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Liegen alle falsch, die Verantwortung für die Schulpolitik tragen? Die AfD behauptet, Inklusion sei gar nicht verpflichtend

BERLIN. Für die AfD ist der vom Menschen verursachte Klimawandel kein Problem – es gibt ihn aus Sicht der Partei gar nicht. Jetzt hat die Thüringer Landtagsfraktion um ihren Vorsitzenden Björn Höcke ein bildungspolitisches Papier vorgelegt, das beim Thema Inklusion ebenfalls bemerkenswert frei mit Fakten umgeht: Danach verlangt die für Deutschland rechtlich bindende UN-Behindertenrechtskonvention gar keinen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Das ist aus Sicht aller maßgeblichen Experten falsch.

Gibt gerne den Einpeitscher: AfD-Funktionär Björn Höcke. Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Gibt gerne den Einpeitscher: AfD-Funktionär Björn Höcke. Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

Björn Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, provoziert gerne. Im Januar hatte der für sein Mandat freigestellte Lehrer für Geschichte und Sport den Schulen in Deutschland vorgeworfen, mit ihrem Unterricht zur Nazi-Zeit die deutsche Geschichte „mies und lächerlich“ zu machen (in diesem Zusammenhang nannte er das Holocaust-Mahnmal in Berlin ein „Denkmal der Schande“).  Jetzt wollen er und seine Fraktionskollegen „Die Probleme des Bildungssystems mutig lösen“ – so lautet jedenfalls der Titel eines Positionspapiers, das die AfD offenbar an alle Schulen des Landes verschickt hat, ungeachtet des Werbeverbots für Parteien an Schulen.

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Höckes Gedanken zum Geschichtsunterricht („Das große Problem ist, dass Hitler als absolut böse dargestellt wird“) tauchen darin nicht auf. Wohl aber eine Reihe von bildungspolitischen Themen, bei denen die AfD in bürgerlichen Kreisen glaubt, punkten zu können. Vorneweg: das Thema Inklusion. Beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern, dessen Umsetzung in den Schulen vor allem aufgrund von Personalmangel bundesweit große Probleme verursacht, argumentieren Höcke und Co. ähnlich wie beim menschengemachten Klimawandel, dessen Existenz sie schlichtweg leugnen: Sie bestreiten einfach, dass die UN-Behindertenrechtskonvention – die Deutschland 2009 unterzeichnet und damit zum Bundesgesetz gemacht hat – einen Anspruch von Betroffenen auf schulische Inklusion mit sich bringt.

„Es ist deutlich zu erkennen, dass die Konvention Staaten weder zur inklusiven Beschulung, also zur gemeinsamen Unterrichtung von behinderten und nicht behinderten Kindern verpflichtet, noch dazu, Förderschulen abzuschaffen“, so behauptet die AfD in ihrem Positionspapier.

„Prozess wird fortgesetzt“

Liegen also alle falsch, die in Deutschland Verantwortung in der Bildung tragen? Obwohl es unterschiedliche Vorstellungen über die Geschwindigkeit der Einführung gibt, rüttelt keine Landesregierung am Prinzip der Inklusion. Auch die neue NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) nicht, die massiv Kritik an der Umsetzungspraxis der abgewählten rot-grünen Landesregierung geübt hatte. „Der Inklusionsprozess wird weiterverfolgt. Wir wollen aber wegen der fehlenden Qualität und der begrenzten personellen Ressourcen das Tempo herausnehmen“, erklärte Gebauer noch am vergangenen Wochenende.

Aus gutem Grund. Denn das Projekt lässt sich bremsen, nicht aber stoppen. „Die Behindertenrechtskonvention ist für alle Träger öffentlicher Gewalt und damit für den Bund, die Länder und die Kommunen völkerrechtlich verbindlich“, so heißt es in einem Papier der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2010. Und weiter: „Zentrales Anliegen der Behindertenrechtskonvention in der Bildung ist die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit  Behinderungen in das allgemeine Bildungssystem und damit auch das gemeinsame zielgleiche oder zieldifferente Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen in der allgemeinen Schule.“

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Bezug genommen wird dabei auf den Artikel 24 der Behindertenrechtskonvention, in dem es wörtlich heißt: „Die Vertragsstaaten anerkennen das Recht von Menschen mit Behinderungen auf Bildung. Um dieses Recht ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit zu verwirklichen, gewährleisten die Vertragsstaaten ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen (…)“. Was ein „integratives Bildungssystem“ bedeutet, hat das Institut für Menschenrechte (eine unabhängige Stelle, die im Auftrag des Bundestages den Inklusionsprozess begutachtet und darüber den Vereinten Nationen berichtet), in einem Gutachten deutlich gemacht: „Menschen mit Behinderungen haben das Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zu einer Regelschule unabhängig von der Ausbildungsstufe.“ Damit dieses Recht auch in Anspruch genommen werden kann, müsse der Staat „angemessene Vorkehrungen“ treffen.

Heißt: „Zur notwendigen und geeigneten Anpassung der Lernumwelt (Regelschule) an die individuellen Bedarfe der Person mit Behinderungen können im Einzelfall Maßnahmen notwendig sein, etwa die behördlich veranlasste Diagnostik auf Inklusion hin auszurichten, den so genannten allgemeinen Unterricht auf zieldifferenten Unterricht umzustellen, die notwendige sonderpädagogische Unterstützung im spezifischen Regelschulzusammenhang zu organisieren, erkennbare physische und andere Barrieren zu beseitigen, Nachteilsausgleiche zu gewähren, die erforderliche Aufklärung im Schulumfeld zu betreiben, etc..“ Die Völkerrechtler betonen, dass solche Vorkehrungen verpflichtend sind – und nicht nach Lust und Laune verweigert werden können. „Denn Inklusion verlangt die Anpassung der Umwelt an die individuellen Bedürfnisse des Menschen mit Behinderung. Gemeint ist nicht etwa umgekehrt ein Anpassungszwang der betreffenden Person oder gar ihr Ausschluss aus dem allgemeinen Bildungssystem.“

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Das freilich liest sich bei der AfD, die von einem „Ideologieprojekt“ schreibt, ganz anders. Sie will Inklusion überhaupt nur dann stattfinden lassen, wenn „ein Schüler das Bildungsziel der betreffenden Schulform – gegebenenfalls mit Hilfe eines Nachteilsausgleiches, also durch besondere Förderung – erreichen kann, wenn die räumlichen und fachlichen Voraussetzungen gegeben sind und wenn der Unterricht für Kinder ohne eine Behinderung nicht beeinträchtigt wird.“ Und wer soll das alles feststellen? Die Schüler und deren Eltern – meint die AfD. Sie will allen Ernstes darüber abstimmen lassen, ob ein behindertes Kind an der Schule aufgenommen werden darf.  „Alle Schüler an der Schule, sowohl jene mit als auch ohne eine Beeinträchtigung, müssen wie ihre Eltern über die Vor- und Nachteile dieser Unterrichtsform informiert sein und diese ausdrücklich wünschen“, so heißt es in dem Positionspapier.

Damit wird die Inklusion von einem Menschenrecht zu einer Gnade, die nach Gutsherrenart gewährt werden kann (oder eben nicht). Das macht aus Sicht der AfD aber auch nichts. Sie meint ohnehin in ihrem Werbeblatt: „Der Gedanke der Inklusion wird vollkommen überhöht.“ News4teachers

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249 Kommentare

  1. Auch wenn ich einen Sh*tstorm unter den Gutmenschen hier im Forum provoziere, schreibe ich:

    Die AfD hat recht und begründet das auch vollkommen korrekt. Die UN fordert lediglich, dass Menschen mit Behinderung nicht aufgrund dessen vom Besuch einer staatlichen Bildungseinrichtung ausgeschlossen werden dürfen. Die Forderung, dass ein Kind mit oder ohne Behinderung das Bildungsziel der gewählten Schulform schaffen können soll, halte ich für alle Beteiligten für absolut notwendig. Es besuchen auch schon so viel zu viele dafür kognitiv eigentlich ungeeignete Kinder das Gymnasium.

    Der Forderung, dass Schüler und Eltern über die Aufnahme eines behinderten Kindes abstimmen sollen, muss ich aber widersprechen, weil sie das garnicht abschätzen können. Das können die vorherigen Lehrer, Betreuer, Psychologen und ähnliche Fachmenschen viel besser. Die müssen aber so unabhängig sein, dass sie von vorhandenen oder nicht vorhandenen Inklusionshelfern sowie vorhandenen oder nicht vorhandenen Förderschullehrern an der vorgesehenen Schule nicht beeinflusst werden. Vorgaben der Kommune wie „Wir stellen den Helfer nur ein, wenn er zwei und nicht nur ein Inklusionskind betreut“ oder „Keine Inklusion, weil kein Geld für Helfer“ oder „keine Inklusion weil kein Geld für eine Rollstuhlrampe“ sollen keine Rolle spielen.

    Zur Einordnung: Ich schreibe aus der Position eines Lehrers an einer weiterführenden Schule. Sobald ein Kind jedoch aus sozialen Gründen eine dauerhafte Einzelbetreuung benötigt, torpediert es auch den Klassenbetrieb einer Grundschule. Vorleser oder Gebärdendolmetscher gehören ausdrücklich nicht dazu.

    Wer mich steinigen möchte, darf die Steine benutzen, die ich hier durch Sterne angedeutet habe:
    * * * * * * * * * * * *

    • Mein Gott, Sie sind Lehrer – und können offenbar nicht mal einen schlichten Satz aus einem Gesetzestext sinnhaft lesen, der im Beitrag wiedergegeben ist. Die Behindertenrechtskonvention (nicht „die UN“) verlangt ausdrücklich ein „integratives Bildungssystem“ – und das ist wohl kaum damit vereinbar, behinderte Kinder zwangsweise auf Sonderschulen zu schicken.

      Die AfD hat natürlich nicht Recht – ungeachtet der Tatsache, dass die Inklusion bislang viel zu schnell, viel zu schlecht vorbereitet und viel zu billig umgesetzt wurde. Ein Land kann ja nicht ein Menschenrecht abschaffen, nur weil die Umsetzung mehr Mühe bereitet als erwartet.

      • Wenn Sie schulpflichtige Kinder haben, wünsche ich mir, dass Sie sie auf eine inklusive Schule und dort in die „inklusivste“ Klasse schicken. Das gilt auch, wenn sie zu den leistungsstärksten gehören und auf dem heutigen Gymnasium unterfordert wären, wenn es in erreichbarer Nähe eine inklusive Gesamtschule gibt. Mit den Erzählungen Ihrer Kinder (Inklusionskinder als Mobbingopfer, Langeweile im Fachunterricht) müssen Sie aber leben.

      • Integration in das Regelschulsystem schließt auch den Schulbesuch in Sonderschulen ein, weil diese zum allgemeinbildenden Schulsystem gehören. In den Ländern der dritten Welt gibt es für Kinder mit Behinderungen gar keine Möglichkeit des Schulbesuches, geschweige denn den Besuch von Sonderschulen, weil es diese gar nicht gibt.
        Ich möchte ,dass Kinder mit Behinderungen optimal gefördert werden, und das gelingt für diese Gruppen in kleinen Klasseneinheiten oinj speziellen Schulformen des Regelschulbetriebes. Außerdem werden diese dort nicht ausgegrenzt und durch Mitschüler stigmatisiert. Sie sollten doch wissen , wie grausam Kinder sein können.
        Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt nicht durch eine erzwungene Integration in sie überfordernde Gymnasien, Gesamtschulen oder Gemeinschaftschulen.
        Dort sind diese Kinder gegebenfalls Repressionen ausgesetzt, so wie ich es schon erlebt habe.
        Es ist wieder genau die gleiche politische Strömung, die diesen menschenverachtenden Unsinn aus ideologischen Gründen umsetzen will.
        Aber damit werden diese Leute politisch abgestraft werden und die Inklusion wird zum Boumerang für die politischen Beführworter.
        Wieder wurde eine Idee geboren und wahlwirksam unter das Volk gebracht, um zweierlei zu erreichen:
        Einsparungen an Lehrpersonalund Geld im Staatshaushalt.
        Zuspruch für naive , gutgläubuge Weltverbesserer, die selber nicht betroffen sind.
        Wir als Betroffene sagen diesen Gutmenschen, dass sie sich ihre Inklusion dort hinschieben können, wo es dunkel ist.

    • Was soll denn diese ständige Vorab-Verunglimpfung von Meinungsgegnern als „Gutmenschen“? Ich nenne Sie ja auch nicht Arschloch.

      Sie reiten hier denselben populistischen Gaul wie die AfD – wenn die Inklusion in der Praxis nicht gut läuft, wird sie mit einem Basta abgeräumt. Fakten (= Gesetze) ignorieren wir. Braucht kein Mensch. Trump lässt grüßen.

      • Bernd
        Gutmensch und die Umschreibung für Gesäß sind wohl deutlich unterschiedlich in der Wortwahl.
        Mit einem Basta hat das nichts zu tun. Es geht um die Qualität, die Effektivität und die Nachhaltigkeit von Unterricht.
        Inklusion wäre auch in gemeinsamen Schulkomplexen möglich mit einer Trennung der Schüler in den Fächern Mathematik, Deutsch und den Fremdsprachen, um allen Schülern gerecht zu werden.
        Ihr Konzept der Einheitsschule, in der alle Schüler mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit in einem gemeinsamen Raum unterrichtet werden, ohne eine Trennung nach der Leistungsstärke, entspricht der Ideologie und Methodik des Jena-Plans eines Peter Petersen.
        Und der war bis zu seinem Tot ein unverbesserlicher Anhänger der Nationalsozialistischen Rassenideologie mit der Vernichtungslagern für Juden,Slaven, Homosexuellen, geistig Behinderten, Sinti und Roma und allen Gegnern des Systems.
        Und es ist absolut widerlich, wie sich ausgerechnet linke Reformpädagogen seiner Methodik annahmen und diese im Regelunterricht mit Kontrollmaßnahmen, siehe Baden-Würtemberg mit unangemeldeten Kontrollen im Unterricht, durchdrückten.
        Das ausgerechnet Sie ein Anhänger dieses Konzeptes sind hätte ich nicht für möglich gehalten.

    • @ xxx,

      nur auf die Schnell: Sie haben sich hier mehrfach politisch zu erkennen gegeben. Sie müssen sich keine AfD-Nähe vorwerfen lassen !!!

      • Als jemand, der die Linkspartei unterstützt. Ist das besser?

        • Nicht unbedingt die Version, die in Westdeutschland herumläuft. Die Linkspartei ist allerdings die einzige, die Merkel nicht durch Koalition auf den Kanzlerinnenthron hiefen würde. _Deswegen_ sympathisiere ich mit ihr. Sobald die CDU wieder ein (konservatives) Profil hat, ist die AfD weg, die SPD wieder da und bin ich weg von der Linkspartei.

          • @ xxx,

            jetzt kommen Sie mir gerade sehr jung vor. 🙂 (Kann ja auch ein Kompliment sein.)

            Sie sind niemandem hier Rechtschaft schuldig !

          • *Rechenschaft

          • Ich werte es mal als Kompliment, weil mir mein Alter niemand ansieht.

            Knight Rider und den 6 Millionen Dollar Mann habe ich als Kind sehr gerne auf RTL plus verfolgt. Ich glaube aber nicht, dass diese Serien im Gegensatz zum A-Team heute noch funktionieren. So viel zu meinem Alter ;-).

    • Zustimmung, xxx!! Die viel zitierte UN-Konvention schreibt „keinen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern“ vor. Das wurde hier schon tausendmal diskutiert und es ist unverständlich, warum es im Artikel mal wieder heißt, alle „maßgeblichen Experten“ sähen eine solche Verbindlichkeit.
      Verbindlich ist leider das, was im Bundestag zur UN-Konvention beschlossen wurde, und das ist eine schiefe Auslegung der Konvention mit langer Vorgeschichte.
      Hierzu gibt es einen anderen n4t-Artikel, den ich wirklich gut finde:

      http://www.news4teachers.de/2015/02/keine-weiteren-kosten-wie-leichtfertig-der-bundestag-das-inklusionsgesetz-verabschiedete/

      Das Thema Inklusion ist zu wichtig, um mit ihm nur Herrn Höcke und der AfD vor der Bundestagswahl noch schnell eins auszuwischen und dabei mal eben auf Kosten der Tatsachen den Eindruck zu vermitteln, unser deutsches Inklusionsgesetz entspreche tatsächlich dem, was die UN-Konvention verlangt.
      Mir sagen „alle maßgeblichen Experten“, dass unser Förderschulsystem keineswegs der UN-Konvention widerspreche, sondern zu Unrecht von politischer und lobbyistischer Seite so dargestellt würde.

      • Und welche Experten haben Sie vorzuweisen? Der N4t-Text zitiert die KMK und die Monitoring-Stelle, die an die UN berichtet.

        Darüber hinaus: Wieso, glauben Sie, hat noch nicht eine Landesregierung das Prinzip der Inklusion aufgegeben, das doch allen so viel Ärger bereitet? Wenn die AfD-Behauptung stimmen würde, wär’s doch ganz einfach.

        Die Realität ist aber nunmal meist nicht so einfach, wie sie sich manche Menschen zusammenreimen.

      • Hier werden wirklich wilde Behauptungen aufgestellt – Sie behaupten, U. B., „unser deutsches Inklusionsgesetz“ entspreche nicht „dem, was die UN-Konvention verlangt“ – Deutschland hat kein anderes Inklusionsgesetz als die Behindertenrechtskonvention. Die wurde vom Bundestag ratifiziert und in deutsches Recht überführt.

      • @Anna
        Wieso sollten Politiker, obwohl die Inklusion hinten und vorne nicht hinhaut, das ideologische Prinzip aufgeben, für das sich besonders die Grünen seit mehr als 20 Jahren stark gemacht haben? Sie verfolgten das inklusive Lernen schon lange vor der UN-Konvention, die in die politisch gewollte Richtung interpretiert werden konnte, ohne dass die meisten es anfangs merkten.
        Siehe: http://www.news4teachers.de/2015/02/keine-weiteren-kosten-wie-leichtfertig-der-bundestag-das-inklusionsgesetz-verabschiedete/

        @Bernd
        Ich verstünde Sie besser, wenn Sie mir nicht „wilde Behauptungen“ vorwürfen, sondern schlicht und ehrlich sagten, dass mein Kommentar Ihnen gegen den Strich geht und Sie ärgert.
        Ansonsten gehe ich auf den Artikel ein und die fragwürdige Behauptung, „alle maßgeblichen Experten“ sähen in der UN-Behindertenrechtskonvention ein Gebot zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern.
        Im Übrigen weiß nicht nur ich, dass Deutschland kein anderes „Inklusionsgesetz“ hat. Wie sollte es auch, wenn zu später Stunde vor wenigen und kaum informierten Abgeordneten ein Gesetz zur Abstimmung stand, bei dem Zustimmung Pflicht war, weil ein UN-Gebot angeblich inklusiven Unterricht befahl.

        Nehmen Sie andere Meinung einfach mal gelassener und weniger hochnäsig hin.

        • Warum sollten CDU-, FDP- und CSU-Politiker an einer „Ideologie“ festhalten, die angeblich die Grünen erfunden haben?

          Weil’s völkerrechtlich bindende Rechtslage in Deutschland ist – deshalb.

          Es macht keinen Sinn mit Menschen zu diskutieren, die die Realität nicht wahrnehmen wollen und nicht in der Lage sind, seriös – also mit Quellenangaben – eigene Behauptungen zu belegen. Irgendetwas behaupten kann jeder. Ein Blick ins Gesetz zeigt, was Faktenlage ist. Es geht hier nicht um Meinung. Man kann nicht „meinen“, dass die Erde eine Scheibe ist. Sie ist es nicht.

          Wie wäre es, wenn Sie mal weniger ignorant sich mal auf die Expertise von Experten einlassen würden – statt selbstgedrechselte Weisheiten von sich zu geben. Der Beitrag oben bietet ja Gelegenheit dazu.

