Liebe LeserInnen, sollen wir gendern – oder lieber nicht? Deutschland ist in dieser Frage gespalten

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BERLIN. In der Bildung wird eifrig “gegendert” – ob KollegInnen, Schüler*innen oder Studierede, an Hochschulen und Schulen sind vielerlei Formen zu finden. Laut einer Umfrage findet geschlechtergerechte Sprache aber keine mehrheitliche Zustimmung unter den Deutschen – sie ist höchst umstritten. Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersklassen.

Die Geschlechter-Verwirrung hat offenbar nicht nur die deutschsprachigen Hochschulen erreicht - Beispiel aus London. Foto: flickr / Cory Doctorow (CC BY-SA 2.0)
Die Geschlechter-Verwirrung hat offenbar nicht nur die deutschsprachigen Hochschulen erreicht – Beispiel aus London. Foto: flickr / Cory Doctorow (CC BY-SA 2.0)

Am hartnäckigsten sind so mache Landesverbände der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). “Die GEW Bayern fordert Maßnahmen um den Lehrer*innenmangel zu beheben!”, so heißt es etwa in einer Pressemitteilung. “Die Unterrichtsqualität kann sinken, weil die Kolleg*innen, die sich einer Zweitqualifizierung aussetzen, nicht vernünftig weitergebildet werden”, so wird darin ein (weibliches) Mitglied des Vorstands zitiert, und man fragt sich als Leser des Textes, wie die angeblich wörtlich wiedergegebene das denn ausgesprochen hat? “Kolleg-Sternchen-innen”? “Kolleg-(Pause)-innen?” Oder einfach “Kolleginnen”?

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So oder so – an der Mehrheit der Menschen in Deutschland geht die im “Gendern” enthaltene Botschaft offenbar vorbei. Nur eine Minderheit der Erwachsenen in Deutschland spricht sich einer Umfrage zufolge für eine geschlechtergerechte Sprache aus. Nur wenige benutzen außerdem im eigenen Schriftverkehr bewusst geschlechtsneutrale Wörter wie etwa Studierende statt Stundenten. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Gendern, umbenennen, verklausulieren: Wie sehr wir unter der „political correctness“ leiden

Auf die Frage, wie sie zur Sprache etwa mit Binnen-I oder Sternchen (Beispiel: KollegInnen, Schüler*innen) stehen, gaben 42 Prozent eine ablehnende Antwort: 19 Prozent lehnen es „voll und ganz“ ab, 23 Prozent lehnen es „eher“ ab. 14 Prozent befürworten diese Art von Formulierung „voll und ganz“, 23 Prozent befürworten sie „eher“. Jede(r) fünfte Befragte (21 Prozent) machte keine genaue Angabe.

Wohl kein Wunder bei diesem Thema: Voll befürwortend sind eher Frauen (15 Prozent) als Männer (12 Prozent). Bei den stark Ablehnenden („voll und ganz“) liegen Männer (23 Prozent) weit vor Frauen (14 Prozent).

Unterschiede gibt es auch nach Altersklassen: So sind die Extremhaltungen am ehesten in den mittleren Altersklassen zu finden: besonders überzeugte Ablehnende gibt es in den Gruppen der Menschen zwischen 35 und 44 Jahren (21 Prozent) und zwischen 45 und 54 (20 Prozent). Bei den Menschen über 55 lehnen es 19 Prozent ab, bei den Jungen dagegen nur 12 Prozent (18 bis 24 Jahre) beziehungsweise 18 Prozent (25 bis 34 Jahre).

Auf die Frage, ob sie im Schriftverkehr bewusst geschlechtsneutrale Wörter verwendeten, gab ein Drittel aller Befragten an (32 Prozent), dies „nie“ zu tun. „Selten“ sagten 37 Prozent, „häufig“ 14 Prozent. Lediglich fünf Prozent sagten, dies „immer“ zu tun. Der Rest machte keine Angabe.

