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Traurig, aber wahr: Kita-Erzieherinnen beklagen, dass immer mehr Eltern beim Abholen ihrer Kinder kaum mehr den Blick vom Smartphone abwenden

SCHWERIN. Im Ringen um die elterliche Aufmerksamkeit ziehen Kinder gegen Smartphones offenbar immer häufiger den Kürzeren. «Erzieherinnen beobachten zunehmend, dass Eltern ihre Kinder abholen, den Blick kaum vom Display lassen und nicht danach fragen, wie der Tag ihrer Kleinen war», sagte Birgit Grämke von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern am Dienstag in Schwerin.

Allen Ernstes muss eine wachsende Zahl von Eltern dafür sensibilisiert werden, ihren Kindern zuliebe den Blick mal vom Display zu nehmen. Foto: MIKI Yoshihito / flickr  (CC BY 2.0)

Allen Ernstes muss eine wachsende Zahl von Eltern dafür sensibilisiert werden, ihren Kindern zuliebe den Blick mal vom Display zu nehmen. Foto: MIKI Yoshihito / flickr (CC BY 2.0)

Diese Entwicklung sei Grund für die Kampagne «Medien – Familie – Verantwortung», die landesweit am 20. Oktober starte. Sie solle gezielt junge Eltern ansprechen und dafür werben, «Auszeiten» vom Smartphone zu nehmen und den Kindern uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu schenken. «Kinder brauchen den Kontakt, sie brauchen Lob, Anregung, Motivation und Ermunterung von ihren Eltern. Das ist durch nichts zu ersetzen», betonte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD).

Laut Grämke werden in Gaststätten in ganz Mecklenburg-Vorpommern etwa 30.000 sogenannte CityCards mit Hinweisen zum Thema ausgelegt. In Rostock habe man mit solchen Verbreitungswegen gute Erfahrungen gemacht. Zudem sollen Plakate in Kitas auf das Problem der Smartphone-Fixierung hinweisen.

«Unsere Hoffnung ist, dass damit Erzieher und Eltern auch leichter über das Thema ins Gespräch kommen», sagte Grämke. Der Bedarf von Seiten der Kita-Mitarbeiter sei groß. Für sie gebe es parallel auch Fortbildungsangebote. Die Kosten der Kampagne in Höhe von rund 5000 Euro werden gemeinsam finanziert vom Diakoniewerk Kloster Dobbertin, der Bundesinitiative Frühe Hilfe und dem Bundesfamilienministerium.

Nach Einschätzung Grämkes kann von Smartphones – ähnlich wie von Computerspielen – eine beachtliche Suchtgefahr ausgehen. Deshalb sei es wichtig, dass Eltern mit bewusstem Umgang mit der neuen Technik ein gutes Beispiel «vorleben». Mit Sorge beobachte sie allerdings, dass schon Kita-Kinder Smartphones mit in die Einrichtung brächten und die Geräte auch in mancher Zuckertüte zum Schulbeginn steckten. «In der vierten Klasse haben 80 Prozent der Schüler ein Smartphone», sagte Grämke. dpa

 

2 Kommentare

  1. Den muss es ja sonst ganz gut gehen. Wenn man halt sonst keine Probleme hat…

  2. Es geht hier auch um Wertschätzung gegenüber der fundamental wichtigen Arbeit der KITA-Erzieherinnen. In diesem Sinne dürfen Mitarbeitende Gespräche mit den Eltern aktiv einfordern.
    Arbeit und Zusammenarbeit können auf dieser Stufe nicht hoch genug gewürdigt werden.

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