          Und wenn Sie dann sogar vielleicht mal die Empathie aufbringen, sich in die Situation von Betroffenen zu versetzen – nämlich behinderten Kindern und ihren Eltern, denen Leute wie Sie mal eben ihr Grundrecht absprechen -, dann lässt sich vielleicht mal eine gehaltvolle Diskussion aufbauen, wie Inklusion in der Praxis trotz der vielen Schwierigkeiten gelingen kann.

        • @ U.B.,

          bevor ich diese Diskussion verlasse, möchte ich Ihnen meinen Respekt zollen !

      • U.B und XXX Danke für die Kommentare.

  2. Der Mensch heißt BERND Höcke!

  3. @ xxx,

    ich muss Sie unterstützen. Wenn ich mich recht erinnere, haben wir das ja schon einmal ausführlich diskutiert und da waren auch Belege zitiert worden, wonach es genau so ist, dass – ich formuliere es mal so herum – diese Konvention nicht verlangt, dass alles Sonder- und Förderschulen aufgelöst und alle Kinder an gemeinsamen Schulen unterrichtet werden (werden sie ja ab Klasse 5 meist eh nicht).

    Damals war auch Anna dabei, die das auch damals vehement bestritt. Jetzt habe ich aber wenig Lust, danach zu suchen.

    Offensichtlich wird jetzt aber versucht, die Gegnerschaft zum bisherigen Inklusionsvorgehen zu einem AfD-Merkmal zu erklären, damit sich alle Nicht-AfD-Anhänger tunlichst davon fernhalten. Nun, gegebenenfalls erreicht man genau das Gegenteil.

    • Ansonsten habe ich keine Lust auf politische Diskussionen.

      • Wow, dann sind Sie schlauer als die KMK, alle Bundesländer und die Monitoringstelle für die Vereinten Nationen zusammen.

        • 😀 Sie sind hier im Forum bekannt – nicht minder als ich. 🙂

          Mehr sage ich nicht dazu. 😀

        • sofawolf ist ein Praktiker. Für ihn ist Inklusion kein abstrakter Kostenfaktor, sondern mit Menschen verbunden. Er denkt von der Seite der nicht-Behinderten aus, was die Inklusionsbefürworter ganz bewusst übersehen.

          PS: Lieber sofawolf, falls Sie eine Frau sind, bitte ich die männliche Formulierung zu verzeihen. Auf genderneutrale Schreibweisen habe ich keine Lust. Die Genderologen haben schon genug Schaden angerichtet.

          • @ xxx,

            zuletzt noch ein Wort dazu. 🙂 Alles gut ! Mehr möchte ich auch dazu nicht sagen. Sie verstehen …..

          • In dem Text, xxx, geht es aber nicht um die unbestreitbar problematische Praxis der Inklusion – sondern um ihre juristische, völkerrechtliche Grundlage. Und wer die nicht wahrnimmt, diskutiert am Thema vorbei. Oder erweckt, wie die AfD, den Eindruck, dass die Inklusion mal eben abgeschafft werden könnte – das kann sie eben nicht, weil es sich um Völkerrecht handelt, das von Deutschland ratifiziert wurde.

            Das ist wie beim Klimawandel. Der verschwindet auch nicht dadurch, dass die AfD ihn leugnet.

          • Das Völkerrecht haben Sie sich schön zusammengereimt, Bernd. Inklusiven Unterricht schreibt es nicht vor, sondern „nur“ die Beschulung auch behinderter Kinder, die überall auf der Welt noch immer nicht selbstverständlich ist.
            Und vermutlich werden einige arme Länder behinderte Kinder einfach nur den bestehenden Schulen zuweisen, weil sie gar kein Geld haben für teure und personell besser besetzte Förderschulen. Diesen „Luxus“ an Hilfe und Zuwendung können sich nur reiche Länder leisten, wenn sie es denn wollen und ihnen behinderte Kinder so viel wert sind.
            Sie und Anna stellen die Dinge einfach auf den Kopf und plädieren für eine inklusive Beschulung aller behinderten Kinder.
            In Ländern der sog. dritten Welt, die bisher keine Beschulung dieser Kinder kannten, ist die Billiglösung Inklusion sicher ein Fortschritt. In Deutschland aber ist die Auflösung der Förderschulen eine Schande, die mit hehren Worten dick zugekleistert wird.

            Zu Ihrem letzten Satz kann ich nur die abgedroschene, dennoch zutreffene Feststellung machen: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

          • Bernd

            Den Klimawandel kann man nicht wegdiskutieren. Der hat auch nichts mit der Inklusion zu tun.
            Man kann aber die falsche Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention in der deutschen Gesetzgebung ändern , oder wollen Sie , dass wir Eltern weiter das Anrecht auf Beschulung in Förderschulen weiter einklagen. Das wird hier im Münsterland derzeit von betroffenen Eltern erfolgreich praktiziert, schließlich haben wir eine Gewaltenteilung in Deutschland.In Münster gibt es eine große Gruppierung von betroffenen Eltern, die sich durch Zivilklagen erfolgreich für den Erhalt der dortigen Sprachförderschule engagiert haben.

          • Sie verstehen offenbar nicht, worum es geht. Es geht um den FörderschulZWANG, der nicht mit der UN-Behindertenrechtskonvention vereinbar ist. Sie können kein Kind, nur weil’s behindert ist, auf eine Sonderschule zwingen. Wenn Sie das aber nicht können, dann ist der Unterhalt von Sonderschulen, die womöglich halb leer stehen, ein verdammt teurer Luxus für die Bundesländer.

            Und ich habe mir gar nichts zusammengereimt – ich beziehe mich, wie der Text oben, auf die KMK, die Bundesländer und die Monitoring-Stelle für die Vereinten Nationen, also auf Dutzende von Staats- und Schulrechtlern, die sich mit dem Thema befasst haben. Außerdem weiß ich qua Bildung, dass das Wort „Integration“ nicht Aussonderung bedeutet.

            Oder sind Sie, geli, die Koriphäe, die in New York erklärt, ob Deutschland die Anforderungen der Konvention erfüllt? Auf welche Quellen beziehen Sie sich denn mit Ihrer juristischen Expertise? Auf Herrn Höcke?

          • Ihnen, Herr v. Lintig, und allen Eltern, die für den Erhalt der Förderschulen kämpfen, wünsche ich weiterhin viel Erfolg!

            Mich würde noch interessieren, ob die von Ihnen genannte große Gruppierung betroffener Eltern in Münster vorwiegend aus Schaden durch den erzwungenen Regelschulbesuch ihrer Kinder belehrt worden ist oder ob diese Eltern durch Vernunft und eigenes Denken gar nicht erst auf die fragwürdigen Behauptungen und Werbesprüche von Inklusionsanhängern reingefallen sind.

          • Es ist schon unverschämt, wie betroffene Eltern, die eine Regelschule für ihr behindertes Kind wählen, hier als dumm und unvernünftig dargestellt werden.

          • Anna
            Es ist noch unverschämter, wie es gelingen konnte, Eltern von Kindern mit einer Lernbehinderung dazu zu überreden, ihre Kinder auf eine Schule ohne Sonderförderung zu schicken.
            Noch unverschämter ist es Eltern von Kindern mit einem Förderbedarf von vornherein zu erklären, dass ihr Kind als Erwachsener in einer Behindertenwerkstatt landen wird. Vielen Dank auch, ich belehre Frau von der Wroge gerne eines Besseren.

          • Bernd
            Sie verstehen nicht , worauf die von ihnen geforderte Beschulung führt. Sie führt dazu, dass diese Kinder mit Sonderförderbedarf noch mehr abgehängt werden. Sie werden doch wohl wissen, dass sich die Unterrichtsmethoden immer mehr in Richtung auf offene Unterrichtsformen entwickelt haben, wie Material zentrierter Unterricht, eigenständiges Arbeiten der Schüler, Lehrer ferner Unterricht ohne emotionalen Bezug und mitreißender Didaktik.Mit diesen Methoden fühlen sich schon die sogenannten normalen Schüler überfordert, gelangweilt oder genervt.
            Wie geht es dann erst Kindern mit einem Förderbedarf? Sollen diese jetzt alle Lernbegleiter im Unterricht erhalten. Das wird noch sehr viel teurer als der Erhalt der Förderschulen.
            Nein , Inklusion wird günstiger und effektiver, wenn man die Förderschulen an die anderen angliedert. Und dennoch werden diese Schüler eine Stigmatisierung und Ausgrenzung von Teilen der übrigen Schüler erfahren.Wann kehrt hier mal wieder Vernunft ein, die sich an der Realität orientiert. Das Sein bestimmt das Bewusstsein.

          • wohin

          • gudrun

            Es gibt hier in der Nachbarstadt Münster einen selbst betroffenen Anwalt, der gemeinsam mit betroffenen Eltern sich für den Erhalt der Sprachförderschule einsetzt und das Verfahren juristisch begleitet.
            Deutsche Richter zeigen ein weitaus besseres Verständnis für die Probleme der Kinder.

        • Lieber Bernd. Mal Google anwerfen, das völkerrechtliche Gutachten der KMK finden, lesen, und dann mal Charakter zeigen und sich entschuldigen – wäre toll.

          • Die KMK-Position ist doch im Artikel oben wiedergegeben – wie wäre es, wenn Sie mal sinnerfassend lesen würden und sich dann entschuldigen? Wäre nicht nur toll, wäre auch sachlich begründet.

    • Sehr geehrter Sofawolf,

      hier wird nicht „versucht, die Gegnerschaft zum bisherigen Inklusionsvorgehen zu einem AfD-Merkmal zu erklären“. Hier wird – im Gegenteil – die geltende Rechtslage in Deutschland mit sauberen Quellenverweisen wiedergegeben. Sie können die Links gerne nachvollziehen.

      Sie werfen hier den rechtlichen Anspruch und die praktische Umsetzung durcheinander. Der Text bezieht sich nur auf ersteres. Dass die Inklusion in der Praxis gravierende Probleme bereitet, hat News4teachers immer wieder ausführlich dargestellt. Stellvertretend für unsere umfangreiche kritische Berichterstattung sei hier auf einen Kommentar unseres Herausgebers verwiesen: http://www.news4teachers.de/2017/03/wir-brauchen-jetzt-eine-breite-debatte-ueber-die-inklusion-sonst-droht-ihr-das-schicksal-von-g8/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Inklusion bedeutet den Besuch von Regelschulen, und dazu gehören auch die Förderschulen.Ein Besuch der Schüler mit Förderbedarf in Gymnasien erscheint für Außenstehende kaum möglich, entspricht aber der Praxis in NRW.
        Dort sind diese Schüler mit Förderbedarf einer ständige Überforderung ausgesetzt und bekommen indirekt und direkt ihr eigenes Unvermögen aufgezeigt, bei begabteren Schülern überhaupt mithalten zu können.
        Hinzu kommt inzwischen ein Mangel an Sonderschulpädagogen in Förderschulen. Wir haben versucht ein Kind in einer wohnortnahen Förderschule unterzubringen.Allein der Versuch scheiterte an fehlendem Personal.
        Als Gegner der Inklusion ist man trotzdem kein Anhänger der AfD.

        • Ich inkludiere Sie also, wenn ich Ihnen den Zugang zu einer Einrichtung verweigere, die allen anderen offen steht? Interssante Rabulistik.

          • Die Beschulung von Kindern mit Förderbedarf in Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen und Gemeinschaftschulen gemischt mit Kindern ohne Beeinträchtigungen schadet diesen im Vergleich zu einer Beschulung in eigenen Förderklassen. Warum werden diese Förderklassen nicht angegliedert, das wäre eine Option und dann wären Sie als Sonderpädagogen in der Lage intensiv mit eigenen Schülern zu arbeiten und müssten nicht ständig zwischen verschiedenen Schulen pendeln.

      • @ Sehr geehrte Redaktion,

        ich zitiere einfach U.B., der/die schrieb:

        „Zustimmung, xxx!! Die viel zitierte UN-Konvention schreibt „keinen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern“ vor. Das wurde hier schon tausendmal diskutiert und es ist unverständlich, warum es im Artikel mal wieder heißt, alle „maßgeblichen Experten“ sähen eine solche Verbindlichkeit.
        Verbindlich ist leider das, was im Bundestag zur UN-Konvention beschlossen wurde, und das ist eine schiefe Auslegung der Konvention mit langer Vorgeschichte.
        Hierzu gibt es einen anderen n4t-Artikel, den ich wirklich gut finde:

        http://www.news4teachers.de/2015/02/keine-weiteren-kosten-wie-leichtfertig-der-bundestag-das-inklusionsgesetz-verabschiedete/

        Das Thema Inklusion ist zu wichtig, um mit ihm nur Herrn Höcke und der AfD vor der Bundestagswahl noch schnell eins auszuwischen und dabei mal eben auf Kosten der Tatsachen den Eindruck zu vermitteln, unser deutsches Inklusionsgesetz entspreche tatsächlich dem, was die UN-Konvention verlangt.
        Mir sagen „alle maßgeblichen Experten“, dass unser Förderschulsystem keineswegs der UN-Konvention widerspreche, sondern zu Unrecht von politischer und lobbyistischer Seite so dargestellt würde.“

        Herzliche Grüße
        Sofawolf

        • Ansonsten ist mein Interesse an dieser Diskussion sehr begrenzt und auch erschöpft, daher werde ich leider Antworten nicht mehr wahrnehmen. Tut mir leid.

          Sie haben sich in meinen Augen hier eh nie als faire Moderatoren erwiesen, sondern immer wieder ausgesprochen „parteiisch“.

          Ach ja, herzliche Grüße! 😉

          • Lassen Sie das „in meinen Augen“ weg und dann stimmt die Aussage. Sehr viele Diskutanten haben in der Vergangenheit bereits erkannt, dass die Redaktion sich hier nicht als Moderator, sondern als Zensor betätigt.

          • Wie kindisch ist das? Sie ignorieren den gut mit Belegen versehenen Text oben – und behaupten das Gegenteil, freilich ohne irgendwelche Quellen zu nennen. Und dann beschimpfen Sie die Redaktion. Dass Sie „keine Antworten mehr wahrnehmen“ wollen, macht dann, ehrlich gesagt, auch nichts. Sie nehmen ja offenbar ohnehin nichts anderes wahr als Bestätigungen Ihrer selbstgestrickten Meinung.

            Was bedeutet für Sie der Begriff „integrativ“, der im deutschen Gesetzestext in Bezug auf das Schulsystem ausdrücklich verwendet wird (im englischen Text, der völkerrechtlich verbindlich ist, ist synonym von „inclusive“ die Rede)?

            Um zu verstehen, dass damit kein Sonderschulzwang für behinderte Kinder gemeint sein kann, bedarf es keines besonderen juristischen Sachverstands. Der Duden bietet folgende Definitionen für das Wort „Integration“ an:

            1. (bildungssprachlich) [Wieder]herstellung einer Einheit [aus Differenziertem]; Vervollständigung
            2. (bildungssprachlich) Einbeziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes
            3. (Soziologie) Verbindung einer Vielheit von einzelnen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen und kulturellen Einheit.

            Damit ist alles gesagt.

          • „Integrativ“ bedeutet, dass behinderte Kinder ebenso ein Anrecht auf Schulbildung haben wie nicht-behinderte und darum ins Schulsystem jeden Landes integriert werden müssen. Darauf zielt die UN-Konvention ab, weil es noch immer Länder gibt, in denen Behinderte keinen Zugang zu Schule und Bildung haben.

            Wie Herr v. Lintig bereits richtig schrieb, sind und waren die Förderschulen immer Teil unseres Schulsystems. Sie stellten sogar einen finanziell und personell aufwändigen Bestandteil dar. Wer sie als nicht-integriert bezeichnet, ignoriert die Fakten.
            Sie, Anna, scheinen immer wieder Integration mit Inklusion zu verwechseln oder verwechseln zu wollen.

          • Wie großzügig, dass Sie behinderte Kinder doch immerhin beschulen lassen wollen, wenn Sie ihnen schon nicht die Regelschule erlauben. Dass es sich bei Sonderschulen um gesonderte Einrichtungen handelt, die mit Integration (= Eingliederung) nichts zu tun haben, sagt ja schon das Wort – der mancherorts später eingeführte Euphemismus „Förderschule“ ändert daran nichts.

            Nach Ihrer Logik war auch die Rassentrennung in den USA ein integrativer Ansatz.

          • Anna
            Kinder mit Förderbedarf werden in den Regelschulen schlechter betreut.
            Die Klassen sind dort wesentlich größer, eine ständige Betreuung durch Sonderpädagogen entfällt,weil diese überwiegend beratend tätig werden und die verbleibenden Lehrer sind gar nicht für diese Schüler ausgebildet und häufig mit diesen überfordert.
            Im bestehenden Schulsystem sind sie dagegen besser integriert und können auch viel weiter gebracht werden.
            Und das vermitteln wir den Eltern, was diese bei entsprechend sachlicher Aufklärung verstehen.
            Wie großzügig sind Sie und Bernd denn, dass sie diese Kinder sogar noch beschulen lassen. Die lernen dann zwar fast nichts mehr , weil sie diese sowieso schon abgeschrieben haben. das erfahre ich hier auch von Lehrern. Damit wären wir dann wieder im Jahre 1950, der Zeit vor der Bildungsoffensive.Die Grünen drehen im Moment gewaltig das Rad der Geschichte zurück. Gute Nacht Deutschland.

          • Das entscheiden aber nicht Sie, Herr von Lintig, wo behinderte Kinder am besten aufgehoben sind. Das entscheiden die betroffenen Eltern – seit der Behindertenrechtskonvention haben Sie auch das Recht dazu. Und das lässt sich nicht zurückdrehen, da können Sie und andere hier mit noch so viel Schaum vorm Mund gegen anschreiben.

          • Anna
            Das entscheiden Sie auch nicht, schließlich bin ich unter anderem ein betroffener, engagierter Vater, der keine Probleme hat, sich mit Links-Ideologen zu fetzen.

          • Ich entscheide für mein Kind – und Sie für Ihres. Gottseidank muss ich mir heutzutage nicht mehr von Dogmatikern wie Ihnen vorschreiben lassen, dass mein Kind auf eine Förderschule muss. Der Inklusion sei Dank.

          • Und auch das stimmt nicht, das entscheiden die Schulämter, zumindest in NRW.
            Allerdings haben auch die mittlerweile „Angst“ vor den übereifrigen Eltern, die allzuoft mit den Rechtsanwälten ankommen und ihre Kinder dabei sehr schnell aus dem Blick verlieren.

          • Anna

            Und ich würde Ihnen nie vorschreiben an welcher Schule Sie ihre Kinder anmelden. Das will hier niemand, aber die Situation hat sich inzwischen so weiter entwickelt, dass vielerorts Eltern gar keine Wahlfreiheit mehr haben als die Kinder inklusiv zu beschulen.

          • Doch, das wollen Sie (im übertragenen Sinne) – mit Ihrem Beharren auf den Förderschulzwang. Sie wollen Eltern vorschreiben (lassen). dass Sie ihr behindertes Kind gefälligst auf eine Sonderschule zu schicken haben.

            Ob Förderschulen nun aufgelöst werden oder nicht, hat damit erst mal gar nichts zu tun – das sind dann politische Entscheidungen, die vor dem Hintergrund der hohen Kosten getroffen werden. Natürlich können Sie sich gegen eine Schließung politisch engagieren. Wenn Sie eine Landesrregierung überzeugen können, entsprechende Strukturen freiwilllig vorzuhalten – warum denn nicht? Habe ich nichts gegen. Man muss nur wissen: Das kostet eben eine Menge Geld. Und da wird eine Landesregierung (bei immer knappen Mitteln in der Bildung) eben abwägen, ob sie die nicht lieber in ihr Pflichtprogramm (Regelschulen) steckt.

