islamophob.
        Nachdem ich den Artikel gelesen habe, möchte ich am liebsten allen links-grünen Märchenerzählern ins Gesicht springen. Ich bin NICHT so wie die geschilderten Männer aus dem islamischen Kulturkreis. Diesen Schuh lasse ich mir nicht anziehen, erst recht nicht, um mit dieser Verallgemeinerung dabei zu helfen, eine frauenverachtende, gewalttätige Einstellung unter den Teppich zu kehren!
        Männer lest den Artikel und seht, zu welchen Frauenfeinden ihr gemacht werdet, wenn euch dasselbe Sexualverhalten unterstellt wird, das die meisten Männer aus dem arabischen und nordafrikanischen Kulturbereich haben!

      • Lieber mehrnachdenken, lieber bolle,

        sexuelle Gewalt und Abwertung von Frauen war vor den Ereignissen von Köln in Deutschland kein öffentliches Thema, trotz erschreckend hoher Zahlen in den Statistiken.

        Dann kommen die Übergriffe durch Flüchtlinge und Migranten Köln. Plötzlich ist der Aufschrei riesig, alle wollen die Frauen beschützen, sexuelle Gewalt ist auch einmal DAS Thema, alle fordern härteste Strafen und Abschiebung (aber kaum präventives Handeln), die Stimmung „kippt“, obwohl sich 99,99% der Flüchtlinge überhaupt nichts haben zu Schulden kommen lassen.

        Und diejenigen, die genau darauf hinweisen – was oft Feminist*innen sind, für die Gewalt an Frauen auch schon vorher ein wichtiges, aber quasi kollektiv ignoriertes Thema war und die sich wundern, warum es im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Migranten plötzlich soooooo wichtig wird – wird plötzlich vorgeworfen, „sie unternehmen [mit der Nachfrage] den untauglichen Versuch, von dieser gesellschaftlichen Realität in den o.g. Staaten abzulenken“ (mehrnachdenken).

        Und Sie, mehrnachdenken, kolportieren, das das alles „ganz billige und vordergründige Mannöver von Leuten, die offensichtlich riesige Probleme haben, gesellschaftliche Realitäten auch als solche wahrzunehmen und anzuerkennen“, dann lesen Sie schlicht die Texte der Autor*innen nicht.

        Die Autor*innen negieren nämlich weder die patriarchialen Verhältnisse in diesen Gesellschaften, noch die konservativen Auslegungen des Islam, noch die Probleme, die Frauen dadurch haben, noch fordern sie mildere Strafen oder irgendwelches Verständnis für die Täter.

        In allen Statements, die ich gelesen habe, wurde auf die Täter und auch ihr konservatives Frauenbild hingewiesen und eine konsequente Bestrafung gefordert.

        Betont wurde aber die Verwunderung über das, was ich hier oben beschrieben habe. Das also das ganze Land kollektiv über etwas durchdreht, was sonst in ähnlicher und in der Masse ebenso gravierender Weise geschieht und überhaupt keine Rolle spielt – aber jetzt machens halt die Ausländer.

        Ich finde das ebenso höchst merkwürdig. Genau wie die jetzt aufploppenden Forderungen nach Abschiebung bzw. Bestrafung ohne Verfahren von CDU und CSUler. Was für ein Rechtsstaatsverständnis ist das bitte? Aber es sind ja Ausländer, keine Menschen, da kann man dann einfach andere Rechtsstandards einführen. Das ist Feindstrafrecht und jedem, der etwas auf den Rechtsstaat und die Menschenrechte gibt, dreht sich der Magen zum.

        Mit wem will man ernsthaft über sexuelle Gewalt und Frauenverachtung diskutieren, für den das allein ein kollektives Problem quasi ALLER Ausländer/Flüchtlinge/Muslime zu sein scheint?

        Sorry, aber da gehts nicht ums eigentliche Thema sondern um was ganz anderes nämlich endlich einen greifbaren Grund zu haben, sie ALLE undifferenziert über einen Kamm scheren zu können.

  17. Habe soeben im Videotext von ntv gelesen, dass die Stadt Rheinberg bereits ihre Lehren aus den Kölner Ereignissen gezogen hat: Ein Karnevalsumzug wurde abgesagt wegen der Nähe eines Flüchtlingslagers. Es wurden zwar weitere Gründe genannt, aber zugegeben, dass das Lager eine Rolle spielt.
    Ferner habe ich mitgekriegt, dass in den ersten 2 Wochen des neuen Jahres bereits 50.000 Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind und Hans Werner Sinn das Ende des Sozialstaats sieht, wenn der ungehinderte Zustrom nicht aufhört.

    • Nach neuesten Umfragen halten mittlerweile 56% der Bevölkerung die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin für falsch. Warum es lediglich 56% sind, wundert mich allerdings.
      Dennoch würde die CDU momentan bei den Landtagswahlen in Sachsen – Anhalt 33% der Stimmen bekommen. Sollte es so bleiben, gäbe es für Frau Merkel überhaupt keinen Anlass, ihre Flüchtlingspolitk zu ändern. Nur ein massiver Stimmenverlust der CDU bei den anstehenden drei Landtagswahlen würde Frau Merkel dazu zwingen.
      Zurzeit rumort es zwar gewaltig unter den Bundestagsabgeordneten, aber niemand traut sich, der Kanzlerin „in die Parade zu fahren“.
      Nun hat auch Altkanzler Schröder die Merkel – Politik scharf kritisiert:

      http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_76644890/fluechtlingskrise-gerhard-schroeder-kritisiert-angela-merkel.html

      • Und ewig die gleiche Leier: Der ist „dagegen“ und jener ist „dagegen“ und die Mehrheit ist „dagegen“ – „wofür“ sind Sie und die angebliche Mehrheit der Menschen denn? Welche politische Lösung des Problems haben Sie denn anzubieten? „Dagegen“ sein ist leicht, wenn man die Alternativen nicht bedenkt. Lassen Sie doch mal Tausende Flüchtlinge an der geschlossenen deutschen Grenze verrecken – so wie es beispielsweise derzeit in Calais passiert – und fragen Sie dann, wie viele Deutsche „dafür“ sind.

  18. Und weil die vermeintlichen und zum Teil auch tatsächlichen Probleme mit umherziehenden Kriminellen, die sich unter die Flüchtlinge mischen, so groß sind, hier mal eine positive Betrachtung:

    Deutschland hat in den vergangenen Monaten Hunderttausenden von Menschen das Leben gerettet, darunter sehr vielen Kindern!

    Hunderttausende von Deutsche lassen sich von den Schwierigkeiten nicht beirren und packen weiter engagiert mit an, den Flüchtlingen in Not zu helfen!

    Und das macht mich sehr stolz auf dieses Land.

      • Ein neuer Versuch:

        „Mein Wort zum Sonntag. Heute mache ich mir wahrscheinlich ein paar Feinde.

        Ich war 11 Jahre Polizist der Bundespolizei.

        Die letzten drei Jahre meiner Dienstzeit durfte ich mit den Polizistinnen und Polizisten der Bundespolizeiinspektion Köln Hauptbahnhof leisten. Diese Kollegen haben mich so geprägt, dass ich auch heute noch der “Sergeant” sein möchte.

        Das sind die Kollegen die jetzt im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit stehen.

        Ich muss sagen, dass Köln die mit Abstand aufregendsten Dienstjahre zu bieten hatte. Junge Junge, der Hauptbahnhof ist schon ein besonderer Ort, mit besonderen Menschen, der besondere Polizisten braucht.

        Schichtdienst, bei Wind und Wetter draußen und ständig unterbesetzt. Auch Dank mir und meines Sports. Sie haben mich das nie spüren lassen.

