Rechtsextremismus in Sachsen: Sind die Schulen im Freistaat mit der politischen Bildung gescheitert?

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DRESDEN. Die Ausschreitungen von Chemnitz rücken – erneut – den Freistaat Sachsen und den dort grassierenden Rechtsextremismus in den Fokus. Der „Sachsen-Monitor“, eine im Auftrag der Landesregierung erhobene Umfrage, hatte bereits 2016 ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber der parlamentarischen Demokratie offengelegt. Zudem wurde deutlich, dass überproportional viele jüngere Menschen in Sachsen sich unkritisch gegenüber dem Nationalsozialismus zeigen. Hat die Schule im Freistaat bei der politischen Bildung versagt? Der Sächsische Lehrerverband weist den Vorwurf zurück – mit einer allerdings fragwürdigen Begründung.

Fremdenfeindliche Kundgebung in Sachsen. Foto: Jasper Goslicki / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

„Schuldzuweisungen gegenüber der schulischen Bildung und den Lehrkräften in Sachsen im Zusammenhang mit den Demonstrationen und Ausschreitungen in Chemnitz sind völlig absurd“, meint Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes. „Sächsische Lehrerinnen und Lehrer nehmen ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag sehr ernst und setzen ihn vorbildlich um. Das beschränkt sich bei weitem nicht nur auf den Bereich der politischen Bildung.“ Entsprechend falsch sei es, den Schulen eine Mitverantwortung an den politischen Entwicklungen im Freistaat zu unterstellen oder gar Lehrer mit DDR-Biographie als Mitverursacher darzustellen. „Schule ist kein Reparaturbetrieb der Gesellschaft. Bildung findet nicht losgelöst von gesellschaftlichen Entwicklungen statt, sondern greift diese auf. Hier machen es sich einige Leute zu einfach bei der Ursachenanalyse“, meint Weichelt.

Er verweist auf den sogenannten Beutelsbacher Konsens zur politischen Bildung, der seit 1976 in der Bundesrepublik Deutschland Grundsätze für den Politikunterricht festlegt. „Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen“, meint Weichelt. Das „Überwältigungsverbot“ erlaube es nicht, „den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der ‚Gewinnung eines selbständigen Urteils‘ zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der – rundum akzeptierten – Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.“

Ist eine Demokratie-Erziehung, die Schüler die Regeln des rechtsstaatlichen Miteinanders vermittelt, also Indoktrination? Umgekehrt: Hat die Schule „neutral“ zu sein, wenn extreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit von vielen Menschen geteilt werden?

Tatsächlich ist das in Sachsen der Fall. „Auffallend sind das recht geringe Vertrauen in die Funktionsweise der Demokratie und deren Institutionen“, so stellte der „Sachsen-Monitor“ bereits 2016 fest. „Den Parteien, Regierungen und Parlamenten – mit Ausnahme der kommunalen Ebene – vertraut nur eine Minderheit.“ Eine Mehrheit ist hingegen der Meinung, Deutschland brauche eine starke Partei, die die „Volksgemeinschaft“ insgesamt verkörpert. Zudem sehen 46 Prozent die DDR nicht als Unrechtstaat. Und: „Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit sind in Teilen der sächsischen Bevölkerung verbreitet. So ist eine Mehrheit (58 Prozent) der Sachsen der Meinung, dass Deutschland in einem gefährlichen Maß ‚überfremdet‘ sei.“ Je jünger die Befragten sind, desto größer ist die Zustimmungsrate zu radikalen Positionen.

Dass die Schule durchaus einen Erziehungsauftrag hin zur Demokratiefähigkeit seiner jungen Menschen hat, wird nicht nur im sächsischen Schulgesetz deutlich (siehe unten). Auch die sächsische Landesregierung erkannte nach Veröffentlichung des „Sachsen-Monitors“ Handlungsbedarf – die damalige Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) sprach von „erschreckenden Ergebnissen“ und kündigte eine Qualitätsoffensive zur politischen Bildung an. Wohlgemerkt: 27 Jahre nach dem Fall der Mauer.