          • Weder Bernd noch Anna haben Kinder mit einem Förderbedarf.
            Wessen Rechte verteidigen Sie beide denn hier?
            Ist diese Frage noch erlaubt bei so viel Borniertheit?

  4. Die Befürworter von Inklusion argumentieren nahezu ausschließlich aus Sicht der Behinderten auf der sozialen Ebene. Die Gegner der Inklusion argumentieren nahezu ausschließlich auf der kognitiven Ebene, jedoch sowohl aus Sicht der Behinderten als auch der großen nicht-behinderten Mehrheit. Beides lässt sich nicht miteinander vereinbaren, besonders wenn die soziale Fraktion sich sehr emotional auf Bundesrecht beruft. Formal hat sie also recht, ob das aber auch allen gerecht wird, sei im Falle der gewählten Form der Inklusion zumindest zweifelhaft. Die sehr dubiose Abstimmung des Gesetzes und der Gesetzestext selbst tun ihr übriges. Allerdings wird sich gerade aufgrund des starken Einflusses der Befürworter kein Politiker an einer Änderung des Gesetzestextes trauen, schon garnicht vor einer wichtigen Wahl und wenn die AfD dieselbe Position vertritt.

    Wie die Genderologen zur Zeit zeigen, wäre Deutschland bei der Schwerpunktsetzung auf das soziale nicht zu der wirtschaftlichen Macht geworden, die es heute zumindest noch ist.

    • Erst mal Anerkennung, xxx, für Ihren Versuch, die Diskussion zu versachlichen. Ihre Darstellung ist im Wesentlichen korrekt – bis auf einen Punkt: Die Behindertenrechtskonvention ist kein schlichtes Bundesgesetz, das sich mit Mehrheit im Bundestag ändern ließe. Deutschland ist mit der Ratifizierung eine völkerrechtliche Verpflichtung eingegangen und die müsste aufgekündigt werden. Glauben sie ernsthaft, Deutschland könnte es sich erlauben, ein Menschenrecht der Vereinten Nationen aufzukündigen – was glauben Sie, was Erdogan, Putin und alle anderen, denen Deutschland regelmäßig Menschenrechtsverletzungen vorhält, daraus machen würden?

      Der „starke Einfluss der Befürworter“ – das sind nur die Behinderten- und Betroffenenverbände.

      • Man könnte die Konvention korrekt übersetzen und diese neue Übersetzung verabschieden. Daran traut sich aber auch niemand, weil die Folge — weitgehende Abschaffung der Inklusion im Sinne des gemeinsamen Lernens — von zu vielen Seiten als behindertenfeindlich ausgelegt werden würde. Dabei profitieren davon auf kognitiver Seite wirklich alle. Die soziale Ebene kann man erhalten, indem man die Förderschulen als Abteilung in (große) Gesamtschulen integriert, insbesondere auf demselben Schulgelände. Gemischten Musik-, Werk- oder Kunstunterricht kann man dann immer noch durchführen, aber bitte nicht Mathematik, Deutsch oder Englisch, bei dem viele der Inklusionskinder naturgemäß nicht mitkommen können.

      • Und wieder geht’s bei Ihnen von vorne los, Anna. Verstehen Sie doch endlich, dass es bei dem deutschen Inklusionsgesetz nicht um die einzig zulässige Umsetzungsform der UN-Konvention geht. Die völkerrechtliche Verpflichtung zum Schutz und Recht von Behinderten kann von den Ländern in unterschiedlicher Form wahrgenommen werden. Inklusiver Unterricht ist eine Möglichkeit, wahrscheinlich die billigste. Es gibt aber auch anspruchsvollere und kostenintensivere Formen schulischer Förderung die nicht der Parole „Eine Schule für alle“ huldigen.

        Beim starken Einfluss der Inklusionsbefürworter vergessen Sie übrigens den stärksten, nämlich den von linksgrünen Ideologen und Politikern.

        • So ist es, und es sind die schwierigsten Gegner, da man denen auf Grund ihrer ideologischen Borniertheit gar nicht mit Logik und Vernunft beikommen kann.

          • Wenn diese ideologische Borniertheit sich dann noch mit Frömmelei, einzig wahrer Nächstenliebe und Moral paart, ist das in der Tat eine geistige Festung, der man „gar nicht mit Logik und Vernunft beikommen kann.“

          • Hier ist Hopfen und Malz verloren – die Konvention ist mit ihrem englischen Text völkerrechtlich für Deutschland bindend. Und Sie kann nicht „neu übersetzt“ und damit in ihrer Aussage umgedreht werden, das ist absurd. Genauso wenig gibt es ein „deutsches Inklusionsgesetz“ neben der Behindertenrechtskonvention. Hier wird mit Inbrunst ein solcher Blödsinn verbraten, dass es einen gruselt.

            Viele hier leben offenbar in einem ‚Wolkenkuckuckheim und werden feststellen, dass die Inklusion allenfalls zeitlich gestreckt, aber nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Da können Sie schäumen und beleidigen, wie Sie wollen. Realitätsverweigerer wie Sie sind nur deshalb ein Problem, weil sie den Eindruck erwecken, mit einem „Basta“ könnten die praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Inklusion gelöst werden. Alle neutralen Leser hier seien vor solchen Vereinfachern gewarnt – wer den Schulen helfen will, muss erst einmal die Wirklichkeit anerkennen. Alles andere ist Stammtischgedröhne ohne praktische Relevanz.

          • Im Moment schäumen Sie und ihre Rhetorik ist wenig zielführend.
            Mit dieser Art Schulpolitik , die Sie hier vertreten, wird jede Partei Wahlen verlieren.Inklusion ist zum Horror geworden,weil sie 1. nicht die UN-Menschenrechtskonvention umsetzt , 2. falsch übersetzt wurde, 3. In seiner derzeitigen Umsetzung nicht dem wahren Kern der Konvention entspricht und 4. eigentlich alle nur Verlierer werden und 5. die Mehrheit diese nicht mehr will.
            Diese Art von Inklusion ist kein Naturgesetz, wie das Newtonsche Axiom oder die Schwerkraft.Sie hängen einer Ideologie an und entsprechen genau dem, was hier bereits an Sektierertum beschrieben wurde.

          • Dann wählen Sie sie doch ab – mit der als Problemlösungspartei bekannten AfD. Alle anderen Parteien, übrigens auch alle Lehrerverbände, bekennen sich zum völkerrechtlichen Status quo und sind in Ihren Augen damit ja „Links-Ideologen“.

          • Anna

            Wenn Sie da mal mit ihrer Einschätzung nicht falsch liegen.
            Sie schreiten zum Äußersten und fordern noch Meinungsgegner sich für eine radikale Partei kender Mensch zu anderen Positionen gelangen kann.zu entscheiden, weil Sie total verbohrt sind und sich nicht vorstellen können, dass ein normal den

          • Huch ,was war denn das?
            Sie fordern mich auf eine radikale Partei zu wählen. Geht es Ihnen gut? Bloß weil Ihnen meine Positionen nicht gefallen, gehöre ich dieser Partei noch lange nicht an.Bleiben Sie sachlicher.

          • … und es irritiert sie nicht, dass keine andere Partei, kein Lehrerverband, kein Bundesland, die KMK nicht und auch der unten zitierte Inklusionskritiker Felten nicht Ihren Wunsch nach einer Rückkehr zum alten Förderschulzwang teilt?

            Würde mir schon zu denken geben.

          • Haben Sie mal die Aussagen von Frau Gebauter verfolgt? Die Politik begreift gerade, dass sie auf dem Irrweg ist….

          • Also jetzt wundere ich mich wirklich – die jüngste Aussage von Frau Gebauer zur Inklusion steht doch oben im Beitrag und lässt keine Zweifel: „Der Inklusionsprozess wird weiterverfolgt. Wir wollen aber wegen der fehlenden Qualität und der begrenzten personellen Ressourcen das Tempo herausnehmen“

            Nochmal langsam: „Der Inkllusionsprozess wird weiterverfolgt.“ Warum wohl? Frau Gebauer kann gar nicht anders. Siehe oben.

      • Dann würde ich mich einmal ganz gerne mit einem Betroffenen der Betroffenen-Verbände unterhalten.Wir nehmen als betroffene Eltern das selbe recht auf optimale Beschulung in Anspruch. In der DDR gab es gar keine Förderung behinderter Menschen. Ihre Inklusion läuft auf das selbe Ergebnis hinaus.

  5. Wahr mit h bitte. Alle schulischen Inklusionsbestrebungen sind für die Katz, wenn sich in der Gesellschaft nichts ändert und die Inklusion mit Beendigung der Schulzeit aufhört. Also, es sollte normal werden überall, dass es Behinderte gibt und dass sie dazu gehören.

    • mississippi

      Genauso ist es und das gelingt in einer natürlichen Umgebung, zum Beispiel durch gemeinsamen AG`s Sport-, Kunst-, Musikunterricht und Fächer, in denen Kinder mit einer Sonderförderung mithalten können, indem diese Schulen an andere angegliedert werden.

    • Und dann am Ende der Schullaufbahn Menschen mit Unterstützungsbedarf direkt in Betreuungseinheiten für geistig beeinträchtigte Menschen abschiebt. Das sagte uns eine hellsehende Lehrerin mit eingeschränkten pädagogischen Fähigkeiten am Kind.

    • Zu der Frage, die diskutiert wird: Die hessische CDU sieht das mit der Inklusion putzigerweise ebenso. Hust

  6. Das kenne ich so, A.v.L.

    • Wie wird der gemeinsame Unterricht organisiert.Sind die Schulen einander angegliedert und gibt es, so wie früher in Bielefeld an der Bodelschwingschule die Möglichkeit zum Wechsel zwischen der Realschule und dem Gymnasium auf fast jeder Ebene.
      Die haben sogar die frustrierten Schüler der Laborschule der Uni Bielefeld des „Pädogogen“ Hartmut von Hentig aufgenommen und denen Schulabschlüsse ermöglicht.

  7. Gemeinsames Schulgelände. Teilweise Klassen (je ca.5 SuS) im Grundschulgebäude.

  8. Gemeinsames Schulgelände. Teilweise Klassen (je ca.5 SuS) im Grundschulgebäude. Kooperation in einzelnen Fächern.

  9. Hier nochmal der Link zur groß angelegten Vorstellung von Michael Feltens sehr lesenswertem Buch „Die Inklusionsfalle“ bei News4Teachers. Felten schreibt:

    „Die UN-BRK fordert gerade n i c h t die Abschaffung unserer hochspezialisierten Förderinstitutionen, sondern verpflichtet primär zur Orientierung am Kindeswohl – unter Wahrung der elterlichen Verantwortung.

    Deshalb steht keineswegs an, das Schulsystem strukturell zu revolutionieren, sondern es ‚dual-inklusiv‘ (Otto Speck) zu optimieren. Wir müssen um eine Inklusion mit Augenmaß ringen: um die ausgewogene und dynamische Kooperation von integrationsoffenen Regelschulen und ergänzenden Förderschulen. Die Devise kann nur sein: So viel hochqualitative Integration wie sinnvoll, so viel durchlässige Separation wie nötig! Jedes Kind soll an dem für es sinnvollsten Ort lernen können – und dies kann durchaus auch, wie weltweit üblich, zeitweise eine Spezialschule oder Separatklasse sein.“

    http://www.news4teachers.de/2017/05/gastbeitrag-zur-inklusion-nicht-eine-schule-fuer-alle-sondern-fuer-jedes-kind-die-beste/

    • Es behauptet hier ja auch gar keiner, das die Behindertenrechtskonvention die Abschaffung der Förderschulen vorsieht. Sie schafft den FörderschulZWANG ab – ist der Unterschie so schwer zu verstehen? Natürlich können sich die Bundesländer teure Förderschulen leisten, so viele wie sie wollen – sie können nur keine Kinder (mehr) zwingen, darauf zu gehen.

      • PS. Es ist genau richtig, was Felten schreibt:

        „Die Devise kann nur sein: So viel hochqualitative Integration wie sinnvoll, so viel durchlässige Separation wie nötig! Jedes Kind soll an dem für es sinnvollsten Ort lernen können – und dies kann durchaus auch, wie weltweit üblich, zeitweise eine Spezialschule oder Separatklasse sein.“

        Die Betonung liegt auf „durchlässig“ und „zeitweise“ und „unter Wahrung der elterlichen Verantwortung“ – natürlich geht das alles, wenn die Eltern das wünschen. Es geht aber eben nicht zwangsweise und dauerhaft, so wie früher.

        • Für ein Kind mit emotional-sozialem Förderbedarf sind Grundschulklassen mit 30 Kinder nie sinnvoll, und für die anderen 29 erst recht nicht (man darf nicht vergessen, auch nicht behinderte Kinder haben Rechte!).
          Für ein autistisches Kind ist eine Grundschulklasse mit 30 Kindern nie sinnvoll…
          Für ein geistig-behindertes Kind ist eine Grundschulklasse ….
          Für ein körperbehindertes Kind ist der Verzicht auf die komplette Förderung incl. Ergotherapie, Physiotherapeuten, etc. in den Förderschulen nur in den allerseltensten Fällen sinnvoll…
          Für ein gehörloses Kind fordert der Verband der Gehörlosen mindestens drei gleichaltrige Kinder in derselben Klasse, damit alle die Chance haben, die Gebärdendprache zu lernen…
          Diese Liste leise sich fortführen.

          Im übrigen haben viele Eltern längst erkannt, dass für ihre Kinder hochspezialisierte Förderschulen genau richtig sind und kämpfen um deren Erhalt.

          Und das Märchen von der zeitweisen Separation – in wie vielen Jahrzehnten glauben Sie denn sind die Grundschulen mit entsprechenden Anbauten versehen? In den Schulen herrscht massiver Platzmangel, vom Personalmangel will ich gar nicht sprechen.

          • Wo hören Sie denn auf, gedanklich auszusortieren. ADHS-Kinder? Scheidungskinder? Kinder mit Lernstörungen? Migrantenkinder? Wenn sie die alle rausnehmen, dann haben sie bald eine schicke kleine Lerngruppe von fünf Kindern beisammen.

            Wie wär’s mit einem Grundschüler-Gymnasium, in dem nur Kinder ohne Ecken und Kanten aufgenommen werden. Wäre doch offenbar eine tolle Schule für Sie.

            Aber mal im Ernst: Eine Grundschul-Klasse mit 30 Schülern ist natürlich für kein Kind und für keinen Lehrer zumutbar. Inklusion hängt schon an den Bedingungen.

          • Bevor ein Förderbedarf festgestellt wird, beschäftigen sich viele Experten mit dem Kind und den Eltern. Das ist ein aufwändiges und personalintensives Verfahren zum Wohle des Kindes.

            Ihre Sprüche sind plakativ und auf Stammtischniveau.

          • Und deswegen gab es früher – je nach Bundesland – völlig unterschiedliche Förderschulquoten. Praktischerweise immer genau so hoch, dass das System ausgelastet war. Klar, da wurde immer auf jeden Einze3lfall geschaut. Und es gab auch jedes Jahr, wie vorgeschrieben, eine Begutachtung, ob die Gründe noch vorliegen. Wer’s glaubt …

      • @Anna
        Besteht jetzt etwa kein ZWANG zur Regelschule, wenn Kinder auf Grund der raschen Förderschulschließungen gar keine Förderschule mehr in der Nähe haben, die sie unter halbwegs zumutbaren Fahrbedingungen noch erreichen können?
        Außerdem gibt es seit einiger Zeit das Problem, dass die reduzierten Förderschulen Anträge von interessierten Eltern abweisen müssen, weil die Plätze hinten und vorne nicht reichen.
        Ist das etwa kein ZWANG, und zwar zum Besuch von sog. Regelschulen?!
        Wenn schon ZWANG verurteilen, dann bitte konsequent und sich auch für die Erhaltung der noch bestehenden Förderschulen und die Wiedereröffnung geschlossener Schulen einsetzen, wo deren Eliminierung einen Zwang zum Regelschulbesuch bedeutet! Ansonsten wirkt das Argument ZWANG vorgeschoben.

        • U.B.
          Sie haben vollkommen recht und beschreiben einen Zustand, der den Förderschülern nicht gerecht wird.
          Die Situation hat sich genau so schon in NRW entwickelt, dass den Eltern vieler Orts gar nicht mehr die Wahl bleibt als ihr Kind inklusiv in einem Gymnasium, an einer Gemeinschaftsschule oder einer Gesamtschule anzumelden.
          Und da werden diese Kinder dann eben nicht mehr ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten nach gefördert,denn diese fällt dann fast vollständig weg.
          Mit meinen Schilderungen befinde ich mich in der Realität.
          Es ist aber der erste Schritt hin zu der Einheitsschule ohne eine Gliederung nach der Stärke der Schüler und die Verabschiedung von einer Schüler orientierten, individuellen Beschulung mit einer weiteren Absenkung des Lernniveaus.

  10. @Anna
    Anna, Anna, lassen wir mal dahingestellt, wer „schäumt und beleidigt“, „Blödsinn“ redet oder „Realitätsverweigerer“ ist.

    In einem Punkt könnten Sie allerdings Recht haben, „dass die Inklusion allenfalls zeitlich gestreckt, aber nicht mehr rückgängig gemacht werden kann“. Mich bedrückt dieser Gedanke, Sie erfreut er wahrscheinlich.
    Darum ist wichtig, dass Initiativen gegen weitere Schließungen von Förderschulen stattfinden. Eltern sollten sich zusammenschließen und gemeinsam auf die Barrikaden gehen, juristische Hilfe suchen, Klagen einreichen..
    Herr v. Lintig berichtet davon: „In Münster gibt es eine große Gruppierung von betroffenen Eltern, die sich durch Zivilklagen erfolgreich für den Erhalt der dortigen Sprachförderschule engagiert haben.“

    Von Lehrerseite wäre gut, wenn die Inklusionsideologie nicht mehr pflichtschuldigst gutgeheißen und die vielerorts katastrophale Realität nur auf schlechte Arbeitsbedingungen zurückgeführt würde.
    Keiner ist behindertenfeindlich oder inhuman, wenn er sich seines Verstandes zu bedienen und blauäugigen Theorien zu widersprechen wagt.
    Meinem Eindruck nach gehört es fast zur Lehrerpflicht oder Selbstverteidigung, sich durch die Bejahung ideologischer Behauptungen (natürlich immer zum Wohl des Kindes!) als tüchtige, engagierte und vor allem herzensgute Lehrkraft darzustellen.
    Keiner dankt dies aber. Lehrer machen sich im Gegenteil nur angreifbar, wenn sie erst einer Theorie zustimmen und sich dann als nicht fähig erweisen, sie zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.
    Alles Begründen und Lamentieren nützt da wenig, es klingt nach Ausrede.
    Ich fürchte, dass etliche Lehrer deswegen über ihre Probleme nur hinter vorgehaltener Hand reden und sich sogar vor manchen Kollegen bedeckt halten.
    Das alles führt zur Insolvenzverschleppung eines totalitären Inklusionsgedankens, dessen Feindbild ein gegliedertes Schulsystem mit Förderschulen ist.
    „Eine Schule für alle“, auch für Kinder mit Lernbehinderungen, ist letztlich das Ziel linksorientierter Bildungspolitik. Die Inklusion ist dabei ein wichtiger Baustein. Obendrein ist er noch billig.

  11. Lieber Bernd, auch wenn Sie es sich nicht vorstellen können, es gibt 10jährige Kinder (Geistigbehinderte), die im Zahlenraum bis 6 rechnen, die anderen 25 oder so rechnen bis 1Mio. Dann hat man vllt. noch Kinder mit ADHS, Dyskalkuie, LRS, Asperger Autisten, Hochbegabte oder andere, die auch dringend unsere Hilfe benötigen. Die Bedingungen sind einfach schlecht. Alle Kinder sollten Freude am Lernen haben und behalten. Inklusion könnte gelingen mit mehr Geld und Personal. Solange das nur schönes Gerede bleibt, tun mir alle Beteiligten leid.