        Am Hauptbahnhof bekommt man es mit besonderen Abgründen zu tun. Drogenschicksale, organisierter Diebstahl, Asyl und Suizid, besonders zur Weihnachtszeit ein trauriges Phänomen.

        Bahnhofspolizisten müssen das wegstecken.

        Der Umgangston ist auch ein anderer als am Flughafen und der ist auch nötig, sonst wird man schonmal “nicht verstanden”.

        Nicht verstanden habe aber auch ich nach diesen 3 Jahren auch eine Handvoll Dinge nicht.

        Das mit Abstand größte Kriminalitätsphänomen am Kölner Hauptbahnhof ist der Taschendiebstahl. Fakt. Wir haben an “belebten” Tagen zwischen 20 – 30 Diebstähle dienstgruppenübergreifend aufgenommen.

        Verwunderlich war dabei, das es bei Intensivtätern fast immer die gleiche Tätergruppe war. Nordafrikaner im Asylverfahren.

        Ich kann mich an eine Geschichte im Besonderen erinnern.

        Wir hatten einen älteren Mann am Bahnhof, der in Fachkreisen der “Spanier” hieß, weil er sich bei den Opfern als spanischer Tourist ausgab, diese mit Fragen beschäftigte, während sein Komplize die Opfer bestahl. Aber eigentlich war der Spanier Algerier im Asylverfahren.

        Als ich auf der Dienststelle den Spanier zum ersten mal antraf, hatte er gerade gegen sein bestehendes Hausverbot im HBF verstoßen und war bei der “Arbeit” erwischt worden. Meine Kollegin war fassungslos wütend, da sie ihn wohl in dieser Woche mehrfach angetroffen hatte. Mir tat das kleine Männlein im viel zu großen Sakko eigentlich nur Leid.

        Am nächsten Tag war ich privat am Hauptbahnhof und setzte mich in den gut besuchten Starbucks. Ich war gerade im Gespräch und da der Platz im Starbucks begrenzt ist hab ich meine Tasche neben meinen Tisch gelegt.

        Und jetzt ratet mal wer kurz danach hinter mir stand und auf meine Tasche starrte. Das kleine Männlein mit dem viel zu großen Sakko und sein Komplize. Er hatte mich ohne die Uniform nicht erkannt. Als ich ihn fragte ob er noch bei Sinnen sei (Hausverbot) sprach er nur noch spanisch.

        Sein Kollege war noch einen Zacken dreister.

        Nach meinen Anschuldigungen wollte er die Polizei rufen, ahahahaha.

        Als ich ihm zustimmte hat er doch lieber den Starbucks verlassen. Vielleicht wollte er ja lieber zur Polizei in Düsseldorf.
        „wink“-Emoticon

        Meine Frage also, wie kann ein Asylbewerber, während sein Antrag geprüft wird, Straftaten begehen ohne Angst zu haben, ausgewiesen zu werden.

        Die Antwort ist einfach. Der Artikel 53 des Aufenthaltsgesetzes sieht eine Ausweisung von Ausländern nur in schwerwiegenden Fällen vor. Das heißt, dass Straftaten die mit weniger als 3 Jahren Freiheitsstrafe belegt sind, das Asylverfahren nicht beeinflussen.

        Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) klärt unabhängig davon ob Anspruch auf Asyl besteht oder nicht.

        Das ist für mich bis heute unfassbar.

        Während diese Nische für Straftäter seit Jahren unberührt bleibt, gehen meine Kollegen pflichtbewusst Tag für Tag zur Arbeit und leisten nach bestem Wissen und Gewissen ihren Dienst ab.

        Ein Fakt den ich auch nicht verstanden habe, ist die permanente Sparpolitik des Bundes, wenn es um die Kapazität der Bundespolizei geht.

        Am Bahnhof Köln haben wir nur eine begrenzte Zahl an Planstellen. Das sind die ausgewiesenen(eingeplanten) Stellen für Polizisten.

        Wenn die Dienststelle komplett besetzt war, hatten wir in der Regel 3 Fußstreifen (à 2 Mann) und 2 Autostreifen. Das sind 10 einsatzfähige Polizisten für den gesamten Bahnhof und Umgebung.
        Ich kann mich erinnern, dass zur Silvesterzeit meist noch Kräfte der Hundertschaft hinzukamen.

        Da in Köln zu dieser Zeit aber überall Polizeipräsenz gefragt ist (Ringe, Deutzer Bahnhof, Innenstadt, Rheinufer), war diese Unterstützung immer begrenzt.

        Im Hauptbahnhof haben wir übrigens 2 Gewahrsamszellen. Bei 3 Tätern muss also schon eine Autostreife (à 2 Polizisten) in die Gewahrsamsanlage des Polizeipräsidiums fahren. Mit der Verbringung, ordnungsgemäßen Übergabe und Rückweg bei Silvesterbetrieb mindestens 1 Std.

        Ich habe gelesen dass man in der Silvesternacht von einer Anzahl der Täter in Höhe von Tausend bis Zweitausend ausgeht. Nun wirft man der Polizei vor, dass sie diesen Mob nicht unter Kontrolle bekommen hat und die Täter dingfest gemacht hat.

        Es scheint ein bewährtes Mittel der Politik zu sein, beim eigenverschuldeten Komplettversagen einen Dummen ausfindig zu machen, damit die Medien und der Mob mit dem Finger auf ihn zeigen können.

        Es scheint so, als sei der Dumme im Polizisten gefunden.

        Ich widerspreche dem wehement.

        Ich widerspreche auch Menschen, die grundsätzlich gegen Asyl sind, da unsere Regierung durch exorbitante Waffenexporte nicht unschuldig an dieser Situation ist. Ich habe einem guten Freund und Syrer aus dem TigerMuayThai versprochen, seine beiden Cousins die als Asylbewerber in Köln sind, aufzusuchen.
        Ich bin Polizist geworden um Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen.

        Aber wenn wir unsere Demokratie, unsere Aufklärung und Zivilgesellschaft und am wichtigsten, die freiheitlich demokratische Grundordnung erhalten wollen,
        dann sollten Verstöße gegen diese Prinzipen unmittelbar und konsequent geahndet werden und ein Aufnahmeverfahren entscheidend beeinflussen. Ansonsten macht sich unser Rechtssystem lächerlich.

        Genauso lächerlich wie die Beschuldigungen der pflichtbewussten Polizisten und den Tipps mit der Armlänge.

        Und genauso lächerlich wie die verallgemeinerte Hetze gegen Asylbewerber.
        Danke

        Euer Sergeant“

  19. PseudoPolitiker

    Zitat: „Die Menschen möchten wieder in einem Land leben, dessen Grenzen zwar durchlässig, aber geschützt sind. In einem Land, dessen Regierung es zumindest für wichtig erachtet zu prüfen, wer hier um politisches Asyl ersucht und welche Personalie zu welcher Person gehört, bzw. ob diese Personalie überhaupt existiert. Sie möchten eine Antwort auf so einfache Fragen, wie z.B. die, weshalb 80 Prozent der Schutzbedürftigen zwar ihre Papiere auf der Flucht verlieren, doch selten oder nie ihr Mobiltelefon.“
    (Peter Bereit, 61, bis vor Kurzem Polizeihauptkommissar bei der Berliner Polizei)

  20. Dass die Menschen gerne keine Probleme hätten, ist klar. Durchlässig, aber geschützt? Ist schon ein Widerspruch, geht derzeit leider nicht. Was also tun?