„Die Demokratieerziehung zu stärken, kann aber nur mit einem integrierten Ansatz erfolgsversprechend sein“, so meinte Kurth seinerzeit. Daher dürften sich die politische Bildung und das Vorleben von demokratischen Werten nicht auf einzelne Unterrichtsfächer beschränken, sondern müssten Aufgabe aller Fächer sein. Die Demokratieerziehung und interkulturelle Bildung an Schulen müsse den gleichen Stellenwert genießen wie die Vermittlung anderer Kernkompetenzen in den Unterrichtsfächern. Mindestens ebenso wichtig wie politische Bildung im Unterricht sei die Frage, wie eine demokratische Kultur an Schulen gepflegt und gelebt werde. „Politische Bildung gelingt immer dann am besten, wenn sie erlebbar und ergreifbar wird“, befand Kurth.

„Etwas umschifft“

Dass es dabei tatsächlich gravierende Versäumnisse in der Nachwendezeit gab, räumte ein Ministerialer auf einer Konferenz des Kultusministeriums in Chemnitz für Schulleiter und Fachlehrer aller Schularten im vergangenen November ein. „Nach der friedlichen Revolution 1989 wurden einige Entscheidungen von dem Bewusstsein bestimmt, wie es vorher war“, sagte Referatsleiter Béla Bélafi einem Bericht der „Freien Presse“ zufolge. Die Experten hätten also vor allem gefürchtet, dass sich eine schulische Indoktrinierung wie in der DDR fortsetzen könnte. Politik und insbesondere die Themen Streitkultur und politischer Diskurs seien dabei „wohl etwas umschifft“ worden.

Allzu viel Hoffnung, dass sich die Situation grundlegend ändern könnte, konnte Kurth aber auch nach dem „Sachsen-Monitor“ nicht wecken. Denn ihr Vorstoß war nicht mit Ressourcen unterlegt. Heißt: Zusätzliche Lehrer, die sich um das Thema hätten kümmern können, gab es nicht. So warnte die Ministerin selbst vor übersteigerten Erwartungen. „Schule allein macht noch keine bessere Gesellschaft. Demokratieerziehung an Schulen kann nur Früchte tragen, wenn sie mit zivilgesellschaftlichen Maßnahmen im Umfeld von Schule einhergehen“, meinte sie. Tatsächlich erscheint fraglich, ob Demokratie-Erziehung „so nebenbei“ gelingen kann, wenn das Land Sachsen sich vorrangig für seine stets guten Ergebnisse in den Kategorien der Länder-Leistungsvergleiche interessiert: Bei PISA liegt Sachsen regelmäßig an der Spitze. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Das sächsische Schulgesetz

§ 1 Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule

(1)    Die Schule unterrichtet und erzieht junge Menschen auf der Grundlage des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Sachsen. Eltern und Schule wirken bei der Verwirklichung des Erziehungs- und Bildungsauftrags partnerschaftlich zusammen.

(…)

(5) Die Schüler sollen insbesondere lernen,

1.    selbstständig, eigenverantwortlich und in sozialer Gemeinschaft zu handeln,

(…)

3.    eigene Meinungen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen, diese zu vertreten und den Meinungen und Entscheidungen anderer Verständnis und Achtung entgegenzubringen,

4.    allen Menschen vorurteilsfrei zu begegnen, unabhängig von ihrer ethnischen und kulturellen Herkunft, äußeren Erscheinung, ihren religiösen und weltanschaulichen Ansichten und ihrer sexuellen Orientierung sowie für ein diskriminierungsfreies Miteinander einzutreten,

(…)

7.    angemessen, selbstbestimmt, kompetent und sozial verantwortlich in einer durch Medien geprägten Welt zu handeln sowie Medien entsprechend für Kommunikation und Information einzusetzen, zu gestalten, für das kreative Lösen von Problemen und das selbstbestimmte Lernen zu nutzen sowie sich mit Medien kritisch auseinander zu setzen und

8.    Ursachen und Gefahren der Ideologie des Nationalsozialismus sowie anderer totalitärer und autoritärer Regime zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Auch auf der Facebook-Seite von News4teachers wird das Thema diskutiert:

Was wir jetzt brauchen: Eine Bildungs-Offensive gegen die Hass-Kultur!