    • Klar kann ich mir das vorstellen – und ich sage ja nicht, dass die Aufgabe leicht ist. Und ich sage auch nicht, dass die Bedingungen toll sind. Das sind sie keineswegs. Das ist aber noch lange kein Grund, wie viele der Herrschaften hier es tun, die Inklusion grundsätzlich abzulehnen und behinderte und anstrengende Kinder möglichst weit weg zu delegieren. Bei einigen Diskutierenden hier stelle ich mir vor, wie sie reagiert hätten, wenn ihr eigenes Kind vom Schulamt einen Förderschulstatus zwangsweise verpasst bekommen hätte. Dann wäre wahrscheinlich das Verständnis für die Betroffenen etwas größer.

      • Ganz ehrlich, Sie haben offensichtlich Probleme mit dem festgestellten Förderstatus Ihres Kindes. Das gibt Ihnen nicht das Recht, hier Fachleute zu verunglimpfen.
        Vielleicht überlegen Sie mal ganz ernsthaft, was Ihr Kind wirklich braucht, nur das zählt – und nicht, was die Nachbarn sagen.

        • Hä? Dann erklären Sie doch bitte mal die völlig unterschiedliche Praxis der Förderschulzuweisungen in den Bundesländern früher – ein Kind, das in einem Bundesland als lernbehindert galt, musste es in einem anderen Bundesland noch lange nicht sein. Was ist überhaupt „lernbehindert“? Wo ist die Grenze? Was ist „sozial-emotionaler Förderbedarf“? Gibt’s dafür ein objektives Maß?

          Erzählen Sie mir doch nicht, dass es nicht zahlreiche Grenzfälle gab, in denen die „Fachleute“ so oder so hätten entscheiden können. Dooferweise hat ein solches System wie das frühere Förderschulsystem aber einen klebeeffekt – wie viele Schüler wurden denn wieder an Regelschulen geführt? Wie viele Schüler haben einen Abschluss geschafft? Machen Sie sich doch nichts vor: Das waren abenteuerlich geringe Quoten.

          • Kommen Sie doch einfach mal vorbei! Dann können Sie sich das Ganze in der Praxis anschauen! Das wird viele Ihrer Fragen beantworten 😉

          • Ich kenne Förderschulen ganz gut aus Binnensicht – meine Frau hat an einer gearbeitet. Danke aber für das Angebot.

          • Davon abgesehen frage ich mich, wie viele Kinder Sie denn in verschiedenen Bundesländern haben testen lassen? Oder wiederholen Sie hier nur irgendwelche Parolen???

          • Dass das jetzige System zu mehr Abschlüssen führt ist eine aberwitzige Vermutung, wohl eher zu weniger ….

          • Im übrigen bin ich Grundschullehrer, die kennen Sie ja anscheinend nicht so gut….

          • Nein, die kenne ich nicht. Meine Kinder sind wegen Hochbegabung alle direkt aufs Gymnasium gekommen (Scherz).

          • Super! Da sind Sie ja echt qualifiziert, über den Alltag der Inklusion in der Grundschule zu reden…

            Genau das ist eins der großen Probleme in der Bildungspolitik! Jeder, der mal Kinder in der Grundschule hatte, meint, er wisse Bescheid und könne mitreden.
            Glauben Sie eigentlich auch, weil Sie viele Jahre beim Kinderarzt gewesen sind, ersetzt das das Medizinstudium? Oder der Besuch beim Rechtsanwalt das Jurastudium incl. Referendariat?

            Ich finde es mittlerweile eher peinlich, wenn Laien meinen, Profis ihren Job erklären zu wollen!

          • Dürfen nur Soldaten über Verteidigungspolitik diskutieren, Bauern über Landwirtschaftspolitik, Energieversorger über Energiepolitik und die Wirtschaft über Wirtschaftspolitik? Oder geht das allle an?

            Sorry, ich würde schon ganz gerne mitreden wollen, wenn über meine Kinder entschieden wird.

            Wie erklären Sie denn die höchst unterschiedlichen Förderschulquoten in den einzelnen Bundesländern? Sind die Kinder in einem Bundesland eher lernbehindert als im anderen? Oder schlechter erzogen? Oder zappeliger? Und was kann dann wohl die Ursache sein? Naheliegender ist doch wohl, unterschiedliche Maßstäbe dafür zu vermuten, was als förderbedürftig zu gelten hat – und was nicht. Heißt: Es ist ein subjektives Urteil, für das es offenbar kaum objektive Merkmale gibt, wonach Bildungschancen vergeben werden.

            Ich will Ihnen Ihren Job nicht erklären – aber Sie schon auf merkwürdige Befunde hinweisen dürfen, die allzu dogmatischen Haltungen widersprechen. Reflexionsvermögen gehört in jedem verantwortungsvollen Beruf zur Professionalität.

          • Bernd
            Emil spricht aus seiner beruflichen Alltagserfahrung und niemand will Ihnen das Recht verwehren, ihr kind nach ihren Wünschen beschulen zu lassen.
            Wenn man ein Kind mit dem Förderbedarf Lernen, Sprache oder wie auch immer großzieht, so bestehen für diese Schüler viel bessere Möglichkeiten in den spezifischen Förderschulen, als in einer Schule mit viel leistungsstärkeren Mitschülern.Ich weiß auch aus eigenen Erfahrungen ,dass Kinder sich unter den gleichstarken Mitschülern viel wohler fühlen, da sie nicht ihre Schulleistungsschwäche ständig vorexerziert bekommen, die Hilfen viel intensiver sind und die schulischen Erfolge entsprechend größer.
            Allerdings empfinde ich es als dikriminierend, dass man als Schüler auf eigenen Wunsch keine Noten erhält, wenn man den Förderschwerpunkt Lernen mit in der Beurteilung hat.
            Niemand wird durch den Besuch einer Sprachföderschule oder wie auch immer diskriminiert. Diese Schulen gehören zum allgemeinbildenden Schulsystem dazu und erlauben eine differenzierte Förderung nach dem Leistungsstand des Schülers. Ein Wechsel ist ausdrücklich möglich und zwar immer.
            Hinzu kommt, dass in den anderen Schulen zum Teil mit Methoden, siehe Lesen durch Schreiben, gearbeitet wird, die diese Förderkinder kognitiv überfordern und zum Einschleifen von Fehlern in Lernprozess führen, die eine weitere Entwicklung im Schriftspracherwerb und des automatisierten Lesens weiter behindern.
            Ich weiß wovon ich rede uind ich appeliere an die Vernunft aller sich dem Kindswohl mehr zuzuwenden und nicht den ideologischen oder politischen Wünschen bestimmter Personengruppen nachzugeben.

          • AvL, Sie beziehen sich in der Regel ziemlich genau auf EINEN BESTIMMTEN Fall. Klar. Sie haben andere Eltern befragt. Aber alle schwirren um die gleiche Schule.
            Vieles, was sie behaupten, kann ich so nicht unterstützen und kann aus vielen Jahren viele Gegenbeispiele nennen.
            Aus der Vergangenheit kenne ich mehrere SuS, mit denen ich mit heutigem Wissen ganz anders umgehen würde. Kinder mit Cochlea-Implantat wurden an die FöS Lernen überwiesen, um den Förderbedarf Hören hat sich damals niemand gekümmert. Inklusion bewirt auch, dass sich alle darum kümmern müssen und sensibler für diese Themen werden.

            Es ist nicht so, dass man Kindern in der Regelschule ihre Beeinträchtigung ständig unter die Nase reiben muss. Man kann auch generell klären, dass JEDER etwas hat, das er noch lernen muss. Selbst eine extrem Hochbegabte hat Themengebiete, Bereiche o.a., in dem sie sich verbessern kann.
            Dass die Hilfe an anderen Schulen intensiver ist, ist ihre Beobachtung. An einer Sprachheilschule mit entsprechender Ausstattung UND Therapieangebot mag das stimmen, wenn Kinder neben dem Unterricht auch 1:1-Hilfe bekommen. Aber warum können Therapeutinnen nicht in Regelschulen arbeiten? Da muss plötzlich die Grundversorgung ausreichen. Es werden also Äpfel mit Birnen verglichen und Einsparungen vorgenommen, wo keine sein müssten, wenn Kinder ein Anrecht auf Förderung und Therapie hätten. – Mir ist nach wie vor schleierhaft, warum Frühförderung mit Komplexleistungen gewährt wird, diese aber mit dem Eintritt in die Schule aufhört unabhängig vom Förderbedarf der SuS. Plötzlich muss Schule alles selbst regeln, wo vorher im Kindergarten Inklusion UND Therapie erfolgen kann.

            Niemand wird durch den Besuch einer Sprachförderschule diskriminiert? Das mögen Sie so empfinden. Ich habe jahrelang das Ringen der Eltern erlebt, die ihre Kinder die Schule nicht wechseln lassen wollten. Nicht zur Sprachförderschule, die bei uns nur Kinder ohne Lernbeeinträchtigung nimmt, nicht zur FöS Lernen, nicht sonst wo hin. Auch jetzt fragen Eltern, ob ihr Kind ab Klasse 5 weiterhin auf eine Regelschule gehen kann. Immer noch ist in den Köpfen, dass für viele SuS der Besuch der FöS ein „Abstellgleis“ war. Das musste nicht so sein, viele FöS haben auch Schulabschlüsse angeboten und Herausragendes in der Förderung und Berufsorientierung geleistet. E
            Es kam aber auch vor, dass die SuS in FöS nur ihre Schulzeit erfüllten und an FöS kein Schulabschluss angeboten wurde.

            Stimmen die Bedingungen nicht und wird nicht entsprechend gefördert, sind alle Systeme schlecht für die Entwicklung der Kinder.

            Im übrigen ist nicht in jedem Bundesland ein Wechsel ausdrücklich und immer möglich, es gab schon früher Bedingungen, Fristen, Wartezeiten, zurzeit empfinde ich die Systeme insgesamt flexibler, in Nds. ist aber ein Wechsel zur FöS Lernen nicht mehr möglich, da diese Schulform abgeschafft ist (wenige Klassen gibt es noch).

            Welche Methoden eingesetzt werden, entscheidet an jeder Schule die Lehrerin, die den Unterricht erteilt. Dass einige LuL Lesen durch Schreiben nutzen, ist möglich, dass andere LuL anderes nutzen auch. Dass Förderkinder kognitiv überfordert sind, liegt nicht an einer bestimmten Methode, sondern daran, dass man sich mit dem Niveau, auf dem diese SuS lernen können oder sollen, beschäftigen muss, Hilfen finden, Materialien wählen oder anpassen muss, dass es Individualisierung braucht. Das kollidiert damit, dass keinerlei Ressourcen gegeben werden, LuL das „nebenbei“ erlernen und erarbeiten müssen, die Aufgabe der FöS-LuL gleichzeitig zu den anderen Aufgaben leisten sollen – und das von jetzt auf gleich meist ohne Fortbildung. Wie das wirklich funktionieren kann, weiß im übrigen auch niemand, schließlich hat keiner unter diesen Bedingungen vorab gearbeitet: Schüler mit Förderbedarf Lernen, Sprache, Hören, Emotional-Soziale Entwicklung sowie mit ADHS, LRS, Hochbegabung und Migranten mit geringen Deutschkenntnissen werden in einer Klasse beschult, gemeinsam und gleichzeitig mit den anderen Kindern.

            Ich weiß übrigens auch, wovon ich rede, und ich appelliere auch an die Vernunft aller, sich dem Kindeswohl mehr zuzuwenden:
            Da würde es helfen, wenn man sich nicht im Klein-Klein der Schulnamen und Beschulungsorte verliert, sondern generell dafür eintritt, dass heterogene Klassen erheblich mehr Hilfen benötigen, als eine Lehrkraft für 30 oder mehr SuS mit egal welchen Lernvoraussetzungen.
            Wenn ich auch nur EIN Kind mit Schwerpunkt Sprache an der Schule unterrichten soll, dann erwarte ich hierfür FöS-Stunden Sprache und eine ausgebildete Therapeutin.
            Wenn ich auch nur EIN Kind mit Schwerpunkt Motorik unterrichten soll, dann erwarte ich hierfür FöS-Stunden zur Motorik und eine ausgebildete Therapeutin.
            Wenn ich … die Liste wäre lang.
            Im Moment werden FöS-Schulen mit zusätzlichen Möglichkeiten, Stunden, Optionen verglichen mit einer Grundschule, in der nahezu alle Schwerpunkte versammelt werden, aber nur der Kernunterricht versorgt wird. Unter diesen Bedingungen würden auch die FöS nicht arbeiten können.

          • Dass die Arbeitsbedingungen für inklusive Förderschulen miserabel und unzumutbar sind, bestreitet doch keiner, Palim, und niemand macht den Lehrkräften einen Vorwurf daraus, dass sie zum Leidwesen für sich selbst und alle Kinder mit den Realitäten überfordert sind.
            Vielleicht wird es aber auch Zeit, endlich mal zu begreifen, dass sich daran wenig ändern wird und es eigentlich um das Prinzip „Inklusion“ geht.
            Politikern und Inklusionsanhängern ist vor allem eine Schule für alle wichtig. Wenn sie erreicht ist, sind sie schon ziemlich zufrieden.
            Die Bedingungen werden dann zwar auch nicht gutgeheißen und die Lehrer erfahren viel Verständnis. Das alles geschieht meinem Eindruck nach aber ziemlich formal.
            Ohne das Einführungsmärchen, die Inklusion wäre kostenneutral oder sogar billiger als Förderschulen, die Schüler würden voneinander lernen und die Sache liefe viel unproblematischer ab als behindertenfeindliche Zungen behaupteten, wäre die Inklusion doch auf viel mehr Widerstand gestoßen und nicht so relativ reibungslos über die Bühne gegangen.
            Es bringt nichts, hinterher zu klagen, dass man das Inklusionsprinzip zwar nach wie vor gut fände, sich die Realität aber anders vorgestellt habe. Das stößt zur Beruhigung zwar immer auf Verständnis und es wird auch Besserung in Aussicht gestellt. Diese lässt aber mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum St. Nimmerleinstag auf sich warten.

          • Man hat ein System, das viele SuS aussortiert, und möchte ein System, das mehr SuS inkludiert.
            Dabei setzt man viele Förderschüler in Regelklassen, spart aber Förderschullehrkräfte und Therapeuten ein.

            Wenn das dann nicht gelingt, kommt man zu dem Schluss, dass das alte System mit erheblich mehr Ressourcen besser war als das Sparmodell und stellt heraus, dass Inklusion nicht gelingen kann.

            Ich finde, da ist mehr als nur eine Milchmädchenrechnungen dabei!

            Aber ja, ich kann mich anschließen:
            Entweder kehrt man radikal zum alten System zurück (einschließlich guter Versorung) und nimmt dann alle Schüler mit besonderen Bedürfnissen auf – bei zugenommener Sensibilisierung für Bedarfe werden es mehr SuS als zuvor sein, bei derzeitigen Lernausgangslagen und früherer Einschulung auch,

            oder aber man sorgt für exzellente Bedingungen in den Regelschulen.

            Ein Sparmodell kann keiner länger ertragen.

          • Ich würde den Begriff „aussortiert“ nie verwenden, Palim, auch nicht das Wort „abgeschoben“. Wir betrachten die Inklusion offensicht aus zwei völlig verschiedenen Perspektiven. Sie sehen die Förderschule als Abschiebung, ich sehe sie als wertvolle Hilfe für behinderte Kinder.
            Inzwischen habe ich den von Frau Pause empfohlenen FAZ-Artikel gelesen, der meiner Perspektive entgegenkommt:

            http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ueberforderte-schulen-ist-die-inklusion-in-jetziger-form-noch-tragbar-15028318.html

            Interessant sind auch die Leserbriefe. Hier einer davon:

            „Als Vater einer 14-jährigen Tochter mit Down-Syndrom denke ich hier mitreden zu können. Unsere Tochter kann weder lesen noch schreiben, noch rechnen. Außerdem spricht sie nicht, trägt ein Korsett wegen Wirbelsäulenverkrümmung und kann auch nicht schwimmen. Sie wird an der jetzigen Schule sehr gut gefördert und die Schule macht ihr Spaß. Sie kann zwar nicht lesen oder schreiben, hat aber andere Fähigkeiten die gefördert werden. Sie benutzt einen Computer mit Sprachsoftware zur Verständigung und bildet damit ganze Sätze. Sie ist sehr interessiert an Hauswirtschaft, ist Seelentröster ihrer Schulkameraden. Sie ist bei allen als immer fröhlich und für Scherze zu haben bekannt und ist an der Schule sehr beliebt wegen ihres netten und offenen Wesens. Sie hat Weglauftendenzen, der man in der Schule dadurch Herr geworden ist, das man an der Eingangstür eine Auslasskontrolle mit einem Zahlencode eingebaut hat. Wenn sie gezwungen würde auf eine Regelschule zu gehen, wäre dies ihr seelischer Tod!“

          • Es ist leicht, Begriffe wie „aussortieren“ euphemistisch zu verbrämen, wenn man selbst nicht betroffen ist.

            Was für das eine Kind ein sinnvoller Schonraum ist, kann für das andere zur Verwahrfalle werden – (auch) behinderte Kinder sind eben höchst unterschiedlich. Es ist ungemein wohltuend, die unideologische und auf praktischer Erfahrung beruhende Analyse von Palim zu lesen, die manchem hier zu denken geben sollte. Inklusion kann gelingen, wenn die Bedingungen stimmen, auch wenn einige hier das nicht wahrhaben wollen. Und richtig ist auch der Satz: „Ein Sparmodell kann keiner länger ertragen.“ Weil’s ein Zurück aus o. g. Gründen nicht geben kann, müssen mehr Ressourcen her – und zwar viel mehr.

            Das Geld ist ja da. Der deutsche Staat ertrinkt derzeit in Steuereinnahmen.

          • Anna
            Finden Sie sich damit ab, dass die Politik dem Modell der Einheitsschule keine zusätzlichen Lehrkräft, Sonderpädagogen und Hilfskräfte zur Verfügung stellen wird.
            Die Lehrer werden weiter allein auf sich alleine gestellt sein und die Verlierer werden die Schüler mit einem Förderbedarf sein.
            Unterrichtet wird dann überwiegend mit offenen Unterrichtsmethoden im Material zentrierten Unterricht durch eigen initiatives, selbstbestimmtes Lernen.Petersen lässt grüßen.

          • Palim

            1. Es dreht sich nicht immer um den einen Fall. Ich habe 5 Kinder.
            2. Die Grundlage der Ergebnisse bilden Grundschulen im südlichen Münsterland, sowie die zahlreichen Kommentare von betroffenen Eltern in Petitionen , Kommentaren zu Zeitungsartikeln, direkte Befragungen von Betroffenen und Kommentaren in den Foren.

          • Vielleicht hat es so kommen müssen, Herr v. Lintig, dass viele Eltern und Lehrer (nicht nur Einzelfälle!!) erst durch die Inklusionsrealität wachgeworden sind und merken, welch illusionäre Geschichten ihnen aufgetischt worden sind, die sie gern glauben wollten.
            Ich hoffe, dass der Widerstand gegen weitere Schließungen von Förderschulen immer größer wird und immer mehr Eltern notfalls den Förderschulbesuch ihrer Kinder einklagen.

  12. Herrschaften,lest doch bitte mal nach.
    A) Die Inklusion ist die Ausgestaltung bzw AUsprägung der Menschenrechtskonvention, aber eben KEIN eigenständiges Menschenrecht (noch nicht zumindest).
    B) Die Abschaffung von Förderschulen ist ein typisch deutsches Missverständnis, dass in Folge sogar zu Einschränkungen des Förderumfanges führt. Bremen ist da Musterbeispiel: Tolle Quote, dafür aber Förderbedingungen zum Haareraufen. Und die tolle Quote „bezahlen“ die, denen eigentlich geholfen werden soll.
    C) Für ale Staaten, die ratifiziert haben, gilt: Es soll NACH und NACH inklusive Bildung aufgebaut werden JE NACH MÖGLICHKEITEN des entsprechenden Landes. Von Deutschland muss hier mehr als nur viel erwartet werden, aber eben nicht von jetzt auf gleich.

