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Es wird spannend: Deutsche unter den Top Ten für den Weltlehrerpreis – Prinz Harry lässt schon mal grüßen

GESCHER. Wird Marie-Christine Ghanbari Jahromi tatsächlich Weltlehrerin des Jahres? Ihre Chancen sind deutlich gestiegen: Die Sport-, Mathematik- und Deutschlehrerin an der Gesamtschule im westfälischen Gescher war bereits unter den 50 Nominierten für den Varkey Foundation Global Teacher Prize 2017 – und ist jetzt in die Endrunde aufgerückt. Damit gehört sie zu den zehn Finalisten des Preises, der mit einer Million Dollar höher dotiert ist als der mit rund 900.000 Dollar dotierte Literaturnobelpreis. Grußworte von Prinz Harry gibt’s auch schon mal für die Top Ten.

Wir drücken ganz fest die Daumen: Marie-Christine Ghanbari Jahromi gehört zu den Finalisten beim Weltlehrerpreis. Foto: Global Teacher Prize 2017

Wir drücken ganz fest die Daumen: Marie-Christine Ghanbari Jahromi gehört zu den Finalisten beim Weltlehrerpreis. Foto: Global Teacher Prize 2017

Der Preis ist laut Ausschreibung „für eine außergewöhnliche Lehrkraft bestimmt, die einen herausragenden Beitrag zum Lehrberuf leistet. Damit soll die bedeutende Rolle, die Lehrer und Lehrerinnen in unserer Gesellschaft spielen, stärker ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerückt werden.  Verbunden mit der Veröffentlichung zahlreicher Geschichten dieser ‚Alltagshelden‘, die das Leben junger Menschen verändert haben, soll der Preis stellvertretend die außergewöhnliche Arbeit von Millionen von Lehrern weltweit auszeichnen.“

In einer Videobotschaft gratuliert Prinz Harry den Finalisten. Foto: Global teacher prize 2017

In einer Videobotschaft gratuliert Prinz Harry den Finalisten. Foto: Global teacher prize 2017

Entsprechend anerkennend fallen auch die Worte aus, die Prince Henry Charles Albert David of Wales – kurz: Prinz Harry – als Repräsentant des britischen Königshauses für die Finalisten in einer Videobotschaft äußert. „Sie sind nicht nur außergewöhnliche Lehrerinnen und Lehrer, sondern die Vorbilder, die das Leben der Kinder unterstützen, inspirieren und formen. Ihre Arbeit ist äußerst wichtig und es ist keine Übertreibung, wenn ich sage, dass Sie die Zukunft prägen”, erklärt die Nummer fünf in der britischen Thronfolge.  „Zusätzlich zum Unterrichten in Lesen, Schreiben und Rechnen bemühen sich die besten Lehrer und Lehrerinnen darum, jungen Menschen die Bedeutung von Entschlossenheit, Strebsamkeit, Stabilität und Mitgefühl zu vermitteln. Wir alle müssen in unserem Leben Rückschläge und Herausforderungen bewältigen und unsere Lehrerinnen und Lehrer spielen in diesem Zusammenhang eine äußerst wichtige Rolle.“

Die Auswahl der zehn Finalisten ist das Ergebnis von über 20.000 Nominierungen und Bewerbungen aus 179 Ländern weltweit.  Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am Sonntag, 19. März 2017, anlässlich des Global Education and Skills Forum in Dubai bekannt gegeben.

