Wie eine praxisferne Brave-Kinder-Pädagogik und eine Schulverwaltung im gemütlichen Innendienst die Lehrer gängeln

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BERLIN. Die Belastung von Lehrerinnen und Lehrern durch ständiges Multitasking, permanente Aufmerksamkeit, Konfliktregelung hier, Motivierung dort ist mehrfach höher als in irgendeinem Verwaltungsjob. Sie wird von der Öffentlichkeit massiv unterschätzt und – vielleich noch schlimmer – von einer Erziehungswissenschaft im Elfenbeinturm und einer Schulverwaltung fernab von der Front im Klassenzimmer übersehen. Das meint jedenfalls unser Gastautor Prof. em. Rainer Dollase in seinem folgenden Kommentar. 

Wer oben läuft, spürt weniger Druck. Illustration: Shutterstock

Die Schulwirklichkeit und die Etepetete-Gesellschaft

Frühsommer 1954, Duisburg-Meiderich, Schule an der von der Mark Strasse, der Volksschulrektor und spätere Hauptschulrektor Helmuth D. kommt mit einer geschwollenen Lippe nach Hause. Ein Vater hatte ihn angeboxt – der fand es ungerecht, wie man seinen Sohn bestraft hatte. Eine Ohrfeige vom Rektor. Sohnemann hatte dem Sohn vom Fahrsteiger (für Praxisferne: was „Höheres“)  ein Tintenfass auf den Janker geleert. Klarer Fall von Klassenkampf – hier Bergmannssohn dort Fahrsteigersohn. Und der Rektor hält mit dem Fahrsteigersohn. Also Boxkampf. Nun – Helmuth D. hatte während seines Lehramtsstudiums an der Hochschule für Lehrerbildung in Dortmund (vor dem Weltkrieg II) Boxen als Fach belegt und hatte den Angreifer in großzügiger Auslegung des Rechts auf Notwehr auf die Bretter geschickt. Was einen als Sohn zwar freute – aber doch verunsicherte. Wollte ich wirklich diesen Beruf später ergreifen? In dem körperliche Attacken aufgebrachter Eltern ( ja und auch Schüler) möglich sind?

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Die Attacken waren und sind ja immer noch üblich – gut, dass der VBE vor kurzem mal eine Umfrage dazu gemacht hat. Danach übrigens kamen auch verschiedene andere Berufe mit Statistiken über körperliche und verbale Attacken heraus – Ärzte wurden im vergangenen Jahr pro Tag 288mal körperlich attackiert und 2600 mal beleidigt, 92 Prozent der Pfleger wurden im Einsatz schon mal angepöbelt, Sonderpädagogen und Heilerziehungspfleger schon mal gebissen, Alten- und Krankenpfleger regelmäßig angekotzt und vollgekotet, 7488 mal gab es im Jahre 2016 Widerstandshandlungen gegen Polizisten – tja, und über unsere SoldatInnen wollen wir besser nicht reden – bei ihnen gehört der Einsatz des Lebens zur Hauptaufgabe.

Gewalt – sie gab es ja schon immer und auch anderswo. In alten Quellen liest man: „Im Bundesstaat Illinois berichtet die ‚allgemeine deutsche Lehrer Zeitung‘ 1889, „setzte sich ein Junge, den seine Lehrerin züchtigen wollte, zur Wehr. Er warf die Frau zu Boden und trampelte auf ihr herum. Die Lehrerin erlitt einen Blutsturz und starb nach 5 Minuten“. Soweit zur Situation in der „guten alten Zeit“.

Kurz: die Realität ist und war hart, schonungslos, sie erfordert stabile Charaktere, interaktiv geschulte Profis, eine harte Lebensphilosophie, Aufopferung für den job  – auf den Uni und Referendariat vorbereiten könnten. Tun sie aber nicht. Die Schulpraxis wird stattdessen regiert von einer praxisfernen Etepetete Kaste, die sich bestens mit PC, Kaffeeautomat, Sitzungsbrötchen, Geschäftsordnungen, Paragraphen, rückenschonenden Sesseln, Umlaufmappen, mails und Besserwisser Sprech auskennt – und dafür auch noch besser bezahlt wird.  Ausgerechnet diese Schreibtischmenschen, auch schon mal „powerpoint Prekariat“ genannt – die die Praxis eigentlich hassen wie die Pest – versuchen sich als Erlöser – und produzieren blasse, administrativ – juristische Mätzchen, die in der Praxis nicht helfen. Sie kennen die Praxis nur aus den Berichten über die Praxis – sie haben sie selber nie besucht und vor allem, sind selber nie daran gescheitert.

Zu den Fakten:

  1. Die Unterschätzung der Belastung unserer Lehrkräfte:

Nicht nur ich würde einen Tag mit 4 Stunden gut vorbereiteten Unterrichts an einer belasteten Schule (realer Fall: rund 230 SchülerInnen, 84% Migrationshintergrund, 175 Familien, die „Bildung und Teilhabe“ berechtigt sind, 49 Kinder AOSF – Inklusionskinder – und 51 Flüchtlingskinder, davon 10 traumatisiert, in 70 Fällen sind die Eltern getrennt,) gerne gegen 2 volle Büroarbeitstage (je 8 Stunden) tauschen. Insbesondere an Unis, Ministerien, in Redaktionsstuben, Organisationen, Ämtern – oder bei Qualitätsinspektion und Organisationsentwicklung.

Grund: die Belastung unserer Lehrkräfte durch permanentes Multitasking, permanente Aufmerksamkeit, Konfliktregelung, Motivierung ist mehrfach höher als in irgendeinem Verwaltungsjob. Sie wird von der Öffentlichkeit massiv unterschätzt, obwohl der Aktionsrat Bildung schon 2014 belegt hat, dass nur die Lehrberufe unter massivem Stress leiden – mehr noch als Krankenschwestern und -pfleger.

Die öffentliche Kommunikation darüber ist allerdings gestört (auch die empirischen Studien bessern da nichts) – Lehrer sein kann in Villenvierteln genauso leicht und angenehm sein, wie Arbeit im Büro. Es kommt in der Tat auf Schulform und Einzugsbereich an. Auch ein Grund, warum alle aufs Gymnasium wollen. Und auch dadurch: Praktiker leugnen die Belastung – um ihr öffentliches Image als Faulenzer nicht noch weiter zu verschlechtern. In Paris – so meine Bekannten dort – haben Lehrkräfte auch mittwochs frei – unterrichten also Montag und Dienstag sowie Donnerstag und Freitag. Sie beaufsichtigen aber nicht den Ganztag …

Auch durchaus erfolgreiche Praktiker streben nach Innendienst, nach einem Sitz auf der Zuschauertribüne, damit sie die Akteure, die für die Gesellschaft die Drecksarbeit machen, auch noch beschämen und mit ihren praxisfernen Waldorf und Stadler Phrasen (die kennen sie aus der Muppet-Show) schurigeln können.

Wie hängt der Punkt mit der Gewalt zusammen? Gewalt und Stress ist wegen der sozialräumlichen Polarisierung unregelmäßig auf einzelne Schulen verteilt – eine flexible, schnelle und passgenaue Reaktion mit Zusatzstellen für Lehrkräfte, multiprofessionellem Personal und außerschulischen Hilfen ist wichtig. Das fordern ja mittlerweile alle, die Praxis kennen.

