GEW fordert mehr Schulsozialarbeit – auch an Gymnasien steigt der Bedarf

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JENA. Die Stärkung von Schulsozialarbeit ist momentan deutschlandweit ein Thema. Beispiel Thüringen: hier arbeiten an den rund 800 staatlichen Schulen nur 271 Sozialarbeiter. Die GEW fordert nun mehr Sozialarbeiter an Thüringens Schulen. Um auf zunehmende soziale Probleme zu reagieren, soll sich Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nach Ansicht der GEW stärker für die Schulsozialarbeit in Thüringen einsetzen.

Individuelle Förderung eines Schülers. Schulsozialarbeiter übernehmen wichtige Funktionen bei der Überwindung von Diskriminierung im Schulbereich. Foto: the U.S. Census Bureau / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)
Individuelle Förderung eines Schülers. Schulsozialarbeiter übernehmen wichtige Funktionen bei der Überwindung von Diskriminierung im Schulbereich. Foto: the U.S. Census Bureau / Wikimedia Commons (Gemeinfrei)

Bislang habe Holter nach ihrer Einschätzung kein besonderes Engagement für die Schulsozialarbeiter und ihre Tätigkeit in den Schulen gezeigt, sagte ein Sprecher des Thüringer Landesverbands des GEW.

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Wenn Holter deshalb in Jena eine Fachtagung zur Schulsozialarbeit eröffne, um auf diesem Feld wirklich Dinge anzustoßen, «dann würden wir das sehr begrüßen», sagte der Gewerkschaftssprecher. Thüringen brauche viel mehr Schulsozialarbeiter, die zudem unbefristet beim Land angestellt werden müssten.

Nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums gibt es derzeit 271 Schulsozialarbeiter – sie sind an 273 Schulen im Einsatz, vor allem an Regelschulen (145) und Grundschulen (38). Dagegen gibt es nur an acht Gymnasien in Thüringen Schulsozialarbeiter. Insgesamt gibt es etwa 800 Schulen im Land.

Vier bis sechs Mal so viele Schulsozialarbeiter sind nach Ansicht der GEW nötig. Jede Schule brauche mindestens einen Schulsozialarbeiter, größere Schulen oder Einrichtungen in sozialen Brennpunkten bräuchten sogar zwei oder drei Schulsozialarbeiter, sagte der GEW-Sprecher. Auch an Gymnasien gebe es zunehmend Bedarf.

Bildungsminister Holter erklärte, dass die Schulsozialarbeit zu einem spannungsfreien Miteinander in den Schulen beitrage. Deshalb habe Thüringen sie in den vergangenen Jahren zielstrebig ausgebaut. Mit dem im Januar verabschiedeten Doppelhaushalt stünden allein in diesem Jahr Finanzmittel von mehr als 11 Millionen Euro für das Landesprogramm Schulsozialarbeit zur Verfügung, sagte er. «Das ist über eine Million Euro mehr als noch zu Beginn des Programms vor fünf Jahren.»

Die GEW fordert, die Schulsozialarbeiter in Thüringen nicht über ein Landesprogramm, sondern direkt beim Freistaat anzustellen. Das werde zu besseren Einkommen bei ihnen und zu mehr Planungssicherheit bei den Beschäftigten und den Schulen im Land führen. Nach Angaben des Bildungsministeriums läuft das Programm Schulsozialarbeit jedoch auch jetzt schon unbefristet. Die entsprechenden Richtlinien müssen zwar alle drei Jahre angepasst werden, das habe aber keine Auswirkung auf das eigentliche Programm. dpa

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