Noch hält die GEW zur Ministerin, aber in der Thüringer Lehrerschaft rumort es

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Ein Gastkommentar von Elmar Otto/Thüringische Landeszeitung

WEIMAR. Birgit Klaubert kann froh sein, dass ihr die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft naturgemäß wohlwollend gegenübersteht. Denn die Note “Drei minus”, die GEW-Chefin Kathrin Vitzthum der linken Bildungsministerin ins Schuljahreszeugnis schreibt, ist mehr als geschmeichelt.

Birgit Klaubert
Drei Minus im Schuljahreszeugnis – die GEW ist noch wohlwollend. Martina Nolte / Wikimedia Commons (CC-by-sa-3.0 de )
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Ebenso schön gefärbt erscheint die Beschreibung zur Stimmung in den Lehrerzimmern. Die sei “nicht gerade gut”, lautet die Einschätzung. Mit “schlecht” wäre die Gemütslage vieler Pädagogen indes besser auf den Punkt gebracht. Nicht selten fallen Thüringer Lehrer länger als sechs Wochen aus und gelten damit als langzeiterkrankt – neben dem erhöhten Stress durch Personalnot macht sich hier der hohe Altersschnitt von Mitte 50 bemerkbar. Ein CDU-Kultusminister hätte sich angesichts dieser Eckdaten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine stümperhafte Politik vorhalten lassen dürfen.

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass Klaubert kein leichtes Erbe angetreten hat. Weder ihr Vorgänger Christoph Matschie (SPD) noch die sieben von 1990 bis 2009 amtierenden christdemokratischen Minister haben die Lehrer befrieden können: Auch damals wurde über fehlende Stellen, Überlastung oder eine mangelhafte Schulnetzplanung gemosert. Doch von Klaubert hatte man sich die Wende zum Besseren versprochen.

Noch zeigt sich die Gewerkschaft verständnisvoll, hält – bei aller Kritik – ihre schützende Hand über die linke Ressortchefin. Aber sollte es in der Lehrerschaft im kommenden Schuljahr weiter rumoren, wird auch die Geduld der GEW an ihre Grenzen stoßen.

 

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