Startseite ::: Nachrichten ::: Nach dem IQB-Desaster: Ministerin Eisenmann stellt Qualifikation von Lehrern infrage – und verbietet “Schreiben nach Gehör”

Nach dem IQB-Desaster: Ministerin Eisenmann stellt Qualifikation von Lehrern infrage – und verbietet “Schreiben nach Gehör”

STUTTGART. Nach dem desaströsen Abschneiden Baden-Württembergs bei der jüngsten Bildungsstudie will Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wieder die Lehrer und deren Qualifizierung in den Mittelpunkt stellen. «Wir haben nicht zu wenig Lehrer. Die Frage ist, sind sie an der richtigen Stelle? Sind sie richtig ausgebildet? Sind sie richtig fortgebildet?», sagte sie am Mittwoch im Landtag. Dazu erwarte sie auch Aussagen des Landesrechnungshofes, der den effizienten Einsatz von Lehrern an den Schulen des Landes überprüft.

Redet Tacheles: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Sieht Handlungsbedarf: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Überdies will sie die Grundschulempfehlung neu fassen und die Beratung der Familien beim Übergang in die weiterführende Schule verstärken. Als weitere Stellschraube nannte sie das Schreiben nach Gehör, das an den Grundschulen im Land keine Zukunft mehr habe. Sie nahm auch die Eltern in die Pflicht: Sie müssten zu Hause die Bedeutung von Schule und die Wertschätzung gegenüber Lehrern vermitteln. «Auch da gibt es durchaus noch Nachholbedarf.»

Laut der Studie des Instituts für Qualität im Bildungswesen (IQB) sackt der einstige Primus Baden-Württemberg im Ländervergleich auf hintere Ränge ab: Von Platz 2 im Fach Deutsch beim Zuhören rutschten die Neuntklässler im Land auf Platz 14, beim Lesen von Platz 3 auf Platz 13 und bei der Orthografie vom zweiten auf den zehnten Rang.

Wichtig sei, keine neuen Strukturdebatten anzuzetteln, so Eisenmann, und Ruhe in die Schulen zu bringen. Sie wolle mit Experten, Schulpraktikern, Eltern und Verbänden den besten Weg erörtern, das Bildungssystem wieder zum Erfolg zu führen. Eine von den Grünen angeregte Enquetekommission zum Thema Qualitätsentwicklung in der Bildung befürwortete sie allerdings nicht. Aus der FDP und der SPD kamen Angebote einer engen Zusammenarbeit mit dem Ziel eines längerfristigen Schulfriedens beziehungsweise einer Enquete.

In der Debatte spielte die Frage nach der Verantwortung für den Absturz Baden-Württembergs im bundesweiten Bildungsvergleich eine große Rolle. Die grün-rote Vorgängerregierung habe die Schulen unter Druck gesetzt und mit den Folgen ihrer Reformen allein gelassen, sagte CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart. Der «Sündenfall» habe 2011 mit der Regierungsübernahme durch Grün-Rot begonnen. Diese Koalition habe eine neue Lernkultur eingeführt ohne Noten, Leistungserwartung und pädagogische Verbindlichkeit. Das Motto habe gelautet: «Jeder macht, was er will, aber keiner muss mehr können, was er eigentlich sollte.» Der unter Grün-Rot zum Lernbegleiter degradierte Lehrer müsse wieder seine Fachkompetenz zur Geltung bringen dürfen.

SPD: Schavan ist schuld

Der SPD-Bildungsexperte Stefan Flust-Blei wies die Vorwürfe zurück. Er erinnerte daran, dass Hintergrund der Resultate der IQB-Studie der von der damaligen Kultusministerin Annette Schavan (CDU) verantwortete Bildungsplan aus dem Jahr 2004 sei. «Interessanterweise oder zufälligerweise hat nämlich die IQB-Studie 2015 damit genau den letzten Jahrgang des alten, dreigliedrigen Schulsystems inklusive verbindlicher Grundschulempfehlung abgetestet – aus schwarz-gelber Regierungszeit.» Die von Grün-Rot eingeführten und von der CDU und FDP bekämpften Gemeinschaftsschulen seien gar nicht getestet worden. Auch der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung seit 2012 habe das Ergebnis nicht beeinflusst.

Der Bildungsexperte der FDP, Timm Kern, verwies auf die Erfolge der schwarz-gelben Regierungszeit wie niedrigste Sitzenbleiberquote, Schulabbrecherquote und Jugendarbeitslosenquote. Statt das vielgliedrige erfolgreiche Bildungssystem zu erhalten, habe Grün-Rot aus ideologischen Gründen die Gemeinschaftsschule als «eine Schule für alle» angestrebt.

Aus Sicht von AfD-Fraktionschef Jörg Meuthen stand auf der Agenda: «Ideologie statt Verstand, Gemeinschaftsschule statt Gymnasium, Einheitsbrei statt Dreigliedrigkeit und Kuschelpädagogik statt Fachwissen.» So habe Grün-Rot einem funktionierenden Bildungssystem ohne Not das Fundament entzogen. dpa

Zum Bericht: Ex-Musterländle Baden-Württemberg stürzt im Bildungsvergleich ab – Eisenmann attackiert ihren Vorgänger Stoch

 

108 Kommentare

  1. “Nomen est omen”. Das nimmt Frau Eisenmann offenbar wörtlich. Die Ministerin gefällt mir prima!!

  2. Wer legt denn die Qualitätskriterien fest? Sind das nicht die Ministerien? Stellen nicht die Ministerien die Lehrer ein, die sie jetzt beschuldigen?

    • Wer senkt denn das Niveau der Lehrerausbildung immer weiter ab? Sind es die Lehrer? Wer fordert denn immer weniger fachliche Ausbildung, dafür mehr Pädagogik und mehr Didaktik, wo doch Studien zeigen, dass didaktische Fähigkeiten umso höher sind, je höher die Fachkenntnisse sind. Manchmal sollte man wissenschaftliche Erkenntnisse doch ernst nehmen.

      • Dann sollte man vielleicht auch eine wissenschaftliche Studie haben welche die wirklichen Gründe für das abschneiden der verschiedenen Bundesländer “wissenschaftlich” ermitteln und jetzt nicht wahllos irgend welche möglichen Gründe aus dem Laienärmel schütteln.

  3. War es nicht die Politik, die Schreiben nach Gehör einführte?

    @ Grundschullehrer in BaWü: War Schreiben nach Gehör verbindlich?

    Außerdem: Wieso sind Lehrer schlecht qualifiziert, wenn ihnen auf Fortbildungsveranstaltungen die Methode Schreiben nach Gehör schmackhaft gemacht wurde und sie ihre pädagogische Freiheit bei der Wahl der Methoden ausnutzten?

    Vielleicht ist der in der Überschrift suggerierte Kausalzusammenhang zwischen Schreiben nach Gehör und Qualifikation der Lehrer auch garnicht vorhanden.

    • Vor allem werden immer wieder Neuerungen eingeführt, ohne dass diese vorher wissenschaftlichen Überprüfungen standhalten müssen. Jede Mode wird kritiklos übernommen. Genau so wie jetzt das mit den Laptopklassen. Hauptsache es hört sich erst mal fortschrittlich an, was dann am Ende rauskommt ist egal – die Schuldigen sind ja schnell gefunden.

      • die leid tragenden allerdings auch …

      • Die Methoden sind wissenschaftlich überprüft.
        Sie sollen jedoch auch positiv für die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler wirken.
        Leider haben wir dafür für unsere Schulen keine Tests.
        Und leider achten wir auch noch immer fast ausschließlich auf die Entwicklung des Fachwissens als auf die menschliche Entwicklung unserer Schüler.

