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Marode Schulen in Berlin: Lehrer protestieren mit Bauhelmen und Ohrenschützern („Es gibt keine Schrottschulen – nur falsche Kleidung“)

BERLIN. In Spandau stürzte eine Decke ein, an anderen Schulen sieht es nicht unbedingt besser aus. Die Bezirke suchen zur Schulsanierung dringend Fachleute – und denken dabei auch an das Verteidigungsministerium.

Lehrer haben in Spandau stellvertretend für Schulen aus ganz Berlin gegen den Zustand an ihrem Arbeitsplatz protestiert. «Die bauliche Verfassung hier ist seit Jahren absolut desolat. Wir wollen erreichen, dass die Politik endlich aus dem Tee kommt», sagte ein Sprecher der Bildungsgewerkschaft GEW am Dienstag. Viele Schulen seien in einem bedenklichen Zustand, die Carlo-Schmid-Oberschule sei ein Extrembeispiel.

Während der Herbstferien waren im Foyer der Schule Teile der Decke nach einem Wasserschaden eingestürzt. Etwa 45 Lehrer der Oberschule demonstrierten nun vor Schulbeginn verkleidet mit Bauhelmen, Ohren- und Mundschützern. Auf einem Transparent war zu lesen: «Es gibt keine Schrottschulen – nur falsche Kleidung».

Der rot-rot-grüne Senat will bis 2026 etwa 5,5 Milliarden Euro ausgeben, um Schulen zu sanieren und 42 Neubauten zu realisieren. Große Projekte soll die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge steuern und umsetzen, kleinere Vorhaben die Bezirke. Ein Problem dabei ist, dass diese dafür ihr Personal massiv aufstocken müssen, allerdings Fachleute wie Bauingenieure momentan kaum zu finden sind.

Die zwölf Berliner Bezirke verständigten sich vergangene Woche in einem Zehn-Punkte-Plan darauf, eine «Nachwuchsoffensive» zu starten. Dabei denken sie neben Messeauftritten und Anzeigen auch an Kooperationen mit Hochschulen und dem Verteidigungsministerium, wie aus dem Plan hervorgeht. Darüber berichteten am Dienstag auch die «Berliner Zeitung» und der «Tagesspiegel».

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte zu dem Plan der Bezirke, die Landesverwaltungen und auch die Bezirke suchten Mitarbeiter. «Und ich muss mal ganz ehrlich sagen: Mir ist es eigentlich egal, wenn wir eine gute Fachkraft finden, aus welchen Bereichen diese Menschen kommen.» Wenn ein Ingenieur der Bundeswehr sich beruflich anders orientieren wolle, solle man das ermöglichen. dpa

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