    Das alles wäre nachlesbar, dann würde das sich gegenseitig in die Pfanne hauen auch weniger so laufen, wie mal wieder in diesem Thread.

  13. Zudem:
    In der Tat lässt die Konvention folgern, dass die Einschulung in die Primarstufe ein Recht ist, auf das zu pochen ist.
    Bei der weiterführenden Schulen freilich geht man derzeit davon aus, dass ein Rechtsanspruch nicht besteht sondern abhängig ist von de Diagnostik und dem besten!! Förderort.

    • … was schwer nachvollziehbar wäre. In der Konvention heißt es wörtlich: „integratives Schulsystem auf allen Ebenen“.

      Wenn die Wahl der weiterführenden Schule – wie mittlerweile in fast allen Bundesländern – nach dem Elternwillen geht, dann muss das auch für Eltern behinderter Kinder gelten. Zweierlei Maß geht eben nicht.

      • Denken Sie eigentlich mal daran, was Sie damit den Kindern antun? Offensichtlich nicht! Um wessen Bedürfnisse geht es Ihnen? Doch nicht etwa Ihre eigenen?

        • Und Ihnen? Geht’s Ihnen um die Kinder oder um einen möglichst lauen Job?

          • Keine Sorge, bin ein sehr engagierter und anerkannter Lehrer. Aber mir geht’s tatsächlich ums Kind und nicht um die Probleme der Eltern zu akzeptieren, dass ihr Kind nicht so ist wie geplant!

          • Sehen Sie – und ich bin ein sehr engagierter und anerkannter Vater. Kein Grund also, persönlich zu werden. Und mir geht’s auch ums Kind – und nicht um die Probleme mancher Lehrer, ein Kind so zu akzeptieren, wie es nun mal ist.

          • Mein Lieblingsspruch: „Wie man es in den Wald hineinruft,….“
            Das Märchen vomlauen Job ist überholt,
            aber trotzdem brauchen Sie nicht persönlich zu werden 😉

          • Im Übrigen unter hätten Sie, dass ein Vater sich um ein, zwei oder vielleicht auch drei Kinder kümmert, Lehrer aber um 30. Da gibt es halt nicht ständig Extrawürste, hat auch was mit Gerechtigkeit zu tun.

      • Bernd, das integratives Schulsystem gibt es schon. Wobei die Wortwahl im ENglischen eben im deutschen Sprachraum für „Verwirrung“ geführt bei Personen, denen man eigentlich zutrauen sollte, sprachliche Fragwürdigkeiten klären zu können.

        Es geht bzw. muss in allen Fällen um das Kindswohl gehen: Das BGB definiert das und auch mögliche Formen der Kindswohlgefährdung etc.
        Das Elternrecht auf Erziehung, ich selber habe drei Kinder, hat niemand anzutasten, das wird hoffentlich auch niemand wagen.
        In der Tat freilich „fühlen“ Eltern hier Eingriffe, die aber eigentlich keine sind. Wenn ich 60 Seiten Gutachten lese, die meisten wirklich mit viel Mühe und AUfwand angefertigt, und in der Zusammenschau wird deutlich, dass eine Förderung unter den !!heutigen!!! Möglichkeiten an einer Regelschule dazu führen wird, dass das Kind nicht die Entwicklungsmöglichkeiten erhält, die mit anderen Förderzusammenhängen denkbar wären, habe ich bzw. hätte ich ein mehr als Großes Problem, tzotzdem „locker“ zu sagen: Das stecken wir das mal in die Hauptschule (werden die Eltern mal sehen, was dann passiert).
        Das würde dem Kind nicht gerecht.

        • … womit wir wieder bei der Debatte wären, ob eine Sonderschule „integrativ“ sein kann. Schon dem Wortsinne nach ist das ein Widerspruch. Da muss ich nicht Jura studiert haben, um das zu verstehen.

          „Kindswohlgerährdung“ ist ein großes Wort – wollen Sie das allen Ernstes Eltern unterstellen, die für ihr behindertes Kind keine Absonderung wollen?

          • Das Kindswohl richtet sich nach individuellen Bedürfnissen des Kindes. Diverse Regelungkreise dazu finden sich in SGB II, SGB III und SGB VIII.
            Ja, in EInzelfällen haben Eltern auch Erwartungen, die das Kindswohl gefährden können.
            Beispiel: Ein Kind wird als Förderkind GEISTIGE ENTWICKLUNG in eine integierte GEamtschule aufgenommen – lernzieldifferenziert.
            Es folgen Jahre mit ELterngesprächen, in denen immer wieder der WUnsch und die Forderung nach mittlerer Reife und Abitur geäußert wird mit dem WUnsch, das Kind in jedem Hauptfach in Förderkurse zu stecken.
            So leid es mir tut: In dem gerade erlebten Fall entspricht der WUnsch der ELtern – sicher auch für SIe nachvollziehbar – nicht dem Wohl des Kindes.

          • Ja, und viele meiner Kollegen ebenso. Weil wir tagtäglich sehen, was den Kindern angetan wird, obwohl es hochqualifizierte Lehrer und Schulen gibt,
            die speziell für die individuellen Förderbedarfe ausgelegt sind.
            Statt dessen stecken Eltern ihre Kinder auf die Regelschule und setzen ihr Kind damit tagtäglich der Erkenntnis aus, dass es einfach nicht mithalten kann.
            Und glauben Sie ja nicht, dass die anderen Kinder und Eltern da ein Blatt vor den Mund nehmen…..

          • Sorry, aber das Klischee von den Eltern, die ihr geistig behindertes Kind zum Abitur prügeln wollen, ist blanker Unsinn.

            Viel mehr betroffene Eltern bewegt die Sorge, dass ein übermäßig wattierter Schonraum – der ihren Kindern im Leben nach der Schule auch nicht gewährt wird – kaum dazu beiträgt, deren Integrationsfähigkeit in die Gesellschaft voranzubringen. Und mit Zwangsbeglückung durch den Staat mag sich auch nicht jeder anfreunden …

          • … und überhaupt: Lassen Sie die Frage der Schulwahl doch – wie’s die Behindertenrechtskonvention vorsieht – die Eltern selbst entscheiden. So unumstritten war die Bilanz der Förderschulen im früheren Zwangssystem wahrlich nicht, dass daraus für jedermann ersichtlich Kindeswohl resultiert.

            Wer sich nicht erinnert – hier mal aus einem „Zeit“-Bericht von 2007 mit dem Titel „Gefangen im Schonraum“:

            „In Deutschland besucht nahezu jeder zwanzigste Schüler eine Sonderschule. Im Jahr 2003 galten laut Statistik der Kultusministerkonferenz 429.000 Schüler als »förderbedürftig«. Es sind dies Kinder, die, so eine Definition, »im Regelunterricht nicht oder nicht ausreichend gefördert werden können«. Zwischen 1995 und 2002 stieg ihre Zahl um fast 40.000, also zehn Prozent. 85 Prozent der deutschen Sonderschüler werden in eigenen Schulen unterrichtet. Nur in der Schweiz und im flämischen Teil Belgiens sind behinderte Kinder ähnlich stark separiert.“

            „In Hamburg besuchen 2,7 Prozent aller Schüler eine Förderschule für Lernbehinderte, in Brandenburg 3,9 Prozent. (…) Angenommen, der Anteil behinderter Kinder an der Gesamtpopulation ist überall gleich, so müsste gelten: Dort, wo mehr Schüler auf die »Förderschule« gehen, somit mehr gefördert werden, also in Brandenburg, müssten die Schüler besser sein als dort, wo weniger gefördert wird (in diesem Falle Hamburg). Das Gegenteil war der Fall.“

            „Während die Gesamtzahl aller Sonderschüler im Bundesdurchschnitt bei 4,8 Prozent liegt, weist etwa Mecklenburg-Vorpommern 7,1 Prozent auf. Das gleiche Bild zeigt sich bei den Lernbehinderten. In Sachsen-Anhalt gelten 5,2 Prozent aller Schüler als lernbehindert, in Niedersachsen, dem West-Land mit der höchsten Förderschulbesuchsquote, nur 2,9 Prozent.“

            „Wenn Hans Wocken (selbst Sonderschulpädagoge, Anna) derartige Geschichten hört, urteilt er hart. Er nennt die Förderschulen den »Abfalleimer des Systems«. Das liege nicht an den Lehrern und auch nicht an den Schülern, das liege in der Logik des deutschen Schulwesens. In der Förderschule herrsche ein »monotones Milieu«. Die Anforderungen würden reduziert und die Hilfen intensiviert – sodass den Kindern nichts mehr abverlangt werde. Von dort gebe es keinen Aufstieg, eine Rückschulung in die Hauptschule komme praktisch nicht vor. »Minus-Didaktik« nennt Wocken die traditionelle Lernbehindertenpädagogik.“

            Quelle: http://www.zeit.de/2007/35/B-Sonderschulen

            Ich wäre angesichts dieser Befunde mal ein bisschen demütiger, was die Frage des „Kindswohls“ in der Sonderschule betrifft.

          • Sie sehen ja auch nicht jeden Tag das Elend im Unterricht an….
            Dann lässt es sich gut „Reden schwingen“ !

          • In Bezug auf den Artikel wurden die Anforderungen an jeder Schulform reduziert. Die bessere Hälfte der ehemals Realschüler kommt heutzutage am Gymnasium gut mit, die bessere Hälfte der ehemals Hauptschüler besucht erfolgreich die Realschule, das Niveau an den Hauptschulen ist erschreckend niedrig, an den Förderschulen entsprechend noch niedriger. In Watte werden die Schüler heutzutage überall gepackt. Das hat aber alles mit Inklusion oder Exklusion nichts zu tun.

          • Emil, das ist ein Totschlagargument – genausogut könnte ich sagen, Sie als Lehrer brauchen sich ja nicht darum zu kümmern, was mit den Kindern nach der Schule wird, wenn die keinen Abschluss bekommen. Tue ich aber nicht.

            Ich konzidiere Ihnen, dass Sie das Beste für Ihre Schüler wollen – gestehen Sie das doch den Eltern auch einfach zu. Werben Sie für Ihre Schulform, und für manche Schüler ist ein solcher Schutzraum sicher auch richtig – für andere Betroffene aber eben nicht. Und gönnen Sie denen dann doch bitte auch ihre Freiheit, mit nicht-behinderten Kindern gemeinsam leben und aufwachsen zu können.

          • Das ist kein Totschlagargument sondern die brutale Realität.
            Im übrigen findet Leben nicht nur in der Schule statt, Kinder leben auch nachmittags und können auch dort Kontakte haben. Schule findet in der Regel nur 4-5 von 24 Stunden statt.

          • Ich habe zudem den Eindruck, dass Sie mich für einen Sonderschullehrer halten. Nein, ich bin Grundschullehrer und sehe das Elend der Inklusion…. in der Regelschule!

      • Hallo Bernd. Die Wahl des weiterführenden Bildungsganges. Jepp. Und dann endet das Elternwahlrecht. Es „regiert“ dann die sog. Eignung.

  14. Nichtbehinderte Kinder haben auch Recht auf Fürsorge und Wohlergehen. Wer einmal einen aggressiven Asperger Autisten hatte, den man keine Sekunde allein lassen konnte, weil er andere massiv verletzt, weiß, wovon ich rede. Schulbegleitung? Zähes Unterfangen, wenn endlich genehmigt, dann mit viel zu wenig Stunden. Und wer ist Schuld, wenn etwas passiert?

    • Und wie viele aggressive Asperger-Autisten gab es unter den mehr als 400.000 Kindern, die 2003 auf eine Sonderschule geschickt wurden?

      Dass Kinder, die eine Gefahr für andere darstellen, ausgesondert werden müssen, steht doch völlig außer Frage.

      • …außer Frage. Na also, dann doch wieder die „berühmte Ausnahme“???
        Bernd, das passt nun gar nicht.

        • Das ist doch Quatsch. Sie können auch keine todkranken Kinder ins Klassenzimmer schieben – oder solche mit einer ansteckenden Krankheit. Natürlich gibt’s Ausnahmen.

          • Also doch kein Ganz oder gar nicht. Irgendwer entscheidet, wer nicht rein darf. Die Schule und die Diagnostik solls nicht sein.
            Ja, aber wer entscheidet das dann?
            Welche Schülerinnen und Schüler sind dann „klassentauglich“, welche nicht?
            Ansteckende Krankheiten, Hepatitis z.B., führen heute nicht zur Ausschulungm das Recht auf Schule bleibt selbstverständlich erhalten. Aids? Glücklichweise ebenso. Masern, Grippe? Nur zeitweise.
            Wer und wie also soll das festgelegt werden????

          • In letzter Konsequenz – ein Gericht. Wie bei jedem gravienden Eingriff in Elternrechte, etwa dem Entzug des Sorgerechts.

      • Wir hatten gerade 4 Jahre einen! Und dabei eine Mutter, die genauso uneinsichtig ist wie Sie und Anna. Erst als der Autismusverein den Jungen ausgeschlossen hat, hat sie wenigstens angefangen nachzudenken.
        Für die anderen 28 Kinder und deren Lehrerin kam das zu spät.

      • @ Bernd: „Dass Kinder, die eine Gefahr für andere darstellen, ausgesondert werden müssen, steht doch völlig außer Frage.“ Die Eltern dieser Kinder sehen das aber anders.

        • Und deswegen muss man alle behinderten Kinder wegsperren?

          • Bernd, Fundstellen stehen unten.
            Es geht darum sie mögen es glauben oder nicht, ob das WOHL des Kindes entsprechend gefördert werden kann. Die „Förderschulen“ haben in Deutschland einen Ruf. Stimmt. Private sind i.d.R. deutlich besser ausgestattet, diese kehren den Ruf der Schulform regional klar um und strahlen in die Region – nur sind die Plätze dort auch teurer als an der staatlichen FÖ-Schule.
            Grundsätzlich muss man aber sagen:
            Seit den 70er Jahren hat sich eine Förderschulstruktur und – kultur in Deutschland entwickelt, die breit gefächert war, vielen Kindern entsprehende Förderungen ermöglicht haben.
            Schwierig wird es bei LH und SEL, beide Bereich scheinen die „einfachsten“ zu sein, sind es aber nicht, hier scheitern auch Förderschulen.
            Trotzdem: Die differenzierte Förderschullandschaft war eigentlich ein Pfund in der Förderung. In anderen Ländern gibt es das nicht und gab es das nicht.
            Und wegsperren – der Vorwurf ist sicherlich hier niemanden zu machen.

          • Den Vorwurf erhebe ich ja auch gar nicht – er drängt sich allerdings auf, wenn als Argument gegen die Inklusion einzelne aggressive Schüler angeführt werden.

            Und das mit dem Kindeswohl ist ist so eine Sache – was Sie darunter verstehen, muss ein anderer noch lange nicht so sehen. Krasse Fälle mal ausgenommen. Und es ist auch kein Zufall, dass in Deutschland Gerichte darüber entscheiden, ob das Wohl eines Kindes gefährdet ist oder nicht. Und nicht das Jugendamt oder irgendeine Schulverwaltung.

          • In der Tat wird das Kindswohl gerichtlich entschieden, wenn es denn so weit kommt.
            Aber um es deutlich zu sagen:
            Inklusion ist machbar für einen Großteil der Schüler, einige werden trotzdem in einer Regelschule sich nicht wohl fühlen und nicht gefördert werden könne, z.B. oft in Fällen „Geistige Entwicklung“.
            Aber auch diese Kinder haben das Recht, ihren Begabungen nach gefördert zu werden. Es darf diesen Kindern nicht zugemutet werden (das ist die sog. Schutzsperre der Behindertenrechtskonvention mit bezug auf die Kinderrechtskonvention), in einem sie nicht sntsprechend fördernden Umfeld beschult zu werden.

            Wie sieht es im Moment aus:
            Alle Förderbereiche (Lernhilfe, Sehen, Hören, SPrache, Körperbehinderung, Sozial-Emotional, geistige Entwicklung) lommen in Nordhessen fast alle in die Regelschulklasse, in Mittel- und Südhessen zum Großteil.
            In Südhessen kann das Land in guten Fällen 50% der Mindestförderstundenzahl für die Schüler aufbringen, in Nordhessen schwankt das zwischen 0% und 50%.
            Wenn also in einer Klasse ein Kind mit einer Sehbehinderung, eines mit einer Hörbehinderung, eines mit einer deutlichen Einschränkung im Bereich Sprache, eines mit dem Bedarf Lernhilfe und eines mit Sozial-Emotional unterrichtet wird und als Förderstunden für die Kinder in dieser einen Klasse in Summe 0 (=null) Stunden bereit stehen, ist sicherlich nachvollziehbar, dass ich asl Vater und Lehrer sage: Inklusion schädigt so den Kindern. Es gefährdet das Kindswohl

          • Warum streiten wir uns dann? Wenn Inklusion für einen Großteil der (behinderten) Schüler machbar ist, wie Sie zurecht schreiben, dann kann es ja keine Förderschulpflicht wie früher geben – darüber sind wir uns dann ja wohl einig.

            Auch in der Frage der völlig unzureichenden Bedingungen sehe ich keinen Dissens.

            Ich habe auch keinerlei Probleme mit der Existenz von Förderschulen, solange sie ein freiwillig nutzbares Angebot darstellen. Wenn die so toll waren und sind, wie Sie hier ausführen, werden die sicherlich auch keine Schwierigkeiten haben, Schüler zu finden.

          • Ich stimme fast zu.
            Die Konvention spricht den Kindern einen Individualanspruch zu. Dass dieser zu 100% von den Eltern übernommen werden kann – also bsi zu einem gewissen Alter voll umfänglich an die Eltern übergeht, ist rechtlich sicherlich derzeit eher zu verneinen als zu bejahen.
            Zwar haben wir in Deutschland seit Oktober 2016 sicher, dass das immerhin für die Frage der U3-Kinder und der Krippenpflicht gilt. Hier war aber auch entscheidend, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vor allem für die Mütter, seit den 90er Jahren immer wieder im GEsetzgebungsverfahren unterstrichen wurde. Diese Begründung wurde vom Bundesgericht so vorgenommen.
            Bei weiterführenden Schulen, mal als Besipiel Bayern, endet das Elternwahlrecht nach Klasse 4, in Hessen ebenso nach Anmeldung in Klasse 5 (Stichwort Querversetzung) oder nach der ersten Einwahl in einer differenzierenden Schulform (IGS,KGS , Förderstufe usw).
            Im schulischen Kontext der „Regelschulformen“ ist es rechtlich „normal“, dass der Eignungsfaktor nach einer gewissen Zeit den Ausschlag gibt. Sicher aber auch immer wieder zurecht diskutiert.
            Aber eben: Den Grundsatz der druchgehenden Elternwahl gibt es so nicht.

          • Bernd
            Was soll diese Polemik von weggesperrten Schülern mit einem Förderbedarf Lernen und Sprache in Förderschulen?
            Vielleicht nehmen Sie einmal zur Kenntnis, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder bewusst in Sprachförderschulen unterbringen , weil diese zusätzlich Lernprobleme durch ADHS/ADS, Autismus und Wahrnehmungsstörungen haben.

    • Ich habe schon mit einigen Asperger-Autisten gearbeitet, allerdings erst ab Klasse 8 aufwärts. Aggressiv mir gegenüber war niemand von denen, vielmehr konnte ich mit ihnen wunderbar arbeiten, andere Kollegen sind aber mit ihnen aneinander geraten. Ganz offenbar scheine ich intuitiv zu wissen, wie man mit ihrer sehr direkten Art umzugehen hat, und ich behaupte sogar, dass eine gesunde Portion Asperger-Autismus niemandem schadet, weil sie das Gehirn ordnet.