Unsichtbare Geschlechter

“Sprache hat die Kraft, gesellschaftliche Normen – wie Geschlechterrollen – zu hinterfragen und zu verändern. Darum setzen wir uns für eine geschlechtersensible Sprache ein – in geschriebener und gesprochener Form”, so heißt es bei der GEW. In einer Broschüre zum Thema, die die Gewerkschaft herausgegeben hat, ist zu lesen: “Das so genannte generische Maskulinum macht das weibliche wie auch weitere Geschlechter und Geschlechtsidentitäten unsichtbar. Darüber hinaus ist diese Form missverständlich, da die maskuline Form ebenfalls verwendet wird, um ausschließlich Männer zu bezeichnen.” Eine geschlechterbewusste Sprache bilde die gesellschaftliche Vielfalt und unterschiedliche Lebensformen ab. Sie sei ein wichtiger Schritt, “um Stereotype und Rollenklischees zu vermeiden und um gesellschaftliche Machtverhältnisse und Privilegien sichtbar zu machen”. Und weil es auch Menschen gibt, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, ist eine Sprache nach bisherigem Regelwerk für die GEW keine Lösung: “Der Stern am Ende von Trans* und Inter* zeigt an, dass es sich um Oberbegriffe für Geschlechter und Geschlechtsidentitäten handelt, die sich zum Bereich der Trans*- oder Inter*geschlechtlichkeit zählen.”

Ist News4teachers denn nicht am Thema Gleichstellung interessiert? Schließlich “gendern” wir nicht. “Doch, sind wir”, so beteuert die Redaktion in der Rubrik “Über uns”. “Trotzdem verwenden wir häufig die männliche Form – wie in der deutschen Sprache üblich – für beide Geschlechter betreffende Bezeichnungen. Schlicht der besseren Lesbarkeit halber.” Für die GEW ist das eine Mogelpackung. Sie sagt: „’Frauen sind mitgemeint’“ ist von gestern.” News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zur GEW-Broschüre “Eine Sprache, die alle anspricht”.

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54 KOMMENTARE

  1. Meine persönliche Meinung:

    Bitte nicht mehr gendern. Aus rein pragmatischen Gründen nicht, weil sie diverse Texte unlesbar und einige Gesetze sogar unpräziser als vorher macht. Es gibt im Wesentlichen zwei biologische Geschlechter (Mann und Frau) und unabhängig vom biologischen Geschlecht im Wesentlichen drei sexuelle Präferenzen (Mann, Frau, beides). Die Genderologen fordern allerdings, dass sie wenigen davon abweichenden Ausnahmen genauso wie die heterosexuelle Mehrheit zu behandeln sind. Nicht relativ zur Anzahl Personen (also faktisch garnicht), sondern jede für sich genauso wie die heterosexuelle Gruppe, und begründet das mit der Diskriminierung. Die massive Gängelung der heterosexuellen Mehrheit nimmt sie billigend in Kauf.

    Abgesehen davon hat die Geschlechterforschung, die das Gegendere zu verantworten hat, keinerlei wissenschaftliche Grundlage und forscht noch nicht einmal nach Belegen. Sie verlangt lauthals, dass die Kritiker die “Ergebnisse” der Geschlechterforschung zu widerlegen haben anstatt sie selbst zu überprüfen. Man könnte sogar sagen, dass sie (die Geschlechterforscher) fachlich nicht für ernsthafte Forschung, die über ein Captain Obvious hinausgeht, in der Lage ist.

    Alle Gleichstellungsregelungen laufen im Wesentlichen auf eine Diskriminierung der Männer hinaus. Beispiele sind Bevorzugung von Frauen bei gleicher Eignung, Reduzierung der Anforderungen für Frauen z.B. bei der Armee oder der Polizei, Ausschreibung von Professuren zur Erhöhung der Frauenquote (sprich an Frauen, die auf herkömmlichen Wege niemals eine Professur erreichen würden) usw.

