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Rosige Berufsaussichten – Spaenle: „Mittelschullehrer werden mit Kapelle am Bahnhof abgeholt“

MÜNCHEN. Die Flüchtlingskrise verbessert die Berufsaussichten des bayerischen Lehrernachwuchses – zumindest an Grund- und Mittelschulen. Unter den in Bayern untergebrachten Flüchtlingen sind 60.000 junge Menschen, wie Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Donnerstag im Landtag berichtete.

Im Rahmen ihres «Integrationspakets» hatte die Staatsregierung 1079 neue Lehrerstellen beschlossen, die im Laufe dieses Jahres besetzt werden sollen. Der Großteil – 710 Stellen – werde zum Schulhalbjahr besetzt oder sei bereits zur Besetzung freigegeben, sagte Spaenle.

Gute Chancen haben nun auch Lehrer mit mäßigen Abschlussnoten, die früher auf der Warteliste landeten. Besonders gute Aussichten haben Mittelschullehrer: «Da wird jeder Einzelne mit der Kapelle am Bahnhof abgeholt», sagte Spaenle. Und an den Grundschulen würden nun die Wartelisten «abgeräumt».

Die Herausforderungen sind groß, aber es mehren sich die Stimmen, die Deutschlands Schulen zur Integration von Flüchtlingen gut aufgestellt sehen. Foto: Enno Lenze / flickr (CC BY 2.0)

Die Herausforderungen sind groß, aber es mehren sich die Stimmen, die Deutschlands Schulen zur Integration von Flüchtlingen gut aufgestellt sehen. Foto: Enno Lenze / flickr (CC BY 2.0)

Weit schlechtere Chancen haben Junglehrer allerdings nach wie vor an Realschulen und Gymnasien, die nur von sehr wenigen Flüchtlingskindern besucht werden und für die es deshalb auch nur 51 neue Stellen gibt. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kritisierte, dass zum Halbjahr nur 17 Prozent der Bewerber an den Gymnasien unbefristet in den Staatsdienst übernommen würden.

Die meisten Flüchtlingskinder lernen zunächst in sogenannten Übergangsklassen Deutsch. Im Moment gibt es 580 Übergangsklassen, insgesamt 1600 sollen es werden. Ein Kritikpunkt der SPD: Der allergrößte Teil der Jugendlichen wird nach der Grundschule eine Mittelschule besuchen.

Wegen der begrenzten Deutschkenntnisse schaffen es nur sehr wenige auf Realschule oder Gymnasium. Der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD) argumentierte, dass sich die Schulbildung auch bei Flüchtlingskindern mehr an der Begabung und weniger an den anfänglich schlechten Deutschkenntnissen orientieren sollte: «Warum denkt man da nicht ein bisschen weiter?»

5000 Kinder und Jugendliche «aus dem Fluchtbereich» sind laut Spaenle bereits so weit, dass sie am regulären Unterricht teilnehmen. Außerdem hat mittlerweile der erste Jahrgang von Jugendlichen an den Berufsschulen eine zweijährige «Berufsintegrationsklasse» absolviert, die auf eine Lehre vorbereiten soll. Sechzig Prozent des ersten Absolventenlehrgangs hätten eine Ausbildung begonnen, sagte Spaenle.

Anders als die generelle Linie der CSU in der Flüchtlingskrise ist das Integrationspaket für die Flüchtlingskinder im Landtag nicht umstritten – SPD-Politiker Güll nannte die von Spaenle vorgelegten Zahlen und Daten «zunächst sehr beeindruckend».

Der Grünen-Politiker Thomas Gehring gab den CSU-Kollegen einen kleinen Seitenhieb auf den Weg: An den Schulen gebe es eine «sehr positive Stimmung: «Dort sind die Leute, die sagen, wir schaffen das, wir machen das gut.» dpa

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