Experten meinen: Flüchtlinge sollten ausgewogener auf Schulen verteilt und Lehrer besser auf sie vorbereitet werden

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Junge Flüchtlinge sollen nach Expertenmeinung ausgewogener als bisher auf die Schulen in Deutschland verteilt werden. Seit 2015 hätten die Schulen geschätzt 130.000 jugendliche Flüchtlinge aufgenommen, teilte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) mit.

Flüchtlingskinder sollten nicht nur auf Problemklassen verteilt werden.                    Foto: MaximilianV / flickr / CC BY 2.0

Besonders in Großstädten lernten viele von ihnen an Schulen, an denen mehrheitlich Jugendliche mit Migrationshintergrund und sozialer Benachteiligung unterrichtet würden. Diese Schulen könnten wegen ihrer Erfahrung etwa mit Zuwanderung zwar gute Möglichkeiten bieten, so eine neue SVR-Studie. Doch die Schülerschaft sei hier oft belastet von Konflikten, Schüler zeigten schwache Leistungen, was Flüchtlinge das Lernen erschweren könne.

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Deswegen sollten Vorbereitungs- oder Willkommensklassen, die junge Flüchtlinge zunächst ein bis zwei Jahre besuchen, ausgewogen auf die Schulen innerhalb von Kommunen oder Regionen verteilt werden, raten die Experten. Bei ihrem Übergang in eine Regelklasse sollten Schulen und Behörden auch die soziale, sprachliche und kulturelle Zusammensetzung berücksichtigen. Die Experten lobten Hamburg, wo höchstens vier geflüchtete oder anderweitig neu zugewanderte Jugendliche gemeinsam in einer Regelklasse lernen dürfen.

Viele Flüchtlinge würden im Regelunterricht zudem nicht ausreichend unterstützt. Oft stimmten sich die Lehrkräfte wohl auch untereinander nicht genügend über deren Förderung ab. Bei ihrer Ausbildung sollten Lehrer besser auf kulturelle, sprachliche und soziale Unterschiede bei den Schülern vorbereitet werden. dpa

Debatte: Migrantenkinder sind im Schnitt immer noch schlechter in der Schule – warum eigentlich?

 

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5 KOMMENTARE

  1. Man kann den Artikel auch wie folgt zusammenfassen:

    Gymnasien, nehmt Flüchtlinge auf. Ob die Eurem Unterricht sprachlich oder kognitiv folgen können, spielt keine Rolle.

  2. Für diese Erkenntnis bräuchte man eigentlich keine ‘Experten’. Es genügt Feld-, Wald- und Wiesenlehrern zuzuhören oder sogar den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Aber beides ist halt wahrscheinlich nicht so ‘wertvoll’.

  3. Diese Experten – was das wohl für Leute sein mögen? Na, eben Experten! Nicht nachfragen, sondern endlich spuren ist angesagt, ihr faulen Säcke!

  4. Zuerst wird festgestellt, dass Flüchtlinge häufig in genau den Schulen landen, in denen ohnehin bereits viele Schüler mit vielen Auffälligkeiten und Schwierigkeiten beschult werden…

    … um dann darauf zu verweisen, dass Flüchtlinge im Regelunterricht nicht ausreichend unterstützt würden.

    Wie auch, wenn zu den bereits vorhandenen, nicht ganz leichten Aufgaben weitere hinzu kommen und Lehrkräfte im und außerhalb des Unterrichts alles allein bewältigen sollen.
    Auffangklassen gibt es gar nicht in allen Bundeländern und Regionen und Förderstunden werden nur auf Antrag und nur bei vorhandener Lehrerschaft gewährt. Somit läuft die Alphabetisierung in einer Fremdsprache “nebenher” im Regelunterricht.

    • Genau. Sie bringen das Problem auf den Punkt. Und andererseits kenne ich eine syrische (aramäische) mit Familie nach Deutschland geflüchtete Lehrerin, die weiter zuhause bzw. im endlosen Deutschkurs sitzt. Doch, die könnte man einstellen, auch wenn sie noch kein B2 geschafft hat.

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