Landes-Ausbildungsbündnis will mehr Schüler von Berufsausbildung überzeugen

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STUTTGART. Viele Schüler gehen lieber weiter zur Schule, als sich für eine Ausbildung zu entscheiden, hat eine Studie ergeben. Das wollen Politik und Wirtschaft in Baden-Württemberg nun ändern.

Mit einer Ausbildung genau so erfolgreich wie mit Studium?           Foto: Arbeitgeberverband Gesamtmetall / flickr / CC BY 2.0

Schüler in Baden-Württemberg sollen künftig früher und gezielter bei der Berufswahl unterstützt und damit auch stärker für Ausbildungsberufe begeistert werden. Darauf hat sich nun das sogenannte Ausbildungsbündnis des Landes geeinigt, zu dem neben diversen Ministerien auch Arbeitsagentur, Kommunen, Kammern, Verbände und Gewerkschaften gehören.

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«Eine betriebliche Ausbildung bietet sehr gute Entwicklungs- und Einkommenschancen und unser Berufsspektrum ist außerordentlich groß und vielfältig», betonte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). «Das müssen die Jugendlichen schon in den Schulen erfahren und erleben.»

Wichtig ist dem Bündnis vor allem, dass die Schüler eine berufliche Ausbildung im Vergleich zu einem Studium als gleichwertige Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben ansehen. Unter dem Dach des neuen «Landeskonzepts Berufliche Orientierung» sollen deshalb bestehende Angebote besser aufeinander abgestimmt und das Thema Berufswahl verbindlich im Unterricht integriert werden, wie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) erläuterte. Zusammen mit Berufsberatern sollen Lehrer für jede Schule spezielle Konzepte erarbeiten.

Das Bündnis hatte an gut 200 Haupt-, Werkreal- und Realschulen in ausgewählten Regionen untersuchen lassen, was die Schüler nach dem Abschluss dort machen. Ergebnis: Im Schnitt nur 28 Prozent beginnen direkt eine Berufsausbildung. 44 Prozent hingegen wechseln auf eine berufliche Schule. Gut 74.650 junge Menschen hatten im vergangenen Herbst in Baden-Württemberg insgesamt eine Ausbildung angetreten, ein paar hundert oder knapp ein Prozent mehr als im Jahr davor.

Die oppositionelle SPD begrüßte den Ausbau der Berufsorientierung zwar, verwies aber auf Schwierigkeiten durch zu hohen Unterrichtsausfall. Der Ansatz könne nur dort funktionieren, wo Schulen nicht schon mit dem Pflichtunterricht überlastet seien. dpa

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