    • Die in der Pluralform verendeten Begriffe die Studenten,die Ärzte,die Physiker,die Lehrer etc., nehme ich als geschlechtsneutrale Begriffe wahr, weil ich durch eigene Erfahrungen gelernt habe, dass beide Geschlechter diese Berufsfelder besetzen. Eine ursprünglich typisch männliche Domäne dieser Berufe ist durch gute ,normale und herausragende Frauen in diesen Berufsfeldern verdrängt worden.
      Die Mehrzahl der Medizinstudenten sind mit einem Anteil an 70 % Frauen.Nach der Logik der Genderologen hätten dann die Lohnerhöhungen der letzten Jahr bei Ärzten nicht stattfinden dürfen.
      Ich habe selbst fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen. Obwohl für alle alles mögliche Spielzeug zur Verfügung stand, interessierten sich die Jungen immer für Bagger, Autos und anderes technisches Gerät, welches dann schließlich durch das Ausprobieren und Untersuchen kaputt ging. Die Mädchen bevorzugten überwiegend Bücher, Puppen , wobei beide Geschlechter Kuscheltier präferierten obwohl beiden alles näher gebracht wurde.
      Die Genderologen behaupten, dass wir Eltern Geschlechterrollen antrainieren.
      Kirchturmuhren gelten als Ausdruck männlicher Dominanz, der Kirchturm gedeutet als Penis-Symbol.
      Wenn man sonst keine Probleme hat , dann kann man sich mit diesem Schwachsinn beschäftigen, aber bitte nicht auf Staatskosten. Anke Brunn lässt grüßen.

    • Schon die Nomen sind im Deutschen im Plural mit dem weiblichen Artikel die versehen, im Dativ wird der dann der männliche Artikel der über die Nomen weilblich (der Mutter etc.), das häufig angewendete man ist ein Neutrum.Genderanhänger schreiben in diesem Fall frau meint etc.
      Türme sind einfacher und sicherer zu bauen als andere Fantasiekonstuktionen von Gebäuden.

    • chapeau Palim: auch ich appeliere für verständlichere lesbarkeit , berücksichtigte bequemlichkeit im ausdrucksvermögen und nicht zuletzt weil in unserem allgemeinen sprachgebrauch die zeit überreif für mitgemeinte männer ist.

      • So so, Sie appellieren also f ü r etwas. Vielleicht sollten Sie als Grundschul-Lehrerin erstmal die deutsche Sprache und Grammatik korrekt beherrschen, anwenden und Ihren Schutzbefohlenen beibringen, bevor Sie sich um Gender-Sternchen u.ä. kümmern.

        • Ich freue mich auf die ganzen Mörderinnen, Brandstifterinnen und Terroristinnen in den Nachrichten. Unverzagte meint bestimmt das.

          • …oder ganz einfach den niederdeutschen “Appel” (= Apfel, Betonung auf dem “A”…)

          • Jetzt haben Sie immerhin das “l” wiedergefunden, das vorhin in Ihrem “appeliere für” fehlte. Es wird doch! Irgendwann kommen auch Sie beim “an” an…

            Wenn Sie jedoch an Ihre MitlesX denken, dann lassen Sie das besser mit dem PC-Gendern denn

            “Deutsche und Deutschinnen sind die gleichberechtigtsten Menschen und Menschinnen auf der Welt! Die Welt? Das Welt?” (Heinz Rudolf Kunze, 1994)

            P.S. Wer ist Willma?
            P.P.S. “Relevante Beiträge” zum Thema “Gender Mainstreaming”? You’re kidding!

          • Ach, unverzagte, was heißt “uns”? SIE können die Kommentare ja übergehen. Ich lese sie aber sehr gern und möchte auf keinen Fall “verschont” werden.
            Sprechen Sie in Zukunft nur für sich und nicht auch noch für andere, auch wenn es verlockend ist, die eigene Meinung durch erfundene Zustimmung zu vervielfältigen!

          • Keine Sorge, Stefan! Unverzagte spricht durchaus für viele, denen der arrogante Ton von AB, alias Wilma Pause, hier regelmäßig aufstößt.

          • Na emil, das war ja mal wieder ein Musterbeispiel für einen unverzagt eingeforderten “relevanten Beitrag”.

        • @stefan falls sie nicht als zweitaccount von der sog. aufmerksamen beobachterin alias wilma pause agieren, bezog sich “uns” lediglich auf die adressatin meiner zeilen und meine person. es bleibt also ihre entscheidung, ob sie sich angesprochen fühlen möchten.

