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„Wir sind guter Dinge“: Für die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig ist die Welt zum Schuljahresbeginn (noch?) in Ordnung

MAINZ. Die Klassenzimmer sind vorbereitet, mehr als 900 Lehrerplanstellen werden mit Beginn des Schuljahrs neu besetzt. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig ist zuversichtlich, dass der Start gut gelingt. Die Gewerkschaften warnen aber vor einem Mangel an Fachkräften.

Die Bewerberlage sei insgesamt in Ordnung, sagt Stephanie Hubig. Foto: Staatskanzlei RLP / Pulkowski / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Bewerberlage sei insgesamt in Ordnung, sagt Stefanie Hubig. Foto: Staatskanzlei RLP / Pulkowski / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Zum Ende der Sommerferien werden in Rheinland-Pfalz rund 930 Lehrkräfte neu eingestellt. «Wir sind guter Dinge, dass der Start gut gelingt», sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag in Mainz mit Blick auf das kommende Woche beginnende neue Schuljahr. Etwa vier von zehn Planstellen werden mit bisherigen Vertretungslehrern besetzt, jede fünfte Stelle geht an einen Lehrer oder eine Lehrerin, die nach dem Studium den Vorbereitungsdienst in Rheinland-Pfalz absolviert hat.

Die Bewerberlage sei insgesamt in Ordnung, sagte Hubig. Allerdings bestehe bundesweit ein Mangel an Lehrkräften für Grundschulen und deswegen komme es auch zu Abwerbungen aus anderen Bundesländern wie Hessen und Baden-Württemberg. Auch bei Förderschullehrern zur gezielten Unterstützung von Schülern mit Behinderungen gebe es Probleme bei der Besetzung aller Planstellen.

Vor dem neuen Schuljahr in Rheinland-Pfalz: Bange Blicke und hohe Erwartungen – Hubig unter Druck

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW, Klaus-Peter Hammer, warnte davor, dass der Mangel an Lehrkräften in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen werde. Den zur Verfügung stehenden Fachkräften müssten frühzeitig attraktive Planstellen angeboten werden, damit sie nicht in andere Bundesländer abzuwandern. Für den Verband Bildung und Erziehung (VBE) im Deutschen Beamtenbund warf der Landesvorsitzende Gerhard Bold der Bildungsministerin Schönfärberei vor. «So haben wir es an den Grundschulen des Landes mittlerweile mit erheblichen Engpässen bei der Lehrerversorgung zu tun.»

Nach den Ferien starten 34.750 Kinder in Rheinland-Pfalz in ihr erstes Schuljahr. Das sind 600 Erstklässler mehr als vor einem Jahr, und auch insgesamt ist die Zahl der Grundschüler nach ersten Berechnungen um ein Prozent auf 136.200 gestiegen. Insgesamt aber ist die Zahl der Schüler an den allgemeinbildenden Schulen um 0,9 Prozent auf 411 400 zurückgegangen.

Als Gründe für die Entwicklung bei den Grundschülern nannte die Ministerin eine höhere Geburtenzahl und die gestiegene Zahl an Zuwanderern – nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Neuankömmlinge aus anderen EU-Ländern. Das Bildungsministerium erwartet, dass die Schülerzahl insgesamt bis 2021 weiter zurückgehen und dann wieder leicht ansteigen wird.

Für 2030 wird in Rheinland-Pfalz mit insgesamt 524.000 Schülern gerechnet, einschließlich der berufsbildenden Schulen – dies wären aber immer noch 2,4 Prozent weniger als im vergangenen Schuljahr. Eine im Juli veröffentlichte Bertelsmann-Studie mit der Prognose einer Zunahme der Schülerzahl um acht Prozent bis 2030 berücksichtige nicht die Unterschiede zwischen den Bundesländern mit ihrer jeweils anderen Verteilung von städtischen und ländlichen Regionen, erklärte Hubig.

Die eingeleitete Überprüfung von kleinen Grundschulen – bis Ende September können die Schulträger Konzepte zur Weiterführung vorlegen – wird von der Entwicklung der Schülerzahlen nicht berührt. Die Überprüfung berücksichtige auch die künftige Entwicklung in fünf Jahren, erklärte Hubig. «Und in der Regel wachsen nicht die Schulen im ländlichen Bereich auf, sondern in Ludwigshafen und in Mainz.»

Von den 930 neuen Lehrerstellen entfallen 80 auf die berufsbildenden Schulen, bei denen das neue Schuljahr erst am 1. November beginnt. Dort wird es dann 119.600 Schülerinnen und Schüler geben, 1,6 Prozent weniger als im vergangenen Schuljahr. dpa

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