SPD-Fraktion plädiert für erfahrene Lehrer an Brennpunktschulen

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Der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh hat sich für eine gerechtere Verteilung von Lehrern an den Schulen der Stadt ausgesprochen.

Saleh ist für eine gerechte Verteilung der Lehrkräfte.                Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons / CC-BY-SA 3.0

«Es kann nicht sein, dass sich zum Beispiel Quereinsteiger ausgerechnet an den schwierigsten Schulen ballen”, sagte Saleh der «Welt». «Und für erfahrene Lehrer sollten wir Anreize schaffen, damit sie an Brennpunktschulen wechseln.» Das könnten auch Extraprämien sein.

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Zum Thema religiöses Mobbing sagte Saleh: «Da geht es insbesondere auch darum, sich auf Radikalisierungstendenzen im islamistischen Bereich einzustellen. Diese Leute kann man durch gezielte Ansagen und Ansprachen mit pädagogischer Unterstützung erreichen.» In Berlin gebe es dazu einige Projekte, zum Beispiel von Christen und Muslimen gemeinsam.

«Aber das A und O ist natürlich, was im Elternhaus vorgelebt wird», so Saleh. «Wenn ein Kind nur Hass hört, bringt es den in die Schule mit. Diese Verrohung ist nicht auf Jugendliche und Schule beschränkt, wir erleben sie auf allen gesellschaftlichen Ebenen – angefangen von der Elite bis zum Besucher einer Neuköllner Eckkneipe.»

Saleh sieht neben einer zunehmenden Fremdenfeindlichkeit auch eine zunehmende Islamfeindlichkeit. «Es wird ungehindert über Menschen anderer Religionen hergezogen.» dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Die erfahrensten und (laut Gutachten) besten Lehrer sind heiß begehrt und können sich folglich den Dienstort aussuchen. Die Anreize, an eine Brennpunktschule zu wechseln, müssen gerade für solche Lehrer schon sehr gut sein. Halbe Stelle bei voller Bezahlung und durchgehender Doppelbesetzung wären mal ein Anfang.

  2. Ich vermute, erfahrene Lehrer wissen, was sie an Brennpunktschulen erwartet und vermeiden diese dann tunlichst. (Manche kommen ja von dort.)

  3. Wie kommt es, dass gerade an Brennpunktschulen die meisten Seiteneinsteiger arbeiten? Das ist doch absurd.

    “Hinzu kommt in Berlin, dass ausgerechnet die Brennpunktschulen die meisten Quereinsteiger aufweisen. Das Personal der Sonnen-Grundschule hat am Freitag vor dem Gebäude der Senatsverwaltung für Bildung, Schule und Familie protestiert. Denn auch im neuen Schuljahr wird der Anteil der Quereinsteiger in dieser Schule in Neukölln, die im Frühjahr einen Brandbrief veröffentlichte, bei 50 Prozent liegen.”

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bildung-in-berlin-in-sieben-tagen-zum-lehrer-15743043.html

    • Da sind sie ja, die Vorschläge, wie man ggw. Seiteneinsteiger vermeiden könne (zu unseren Lasten):

      “Der Direktor des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel, Olaf Köller… schlug vor, die bundesweit etwa 20 Schüler umfassenden Grundschulklassen um jeweils vier Schüler zu erhöhen, wenn damit der Unterricht durch eine ausgebildete Grundschullehrkraft gesichert werden könnte. Dass dieser Vorschlag wenig wahlkampftauglich ist, weiß der Bildungsforscher.”

      (ebenda)

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