In Bayern nur kleiner Teil von Kindern auf Hartz IV angewiesen

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NÜRNBERG. Ihre Eltern sind arbeitslos oder verdienen nicht genug – rund 155.000 Kinder und Jugendliche in Bayern sind auf Hartz-IV angewiesen. Dass dieses Schicksal bayerische Kinder seltener trifft als ihre Altersgenossen anderswo, ist für sie nur ein kleiner Trost.

Kinderarmut – auch in Deutschland ein Thema.                                              Foto: oana mya / flickr / CC BY 2.0

Anders als in den meisten anderen Bundesländern ist in Bayern nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Kinder und Jugendlichen auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Von den unter 18-Jährigen erhielten in Bayern Mitte vergangenen Jahres lediglich 6,8 Prozent staatliche Unterstützung von den Jobcentern, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hervorgeht.

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Mit dieser vergleichsweise niedrigen Betreuungsquote der unter 18-Jährigen liege Bayern deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 14,8 Prozent. Allerdings habe auch hier die Zahl der Hartz-IV-Bezieher unter Kindern und Jugendlichen zuletzt zugenommen: Mit 155.200 gab es im Juni 2017 im Bayern 6,9 Prozent mehr junge Leute im Hartz-IV-Bezug als Mitte 2016. Grund sei die starke Flüchtlingszuwanderung in den Jahren 2015 und 2016.

Die Bundesagentur führt den starken Anstieg im Wesentlichen auf die wachsende Zahl ausländischer Familien zurück, die von Jobcentern betreut werden und die von Arbeitslosengeld II leben müssen. Bundesweit hatten im Juni des Vorjahres 583.600 Kinder und Jugendliche (unter 18) ausländischer Eltern Leistungen von den Jobcentern bezogen, weil Vater oder Mutter arbeitslos waren oder ihr Arbeitslohn nicht ausreichte, um die Familie ausreichend zu versorgen.

Eine große Rolle spiele hierbei die wachsende Zahl von Flüchtlingen, machte ein Bundesagentur-Sprecher deutlich. Fänden sie nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens nicht gleich eine Arbeit, müssten in der Regel die Jobcenter für deren Lebensunterhalt aufkommen. Zwar gibt es auch hierzu keine aktuellen Zahlen für Bayern. Bundesweite Statistiken zeigen jedoch, dass vor allem hilfebedürftige syrische, afghanische und irakische Familien zu dem Anstieg in Bayern wesentlich beigetragen haben dürften. dpa

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