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xxx
4 Jahre zuvor

Den Grund der Demonstrationen sollte man nicht vergessen:

In der Nacht zum Sonntag starb ein 35-jähriger Deutscher nach Messerstichen in Chemnitz.
Die Polizei nahm in Tatortnähe zwei Männer, ein Syrer und ein Iraker, fest (22 und 23 Jahre). Sie sind dringend tatverdächtig.

Quelle: https://www.merkur.de/politik/ausschreitungen-von-chemnitz-schockierende-polizei-bilanz-seehofer-und-merkel-aeussern-sich-zr-10163892.html

Ich finde es aber sehr seltsam, dass Sachsen ein dringend zu bekämpfendes Naziproblem hat, wenn ein Migrant einen Sachsen tötet. Mit der Umkehrung könnte ich leben, vorausgesetzt der Sachse hat den Migranten ausschließlich aufgrund seiner Herkunft getötet.

Bevor die Bernds wieder lospoltern: Ja, in Sachsen gibt es eine im Bundesvergleich hohe Affinität zu rechtspopulistischen und rechtsextremen Gedankengut. Mir kommt es hier auf die zeitliche Abfolge an, also erst der Messerangriff und danach, als Reaktion darauf, die Demonstration.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

„Mit der Umkehrung könnte ich leben, vorausgesetzt der Sachse hat den Migranten ausschließlich aufgrund seiner Herkunft getötet.“
Das kommt aber ganz blöd rüber xxx. Lesen Sie diese Aussage einmal isoliert. Ich hoffe, Sie haben das nur ungeschickt ausgedrückt.
Ich kann mit gar nichts leben, wenn Menschen getötet werden.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Sie haben recht, ich habe es blöd ausgedrückt. Daher nochmal präziser:

Die Schlussfolgerung „Wenn ein Sachse einen Migranten aufgrund seiner Herkunft tötet, dann hat Sachsen ein Naziproblem“ ist plausibel. Die Aussage „Wenn ein Migrant einen Sachsen tötet, dann hat Sachsen ein Naziproblem“ hingegen nicht. Dabei beziehe ich mich in beiden Fällen ausschließlich auf die Schlussfolgerung, nicht auf die Tat an sich.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Mal wieder ein selten dummer Kommentar! Das Problem ist die Demonstratioin aus allein rassistischen Motiven und noch viel Schlimmer: Es wird Jagt auf Ausländer (einschließlich schwerer Körperverletzung) gemacht, die absolut unbeteiligt sind.

Man könnte ja auch alle Blonden verprügeln, wenn mal ein Blonder einen Dunkelhaarigen absticht, oder gegen alle Blonden demonstrieren.

Oder gegen alle Katholiken, weil ein Pfarrer seinen Messdiener missbraucht hat.

Es finden sich sicherlich noch beliebig viele andere dumme Beispiele.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

In der Leserdiskussion der Tagesschau hat heute zu diesem Thema jemand folgendes formuliert (ich war das nicht!):
„Nur mal so gefragt
„Hetzjagden“ wie in Chemnitz dürfe es nicht geben und sie dürften sich nicht wiederholen.
Hat man je den Satz gehört:
„Messerattaken“ auf Deutsche Bürger und Bürgerinnen hätten keinen Platz in dieser Gesellschaft und dürften sich nicht wiederholen?“
Warum sind wir eigentlich so zaghaft in Sachen Messer in der Tasche, mit Messern zustechen? Wird bei uns das Messer allmählich das, was in USA die Pistole ist, also leicht legal beschaffbar, unauffällig mitzuführen und jederzeit einsetzbar ? Man stelle sich mal Amokläufe damit vor oder Racheakte oder einfach Hitzköpfe, die bei jeder Kleinigkeit explodieren. Ist das kein „gesamtgesellschaftliches Problem“ ?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

