Medienwächter für striktes Handyverbot an Schulen

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HANNOVER. Die permanente Nutzung von Smartphones ist Andreas Fischer, Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt ein Dorn im Auge. Er hält ein Handyverbot an Schulen wie in Frankreich für sinnvoll.

Ein striktes Handyverbot an Schulen nach französischem Vorbild hat der Direktor der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM), Andreas Fischer, gefordert. «Ich halte den Weg, den Frankreich geht, aus medienpädagogischer Sicht für richtig», sagte Fischer in Hannover . «Zur Medienkompetenz gehört auch, nicht immer online zu sein.» Ein Handyverbot an Schulen wie in Frankreich, wo Schüler bis 15 Jahren keine Smartphones mehr mit in die Schule bringen dürfen, könne bei Kindern das Bewusstsein schaffen, dass es gut ist, an bestimmten Teilen des Tages offline zu sein.

Bislang werden Smartphones in den Schulen nach Meinung von Andreas Fischer noch zu wenig pädagogisch durchdacht eingesetzt.Foto: Garry Knight / flickr (CC BY 2.0)
Bislang werden Smartphones in den Schulen nach Meinung von Andreas Fischer noch zu wenig pädagogisch durchdacht eingesetzt. Foto: Garry Knight / flickr (CC BY 2.0)
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Das französische Parlament hatte Ende Juli ein erweitertes Handyverbot in Schulen beschlossen. Das Gesetz verbietet grundsätzlich das Nutzen von Mobiltelefonen in allen Vor- und Grundschulen sowie in der Sekundarstufe I. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte sich gegen ein generelles Verbot ausgesprochen. Schulen sollten eigene Regeln treffen. Vielmehr sei es das Ziel, den Einsatz digitaler mobiler Endgeräte als ein Lernwerkzeug unter anderen pädagogisch und didaktisch fundiert im Unterricht zu verankern.

«Es liegt in der Verantwortung der Schulen, einen sinnvollen und kritischen Umgang mit Handys und digitalen Medien zu finden und zu fördern», sagte auch die Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Annette Kemp, dem «Weser Kurier» (Samstag). Bremer Bildungspolitiker halten der Zeitung zufolge ein Handyverbot für kontraproduktiv. «In der Freizeit sind Handys für Schüler nicht mehr wegzudenken und werden ganz selbstverständlich genutzt. Es wäre daher lebensfremd und würde auch dem schulischen Auftrag nicht gerecht, wenn Schule diese Entwicklung durch ein Verbot ausblendet», sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thomas vom Bruch.

Macron lässt Handys an Schulen verbieten – Vorbild für Deutschland?

Natürlich sei es richtig, im Unterricht Handys und Tablets gezielt einzusetzen, das bleibe auch in Frankreich erlaubt, so Fischer. «Ich bin nicht dagegen, moderne Technik im Unterricht einzusetzen.» Bislang aber würden Smartphones in den Schulen noch zu wenig pädagogisch durchdacht eingesetzt oder die Schüler nutzten sie zu eigenen Zwecken. «Bei Mathe unterm Tisch in die WhatsApp-Gruppe zu schreiben oder ein Youtube-Video zu sehen hat mit Medienkompetenz gar nichts zu tun.»

Von Schülerprotesten in Frankreich habe er nicht gehört, sagte Fischer. Eltern aber seien besorgt gewesen, ihre Kinder nicht ständig erreichen zu können. Dabei blieben in Frankreich einfache Handys ohne Internetanbindung weiterhin erlaubt. (dpa)

Meidinger für weitgehendes Handyverbot in Schulen – für jüngere Schüler jedenfalls

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