        • Es gibt keine Tests,
          1. weil die Schulbildung als Allgemeinbildung — was man auch immer darunter versteht — auf Fakten aufbaut.
          2. weil die Arbeitgeber Fachwissen voraussetzen
          3. weil die menschliche bzw. persönliche Entwicklung eines Menschen nicht messbar ist.

    • Schlecht qualifiziert sind die Grundschullehrerinnen nur dann, wenn sie nach dem Beobachten schlechter Ergebnisse an den propagierten Unterrichtsgängen festhalten.

      • Nun ja.
        Die Studie testet das Niveau in der 9. Klasse.
        Lesen nach Gehör wurde bei den jetzt getesteten Klassen also noch garnicht angewandt.

        • Kann aber schon sein. Die Methode ist doch nicht neu.

          • Die Methode „Lesen durch Schreiben“ wurde in den 1970er Jahren von Jürgen Reichen für den muttersprachlichen Primarschulbereich entwickelt. Mehrere neue didaktische Prinzipien der allgemeinen Unterrichtsgestaltung werden im Rahmen einer innovativen Herangehensweise an den Prozess des Lesenlernens umgesetzt. Wurde bis dato insbesondere die Vermittlung der einzelnen Buchstaben im Hinblick auf das schrittweise Lesenlernen favorisiert, aus dem sich dann der Schrifterwerb entwickeln sollte, geht diese Methode den umgekehrten Weg. Die Schüler sollen primär befähigt werden, jedes beliebige Wort in seine Lautkomponenten zu zerlegen und sie phonetisch vollständig aufzuschreiben – orthographische Korrektheit steht zunächst nicht im Vordergrund. Im Gegensatz zum herkömmlichen Fibelunterricht sind die Kinder demnach von Beginn an in der Lage, Wörter und auch Sätze aufzuschreiben. Als zentrales Hilfsmittel dient dabei die so genannte Anlaut- oder auch Buchstabentabelle. Nach Reichen entwickelt sich aus der Fähigkeit zu schreiben die Fähigkeit zum Lesen ohne ein direktes Lehren.

          • Ich kenne die Reichen-Methode zur Genüge, mississippi, weil ich sie selbst aus Überzeugung angewendet habe.
            Inzwischen bin ich desillusioniert, weil dieses selbstentdeckende Lernen “ohne ein direktes Lehren” nachhaltige Tücken hat. Es fördert meiner Erfahrung nach weder die Kreativität im Schreiben (außer in der abenteuerlichen Orthografie!) noch das flüssige, sinnentnehmende Lesen.
            Es stimmt zwar, dass Jürgen Reichen die Methode bereits in den 1970er Jahren entwickelte, doch durchgesetzt hat sie sich erst Jahrzehnte später, sonst wäre sie viel früher als Irrweg aufgefallen, der zu schwer korrigierbaren Rechtschreib- und Leseschwächen führt.

          • Die Methode ist auf jeden Fall keine 9 Jahre alt.
            Zumindest nicht in der schulischen Praxis.
            Die Schüler der heutigen Klassen haben jedenfalls noch nach alten Methoden schreiben gelernt.

          • Diese Behauptung ist nachweislich falsch. Ob wissentlich oder unwissenlich, kann ich nicht beurteilen, nur vermuten.
            Vielleicht macht es ja auch nur Spaß zu provozieren und damit Aufmerksamkeit zu erregen und Zuwendung zu bekommen.
            Falls das so ist, kriegen Sie noch mehr davon:
            Ich wünsche Ihnen nämlich eine gute Nacht.

          • – Eine befreundete Grundschullehrerin aus RLP hat vor etwa 10 Jahren mit der Reichen-Methode experimentiert und sich nach einem Durchgang davon abgewandt.
            – Wer “jedes beliebige Wort in seine Lautkomponenten zerlegen und sie phonetisch vollständig aufschreiben” will, schreibt “Ergebniss”, “gesammt”, “mann” und viele weitere Wörter anders als es die deutsche Rechtschreibung vorsieht. Man muss einfach akzeptieren, dass Deutsch nicht rein phonetisch ist.

          • Die Dame hat offensichtlich Mut zur eigenen Meinung und Entscheidung.
            Glückwunsch, wer solche Grundschullehrerin hat!

      • Und die Gymnasiallehrer auch.

  4. Die Methoden sind frei wählbar. M.E. liegt es nicht an der Methode. Die Kinder haben weniger Rüstzeug als früher. Aber wurde ja auch schon ausführlich diskutiert.

  5. Das funktioniert schlecht, auch wenn Deutsch nicht Muttersprache ist. Deshalb bleibt man nicht stur bei einer Methode. Da muss man sich nach den Voraussetzungen der SuS richten und differenzieren.

  6. gibt eigentlich Studien über einen Zusammenhang zwischen schreiben nach gehör und der Rechtschreibung bis hin zu lrs? spontan habe ich keine gefunden. die zur verschlechterung der Rechtschreibung von 1972-2012 ist mir nicht konkret genug auf schreiben nach gehör ausgerichtet.

    • Doch, es gibt die DESI (Deutsch Englische Schülerleistungen International) Studie von 2007 bis 2008 begleitet von Günther Thome. Eingeschlossen waren 11.000 Schüler der 9. Klassenstufe aus allen Schulzweigen( siehe auch ABC und andere Irrtümer über Orthographie,Rechtschreibung,LRS,Legastenie). Dort wurde aufgeräumt mit der Wortbildtheorie sich Schriftbilder, nicht einzelne Silben einzuprägen.Der Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben besteht nur unmittelbar mit einer Korrelation von 0,29.Lesen befördert die Argumentation mit 0,61,, die Sprachbewusstheit mit 0,61 und den Wortschatz mit 0,59 der Schüler, während die aktive Textproduktion die Rechtschreibung mit 0,69 beeinflusst .
      Wie soll man also Lesen durch schreiben lernen.Beim Lesen und Schreiben werden im Kernspint werden unterschiedliche Hirnareale aktiviert.

  7. Die Lehrer und Schulen haben sich den Müll mit dem “Schreiben nach Gehör” (und vielen anderen Unsinn, mit dem wir alle im Bildungswesen konfrontiert werden) bestimmt nicht ausgedacht. Das ganze Fiasko hat seinen Ursprung darin, dass Wer-oder-Was-auch-immer, der / die / das keine Ahnung von Schule hat, ständig neue “Ideen” *hust* hat (haben), von denen sie (also der, die, das) möglichst viele unter gleichzeitiger Einsparung von Personal und Geldmitteln sowie von Sinn und Verstand, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken möglichst schnell (fernab von jeglicher stabiler Grundlage) über’s Knie brechen. Dass wir bei PISA trotz (wohl eher wegen) der neuen Schnapsideen gleichbleibend schlecht abschneiden, liegt weder daran, dass die Schüler heutzutage schlechter sind, noch daran, dass die Eltern oder Lehrer schlechter sind, sondern schlichtweg daran, dass immer mehr, mehr, mehr Müll eingeführt wird, anstatt mal zurückzuschrauben und diese kontraproduktive Reizüberflutung zu umgehen. Das “System” ist schon schwerkrank. Manchmal ist weniger mehr. Dann klappt es auch mit PISA

    • Müssen wir gut in PISA sein? Mir würde es reichen, wenn die Kinder gut gebildet werden und später ihren Beruf kompetent ausüben können.

    • Ich halte von diesem ganzen Qualitätests nichts, da sie einzig ein gefordertes Wissen überprüft, das zu einem bestimmten Alter abfragbar sein soll.
      Kein einziger Test prüft die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler.
      Warum eigentlich nicht?