    Und Antworten auf die so einfache Frage, warum 80 Prozent der Flüchtlinge keine Ausweispapiere vorzeigen, gibt es ja. Ist doch banal – wenn ich fürchten muss, nach einer Flucht über Tausende von Kilometern abgeschoben zu werden, weil eine mir fremde Behörde so entscheidet, dann mache ich’s doch der Behörde nicht noch leicht, mich und vielleicht meine Familie abzuschieben. Zumal die Flüchtlinge aus Ländern kommen, in denen Vertrauen in Behörden nicht wirklich angebracht ist. Darüber hinaus kommen viele aus Ländern, in denen man nicht mal einfach zum Einwohnermeldeamt geht, um Papiere zu bekommen – haben also vermutlich etliche wirklich keine. Und Mobiltelefone sind für Flüchtlinge ja kein Luxusgut, sondern ein Überlebensinstrument: Wie soll ich ohne Informationen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme eine Flucht quer durch den Nahen Osten und Europa bewerkstelligen?

    Man muss nur mal mit den Menschen reden – statt immer nur über sie.

    • „Man muss nur mal mit den Menschen reden“. Glauben Sie, das sei nicht unzählige Male geschehen?
      Ich hoffe, dass Sie am dicken Ende dann nicht auch noch sagen: „Aber ich meinte es doch gut und deswegen hatte ich trotzdem Recht.“
      Das Resultat wird entscheiden, und nicht, wer sich mit der edelsten Moral auf Kosten des Staates und der Allgemeinheit beweihräucherte.

      • Was heißt das: Das sei nicht unzählige Male geschehen? Haben Sie also schon unzählige Male mit Flüchlingen gesprochen?

          • Natürlich, ich spreche regelmäßig mit Flüchtlingen – ich versuche mit meinen bescheidenen Mitteln zu helfen, die bestehenden Probleme zu lösen. Wie sieht’s mit Ihnen aus? Meckern Sie nur, oder packen Sie auch mal mit an?

  21. Milch der frommen Denkungsart

    @Anna:

    Nach Ihrer Lesart dürfen sich also Menschen, die den Schutz und das Gastrecht eines fremdes Hoheits- gebiets in Anspruch nehmen wollen, bereits bei Grenzübertritt eines planmäßigen, absichtsvollen Betrugs schuldig machen – eine wahrlich biegsame Rechtsauffassung, so man es gelinde formulieren will.
    Im Übrigen besitzt ein Volk, soweit ich die einschlägigen staatstheoretischen Überlegungen hierzu zu überblicken vermag, sehr wohl den Anspruch, seiner Regierung die Sorge dafür abzuverlangen, in ge- schützten Grenzen zu leben; und das Adjektiv „durchlässig“ impliziert ja gerade nicht zwangsläufig das
    Bild vom sperrangelweit offenen Scheunentor.
    Da Sie freilich (latent ketzerisch) nach Alternativen gefragt haben, so will ich ausnahmsweise den wohl
    teils belächelten, teils begeiferten Propheten spielen: dieses Land wird vor der wenig angenehmen
    Wahl stehen, sich entweder notfalls nach außen oder eben nach innen einzumauern, d.h. seine Grenzen
    als ultima ratio wie auch exemplarisch mit militärischer Gewalt zu behaupten oder insbesondere in den Me- tropolen durch waffenstarrende „Privatarmeen“ abgeriegelte Exklaven hinzunehmen, sollte die momentan praktizierte schranken- wie zügellose Willkommenskultur – und ich möchte diesen Begriff ausdrücklich nicht a priori sarkastisch degradieren ! – weiterhin nahezu die Züge einer Staatsdoktrin behalten.

    • Da haben wir’s dann doch mal ausgesprochen: militärische Gewalt gegenüber Flüchtlingen!

      Um hier mal den richtigen Maßstab reinzubringen: Deutschland ist eines der reichsten Länder der Erde. Wir werden weder militärisch angegriffen noch steht Deutschlands Existenz auf dem Spiel. Wir sprechen ernsthaft über ein paar Tausend Taschendiebe und Frauenbegrapscher (von einer Million) – und über einen vor der Absage stehenden Karnevalsumzug in einer niederrheinischen Kleinstadt.

      Schießen Sie „als ultima ratio“ dann eigentlich selbst mit auf Frauen und Kinder? Oder soll das die Bundeswehr für Sie erledigen?

      Leute, Leute. Bei aller berechtigten Kritik an bestehenden Problemen – Ihr redet und schreibt Euch hier in Eurer Flüchtlingshysterie offenbar völlig um den Verstand.

    • So einen aufgeblasenen Stuss („Menschen, die den Schutz und das Gastrecht eines fremdes Hoheitsgebiets in Anspruch nehmen wollen, machen sich bereits bei Grenzübertritt eines planmäßigen, absichtsvollen Betrugs schuldig“) kann nur jemand von sich geben, der selbst nie in existenziellen Nöten war und die Nöte anderer Menschen bestenfalls aus dem Fernsehen kennt.

      • Milch der frommen Denkungsart

        @Anna:

        Dass Sie mit derart tollwütigem Gekläff reagieren würden, hatte ich ja mit fast traumwandlerisch sicherem Gespür vorausgesagt; umso mehr gereicht mir Ihr ver- baler Ausfall fast zur Ehre eines Ritterschlags, nicht freilich Ihrer selbstverliehenen Attitüde einer zweiten Mutter Theresa..

  22. Was läuft in Ihrem Leben eigentlich schief, dass Sie Menschen, die anderen Menschen zu helfen versuchen, mit so viel Zynismus begegnen?

    • Oh, auch noch Tiefenpsychologe? Dann sollten Sie nicht kathegorisch ausschließen, dass Ihre Meinungsgegner ebenfalls versuchen, anderen Menschen zu helfen, dabei die politische und gesellschaftliche Lage sowie die Hilfskapazitäten allerdings differenzierter sehen oder nicht ausblenden und sich darum mit edlen, aber gefährlich simplen Lösungsvorstellungen schwerer tun als Sie.
      Sie sind fast zu beneiden um Ihr wohltuendes Selbstbildnis vom aufopferungsvollen Ritter, der gegen die Feinde der Armen und Schwachen kämpft. Nur dumm, wenn das Feindbild nicht stimmt.
      Gibt es für dieses Phänomen eigentlich auch eine tiefenpsychologische Erklärung?

      • Ich habe gar nichts kathegorisch ausgeschlossen – stelle nur fest, dass Herr oder Frau Milch mit Beleidigungen gerne um sich wirft, wenn er oder sie argumentativ in der Klemme steckt.

        Simple Lösungsvorstellungen? Wie kommen Sie darauf? Kein Mensch glaubt oder behauptet, dass allein durch die Aufnahme von Flüchtlingen die Probleme, also die Fluchtursachen, beseitigt werden können. Dazu bedarf es schon eines ganzen Bündels von Maßnahmen, auch außenpolitischer, die die Bundesregierung ja auch schon beschlossen und in Arbeit hat. Nur: Ohne die (weitere) Aufnahme von Flüchtlingen wird es eben auch nicht gehen. Oder was hätten Sie an raffinierten Lösungsvorschlägen, von denen Berlin noch nichts weiß? Etwa auch den Einsatz des Militärs als „ultima ratio“ gegen Flüchtlinge?

        • Wenn Sie beklagen, „dass Herr oder Frau Milch mit Beleidigungen gerne um sich wirft, wenn er oder sie argumentativ in der Klemme steckt“, möchte ich daran erinnern, dass Sie mich einst als Rechtsradikale in gutbürgerlichem Gewand bezeichnet haben. Eine bösartigere Diffamerung kann ich mir heutzutage kaum vorstellen.
          Und – mit Verlaub – damals hatte ich auch den Eindruck, dass Sie argumentativ in der Klemme steckten und deshalb wild um sich schlugen.
          Bei „Milch der frommen Denkungsart“ habe ich aber keineswegs den Eindruck, dass argumentativer Notstand herrscht. Vielleicht schließen Sie da zu sehr von sich auf andere.
          „Wer austeilt, muss auch einstecken können“, heißt es so schön. Zeigen Sie neben Ihrer Großzügigkeit im Austeilen endlich auch mal Nehmerqualitäten.

