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Sächsischer Lehrerverband: “Steuermehreinnahmen bieten die Chance zur nachhaltigen Aufwertung des Lehrerberufs”

DRESDEN. Angesichts der zu erwartenden Steuermehreinnahmen von 774 Millionen Euro im Jahr 2016 für Sachsen fordert der Sächsische Lehrerverband Maßnahmen zur nachhaltigen Aufwertung des Lehrerberufs im Freistaat.

In einer Pressemitteilung des Verbands heißt es: “Dazu zählen Höhergruppierungsmöglichkeiten für alle Schularten, wie Beförderungsämter oder die Studienratslaufbahn. Das erwarten die sächsischen Lehrerinnen und Lehrer, was aus einer Mitgliederbefragung des Sächsischen Lehrerverbandes zum „Lehrerpaket“ der Staatsregierung deutlich hervorgeht. Auch die Eingruppierung der Grundschullehrerinnen und -lehrer in die Entgeltgruppe 13 (wie in den anderen Schularten) muss realisiert werden. Die im Lehrerpaket der Staatsregierung geplante Senkung des Regelstundenmaßes von 28 auf 27 geht den GrundschullehrerInnen nicht weit genug – in allen Schularten darf die Unterrichtsverpflichtung nicht mehr als 26 Wochenstunden betragen.

Mit dem Maßnahmenpaket der Staatsregierung zur Lehrerversorgung wird das jahrelange Sparritual des Finanzministeriums fortgesetzt, denn es bedeutet keine generelle Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen. Die Zielgruppen des Pakets sind Nachwuchskräfte, Seiteneinsteiger und Lehrkräfte ab 63, also zahlenmäßig relativ kleine Beschäftigtengruppen. Die Mehrheit der sich im System befindlichen Lehrerinnen und Lehrer profitieren eher nicht vom Lehrerpaket. Ein Großteil der Kosten des Pakets resultiert aus der Schaffung von 722 zusätzlichen Lehrerstellen. Diese müssen aber auch mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden können. Dazu genügen nicht höhere Einstiegsgehälter in den ersten zweieinhalb Dienstjahren, wie sie die Staatsregierung beabsichtigt. Notwendig sind generelle Verbesserungen für alle Lehrkräfte, die den Standortnachteil der Nichtverbeamtung mindern könnten.

Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, stellt klar:

‘Eine Erhöhung der Einstiegsgehälter in den ersten zweieinhalb Dienstjahren gleicht einer Milchmädchenrechnung, denn die jungen Lehrerinnen und Lehrer vergleichen sehr pragmatisch die Arbeitsbedingungen zwischen den Bundesländern und alle suchen nach gut qualifiziertem Lehrernachwuchs. Nur eine generelle und nachhaltige Aufwertung des Lehrerberufs in Sachsen kann den Standortnachteil der Nichtverbeamtung entgegenwirken und die Lehrerversorgung sichern, andernfalls werden wir künftig auch keine qualifizierbaren Seiteneinsteiger finden.'”

 

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