      • ich kopiere meinen Kommentar von oben:

        Es gibt keine Tests,
        1. weil die Schulbildung als Allgemeinbildung — was man auch immer darunter versteht — auf Fakten aufbaut.
        2. weil die Arbeitgeber Fachwissen voraussetzen
        3. weil die menschliche bzw. persönliche Entwicklung eines Menschen nicht messbar ist.

        • Nun ja.
          Ob es keine Tests gibt bezweifle, zumal jeder Mensch jeden Moment seines Lebens damit verbringt zu entscheiden was ggf. besser oder schlechter für ihn und sein Leben ist.

          • Aber ein Mensch kann sich nicht selbst auf irgendetwas testen, weil er das Ergebnis nicht einordnen kann. Außerdem sind “besser” oder “schlechter” relative Begriffe, die für jeden Menschen anders sind.

            Wenn man 100 pubertierende Schüler fragt, ob zum aktuellen Zeitpunkt das Lernen von Matheformeln oder Daddeln am Smartphone besser ist für sie, antwortet die große Mehrheit mit Daddeln. Ob das aber besser für ihr Leben ist, merken sie erst viel später und rückblickend.

  8. Der Logos fehlt. Das Wort. Und der klare Gedanke. Das ist das eigentliche Problem. d oder t kann irgendwann (fast) jeder unterscheiden, zumal in irgendeinem Doofmann-Multiple-Choice-Vergleichstest. Das Produzieren von Sinn im Medium eines zusammenhängenden Textes aber: Das gelingt nicht. Und vielen ist´s herzlich egal. Zum Beispiel den Politikern, die zu solchen Unterscheidungen nicht fähig sind, weil sie eben keine Fachleute sind. Insoweit das Schreiben ein Spiegel des Denkens ist, mache ich mir Sorgen um Schüler und auch um Erwachsene. Ich verwende mittlerweile am Lehrplan vorbei schon in Klasse 5 ganze Monate, um Zeichensetzung zu trainieren, damit das Denken in eine Struktur gezwungen wird.

    • Mit Ihrem “Doofmann-Multiple-Choice-Vergleichstest” sind alle Ihre Aerzte, Richter usw und Sie selbst bei der Fahrpruefung getestet worden. Bitte, hier keinen neuen Troll-Popanz aufbauen

      • Zu den Multiple-Choice-Tests gab es noch eine praktische Prüfung und inzwischen auch direkte Prüfungen. Viel Spaß beim Lernen der drei Teilabschnitte des Staatsexamens.

  9. Ich selbst habe nach der Ganzsatzmethode lesen gelernt. Wir konnten die Sätze halt auswendig. Fakt ist, man kann das Lesenlernen so gut wie nie verhindern, egal mit welcher Methode. Ob diese Auswirkungen auf das ganze Schülerleben hat, ich weiß nicht…

    • Die Ganzsatzmerhode ist zwar völlig anders als die Methode “Lesen durch Schreiben”, war aber ein ebenso großer Sündenfall und Ursache dafür, dass etliche Schüler nur unzureichend Lesen und Schreiben lernten und schlimmstenfalls Analphabeten blieben. Glücklicher Weise überlebte diese Methode nur wenige Jahre, weil ihre unseligen Folgen sehr viel schneller erkannt und ernst genommen wurden als die Schwachstellen der Reichen-Methode
      Es ist immer ein Fehler, wenn sich Reformer für so begnadet halten, dass sie bewährte Lernmethoden und -inhalte meinen radikal abschaffen und ändern zu müssen.
      Eine der vornehmstenn Lehreraufgaben ist meiner Meinung nach, nicht auf alles aufzuspringen, das als modern und fortschrittlich oder auch als gerechter und humaner verkauft wird. Die Welt ist heute voller denn je von Marktschreiern und Modemachern, nicht zuletzt im Pädagogik- und Bildungsbereich.

      • Ist schon blöde dass die Wissenschaft nicht nur in technisch, physikalischen Bereichen neues Wissen findet, sondern auch in der Geisteswissenschaft.
        Es geht auch bei Lernformen nicht um neue Ideen, sondern um neue Erkenntnisse im Bereich der Neurologie und Erkenntniss Wissenschaften.

    • Kluge Kinder lernen nach jeder Methode Lesen und Schreiben. Für die Nichtgenialen ist es aber wichtig, dass die Methode gut ist. Übrigens ist nicht das Lesen, sondern das Schreiben das Problem!

      • Beides ist das Problem, wobei schlechtes Lesen allerdings die Folge von schlechtem Schreiben ist.
        So betrachtet haben Sie Recht, wenn Sie im Schreiben das eigentliche Problem sehen.

        • Neuere Studien besagen aber: schreiben lernt man durch schreiben, lesen durch lesen. Also beides durch entsprechende Übung.

          • Stimmt, Übung macht auch hier den Meister.
            Es ist nur so, dass gute orthografische Kenntnisse das Lesen erleichtern und schlechte erschweren.
            Ein guter Leser erkennt Wörter automatisch wieder, weil er sie in ihrer genormten Form als Vorstellung im Kopf hat. Er braucht sie nicht mehr Buchstaben für Buchstaben, Laut für Laut zu erlesen.
            Dieser orthografisch korrekte Wortschatz fehlt den Schülern weitgehend, die gelernt haben, dass sie Wörter schreiben können, wie sie wollen.

          • Aber so funktioniert es auch mit dem Schreiben. Hier müssen Schüler nicht mehr Buchstabe für Buchstabe nachdenken, sondern schreiben – falls sie noch Schreibschrift lernen dürfen – die Wörter als Ganzes zu schreiben.

          • Oh wei, was für ein Satz – sorry.

            Es muss natürlich heißen:
            , sondern lernen – falls sie noch Schreibschrift lernen dürfen – die Wörter als Ganzes zu schreiben.

      • Schon Herr Goethe hat erkannt, dass es nicht wichtig ist die Worte richtig zu schreiben, sondern nur den Inhalt der Botschaft richtig darzustellen.
        Dir weniger genialen Menschen brauchen eine gute Rechtschreibung um sich gescheit zu fühlen.
        Die genialen Menschen zeichnet eine gescheite Fantasie aus.

        • Nun gibt es ziemlich viele Menschen, die sprachlich gesehen weniger genial als Goethe sind …

          • Und?
            Für die ist es auch nicht wichtig super gut Rechtschreibung zu beherrschen. Wichtig ist, dass der Inhalt des Geschriebenen verständlich ist. Und der Sinn ergibt meist aus dem Kontext und nicht zwingend aus der Rechtschreibung.

          • Dann haben Sie aber keine Ahnung davon, wie hinderlich es ist, länger Geschriebenes zu entschlüsseln und zu verstehen.
            Ich bin geradezu entsetzt, wie jemand so wenig Wert darauf legen kann, dass Kindern halbwegs richtige Rechtschreibung beigebracht wird, die ihnen auch das Lesen erleichtert.
            In einer Informationsgesellschaft, bei der vieles über Schreiben und Lesen läuft, ist jeder Mensch ein Stück weit “behindert”, der die Kulturtechniken unzureichend beherrscht.
            Es ist doch kein Kunststück und erfordert auch nicht höhere Intelligenz, sie befriedigend zu erlernen.

          • Ein Kunststück ist das wirklich nicht. Es erfordert allerdings ein gehöriges Maß Ehrgeiz, Training, Geduld und Frustrationstoleranz. Je schwächer die Schüler sind, desto schwächer sind diese Bedingungen ausgeprägt, was im Endeffekt einen Teufelskreis hervorruft.