  1. Die Unterschätzung der Probleme der Praxis durch eine praxisferne Erziehungswissenschaft und Schulaufsicht:

Neulich war zu hören, dass unsere Lehrkräfte „so schlecht“ seien, dass sie mit den Gewaltausbrüchen egomanischer Schüler und Eltern nicht zurechtkämen.  Sie müssten strenger ausgelesen werden – vermutlich aufgrund der Fähigkeit, geschwurbelte Texte aus der Pädagogik im Sinne der Textautoren zu interpretieren. Das ist ein neuer Tiefpunkt wissenschaftlicher Verantwortungslosigkeit – wir sollten lieber testen, ob Lehrerausbildner und Profs in Unis und Seminaren wirklich auch schwierige Unterrichtssituationen aus dem Stand bewältigen können – da fallen viele völlig raus, die ihr Gesicht gerne vor die TV Kamera halten und Klugreden über den guten Unterricht halten.

Nein – Machen ist gefragt, richtige und wirksame Handlungen – nicht richtige Texte. Mit Text wird keine komplexer gewordene Realität bewältigt – für die erste und zweite Phase gilt „Vormachen – Nachmachen“. Und für die Qualitätsinspektion auch: die Inspektoren machen den guten Unterricht aus dem Stand vor… Und erst recht für ProfessorInnen: jede Woche 1 Tag Arbeit in einer belasteten Schule s.o. (nicht im Pädagogik-Leistungskurs des örtlichen Ratsgymnasiums).

Die höheren Besoldungsgruppen für das Servicepersonal, das für die Bearbeitung der wirklichen Probleme in unseren Schulen nichts wirklich durchgreifendes leistet, also Bildungsadministration, Qualitätsinspektion oder -analyse, Einführung in die pädagogische Textanalyse (statt in die Bewältigung der Realität) wie in Uni und Referendariat üblich, kurz: die all das Gute, was sie predigen, nicht begeisternd vormachen können – sind das falsche Signal für die Zukunft. In der Industrie 4.0. geht es den Büromenschen an den Kragen – pädagogische Handlungsforschung wird in der Schulwirklichkeit gemacht, pädagogische Schlussfolgerungen und moralische Maximen werden von jenen, die sie für gut halten, erst einmal vorgemacht. Kein Lehrerausbildner und Qualitätsinspektor weigert sich, den guten Unterricht sofort und überall vorzumachen. Das geht nicht? Doch – die Medizin macht es vor.

Es geht auch wirklich ganz einfach: Jedem Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft werden verantwortlich – sagen wir – 5 Problemschulen als Universitätsschulen zugeordnet.

Was hat dieser Punkt mit Gewalt an der Schule zu tun? Nun – ein Leitungs- und Wissenschaftspersonal, dass die dunklen Seiten des Lehrerberufs genau und aktuell kennt, weil es selbst regelmäßig eigenverantwortlich in dieser schwierigen Praxis steckt, erfindet nicht nur Brave-Kinder-Pädagogik – sondern auch eine realistische Pädagogik. Illusionäre Konzepte aus Reform- und Alt-68er-Pädagogik verschwinden da schnell. Gemeinsames Lernen wird keine Erlösungsformel sein, Disziplin kein No Go sein, sondern die erste Pflicht für Schüler und Lehrkräfte.

  1. Die Unterschätzung der zerstörerischen Wirkung von Narzissmus, Ego Dominanz, hierarchischem Selbstkonzept und Co.

Das „Ich-Zeitalter“ kommt in die Jahre – weltweit deutete sich schon vor einige Jahrzehnten an, dass der moderne Mensch sich ein gewaltiges, leicht zu irritierendes Selbst zugelegt hat – und aggressiv bis pampig reagiert, wenn er sich im Unrecht fühlt. Zur Freude der Anwälte. Um Gewalt zu verstehen, muss man wissen, (1) dass der Mensch früher wie heute Gewalt ausübt, um etwas zu erreichen, besser zu sein als andere und vor allem Recht zu behalten, gewinnen zu können etc. Andere sollen sich dem größten Individuum aller Zeiten stets unterordnen. Oder aber (2) – er fühlt sich beleidigt, nicht gewürdigt, nicht respektiert, nicht anerkannt. Narzissten und Co. möchten keine Regeln, keine Autoritäten, keine schlechten Noten – alles wird als narzissische Kränkung abgespeichert und führt zu Aggression  a la „Michael Kohlhaas“. Der casus belli liegt vor und nur noch blinde Verteidigungswut des beleidigten Selbst ist angesagt.

Schule kann demütigen. Volker Krumm hat schon vor Jahren darauf durch Untersuchungen hingewiesen – Schüler und Eltern fühlen sich oft gedemütigt oder ungerecht behandelt. Ein premium Anlass für Aggression.

Vor allen Dingen deshalb, weil Schulabschlüsse in unserer Gesellschaft den persönlichen Wert nicht nur des Kindes sondern auch der Eltern stabilisieren. Auch renitente und aggressive Eltern sind Folgen der Etepetete-Gesellschaft: verzärtelte Sensibelchen, die schon durch Kinkerlitzchen beleidigt werden (typisch „ Was guckst Du?“ als Beleidigungsanlass).

Sicher – wir könnten was gegen das Beleidigtsein tun. Alle weichen Verfahren und Kriterien für die Notenvergabe (z. B. mündliche Mitarbeit, Beurteilung des Auftretens bei einer Präsentation) abschaffen und nur standardisierte Testverfahren oder schriftliche Arbeiten (wie in Finnland, wo Lehrkräfte sehr angesehen sind) als Grundlage von Noten nehmen. Gegen evidente Minderleistung ist schwer anzugehen – aber leichter ist es schon, wenn man vermuten darf, das Sympathie oder Antipathie, oder gar nicht verstehbare Kriterien hinter der Notenvergabe stecken.

Oder – wir denken mal darüber nach, was renitente Eltern für die Schule tun können, um die Disziplin in der Schule  zu sichern. Und befreien die Meckerei aus dem sicheren Versteck des „bequemen Selbst“ des „ich bin da ja nicht für zuständig“. Wenn Disziplin  nicht gelingt – muss man die Eltern auch mal mit den Konsequenzen konfrontieren (z. B. öfter von der Möglichkeit Gebrauch machen, Kinder nach Hause zu schicken). Alles muss vorher – wie die Regeln eines Fußballspiels – vereinbart werden. Vor allem bei Eltern, die in ihren Heimatländern Schule als Befehlsempfänger für Elternmacht empfunden haben – es sei denn, sie strafen drakonisch. Ja – und Gesetze kann man auch jederzeit ändern, notfalls muss man die Schulpflicht in ein Recht auf Schule umwandeln.

Und dann der Unterricht – der stinklangweilige Arbeitsblattunterricht, der Verlust von Enthusiasmus, das quasi-Verbot für Lehrkräfte im Frontalunterricht die Schüler zu motivieren – muss sofort geändert werden. Von der Etepetete Kaste, die die administrative Zurichtung ihres Gehirns mangels eigener Praxis nicht mehr in Frage stellen kann – kann man bald schon nicht mehr erwarten, dass sie in der interaktiven Unterrichtskunst einen Weg sieht. Gehen die Schüler gerne zur Schule, lernen sie viel und schnell – dann wird auch der Umgang mit Schülern und Eltern leichter.

Wie ging der Eingangsfall vom Frühsommer 1954 weiter? Nein – kein Formular ausgefüllt, kein Telefonat mit der Schulrätin, kein Gerichtsverfahren. Der Vater (nach genauer Kenntnisnahme des Vorfalls) kam mit einer Flasche Dujardin zum Rektor – nach ungefähr der Hälfte der Pulle entdeckten beide ihre Sympathie füreinander. Das Ende war dann schon sehr fröhlich. Nun – so geht das ja heute nicht – nein – davon können wir nur abraten ….das wäre ja hoffnungslos „old school“.