      (Ich unterrichte Mathematik und werde nach Selbstdiagnose wohl selbst eine ordentliche Portion Asperger besitzen, ohne die das Mathematik-Studium erheblich schwieriger zu meistern ist.)

  15. @Anna
    „… und überhaupt: Lassen Sie die Frage der Schulwahl doch – wie’s die Behindertenrechtskonvention vorsieht – die Eltern selbst entscheiden.“

    Liebe Anna, zeigen Sie uns doch mal, wo in der UN-Behindertenkonvention ein Elternwahlrecht verankert ist.
    Sie werden es nicht finden. Gerade der von Ihnen zitierte Herr Wocken setzt sich u.a. mit dem Argument für die Abschaffung von Förderschulen ein, dass die UN-Behindertenkonvention kein Elternwahlrecht kennt.
    Tatsache ist, dass der in der UN-Konvention verwendete Begriff „Integratives Schulsystem“ so schwammig ist, dass die UN-Behindertenkonvention kaum Anhaltspunkte für konkrete schulstrukturelle Regelungen liefert, weder für die Abschaffung der Förderschulen noch für ihren Erhalt, weder für Einheits- und Gesamtschulen noch für ein differenziertes System. weder für ein Elternwahlrecht noch gegen die Möglichkeit einer Schule, auch Schüler abzuweisen, die beispielsweise das jeweilige Bildungsziel nicht erreichen können.
    Das Bundesverfassungsgericht hat vor 20 Jahren die Förder- und Sonderschulen als Teil des allgemeinen Regelschulwesens bezeichnet. Wenn man der Auffassung ist, dass „integratives Schulsystem“ heißt, dass jeder Schüler einen Platz darin finden muss, dann ist unser Schulsystem schon jetzt integrativ. Wenn man der Auffassung ist, integrativ ist unser Schulsystem erst, wenn jeder Schüler jede Schule besuchen kann, wie er oder seine Eltern es wollen, ist das auch integrativ, aber eben dann ein Einheitsschulsystem.
    Es soll jeder seine bildungspolitische Auffasung vertreten, aber das Argument, wir müssen genau das und das tun, weil es die UN-Behindertenkonvention fordert, ist genau besehen, meist ein untauglicher Versuch, die Konvention als juristischen Totschlaghammer für eigene politische Ziele zu nutzen.

    Außerdem können wir hier gerne eine theoretische Diskussion führen. Tatsache ist, dass im konkreten politischen Handeln sich die in Bund und Ländern regierenden Parteien kaum mehr unterscheiden, Rotgrün ist bei der übereilten Auflösung von Förderschulen voll auf die Bremese getreten und von dem Ziel einer 100-Prozent-Inklusion spricht heute keiner mehr. Dagegen häufen sich die Fälle, in denen Eltern ihre behinderten Kindern aus Grundschulen und weiterführenden Schulen wieder abmelden und zurück an die Förderschulen gehen, weil sie enttäuscht sind.
    Und bitte,- komme mir niemand mit dem Argument, das liege alles nur daran, dass noch nicht genügend Mittel in die Inklusion fließen. Klar, unser Schulsystem ist unterfinanziert und braucht mehr Geld. Doppellehrerprinzip und Verkleinerung der Klassenstärken in Inklusionsklassen heißt aber 100 000 Lehrkräfte bundesweit mehr,- allein entsprechende technische Geräte für die Gruppe der Hör- und Sehgeschädigten bedeuten einen Mehraufwand von mehreren Hunderttausend Euro pro Einzelschule.. Wer ein Schulsystem will, in dem an allen Schulen für die häufigsten Behindertengruppen ähnlich gute Voraussetzungen geschaffen werden wie an den entsprechenden Förderzentren, der muss wissen, dass wir über finanzielle Größenordnungen reden, die weit über alles hinausgehen, was derzeit politische Parteien in ihren Wahlprogrammen für bessere Bildung insgesamt ausgeben wollen (und da wissen wir doch alle, was aus den 20 Milliarden, die 2012 die SPD für Bildung mehr versprochen hat, geworden ist: 3 Milliarden für alle Bildungsprojekte zusammen!). Wo ist denn bitte dann das ausländiische Bildungssystem, wo dies verwirklicht ist. Südtirol, Finnland ? Unsinn, das sind Legenden! Ich kann gerne hier aus eigener Anschauung einen Bericht darüber liefern, welche Rollen Spezialklassen, Spezialschulen und zeitweise zeitliche Exkludierung von behinderten Kindern in Finnland spielen.

    • Das Elternwahlrecht (solange Förderschulen existieren) ergibt sich logisch daraus, dass ein Fördschulzwang nicht mit der Konvention vereinbar ist – so einfach. Ob jetzt Förderschulen abgeschafft werden sollen/müssen, oder ob sie als Wahlangebot erhalten bleiben können, darüber lässt sich ja seriös streiten. Und das passiert ja auch. Während Rot-Grün für die Abschaffung ist, plädiert Schwarz-Gelb für den Erhalt.

      Klar ist aber: Förderschulen sind ein teurer Spaß als Zusatzangebot, weil doppelte Strukturen vorgehalten werden müssen – niemand weiß ja, wie sich die Eltern entscheiden.

      • Anna, bite,bitte, bitte. Lesen Sie das Gutachten der KMK aus 2009 (neuer ist nicht) dazu. Bitte.

      • Inklusion ist in seiner Wirkung sehr viel teurer für unsere Gesellschaft, da die Schüler unter ihren Möglichkeiten bleiben und weniger lernen. Sie Dürften ihr Kind ruhig in einer Inklusionsklasse mit allen Extremen unterbringen, wenn Sie ein derartig beeinträchtigtes Kind groß ziehen müssten. Inklusion beginnt außerhalb der Schule, denn ein Schultag dauert maximal 5 Stunden.
        Unsere Kinder leben Inklusion aiußerhalb der Schule.

        • Wobei man nicht pauschal sagen kann, dass alle diese „Schüler unter ihren Möglichkeiten bleiben und weniger lernen.“
          Dagegen verwehre ich mich!

          Es gibt durchaus auch SuS, die früher an Förderschulen „geparkt“ wurden oder verkümmerten.
          Und ebenso gibt es heute SuS, die in den Regelklassen durchaus dazu lernen und von der Umgebung profitieren.
          Und nicht alle Kinder mit Beeinträchtigungen werden von den Mitschülern unterdrückt oder angefeindet, was ja für sich auch ein nicht unerhebliches gesellschaftliches Problem ist.

          Aber insgesamt ist die Förderung, die unter derzeitigen Bedingungen erfolgt, viel zu gering, um SuS mit Beeinträchtigungen angemessen zu helfen und sie in ihrem Lernprozess zu unterstützen.
          Gleiches finde ich im übrigen auch hinsichtlich Therapien für Kinder (Logo-, Ergo-, Physio-Therapie). Man schaut lieber zu, wie die Kinder immer weiter ins Hintertreffen geraten und redet von „das wächst sich aus“, statt zu handeln und frühzeitig Unterstützung zu gewähren.
          So gesehen würde ich formulieren: Die mangelnde Unterstützung von Kindern ist viel teurer für unsere Gesellschaft, als es angemessene Förderung und Therapien wären.

    • Conny, ich bin begeistert von Ihrem ausführlichen, fundierten, mit viel Wissen und Verstand geschriebenen Kommentar. Danke!!

    • Conny schrieb: „Das Bundesverfassungsgericht hat vor 20 Jahren die Förder- und Sonderschulen als Teil des allgemeinen Regelschulwesens bezeichnet. Wenn man der Auffassung ist, dass „integratives Schulsystem“ heißt, dass jeder Schüler einen Platz darin finden muss, dann ist unser Schulsystem schon jetzt integrativ. Wenn man der Auffassung ist, integrativ ist unser Schulsystem erst, wenn jeder Schüler jede Schule besuchen kann, wie er oder seine Eltern es wollen, ist das auch integrativ, aber eben dann ein Einheitsschulsystem.
      Es soll jeder seine bildungspolitische Auffasung vertreten, aber das Argument, wir müssen genau das und das tun, weil es die UN-Behindertenkonvention fordert, ist genau besehen, meist ein untauglicher Versuch, die Konvention als juristischen Totschlaghammer für eigene politische Ziele zu nutzen.“

      Exakt das ist der Punkt!

    • Otto Speck (emeritierter Professor für Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München) formulierte das, was Conny hier nochmals anführt, bereits 2015 in der Süddeutschen Zeitung folgendermaßen:

      „Wer in der einen Partei Mitglied ist oder einer bestimmten Konfession angehört, ist dadurch von der anderen ausgeschlossen. Die ganze Gesellschaft setzt sich aus Millionen partieller Gruppierungen und Korporationen zusammen, seien es politische, religiöse, künstlerische, sportliche oder sonstige. Sie heben sich jeweils voneinander ab, ohne damit als schlechthin ausgeschlossen zu gelten. So beansprucht zum Beispiel das Prinzip der geschlechtlichen Koedukation keine absolute Geltung, und der Frauensport gilt nicht als Exklusion des Männersports und umgekehrt. Niemand kommt auf die Idee, die Paralympics für Behinderte in die üblichen Olympischen Spiele zu inkludieren. […]

      Die Verabsolutierung des Inklusionsprinzips durch den Bundestag wurde dadurch möglich, dass der englische Terminus ‚general education system‘ fälschlicherweise mit dem deutschen Begriff der ‚allgemeinen Schulen‘ (im Unterschied zu den Förderschulen) gleichgesetzt wurde. ‚General education system‘ entspricht aber eindeutig dem, was wir als ‚allgemeinbildendes Schulsystem‘ (im Unterschied zu berufsbildenden Schulen) verstehen, und zu dem nach deutschem Schulrecht eindeutig auch die Förderschulen gehören. Insofern könnte das deutsche Bildungssystem formal als ein ‚inklusives‘ angesehen werden.

      Ergänzt werden kann, dass es in allen vergleichbaren Ländern, auch in solchen, die als fortschrittlich inklusiv ausgebaut gelten und bei uns immer wieder genannt werden, wie zum Beispiel die skandinavischen Länder, Großbritannien, Holland, die USA und Japan, durchaus ’special schools‘ beziehungsweise ’special classes‘ gibt. In ihnen werden zwei bis drei Prozent aller Schulkinder unterrichtet.“

      http://www.sueddeutsche.de/bildung/inklusions-debatte-inklusive-missverstaendnisse-1.2182484

      • Auch Ihre Kommentare, Wilma Pause, gefallen mir in ihrer Sachlichkeit und Sachkenntnis ausnehmend gut.

        Ich möchte zurückkommen auf den Artikel der Redaktion, worin am Anfang die Äußerungen des Herrn Höcke zur Inklusion mehr oder weniger als Falschaussage dargestellt werden.
        Zitat: „Danach verlangt die für Deutschland rechtlich bindende UN-Behindertenrechtskonvention gar keinen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Das ist aus Sicht aller maßgeblichen Experten falsch.“

        Herr Höcke mag ein unsympathischer Typ sein und einer Partei angehören, die nach Meinung vieler ausgegrenzt und niedergemacht gehört, doch in diesem konkreten Fall wäre schlussendlich zu fragen, ob seine Meinung so falsch und verwerflich ist. In der Sache scheint er doch gar nicht so Unrecht zu haben.
        Muss seine Aussage dennoch verunglimpft werden, nur weil sie aus AfD-Mund kommt?

        Ich stelle mir vor, der Artikel mit seinen „Einspielern“ wäre nicht in einem Bildungsmagazin für Lehrer erschienen, denen man zu diesem Thema nicht viel vormachen kann, sondern in einem unspezifischen Magazin.
        Welche Wirkung hätte er dort gehabt?

        • Mit dem gesamten von Conny eröffneten Beitragsstrang kann man alle Einwände der Annas und Bernds im Keim ersticken. Vernünftig kontern kann man die nicht. Vielen Dank dafür.

        • „Muss seine Aussage dennoch verunglimpft werden, nur weil sie aus AfD-Mund kommt?“
          Das ist nicht zwingend notwendig, bei einem halbwegs anständigen Menschen aber erster Grundreflex.

          • Aha, und wer legt fest, was anständig ist? Diejenigen, die sich ständig als Inhaber der Anständigkeit darstellen und den anderen ihre Vorstellungen von Anständigkeit aufoktroyieren?

          • Die AfD hat nichts besseres zu tun, als gegen Schwächere zu pöbeln, zu lügen und zu provozoieren.

            Da braucht man keine genaue Definition von Anständigkeit, die Grenze ist ganz offensichtlich überschritten. Es sind auch nicht meine persönlichen Vorstellungen von Anständigkeit, sondern recht allgemeine.

          • @Küstenfuchs
            Mich stört, dass jeder, der von Anständigkeit redet, sie einfordert oder einen Aufstand in ihrem Namen will, sich automatisch und offensichtlich mit seiner Meinung und Person zu den Anständigen zählt und aufplustert.
            Ich empfinde dies nicht als anständig, sondern im Gegenteil als unanständig. Wer seine persönliche oder auch seine Gruppenmeinung gegen andere mit dem Alleinbesitz von Anständigkeit durchsetzen will, bietet in meinen Augen wenig Glaubwürdigkeit und viel Grund zu Misstrauen und Kritik.
            „Anständigkeit“ ist kein Argument, sondern die selbsterteilte Erlaubnis von Rechthaberei, Aufwiegelung und Hetze.
            In den zwölf dunkelsten Jahren deutscher Vergangenheit wurde ständig eingeimpft, was „jeder anständige Deutsche…“ zu denken und zu tun habe.
            In der DDR wurde vom „anständigen Bürger“ geredet, wenn es um Meinungs- und Verhaltensvorschriften mit aggressiver Stimmungsmache ging.
            Heute heißt es „jeder anständige Mensch“ und wieder wird eingeteilt in gut und böse, in moralisch wertvoll und moralisch verwerflich.

            Ich bin allergisch gegen diese Töne. „Anstand und Moral“ sind im gesellschaftlichen Leben zwar nach wie vor unbestritten wichtig, doch wenn sie zur Parole mit Besitz- und Machtanspruch werden und primär der Verteufelung Andersdenkender dienen, sind Zweifel und Bedenken angebracht.

          • Dann erkläre ich mal, was ich im Bezug auf die AfD als unanständig empfinde, an Beispielen prominenter AfD-Mitglieder:

            Herr Gauland will Menschen „entsorgen“ und nicht neben Farbigen wohnen

            Herr Poggenburg will eine „Erweiterung der Außengrenzen“ (heißt das Krieg?), kritische „Journalisten aussieben“ und kritische Medien verbieten

            Frau von Storch will auf unbewaffnete Flüchtlinge, auch Frauen und Kinder, schießen lassen,

            Herr Meuthen hackt – wie hier berichtet – auf einer Referendarin rum und lügt dabei bewußt, dass sich die Balken biegen,

            der Landtagsabgeordete Arppe träumt in einer Mail davon, seine politischen Widersacher zu zerstückeln und die Einzelteile per Post zu versenden (ja, er ist nicht mehr in der Partei, aber dass so eine Person überhaupt auf Platz 3 einer Landesliste auftaucht, sagt viel über die AfD aus)

            über Bernd Höcke rede ich nicht mehr, den verachte ich nur noch

            und man kann gerne noch viel mehr Beispiele raussuchen, da habe ich aber keine Lust zu.
            Was die Herrschaften in den Beispielen so abliefern, IST allgemeinhin unanständig und das ist noch beschönigend formuliert, vieles wäre in der Umsetzung auch als verbrecherisch zu bezeichnen.

          • Lieber Küstenfuchs,

            Sie meinen BJÖRN Höcke und haben offensichtlich zu oft die heute show geschaut ;-).

            Ist aber nicht weiter tragisch, weil die heute show seit gestern endlich wieder läuft.

          • Christian Möller

            Viel mehr Beispiele als die genannten und gebetsmühlenartig wiederholten fallen Ihnen vermutlich auf Anhieb auch nicht ein, Küstenfuchs.
            Meine Güte, wenn von jeder Partei fragwürdige Äußerungen bis zum Exzess ausgeschlachtet und ständig neu aufgelegt würden, kämen wir aus der Anklage von Unanständigkeit gar nicht mehr raus und würden Parteien nur noch über die Moralschiene statt über politische Sachargumente wählen.

            Immer gleiche und bis zum Erbrechen angeführte Äußerungen beweisen kein bisschen die Unanständigkeit einer Partei, vor allem nicht, wenn die Besessenheit und krampfhafte Suche der politischen Gegner kaum zu übersehen ist.

            Ich bin mit der Politik der Grünen häufig nicht einverstanden. Diese Partei wäre aber eine Fundgrube für anstößige und moralisch abzulehnende Äußerungen, jedenfalls nach Meinung ihrer Gegner. Aber was wäre das anderes als Hetze und wäre die etwa anständig?

            Sie haben nichts anderes getan, als die Anklage von Unanständigkeit gegenüber der AfD zu wiederholen und mit mehr als ausgelutschten „Beispielen“ beweisen zu wollen.
            Die AfD steht nun mal auf dem Wahlzettel und niemand braucht sie zu wählen. Wünschenswert wäre allerdings, wenn keine Partei von den Gegnern durch üble Nachrede zum Schreckgespenst gemacht würde. Das ist wirklich höchst undemokratisch und unanständig.

          • @xxx: Nein, der heißt Bernd, die heute-Show würde da niemals den falschen Namen benutzen. Ich verfolge die Karriere von Oli Welke (unter Leitung von Dietmar Wischmeyer) schon, seit er vor 25 Jahren „Das Frühstyxradio – DER größte Kulturmagazion der Welt“ gemacht hat.

            @Christian Möller: Nein, so menschenverachtend hat sich keine andere Partei in den letzten Jahren geäußert, jedenfalls kein Spitzenpolitiker und Bundesvorständler.Und mein Beispiel aus M-V ist erst wenige Tage alt und amit ganz sicher nicht ausgelutscht.

          • ich entschuldige mich in aller Form. die heute show ist ein hoch serieuses Format und zieht niemanden ob begründet oder nicht in den Dreck.

          • @xxx
            Über Ihre Entschuldigung musste ich tüchtig schmunzeln.

            @Küstenfuchs
            Wer suchet, der findet bekanntlich. Es dürfte sogar bei den
            Gegnern der AfD kein Zweifel darüber bestehen, dass sie ständig eine fieberhafte und aggressive Suche nach Aussagen betreiben, die sie gar nicht empört genug verurteilen und wiederholen können.
            Ich finde es auch nicht klug, diese offensichtliche Tatsache zu bestreiten. Das könnte Effekte haben, die nach hinten losgehen.

          • „Anständige Menschen wissen stets, warum die anderen nicht anständig sind.
            (Walter Ludin)

          • auch die Nazis haben häufig mit dem Begriff „anständig“ argumentiert.
            Damit will ich Sie, Küstenfuchs, keineswegs in die Nähe der Nazis rücken, aber auf die Erklärungsbedürftigkeit des Wortes hinweisen.
            „denn eben da wo die Begriffe fehlen,
            da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein“ – Sie wissen ja, wer das gesagt hat.

          • Mutiger Mann, dieser Professor!! Er muss wissen und weiß es offensichtlich auch, dass seine Aussagen böse Folgen für ihn haben werden.

            https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9903012-max-otte-waehlt-afd-interview-wallstreet-online

  16. Ich finde es befremdlich, wie viele hier nicht zwischen formal juristischen, pädagogischen und organisatorischen Argumenten unterscheiden können.

    Und ich finde es befremdlich, wie viele sich hier als juristische Experten aufspielen. Bedenkt man, dass es zu fast allen Gesetzen Erläuterungen und Kommentare gibt, dann ist für einen Laien eine juristische Bewertung nur aufgrund der Tatsache, dass er des unfallfreien Lesens des Gesetzestextes mächtig ist, kaum möglich.