  23. Milch der frommen Denkungsart

    @Bernd:

    Hilfsbereitschaft halte auch ich für prinzipiell lobenswert; sobald sie freilich zum Syndrom zu mutieren droht, für das Dritte bezahlen sollen – und dies meine ich zuvorderst nicht nur finanziell ! -, indem man seiner individuellen Freude über den Moment der guten Tat blindlings Vorrang einräumt, deren Folgen für die Allgemeinheit jedoch gänzlich ausblendet, wird sie in meinen Augen höchst kritisch.

    • Ah ja, und Sie bilanzieren rational die „Folgen für die Allgemeinheit“, wenn Sie ernsthaft über den Militäreinsatz von Flüchtlingen schwadronieren? Was wägen Sie denn da ab, die möglichen toten Frauen und Kinder vor der deutschen Grenze vs. die paar Milliarden, die aktuell an Hilfszahlungen nötig sind?

      Wie sähen denn Ihrer Meinung nach die wirtschaftlichen Folgen aus, wenn die Grenzen geschlossen würden? Schon mal bedacht? Deutschlands Wohlstand basiert auf dem Export, der leider nicht funktionieren kann, wenn die Grenzen dicht sind.

      Wie wären die Folgen für Griechenland, das wir mit zig Milliarden gerade vor dem Kollaps bewahrt haben, wenn das Land zu einem einzigen großen Flüchtlingsslum würde, weil alle Länder nördlich und westlich ihre Grenzen schließen? Schon mal bedacht, was ein Zusammenbruch des Landes für Deutschland bedeuten würde?

      Verantwortungslos anonym in Foren vor sich hinmeckern und Leute zynisch als „Mutter Theresa“ und „Gutmenschen“ beschimpfen, die sich um Deutschland verdient machen, ist eine verdammt billige Nummer. Aus dem warmen Sessel heraus lässt sich trefflich pfurzen.

      • Milch der frommen Denkungsart

        @Bernd:

        Mit Ihrem Beitrag, gipfelnd in einem volkstümelnden „Bäuerchen“ und mithin nur noch dem Wüten des Rumpelstilzchens vergleichbar, haben Sie es endlich fertiggebracht, hier einen Stil zu etablieren, gegen den sich selbst der „Blaue Bock“ seinerzeit wie ein Gelehrtenzirkel ausnahm, und so bewiesen, daß der Entartungsschritt von der Demokratie hin zur Ochlo- kratie tatsächlich ein nur kleiner sein kann.

      • Schön gesagt. Das alter ego spendet tosenden Applaus.

        Und außerdem: Für Deutschland ist nur gut, was diejenigen brüllen, die Deutschland- und Wirmerfahnen in der Hand haben, Bernd. Bitte verstehen Sie das doch endlich.

        Und was Recht ist, muss nicht immer auch klug und nachhaltig, geschweige denn menschlich sein. Es reicht, dass es lange genug nicht überdacht und geändert wurde oder sich an der Realität nicht mehr beweist, um unmenschlich und dämlich zu werden.

        Darüber nachzudenken wird doch wohl noch erlaubt sein in diesem Land.

        Das liegt doch auf der Hand.

      • Wen meinen Sie mit den Menschen, “ die sich um Deutschland verdient machen“?

  24. Ich poste meinen Kommentar von weiter oben frech und meinungsdiktatorisch hier unten nochmal, damit es nicht untergeht. Der Kommentar bezieht sich auf mehrnachdenkens mutigen, ehrlichen, aufrüttelnden und endlich Klartext redenden Kommentar vom 14. Januar, 17:58

    Lieber mehrnachdenken, lieber bolle,

    sexuelle Gewalt und Abwertung von Frauen war vor den Ereignissen von Köln in Deutschland kein öffentliches Thema, trotz erschreckend hoher Zahlen in den Statistiken.

    Dann kommen die Übergriffe durch Flüchtling und Migranten in Köln. Plötzlich ist der Aufschrei riesig, alle wollen die Frauen beschützen, sexuelle Gewalt ist auch einmal DAS Thema, alle fordern härteste Strafen und Abschiebung (aber kaum präventives Handeln), die Stimmung „kippt“, obwohl sich 99,99% der Flüchtlinge überhaupt nichts haben zu Schulden kommen lassen.

    Und diejenigen, die genau darauf hinweisen – was oft Feminist*innen sind, für die Gewalt an Frauen auch schon vorher ein wichtiges, aber quasi kollektiv ignoriertes Thema war und die sich wundern, warum es im Zusammenhang mit Flüchtlingen und Migranten plötzlich soooooo wichtig wird – wird plötzlich vorgeworfen, „sie unternehmen [mit der Nachfrage] den untauglichen Versuch, von dieser gesellschaftlichen Realität in den o.g. Staaten abzulenken“ (mehrnachdenken).

    Und Sie, mehrnachdenken, kolportieren, das das alles „ganz billige und vordergründige Mannöver von Leuten, die offensichtlich riesige Probleme haben, gesellschaftliche Realitäten auch als solche wahrzunehmen und anzuerkennen“, dann lesen Sie schlicht die Texte der Autor*innen nicht.

    Die Autor*innen negieren nämlich weder die patriarchialen Verhältnisse in diesen Gesellschaften, noch die konservativen Auslegungen des Islam, noch die Probleme, die Frauen dadurch haben, noch fordern sie mildere Strafen oder irgendwelches Verständnis für die Täter. Nein, unglaublich aber wahr, sie nehmen es wahr und erkennen es an.

    In allen Statements, die ich gelesen habe, wurde auf die Täter und auch ihr konservatives Frauenbild hingewiesen und eine konsequente Bestrafung gefordert.

    Betont wurde aber die Verwunderung über das, was ich hier oben beschrieben habe. Das also das ganze Land kollektiv über etwas durchdreht, was sonst in ähnlicher und in der Masse ebenso gravierender Weise geschieht und überhaupt keine Rolle spielt – aber jetzt machens halt die Ausländer.

    Ich finde das ebenso höchst merkwürdig. Genau wie die jetzt aufploppenden Forderungen nach Abschiebung bzw. Bestrafung ohne Verfahren von CDU und CSUler. Was für ein Rechtsstaatsverständnis ist das bitte? Aber es sind ja Ausländer, keine Menschen, da kann man dann einfach andere Rechtsstandards einführen. Das ist Feindstrafrecht und jedem, der etwas auf den Rechtsstaat und die Menschenrechte gibt, dreht sich der Magen zum.

    Mit wem will man ernsthaft über sexuelle Gewalt und Frauenverachtung diskutieren, für den das allein ein kollektives Problem quasi ALLER Ausländer/Flüchtlinge/Muslime zu sein scheint?

    Sorry, aber da gehts nicht ums eigentliche Thema sondern um was ganz anderes nämlich endlich einen greifbaren Grund zu haben, sie ALLE undifferenziert über einen Kamm scheren zu können.

    • Die LINKEN-Kipping wieder, die auch nur wieder ablenken will von der eigentlichen und einzigen Vergewaltigerkultur und -religion.

      https://www.youtube.com/watch?v=L8qH_LPTxdg

    • Welche Kultur? Die westliche Kultur? Die christliche Kultur? „Unsere“ Kultur?

      Woanders ist es ein Thema. Hier erst, seitdem es die Ausländer/Flüchtlinge/Muslime mache.

      Wie nennt man so etwas? Genau! Heuchelei.