Der Autor
Der Psychologie-Professor Rainer Dollase gehört zu den renommiertesten Bildungswissenschaftlern in Deutschland. Foto: privat
Der Psychologie-Professor Rainer Dollase gehört zu den renommiertesten Bildungswissenschaftlern in Deutschland. Foto: privat

Dr. Rainer Dollase war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2008 Professor in der Abteilung Psychologie und am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Die Vorschulerziehung stellte dabei einen seiner Arbeits- und Veröffentlichungsschwerpunkte dar. Später hat er sich einen Namen in der G8/G9-Debatte gemacht – als wortgewaltiger Gegner des Turbo-Abiturs. Dollase war Mitglied des Teams „Schule und Kultur“ der nordrhein-westfälischen CDU im Vorfeld der Landtagswahl im Mai.

Bildung kann es ohne Disziplin, Anstrengung und Fleiß nicht geben – doch wenn Schüler scheitern, ist der Lehrer schuld

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80 KOMMENTARE

  1. Auch hier: Ganz herzlichen Dank an Herrn Dollase für den Beitrag – und an N4t für die Veröffentlichung.

    • Meine persönliche Lieblingspassage:
      “[…] der stinklangweilige Arbeitsblattunterricht, der Verlust von Enthusiasmus, das quasi-Verbot für Lehrkräfte im Frontalunterricht die Schüler zu motivieren – muss sofort geändert werden.
      Von der Etepetete Kaste, die die administrative Zurichtung ihres Gehirns mangels eigener Praxis nicht mehr in Frage stellen kann – kann man bald schon nicht mehr erwarten, dass sie in der interaktiven Unterrichtskunst einen Weg sieht.”

  2. Danke für diesen Artikel und danke für die Ermutigung, Herr Dollase.

    Mir gefällt diese Passage sehr gut: “Die Schulpraxis wird stattdessen regiert von einer praxisfernen Etepetete Kaste, die sich bestens mit PC, Kaffeeautomat, Sitzungsbrötchen, Geschäftsordnungen, Paragraphen, rückenschonenden Sesseln, Umlaufmappen, mails und Besserwisser Sprech auskennt – und dafür auch noch besser bezahlt wird. Ausgerechnet diese Schreibtischmenschen, auch schon mal „powerpoint Prekariat“ genannt – die die Praxis eigentlich hassen wie die Pest – versuchen sich als Erlöser – und produzieren blasse, administrativ – juristische Mätzchen, die in der Praxis nicht helfen.”

    Aber vieles andere auch!

        • Ich habe auf der ganzen langen Liste exakt zwei nicht-deutsche Namen gelesen: eine Ausbildungsbeauftragte für Türkisch und der Hausmeister. 😀

      • Sind die aufgeführten Personen alles Lehrer. Warum unterrichten die nicht zusätzlich einmal pro Woche Fächer an den örtlichen Schulen, damit der Praxisbezug wieder hergestellt wird ?

        • Sie haben einfach andere Aufgaben, die stehen doch mit drin, z.B. Weiterbildung, Innovationsförderung, Kompetenzzentrum für Interkulturalität, Suchtprävention usw. Die Titel stehen nicht drin, aber sicher gibt es mehr und mehr Dipl.-Pädagogen und Dipl-Psychologen (analog mit B.A./M.A.), die gar nicht unterrichten dürfen. Die letzteren sind dann für die Tests und die Evaluationen zuständig.

  3. Passt dazu, dass im Rahmen von “Schule und Gesundheit” ernsthaft erörtert, fuer das betreffende Schulamt Massagen während der Dienstzeit fuer das Schulamt personal anzubieten???????

  4. Das Angebot richtet sich nicht an Lehrkräfte. Sorry. Die müssen sich eigenaktiv darum kümmern, gesund zu bleiben und haben das außerhalb der Dienstzeit zu erledigen. Wo kämen wir denn sonst hin.

  5. Danke für diesen mitreißenden Artikel.
    Vieles an der Methodik kennt man aus der eigenen Schulzeit.
    Endlich keine stinklangweiligen Arbeitsblätter mehr im selbsterforschenden Lernen und der direkte, interaktive und erfrischend emotionale direkte Bezug zum Lehrer im interaktiven Frontalunterricht als Mittel. Das wäre ein Anfang.

    Und richtig, in meinem beruflichen Umfeld der Medizin müssen sich die Professoren in der Praxis bewähren.
    Und am meisten lernt man von den guten Praktikern unter diesen, die neue Methoden wissenschaftlich evident begleitend einführen.
    Hinzu kommt die überregionale Zusammenarbeit europäischer Zentren und mit dem außereuropäischen Ausland, die an Projekten wissenschaftlich zusammenarbeiten.
    Es existiert ein regelrechter Wettbewerb um effektive und evidente Methoden.Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind jedem zugänglich. Außerdem sind wir gezwungen uns ständig weiterzubilden und dieses nachzuweisen.

    Unter diesen Bedingungen wäre es in der Schulpädagogik ganz schnell aus mit den praxisfernen und wenig erfolgreichen Methoden der Neo-Reformpädagogik der 68er Pädagogik, die weder den Lehrern , noch den Schülern evident hilft, geschweige davon, dass sich effeftive Lernerfolge der Risikogruppen damit erzielen lassen.
    Die dürftigen Ergebnisse der Vergleichsstudien bestätigen diesen Trend einer Praxisferne in den Hochschulen und der Schuladministration.
    Warum versetzt man diese Leute einfach einmal wöchentlich in den Unterricht einer Schule mit vielen Risikokindern und einem hohen Anteil an Inklusion, damit diese einen Geschmack von der selbstgeschaffenen Realität erhalten. Dort können diese dann ihre Ideen auf ihre Wirksamkeit und Praktikabilität untersuchen und auf deren Erfolg testen.
    Dann wird diesen Damen und Herren auch klar, dass man ohne eine antrainierte Disziplin der Schüler, im gegenseitigen Respekt vom ersten Schultag an, nicht auskommt.
    Dazu könnten auch die angesprochenen Maßnahmen zählen.

    Danke noch einmal für den Artikel Herr Dollase.

  6. Wo bleiben die ätzenden Stimmen zu Frontalunterricht, die da lauten “antiquiert, überholt, langweilig, dozierend, öde, bequem für Lehrer” usw.
    Wo sind die höhnischen Bemerkungen “ach ja, die gute alte Zeit” oder “ja klar, früher war alles besser”!?
    Ich danke Ihnen, Herr Dollase, dass Sie in Ihrem Artikel auch ein wenig Rückbesinnung betreiben und Stärken der Erziehung und des des Unterrichts vor Jahrzehnten erwähnen.
    Wer diese Jahre noch als junge Lehrerin miterlebt hat und auch die Zeit 40 Jahre später, kann nur mit dem Kopf schütteln über so viel Ignoranz gegenüber Altbewährtem und so viel blinder Gläubigkeit an alles, was als neu und modern gilt.
    Diese Fortschrittsgläubigkeit ist für jemanden, der beide Zeiten bis (auf die letzten 6 Jahre) miterlebt hat, manchmal unerträglich. Es werden Horrorbilder von früher gemalt, bei denen ich mich frage, woher sie kommen.
    Werden sie bereits auf der Hochschule vermittelt, um die angehenden Lehrer zu missionarischen Eiferern und stolzen Kämpfern für alles, was neu auf dem Markt kommt, zu machen? Zu quasi willigen Werkzeugen einer rasant wachsenden Schar von besserwissenden “Experten”, die Betätigungsfelder brauchen und immer neue, revolutionäre Reformvorschläge verkaufen wollen?