    • Wohltuend, Ihre völlig korrekte Differenzierung, Küstenfuchs – es geht in dem Beitrag oben und in meinen Kommentaren eben um die juristische Grundlage, die man eben erst mal zur Kenntnis nehmen muss, um eine sinnvolle Diskussion darüber zu führen, wie eine praktikable (und rechtlich einwandfreie) Inklusion aussehen kann. Die Redaktion hat verdienstvollerweise oben den unter allen maßgeblichen Experten (und das sind die Schuljuristen der Ministerien, der KMK sowie die Völkerrechtler, die an die UN berichten) unstrittigen Status quo dargestellt. Bestürzend, wie wenige hier bereit sind, sich der Realtät zu stellen und lieber die Redaktion beschimpfen und alle anderen, die darauf hinweisen, dass das „Ob“ längst entschieden ist – es geht um das „Wie“.

      • Anna
        Nehmen Sie zur Kenntnis,dass durch Zivilklagen von Eltern bereits mehrfach eine inklusive Beschulung verhindert werden konnte und zum Wohle des Kindes der Besuch einer Förderschule ermöglicht wurde. Soviel sei zur juristischen Seite noch zu sagen.
        Ihr Schulmodell der Einheitsschule für alle entspricht dem des Nationalsozialisten Peter Petersen und es ist mehr als befremdlich, dass vorgeblich Linke wie Sie, sich diesem Schulmodell verschrieben haben.
        Ich glaube Ihnen auch nicht , dass Sie eine betroffene Mutter eines Kindes mit einem Förderbedarf sind , weil bei dieser Art von unterlassener Hilfeleistung durch die Einheitsschule eine gezielte Förderung der einzelnen Schülergruppen nicht mehr möglich ist und gerade Kinder mit Förderbedarf die Verlierer im System sind.
        Das Leben spielt sich überwiegend außerhalb der Schule ab und dort ist die Inklusion in der Gesellschaft noch nicht einmal ansatzweise angenommen worden.
        Menschen mit Lernschwächen und der Folge ohne Schulabschlüsse sind die Verlierer der Leistungsgesellschaft und werden als erste aus ihren Berufen entlassen.
        Die schulische Inklusion ist keine Einbahnstraße und der Widerstand gegen Grüne Schulpolitik nimmt weiter zu, so wie sich die Grünen in Richtung der 5 % Marke bewegen werden.

        • Ich habe jetzt keine Lust mehr mit Leuten zu diskutieren, die einfach nicht wahrnehmen, was ihr Gegenüber schreibt. Da ist meine Achtjährige diskussionsfähiger.

          Wie kommen Sie dazu, mir ein „Schulmodell der Einheitsschule“ zu unterstellen, nur weil ich einen Förderschulzwang ablehne (was der Gesetzeslage entspricht)? Sie brauchen mir auch gar nicht irgendetwas zu meiner Familie zu „glauben“ – ich habe hier nie geschrieben, ob ich ein förderbedürftiges Kind habe oder nicht. Geht Sie auch gar nichts an.

          Sie sind ein Dogmatiker, der Parolen schwingt – und die vielgestaltige Wirklichkeit nicht wahrnimmt. Lesen Sie den Beitrag von Palim direkt unter diesem Post – der sagt alles: Nämlich dass die Realität sehr viel bunter ist, als Ihr Schwarz-Weiß-Denken erfasst. Es gibt sogar Regelschulen, in denen die Inklusion augrund des tollen Engagements der Lehrer trotz aller Personalnot funktioniert.

          • Anna
            Sie haben geschrieben, dass Sie eine Betroffene sind.
            Ich bringe 5 Kinder durch dieses Schulsystem. Und dabei ist ein Kind mit mehreren Problemen. Des weiteren kenne ich etliche andere betroffene Kinder und Eltern, die die ganze Sache ähnlich wie ich sehen.
            Ihr Kind scheint auch kein Förderkind zu sein. Da ist die Situation eine ganz andere als bei mir und anderen Eltern. Hier werden einfach Förderschulen geschlossen, es sei denn man klagt dagegen.
            So und nun können Sie sich weiter über uns betroffene Eltern und Kinder echauffieren.Wir sorgen weiter für den Erhalt unseres Kindeswohl.

          • Anna
            Ich bin ein betroffener Vater und Sie anscheinend eine grün-alternative Aktivistin,die Andersdenkende gerne die rechtsextremistische Ecke schiebt. Mich gibt es real und ich verstecke mich auch nicht hinter einem Pseudonym, so wie sie.Vielleicht sollten auch Die einmal über das Besagte ihres Gegenüber reflektieren.
            Wir Menschen werden erst durch den kulturellen Einfluss zu dem, was wir sind. Ihr Schulsystem bedeutet einen Rückfall in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts

          • Anna
            Sie und ihre Gesetze Anna. Wir haben die Gewaltenteilung und die macht es uns betroffenen Eltern möglich den Elternwillen im Sinne unserer Kinder auch juristisch durchzusetzen und für den Erhalt der Förderschulen zu sorgen.
            Leider sind nicht alle betroffenen Eltern kognitiv in der Lage sich gegen die bevormundende Inanspruchnahme durch Menschen ihrer politischen Herkunft sich zu wären. Aber diese Eltern ahnen, dass hier etwas gegen die Bildung ihrer Kinder läuft.
            NRW wirbt mit dem Slogan ein Bildungsland zu sein. Aber davon hat es sich weit entfernt.
            Solange gegen ein nachhaltiges Lernen gearbeitet wird und die individuelle Förderung gerade von Kindern mit Förderbedarf und Sprachproblemen zurückgedrängt wird, zum Beispiel durch gemeinsame Beschulung und fehlende Differenzierung nach Leistungsstärke,verdient dieses Bundesland nicht diese Bezeichnung.
            Und der Slogan“Wir lassen kein Kind zurück“ wurde zum Bumerang verfehlter , sozialdemokratischer und grün-alternativer Schulpolitik.

      • Die derzeitig betriebene Inklusion ist keine Einbahnstraße und es ist ein leichtes gegen diese Form der unterlassenen Hilfeleistung politisch, juristisch und meinungsbildend vorzugehen.
        Wahrscheinlich wird die Inklusion gerade vor die Wand gefahren.
        Der politische Knall beim Erwachen aus diesem Alptraum wird um so größer sein, je weiter dieses Modell weiter betrieben wird. Gerade Kinder von Migranten und Kinder mit Förderbedarf gleich welcher Art sind die Verlierer im System Schule.
        Die Kluft im schulischen Erfolg wird zwischen den einzelnen Gruppen noch größer werden.
        Hauptsache die neue Inklusion wird weiter betrieben, koste es was es wolle, auf biegen und brechen.
        Engagierte Eltern wird das weniger interessieren, da diese bereits jetzt schon selber ungeheures für die Bildung ihrer und anderer Kinder unternehmen und leisten.
        Eine Nacht und Nebelaktion im Deutschen Bundestag hat den Betroffenen Ungemach eingebracht. Das heißt aber noch lange nicht , dass der Zustand unbeirrbar weiter betrieben werden muss.
        Diese Art von Inklusion in das allgemein bildende Schulsystem ist gescheitert und fast alle Betroffenen lehnen diesen Unsinn ab.

        • Dann erkläre ich mal, was ich im Bezug auf die AfD als unanständig empfinde, an Beispielen prominenter AfD-Mitglieder:

          Herr Gauland will Menschen „entsorgen“ und nicht neben Farbigen wohnen

          Herr Poggenburg will eine „Erweiterung der Außengrenzen“ (heißt das Krieg?), kritische „Journalisten aussieben“ und kritische Medien verbieten

          Frau von Storch will auf unbewaffnete Flüchtlinge, auch Frauen und Kinder, schießen lassen,

          Herr Meuthen hackt – wie hier berichtet – auf einer Referendarin rum und lügt dabei bewußt, dass sich die Balken biegen,

          der Landtagsabgeordete Arppe träumt in einer Mail davon, seine politischen Widersacher zu zerstückeln und die Einzelteile per Post zu versenden (ja, er ist nicht mehr in der Partei, aber dass so eine Person überhaupt auf Platz 3 einer Landesliste auftaucht, sagt viel über die AfD aus)

          über Bernd Höcke rede ich nicht mehr, den verachte ich nur noch

          und man kann gerne noch viel mehr Beispiele raussuchen, da habe ich aber keine Lust zu.
          Was die Herrschaften in den Beispielen so abliefern, IST allgemeinhin unanständig und das ist noch beschönigend formuliert, vieles wäre in der Umsetzung auch als verbrecherisch zu bezeichnen.

      • Sorry, Anna, aber die juristischen Grundlagen suche ich bei Ihnen immer noch…

  17. Ich glaube, ein Großteil der Diskussion dreht sich um konkrete Personen und Situationen, die die meisten von uns vor Augen haben, wenn sie sich zu und über Inklusion äußern.
    Wer an ein Kind mit erheblicher sozial-emotionaler Störung denkt und ein Jahr lang ein solches Kind beschult hat, dabei aber keiner Mitarbeit oder Hilfe von anderen Personen erfährt, wird die Inklusion ablehnen. Dabei beruht ein Großteil des Statements auf der Erfahrung, dass Kinder, die andere massiv gefährden, eben nicht der Schule verwiesen werden, sondern häufig zunächst einmal das Recht dieser Kinder auf Unterricht über das Recht aller anderen Kinder auf Unversehrtheit und Unterricht gestellt wird und Lehrkräfte tagtäglich im Unterricht den Spagat zwischen lückenloser Beobachtung dieses Kinder, Schutz der anderen Kinder und gleichzeitig vielfältiger Aufgabe des Unterrichtens stehen.
    Andere haben Kinder im inklusiven Unterricht erlebt, die gut integriert waren oder aber Außenseiter wurden, weil ein inklusives System kein Selbstläufer ist und gesellschaftlich noch lange keine Anerkennung Beeinträchtigter besteht. Dies kann dann im Klassenraum zu entsprechenden Konflikten führen wie es ja bei anderen gesellschaftlichen Themen auch der Fall ist. Schule soll gesellschaftliche Belange aufarbeiten, bekommt diese Aufgaben gestellt, wird damit aber in der Regel allein gelassen.

    Erlebt habe ich Unterschiedliches:
    – Kinder, die im inklusiven Unterricht in der Klasse gut integriert sind und erhebliche Lernzuwächse zeigen,
    – Kinder, die nur durch den Einsatz einer i-Hilfe am Unterricht entsprechend teilnehmen können, sodass der Förderschwerpunkt durch diese Hilfe aufgefangen wird, manchmal auch die Förderung in diesem Bereich so gelungen erfolgen kann, dass die Hilfe obsolet ist
    – Kinder, die den Unterricht und Schulalltag über Jahre massiv beeinträchtigen, ohne dass weitere Unterstützungen jedwelcher Art erfolgt sind

    Eine Rolle rückwärts zum vorherigen System kann ich mir in meinem Bundesland, dass in kürzester Zeit die FöS Lernen abgeschafft hat, die FöS ESE schon lange kaum vorhält, nicht vorstellen, ein Fortlaufen des jetzigen Systems unter jetzigen Bedingungen, bei denen nicht einmal eine (von vorn herein ohnehin absolut unzureichende) Grundversorgung gewährleistet ist, aber auch nicht.

    • Liebe/r Palim, auch Ihre Darstellung und Einschätzung aus Praktikersicht teile ich vollkommen.

      • Anna
        Dann haben Sie jetzt einmal die Situation und Sichtweise von betroffenen Eltern beschrieben bekommen.
        Die derzeitig betriebene Form der Inklusion von Schülern mit Förderbedarf kommt einem so vor,als würde man Kranken gleich welcher Art nur noch die Behandlung durch Allgemeinmediziner erlauben.
        Natürlich wären diese mit der Aufgabe überfordert,die Patienten wären unzureichend versorgt, aber schließlich würden auch alle gleich behandelt werden. Außer den Personen, die das nötige Geld,das eigene Wissen nutzen können, oder andere Ärzte zu ihrem Bekanntenkreis zählen.

        • Das ist ein sehr treffender und unmittelbar einsichtig Vergleich! Danke!

          • Ja, sehr guter Vergleich – wir haben in Deutschland freie Arztwahl. Aus gutem Grund.

          • Bernd
            Im übertragenen Sinne hätten Sie die Wahl eines Facharztes nicht mehr,und Sie müssten auf den ortsansässigen Allgemeinmediziner zurückgreifen oder eben in eine andere Stadt umziehen.
            Spezielle Behandlung durch Fachärzte gäbe es nicht mehr.

          • Wieso das denn? Keiner in dieser Diskussion hier, wenn ich’s richtig sehe, will die Spezialisten (Förderschullehrer) abschaffen. In Ihrem Modell hingegen gibt es einen Spezialistenzwang. Freie Arzt(Schul-)wahl adé – ein staatslich-bürokratisches Gremium entscheidet, wo’s hingeht. Wie früher bei den Förderschülern halt.

            Übrigens, Herr von Lintig – Ihre Haltung gegenüber Lehrkräften, die Sie hier in den Foren von News4teachers zum Ausdruck bringen, verstehe ich überhaupt nicht. Sie ziehen gegen „Schreiben wie Hören“ mit dem gleichen Furor wie gegen die Inklusion zu Felde – und wollen Lehrern den Gebrauch der Methode verbieten lassen, als wären Grundschullehrer Idioten, denen man die Unterrichtsform vorschreiben muss.

            Auf der anderen Seite haben Sie offenbar überhaupt kein Problem damit, wenn das gleiche idiotische Schulsystem Kinder auch gegen den Willen der Eltern auf Förderschulen einsperrt – und ihnen damit praktisch jede Chance auf Integration und einen Schulabschluss nimmt.

            Sie haben’s offenbar mit den einfachen Lösungen – verbieten, vorschreiben, zack, Problem gelöst. Aber so einfach ist die Welt nicht.

          • Sie verallgemeinern noch mehr.
            Im Bereich der Medizin hätten Methoden, wie Lesen durch schreiben gar keine Chance zur Anwendung zu kommen, da wir Evidence basierte Medizin betreiben. Ohne wissenschaftliche Evidenz der Methoden und gegen bestehende Leitlinien werden Sie nicht einfach ohne die Gefahr von Regressansprüchen durch Anwälte der Patienten therapieren können,wie Sie wollen.
            Außerdem bleibt es Ihnen überlassen, ob Sie ihre Kinder inklusiv beschulen oder nicht. Allerdings bedeutet es für Kinder mit einem Förderbedarf einen Nachteil mit einer schlechteren schulischen Bildung.

        • „Die derzeitig betriebene Form der Inklusion von Schülern mit Förderbedarf kommt einem so vor,als würde man Kranken gleich welcher Art nur noch die Behandlung durch Allgemeinmediziner erlauben.“

          Ja, ich finde den Vergleich auch treffend.
          Und dennoch gibt es durchaus Allgemeinmediziner, die sich weiterbilden, und vor allem solche, die Fachkollegen zu Rate ziehen und Patienten nicht generell abgeben, sondern über die Zusammenarbeit zu einem Ergebnis kommen.
          Auch ist es nicht der Arzt selbst, der die komplette Bürokratie erledigt oder die Therapien durchführt, sondern in der Medizin ist es selbstverständlich, dass es weiteres Personal gibt.

          • Palim
            Wenn ich den Prozess der schrittweisen Einführung der Inklusion verstanden habe, so sollen später alle Förderschulen abgeschafft werden.
            Ob dann noch Sonderschulpädagogen in der Anzahl ausgebildet werden wie bisher versehe ich mit einem Fragezeichen.

          • Ja, dem Fragezeichen stimme ich zu.

            Allerdings sehe ich es auch so, dass es durchaus sinnvoll ist, allen Lehrkräften grundlegendes Wissen über Lernschwierigkeiten unterschiedlichster Art zu vermitteln und damit ein Verständnis für Umstände, Möglichkeiten, Notwendigkeiten.

            Ich habe den Vergleich, wie es vor der Einführung der Inklusion war und wie es heute ist. Den Kindern ist nicht geholfen, wenn sie verkümmern, das kann in allen Schulsystemen unter schlechten Bedingungen geschehen.
            Sind alle davon betroffen, sollten sich alle darum kümmern, dass die Bedingungen verbessert werden. Das mag naiv oder idealistisch sein, aber wie Sie sich sicherlich auch vorstellen können, haben viele Kinder und Eltern der FöS Lernen eine noch geringere Lobby als Grundschulen.

          • Die vermittlung von grundlegendem Wissen in der Berufsausbildung findet in den Universitäten im Bereich Jura und Medizin statt. Aber man kann das alles nur Anwenden, wenn man in der Praxis diese anwendet. Deshalb gibt es schließlich die Spezialisierung in den einzelnen Fachgebieten, bei denen es Überschneidungen in den Fachgebieten gibt. Das wird im Beruf von Lehrern genauso sein. Deshalb sollten diese auch alle gleich bezahlt werden, weil alle ihrer spezifischen Tätigkeit nachgehen.
            Ein Gymnasiallehrer ist auf eine gute Vorbildung seiner Schüler durch gute Grundschullehrer angewiesen. Aber nicht nur dieser profitiert von diesen frühen, systematisch vermittelten Lernerfolgen durch die Grundschullehrer.

      • Anna
        Palim ist eine Lehrerin. Da können Sie ihre Gender-Schreibweise ruhig weglassen.
        Das ist der nächste Themenkomplex , den es lohnt einmal offensiv aufzuarbeiten.
        Es verhält sich so, wie es XXX bereits beschrieb.

  18. Kinder mit Lernschwächen wurden wenn es ging schon immer inkludiert und gefördert, das ist für mich die einfachste Form. Viel schwieriger finde ich andere Fälle, s.o.

    • Das kenne ich auch so: „Kinder mit Lernschwächen wurden, wenn es ging, schon immer inkludiert und gefördert.“
      Nur wenn es sich um so schwerwiegende Behinderungen handelte, dass ein gemeinsamer Unterricht für das betroffene Kind nichts brachte und er ihm täglich nur seine begrenzten Fähigkeiten aufzeigte, wurde (nach langer Prüfung durch Experten und vielen Gesprächen mit den Eltern) das Kind auf eine Förderschule geschickt, wo es in kleinen Lerngruppen oder teilweise auch Einzelunterricht von speziellen Lehrkräften unterrichtet wurde. Dort erst erfuhr so manches Kind, was Erfolgserlebnisse sind und wie sie sich anfühlen.

      Der radikale Inklusionsgedanke von heute ist in meinen Augen weder human noch pädagogisch sinnvoll.

  19. @U. Prasuhn
    Stimmt, mit „anständig“ und „gerechtfertigt“ wurde immer schon Machtpolitik betrieben, auch wenn es sich um undemokratische Kaiser- Königs- oder Papst- Systeme handelte.
    Jeder beanspruchte für sich anständiges und gerechtfertigtes Verhalten.

  20. Ich weiß nicht, wie viele Förderkinder durchschnittlich an staatlichen Schulen sind, aber da Privatschulen in freier Trägerschaft (Ersatzschulen) ein Recht auf „freie Schülerwahl “ haben, kann es auch da – im Vergleich zu staatlichen Schulen – zu Unterschieden in der Schülerzusammensetzung kommen.

    Für Hamburg siehe Drs. 20/5144 , ab Seite 16:
    Die Anzahl von Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt an Hamburger allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft im Schuljahr 2011/12″
    Anmerkung: < 5 kann sowohl 0 als auch 1, 2, 3 oder 4 Kinder bedeutet.

    https://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/37809/allgemeine-schulen-in-freier-trägerschaft.pdf

    Gibt es auch noch Zahlen für andere Bundesländer und Zahlen zur Anzahl der Förderkinder an staatlichen Schulen?

    • Danke für den Beitrag.Ich fühle mich auf Grund eigener negativer Erfahrungen mit der Inklusion und auf der Grundlage dieser Konvention bestätigt, mich gegen eine Bevormundung durch staatliche Stellen zum Zwang der inklusiven Beschulung durch Schließung der Förderschulen zur Wehr zu setzen.

