Religionslehrer beraten mit Bischöfen über Zukunft des Unterrichts

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ERFURT. In den Zeugnissen Tausender Thüringer Schüler fehlten zuletzt Noten wegen Lehrermangels. Deshalb gab es für einige Schüler auch im Fach Religion keine Bewertung. Die beiden großen christlichen Kirchen im Land diskutieren nun Lösungsideen.

Mit Religion lässt sich keine Misshandlung von Kindern begründen . Foto: dev null / Flickr (CC BY-SA 2.0)
Religiöse Erziehung hat für viele Menschen einen wichtigen Stellenwert.           Foto: dev null / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Wie mit dem Mangel an Religionslehrern umgegangen werden kann, darüber diskutieren Fachlehrer in Erfurt. Zu dem Ökumenischen Religionslehrertag der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) haben sich nach Veranstalterangaben rund 120 Lehrer für evangelischen und katholischen Unterricht angemeldet. Auch die Bischöfe der großen christlichen Kirchen Thüringens, die EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann und das Oberhaupt des katholischen Bistums Erfurt, Bischof Ulrich Neymeyr, werden erwartet.

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Dabei werde es auch um eine Annäherung zwischen den beiden großen christlichen Kirchen in Thüringen gehen. Diese könne später eventuell einen regulären gemeinsamen Unterricht von protestantischen und katholischen Schülern ermöglichen, sagte Ekkehard Steinhäuser, Direktor des Pädagogisch-Theologische Instituts der EKM.

Auch solle darüber diskutiert werden, wie der Religionsunterricht in konfessionsgemischten Lehrgruppen zu gestalten sei. Solche Gruppen kommen zustande, wenn es nur wenige katholische, aber viele protestantische Schüler gibt – oder umgekehrt.

«Religionsunterricht ist grundgesetzlich geschützt, auch wenn das Geld, oder die Lehrer knapp werden, lässt sich das nicht einfach ändern», betonte Steinhäuser. Auch deshalb sei es zunächst auch Aufgabe des Staates, mehr Lehrer an die Schulen zu holen. Schon jetzt stellten die Kirchen mancherorts etwa Pfarrer für den Unterricht zur Verfügung.

Wie viele Lehrer genau fehlten, sei schwierig zu sagen. An Gymnasien sei das Angebot konstant, heißt es von der EKM. Vor allem an Förder- und Berufsschulen gebe es Lücken. Auch das Bildungsministerium spricht beim Religionsunterricht von einem Mangelfach.

Im aktuellen Schuljahr besuchen nach Angaben des Bildungsministeriums von rund 242.000 Schülern etwa 62 200 einen christlichen Religionsunterricht. Mit fast 50.000 nimmt die Überzahl am evangelischen Religionsunterricht teil. Auf sie kommen nach EKM-Angaben rund 600 Lehrer. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Ich hätte da einen ganz einfachen Vorschlag: Religionsunterricht abschaffen, die Stundentafel mit nützlichen Fächern auffüllen.

    • Und was ist dann mit dem Ethikunterricht, der vielfach an die Stelle tritt? Auch abschaffen?
      Theoretisch gäbe es zwei Möglichkeiten:
      1. eine Grundgesetzänderung, weil der Religionsunterricht in Art. 7 GG steht,
      2. alle staatlichen Schulen könnten zu “bekenntnisfreien Schulen” erklärt werden. Für diesen Fall sieht das GG eine Ausnahme vor.
      Tatsächlich scheint es aber diese staatlichen bekenntnisfreien Schulen gar nicht zu geben. Die Religionslobbyisten haben das offenbar erfolgreich verhindert.

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