  7. Warum werden an dieser Stelle immer wieder die “Armen überlasteten Lehrer” genannt, die einem ja sooooo leid tun können, bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von geschätzten 30 Stunden, 60 Tagen Jahresurlaub (ja, ich weiß, in den Ferien wird das neue Schuljahr vorbereitet… Bla Bla Bla) und einem Durchschnittsgehalt von ca. 6500 Euro im Monat? Wer denkt denn bitte an die wahren Helden in den Schulen, die sowohl neben den Lehrkräften den Unterricht bestreiten müssen, als auch den kompletten Nachmittag mit den Schulkindern verbringen, während der Lehrkörper bereits auf der heimischen Terrasse an der Kaffeetasse nippt? Die wahren Helden und gleichzeitig Leid tragenden des steigenden Anteils an Verhaltensauffälligkeiten und Intelligenzschwundes bei deutschen Schülern sind doch wohl die Erzieher und Sozialarbeiter an den deutschen Schulen, insbesondere Brennpunkten. Also hört endlich auf, die deutsche Lehrerschaft zu bejammern und zu bedauern und tut endlich etwas für das unterbezahlte pädagogische Personal, das sich Tag für Tag und Woche für Woche am Anheben des Bildungsniveaus der deutschen Grundschüler die Zähne ausbeißt!

    • Au Backe, da hat sich aber jemand ganz böse selbst disqualifiziert.
      * Arbeitszeit von “geschätzten” 30 Stunden? (Verdammt schlecht “geschätzt”, lieber Jan.)
      * Durchschnittsgehalt von ca. 6500 Euro? (Wo? In welchem Bundesland? Da will ich hin!)
      * Erzieher und Sozialarbeiter an deutschen Schulen? (Wo? An welchen Schulen? In welchem Bundesland in ausreichender Zahl?)

      Fazit: Genau so, wie Sie zu Recht auf die Situation der Erzieher und Sozialarbeiter aufmerksam machen, tun die Lehrer das auch. Und ich prophezeie Ihnen: Die Debatte wird nicht aufhören und die Situation sich immer weiter verschärfen, wenn selbst im System Tätige so einen neiderfüllten Unsinn verbreiten.

    • Oh echt 6500€ hätte ich gerne. Wo soll es die geben? In das Bundesland ziehe ich um. Ich komme bei meinem halben Deputat (20/40 Std.) locker auf eine 30-40 Stundenwoche. Ja, ich habe Ferien und ja in einigen muss ich was für die Schule tun, nicht in allen. Doch ich muss teure Urlaube in der Hauptsaison buchen (auch ohne Kinder wäre das der Fall)…. Ein Teil meines Gehaldes geht drauf für meinen PC, einen Drucker, ständig neue Druckerpatronen, Lineale, Hefte, Foliergerät, Folien, rote/grüne Stifte, Hefte, Kleber, Tacker, Pinnadeln, Schülergeschenke (zum Geburtstag) etc. Davon sehe ich nicht alles von der Steuer wieder. Der Herr Sozialarbeiter darf aufhören zu schimpfen. Auf diese Gesellen habe ich schon Nachmittags bei Runden Tischen mit Eltern mehr als eine Stunde (meiner Freizeit) warten dürfen und das nicht nur einmal. Und Hilfreich waren die in den seltensten Fällen, da sie sich auf die Seite der Eltern des benachteiligten Kindes schlagen und alles Fehlverhalten seitens der Eltern entschuldigen.

    • Welche Erzieher und Sozialarbeiter?
      Wo gibt es denn Schulen mit diesem “Luxus”?

      Diese Aufgaben übernehmen in den meisten Schulen die Lehrkräfte selbst.
      Für die Beaufsichtigung in Mittagsbetreuung oder Ganztag werden pädagogische MitarbeiterInnen für 15€ die Stunde eingestellt, damit das Geld für die Zeit ausreicht.

    • @ Jan,

      wenn Grundschullehrer jammern, dass sie zu wenig verdienen und bitteschön alle A 13 haben wollen, wer kann es dann Sozialarbeitern und Erziehern verübeln, die laut n4t brutto erhalten, was Grundschullehrer netto ausgezahlt bekommen, dass sie auch ein Stück vom Kuchen, sprich den sprudelnden Steuereinnahmen abbekommen wollen? Sagte nicht Frau Familienministerin, dass Erzieher wie Grundschullehrer verdienen sollten? Die Geister, die ich rief …

      Zu den Klischees was zu sagen, die Jan da vorbrachte, habe ich keine Lust.

    • Wenn ich nach 30 Stunden in der Woche aufhöre, bin ich Mittwoch fertig, im Durchschnitt 6500Euro- aha, schauen Sie sich die für alle zugänglichen Besoldungstabellen an… Ich empflinde Ihren Kommentar als wirkliche Beleidigung.
      Ich streite nicht ab, dass die Betreuer, Schulsozialarbeiter und auch Kindergärtner für diese verantwortliche Tätigkeit für die Zukunft unserer Gesellschaft zu gering bezahlt werden, aber bitte: bleiben Sie bei der Realität.

  8. news4teachers schreibt im vorstehenden Bericht: “Der Psychologie-Professor Rainer Dollase gehört zu den renommiertesten Bildungswissenschaftlern in Deutschland.” Die bisherigen Kommentare bestätigen mit Recht diese Aussage. Prof. Dollase referiet am 26.09.2018 um 19 Uhr bei einer öffentlichen Elternveranstaltung am Bad Harzburger Werner-von-Siemens-Gymnasium zum Thema “Erfolgreicher Unterricht im Jahre 2018 – Was ändert sich? Was ändert sich nicht?“

  9. Ich kann mich nur anschließen: Danke. Das hat mir heute, nach einem absolut verkorsten Unterrichtsmorgen, gut getan….

  10. Das ist auch ein Punkt der “Praxisferne”, eben gelesen:

    “Zumal auch die Dozenten und Professoren in der Regel nie als Lehrer gearbeitet haben. “Die meisten waren als Schüler an der Schule und denken, sie wissen, wie das läuft”, sagt Tönnes. “Aber: Die Uni ist ‘ne Blase. Das können die da gar nicht!” Dabei soll laut dem 2014 reformierten Lehrkräftebildungsgesetz den Studierenden nicht nur das Wissen in ihren jeweiligen Fächern vermittelt werden, sondern explizit auch, wie man mit gesellschaftlicher Vielfalt und interkulturellen Konflikten umgehen kann.”

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2018/06/ausbildung-von-lehrern-berlin-kontrolle-bildung-senat.html

    • Und so hat man dann junge Kollegen mit 1-er Abschlüssen, die ihre Schüler nicht in Griff bekommen und eine Belastung für uns alle sind.

        • Kollegen, die ihre Klassen nicht in Griff kriegen, sind eine Belastung für uns alle. Ich erlebe es jeden Tag, wenn der Lärm im Raum neben uns uns auch nicht normal arbeiten lässt.

          Diese Kollegen brauchen dringend Hilfe für sich, für uns, für alle! Sie sind auch Opfer “moderner pädagogischer (Fehl-)Konzepte” und weltfremder Schulverordnungen und Schulgesetze (siehe Artikel).

  11. Ich frage mich, ob es hier noch Kommentare von Lehrern geben wird, die Dollase widersprechen. Ich kann es nicht, ich habe seinen Beitrag genossen.

    • Theoretisch müsste die Inklusions- und PC-Front dazu gehören, weil ihnen Dollases Äußerungen viel zu reaktionär und daher kinder- oder gar behindertenfeindlich sowie AfD-nah sind. Die Vergangenheit hat aber gelehrt, dass die sich zu diesem Thema nicht melden.