        • ZU Goethes Zeit gab es noch keine amtlich festgelegte Orthographie, und natürlich konnte er in seinen, ihm bekannten Regeln schreiben. Die Wortruinen ,welche bei LdS entstehen kann man überhaupt nicht mehr lesen. Realschule 9 Klasse Vojawär (Feuerwehr), angehender Hauptkommissar mit Abitur: besch (beige), Failjen (Veilchen),Vlider (Flieder). Warum vermeiden diese Menschen wohl das Schreiben? Das ist reinste Rechtschreibanarchie!

          • Und dann würde ich mal gerne wissen , in welcher Schreibphase sich diese beiden Personen befinden, oder ist diese Eingliederung für das Lernen des Schreibens überhaupt relevant? Wahrscheinlich sind diese Phasen überhaupt nicht relevant. Jedenfalls hat noch niemand diese Phasen nachgewiesen. Es handelt sich eben einfach nur um ein theoretisches Konstrukt, was unsere lieben Hauptvertreter im Grundschulverband wieder für ihre Zwecke missbrauchen. Immerhin steht wohl die geballte Kraft von 2,3 % der Grundschullehrer hinter diesem Verband. Aber wie sagte noch die Baden-Würtembergische Verbandsvorsitzende: Lesen durch schreiben zu verbieten wäre genauso als würde man das Krabbeln von Kindern verbieten. Und Lesen und Schreiben lernen sind dann wohl automatische Entwicklungsprozesse? Welch ein abstruser Schwachsinn! Und dann natürlich empirisch belegt, also nicht wissenschaftlich, rein ideologisch fundiert, so wie Reichen eben sämtliche Regelwerke abgelehnt hat, weil diese einer Beamtenmentalität Vorschub leisten würden. Wie konnte man Anhänger einer derartigen Ideologie werden. Wir brauchen in den Schulen keine Irrationalität, genauso wenig in der Medizin.Da werden Leitlinien an Hand großer ,übernationaler Studien festgeschrieben und der ganze übrige Mist gehört in die Geschichte der Medizin.

          • Drath habe ich auch schon regelmäßig gelesen.

            Leider ist heutzutage für den Bildungsabschluss keine gute Rechtschreibung mehr erforderlich, weil sie nur maximal 10% der Endnote ausmacht. Ausnahme sind die LRS-Fälle, von denen aber die allermeisten unter “nicht gelernt/trainiert” als unter “aufgrund von genetischer Veranlagung nicht gelernt haben können” laufen dürften.

          • Texte erschlossen sich schon zu Goethes Zeiten aus dem Kontext und nicht aus der Rechtschreibung. Und natürlich gab es auch zu Goethes Zeiten Rechtschreibregeln. Wenn auch nur regional begrenzte und womöglich nicht amtlich verordnet.

        • Es muss Ihnen doch wohl klar sein, dass sie Kindern, denen sie eine Syntax, Orthographie und Wortvielfallt vorenthalten, schweren Schaden in deren persönlicher Entwicklung zufügen. Das ist unterlassene Hilfeleistung im Amt, und das werden sich die Eltern auch nicht mehr länger bieten lassen. Sie werden an Ihren Leistungen bemessen, so wie jeder andere auch.Das ist das umgekehrte feedback. Schauen sie sich mal liber die Hattie- Meta-Analyse an oder lassen sie sich diese von Prof. Zierer in Internet-Vorträgen erklären.Oder von Herrn Prof.Herbert Beck über Neurodidaktik oder Wie wir lernen.Oder wollen sie den Kindern gar nichts mehr vermitteln? Auf den Lehrer kommt es an.

    • Das war damals der reinste Grauen beim Lese- und Schriftspracherwerb. Ich habe das Schreiben dann durch meiner Mutter mit Hilfe von unterstützen Diktaten gelernt und der direkten Hilfe. Das nennt man heute mikro-teaching.

  10. @ Sophia: Ich gebe Ihnen ja Recht. Meine favorisierte Methode ist eine Mischung des analytisch-synthetischen Verfahrens kombiniert mit Reichen. Ehrlich gesagt konnte ich lesen bevor ich in die Schule kam nur durch Beobachtung meiner Schwester beim Hausaufgaben machen. Ich war in einem Klassenzimmer, in dem Klasse 1 – 4 von einem Lehrer unterrichtet wurde und er bestimmt nicht viel Zeit für Einzelförderung hatte. Auch meine eigenen Kinder konnten in kurzer Zeit ohne viel Brimborium lesen. Vielleicht liegt es auch daran, dass zu Hause viel gelesen und vorgelesen wurde und sie von klein auf die Nasen in Bücher steckten. In der Schule wundere ich mich immer, wie zäh das sein kann.

  11. “Schreiben nach Gehör” ist ein Verbrechen an den Kindern wie es “Rechnen nach Gefühl” wäre. 2 plus 3 wäre dann beispielsweise erstmal solange 6 oder 7, bis ich irgendwann merke, dass ich dauernd zuviel bezahle?!

    • Wenn ich darüber nachdenken wie oft alleine im letzten Jahrhundert die Rechtschreibregeln reformiert wurden, und die Regeln der Mathematik, dann weiß ich warum 2+1=3 war, ist und bleibt, sowie, warum Rechtschreibung Unsinn ist.

  12. Das Problem des ganzen Methodenzirkus ist doch ein anders: Während die Ausbilder von Gymnasiallehrern meist Fachprofessoren sind und sich mit echter Wissenschaft befassen, werden Grundschullehrkräfte oft an pädagogischen Hochschulen ausgebildet. Und um dort einen Lehrstuhl zu bekommen, muss man Veröffentlichungen vorweisen. Und dafür ist keine Idee zu bescheuert, um nicht aufgegriffen zu werden, und kein Testverfahren zu verfälscht, um nicht in eine Studie einzufließen.

    Und dann kommt halt so etwas wie “Schreiben nach Gehör” raus. Das klingt auf den ersten Blick nicht nur bescheuert, das ist es auch.

    Wenn ich aber meine “Studie” gut genug gefälscht oder zumindest nicht valide gemacht habe, ist meine ansich bescheuerte Methode laut dieser “Studie” dann der ganz große Renner, bis man nach ein paar Jahren merkt, dass es (natürlich) nicht funktioniert. Aber dann hat der “Wissenschaftler”, der das erfunden hat, schon den Lehrstuhl oder alternativ das Renomee.

    • Wieso studieren Ihrer Meinung nach die meisten zukünftigen Lehrkräfte für die Primarstufe in BaWü?

      … nämlich das letzte Bundesland, in dem es noch PHs gibt.

      Realitätsverweigerung ist keine gute Ausgangslage für eine ernsthafte Beteiligung an Foren.

      • Na ja, zumindest an “meiner” Uni wurde die PH zwar angegliedert, die GHR-Lehrer studieren unabhängig von der Fächerkombination trotzdem noch dort mit dem dortigen Personal und didaktischem Schwerpunkt. GyGeBK-Lehrer werden an den spezialisierten Fakultäten mit den fachlichen Spezialisten ausgebildet. Die Didaktik bleibt dabei allerdings auf der Strecke, obwohl es sich in den vergangenen 20 Jahren zumindest quantitativ verbessert hat, qualitativ kann ich nicht beurteilen, zu meiner Studienzeit hatten die pädagogisch-didaktischen Veranstaltungen mit dem späteren Lehreralltag abgesehen vom theoretischen Überbau wenig bis nichts zu tun.

