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116 hessische Schulen nutzen umstrittene Diagnose-Software

WIESBADEN. An „quop“ scheiden sich die Geister. Ist die Diagnose Software ein sinnvolles Hilfsmittel für Lehrer oder Zeitverschwendung die bei der individuellen Förderung von Schülern nicht weiter bringt? Das Land Hessen stellt Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I das Instrument kostenlos zur Verfügung. 116 Schulen haben zum neuen Schuljahr die Software eingeführt.

Gut 300 Lehrer hätten sich bislang zu den entsprechenden Fortbildungen angemeldet, heißt es in der Antwort des Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Christoph Degen. Die meisten der teilnehmenden Schulen seien Grundschulen, wie ein Sprecher des Kultusministeriums sagte.

Je acht Tests am Computer in Deutsch und Mathe sind sind im Rahmen des Programms pro Schuljahr vorgesehen. Foto: Tomasz Mikolajczyk / pixabay (CC0)

Je acht Tests am Computer in Deutsch und Mathe sind sind im Rahmen des Programms pro Schuljahr vorgesehen. Foto: Tomasz Mikolajczyk / pixabay (CC0)

An dem Pilotprojekt im Schuljahr 2014/15 hatten 80 Schulen teilgenommen, vier meldeten sich noch während des Modellversuchs ab, 19 entschieden sich bislang dafür, die Lerndiagnostik «Quop» dauerhaft zu nutzen. Nach Angaben des Ministeriums läuft das Anmeldeverfahren noch. Man gehe davon aus, dass maximal 30 000 Schüler teilnehmen. Die Kosten dafür lägen bei 323700 Euro.

Die standardisierten Tests für die Klassen eins bis sechs werden nicht benotet. Die Schüler machen sie etwa alle drei Wochen am Computer. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Fähigkeiten ein Schüler verbessert hat und welche nicht. Unter anderem hatte der Verband Bildung und Erziehung kritisiert, die Tests seien nicht geeignet, Kinder individuell zu fördern. «Quop» sei ausdrücklich kein Förder-, sondern ein Diagnoseinstrument, erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in seiner Antwort. Es bilde die Grundlage, um über geeignete Maßnahmen für eine passgenaue Förderung zu entscheiden. (dpa)

zur Kleinen Anfrage von Christoph Degen

 

Messen mittels Diagnose-Software: Ein sinnvolles Hilfmittel für Lehrkräfte – oder schlicht Zeitverschwendung?

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