Lesefähigkeit von Grundschülern: Verband ruft zu mehr freiwilligem Engagement auf

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KÖLN. In fast jeder dritten Familie wird nicht mehr gelesen. Rund jeder fünfte Viertklässler kann Texte nicht sinnverstehend erfassen. Angesichts des Schulstarts in Nordrhein-Westfalen fordert die bundesweite Bildungs-Initiative Mentor mehr Raum zur Leseförderung in der Schule.

«Gut 19 Prozent der Viertklässler haben einer Studie zufolge nicht die Kompetenz, Texte zu verstehen», sagte die Vorsitzende des Bundesverbands Mentor – Die Lesehelfer, Margret Schaaf, zum bevorstehenden Schulbeginn in Nordrhein-Westfalen. «Wir rufen alle Erwachsenen auf, sich um Schüler zu kümmern, die sprachliche Schwierigkeiten haben.» Lese-Förderung müsse in den Schulen mehr Raum bekommen. Bildung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Lesen ist eine elementare Voraussetzung für das Lernen. Foto: Berliner Büchertisch / flickr (CC BY-SA 2.0)
Lesen ist eine elementare Voraussetzung für das Lernen. Foto: Berliner Büchertisch / flickr (CC BY-SA 2.0)
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Die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) von Ende 2017 hatte ergeben, dass etwa jeder fünfte Zehnjährige in Deutschland nicht so lesen kann, dass er den Text auch versteht. «Das ist eine enorme Zahl von Kindern, die mit Defiziten in die weiterführenden Schulen kommen, in denen Lesekompetenz vorausgesetzt und nicht mehr gefördert wird», betonte Schaaf. Weitreichende negative Folgen für die Jungen und Mädchen seien zu befürchten – bis hin zum Scheitern bei einem Schulabschluss.

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«In 30 Prozent der Familien wird nicht mehr gelesen», sagte Schaaf. Derzeit engagierten sich über den Verband rund 11 000 Ehrenamtler für 14 000 Schüler bundesweit.

In NRW sind es fast 3700 Mentoren, die mindestens einmal pro Woche mit rund 4500 Kindern lesen. Prinzip dabei: Ein Kind, ein Mentor. «Es gibt keinen Leistungsdruck, es geht um Freude am Lesen und das Wecken von Interesse.» Auch Lese-Apps werden mitunter eingesetzt, betonte die Vorsitzende mit Blick auf erste digitale Medienkompetenz. Dass schon Grundschüler regelmäßig elektronische Medien nutzten, halte sie für das Lesen und Lernen aber für kontraproduktiv. Das störe Aufmerksamkeit und Konzentration. (dpa)

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