      • Die PHs in BaWü stehen der universitären Ausbildung der GH – Lehrer in nichts nach. Es gibt über das Land BaWü hinaus von den dortigen PHs sehr gute Referenten, die auch bei uns in Bayern zu Lehrerfortbildungen angefragt werden. Ebenso schreiben einige Lehrerende von dort qualitativ hochwertige Artikel in Fachzeitschriften mit Praxisbezug. Eine komplette Integretation in die Unis ist der Idealfall. Wenn die PHs schon in die Unis integriert werden, dann sollte dies kein Sparmodell sein, sondern die Unis sollten mit den Errungenschaften der PHs erweitert werden. Von der Uni Dortmund kommen z.B. gute, praxistaugliche Dinge für die Mathematik in der Primarstufe, die die Mathematik in Bayern in der Grundschule beeiflussen. Letztendlich kommt es immer darauf an, wie ein Land seine Lehrerausbildung organisiert und was es daraus macht. Eine schlechte Integration der PHs in den Unis lässt die praxisorientierte Pädagogik leiden. Ich halte die PHs in BaWü für qualitativ hochwertig.

        • Ich würde mir wünschen, dass PHs mehr mit anderen Wissenschaften, z. B. Intelligenzforschung, Erkenntnislehre, Psychologie und Soziologie zusammen arbeiten, so dass die neusten Erkenntnisse aus deren Forschung schneller in die schulische Praxis aufgenommen werden können.

          • Wer sagt denn, dass dem nicht so ist?
            Und wer kann nachweisen, dass an Universitäten eine bessere Verzahnung geleistet wird?

            In welchen Ländern gibt es PHs, in welchen werden Lehrkräfte an Universitäten ausgebildet? In welchen Universitäten sind die DozentInnen oder ProfessorInnen nur für die Ausbildung der Lehramtsstudierenden zuständig, in welchen sitzen Studierende des Lehramtes mit welchen aus anderen Fächern in gleichen Vorlesungen, Seminaren und Prüfungen?

            Der Wunsch nach Studieninhalten aus den Bereichen ” Intelligenzforschung, Erkenntnislehre, Psychologie und Soziologie” wird seit Jahrzehten in der Ausbildung umgesetzt, indem Studierende des Lehramtes Veranstaltungen aus diesen Bereichen nachweisen und Prüfungen in diesen Fächern ablegen müssen.
            Oder sollte das inzwischen bundesweit wieder anders sein?

          • @Rü
            Sie dürfen nicht vergessen, auch die Philosophie mit deren neusten Erkenntnissen aus z.B. der Forschung von Herrn David Precht zu erwähnen, die ebenfalls möglichst schnell in die schulische Praxis aufgenommen werden sollten.
            Doch Ironie beiseite. Damit kein Irrtum entsteht: Was Sie als Wunsch äußern, ist doch längst Wirklichkeit. So genannte Experten der Gehirn- oder Intelligenzforschung, Erkenntnislehre, Psychologie oder Soziologie tummeln sich doch längst auf dem lukrativen Bildungsmarkt, der auch die Lehrerausbildung umfasst.
            Mir wäre lieber, das Pädagogikstudium, das Schulsystem und die Schulpraxis wären freier von diesen ideologiebelasteten “Wissenschaften”, die ständig für Veränderungen (genannt Reformen) sorgen, weil sie in immer kürzeren Abständen neue Überzeugungen in die Welt setzen, je nachdem, welche “Koryphäe” gerade das Sagen hat und die Richtung bestimmt.
            Wir brauchen nicht noch mehr Mitsprache, sondern weniger. Ebenso ist es mit den Reformen.
            Oftmals habe ich sogar den Eindruck, bestimmte Rückschritte brächten wahren Fortschritt.
            Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Meiner Meinung nach betreiben jetzt schon zu viele Köche das Geschäft mit der Schule.

            Ihr weiterer Kommentar um 14:26 verschlägt mir die Sprache. Doch ich habe keine Lust mehr, auch noch auf ihn einzugehen.

        • Das Prolbem der Lehramtsstudierenden egal ob Primar-, Sekundarstufe I oder II ist doch, dass die pädagogischen Lehrstühle so gut wie nicht in den universitären Betrieb eingebunden sind.

          Die fachwissenschaftlichen Vorlesungen werden bei den entsprechenden Fakultäten abgehalten, die erziehungswissenschaftlichen Vorlesungen bei den pädagogischen “Leerstühlen” und um die Fachdidaktik streiten sich letzendlich die Fachwissenschaften mit den Erziehungswissenschaften.

          Dazwischen hängen die Lehramtsstudenten – für die Fachwissenschaften sind sie ein Klotz am Bein, der aber Stellen bringt, und für die Erziehungswissenschaften sind sie Verwaltungsfälle, da diese Fachwissenschaft lieber Erzieher und Sozialpädagogen aber keine Fachlehrer ausbilden möchte.
          An den Hochschulen bricht für dieses Klientel niemand eine Lanze – und so werden die Lehrämtler von den Pädagogen und den Fachwissenschaften als “Halbgebildete” mehr schlecht als recht verwaltet.

          Warum dann die SekIIer ihre Nase so hoch tragen müssen, ist letztlich nur deshalb erklärlich, weil jede “arme Sau” eine noch ärmere finden muss, auf der sie herum hacken kann.

    • Von wissenschaftlichen Verfahren haben Sie offensichtlich keine Ahnung.
      Um wissenschaftliche Erkenntnisse als anerkannt zu betrachten und in die Lehre einfließen zu können reicht keine Abschlussarbeit eines Unistudiums.

    • Brübelmann

  13. Ich gehe davon aus, dass hier die PHs Baden-Württembergs zur Diskussion stehen.
    Und ich sehe kein Problem in der rein fachlichen Ausbildung von Lehrern.
    Lehramt studieren in der Regel Abiturienten, bei denen die fachlichen Voraussetzungen eigentlich schon gegeben sein sollten.
    Und es unterrichten seit 2009 zudem nicht nur neu eingestellte Lehrer, sondern überwiegend Lehrer mit vielen Praxisjahren. Und genau da sehe ich die Problematik.
    Bei einer Systenunstellung müssen m. E. besonders Lehrer mit viel Praxis geschult werden. Gerne auch in den Ferien.
    Ich würde ohnehin begrüßen, wenn alle Weiterbildungen von Lehrern in den Ferien stattfinden würden. Auch Lehrern sollten 30 Tage Urlaub/Jahr genügen. Die restlichen Ferientage könnten für Weiterbildungen genutzt werden. Und zwar nicht für fachspezifische Weiterbildung, sondern konkret in psychologischen, soziologischen etc. Bereichen.

    • Sie sind offensichtlich kein(e) Lehrer(in). Denn andernfalls würden Sie gleichzeitig einfordern, dass ein Lehrer bei einer Vollzeitstelle nach 40 Zeitstunden in der Woche den Griffel hinlegen kann. Bitte wundern Sie sich dann allerdings nicht, wenn spätestens Donnerstags nach der zweiten großen Pause, in Klausurphasen je nach Fächerkombination schon Mittwochs, die Schule mangels anwesender Lehrer dichtmachen muss, die ganzen Konferenzen, Elternsprechtage und Tage der Offenen Tür nicht mit eingerechnet.

      • Ein junger Gymnasiallehrer aus dem Bekanntenkreis schreibt akribisch seine Arbeitszeiten auf und legt nach 40 Stunden in der Woche den Griffel hin (die Unterrichtsstunden der Woche kalkuliert er gleich zu Anfang ger Woche ein). Die SuS lässt er auf die Korrektur der Klassenarbeiten warten. Mal sehen, wie lange er das durchhält…

        • Im Normalfall gibt es 30 Wochentage Urlaub bei sechs Werktagen. Das sind folglich 5 bis 6 Urlaubswochen. Hinzukommen die gesetzlichen Feiertage.
          Bei geschickter Planung erhält man einschließlich der Sonntage bis zu 8 Wochen Urlaub. 52 minus 8 Wochen ergibt dann 44 Arbeitswochen zu 38,5 Wochenstunden. Somit wäre mein Jahresarbeitszeitkontingent nach rd. 1700 Zeitstunden erschöpft.
          Da es mir als Lehrkraft ja so gut geht, rechne ich die 1700 Arbeitsstunden immer auf die 40 Schulwochen um und komme somit auf eine wöchentliche Arneitszeit von 2540 Minuten – also genau 508 Minuten je Schultag oder 8,5 Zeitstunden.