  2. Eher bitte nicht die Sprache verunstalten (= gendern), sondern ganz natürlich damit umgehen. Da, wo angebracht, kann man von Lehrer/innen sprechen oder schreiben, da wo es nicht wesentlich um männlich oder weiblich geht, kann man bei allgemeinen einfachen Plural bleiben. Neutrale Formen zu benutzen (Lehrkräfte statt Lehrer) wäre auch eine Möglichkeit ohne viel “Getöse”.

  3. Mich nervt inzwischen dieses permanente gendergerechte Schreiben oder Sprechen. Ich bleibe nach wie vor bei Lehrern, Kollegen, Ärzten, Studenten …. , wenn ich diese Berufsgruppen in der Mehrzahl meine. Schlimm finde ich, dass dadurch selbst Grundschulzeugnisse mega “aufgebauscht” werden, weil z.B. Klein-Mäxchen einen “raschen Kontakt zu seinen Mitschülerinnen und Mitschülern gefunden” hat. So ein Unfug! Wenn man dann noch bedenkt, wie viel Geld etwa die Studentenwerke ausgeben mussten, um alle offiziellen Dokumente, Stempel etc. in “Studierendenwerke” umzuändern… Damit erweist man der Gleichberechtigung / Gleichstellung von Frauen und Männern meiner Meinung nach eher einen Bärendienst.

  4. Ich stehe dem Gegendere ablehnend gegenüber. Wie schon andere vor mir, bin auch ich der Meinung: irgendwann ist mal gut mit der Political correcetness. Es wird einfach nur noch übertrieben in einem Maße, dass es für manch einen echt mega peinlich ist. Wenn vom Plural die Rede ist, kann doch ohne weiteres der makluline Plural verwendet werden, ich fühle mich auch dann angesprochen ohne vom Geschlecht her genannt zu werden.

  5. Soweit ich weiß, ist es in allen indogermanischen Sprachen gleich: es gibt eine Form, die sowohl für männliche Personen als auch für gemischtgeschlechtliche Gruppen verwendt wird (z.B. “Leser”), und daneben noch eine Form, die nur Frauen bezeichnet (Leserinnen). Wenn das Bewusstsein dafür geschärft ist, dass die erste Form nicht nur Männer meint, dass also zu “Studenten”, “Arbeitgeber” oder “Diebe” natürlich auch Frauen gehören, sollten alle Erfordernisse der Geschlechtergerechtigkeit erreicht sein. Diese Theorie der “Unsichtbarkeit” von Frauen in den seit Jahrhunderten geltenden Begriffen scheint mir nicht belegt zu sein (schauen Sie sich die entsprechenden Untersuchungen mal kritisch an). Die Gender-Forderungen sind eher Machtdemonstrationen: wer Macht hat und überaus wichtig ist, kann von der Gesellschaft fordern, dass sie zu seinen Ehren und zu seinen Bedingungen Zusatzanstrengungen macht und Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt. So machten es die Könige, so zwang der Landvogt Gessler die Schweizer, so verlangen auch die Feminist*/_innen, dass wir alle ihrer Lehre wegen unsere Sprache ändern.

    • @Pälzer: “eine Form, die sowohl für männliche Personen als auch für gemischtgeschlechtliche Gruppen verwendt wird.”
      Bei dieser Form handelt es sich um die »prägenerische« nominale Urform (»genus commune«), aus der später das »Neutrum« und aus diesem wiederum dann das »Femininum« zur Benennung von Abstrakta und Kollektiva gebildet wurde. Die Zuordnung eines Genus zu einem biologischen Geschlecht wurde nie die Regel sondern blieb die eher seltene Ausnahme. Diese Entwicklungen vollzogen sich vor ca. 4.500 bis 5.000 Jahren und sind, da Primärquellen fehlen, nur durch Vergleiche von Sprachen, von denen schriftliche Zeugnisse aus späterer Zeit vorliegen, zu erschließen. An vorderster Stelle stehen hier das Altgriechische, das Hethitische, das Altlateinische und das Sanskrit. Die Rekonstruktion der indogermanischen Ursprache, auf die auch das Deutsche zurückgeht, erfordert eine Methodik, deren Richtigkeit und Zuverlässigkeit sich stets aus Neue zu bewähren hat, wie auch jede (lieb gewordene) These mit ihrer Falsifizierung rechnen muss (was auch nicht selten geschehen ist).
      Das Fragewort »wer« z.B. stammt aus einer Zeit, in der noch kein grammatisches Femininum existierte. Wer es als Musterbeispiel für die angebliche sprachliche Dominanz des Männlichen ins Feld führt, zeigt nur, dass er auf dem Gebiet der Sprachgeschichte noch einen ziemlich großen Lernbedarf hat.

