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Bisher zu nachlässig? CDU-Fraktionschef fordert Lehrer auf, jungen Flüchtlingen Regeln beizubringen

OSNABRÜCK. Unionsfraktionschef Volker Kauder hat an Lehrerinnen und Lehrer appelliert, sich auch im Interesse junger Flüchtlinge für Disziplin und die Einhaltung von Regeln einzusetzen. „Die Integration der jüngeren Generation gelingt am besten über den Besuch der Schule“, sagte Kauder im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). „Klappt das dort nicht, wird auch später die Integration kaum gelingen“, betonte er.

Ein Zentralabitur sollte möglich sein, findet Kauder. (Foto: Laurence Chaperon/Wikimedia CC BY-SA 3.0 DE)

Schulen waren in der Vergangenheit nachlässig, findet Kauder. (Foto: Laurence Chaperon/Wikimedia CC BY-SA 3.0 DE)

Möglicherweise seien Schulen in der Vergangenheit zu nachlässig gewesen. Das Bundesverwaltungsgericht habe aber völlig zu Recht entschieden, dass muslimische Mädchen am Schwimmunterricht teilnehmen müssten, wenn sie einen Burkini trügen. Auch hätten Lehrkräfte den Anspruch, dass Schüler, aus welchem Kulturkreis sie auch stammten, ihnen den nötigen Respekt entgegen brächten. „Schulen und Schulverwaltungen müssen die Regeln durchsetzen. Ich weiß, dass dies nicht einfach ist, aber die Schulgesetze geben ihnen die Möglichkeiten“, erklärte der CDU-Politiker. Sicher sei, dass die Schulen und Lehrer dabei Unterstützung brauchten.

10 Kommentare

  1. Man nehme setze 2-3 etwa 15-17 Jahre alte syrische Flüchtlinge, die in ihrem bisherigem Leben abgesehen von (gezwungenermaßen) ihrer eigenen Mutter keinem einzigen weiblichem Wesen auch nur Beachtung geschenkt haben und bittet eine zierliche 28 Jahre alte Junglehrerin, diesen Jugendlichen Respekt beizubringen. Herr Kauder übernehmen Sie.

  2. Vielen Dank, Herr Kauder, für diese überaus wohlwollende Wertschätzung der Lehrkräfte und ihrer Arbeit sowie für die nicht enden wollende Unterstützung, die wir alle tagtäglich erhalten.

    • Ursula Prasuhn

      Die Crux ist doch, dass sich die Lehrer zu wenig auflehnen und Kollegien oft nicht solidarisch genug sind, um gemeinsam nach oben oder außen (durch offene Briefe) ihre Überforderung kundzutun durch ständige Herkulesaufgaben, die auch mit Fortbildungskursen unerfüllbar sind.
      Ich fürchte, dass Herrn Kauders „überaus wohlwollende Wertschätzung der Lehrkräfte und ihrer Arbeit“ nichts weiter ist als eine vorprogrammierte Schuldzuweisung, falls sich die Behauptung „Wir schaffen das!“ als falsch erweist.
      Kurzum: Meiner Einschätzung nach hat Herrn Kauders „Wertschätzung der Lehrkräfte“ weniger mit tatsächlicher Wertschätzung zu tun als mit der Wertschätzung von Duckmäusern und Sündenböcken, die sich nicht trauen, die Wahrheut aus ihrer Sicht weder vor der Obrigkeit noch vor der Öffentlichkeit kundzutun.

    • „… Ich weiß, dass dies nicht einfach ist, aber die Schulgesetze geben ihnen die Möglichkeiten“
      Welche denn genau???????
      Außerdem müssten sich die Adressaten auch an die an Sie gestellten Regeln und Forderungen halten.
      Vielleicht kann sich Herr Kauder mal für einen Tag (gerne auch ohne Plan und Unterrichsmittel, so wie wir) vor die Schüler stellen …

    • DANKE für den Tipp, Herr Kauder. Vor allem sind es in Flüchtlingsklassen nicht 2 oder 3, sondern 16. Unglaublich noch weitere Forderungen an Lehrer zu stellen…passen sie lieber mal die Lehreranzahl den steigenden Schülerzahlen und Anforderungen an!!!!!!!!!!!!!!!!

  3. Küstenfuchs

    Bisher war ich in meiner Arbeit als Lehrer völlig ziel- und orientierungslos, aber dank Herrn Kauder sehe ich nun klar. Danke, Danke Danke!

  4. Wäre vielleicht besser gewesen, Herr Kauder hätte sich gleich an Schulleitungen und Schulaufsichtsbehörden gewandt anstatt an die „gemeinen“ Lehrkräfte.

    In der regel versuchen es ja gerade die „gemeinen“ Lehrkräfte Regeln durchzusetzen und verbinden das Nichteinhalten dieser Regeln auch noch mit Konsequenzen. Bei einem Einspruch der Eltern sind es auch in der Regel nicht die entsprechenden „gemeinen“ Lehrkräfte, die Einknicken und die angedrohten Konsequenzen relativieren oder gar gan aufheben. Dafür sind ja schließlich Schulleitungen und Schulaufsichten da. Und selbst wenn die einmal standhaft sind, dann gibt es ja noch die deutsche Gerichtsbarkeit …

    Also Herr Kauder, erst einmal die Zuständigkeiten prüfen. Als Bundespolitiker ist Herr Kauder ohnehin weder sachlich noch räumlich zuständig. Darüber hinaus wendet er sich auch noch an die falschen Adressaten.

    Normalerweise müsste man sagen, dass Herr Kauder sich diesen Hinweis sonstwohin stecken möge, aber um im Rahmen zu bleiben, Annahme als „gemeiner“ Lehrer verweigert.

  5. Vielleicht sollte man auch Bankern und Automobilvorständen Regeln beibringen. Waren da auch die Lehrer schuld oder ist es nur eine schlechte Kinderstube?

  6. Integrationsprobleme mit bestimmten Einwanderern hatten wir schon immer, doch gäbe es im Moment nicht so immens große und viele, wenn Frau Merkel weniger laut willkommen gerufen hätte und nicht so viele Flüchtlinge und Nicht-Flüchtlinge nach Deutschland gelockt hätte wegen vieler Vorteile, u.a. wegen der großzügigen Sozialleistungen.
    Die Zahl und Art der Menschen, die integriert werden müssen, ist weitaus entscheidender für das Gelingen als Schule und Lehrer. Das wissen Sie, Herr Kauder, ebenso gut wie ich. Lenken Sie also nicht ab von Frau Merkels Fehlern und schieben Sie den Schwarzen Peter mit Namen „mangelnde Integration“ nicht den Schulen und Lehrern zu!

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