      „Bereits im Wahlkampf vor den spanischen Parlamentswahlen vom 20. Dezember stand das Problem der Gewalt gegen Frauen auf der Agenda, nachdem im November eine halbe Million Menschen in Madrid gegen häusliche Gewalt protestiert hatten. Die Demonstranten forderten vom Staat mehr Einsatz bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, wirksamere Gesetzen und Maßnahmen zur Unterstützung von Opfern und deren Kindern. Zur Teilnahme an dem „Marsch gegen sexistische Gewalt“ hatten Dutzende Frauen-Gruppen aufgerufen.

      Ihren Angaben zufolge forderte die Gewalt gegen Frauen in Spanien in den vergangenen 20 Jahren mehr als 1.300 Opfer. Das Problem der von der „Machokultur“ geförderten Gewalt werde nicht kleiner. „Machismus tötet! Wir dürfen kein einziges Opfer mehr zulassen. Basta!“, forderte damals etwa die Protest-Rednerin Angela Gonzalez, deren Tochter vom Ehemann getötet worden war.

      Offiziellen Angaben zufolge starben im vergangenen Jahr 56 Frauen in Spanien durch die Hand ihrer Partner oder Ex-Partner, zwei mehr als im Vorjahr. Die meisten Opfer stammten mit 13 ermordeten Frauen aus dem südlichen Andalusien. Dort kündigte die sozialistische Regierungschefin Susana Diaz bereits in ihrer Neujahrsansprache an, den Kampf gegen Gewalt zu verstärken.“

      http://www.welt.de/politik/ausland/article151020428/Frauen-sollen-das-tun-was-die-Maenner-verlangen.html

      • Die von der CDU beschworene „light-Kultur“.

        • Schönes und treffendes Wortspiel.

          Überlegene Kultur behaupten und das, was davon tatsächlich real da ist gleichzeitig fröhlich an allen Ecken einreißen, ist eine Spezialität der Union.

          Von weiter rechts brauchen wir gar nicht zu reden. Da meint Demokratie ohnehin nur Meinungsfreiheit für die eigenen tumben Horden.

      • Mir ist nicht klar, warum bestritten, relativiert und entschuldigt wird, was doch nun jeder weiß. Ich meine die Rolle der Frauen und Männer in islamischen Ländern.
        Mir ist auch nicht klar, warum überhaupt so getan wird, als gäbe es auf der Welt nicht verschiedene Kulturen, Sitten und Gebräuche mit unterschiedlichen Rollenbildern
        von Männern und Frauen, Jung oder Alt, Mädchen oder Jungen…
        Warum müssen sie geleugnet werden? Welchen Sinn soll das machen?
        Allein über verschiedene Esskulturen mit teils strengen Ge- und Verboten und kann ich -zig Bücher lesen und Fernsehfilme angucken. Und das ist nur ein winziger Teil der kulturellen Unterschiede.
        Ich komme mir vor, als sollte ich verblödet oder umerzogen werden und mal schnell vieles über Bord werfen, was bisher zum gesicherten Allgemeinwissen gehörte.

        • Eben nicht generell islamische Länder, die es so nicht gibt. Es gibt nämlich nur einen Kirchenstaat und der liegt mitten in Rom.

          Die Straftäter, die überproportional auffallen sind aus dem nordafrikanischen Raum und haben schon vor der Flüchtlingswelle als Straßenkinder in Europa gelebt. Sie haben die unkontrollierte Einreisewelle über die Balkanroute genutzt, um in Deutschland aufzutauchen und sich hier unter verschiedenen Identitäten registrieren zu lassen (siehe Pariser attentäter aus u.a. Vest RE).

          Es geht nicht ums Relativieren und Verharmlosen, es geht um die Nennung von Ross und reiter. Nur machen Herkunftsangaben in Polizeiberichten so lange keinen Sinn, wie die identitäten der Täter nicht zweifelsfrei geklärt sind.

          Nur in Deutschland regt sich jeder auf, wenn der Bezug von Kindergeld an die Meldung der Steuer-ID geknüpft wird. Und gleichzeitig regt sich jeder auf, dass bestimmte Personengruppen – u.a. Deutsche – mehrfach Kindergeld oder Kindergeld bezogene Leistungen erschleichen, da sie Anträge an mehrere Behörden in mehreren Bundesländern bzw. Landkreisen stellen.

          • Ich wusste nicht, dass es islamische Länder „so“ nicht gibt. Wie würden Sie Iran, Pakistan und Saudi-Arabien bezeichnen?

          • genauso wie ich den Begriff „Volksdemokratie“ interpretiere. Eine Zwangsjacke ist auch eine Jacke.

            btw sie führen das Dilemma der „islamischen Staaten“ mit Ihren beispielen selbst an:

            Iran ==> Schiiten,
            Saudi arabien ==> Wahabiten
            Pakistan ==> Sunniten

            Welcher Islam jetzt?

            Besonders krass dann der Irak, der zwischen Schiiten und Sunniten gerade zerrieben wird. Ähnliches droht Syrien. Die Stellvertreterkriege in „Palästina“ – Gaza Streifen und Westbank – oder dem Libanon lassen wir einfach einmal weg. Besser als im europäischen Mittelalter mit geistlichen Herren als Landesherren und den daraus folgenden Kriegen, u.a. dem Dreißigjährigen, gelingt das im arabischen und nordafrikanischen Raum jetzt auch nicht unbedingt – nur eben später.

          • Was soll diese Klugscheißerei? Es geht um Weltreligionen und die von ihnen geprägten unterschiedlichen Kulturen. Und da heißt es nun mal Islam, Christentum oder Buddhismus.
            Es wäre auch blöd, das Christentum als etwas Unbeschreibbares darzustellen und dabei auf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen evangelischen und katholischen Herrscherhäusern zu verweisen, so als seien nicht beide Seiten vorwiegend vom Christentum geprägt gewesen.
            Der Begriff „Demokratie“ ist auch ein Oberbegriff und jeder weiß, was damit gemeint ist.
            Warum verwenden auch Sie ihn ständig, wenn nach Ihrer Spitzfindigkeit eigentlich erst einmal zu fragen wäre, von welcher Form der Demokratie eigentlich die Rede ist?
            Ihre Einwände sollen wahrscheinlich verwirren, den Blick für das Wesentliche trüben und von Problemen mit der islamischen Kultur ablenken.
            Anders kann ich mir Ihre Einwände nicht zu erklären.

          • Na klasse, dann waren die bürgerkriegsähnlichen Zustände in Nordirland nur Ausdruck von rivalisierender christlicher Nächstenliebe. – Da wär‘ ich jetzt nicht so ohne weiteres von selbst drauf gekommen …

            Ja, der Begriff Demokratie erklärt sich fast von selber, genauso wie der der Republik. Ja und warum wird dann die Peoples Republic auf China sogar nicht als demokratischer Staat wahrgenommen?

            Meine Spitzfindigkeit mag Ihnen ja als Klugscheißerei vorkommen, aber Ihre veralgemeinernden Plattitüden lassen aus meiner Sicht auch nicht auf das differenzierteste Weltbild schließen.

          • Das Wort „Klugscheißerei“ habe ich mir nur deswegen erlaubt zu benutzen , weil Sie sich selbst vor einiger Zeit als „Klugscheißer“ bezeichneten.
            Ich bleibe dabei: Die Namen der Weltreligionen stehen fest und Unterordnungen ins Spiel zu bringen halte ich für ein taktisches Manöver.
            Vielleicht können Sie wenigstens zugeben, dass der Koran für alle islamischen Richtungen das entscheidende Buch ist.