  6. Große Teile die Gendersprache sind doch nichts weiter als die Umsetzung quasierotischer Träume extremer Feministinnen.

    Sprache muss sprech- und lesbar bleiben! Ich würde logischerweise niemals von einem “weiblichen Bewerber” auf eine Stelle sprechen, das sollte immer eine “Bewerberin” sein. Wenn ich aber sage, auf eine Stelle gibt es 10 Bewerber, weiß jeder was gemeint ist und alleine durch diese Formulierung wird keiner benachteiligt oder gar geschädigt.

    Wenn man den Artikel durchließt, sieht man auch, dass höchstens 20% aller Befragten selbst auf strenges Gendern achtet. Also von fünf Persoenen nur eine! Das ist genau die Umfrage, die für mich zählt, denn hier muss man es selbst machen, nicht nur aus Gründen des Gruppenzwangs und der politischen Korrektheit dafür sein.

    • Während ich Ihnen zustimme, dass man Sprachveränderungen nicht ohne kritische Auseinandersetzung oder gar auf Wunsch Weniger/Einzelner geschehen lassen sollte, denke ich doch, dass es keine Beeinträchtigung der Sprech- und Lesbarkeit ist, wenn man statt von “Bewerbern” die geschlechtsneutrale Formulierung “Bewerbende” anwendet. Anders als Kombinationen wie mit dem Gendersternchen (*), Gendergap (_) oder das Binnen-I ist es sogar gut in der mündlichen Sprache zu verwenden. Seiten wie https://www.gendern.de oder https://de.wikipedia.org/wiki/Gendering liefern weitere gute Beispiele einer einfachen Verwendung.

        • Am Beispiel der Umwandlung des Begriffs “Flüchtling” in “Geflüchtete” wird dieses Problem der Umdeutung von ihm sehr gut dargestellt, denn der Inhalt des Wortes wird geändert, wenn ich auf ein derartiges, anscheinend geschlechtsneutrales Wort, in der begrifflichen Anwendung umsteige.
          Der Geflüchtete ist allgemeingefasst und sinnbezogen auf eine Flucht vor einer bestimmten Situation schon sehr verallgemeinernd verwendet und nicht so deutlich formuliert wie der Begriff des Flüchtlings, der sich auf eine politische, religiöse oder auf eine andere Form der Verfolgung sich bezieht.

      • @Derryck
        Bewerbende sind Personen, zum Beispiel aus der Werbeindustrie, auf dem Fischmarkt in Hamburg oder auch Staubsaugervertreter, die für einen bestimmten Inhalt oder Produkte Werbung betreiben, um diese zu verkaufen.

      • Die SPD und die CDU sind die Verlierer(innen) der Europawahl.
        Gefällt Ihnen dieser Satz, oder haben diese Parteien auch männliche Mitglieder(innen).

        Sprachunfug (ein Versuch)

        Sexualisierung, Pervertierung, Sprachverflachung,
        Grammatischer Unfug, Lug und Trug,
        Binnen- I, klingt wie nie,
        nur sehr blöd,
        einfach öde, ohne den Geist,
        durchdrungen von Sprachlicher Vorschrift,
        per Dekret, Eingaben, Schreiben in Berlin abgelehnt,
        man sich nach normaler Sprache sehnt.
        Statt von Kultur, nur Unkultur,
        fehlende Feinheit im Ausdruck der Sprache,
        verunglückt in der sprachlichen Lache.
        Sinnendfremdet,
        dem einen Geschlechte zugewendet,
        Sexualisierung, Missionierung,
        versteht man nicht recht,
        Verstehen und Sprechen gelingt rein sprachlich schlecht.
        Holpern und Stolpern beim Lesen, es liegt in seinem Wesen,
        zu erzwingen die Sicht,
        im weiblichen Licht,
        der Ausdruck der Sprache erlischt.
        oh deutsche Sprache, ohne sprachliche Weitsicht.
        Umdeutung, andere Bedeutung,
        Verwässerung der Sprache,
        endet gar in einer sprachlichen Lache.
        Warum so dumm, die Sprache verdrehen bis sie klingt ganz krumm,
        bleibt man stumm und schaut nur dumm.
        Man kann darüber lachen.
        Frauen machen Sachen,
        dem Mensch ist zum Lachen,
        über derartige Sachen,
        nichts zu lachen
        für die sprachlich schwachen.
        Die Zeit ist um ,
        mir wird’s zu dumm.