  12. Überbezahlte Profs, die theoretisch jede schwierige Situation bewältigen könnten, aber Lichtjahre von der Praxis entfernt sind – „… da fallen viele völlig raus, die ihr Gesicht gerne vor die TV Kamera halten und Klugreden über den guten Unterricht halten.“ – exakt die, die vorgeben, wie es laufen soll, die Erziehungswissenschaftler und „Klugredner“ sollte man mit jeweils 5 Schulen verpflichten – ausgezeichnete Idee!!!
    Ausgezeichneter Artikel!!!

  13. Solange Empirie nicht ausreichend möglich ist, weil Zahlen von Schulen (aus der Praxis, von den Praktikern) nicht einer aussagekräftigen Empirie zur Verfügung gestellt werden, ist die Behauptung “auch die empirischen Studien bessern da nichts”, nicht tragfähig.

    „guten alten Zeit“ – Die Beispiele von Prof. em. Rainer Dollase zeigen auf, dass die pauschale Vermutung, früher war es besser, an der Realität der früheren Zustände vorbeigeht und eher eine Romantisierung ist.

    Es braucht eine Fakten sichere Analyse der Praxis/Praktiker, um daraus Empfehlungen für die Praxis/Praktiker zu generieren. – Lehrer mehr als Moderator, als auf Abwegen der Selbstüberschätzung und das Selbe gilt auch für Lehrerausbilder. Lehrerausbilder mehr als Moderator, als auf Abwegen der Selbstüberschätzung.

    Feedback-Methoden stärken die Praxis, die Praktiker. Sie kontrollieren das Selbstbild der Lehrenden und bietet die Chance zum Abgleich von Selbstbild und Fremdbild. Dem sollten Praktiker/Lehrer sich nicht verschließen. – Schüler sind auch Praktiker und sollten zwingend eingebunden sein in die Kontrolle der Selbstüberschätzung.

    Wenn man die Praxis, die Praktiker stärken will, dann muss man die Empirie, die Fakten/Daten von Schule der Empirikern zur Verfügung stellen. Das muss transparent erfolgen, weil die Praktiker kontrollieren müssen, was sie ggf. praxisfernen Empirikern zur Verfügung stellen.

    Modernes Qualitätsmanagement QM, wie ISO 9001:2015 sieht das vor. ‘Best Practice’, ‘Vorschlagswesen’ mit einer Systematik, mit einem Prozessmanagement, dass die Praktiker eine Chance gibt, aufzuzeigen, wo gute Schule gemacht wird, sollte in einem durchlässigen Bildungssystem, auch Lehrern weitreichende Aufstiegschancen eröffnen, die zu besseren Lehrerausbilder, Schulaufsicht, Uni-Mitarbeiter führen.

    • ?????? Wann fängt denn die Pädagogik mal an, sich für die Erhebung relevanter Daten zu interessieren?
      QM führt an sich NICHT zu besseren Resultaten – auch das weiß man ja, seitdem die Idee lange von UNternehmen auf den Schulbetrieb übertragen worden ist. Zumindest nicht so, wie QM derzeit betrieben wird.

    • @ Peter Grenz,

      naja-naja, das kann man ja auch so und so verstehen. Früher gab es auch schon disziplinschwierige Schüler, ja, das sage ich auch immer wieder, das ist kein Ergebnis heutiger Zeiten und heutiger “unfähiger” Eltern; aber früher ging man anders damit um. Zum einen akzeptierten Eltern mehr die Maßnahmen der Lehrer (wobei ich nicht jede gutgeiße); zum anderen war einiges an Maßnahmen mehr oder leichter möglich als heute und auch das Erziehungsideal war früher ein anderes als heute (Stichwort antiautoritäre Erziehung).

      Unterschiede gibt es also durchaus.

      • Und so manches stand noch nicht in den Schulgesetzen und Verordnungen, was sich doch in den letzten Jahrzehnten “hinein-kuschelpädagogisiert” hat.

        Bsp: Klassenarbeiten, die nicht gelten dürfen, wenn sie zu schlecht ausgefallen sind.

  14. Da Herr Dollase seine Aussagen breit streut, findet jeder in seinem Artikel etwas Gefälliges.

    Die Belastung und die Arbeitszeit sind zu hoch? Ja, da gibt es genügend Studien, die das Image der „vaulen Säcke“ widerlegen. Dennoch äußert Frau Gebauer, dass Lehrkräfte noch 6 Stunden mehr erteilen sollen. Wessen Aufgabe ist es, eine vernünftige Unterrichtsversorgung zur Verfügung zu stellen, OHNE dabei der Statistik zu gefallen und zu Gunsten einer schönen Zahl die Zahlen für die Erhebung zu verändern? Wessen Aufgabe ist es, Fürsorge für die Arbeitnehmer zu tragen?

    Die Belastung in den Schulen ist ungleich verteilt? Ja, da gibt es Studien drüber. Brennpunktschulen schreiben Brandbriefe. Selbst im aktuellen Bericht des Landesrechnungshofes Nds. zeigt sich z.B. dass die Verteilung der inklusiven Schüler nicht gleichmäßig erfolgt. Wo gibt es denn tatsächlich Erzieher, Sozialpädagogen oder Therapeuten sowie zusätzliches Personal UND eine vernünftige Vertretungsreserve an Schulen? Wessen Aufgabe ist es, diese zur Verfügung zu stellen? Wessen Aufgabe ist es, Fürsorge für die Arbeitnehmer zu tragen?

    Die Forderung, dass Forscher oder andere Menschen, die über Schulen urteilen, hospitieren oder unterrichten gehen mögen, stellen die Praktiker im Forum und anderswo schon lange. Doch es gibt auch eine Menge Praktiker, die Unterricht tagtäglich verändern und ihre Schülerschaft im Blick behalten. Diese Best-Practice-Beispiele sieht aber niemand. Und ein Ruf nach Forschung oder Zertifizierung wird diese nicht erheben, weil sich solches nur schwer in Zahlen fassen lässt.

    Konzepte und Schulstrukturen werden allerdings landesweit immer schneller verändert. Trotz größter Belastungssituation wird die damit verbundene Arbeit den Lehrkräften aufgebürdet. Wessen Aufgabe ist es, Konzepte einzusetzen, dabei aber auch darauf zu achten, dass diese bei der Einführung und im Nachhinein unterstützt werden, sodass sie gelingen können?

    Bis dahin … alles prima, denn da findet sich jeder wieder…
    … es geht um die Rahmenbedingungen, mit denen man sich als Lehrkraft arrangieren muss…

    • … dann aber kommt doch noch der Hinweis auf die Pädagogik.

      Warum aber ist Unterricht stinklangweilig, sobald ein AB verteilt wird? Wie bewertet Herr Dollase wohl den Einsatz von Büchern oder Arbeitsheften oder gar Apps?

      Warum ist der Enthusiasmus verloren gegangen? Bei Lehrern oder bei Schülern oder bei beiden?

      Unter welchem Aspekt ist es wichtig, dass Schüler gerne zur Schule gehen? War das früher so? Wie begegnet man SuS, bei denen dies nicht so ist? Warum ist es so? Betrachtet man Methoden, Regeln, gesellschaftliche Entwicklungen oder Lebensumstände? Und welchen Beitrag daran haben Lehrkräfte?

      Warum kann man Schüler allein im Frontalunterricht motivieren? Wie ist es mit der Motivation innerhalb anderer Sozialformen, gerade angesichts der verstärkten Egomanie, die als Gegenpol gemeinsames Arbeiten und soziales Lernen benötigt. Ist das die Aufgabe von Schule, wie viele andere Aufgaben? Welche Unterstützung erhält Schule, dass sie diese zusätzlichen Aufgaben bewältigen kann?