          • Hallo Gudrun,

            vermuten Sie bitte hinter anderen Meinungen und Zugängen zum Thema nicht gleich „taktische Manöver“ oder beabsichtigte Verwirrungen oder Ablenkungen. Vielleicht haben andere Menschen einfach einen anderen Zugang, anderes Wissen, andere Dinge gelesen, einen anderen Blick auf die Dinge.

            Mein Blick aufs Thema: Es gibt nicht die eine islamische Kultur, genauso wenig, wie es die eine christliche Kultur gibt. Es gibt unterschiedlichste Unterformen es Islam (Schiiten, Sunniten, Aleviten) und von diesen Unterformen auch wieder mehr oder weniger strikte oder liberale Auslegungen. Genauso ist das Christentum äußerst divers (Katholiken, Evangelen, Orthodoxe, die vielen evangelikalen Sekten in den USA und Lateinamerika, die christlichen Kirchen im Nordwesten Afrikas, etc.).

            Und das ist nur der eine Einflussfaktor darauf, wie Menschen leben. Christen in Athiopien und den USA leben vollkommen verschieden, zelebrieren Feste anders, betonen mal das eine, mal das andere stärker, sind geprägt von lokalen, regionalen, nationalen Ideen, Vorstellungen, Einflüssen.

            All diese ganz spezifischen Einflüsse werden zu einem Gesamtbild, das man dann „Kultur“ nennen kann, die aber jeweils lokal, regional, national ganz individuell ausfällt.

            Vor allem auch, weil es im Islam nicht eine hierarchische Instanz wie den Papst gibt, der weltweit richtungsweisend agieren kann, sondern die Imame der einzelnen Moscheen wesentlich stärkeren Einfluss auf Interpretation und Auslegung des Koran haben. Auch das verstärkt nochmals die ganz spezifische Form, in der Muslime glauben und leben.

            Der Koran ist also das entscheidende Buch, die Interpretation des Koran und welche Suren betont und welche vernachlässigt werden und wie sich das dann ins ganz konkrete Handeln einzelner Personen übersetzt, ist genauso individuell und verschieden wie bei Christen und Juden auch.

            Die Bibel oder die Tora gelten ja auch nicht als quasi Handbuch, dem man bedingungslos und einem ganz spezifischen Schema entsprechend zu folgen hat, außer eben für die radiaklen und irren Sekten, die es in allen Religionen gibt.

            Ensprechend gibt es eben auch Muslime, die Alkohol trinken , nicht 5x am Tag beten und eben auch nicht immer Halalfleisch essen.

            Wenn man also von „den Muslimen“, „dem Islam“ oder „der arabischen Kultur“ redet, liegt man genauso falsch, wie wenn man von „den Europäern“ oder „den Christen“ redet.

            Diejenigen, die einfache Antworten wollen, weil sie daraus politisches Kapital schlagen möchten oder weil sie es schlicht nicht besser wissen, vereinfachen entsprechend gerne oder wissen es nicht besser.

  25. Milch der frommen Denkungsart

    Der Iran ist ausweislich seiner Verfassung sogar explizit eine „Islamische Republik“, also eine Theokratie reinsten Wassers.

  26. @Bernd vom 15. Januar 2016 um 19:48
    Wie stellen Sie sich denn die rechtmäßige Ausübung jeden Staates auf die Verteidigung seiner Grenzen vor? Mit Wattebällchen oder Blümchen auf „Eindringlinge“ werfen? Oder Soldaten befehlen, sich mit Bitten und Flehen durchzusetzen?
    Mal sehen Sie unter den Flüchtlingen zahlreiche nordafrikanische Kriminelle, um diese für die Scheußlichkeiten in Köln und anderen Städten verantwortlich zu machen, und dann malen Sie wieder das Bild von Zuwanderern, die nur aus friedlichen Flüchtlingen – vor allem Müttern mit Kindern – bestehen, auf die geschossen wird zur Verteidigung (fragwürdiger) Grenzen eines „der reichsten Länder der Erde“.
    Nebenbei: Deutschland hat über 2 Billionen Euro Staatsschulden und diese verschwinden auch nicht durch die Gebetsmühle „reiches Land“.
    Das finanzielle Problem ist im Moment aber zweitrangig. Die Gefährdung der inneren Sicherheit, des inneren Friedens und die Gefahr eines Bürgerkriegs sind im Moment die weitaus größere Gefahr. Allein die Bürgerwehren, die überall aus dem Boden schießen, jagen ein mulmiges Gefühl ein.
    Natürlich ist es gut und richtig, Menschen, so weit wie möglich zu helfen. „So weit wie möglich“ bedeutet aber Einschränkung und Grenzen, sonst wird Hilfe zur Gefahr – auch für Flüchtlinge.
    Die Destabilisierung eines Staates hat immer zu Verwerfungen mit Gewaltakten, Verletzten und Toten geführt. Dieses Erfahrungswissen außer Acht zu lassen, ist nicht nur naiv, sondern auch unverantwortlich.
    Ich danke jedem, der sich mit dem Aussprechen unbequemer Wahrheiten angreifbar macht, sich als „hartherzig“, „fremdenfeindlich“ oder „rechtspopulistisch“ beschimpfen lässt. Damit tut er m. E. auf längere Sicht mehr Gutes als jeder selbstgefällige Pharisäer, der gar nicht oder nur mit rosaroter Brille über den Tellerrand schaut, damit seine moralische Überlegenheit keine Risse bekommt.

    • Grenzsicherung – nun die läuft doch derzeit. Diese Maßnahme hat ja u.a. dazugeführt, dass die bundespolizei am Hbf. in Köln zu wenige Einsatzkräfte hatte, um der Lage in ihrem Zuständigkeitsbereich Bahnkörper, Bahngleise, Bahnsteige sowie Bahnhofsgebäude und teile des Bahnhofsvorplatzes unter Kontrolle zu bringen.

      Es stellt sich doch derzeit gerade heraus, dass ein Teil der Täter aus dem arabischen/nordafrikanischen Raum bereits länger in Europa lebt und nicht erst mit der letzten Flüchtlingswelle gekommen ist. Diejenigen, die mit der letzten Welle gekommen sind, haben sich als Syrer ausgegeben und sind über die Türkei wie andere Flüchtlinge aus syrien und dem Irak eingereist.

      Nicht die Grenzsicherung ist das Problem sondern die Erfassung, Registrierung und Überprüfung der Identitäten derjenigen, die hier Zuflucht suchen. Diese Aufgaben im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums des Inneren werden total vernachlässigt. Die Zahl der Illegalen – also der sich illegal in Deutschland aufhaltenden Personen – ist immens. Und die wird auch nicht kleiner, wenn die „grünen Grenzen“ direkt oder aber auch mit Hilfe von Schleierfahndungen verstärkt gesichert werden.

        • Fand den Artikel auch sehr gut und erhellend. Einfach mal die Sozialarbeiter fragen, bevor marktschreierisch populistische Maßnahmen gefordert werden, weil „das Volk“ es angeblich so will.

          Als Politiker Dinge zu fordern und zu erklären, wie der Kollege sie in dem Artikel vorschlägt, das wäre wirklich „mutig“ und „gesunder Menschenverstand“.

          Aber so funktioniert Politik leider nicht, schon gar nicht bei den Hau drauf Konservativen von braun, schwarz, gelb und rötlich schimmernd.

          • Apropos „populistische Maßnahmen“ fordern. Dieses Gebahren sieht bekanntlich jeder nur bei den Meinungsgegnern und ist blind für den eigenen Populismus.
            Sog. Gutmenschen sind z. B. für mich Populisten in Reinkultur.