  21. Mal eine kleine Zwischenbilanz dieser Diskussion hier: Keiner derjenigen, die sich über den Artikel oben so aufregen, hat selbst auch nur eine einzige Quelle benannt, die die Grundthese des Beitrags infrage stellen würde – nämlich dass die rechtliche Grundlage der Inklusion festliegt. Kein Verweis auf irgendeinen Staatsrechtler, Völkerrechtler, Juristen, der dem widersprechen würde – nichts. Stattdessen: nur (eigene) Meinung.

    Offenbar liegt die Redaktion von News4teachers, die ja zahlreiche Quellen zitiert, völlig richtig.

  22. Mit dem Thema „Inklusion“ und „Behindertenkonvention“ habe ich mich bisher nicht viel beschäftigt.

    Vielleicht finden diejenigen, die das getan bereits getan haben, hier:

    https://www.behindertenrechtskonvention.info/bildung-3907/

    weitere Informationen, um die eine oder andere Meinung zu belegen.

  23. Kinderrechtskovention Artikel 3,Abs1 stellt eine sog. Schutzschranke dar: Das bedeutet hier: Der Unterrichtsort darf „NICHT“ dem Kindeswohl widersprechen, hier sind die Bildungsanbieter in der Nachweispflicht. Diese Schutzschranke gilt für alle Kinder, ob mit oder ohne Förderbedarf. Dieser Regelung findet sich in der Behindertenkonvention in Art 7 ABs.2
    Die Behindertenkonvention greift also bestehende Regelungen auf.
    Beide Dokumente sind online lesbar – wenn man denn lesen will.

    • Kann die Nachweispflicht der Bildungsanbieter nicht auch nach hinten losgehen? Der Betreuungsschlüssel muss doch von den Kommunen nur hinreichend dünn festgelegt werden und schon ist das Kindeswohl formal gewahrt. Proteste des Kindes oder der Eltern spielen dann keine Rolle.

      Die meisten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen haben einen Personalschlüssel, der den gesetzlichen Anforderungen genügt, aber keine einzige Stelle mehr. Dass das Personal nur so gerade eben für ein satt und halbwegs sauber reicht, wissen wir aus diversen Berichten.

      • Sorry. Die Nachweispflicht meint, dass der Bildungsanbieter, in Hessen also das Land, nachweisen muss, dass alles getan wird, die Indivudualanspruch eines Kindes auf Regelschulbesuch umzusetzen.
        ANders allerdings beschränkt die Konvention die „Anstrengungen“ eines Bildungsanbieters darauf, „diese Belastung etwa finanzieller, personeller oder persönlicher Art“ in angemessenen Umfang aufzuerlegen.
        Wenn Eltern also den WUnsch äußern ( und genau das ist in der Konvention so geregelt), ist der Bildungsanbieter gehalten/gewzungen, den Beusch der Regelschule zu ermöglichen, wenn das unter angemessenen Anstrengungen möglich ist.
        Der Besuch kann abgelehnt werden, wenn die Investitionen z.B. zu hoch wären, der Personalaufwand etc., bzw. das Recht des Kindes auf eine angemessene Beschulung gemäß Kinderrechtskonvention Art. 3, Satz 1 das gebietet.

  24. Art. 7 Abs. 2 der Be-Konvention wäre da auch interessant.

  25. Heike Schmoll zog im Mai 2017 in der FAZ dieses Fazit:

    „Die Kultusministerien reden im Pädagogenjargon von zieldifferenter Förderung, mehreren Niveaustufen und meinen, das Dilemma lasse sich durch Aus- und Weiterbildung der Lehrer lösen. Aber das ist ein Trugschluss. Wie so oft delegieren sie die Verantwortung an die Lehrer. Wer als Regelschullehrer an einem Wochenende sonderpädagogisch fortgebildet wird, kann nie so zielgenau fördern wie ein qualifizierter Förderlehrer. Der eilt nun in vielen Bundesländern beratend von Schule zu Schule und leidet an der Unzulänglichkeit seiner viel zu kurzen Einsätze. In Berlin sind nur 39 Prozent der Stellen auch wirklich mit Fachkräften besetzt.

    An dieser Entprofessionalisierung der unterrichtenden Lehrer wird die Inklusion noch scheitern. […]

    Der pädagogische Großversuch der Inklusion, der auf wachsende Ernüchterung bei den Praktikern gestoßen ist, kann auf diese Weise nur scheitern.

    Was wohlgemeint daherkommt, widerspricht viel zu oft dem Kindeswohl.

    Die fortschreitende Auflösung von Behinderungs- und Förderkategorien führt zu einer fatalen Selbst- und Fremdtäuschung. Denn die fehlende individuelle Diagnose endet genau bei jener Benachteiligung, die sie eigentlich vermeiden will. Deshalb ist es nötig, genügend Förderschulen zu erhalten und nur diejenigen Förderbedürftigen in die Regelschule zu integrieren, die davon profitieren.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/ueberforderte-schulen-ist-die-inklusion-in-jetziger-form-noch-tragbar-15028318.html

    • Genau! Stimmt 100% !

    • Stimme Emil zu. Allerdings: Im HKM sitzen durchaus Experten, die sehr genau wissen, warum es im Moment in Hessen nicht funktioniert, die auch wissen, wie lange man brauchen würde, die notwendigen Lehrer auszubilden, die wissen, dass die Fortbildung in Halbtagesveranstaltungen nichts bringen – und die das intern auch so klar sagen.
      Die Spitze des Hauses bilden aber nicht die Experten im HKM, sondern Politiker, die ihrerseits wieder die bildungspolitischen Sprecher der beiden Parteien im Nacken haben.
      Die erzählen allen, wie toll das klappt.
      Beide haben aber nie mit solchen Kindern gearbeitet, den fehlt leider die Ahnung von der Thematik.
      Deswegen wird auch alles schön geredet, hinter verschlossenen Türen klingt das am Louisenplatz aber anders.

  26. Mir ist nicht klar, ob es im Artikel um die Inklusion geht oder primär um Kritik an der AfD und Trump.

    Zur AfD und Trump habe ich gestern ein interessantes Interview in der „Wirtschaftswoche“ mit Prof. Dr. Max Otte gelesen. Der Mann ist mutig, kann ich nur sagen.

    http://www.wiwo.de/politik/deutschland/max-otte-mein-gewissen-treibt-mich-zur-afd/20316670.html

    • Ein angeblicher Wirtschaftsprofessor, der sagt: „Ich habe mich noch nicht im Detail mit dem Wirtschaftsprogramm der AfD auseinandergesetzt“ – aber genau weiß, dass die AfD das Beste ist, was Deutschland passieren kann. Aha

      Das Ausmaß des Dachschadens scheint hier größer zu sein als der „Mut“ – der Mann verkauft reißerische Wirtschaftsbücher („Rettet unser Bargeld!“), die sich offenbar genau an die AfD-Klientel wenden. Der betreibt Marketing in eigener Sache. Auweia

      Lassen Sie mal Ihre Versuche stecken, die AfD hier zu bewerben. Ist zwecklos. Und: Es geht in dem Beitrag oben um den Versuch eines politischen Betrugs durch die AfD, die verspricht, was sie nicht halten kann – auch wenn sie an die Regierung käme nicht. Aber diese Luftnummern kennt man von den Dünnbrettbohrern ja.

      • Es geht dem Professor nicht um das Wählen der AfD. Für ihn ist jede andere der etablierten Parteien unwählbar, weil eine Sauce, weg vom Volk usw. Daran ist meiner Meinung nach Angela Merkel mit ihrer meinungselastischen Einlullerei schuld.

        • „Eine Sauce“ ist es nur für denjenigen, der nicht genau hinschaut – genau wie Mathematikunterricht für den, der nichts versteht, eine „Sauce“ ist.

          Wie wäre es, Sie würden als Lehrer mal dafür werben, Dingen auf den Grund zu gehen? Statt irgendwelche Parolen nachzuplappern, nach denen etablierte Politiker – natürlich – alle doof und „weg vom Volk“ sind (ungeachtet der Tatsache, dass Deutschland noch nie so wohlhabend, frei und sicher war wie heute).

          Das hat schon, Pälzer (s. u.), auch mit dem Beitrag oben zu tun: Wer sich nicht mit den Sachfragen und ihren Hintergründen beschäftigt, aber konstrutive Lösungsversuche als „Einheitsbrei“ abtut, ist offenbar für die schlichten Heilsversprechen von Blendern wie der AfD anfällig – man muss Dinge (Inklusion, Klimawandel, Flüchtlinge) nur nicht wollen, dann kommen sie auch nicht. Klar.

          • Mit Verlaub, Bernd, „Dingen auf den Grund zu gehen“ sollten Sie besser nicht an andere stellen.
            Was Sie sagen, ist für mich meist nichts anderes als die unreflektierte Wiedergabe typischer Behauptungen eines bestimmten politischen Lagers.
            Es wirkt dann schon etwas lächerlich, wenn Sie sich als großen Durchblicker ausgeben mit dem billigen Trick der Herabsetzung anderer Meinungen und Personen.
            Allein die Behauptung, Deutschland sei noch nie so frei und sicher gewesen wie heute grenzt an Beleidigung der Wahrnehmungs- und Verstandesfähigkeiten Ihrer Mitdiskutanten.

          • Ok, dann nennen Sie mir mal drei Punkte, die die (heutige) CDU signifikant von der (heutigen) SPD unterscheiden. Das wird aus meiner Sicht schwierig.

            Das mit der Freiheit (Datenschutz, Staatstrojaner, Überwachung) und Wohlstand (Armutsrente, Hartz IV, nach ehrlicher Rechnung nach wie vor 5 Mio Arbeitslose, Leiharbeit, Dauerpraktikantentum, Zeitverträge) lasse ich einfach mal so stehen.

          • Und ich möchte noch etwas zu der Behauptung sagen, Deutschland sei noch nie so sicher gewesen wie heute.

            Das Thema „innere Sicherheit“ bewegt die Wähler wie selten zuvor, besonders Frauen sagen vor Mikrofonen, dass sie sich viel unsicherer fühlen als früher und Politiker reden ständig davon, dass mehr getan werden müsse für die innere Sicherheit. An der Forderung von mehr Polizei kommt doch heutzutage keine Partei vorbei, wenn sie gewählt werden will.
            Und das, weil Deutschland heute so sicher ist wie nie zuvor?

          • „Deutschland ist, auch im internationalen Vergleich, ein sehr sicheres Land“, sagt Christian Walburg (39), Kriminologe an der Universität Münster. „Die Kriminalitätsraten sind gerade bei schweren Delikten wie Raubtaten oder Tötungsdelikten deutlich niedriger als in den 1990er Jahren. Auch die Jugendkriminalität ist erheblich zurückgegangen.“

            Und wie viele politische Gefangene sitzen nochmal in deutschen Gefängnissen? Nach dem renommierten Demokratie-Index des Economist liegt Deutschland als „vollständigte Demokratie“ auf Platz 13 – weit vor den USA übrigens, die zwar freie Wahlen, aber mittlerweile eine „schwache Regierung, eine unterentwickelte politische Kultur und niedrige politische Partizipation“ aufweisen, auch weit vor Russland, das die AfD ja so toll findet.

            Und sozial? „Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Juni 2,473 Millionen Menschen ohne Job – der niedrigste Wert in dem Monat seit dem Jahr 1991.“ Lebenserwartung: „Im Jahr 2016 geborene Mädchen werden in Deutschland im Schnitt 83,3 Jahre alt, Jungen 78,5 Jahre. Das geht aus einer im Fachjournal „Lancet“ veröffentlichten globalen Gesundheitsstudie hervor. Damit hat sich die Lebenserwartung im letzten Jahrzehnt für Frauen um 1,2 Jahre, für Männer um 1,8 Jahre erhöht.“

            Die AfD und ihre rechtspopulistischen Freunde hier versuchen, mit Angst Politik zu machen – aha, Frauen sagen etwas in Mikrophone. Welche Frauen? Wie viele Frauen? – Was für ein Stuss-Argument.
            Wohin solche gefühlten Wahrheiten führen, machen ja Trump und Brexit gerade eindrucksvoll vor. Den Klimawandel gibt’s nicht, und Großbritannien wird außerhalb der EU eine strahlende Zukunft haben. Alles klar. Vorbild für Deutschland? Dankeschön.

          • PS. „Ok, dann nennen Sie mir mal drei Punkte, die die (heutige) CDU signifikant von der (heutigen) SPD unterscheiden.“

            Beziehen wir’s doch mal auf das Thema des Beitrags oben: Die SPD will Förderschulen abschaffen, die CDU so weit wie möglich erhalten – kein Unterschied?

            Geht auch bei anderen Themen – Steuern: Die SPD will das Ehegattensplitting abschaffen, die CDU nicht – kein Unterschied?

            Arbeitsmarktpolitik: Die SPD will die Befristung von Arbeitsverträgen weitgehend abschaffen, die CDU nicht – kein Unterschied?

            Seien Sie froh, dass bei den ganz großen Schicksalsfragen – etwa der Frage, ob Deutschland in der EU sein soll – Einigkeit herrscht. Das erspart uns das Chaos, das zum Beispiel derzeit Großbritannien erlebt.

          • Und Sie betreiben auch Angstmacherei, und zwar vor der AfD!
            Bei anderen herbeireden und verurteilen, was man selbst betreibt, zählt nicht zu den Regeln und Tugenden in einer Diskussion.

          • Angstmacherei vor der AfD? Das erledigt die AfD schon selbst – von Weidels Reichsbürger-Wutmail über Höckes Hitler-Tiraden bis hin zu Gaulands Weltkrieg-Zwo-Begeisterung und den von der AfD herangekarrten Brüllaffen auf Wahlveranstaltungen anderer Parteien. Alles total seriöse Leute, klaro.

          • Für wesentlich unseriöser halte ich die Medien (und Parteien), die voll auf dem AfD-Zug abfahren. Beispielsweise hat beim Kanzerduell 60 Minutenlang die AfD die Fragen gestellt.

            Man könnte ja fragen wieso. Einerseits haben die Knallköppe von der AfD außer Populismus nicht viel zu sagen. Andererseits ist die Flüchtlingsproblematik wesentlich einfacher zu beantworten als das Thema soziale Gerechtigkeit, bei dem die Parteien auch wirklich konkret werden und auch mal mehr als eine Phrase dreschen müssten. Die von einigen wenigen Familien kontrollierten Medien haben auch ein Interesse daran, die beim Thema soziale Gerechtigkeit unvermeidliche Verteilung von oben nach unten zu verhindern oder zumindest nicht anzusprechen.

        • Wenn die Partei das schon selbst erledigt, wie Sie behaupten, dann ist unverständlich, warum Sie immer wiederholen müssen, was für schreckliche Dinge diese schrecklichen Leute gesagt haben und was uns an Schrecklichem bevorsteht, wenn diese AfD-Monster in den Bundestag kommen.
          Mir scheint, Sie glauben selbst nicht so recht an Ihre Behauptung.

          • Bestechende AfD-Logik. Ist das die Methode, nach der Ihre Partei sich ihre Realität zusammenbastelt?

          • Nein, es handelt sich um die bestechende Logik und unbestechliche Realitätswahrnehmung eines namhaften Ungarn:

            „In der Regel sind wir desto unduldsamer gegen fremde Meinungen, je mehr wir an der Richtigkeit unserer eigenen zweifeln.“

            (Joszef Freiherr von Eötvös (1813 – 1871), ungarischer Politiker und Schriftsteller, Führer der ungarischen Reformbewegung, schuf die ungarische Volksschule)

            Ihre Reaktion auf meine Worte ist aber typisch. Für Sie konnte es sich nur um die idiotische und weltfremde Äußerung eines AfD-Anhängers handeln.
            Ich stelle mir vor, das überlieferte Zitat des ungarischen Freiherrn stammte von Herrn Höcke oder Frau Weidel. Welchen Skandal die anderen Parteien, die Medien und Sie daraus wohl wieder machen würden?!

          • Und Sie sind ein Anhänger des berühmten ungarischen Philosophen und Voksschulschaffners Joszef Freiherr von Eötvös? Pfffffff…

            Von Monstern würde ich übrigens nicht sprechen – eher von Gruselclowns.

      • Dieser thread der Diskussion scheint mir vom Ursprungsartikel „Inklusion“ weg zu führen.
        Wenn ich den zweitletzten Abschnitt im Text oben lese: wüsste man nicht, dass die Ansicht von der AfD geäußert wurde, würde man sagen: ja, das ist doch vernünftig. Aber so … ?

        • Das wird in der kommenden Legislaturperiode ständig sein. Durchaus vernünftige Vorschläge der AfD werden abgeschmettert, um dann leicht umformuliert durchgewunken zu werden.

          • Auf die „vernünftigen Vorschläge“ der AfD bin ich mal gespannt – sind das solche, die die AfD (wie jüngst im NRW-Landtag) bei der CDU abschreibt und dem Parlament als eigenen Antrag zur Abstimmung vorlegen will?

            Mit welcher parlamentarischen Initiative hat die AfD in den Landtagen denn bisher geglänzt? Auf den Auftritt der alten Männer im Bundestag wird man sich freuen können – so viel Realsatire war dort noch nie.

          • Mal angenommen, die AfD schlägt vor, anerkannten Flüchtlingen, die Leistungen zu verweigern, wenn sie die Kooperation verweigern. Nach Wahl-o-Mat sind CDU, SPD und FDP derselben Meinung. Wie werden die anderen Parteien reagieren? Ich weiß es nicht.

          • Hallo, will noch jemand hier über Inklusion diskutieren?

          • Sie haben Recht, Pälzer, und ich verstehe Ihre Frage.
            Ich bin Nicht-Befürworterin einer radikalen Inklusion mit weiterer Schließung von Förderschulen. Die Gründe hierfür wurden im Kommentarverlauf schon mehrfach genannt, auch das unterschiedliche Verständnis der UN-Konvention.
            Da der Artikel die Inklusion mit der AfD-Behauptung verbindet, dass inklusiver Unterricht nicht verpflichtend sei, kann ich der AfD nur zustimmen und ihre Meinung nicht anstößig finden.

          • Sie haben den Inhalt des Beitrags nicht verstanden – es geht nicht darum, ob jemand für oder gegen Inklusion ist, es geht darum, dass die AfD etwas verspricht, was nicht zu halten ist.

            Seufz. Aber das ist verlorene Liebesmühe hier.

            Um nochmal Küstenfuchs zu zitieren: ‚“Ich finde es befremdlich, wie viele hier nicht zwischen formal juristischen, pädagogischen und organisatorischen Argumenten unterscheiden können.“

            Ich auch.

  27. Was soll die AfD bei dem Thema? Man soll das Problem der Inklusion aus sich selbst heraus und in einem überpolitischen Kontext erörtern. Ich halte es für eine unredliche und hintertriebene Vorgehensweise der Inklusionsbefürworter, dass sie angesichts zunehmender Irrtumsoffenbarung und angesichts fehlender Sachargumente den Inklusionsgegnern einfach die AfD mit ins Boot setzen und damit versuchen, die andere Seite ideologisch zu denunzieren. Das ist eine verantwortungslose und schäbige Vorgehensweise, die nur die eigene Klientel und eigene Dogmatik im Blick hat, die es um jeden Preis durchzusetzen gilt. Ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Folgeschäden.

  28. Sehr geehrte/r dmbdd

    die AfD setzt sich selbst ins Boot, in dem sie im Wahlkampf eine Broschüre an Schulen in Thüringen mit den im Beitrag zitierten Inhalten verschickt. Und es ist völlig legitim, wenn eine Redaktion – in diesem Fall: unsere – die Wahlversprechen einer Partei, die gewählt werden will, auf ihren sachlichen Gehalt hin abklopft. Das hat mit Verschwörungstheorien á la „was Inklusionsbefürworter für böse Ränke schmieden“ gar nichts zu tun. Dafür sind Medien da.

    Mit freundlichem Gruß
    Die Redaktion

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