      Warum kann Elternarbeit nicht gelingen? oder: Wie kann es gelingen, Eltern mit ins Boot oder zumindest an die Hand zu nehmen?

      Letztlich wird ein Zusammenhang zu Gewalt und Stress gezogen.

      Mir fehlt der Zusammenhang zu den o.g. Rahmenbedingungen! Sinnvoll wäre es, wenn Bildung nicht nur als Lippenbekenntnis wichtig ist, sondern durch die Gesellschaft und die Politik die notwendige Unterstützung erhalten würde.
      Wenn Lehrkräfte sich vorrangig um den Unterricht kümmern sollen, der motivierend und begeisternd, aber eben auch individuell fordern und fördern sein muss, brauchen sie dafür Kraft und Arbeitszeit.
      Also weniger Belastung, weniger zusätzliche Aufgaben, weniger steten Wechsel, sondern die Möglichkeit, sich dem den allein schon herausfordernden Aufgaben beschäftigen zu können.
      Dann fühlen sie sich auch nicht länger von allen angegriffen, sondern sind sich der Unterstützung bewusst und können mit Persönlichkeit und Einsatz auf Eltern zugehen oder Unterricht derart umgestalten, dass selbst in Brennpunktschulen SchülerInnen zu erreichen sind.

      • Ich gab bisher keine Anzeichen , dass man uns Eltern bei der Erarbeitung von Lerninhalten ins Boot nehmen wollte oder das als Lehrer anregen durfte.
        Wahrscheinlich ist das wegen der einer Vorteilsbildung auch nicht erwünscht.
        Der Kontakt mit der Lehrerin beschränkt sich auf die Elternabende und gewünschte Elterngespräche zweimal im Jahr. Und so zieht man dann eben sein Ding durch und informiert andere Eltern auf Nachfrage über Übungsmöglichkeiten, die eigentlich alle gegen den Mainstream der derzeitigen Pädagogik gerichtet sind, bzw. die Folgen abmildern. es war eine Menge Arbeit sich dieses Wissen anzueignen, stellte aber eine willkommene Abwechslung zum Berufsalltag da.
        Ich habe mich bewusst auf Methoden gestützt, die von den Damen und Herren Brügelmann, Barnitzki, Hecker und Brinkmann abgelehnt werden.

        • Ich vermute, dass wir über eine unterschiedliche Form von Elternarbeit sprechen.
          Wie sehr schaffen Sie es in Ihrem Beruf, die Betroffenen ins Boot zu holen?
          An welcher Stelle gehen Sie auf Vorschläge ein, die von anderen kommen, wenn sie nicht den üblichen Verfahren in Ihrem Beruf entsprechen, lassen sich darauf ein und weichen von den Vorgaben ab?
          Wie es wohl wäre, wenn man Ihnen Behandlungsfehler vorwerfen würde, obwohl Sie sich an üblichen Verfahren und Vorgaben gehalten haben?

          Sie erwarten, dass Schule sich für Ihre Vorschläge öffnet, und wünschen, dass die Schule Ihr Konzept umsetzt. In vielen Beiträgen hier haben Sie deutlich gezeigt, dass sie etliche Methoden recht undifferenziert betrachten und vehement ablehnen.

          “Und so zieht man dann eben sein Ding durch und informiert andere Eltern”
          Wie es wohl wäre, wenn andere Eltern mit anderen Inhalten auf ähnlichem Wege “ihr Ding durchziehen”, “andere Eltern informieren” oder Einfluss auf Lerninhalte nehmen wollen.
          Ganz ehrlich: Ich verstehe Ihre Beweggründe. Aber ich finde das, was sie da tun, erwarten oder gerne für sich in Anspruch nehmen möchten, gefährlich.

          • Ihre Rhetorik stützt sich auf Unterstellungen, Vorwürfen und unzutreffenden Vergleichen zwischen zwei Berufsfeldern, die gar nicht unterschiedlicher wissenschaftlich aufgestellt sein könnten.
            Ihnen ist weitgehende Methodenfreiheit gegeben ohne juristische Konsequenzen, während mir, wie Sie schon andeuteten, theoretisch ein Regress drohen könnte, wenn es bei negativen Folgen der Behandlung zur Zivilklage oder der staatsanwaltlichen Ermittlung käme, sowie zum Kontakt mit dem Schiedsgericht der Ärztekammer kommen kann.
            Ich muss mit den Eltern , dem Patient und den Angehörigen kooperieren, Sie nicht.
            Wenn desaströse Lernergebnisse beim Kind durch ineffektive Methoden der Reformpädagogik durchschlagen, dann muss ich mich um die Folgen kümmern.>Das ist dann mein Ding . Noch mehr…..?

          • @Palim
            Anscheinend hat Ihnen der glänzend aufgebaute Artikel von Herrn Dollase nicht gefallen.

          • @AvL
            Den Eindruck habe ich auch, allein schon auf Palims Bemerkung: “Da Herr Dollase seine Aussagen breit streut, findet jeder in seinem Artikel etwas Gefälliges.”

          • “Vorwürfen und unzutreffenden Vergleichen”
            Ja. Ich erinnere mich sehr genau an Ihre Bewertung von reformpädagogischen Ansätzen, von ProfessorInnen, von Lehrkräften mit bestimmtem Methodeneinsatz…

            Unterricht und Schule benötigen Kooperation und gemeinsames Handeln. Wenn Lernergebnisse nicht dem Wunsch oder Anspruch der Eltern entsprechen, wäre es angemessen, das Gespräch zu suchen. Gleiches gilt für den Anspruch der Lehrkraft an die Lernergebnisse, die dann das Gespräch mit SuS und Eltern sucht.
            Das ist immer auch unabhängig von festen Elternsprechtagen möglich.

            Was Schule wohl eher nicht benötigt, ist die Anspruchshaltung, dass sich jeder die Unterrichtsinhalte auswählen kann. Und das ist gut so, denn sonst würden ganz andere Gruppierungen Einfluss nehmen (wollen).

        • @Palim
          “Wie schaffen Sie es die Betroffenen ins Boot zu holen?”, fragten Sie.
          Indem ich die Patienten über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten umfassend aufkläre, z.B. Regionalanästhesie und /oder eine Allgemeinanästhesie , damit diese dann selbst die Entscheidung treffen können, weil sonst die Entscheidung nicht rechtswirksam ist und ein Aufklärungsfehler resultiert. Weiter bin ich verpflichtet über Patienten über den weiteren Verlauf zu informieren, über Komplikationen zu sprechen.
          Er ist also immer in den Entscheidungsprozess eingebunden.
          Und sollte er nicht mehr in der Lage dazu sein, so wird ein entsprechend gerichtlich bevollmächtigter Angehöriger oder bestimmter Betreuer in die Entscheidungsprozess eingebunden.
          Alle diese Entscheidungen und Prozessabläufe müssen von mir aber selbstverständlich dokumentiert werden. Außerdem muss ich entsprechend den Fachgesellschaften und der Bundesärztekammer , sowie den sop´s des Hauses und dem Stand des derzeitigen wissenschaftlichen Wissens den Patienten behandeln. Vergleicht man diese Berufswelt mit ihrer, so leben sie im Paradies. Sie müssen sich eben dann im Internet mit nervigen Kommentaren von Kritikern auseinandersetzen, alles in einer Anonymität, aus der heraus man dann auch einmal diffamierend gegen diese sich äußert.

