Studie: Vermischung von Arbeit und Freizeit verursacht Erschöpfung

10

BERLIN. Am Abend noch schnell ein paar Klassenarbeiten korrigieren und am Wochenende den Unterricht vorbereiten: Wer Arbeit und Freizeit nicht klar trennt, ist schneller erschöpft und gefährdet sein Wohlbefinden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Zürich, die in der Fachzeitschrift «Business and Psychology» veröffentlicht wurde. Die Vermischung von Beruflichem und Privatem führe dazu, dass sich Arbeitnehmer schlechter erholen könnten. Außerdem seien sie weniger produktiv und kreativ.

Das Team um die Psychologin Ariane Wepfer hatte 1916 Angestellte verschiedener Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Mehr als 50 Prozent arbeiteten 40 Stunden in der Woche oder mehr. Die Teilnehmer wurden unter anderem gefragt, wie häufig sie Arbeit mit nach Hause nehmen, wie häufig sie an Wochenenden arbeiten und wie oft sie in der Freizeit an Berufliches denken. dpa

Anzeige


10 KOMMENTARE

  1. Überraschung. Allerdings ist der Lehrerberuf anders kaum machbar. Anders als die gew fordert, auch nicht mit einer Gehaltserhöhung auf a13.

  2. Das ist doch klar, als Lehrer kann man das gar nicht anders machen… Wenn man dann noch Familie hat sowieso nicht….
    Ich sitze oft ab 20:00 Uhr an den Schulsachen, da mich vorher meine eigenen Kinderin Beschlag nehmen. Und schnell ist es dann 23:00 Uhr.
    Am Wochenende versuche ich den Freitagnachmittag und den Samstag frei zu halten, doch der Sonntag ist klar für die Vorbereitung reserviert. Bei einer halben Stelle komme ich oft auf eine 40 h Woche. Ich habe mir mal den Spaß gemacht und meine Arbeitszeiten notiert ( Konferenzen, Elterngespräche und Telefonate, Ausflugsvorbereitung etc. inklusive)

  3. @ olleschachtel

    auch ich arbeite “nur” eine halbe stelle, behalte ebenfalls dabei meine zusätzlich geleisteten einsatz inzwischen sehr genau im blick und hab dabei weniger spaß bzw. nützen ihre notizen nicht als hinweis auf überstunden bzw. mehrarbeit, die einen ausgleich rechtfertigen sollten?

    • man kann ja die halbe lehrerstelle auf das jahr hochrechnen auf eine 20-zeitstunden-woche minus 30 urlaubstage minus feiertage. dann weiß man, wie viele zeitstunden pro woche angemessen sind und kann die anzahl unbezahlter Überstunden begrenzen oder nur per Dienst nach Vorschrift ableisten.

  4. Am liebsten wäre mir ein kompletter, gut ausgestatteter Arbeitsplatz (Büroplatz) an der Schule mit Computer und allen Materialien, die ich zur Unterrichtsvorbereitung brauche, wo ich alles erledige und dann, wenn ich das Schulhaus am späten Nachmittag bzw. frühen Abend verlasse, Feierabend habe. Wenn ich von morgens um 8 bis um 4 oder 5 (wegen der Ferien ein längerer 8 Stundentag) inkl. Teambesprechungen und Elterngespräche durcharbeite mit einer Stunde Pause, dann wäre ich fertig und hätte Freizeit, lass alles in der Schule und beschäftige mich nicht weiter damit zuhause. Ein Traum! Was ich nicht schaffe würde, erledige ich zeitverzögert oder wird eben nicht gemacht (z.B. genaue Hausaufgabenkorrektur). So weit ich mich erinnern kann, funktioniert das doch in Dänemark so, oder?
    Nur: Da müsste man ganz viel an der Ausstattung der Schulen ändern, für jeden Lehrer einen akzeptablen Büroplatz einzurichten, ein Sitzplatz im Lehrerzimmer reicht da lange nicht aus.

    • Das würde ich mir auch wünschen. Dann würde endlich für jeden, der vom “gutbezahlten Halbtagsjob” spricht, deutlich, wie lange die Arbeitszeit tatsächlich dauert. Und dann müsste eine Arbeitszeitreduzierung her!

  5. Ich spinne einmal weiter: mehrere größere Büros, wo man gemeinsame Ordner, sowohl analog als auch digital zu einzelnen Fächern, Unterrichtsthemen pflegt. Da müsste nicht jeder für sich Ordner mit Materialien anlegen.
    Ich könnte mir das als Riesenbereicherung vorstellen, vor allem man ist zusammen und arbeitet dann zusammen, wenn es passt. Der mündliche Austausch wäre direkt.

      • Das wäre dann das Argument dagegen. Teilzeit wäre dann auch eine kürzere Präsenz- bzw. Gesamtarbeitszeit. Die Zeiten haben sich geändert. Die meisten der jungen Lehrerinnen geben inzwischen ihre Kinder so oder so in eine Kita. Ich finde dies auf jeden Fall noch gesünder als bis spät in die Nacht zu arbeiten um nach 5-6 Stunden Schlaf wieder gerädert aufzustehen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.