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NRW-Ministerpräsidentin Kraft will am Islamunterricht festhalten

ESSEN. Nordrhein-Westfalens Landesregierung will in Zukunft genau beobachten, wie sich der umstrittene Islamverband Ditib in die Gestaltung des islamischen Religionsunterrichts einbringt.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) geht auf Distanz zum türkischen Islamverband Ditib. «Es verstärken sich die Zweifel, dass die Ditib den Kriterien zur Einstufung als Religionsgemeinschaft entspricht», sagte Kraft der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (WAZ). Dem größten islamischen Dachverband in Deutschland wird von Kritikern vorgeworfen, ein verlängerter Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland zu sein.

Der Dachverband Ditib wehrt sich gegen den Vorwurf der Fremdsteuerung (Eingang zur Moschee Garmisch Partenkirchen). Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der Dachverband Ditib wehrt sich gegen den Vorwurf der Fremdsteuerung (Eingang zur
Moschee Garmisch Partenkirchen). Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Kraft sieht den Islamunterricht an Schulen im Land durch die Vorgänge in der Türkei allerdings nicht gefährdet. «Wir organisieren den bekenntnisorientierten Islamunterricht zurzeit mit einem Beirat, in dem die Ditib nur einer von acht Partnern ist», sagte sie. Das Modell funktioniere. Im Interesse der vielen muslimischen Kinder, die das Angebot in den Schulen nutzten, werde die Landesregierung daran festhalten. «Natürlich beobachten wir sehr genau, wie sich die Ditib einbringt», betonte die Ministerpräsidentin.

Die NRW-Staatskanzlei prüft seit vergangenem Jahr einen Antrag der Ditib und drei weiterer Islamverbände, als Religionsgemeinschaften mit erweiterten Rechten anerkannt zu werden. Ditib wehrt sich gegen Vorwürfe wegen zu enger politischer Verbindungen zur türkischen Staatsführung und spricht von «Unterstellungen der Fremdsteuerung». (dpa)

• zum Bericht: Erdogans Lehre in deutschen Klassenzimmern? – Türkischer Moscheeverband weist Einflussnahme aus Ankara zurück

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