          Ich sehe mich aber in der Verpflichtung über offensichtliche Fehlentwicklungen aufzuklären, indem ich mir das Wissen ihrer Fachgesellschaften aneigne und andere Methoden befördere, die von bestimmten Lobbyvertretern immer wieder verrissen werden.
          Nebenbei gehe ich meinem Beruf nach, erziehe eigene Kinder n Richtung einer Selbstständigkeit und “reibe” mich an “meinen Freunden”.

  15. Ich glaube, noch nie fand ein n4t-Artikel so breite, sonstige “Lager” übergreifende Zustimmung wie dieser (Ausnahmen bestätigen die Regel).

    Vielleicht sollten wir alle diesen Artikel z.B. als PDS speichern und unseren Schulaufsichtsbehören, Schulverwaltungen, Schulpolitikern und Berufsverbandsfunktionären schicken.

    Vielleicht ist es ja doch wenigstens ein Denkanstoß.

  16. “Also weniger Belastung, weniger zusätzliche Aufgaben, weniger steten Wechsel, sondern die Möglichkeit, sich den allein schon herausfordernden Aufgaben beschäftigen zu können.”
    Richtig. Dann sollten viele Lehrer aber auch für mehr “altmodische” Stetigkeit sein und nicht alles begrüßen, was als neue Methode, tolle “Kompetenz” oder heilsbringender Systemwechsel von angeblichen Experten angepriesen wird. Dann sollten sie auf eingebildete Immagezuwächse durch unbedingtes Modern- und Fortschrittlich-sein-Wollen verzichten.

  17. “Die Unterschätzung der Probleme der Praxis durch eine praxisferne Erziehungswissenschaft und Schulaufsicht”:
    Schulsysteme sind ausgesprochen hierarchisch strukturiert. Top down organisiert, mit eingebauten selektiven Stufen. Mit den entsprechenden unterschiedlichen Entlöhnungen und sozialen Wertschätzungen. Es ist nicht nur eine Unterschätzung der Praxis durch die Erziehungswissenschaft, ich würde eher von einer Geringschätzung und Abwertung der täglichen Unterrichtsarbeit der Lehrpersonen sprechen. Eine Art Parallelwelten, die kaum Berührungspunkte aufweisen.
    Einen mögllichen, ausgleichenden Weg beschritten die Finnen, indem sie die obligatorische Schule selektionsfrei machten und die Lehrerausbildungen anglichen.

    • Die Lehrerausbildung in Finnland klingt hier aber nicht so enthusiastisch beschrieben:
      http://www.finland.de/dfgnrw/doku/LehrerausbildunginFinnland.pdf
      Da steht z.B. “Der Unterschied zwischen der realen und der Idealschulwelt in der Lehrerausbildung ist meiner
      Meinung nach enorm.”
      Außerdem gibt es offenbar dort den Ein-Fach-Fachlehrer, der nur ein Fach studiert, und zwar so wie die Nicht-Lehrämtler auch. Bei uns wäre sowas undenkbar. Oder was genau meinten Sie?

      • Der von Ihnen zitierte Text stammt aus dem Jahr 2005. In Finnland gibt es alle 10 Jahre ein neues Curriculum, breit abgestützt, zu dem sich auch Eltern und Lernende äussern können. Die finnische Schule entwickelt und verändert sich laufend.
        http://www.oulu.fi/sites/default/files/content/Giellagas_BildungswesenSchulsystemFinnland_0.pdf
        Vergleiche: finnisches Schulsystem- deutschsprachige Schulsysteme sind schwierig, da grundsätzliche Unterschiede bestehen, die man nur erfasst, wenn man mehrere Schulen an verschiedenen Orten in Finnland besucht und mit Lehrpersonen gesprochen hat. Je nach Schulort haben die finnischen Lehrpersonen ähnliche Probleme mit Lernenden wie wir , sie haben jedoch wesentlich mehr fachliche Unterstützung als wir sie kennen. So hat jede Schule auf der Oberstufe eine Lehrperson, die Lernberatungen anbietet. Das Wegfallen von selektiven Übergängen setzt enorme Energien frei für individuelle Förderungen. Oberstufe und Gymnasiuem arbeiten nur noch mit Wahlfächern. Das Schulsystem ist basisorientiert aufgebaut, mit entsprechender Verantwortung der einzelnen Schule gegenüber der Gemeinde.

        • Aber der von Ihnen zitierte Text ist von 2008. Was soll sich in 3 Jahren so grundlegend geändert haben? Jedenfalls hieß es immer, in Finnland seien die Schulklassen kleiner. Thelma von Freymann (gebürtige Finnin) hatte allerdings immer behauptet, die PISA-Euphorie zugunsten von Finnland sei eine Illusion. Tatsächlich ist Finnland bei PISA bei der Mathematik inzwischen auf Normalmaß geschrumpft (die Schweiz ist besser). Mal sehen, wie es bei PISA 2018 ausgehen wird.

  18. Der Autor des Textes unterrichtete offenbar nur kurze Zeit an finnischen Schulen, unterrichtet heute nicht mehr in Finnland. Bei meinen zahlreichen Besuchen an finnischen Schulen konnte ich mehrmals beobachten , dass Lehrpersonen durch verschiedene Personen im Unterricht unterstützt wurden. Also keine Kultur des „Alles alleine Tuns“. In dem von mir zitierten Buch äussern sich 25 verschiedene Autoren thematisch breit gefächert zur finnischen Schule.
    “Finnland bei PISA bei der Mathematik inzwischen auf Normalmaß geschrumpft”: Ich gehe davon aus, dass die an finnischen Schulen gewonnenen PISA Daten immerhin valide sind, da sie Leistungen von Lernenden messen, die ein selektionsfreies Schulsystem besuchen. Ein System, das keine von den Eltern bezahlten Nachhilfestunden und Privatschulen kennt. Das gezielt an der Chancengerechtigkeit arbeitet, einem Merkmal, das an deutschsprachigen Schulen nach wie vor nachhaltig geschwächt wird durch die selektiven Übergänge. Entsprechend vorsichtig sind die PISA-Ergebnisse im deutschsprachigen Raum zu interpretieren, da sie viele unkontrollierte System- Variablen enthalten.

  19. Finnland kann nicht mit Deutschland verglichen werden. Es ist ein ländlich geprägter Staat mit wenig Migranten. Es gibt viele Klein- und Kleinstschulen mit niedrigen Klassenstärken.
    Der Ausdruck “selektionsfreies” statt “gegliedertes Schulsystem” unterstreicht, dass Sie Anhänger eines Einheits- bzw. Gemeinschaftsschulsystems sind. Kinder dieser Schulen schneiden bei uns in Leistungstests schlecht ab und auch Finnlands viel gehätschelter Nymbus als Überflieger in Sachen Bildung ist tüchtig ins Rutschen geraten.
    “Chancengerechtigkeit” mit “einer Schule für alle” gleichzusetzen, ist für mich schon seit Langem eine Mogelpackung aus der Abteilung “Propaganda”.
    http://www.faz.net/aktuell/wissen/geist-soziales/warum-der-finnische-pisa-erfolg-nichts-mit-dem-gesamtschulsystem-zu-tun-hat-15035526.html

    • @g.h.
      Volle Zustimmung zu ihrer Analyse, denn der finnische Weg ist dem Umstand geschuldet, dass bei etwa gleicher Größe dort, in Finnland , ca. 5,5 Millionen Einwohner leben, während hier 82 Millionen Einwohner leben. Und so ist man dort gezwungen, so man eine wohnortnahe Beschulung umzusetzen, viel kleinere Klassen zu erhalten und Kinder mit Lernbeeinträchtigungen dort einzubeziehen. Zusätzlich steht auch noch anderes Personal zur Verfügung. Ich weiß von Finnen, dass es teilweise sogar einen 1:1 Einzelunterricht gibt.Derartige Schulsystemvergleiche entsprechen dem Vergleich von “Rüben und Bananen”.
      Und wie gesagt, die Sprache verrät deren Absichten und politische Zuordnung.
      Durch euphemistische Wortneuschöpfungen wird schlimmes nicht besser, sondern nur anders wahrgenommen.