Begründung der Jury

In der Begründung, warum Marie-Christine Ghanbari Jahromi zum erlesenen Kreis der Finalisten gehört heißt es: Sie „hat sich zum Ziel gesetzt, das Selbstwertgefühl, die Motivation und Empathie ihrer Schüler und Studenten durch selbstbestimmte, kooperative, handlungsorientierte Lehrmethoden wie das Sportpatenprojekt zu stärken. Dabei werden Kinder mit Hilfe von Sportmentoren und körperlichen Aktivitäten bestärkt und ermutigt. Sie erfahren durch das gemeinsame, selbstbestimmte sportliche Tun mit ihrem Sportmentor Autonomie, Freude und Spaß. So wird vor allem das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit gestärkt, was zu einem höheren Selbstkonzept im Sinne der Handlungsfähigkeit demokratischer Erziehung führt.  Durch die Verknüpfung von Sport, Bewegungsaufgaben und „keep-fit“ Methoden unterstützt sie ihre Schüler und Studenten in ihrem Glauben an sich selbst und ermutigt sie zugleich, soziale Verantwortung zu übernehmen und Probleme selbst zu lösen.“

Wow, das ist mal eine Ehrung! Diese Kollegin ist für den Weltlehrerpreis nominiert – wenn sie ihn gewinnt, bekommt sie eine Million Dollar

Weiter heißt es: „Aufgrund der Erkenntnisse aus ihrer Doktorarbeit über das Bewegungsverhalten und die Persönlichkeitsentwicklung von deutschen und nigerianischen Kindern schließt ihr Unterricht afrikanische Bewegungsspiele ein. In ihrer Philosophie geht es nicht um Gewinnen oder Verlieren, es geht um Rhythmus und Gemeinschaftsgeist, so dass weniger sportliche Kinder inspiriert werden können und im Rahmen dieser Aktivitäten nicht zurückbleiben.

Dafür wurde Marie-Christine, die an der Universität Münster Mathematik und Sportwissenschaft studierte und promovierte, im Jahr 2013 mit dem Cusanus-Preis ausgezeichnet. Sie wurde für den deutschen Bürgerpreis 2016 nominiert und vom GoFPEP 2014 als „Future Leader“ ausgezeichnet. Sie unterrichtete in Nigeria und Deutschland, wobei ihre Schule in Afrika bei ihrer Ankunft weder über Leitungswasser noch Elektrizität verfügte. Aufgrund ihrer Bemühungen verfügt die Schule jetzt über 25 Computer, Internetanschluss und ein e-Mentorenprogramm, durch das talentierte und sozial engagierte Schüler von digitalen Sponsoren unterstützt werden.“

Sunny Varkey, Gründer der preisstiftenden Foundation, erklärte: „Ich möchte Marie-Christine Ghanbari Jahromi zur ihrer Aufnahme in den Kreis der zehn Finalisten aus der großen Anzahl talentierter und engagierter Lehrkräfte gratulieren. Ich hoffe, dass ihre Geschichte alle inspiriert, die am Lehrberuf interessiert sind und als leuchtendes Beispiel für die außerordentliche Arbeit dient, die Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland und der ganzen Welt tagtäglich leisten.“ Das hätten wir schöner nicht sagen können. Agentur für Bildungsjournalismus

 

Die zehn Finalisten für den Global Teacher Prize 2017
  • Marie-Christine Ghanbari Jahromi, Sport-, Mathematik- und Deutschlehrerin an der Gesamtschule Gescher, Deutschland
  • Raymond Chambers, Informatiklehrer an der Brooke Weston Academy in Corby, Northamptonshire, England
  • Salima Begum, Schulleiterin am Elementary College for Women Gilgit, Pakistan David Calle, Madrid, Spanien, Gründer und Designer der schulischen Unicoos-Website
  • Wemerson da Silva Nogueira, Naturwissenschaftslehrer an der Escola Antônio dos Santos Neves in Boa Esperança, Brasilien
  • Tracy-Ann Hall, Lehrerin für Automotive Technologie an der Jonathan Grant High School in Spanish Town, Jamaika
  • Maggie MacDonnell, Lehrerin an der Ikusik School, Kativik School Board, Kanadische Arktis
  • Ken Silburn, Naturwissenschaftslehrer an der Casula High School, Süd-West-Sydney, Australien
  • Yang Boya, Psychologielehrerin an der The Affiliated Middle School of Kunming Teachers College, China
  • Michael Wamaya, Tanzlehrer in Mathare, Nairobi, Kenia

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