  7. Noch hanebüchener wird die Geschichte ja jetzt mit der geplanten Toilette für das „3. Geschlecht“ an einer neu zu bauenden bayrischen Grundschule. Wie, bitte schön, erklärt man Grundschulkindern, wer diese Toilette benutzen darf/soll?

      • Jetzt wird aber alles zusammengerührt, was nicht zusammengehört – klar, wer für Gleichstellung kämpft, muss auch ein/e AnhängerIn von Analsex sein.

        … und wählt womöglich noch die Grünen. Pfui Teufel.

        • Alles was man anderen antut, das fällt auf einen selbst zurück.
          Organisierte Dummheit fördert den Unmut der genervten Restbevölkerung heraus.

    • @Marie was bitte ist so hanebüchen an der existenz von menschen, die sich im eigenen körper nicht zuhause fühlen? wo liegt ein problem, diese tatsache schulkindern zu erklären?

      • Sie tun so, als ob das bereits im Grundschulalter der Regelfall oder zumindest keine Ausnahme ist.

        Die LGBT-Verbände gehen von insgesamt rund 10% nicht heterosexuell orientierten Menschen aus (ich halte maximal 5% für realistischer, aber egal), die wenigsten von ihnen realisieren das aber vor Eintritt in die Pubertät. Trans-, Inter-, wasweißich-Sexualität selbst ist wiederum ein nur kleiner Teil unter den nicht Heterosexuellen, die große Mehrheit ist homo- oder bisexuell mit eindeutiger Geschlechtsauffassung.

        Daher mein Kompromissvorschlag: Wenn ein Fall in einer Klasse auftritt, kann man ihn thematisieren, ggf. im gesamten Jahrgang. Je nach Schulklientel würde ich aber aus Rücksicht das betroffene Kind und dessen Gesundheit unterlassen.

      • @plus es geht um eine zusätzliche toilette für betroffene in der grundschule, deren existenz eine kollegin in erklärungsnot bringen würde.
        ihnen mag entgangen sein, dass die pubertät bereits zunehmend in der grundschulzeit einsetzt. eventuell benötigte unterstützung in der sexuellen orientierung sollte allen gewährt werden, selbst wenn die mehrheit nur indirekt betroffen wäre. unabhängig vom schulklientel sollte immer anonym thematisiert werden, der gesundheit betroffener sus kommt dies garantiert mehr entgegen als sie mit diesem thema allein zu lassen.
        eine beachtung sowie ein verantwortungsvoller umgang mit dieser problematik bedeutet übrigens nicht, dass alle anderen ebenfalls wichtigen baustellen ignoriert werden müssen.

        • Mich irritiert immer wieder, dass ich von Betroffenen lese (nicht nur auf diesem Gebiet), die gar nicht so glücklich über den Rummel um ihre angeblichen Sorgen und Nöte sind. Sie würden es vorziehen, weniger problematisiert und ins Scheinwerferlicht (auch von fieberhaften Wohltaten) gerückt zu werden.

          • @U.B. ihre irritation über gelesenes ist insofern verständlich, als dass es zum glück auch betroffene geben mag, die keinerlei probleme haben und sich entsprechend selbstbewusst in der öffentlichkeit präsentieren können. entzieht es sich ihrem vorstellungsvermögen, dass es aber eben auch die kinder u. jugendliche gibt, die mit dieser problematik wahrgenommen werden möchten? nur weil dies ihrer ansicht nach unnötig sein mag, haben ihre kolleginnen keinen “fieberhaften” helferkomplex.