    • Gehe ich richtig in der Annahme, dass Sie das gegliederte Schulsystem vorziehen?
      Gegner (des gegliederten Schulsystems) kritisieren, das gegliederte Schulsystem zementiere soziale Ungleichheit. Die mehr oder weniger starre Einteilung von Schülern in mehrere Schularten präge ihre Bildungs- und Berufschancen entscheidend vor, und zwar zu einem viel zu frühen Zeitpunkt (je nach Bundesland nach der vierten bzw. sechsten Klasse). Die Kategorisierung sei dabei weniger von der persönlichen Begabung des Schülers abhängig als von seinem sozioökonomischen Hintergrund, insbesondere vom Elternhaus.

      • Was Sie schreiben, wird immer behauptet. Aber wieviele Arbeiterkinder sind denn in Finnland an Universitäten erfolgreich? Irgendwo habe ich gelesen, dass das gar nicht so viele sind. Und wie steht’s um die Bildungsgerechtigkeit in USA mit einem (auf dem Papier) einheitlichen Schulsystem, wie ist das in England und Frankreich? Man scheint mir das Ideal auf der einen Seite mit der Realität auf der anderen vergleichen zu wollen. Und von Nachteilen des einheitlichen Systems ist grundsätzlich nicht die Rede. Die soll es einfach nicht geben dürfen. Aber natürlich gibt’s die: Leistungsmäßige Nivellierung zur Mitte hin. Außerdem ist der Strebervorwurf eine typisch deutsche Angelegenheit. Er wirkt sich ohnehin in Richtung NIvellierung aus.

        • Was ist denn nun mit den Arbeiterkindern in Finnland und ihrer Karriere? Wie gut fühlen sich denn dort die Migranten aus dem Vorderen Orient anerkannt, und wie erfolgreich sind ihre Kinder in der Schule? Gibt es auch schon islamischen Religionsunterricht an den Schulen? Sie kennen sich doch offenbar in Finnland aus.

          • Wer ist denn bitte heute noch Arbeiter? Lohn gibt es schon ewig nicht mehr. Der klassische Arbeiter verdient mehr als z.B. ein Callcenter-Agent.

            Die Trennlinie verläuft doch heute eher zwischen unbefristet und befristet Beschäftigten, also denen, die in prekären Arbeitsverhältnissen stecken. Die Trennung zwischen Arbeitern und Angestellten hat vielleicht in der Industrie 1.0 der Gründerzeit funktioniert – aber in der Industrie 4.0? Vor allem wenn man bedenkt, dass viele kaufmännische Bereiche (Buchhaltung) in der freien Wirtschaft – das klassische Arbeitsfeld der Angestellten – heute in Länder in Südosteuropa verlagert worden sind.

          • @Cavalieri – hier liegt doch die Crux.
            Früher in der Gründerzeit lag die Trennlinie zwischen Arbeitern (Lohnempfängern) Angestellten/Fabrikbeamten (Gehaltsemfängern – heute liegt die Trennlinie zwischen ausgebildeten Facharbeitern und studierten Mitarbeitern. Wie Sie richtig subsumieren besteht der Unterschied zwischen “Arbeiter-” und Akademikerkindern.

            Nur die Apostel der Bildungsgerechtigkeit sind noch nicht in der Neuzeit angekommen und übersehen den europäischen Referenzzrahmen für Bildungsabschlüsse oder unterliegen dem durch diesen Refernzrahmen Trugschluss, dass betriebliche Berufsabschlüsse, die im Rahmen der dualen Berufsausbildung erworben worden sind, als Anlerntätigkeiten.

            Nur der Handwerksgeselle bzw. Facharbeiter mit Facharbeiterbrief ist genauso “Junggeselle wie der Bachelor. Ebenso ist der Meister bzw. staatlich Geprüfte gleichzusetzen mit einem “akademischen” Master. Wissenschaftliche Expertise beginnt demnach (Referenzrahmen) im postdoc-Bereich.

            Ob ein akademischer Gebäudetechniker wohl eher bei einer verstopften Toilette hilfreich ist oder der Geselle eines Handwerksbetriebes lasse ich hier einmal offen.

      • Zu meiner Schulzeit war der größte Teil meiner Mitschüler am Gymnasium Kinder von Arbeitern. Das lag an der sehr guten Förderung in den Grundschulen.

        • köstlich diese satirischen beiträge bzw. daraus ließe sich ableiten, dass grundschulen “früher” besser aufgestellt waren, so dass der akademische nachwuchs nicht auf dem gym landen konnte…sicher hielten ihn nur die intellektuell unterlegenen arbeiterkindern vom lernen ab oder waren es die wesentlich fähigeren kolleginnen?

          • Glauben Sie doch was Sie wollen, denn unsere Schule galt als linkes Gymnasium in der Randlage zum Ruhrgebiet, mit einem hohen Anteil an Arbeiterkindern aus dem Umland von Dinslaken, wo die Väter im Anlagenbau des Bergbaus, bei Thyssen, der STEAK, im Bergbau, bei Kaiser-Aluminium, der KeramAG, BABCOCK oder bei BP arbeiteten.

          • @AvL
            Fassen Sie die Worte Ihrer Vorrednerin als hilflose Beißerei auf nach dem Motto: “Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.” (Jean-Jaques Rousseau)

          • glauben sollte stets willentlich geschehen, immerhin versetzt er selbst hier hügelige zitate.

          • bewusst unwissend war bereits aristoteles – glauben sie also gern weiter an ihre überzeugungen auch ohne tempel.

          • Sie wissen, dass Überzeugungen aus Tempeln nur selten objektiv wahr sind. Daher empfehle ich Ihnen, unverzagte, den Tempel mal nicht mehr ganz so wörtlich zu nehmen und auch mal nach draußen in die Realität zu schauen. Vielen Dank, sicherlich nicht nur von mir.

          • sie ahnen sicher, dass göttlich anmutende wahrnehmung einer (!) realität nur subjektiv sein kann?

            glückwunsch.

          • Richtig. Sie können sich ja mit Anna und emil hier in den Kommentaren kurzschließen. So ziemlich alle anderen haben diametral entgegengesetzte Wahrnehmungen, die “zufälligerweise” sehr häufig auch den Brandbriefen der Schulen und vielen Zeitungsberichten über katastrophale Zustände in den Schulen entsprechen.

        • ihre zustimmende bewertung reicht doch völlig: bedarf es weiterer rein quantitativ orientierter kurzschlüsse, xxx?

          • Was habe ich genau quantitativ orientiert kurz geschlossen? Mit Dollases Artikel bin ich wie die meisten Kommentierenden einverstanden.

          • Die von Ihnen wahrgenommene Zustimmung bewegt sich diametral zur faktischen Wahrheit einer anderen Beurteilung von Teilen der realen Bildungswelt.

  20. @Bernie at 15:52
    Ja, Sie gehen richtig in der Annahme, dass ich das gegliederte Schulsystem überzeugender finde als eine Schule für alle, auch wenn seit Jahrzehnten alles getan wird, um es als ungerecht darzustellen.

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