          Lege ich diesen Zeitma0stab an, dann müsste ich dieses Schuljahr etwa Ende Mai/Anfang Juni durch sein und müsste die Zeit bis zum regulären Anfang der Sommerferien in NRW zeitnah meine Überstunden abfeiern (mit E11 gem TV-L bin ich nämlich bei weitem kein AT).

        • Das halte ich üblich wie es Ihr Bekannter macht..
          Genau darum geht es aber letztlich.. Denn es gibt viele Lehrer die nach 40 Stunden, zurecht, den Griffel nieder legen.
          Doch genau das führt dann zu Mängeln deren Gründe nie ans Tageslicht kommen.
          Meine Intention nicht, dass Lehrer mehr Arbeitszeit als andere Arbeitnehmer leisten sollen, sondern der tatsächliche Arbeitsaufwand zu Tage tritt und genügend Stellen besetzt werden.
          Das würde alle Lehrer entlasten und käme den Schülern zu Gute.

      • Sie argumentieren im Grunde nur dafür, dass mehr Lehre an die Schulen müssen, damit sie eben am Donnerstag noch nicht 40 Stunden gearbeitet haben.
        Und möchte ich auch an das Engagement der Lehrer appellieren sich gegen diese Missstände endlich zu wehren und in die öffentliche Diskussion zu bringen anstatt immer nur drüber zu referieren wie fleißig sie doch sind.

    • Selten so gelacht. Wenn ich alle Tätigkeiten als Klassenlehrer und sonstige administrative Tätigkeiten in die unterrichtsfreie Zeit verlagern würde und während der Unterrichtszeit wöchentlich nur meine 38,5 Zeitstunden als Tarifbeschäftigter abreißen würde, es bliebe viel Arbeit liegen. Hinzu käme dass ich Ihrem Vorschlag folgend etwa die Hälfte der Ferientage außerhalb der “Werksferien” im Sommer nehmen würde.

      • Dann sollte es ja kein Problem darstellen diese Tätigkeiten dokumentiert und nachprüfbar auszuüben.
        Und würde sich herausstellen, dass die Tätigkeit in der vorgegebenen Zeit zu leisten ist, dann wäre dies ein unschlagbares Argument für die Einstellung von mehr Lehrern.
        Ich möchte keinem Lehrer Faulheit unterstellen.
        Kenne jedoch viele Lehrer und habe viele im Bekanntenkreis. Daher kenne ich auch viele Lehrer die sehr geschickt darin administrative Arbeiten auf ein Minimum zu organisieren.
        Denn ich sehe es durchaus wie Sie.
        Bei der vorgesehenen Refegelarbeitszeit BLEIBT tatsächlich bei vielen Lehrern viel liegen. Und wenn dann auch noch Weiterbildung dazu kommt, noch viel mehr.
        Ich plädiere dafür, dass alle Lehrer ihre Arbeiten an der Schule ableisten müssten, wodurch die Notwendigkeit mehr Lehrer einstellen zu MÜSSEN sehr schnell und klar zu belegen wäre.
        Ich denke Sie wissen wie ich, dass Lehrer mit erhöhten administrativen Aufgaben dafür, nebenbei Vorbereitungszeiten, auch mehr Freistellung von Unterrichtszeiten erhalten.

        • “Ich denke Sie wissen wie ich, dass Lehrer mit erhöhten administrativen Aufgaben dafür, nebenbei Vorbereitungszeiten, auch mehr Freistellung von Unterrichtszeiten erhalten.”
          Ich kann mich nur wundern und frage mich, was sie für Lehrkräfte kennen. Von Entlastungen oder Freistellungen kann keine Rede sein, es gibt vereinzelt Ausnahmen für Leitungsaufgaben in weiterführenden Schulen, bevorzugt Sek II.

          Die Dokumentation der Aufgaben fand in Niedersachsen über 1 ganzes Jahr innerhalb einer Studie, die durch die Uni Göttingen durchgeführt und ausgewertett wird/wurde.
          Abgesehen von Datenmaterial zur durchschnittlichen Lehrerarbeitszeit wurde ebenfalls nach der Belastung gefragt und Lehrkräfte gaben an, dass sie über Gebühr arbeiten und kaum Freizeit und Erholung haben oder aber Prioritäten setzen (müssen), sodass Abstriche in der Unterrichtsvorbereitung und/oder -qualität sowie bei den zusätzlichen Aufgaben gemacht werden, um zumindest einen Teil der Aufgaben angemessen verrichten zu können.

          Es ist immer leicht, Forderungen aufzustellen und Aufgaben zu verteilen.
          Die Nachfrage nach Fortbildungen während der Ferien bei gleichzeitiger Gewährung von 30 Urlaubstagen im Jahr zuzüglich freien Feiertagen und Sonntagen oder entsprechendem Ausgleich ist realitätsfremd.

          • Ich lebe in Baden-Württemberg und bin seit Jahrzehnten mit einer Lehrerin verheiratet und kenne daher die Gegebenheiten in Baden-Württemberg.
            Und hier gibt es Freistellung vom Unterricht, wenn zusätzliche Aufgaben übernommen werden müssen.
            Zudem mag ich Studien nicht bei denen die betroffenen Arbeitnehmer ihre Belastung selbst einschätzen sollen. ☺

          • Funktions- oder Leitungsstellen erhalten höhere Besoldungsstufen und deshalb nicht unbedingt mehr Entlastung.
            Entlastungsstunden kommen – hier in NRW – aus dem allgemeinen Topf sofern sie nicht gesetzlich wie Entlastung für SV-Lehrer, anerkannte Behinderung oder Altersermäßigung geregelt sind. Je Vollzeitkraft sind das 0,5 WS. Eine große Schule mit rd. 90 Vollzeitkräften kommt so auf annähernd 50 WS zusammen, aus der dann Entlastung für besonders zeitintensive Tätigkeiten wie Stundenplanung, Pflege der Datenbak, Pflege von Sammlungen etc. gewährt werden kann.

            Glauben Sie mir – ich habe sowohl in der “freien Wirtschaft” als auch bei anderen Behörden gearbeitet -, nirgends ist die Arbeitsbelastung so hoch wie an Schulen. Das ist nicht durchgehend so, aber es gibt Phasen, da sammelt man Mehrarbeitsstunden, die nicht abrechenbar sind, da sie nicht vor Schülern angefallen sind, die in anderen Bereichen zu mindestens einer Woche Freizeitausgleich führen würden.

          • “Je Vollzeitkraft sind das 0,5 WS. ”

            Von solchen Zahlen kann ich nur träumen.
            Man kann sie nicht pauschal auf alle Bundesländer und Schulformen übertragen.

            Wie schön, wenn in BW und offenbar auch in NRW Lehrkräften Entlastungen gewährt werden können.