          • “.., dass es aber eben auch die kinder u. jugendliche gibt, die mit dieser problematik wahrgenommen werden möchten?”
            Das bestreite ich nicht. Es bleibt aber die Frage: Wie wird man denen gerecht, die keinen Wirbel um ihre Sexualität wollen und ihn eher als peinlich und belastend empfinden? Werden ihre Wünsche auch wahrgenommen oder haben sie sich zu fügen, weil die Gendervertreter vor dieser Tatsache lieber die Augen verschließen? Sie könnte ja der reinen Lehre schaden und die unerwünschten Zweifel und Fragezeichen verstärken.

          • @ U.B. . es steht doch außer frage, dass der umgang mit derartigen themen ein erhöhtes maß an einfühlung erforderlich macht. peinlich, unangenehmes berührtsein lässt sich meiner erfahrung nach aber leider nicht vollkommen vom aufklärungsunterricht insbesondere mit pubertierenden abkoppeln. ob und inwieweit sie sich betroffen fühlen bzw. lernen sollten sich abzugrenzen, gehört natürlich auch zu einer gelungenen auseinandersetzung. warum möchten sie der “gendervertretung” diesbezüglich unbedingt ignoranz bescheinigen?

          • Weil mich das feindselige und aggressive Verhalten (auch gegen Andersdenkende!) skeptisch macht, mit der die “gendervertretung” ihre Interessen vertritt.
            Ich sehe bei ihr eine erhebliche Ignoranz und moralische Arroganz, die in deutlichem Widerspruch steht zu ihrer Selbstdarstellung als Freunde von Toleranz und Humanität.

          • meines wissens nach, existiert “die gendervertretung” als ein geschlossen auftretendes subjekt nicht: dementsprechend ist es problematisch, “diese” über einen kamm scheren zu wollen. während der 90 er jahre kamen studierende an der hamburger uni kaum an einer fakultät vorbei, die sich nicht mit sog. “gender thematiken” bzw. zum teil recht unterschiedlichen positionen beschäftigte. allgemein als notwendig erachtete auseinandersetzungen per se abzuqualifizieren bzw. zu verurteilen, wäre in diesem rahmen mehr als fragwürdig gewesen. es tut mir leid, dass sie so einseitige und zudem noch schlechte erfahrungen gemacht haben.

          • Unverzagte, laut wikipedia wurden die ersten Lehrstühle und Studiengänge für Genderfragen erst Ende der 1990er Jahre eingerichtet, weshalb ich Ihre Aussage bzgl. der Universität Hamburg erst einmal anzweifeln muss.

            Ihre Aussage bzgl. der uneinheitlichen, ich würde schreiben selbstwidersprechenden, Positionen stimme ich zu, allerdings anders als Sie es gerne hätten. Einerseits fordern Sie insbesondere Diversität, andererseits Ergebnisgleichheit. Aufräumen müssen aber immer die Männer in Form von Polizei und Feuerwehr.

          • @ zweifeln sie unbedingt weiterhin konsequent an allem, was mit ihrem wikipedia orientiertem wissen unvereinbar scheint, das wird sich schlussendlich auch förderlich auf die inhaltliche qualität ihrer argumentation auswirken.