          • Kleine Definition des Wortes Populismus (Wikipedia)

            „Dem Begriff Populismus (von lateinisch populus ‚Volk‘) werden von den Sozialwissenschaften mehrere Phänomene zugeordnet. Einerseits handelt es sich um einen spezifischen Politikstil, eine Form der politischen Rhetorik bzw. Strategie zum Machterwerb, andererseits wird Populismus in der Forschung auch als Ideologie eingestuft.[1] Populismus ist geprägt von der Ablehnung von Eliten und Institutionen, Anti-Intellektualismus, einem scheinbar unpolitischen Auftreten, Berufung auf den „gesunden Menschenverstand“ (common sense), Polarisierung, Personalisierung und Moralisierung. Populismus betont den Gegensatz zwischen dem „Volk“ und der „Elite“ und nimmt dabei in Anspruch, auf der Seite des „einfachen Volkes“ zu stehen.“

            Wenn ich mir die Forderungen von CSU nach Aussetzung von rechtsstaatlichen Verfahren und Bestrafung/Abschiebung ohne Verurteilung anschaue und sie mit dem, was der Sozialarbeiter vorschlägt vergleiche, wird ziemlich schnell klar, was die beiden unterscheidet und wer „dem Volk aufas Maul schaut“ und politischen Profit draus schlagen will.

            Und das sich die pösen pösen Gutmenschen auf den“gesunden Menschenverstand“ berufen, sich unpolitische wähnen, etc. ist mir auch noch nicht aufgefallen.

          • Sehen Sie es, wie Sie wollen. Für mich sind Gutmenschen mit ihrem Moraldünkel und beifallheischenden „Edelmut“ Populisten, wie sie im Buche stehen.

          • Na dann. Sie haben sich da eine schöne, undifferenzierte Schublade gebaut, in die Sie je nach Belieben und vollkommen unabhängig von Kriterien all die einsortieren können, die auf Probleme mit dem Mainstreamdiskurs hinweisen bzw. nicht ihrer Meinung sind.

            Das macht es einfacher, die Welt wahrzunehmen, immunisiert aber auch gleichzeitig gegen eine wirkliche Debatte.

            Weil: Gutmenschen sind eben Gutmenschen, das muss ich nicht zuhören, die muss ich nicht ernstnehmen, über deren Äußerungen muss ich nicht nachdenken. Sind halt Gutmenschen. Punkt.

            Herrlich, was ist das Leben auf einmal leicht und unbeschwert.

      • Wenn die Grenzsicherung derzeit läuft, wie Sie behaupten, warum schreibt dann der CDU-Abgeordnete Klaus-Peter Willsch auf seiner Facebook-Seite:
        „Sprechen Sie die Abgeordneten in Ihren Wahlkreisen an und fordern Sie sie dazu auf, die Regierung zu zwingen, den tagtäglich tausendfach stattfindenden Verfassungsbruch an den deutschen Grenzen zu beenden. Wir brauchen jetzt eine Mehrheit, um diesen Wahnsinn zu beenden.“

        • Aha – ein CDU-Abgeordneter weist also daraufhin, dass die Bürger ihre BT-bngeordneten anderer Parteien daraufhin ansprechen sollen, dass BK‘ die zustänigen Bundesbehörden angewiesen hat, nicht ihrem verfassungsgemäßen Auftrag nachzukommen. Hatten die von der CDU nicht gerade einen Bundesparteitag?

          Ja, wenn man selbst keinen arsch in der Hose hat, dann muss man andere für seine Interessen instrumentalisieren. Nicht die Bürger vertreten die Interessen von Mandatsträgern, nein – die Mandatsträger vertreten die Interessen der Wähler. Das Parlament ist die durch freie und geheime Wahlen legitimierte Kontrollinstanz der Exekutive. Wer wählt eigentlich solche im ursprünglichen, griechischen Wortsinn gemeinten „Idioten“ in öffentliche Ämter? Da wurde wirklich ein Bock zum Gärtner gemacht.

          • Polemik lenkt auch nicht ab von Ihrer falschen Behauptung, dass die Grenzsicherung derzeit schon laufe.

          • Ja was denn sonst`? Oder warum sind so viele Beamte der Bundespolizei auch von NRW nach Bayern verlegt worden.

            Die werden doch wohl nicht eingesetzt um ober- und niederbayrische Abtrünnige von den Vorgaben der „Goßen Vorsitzenden“ der Schwesterpartei zu unterdrücken und Volksaufstände in Landshut niederzuschlagen.

            Ja natürlich ist die Grenze besser gesichert, wenn der Zoll wie anno dunnemals auf Streife an der vormaligen innerdeutschen Grenze eingesetzt wird. Was die da wollten hab‘ ich bis 1990 nicht verstanden. Übrigens genausowenig wie die bayrische Grenze zu Österreich, wo immer erst der bayrische Löwe einen grüßte und dann der bundesdeutsche Sperling oder wie das Vieh heißen mag. Aber zu den Zeiten gab es ja Gott-sei-Dank noch die bayrische Grenzpolizei.

            Wohlgemerkt, man sprint niemals zweimal in den gleichen Fluss.

            Die Bayern und Sachsen schaffen es ja nicht einmal die unkontrollierte Einfuhr von Extasy zu unterbinden. Die Drogendezernate können doch lediglich zurückgehende Drogenmengen konstatieren, weil die Drogenkurriere sich auf den Menschenschmiggel – vulgo Schleusung – verlegt haben.

          • Tatsache ist, dass die sexuellen Übergriffe von Zuwanderern in Köln und die weitgehende Machtlosigkeit der Polizei niemals mit zu wenig Bundespolizisten erklärt wurden, weil diese in verstärktem Maß zur Sicherung der Grenzen abkommandiert worden wären.
            Ganz andere Gründe wurden da genannt wie mangelnde Voraussicht und Planung sowie Verständigungsschwierigkeiten zwischen der unteren und oberen Polizeiebene.
            Sie reimen sich in Ihrer Sympathie für die rot-grüne Regierung in NRW und Ihrer Abneigung gegen die Christdemokraten, insbesondere die bayerische CSU, immer wieder etwas zusammen, was nicht stimmt und formulieren es dann als Tatsache.
            Es gibt nach wie vor keine Grenzsicherung und das wissen Sie vermutlich. Das belegen auch die 51.000 Zuwanderer in den ersten 2 Wochen dieses Jahres, die zum großen Teil wieder unregistriert über die Grenze kamen. Und das im Winter, von dem es immer hieß, der Zustrom werde deutlich nachlassen.
            Rechnet man die 51.000 Zuwanderer hoch auf ein Jahr, dann kommen 2016 weit mehr Asylanten nach Deutschland als im vergangenen Jahr.

          • Nein, weil die BPol sich ’nen schlanken Fuß macht. Die Presse ist ebnfalls auf die Jäger’sche Landespolizei fokusiert. Durch die Versetzung des Kölner Polizeipräsidenten in den einstweiligen Ruhestand ist der eindruck entstanden, die LaPo trage die alleinige Verantwortung. Die Tatsache dass die Polizeiinspektion am Kölner Hbf personell und materiell unzureichend ausgestatet ist, ist in diesem Thread ja schon durch den zitierten Bericht eines ehemaligen Bundespolizisten belegt worden.

            In diesem Bericht wird u.a. darauf verwiesen, dass die BPol am Kölner Hbf nur über zwei Gewahrsamszellen verfügt. Das wiederum bedeutet, dass der dritte vorläufig Festgenommene von zwei Beamten zum Kölner PP verbracht werden muss. Ebenfalls wird berichtet, dass die Einsatzkräfte der BPol maximal 3 Fußstreifen innerhalb des Kölner Hbf zulassen und dass bei besonderen Lagen (siehe silvester) auf Beamte der Einsatzhundertschaften der BPol zurückgegriffen werden muss. Und die haben in der besagten Nacht nicht in ausreichender Menge zur Verfügung gestanden. Umso mehr ist es verwunderlich, dass Der BMI kurz nach bekanntwerden des Ausmaßes der strafbaren Handlungen im Umfeld des Kölner Bahnhofes von einem Versagen der Kölner Polizei sprach. Der gute Mann sieht zwar den Dorn im Auge des politischen Gegners, nicht aber den eigenen Balken. Die Versäumnisse bei der registrierung und Überprüfung der Identitäten der Flüchtlinge durch das BAMF und die BPol sind ursächlich der Grund für die derzeitigen Probleme wie der Existenz von Mehrfachidentitäten..