    • @Rü
      Sie sind bei Lehrern “nicht für fachspezifische Weiterbildung, sondern konkret in psychologischen, soziologischen etc. Bereichen”.
      Außerdem sagen Sie, dass “Lehrer mit vielen Praxisjahren” problematisch und besonders fortbildungsbedürftig seien.
      Diese Aussagen bringen mich zu der Vermutung, dass es Ihnen bei der Weiterbildung von Lehrern um so etwas wie Gesinnungsnachhilfe oder -veränderung geht.
      Hier mögen Sie Recht haben, dass erfahrene Lehrkräfte in ihrer Meinung oft gefestigter sind und sich nicht von jedem Hauch eines gesellschaftspolitischen Zeitgeistes und seiner Propaganda vereinnahmen lassen.
      Ich halte das für eine Stärke und keinen Fehler, der durch nicht-fachspezifische Fortbildungskurse ausgetrieben werden müsste. Im Gegenteil.
      Auf die Schulen prasseln meiner Meinung nach sowieso schon zu viele Aufgaben von “moderner” Gesinnungspflege und “fortschrittlicher” Gleichmacherei ein, die zwar schön eingehüllt sind in Moralpapier, mir aber trotzdem oder gerade deswegen suspekt sind.

      • Wenn Sie Ihre Sicht der Dinge als Gesinnung betrachten dann geht es Ihnen sicher um Gesinnung.
        Mir geht es um wissenschaftliche Erkenntnisse zum Lernprozess und Anforderungen an die Menschen der nächsten Jahrzehnte und mehr.
        Kaufen Sie kein modernes Auto oder moderne Maschinen die mit neuester Technik ausgestattet sind, weil Sie es ideologisch nicht übers Herz bringen etwas anders als einen VW-Käfer zu kaufen?

        • Wenn ich eine Aussage treffen will, restauriere ich den Käfer. Ansonsten gibt es eine Mainstream-Schleuder von der Stange. Hauptsache das Preis-Leistungdverhältnis stimmt. Die Technologie ist zweitrangig, ebenso wie die Farbe, wenn der Preisnachlass stimmt.

          Es geht nämlich nicht darum, ob Bildung preiswerter vermittelt werden kann, es geht um die Forderung, dass sie billig zu vermitteln sein soll. Wobei das alles nichts mit Billigkeit sondern mit Beliebigkeit im derzeitigen System zu übersetzen ist.

          Nur macht es keinen Sinn, dass mit Ihnen zu diskutieren, Sie schlagen ja auf den Sack, weil Sie eigentlich den Esel treffen wollen.

          • Genau darum geht es aber.
            Wir sollten bei der Schulbildung endlich kein Billigstangebot und Mainstreambilung bleibt sondern Geld und wissenschaftliche Erkenntnisse heran gezogenen werden um eine zukunftssichere Schulbildung zu gewährleisten.
            Wenn für Sie die Meinungsäußerung anderer ein auf den Sack hauen ist, nur weil es Ihrer Ideologie nicht entspricht, dann ist das Ihr Problem nicht meines. ☺

          • Welches Geld und welche gesicherten, wissenschaftlichen Erkenntnisse?

            Wenn diese beiden Voraussetzungen gegeben wären, könnte man darüber sprechen.

            Wissen Sie eigentlich mit wie viel Aufwand in der freien Wirtschaft ein neues Projekt initiiert wird und wie umfangreich das Prozedere bis zum “Roll out” ist?
            Im Schulbereich wird auf Drängen der B-Stiftung nach einer kritischen Bestandsaufnahme namens PISA seitens der OECD ein Konzept eines didaktischen Lehrstuhles per Verwaltungsanweisung an den Start gebracht. Wenn man Glück hat wurden in den Kompetenzzentren ein paar Kolegen mit dem Konzept vertraut gemacht, um als Multiplikatoren zu dienen. Entsprechende Veranstaltungen dürfen dann gegen Erstattung der Kosten aus dem Fortbildungsetat währen eines SchILF-Tages im Schuljahr durchgeführt werden.
            Da alle anderen Fortbildungen von Schülerflüchtern, die abgeordnet sind, angeboten werden, finden Fortbildungen grundsätzlich während der Dienstzeit solcher Schülerflüchter – also in der Unterrichtszeit – statt. Fortbildungen am Wochenende werden nicht angesetzt, da die Dozenten ja einen höheren Stundensatz in Rechnung stellen können. Bundesweite Fortbildungen fallen bei irgendwelchen Bundesländer ohnehin in die Ferien.

            Im übrigen, die zukunfstsichere Schulausbildung hat es gegeben, sie wurde der Zukunftsgläubigkeit geopfert. Früher konnte ein Großteil der Schüler am Ende der Pflichtschulzeit (achtes bzw. neuntes Schuljahr) halbwegs sicher Lesen, Schreiben und Rechnen.

        • @ Rü
          Lesen sie die Hattie -Studie und erkennen sie endlich was effektiver Unterricht ist. Unser Schulsystem darf nicht so weiter verkommen!
          Oder hören sie sich mal Vorträge von den Professoren Zierer, Güntürkün, oder Spitzer an. Nicht alles was neu ist ist auch gleich ein Fortschritt. Diese Methoden mit der Anlaut-Tabelle gab es schon im 16.Jahrhundert, und sie sind alle eingestampft worden. Leider haben die heutigen Eltern zu wenige Kinder, weil es sonst viel mehr ärger für diese Gut- Menschen um Herrn Brügelmann gäbe. Man muss einmal selbst Erfahrung mit dem Grundschulunterricht machen. Wenn man das ernst nimmt ist es echte Knochenarbeit, aber es macht riesigen Spaß.
          Herr Brügelmann sitzt in seinem Elfenbeinturm und denkt sich ständig neues Gruseliges aus..

          • “Wenn man das ernst nimmt ist es echte Knochenarbeit, aber es macht riesigen Spaß.”
            Ja, stimmt.

            Und doch wünsche ich mir mehr Unterstützung dafür, damit der Erfolg der Kinder nicht allein an der Qualität der Elternnachilfe gemessen werden kann, sondern Schule Bedingungen hat, Kindern mit unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden zu können.

          • Vergessen Sie die Hattie-Studie. In ihrer Kernaussage gibt sie nur die These her, dass guter Unterricht unabhängig von der Anzahl der Schüler ist. Und das ist ganz klar anzuzweifeln. Es stimmt für die von Hattie in seiner Meta-Studie untersuchten Gruppengrößen, die er ja nicht beeinflussen konnte. Tatsache ist aber, dass der Lernerfolg bei Gruppengrößen kleiner 16 SuS erheblich steigt. Und genau das ist bzw, ist das Faustpfand mit dem die FöS eigentlich wuchern könnten.
            Auf der anderen Seite ist es aber genau dieser Umstand, die höheren Kosten, die sie zum Opfer der “schwarzen Null” machen.
            In NRW werden die SonPäd zu A13 besoldet, da sind Regelschullehrkräfte – verbeamtete und tarifbeschäftigte Lehrkräfte im gehobenen Dienst – zu A12 ein erhebliches Einsparungspotential.

            Merke, es wird gespart, koste es, was es wolle!

          • @ dickebank

            Bei der Hattie- Studie ging es darum nachzuweisen, welchen Effekt einzelne Faktoren auf das Lernen von Schülern haben. Die Klassengröße hatte deshalb keinen Einfluss auf das Lernverhalten der Schüler, weil im anglo-amerikanischen Raum die Klassengrößen bei maximal 24 Schülern lag. Ich suche mir hier auch nur die Methoden heraus ,die einen großen Effekt über 0,4 haben.
            Zu meiner Schulzeit waren wir in der Grundschule 35 und im Gymnasium 42 Schüler.Es hat doch hoffentlich niemand vor derartige Situationen wieder erstehen zu lassen.

          • Na was war das denn für ein Zwergenland. In Sexta waren wir 44, in den beiden Parallelklassen 45 Jungen. In NRW liegt der Klassenteiler an GY immer noch bei 35 SuS. Die Schüler-Lehrer-Relation in der SekI liegt bei rund 16,5 SuS je Lehrkraft. Dies ist aber lediglich dem Umstand gedankt, dass die Lehrkräfte 25,5 Wochenstunden und die SuS 34 bis 36 WS den Schwachsinn ertragen müssen. Die Kursgrößen der SekI liegen in der Regel über 25, die Klassengrößen über 28 SuS. Daneben gibt es dann Streichelzoos – Lateinkurse mit 12 SuS – oder Horrorshows – z.B. Deutsch-E-Kurse mit 34 SuS.
            Also Augen auf bei der Fächerwahl.