      • Eine leitliniengerechte Vermittlung der deutschen Schrift durch das Einüben von verbindungsfähigen kleinen Buchstaben, wie der Schulausgangsschrift oder der Lateinischen Ausgangsschrift, ist als eine der im Vordergrund stehenden Aufgaben des Grundschullehrpersonals zu nennen, und diese sollte neben der verpflichtenden Vermittlung strukturierter Methoden des automatisierten Lesens ebenso vorgeschrieben werden !
        Was hat Grundschulpersonal schon an Regressen von Seiten der Eltern zu fürchten, wenn die Vermittlung dieser Grundkenntnisse des automatisierten Lesens und einer lesbaren und verbundenen Schreibschrift nicht gelingt.
        Schuld sind bestimmt immer die grobmotorischen Kinder, die in Folge von übermäßigem Medienkonsum durch die Reizüberflutung, nicht mehr konzentrationsfähig sind ?
        Einfache Erklärungen für das Versagen der Vermittlung der Grundkompetenzen verleiten schnell dazu die Gründe bei den Schülern zu suchen, selbstkritische Reflektionen zu vermeiden und auszublenden oder gar Veränderungen am selbst gesteuerte Lernen mit der Selbstalphabetisierung der Schulanfänger vorzunehmen und diese zu hinterfragen.
        Ärzten droht bei Verstößen gegen Leitlinien ein zivilgerichtliches oder ein strafrechtliches Verfahren, sowie zusätzlich der Kontrollausschuss der Patientenbeschwerdestelle der Ärztekammern, dessen Urteile ebenso rechtsbindend sind wie die Instanzen deutscher Gerichte.
        Da kann man dann schön weiter sich mit derartigen schriftsprachlichen Auswüchsen irgendwelcher Kleingeister auseinandersetzen, diese verteidigen, damit man die eigenen Methoden nicht hinterfragen muss.
        Die Vermittlung der Großschreibung scheint ja ein ganz großes Problem zu sein, so dass man eben vollständig auf die Kleinschreibung umsteigt.
        So vermittelt man aber weder grammatikalischen Phänomene noch deren klare Regelhaftigkeit am Satzbeginn, nach Artikeln, nach Präpositionen, nach unbestimmten Mengenbegriffen wie häufig, wenig, viel etc.
        Als Chirurg sollte man die Anatomie des Menschen kennen, als Grundschullehrer Rechtschreibegeln verstehen und vermitteln können.

  8. Mir fällt auf, dass Ihre Meinungsgegnerin umgekehrt auch immer Quellen verlangt und reine Behauptungen ablehnt. Im Prinzip ist das richtig, doch von sich selbst sollte man dasselbe verlangen wie vom anderen. Eine Verweigerung, obendrein noch mit Häme, lässt an echter Gesprächsbereitschaft zweifeln und sorgt in Diskussionen immer wieder für Verärgerung und Misstöne.

  9. Das Dogma »Frauen müssen in der Sprache sichtbarer gemacht werden« beruht auf einer völligen Fehlinterpretation des deutschen Genussystems. Das Standardgenus, als »generisches Maskulinum« von der feministischen Linguistik zum Feindbild Nummer eins auserkoren, war noch nie ein männliches Alleinstellungsmerkmal.
    Neuerdings verdichtet sich der Eindruck, dass es der feministischen Linguistik letzten Endes weniger um Geschlechtergerechtigkeit als um ihren Legitimationsnachweis geht, denn es stehen immerhin Dutzende staatlich finanzierter Lehrstühle auf dem Spiel. Die müssen liefern, sonst droht ihnen möglicherweise die Streichung, daher der geradezu panische Aktionismus. Im Urteil des BVG zum »dritten Geschlecht« ist übrigens nirgendwo von generellen Sprachkorrekturen die Rede. Doch als Vorwand für einen »aus Gerechtigkeitsgründen« angebllich dringend gebotenen Umbau unserer Sprache scheint es hochwillkommen zu sein.

    • “völlige fehlinterpretation” ist eine äußerst geringschätzende sicht auf andere perspektiven, die primär das immanent eigene unverständnis auf äußerst fragwürdige art und weise zum ausdruck bringt.
      die beinahe munter-martialische konstruktion eines “feindbildes”, wird kurzerhand grob verallgemeinert “der feministischen linguistik” untergeschoben und es bleibt die frage, welche autorin bzw. position damit gemeint sein soll. vermutlich wird ein verfasser solcher zeilen lediglich selbst von unterdrückter angst vor machtabgabe inkl. niederträchtig anmutendem neid auf unerreichbare lehrstühle beherrscht.

      • Völlige Fehlinterpretation? Dann interpretieren Sie es doch richtig! Ich warte von feministischer Seite schon lange darauf.
        Namen könnte ich sofort nennen, unterlasse es aber, weil ich die Angelegenheit, im Gegensatz zu Ihnen, nicht auf die persönliche Ebene ziehen will. Im Übrigen verspüre ich in mir weder Machtgehabe noch den geringsten Neid auf “unerreichbare” Lehrstühle. Derartige Projektionen überlasse ich problemlos anderen. “Was wir in Welt und Menschen sehen, ist nur der eigne Widerschein” (Theodor Fontane), es sei denn, wir sind bereit zu Selbstreflexion.

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