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Angst vor der Nulllinie? Aufgabenentwickler fürs Mathe-Abitur beraten über das zukünftige Niveau

DRESDEN. Experten aus allen Bundesländern und Österreich diskutieren am Dienstag und Mittwoch in Dresden über das Mathe-Abitur der Zukunft. Aufgabenentwickler aus allen 16 Ländern, Wissenschaftler und Fachmathematiker beschäftigen sich mit der Frage, wie eine Abiturprüfung im Fach Mathematik 2030 aussehen könnte, wie das sächsische Kultusministerium am Montag mitteilte. Das Treffen soll helfen, Ländertraditionen zu überwinden und die Aufgaben bundesweit anzugleichen. Auch Fachleute aus Österreich, wo gerade die zentrale Matura eingeführt wird, sind beteiligt.

Mathematik - wie schwer darf's denn im Abitur sein? Foto: marco51186 / Flickr (CC BY 2.0)

Mathematik – wie schwer darf’s denn im Abitur sein? Foto: marco51186 / Flickr (CC BY 2.0)

Die Kultusministerkonferenz arbeitet an einer besseren Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen der Länder. Für Deutsch, Mathematik und Fremdsprache gibt es bereits Bildungsstandards und jeweils einen Aufgabenpool, aus dem sich die Länder ab 2017 für ihre Abiturprüfungen bedienen können. Seit 2014 schreiben Abiturienten in Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein Teilaufgaben gemeinsam.

In Berlin hatten Mathematik-Lehrer in diesem Jahr allerdings einen Tiefpunkt im Aufgabenniveau festgestellt. Sie beklagen jedenfalls „wachsweiche Prüfungen“ in Mathematik, das für mäßige und schlechte Schüler als besonderes Problemfach gilt. „Die Fragen waren einfach: So lässt sich eine Aufgabe der Geometrie und Stochastik in der Regel fast ausschließlich mit Mitteln der Mittelstufe lösen“, so zitiert der „Tagesspiegel“ einen Fachbereichsleiter Mathematik an einem Gymnasium in Westend. Unter seinen Kollegen im Bezirk sei es „unstrittig, dass der Schwierigkeitsgrad streng monoton fallend ist“. Ganze Themengebiete seien gestrichen worden: „Sinus und Cosinus kommen in der Analysis in Funktionsuntersuchungen nicht mehr vor, auch keine Logarithmen in der Analysis, und auch nicht gebrochen rationale Funktionen“.

Bundesweit geltende Standarts scheinen dringend geboten zu sein. Agentur für Bildungsjournalismus / mit Material der dpa

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3 Kommentare

  1. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Bei ausschließlich Fachmenschen habe ich zumindest kleine Hoffnung.

    Mehr als einen kleinsten gemeinsamen Nenner kann ich mir allerdings nicht vorstellen, wenn die Politik mitmischt. Schließlich möchte kein Bundesland nach Einführung bundesweiter Standards schlechter dastehen als aktuell, was ich bei Anhebung der fachlichen Anforderungen auf das im Bundesvergleich höchste Niveau nicht vorstellen kann. Erst recht, wenn man auf das höchste Niveau von vor der Kompetenzorientierung oder gar vor dem Zirkus mit G8/9 zurückgeht.

  2. Konsequent wäre ein bundesweiter Kernlehrplan in Mathematik. Die KMK hätte den seit Jahrzehnten schon beschließen können, oder auch eine Gruppe von Willigen. Dann hätte auch die Possen mit den 16 Länderausgaben von “Fokus”, “Lambacher-Schweizer” usw. ein Ende.

    • Ja und? – Die Abgabenordnung ist auch bundeseinheitlich, führt nur nicht zu gleichem Verwaltungshandeln in den Bundesländern.

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