            Btw für den von Ihnen angesprochenen anglo-amerikanischen Raum ist die Klassengröße für den eigentlichen Unterricht vollkommen irrelevant. Klassenunterricht gibt es nämlich nur für die üblichen Briefings, in denen der Tutor der ihm zugeteilten Gruppe/Klasse allgemeine Informationen mitteilt. Der eigentliche Unterricht, der Fachunterricht findet größtenteils in – aus deutscher Sicht – himmlich kleinen Gruppen statt. Da werden nämlich Fächer in bis zu fünf unterschiedlichen Anforderungsstufen (neudeutsch: Kompetenzniveas) unterrichtet. Und das mit äußerer Differenzierung; die auf den Mist von Haushältern beruhende Binnendifferenzierung ist dort in der Regel vollkommen unbekannt

  14. Die Gegebenheiten in BaWü sind nicht an jeder Schule gleich. Je kleiner die Schule, je weniger kann man vom Unterricht freigestellt werden, desto mehr zusätzliche Aufgaben, Posten und Aufsichten hat man/frau.

    • Wenn dem so ist, dann gehört das System sofort stillgelegt und neu konstruiert.
      Es kann ja nicht sein, dass Lehrer an kleinen Schulen mehr arbeiten müssen als an großen Schulen.
      Im Grunde sind es dann ja die Schüler an kleinen Schulen die dann darunter leiden.

      • dann machen sie Vorschläge, die auf dem platten Land in z.b. Mecklenburg Vorpommern umsetzbar sind.

        • In der Wirtschaft würde man attraktive Angebote machen um mehr Arbeitskräfte Arbeitskräfte einstellen zu können.

          • – Auf dem platten Land in Mecklenburg Vorpommern gibt es kaum Wirtschaft, die attraktive Angebote machen könnte, weil es kaum Menschen gibt, die die hergestellten Güter kaufen könnte.
            – Ich meine Thüringen hat es trotz finanzieller Zulage schwer, freie Stellen auf dem Land zu besetzen.

  15. Also wollen Sie die Schule privatisieren, wie bei der Bahn geplant, wie bei den Autobahnen geplant, wie im Gesundheitsbetrieb schon zu besichtigen, Glückwunsch fuer diese goldige Perspektive

  16. …und was hat hat das jetzt alles mit “Schreiben nach Gehör” zu tun???

    • Nichts hat das mit Schreiben nach Gehör zu tun.
      Das ist auch nicht das eigentliche Thema hier.
      Thema ist das schlecht abschneiden Baden-Württemberguscher Schulen bei diesem Vegleuchstest.
      Und da freut mich die neueste Entscheidung der Landesregierung, die Gründe vom Fachleuten wissenschaftlich erforschen zu lassen, anstatt, wie einige Diskutanten hier, irgendwelche emotionale oder ideologische Gründe dafür anführen zu müssen.

      • @Rü
        Ich kann nur hoffen, dass es auch unabhängige Fachleute sind und keine, die der Landesregierung, und im Besonderen den Grünen nach dem Munde reden.

        Es ist schon interessant: Nachdem die Grünen nun das ehemals bühende Bildungsland in kürzester Zeit “herunter gewirtschaftet” haben, – wofür ja wohl der MP Kretschmann die politische Hauptverantwortung trägt – sollen “schlaue” Leute herausfinden, was schief gelaufen ist.
        Ich nehme stark an, dass es auch vor der Bildungsstudie genug Warnungen gab.

        Es muss erlaubt sein zu fragen, ob der allenthalben hoch gelobte grüne Ministerpräsident seinen “Laden” noch “im Griff” hat.
        Nun gut, wie heißt es so schön: “Wer nicht mehr weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis.”
        Heutige Politik hat ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Mit Respekt hätte ich deshalb die Demission von Herrn Kretschman zur Kenntnis genommen.

        • Ergänzung: Der MP Kretschmann wäre vielleicht gut beraten gewesen, sein baden-württembergisches Bildungsexperiment vor dem Start von unabhängigen Fachleuten checken zu lassen, Aber es war evtl. zu verlockend, die bildungspolitischen Träume der Grünen einem Praxistest zu unterziehen.
          Wer muss es wieder ausbaden? Natürlich die SuS!

          • Ich habe absolut kein Interesse hier eine ideologische Diskussion führen zu wollen.
            Genauso wenig neige ich dazu alles was an Problemen erscheint gleich einer Regierung zur Last legen zu wollen.
            So dumm sind auch die Grünen nicht aufgrund einer Ideologie die Qualität der Schulausbildung im Land zu gefährden.
            Ich persönlich sehe nicht nur in Baden-Württemberg kein zukunftsorientierte Schuksystem mehr.
            Es basiert auf den Bedürfnissen der Gesellschaft im ersten Drittel des letzten Jahrtausends.
            Eine sinnvolle Erneuerung scheitert jedoch an den Ängsten der Eltern.

          • Wenn das Schulsystem in BW so schlecht ist, wie erklären Sie sich dann die gewaltige Innovationskraft und den guten wirtschaftlichen Status von Baden-Württemberg in den letzten Jahrzehnten? Auch in Bundesländer-Vergleichen lag BW bis vor wenigen Jahren zusammen mit Bayern und Sachsen regelmäßig an der Spitze.

  17. Welche Innovationskraft?
    Innovation entsteht ganz sicher nicht durch Rechtschreibung. ☺
    Innovationen gibt es im Ländle seit vielen Jahren schon nicht mehr.
    Selbst Porsche, Daimler, Bosch nutzeb das Potenzial das in silicon valley ausgebildet und herangezogen wird. Deren Entwicklungsabteilungen sind längst international besetzt und Fachsprache ist Englisch und nicht Deutsch.
    Zudem ist es kein Geheimnis, dass Maschinenbauer, Techniker und Ingenieure mit Rechtschreibung schon immer auf dem Kriegsfuß standen und stehen.
    Mich erinnert die momentane Situation an die Zeit, als jeder Schüler schon einen Taschenrechner hatte, ihn aber nicht benutzen durfte, weil man glaubte, dass sie nur gut rechnen könnten, wenn sie lernen mit Rechenschieber umzugehen.

    • Meine Güte, Rü, neben mir wissen doch nun inzwischen auch andere, von welcher Fraktion Sie sind. Ihre Eingehensweise auf Pälzers berechtigten Einwand ist nur zu typisch.
      Aber bitte, beharren Sie weiter auf Ihren “Wahrheiten”, unterschätzen Sie jedoch nicht den Verstand und das Urteilsvermögen der Leser.

      • Ach bolle.
        Lass stecken.
        Ich habe keine Lust mich hier mit Ideologen auseinander zu setzen die zu Sache nichts zu sagen haben. ☺
        Ich schreibe hier im Übrigen keine Wahrheiten sondern meine Meinung.
        Vielleicht haben sie im Deutschunterricht den Unterschied nicht gelernt und nicht verstanden, aber es freut mich für sie, dass sie Beides richtig schreiben können.

  18. Axel von Lintig

    Es dauert in der Regel zehn bis 15 Jahre bis sich in einem Bildungssystem bemerkbar machen.Da muss man sich dann mal sehr genau anschauen , was vor 15 Jahren geändert wurde.Es ist aber trotzdem erschreckend, wie ein ein Primus im Ländervergleich derart abstürzen konnte.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*