          • Jetzt springen Sie vom Höxken aufs Stöcksken um von Ihrer ursprünglichen Falschbehauptung abzulenken. Zur Erinnerung: „Grenzsicherung – nun die läuft doch derzeit. Diese Maßnahme hat ja u.a. dazugeführt, dass die bundespolizei am Hbf. in Köln zu wenige Einsatzkräfte hatte, um der Lage in ihrem Zuständigkeitsbereich… unter Kontrolle zu bringen.
            Sie sagen ganz klar, dass die Grenze gesichert wird!!! Und das ist nicht wahr!!
            Sie können noch so viel drumrumreden und den Blick auf anderes lenken, Ihre Aussage über die Sicherung der Grenzen einfach falsch.

          • Grenzsicherung heißt eben nicht Grenzen schließen sondern Grenzkontrollen durchführen und den Transitbereich von Häfen und Flughäfen zu überwachen. In diesem sinne läuft derzeit die Grenzsicherung. Sie wird punktuell durchgeführt, da eine umfassende Grenzsicherung weder gewollt noch machbar ist.

            Grenzsicherung in ihrem Sinne dürfte die Maßnahmen der ehemaligen Sicherheitsorgane der ehemaligen DDR am „imperialistischen Schutzwall“ sein. Die hat es so auch vor dem Schengen-Abkommen an den Grenzen zu den südlichen, westlichen und nördlichen europäischen Nachbarn nicht gegeben. Deshalb wurden diese Grenzen von je her als „Grüne Grenzen“ bezeichnet.

          • In den letzten Tagen habe ich zig Mal in Politsendungen gehört, dass die Migranten weiterhin UNKONTROLLIERT und UNREGISTRIERT ins Land strömen. Zuletzt von Roland Tichy im ntv-Talk heute um 17:10. (Wiederholung kurz nach 23 Uhr!)
            Tichys Meinungskontrahent war Herr Ströbele von den Grünen. Er widersprach Herrn Tichy in diesem Punkt mit keinem Wort.
            Es ist doch albern, immer wieder etwas in verschiedenen Variationen als richtig zu behaupten, was aus allen Kanälen anders dargestellt und damit als falsch entlarvt wird.

    • Ich bin entsetzt. So schlimm hatte ich mir das Ganze noch vor ein paar Wochen nicht vorgestellt, obwohl ich auch da schon die ungeheure Zahl an Zuwanderern mit skeptischer Sorge betrachtete.
      Es sieht so aus, als hätten die Geschehnisse zu Silvester so manchem die Zunge gelöst und Mut gemacht, von der Realität zu reden und die sog. Schweigespirale zu durchbrechen.
      Heute las ich auch noch zwei Erlebnis- und Meinungsberichte von Polizisten. Die haben mich auch umgehauen.

      • Ein Tipp: Sich Berichte von Polizisten durchzulesen und davon auf die Realität schließen zu wollen, ist mehr als ungünstig. Polizisten werden immer dann gerufen, wenn es Probleme gibt. Sie bekommen qua ihres Berufes genau den schwierigen, problematischen Ausschnitt der Welt zu sehen.

        Was funktioniert oder wo Dnge in Ordnung sind, geht meist an Ihnen vorbei.

        Lesen Sie also auch mal was anderes, kann ich da nur raten. Sonst gehts ihnen wie der Polizei…

        Und zu dem Bericht:

        1. Eine Unterkunft mit 1500 Menschen? Fällt da irgendwem etwas auf?

        2. Zum Fordernd sein: Das erlebe ich jeden Tag anders. Ich erlebe Dankbarkeit, Bescheidenheit, Glück. Und wenn nicht, hab ich für mich eine gute Erklärung: Flüchtlinge sind Menschen, wie andere auch. Sie hören Gerüchte, habe Hoffnungen, Träume. Ihnen klar zu machen, das Gerüchte Gerüchte sind, gehört zum Job in der sozialen Arbeit. Menschen sind Menschen und Flüchtlinge sind keine besseren Menschen. Aber eben auch keine schlechteren.

        3. Streiks und Widerstand von Flüchtlingen sind nichts Neues und nichts Unbekanntes. Weil sie Menschen sind, haben sie das Recht, sich gegen schlechte Behandlung und miserable Unterbringungsbedingungen zu wehren.

        Wenn es keine Klagemöglichkeiten und keine Rechte gibt, dann bleiben eben nur andere Wege, sich Gehör zu verschaffen. Außerdem: Wer in einen Hungerstreik tritt, muss wirklich einen trifftigen Grund haben, finde ich. Das macht man nicht einfach so aus Langeweile oder weil das Essen heute nicht so gut geschmeckt hat.

        Und wenn man sich die Zustände in vielen Unterbringungen ankuckt und die Art und Weise, wie sie dort verwaltet werden – ich spreche da aus eigener Erfahrung – kann ich die Menschen gut verstehen, dass sie bis zum Äußersten gehen wollen, um an diesen Zuständen etwas zu ändern.

        4. Unzuverlässige Angaben: Die Menschen sind Krieg, Hunger, Elend, politischer Verfolgung, Folter, Gewalt, etc. entgangen und haben Angst davor, wieder dorthin zurückgehen zu müssen, wo sie all das fürchten müssen. Sorry, wer hier würde anders handeln als mit allen Mitteln zu versuchen, seinen Status sichern und seine einmalige Chance zu nutzen?

        Auch das ist menschlich und angesichts der Situation nur zu gut zu verstehen.

        Es mag nicht legal sein, aber legitim.

        5. Verhalten gegenüber Frauen: Tja, das ist ja schon weit diskutiert worden. Hier gibt es Regeln, an die sich gehalten werden muss. Diese müssen vermittelt, verdeutlicht und durchgesetzt werden. Das es so ist, wie es ist, ist nicht schön, aber eben nicht verwunderlich, wenn Männer in patriarchialen Gesellschaften aufwachsen. Und nur als Erinnerung: das Frauen hierzuland nichts zu sagen hatten ist etwa 40 Jahre her und von denen erkämpft worden, die als Feminist*innen geschmäht werden.

        Auf einmal sind alle Männer Frauenrechtler. Merkwürdig.

        Noch 1997 konnte man sich in der Union nur schwer dazu durchringen, die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. Raten sie mal, wer dagegen war bzw. sich enthalten hat…

        Gegner
        Norbert Blüm
        Friedrich Merz
        Hannelore Rönsch
        Gerhard Stoltenberg
        Theo Waigel
        Burkhard Hirsch
        Peter Ramsauer
        Horst Seehofer
        Dagmar Wöhrl
        Erika Steinbach.

        Enthaltungen
        Wolfgang Gerhardt
        Otto Graf Lambsdorf
        Hermann Otto Solms
        Guido Westerwelle

        6. Und Bedrohungen? Sind indiskutabel und zu bestrafen. Punkt.

  27. Auch das gab’s in der Silvesternacht in Köln. Einerseits sehr erfreulich, andererseits frage ich mich, warum nicht mehr Anwesende so mutig waren:

    Auf yahoo. de gefunden:

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/29054154?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+20min%2FmxdY+%2820+Minuten+|+Ausland%29&ref=yfp

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