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Gastkommentar: Brandenburgs Einstellungsoffensive sieht zwar gut aus, ist aber – Flickschusterei

Ein Gastkommentar der Lausitzer Rundschau.

COTTBUS. Da hat es Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) aber gerade noch so geschafft. Die 1400 neuen Lehrer an Brandenburgs Schulen können sich auf den ersten Blick zumindest sehen lassen. Dass zum neuen Schuljahr nur 81 Lehrerstellen unbesetzt sind, ist ein Wert, mit dem Baaske zunächst einmal zufrieden sein kann. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich, wie sehr dieses Ergebnis nur durch Flickschusterei zustande gekommen ist. Denn wenn in Brandenburg Menschen, die ein Lehramtsstudium abgebrochen haben, als Quereinsteiger dann doch noch im Schuldienst landen, stimmt doch etwas im System nicht mehr. Und ein Erfolg ist das wohl kaum.

Und das größte Problem scheinen dabei fehlende Kapazitäten bei den Lehramtsstudiengängen zu sein: Wenn die Uni Potsdam nur 400 Absolventen pro Jahr ausbildet, das Land aber 1400 neue Lehrer braucht, sollte Rot-Rot vielleicht sein Konzept der Lehrerbildung einmal überdenken. Es könnte die Zeit gekommen sein, auch an den anderen Universitäten dieses Landes damit zu beginnen – schon, damit man sich den Aufwand großer Lehrerwerbekampagnen in ein paar Jahren sparen kann.

6 Kommentare

  1. Ich habe jetzt mal gegoogelt. Der NC für Grundschulpädagogik an der FU Berlin lag im WS 14/15 bei 1,8 und er war auch schon höher. Mal ehrlich, wer wird mit so einem guten Abitur Grundschullehrer und wird in Berlin nicht einmal verbeamtet?

  2. Henne und Ei – Die Zahl der Studienplätze für Lehramtsstudenten hängt von der Zahl der der Bewerber ab und nicht umgekehrt.

    Es gibt viele gut ausgebildete Abiturienten, die alles mögliche studieren aber aus gutem Grund einen weiten Bogen um ein Lehramtsstudium machen. Hinzu kommen viele Lehramtsstudenten, die mit einem bachelor in Chemie oder Physik oder Informatik dann ihren Master of Education sausen lassen und einen Master of Siences dranhängen und fernab von Schule Geld verdienen. Eine kleinere Gruppe kehrt dann möglicherweise nach dem Promotionsstudium und Beschäftigung als „akademische Hilfskraft im Vorlesungsbetrieb“ in die Schule zurück, da es für die Berufung auf eine Juniorprofessur oder einen Lehrauftrag nicht gereicht hat.

  3. Warum hat man überhaupt einen NC? Wenn sich jetzt jemand mit 2,0 bewirbt, wird er nicht genommen. Da man mehr Lehrer braucht, könnte man das doch mal nicht so eng sehen und mehr Plätze zur Verfügung stellen. Es hören ja immer welche auf, bei uns früher ganz schön viele.

    • Die Studienabbrecher werden in der Anzahl Plätze für Erstsemester schon mit eingepreist sein.

    • Ist ja kein bundesweiter sondern ein hochschulinterner NC; dann studiert man eben woanders. Die Bundesländer müssen nämlich die Berufs- und Studienabschlüsse untereinander anerkennen. Lediglich die Freisttaten spielen da fslsch. Also ab nach NRW, dort Lehramt studieren und Vorbereitungsdienst machen, anschließend nach Hesse, da die auch SekI-Lehrkräfte zu A13 einstellen, drei Jahre abreißen und dann dahin gehen, wo es einem beliebt. Die A13 sind Besizstand und können nicht genommen werden. Grundsätzlich große Bögen um Länder machen die nicht verbeamten oder prekär eingruppieren und keine Zulagen gewähren. Die öffentlichen Arbeitgeber müssen doch irgendwann einmal das System der Marktwirtschaft begreifen – bei hoher Nachfrage muss eben das Angebot stimmen. Mit Speck fängt man Mäuse!

  4. Ich weiß, (die) Berliner und Thüringer studieren in Nürnberg…

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