Studie: Digitale Medien im Lehramtsstudium zu oft kein Muss

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Für zu viele angehende Lehrer ist einer Studie zufolge der Erwerb digitaler Medienkompetenzen noch immer nicht verpflichtend. Eine Befragung von bundesweit 63 Hochschulen für den «Monitor Lehrerbildung» zeige, dass die meisten Lehramtsstudenten ihr Studium erfolgreich abschließen könnten, ohne sich mit digitalen Medien und ihrem sinnvollen Einsatz als Unterrichtswerkzeug beschäftigt zu haben, teilte das Centrum für Hochschulentwicklung jetzt mit.

Digitale Medien können eine hilfreiche Unterstützung sein.                                           Foto: Marco Verch / flickr / CC BY 2.0

An den meisten Hochschulen gebe es nur in einzelnen Studienfächern Pflichtkurse zu dem Thema, nicht jedoch schulform- oder fächerübergreifend. In Lehramtsstudiengängen für das Gymnasium sehen demnach beispielsweise lediglich sieben von insgesamt 60 Hochschulen in allen Fächern verpflichtende Lehrveranstaltungen zum Einsatz digitaler Medien vor. Zur medienpädagogischen Grundbildung aller Lehrer, wie sie in einer zunehmend digitaler werdenden Gesellschaft notwendig sei, sei es damit noch ein weiter Weg, kritisieren die Bildungsforscher.

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Damit deutsche Schulen beim Thema Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren, hatte sich die Kultusministerkonferenz Ende 2016 darauf verständigt, bis 2021 allen Schülern Zugang zum Internet und einer digitalen Lernumgebung zu ermöglichen. Damit eine solche technische Ausstattung auch lernförderlich wirke, brauche es geschulte Lehrkräfte. Die Studienautoren sehen dabei auch die Bundesländer in der Pflicht, den Hochschulen strengere Vorgaben zu machen als bislang. dpa

Digitalisierung: Aktionsrat Bildung fordert Pflicht-Fortbildungen für alle Lehrer – und Systembetreuer für jede Schule

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2 KOMMENTARE

  1. Solange die ADD in unserem Bundesland nicht mal gescheite Fortbildungen zum Einsatz digitaler Medien anbieten lässt, finde ich es nicht so drastisch, dass die Studenten keine Pflichtkurse besuchen müssen.

  2. An den Hochschulen machen solche Kurse kaum Sinn, weil eine vergleichbare Hard- und Software erstens nicht an jeder Schule verfügbar ist und zweitens nach Ende des Referendariats hoffnungslos veraltet sein wird. Man könnte allerdings den Studenten die vielfach vorhandene Angst vor solchen Apparaten nehmen. Wie man das im Rahmen einer Hochschulveranstaltung machen soll, weiß ich nicht, am Ehesten im Rahmen der Schulpraktika, vorausgesetzt man kommt an eine entsprechend ausgestattete Schule mit ebenfalls entsprechend motiviertem Personal.

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