Offener Brief in Richtung CDU und FDP: Leiter der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg mahnen Fairness an

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STUTTGART. Mehr als 200 Führungskräfte aus Gemeinschaftsschulen mahnen kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg in einem offenen Brief einen fairen Umgang mit ihrer Schulart an.

Hinter der Kritik an der Schulart stecke ein sehr traditionelles und teilweise rückständiges Verständnis von Gesellschaft, Schule und Bildung, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an Landtagskandidaten und -abgeordnete. Damit reagierten 212 Mitglieder aus Schulleitungen der insgesamt 271 Gemeinschaftsschulen auf die Überzeugung von CDU und FDP, dass gemeinsames Lernen nach Klasse vier nicht funktionieren könne. Die CDU will im Fall einer Regierungsübernahme keine neuen Gemeinschaftsschulen mehr genehmigen.

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Die Unterzeichner, darunter auch der Verein für Gemeinschaftsschulen, betonen: «Ihre Haltung macht uns nachdenklich und traurig.» Immerhin fühlten sich 100.000 Schüler, Eltern und Lehrer an Gemeinschaftsschulen verletzt. Anders als von den Kritikern behauptet arbeiteten die Gemeinschaftsschulen differenzierend, und zwar mit unterschiedlicher Förderung von Kindern und Jugendlichen innerhalb einer Klasse.

In der von Grün-Rot eingeführten Gemeinschaftsschule lernen Schüler mit Grundschulempfehlungen für Haupt-, Realschule und Gymnasium zusammen. Die Landesregierung strebt damit an, schulischen Erfolg von sozialer Herkunft zu entkoppeln. Außerdem soll mit Blick auf rückläufige Schülerzahlen eine Schule geschaffen werden, an der möglichst viele Abschlüsse angeboten werden. dpa

Zum Kommentar: Merkels stille Schulrevolution – Wie die Kanzlerin die Gesamtschule für die Union salonfähig macht

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2 KOMMENTARE

  1. “Hinter der Kritik an der Schulart stecke ein sehr traditionelles und teilweise rückständiges Verständnis von Gesellschaft, Schule und Bildung”

    Wo bleibt in dieser Aussage die Fairness?

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