Holter erteilt einheitlicher Bezahlung von Lehrern Absage – vorerst jedenfalls

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ERFURT. Thüringer Lehrer verdienen unterschiedlich viel Geld. Ihr Einkommen hängt maßgeblich davon ab, an welcher Schule sie unterrichten. Daran wird sich trotz anderslautender Forderungen von Gewerkschaftern auch so schnell nichts ändern.

Holter hält nichts von A13 für alle.                             Foto: By Martin Kraft (Own work) CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons

Ein gleiches Einstiegsgehalt für Thüringer Lehrer ist nach Angaben von Bildungsminister Helmut Holter (Linke) auf die Schnelle nicht umzusetzen. Politisch könne er die Forderung zwar nachvollziehen, dass alle direkt mit der Entgeltstufe 13 besoldet werden sollten, sagte Holter bei einer Kundgebung der Bildungsgewerkschaft GEW vor dem Landtag.

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Die Lehrer selbst hätten aber vor wenigen Monaten zugestimmt, dass die Gehälter von Thüringer Regelschullehrern zunächst über die Zwischenstufe A12-plus angehoben würden. Auch der Doppelhaushalt des Freistaats für die Jahre 2018 und 2019 sei auf diese Vereinbarung hin aufgebaut worden. Das lasse sich nicht einfach so ändern. Deshalb werde eine flächendeckende Einführung der Entgeltstufe 13 in Thüringen für Pädagogen auf die Schnelle nicht zu machen sein, sagte Holter.

Die GEW hatte auf der Kundgebung gefordert, alle Thüringer Lehrer – unabhängig davon, an welcher Schulform sie unterrichten – mit der Entgeltstufe 13 des entsprechenden Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes zu bezahlen. Andernfalls sei der Schuldienst in Thüringen für viele Nachwuchslehrer nicht attraktiv, weil in vielen anderen Bundesländern nach der Stufe 13 bezahlt werde, hieß es. In Thüringen werden Grundschullehrer in der Regel in die Stufe 12 des entsprechenden Tarifvertrags eingruppiert, Gymnasiallehrer beispielsweise aber in der Regel in die Stufe 13. Zwischen diesen beiden Entgeltgruppen beträgt der Einkommensunterschied derzeit etwa 360 Euro brutto pro Monat in der niedrigsten Erfahrungsstufe.

Unter anderem der stellvertretende Landesvorsitzender der GEW Thüringen, Gunter Zeuke, hatte auf der Kundgebung der Gewerkschaft erklärt, zwar sei mehr Geld für die Thüringer Lehrer und im Bildungsbereich nicht alles, «aber im Wettbewerb um die Lehrer, die unseren Nachwuchs unterrichten sollen, doch eine ganze Menge». Auch wenn die Menge des im Landeshaushalt verfügbaren Geldes endlich sei, müsse viel mehr Geld in die Bildung gesteckt werden. dpa

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