„… hat der berufslose irakische Asylbewerber nur deswegen ein Messer bei sich getragen weil er öffter mit größeren Mengen Bargeld unterwegs gewesen ist …“
Das klingt so richtig überzeugend !!! Berufslose Asylbewerber tragen größere Mengen Bargeld mit sich herum, und das am späten Abend nach einem Volksfest? Jetzt wird wohl noch behauptet, der Ermordete wäre selbst Schuld. Wir dürfen doch keine Messerstecher provozieren, wenn sie mal eben unsere EC-Karte haben wollen! Und „Rassistische Beleidigungen“ können nur durch den Tod gesühnt werden. Na klar. Klingt fast nach „Stammesehre a la Karl May“ (Durchs wilde Kurdistan). Winnetou lässt grüßen.

Bernd
4 Jahre zuvor

Was hat das schlimme Tötungsdelikt mit den anschließenden Pogromen zu tun, xxx?

Wäre es also auch gerechtfertigt, Deutschstämmige wahllos als Kinderschänder auf der Straße niederzuschlagen, weil es immer wieder Berichte über Pädophilenringe in Deutschland gibt? Vor zwei Stunden kam die Nachricht: „Ein Geschäftsmann aus Güstrow soll seine Ex-Freundin mit zwölf Messerstichen getötet haben“ – ziehen wir jetzt durch Güstrow und verprügeln Geschäftsmänner?

Auf die Idee, dass hier jemand nur auf die Gelegenheit wartet, Gewalt und Chaos zu verbreiten – und dass Leute wie Sie mit Ihrer immer wieder hier öffentlich vorgebrachten Diskriminierung von Migranten solchen Verbrechern den Vorwand liefern, zuzuschlagen, kommen Sie natürlich nicht – damit haben Biedermänner wie Sie natürlich gar nichts zu tun.

Ich erinnere nur mal an Ihren Versuch in diesem Forum, Migranten eine verminderte Intelligenz zuzuschreiben.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

„Was hat das schlimme Tötungsdelikt mit den anschließenden Pogromen zu tun?“
Rechtsradikale haben das als Anlass gesehen. Ein Deutscher wurde von Migranten getötet. Das passt haargenau in deren Bild und dient als Anlass.
Was die Sache verschärft, ist, dass die Extremen sich inzwischen durch die sozialen Medien international verständigen können und solche Aktionen schnell ausführen können. Es waren in Chemnitz nicht nur Einheimische beteiligt. Das haben wir bei den Linksextremen in Hamburg gesehen und jetzt bei den Rechtsextremen in Sachsen. Alles ist schlimm. Bei den Rechtsextremen kommt noch die Hetzjagd auf Menschen dazu.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Es war ja nicht „nur“ ein Mord, sondern einer mit Messern, und zwar offenbar nach einem Streit. Diese Messerstechereien scheinen sich — jedenfalls gefühlt — zu häufen. Sogar ein Schüler wurde in einer Schule von einem Mitschüler mit einem Messer erstochen (stand auch hier bei n4t). Da frage ich mal: Ist das eigentlich eine althergebrachte deutsche Unsitte, mit Messern in den Taschen herumzulaufen und die bei Streitigkeiten einzusetzen, oder ist diese Unsitte nicht doch zugewandert?
„Hetzjagd auf Menschen“: Das ist unseres Landes absolut unwürdig, denke ich. Selbstjustiz geht nicht. Aber ob die Härte des Staates dagegen eine Option ist? Leider gibt’s schon länger auch das Phänomen der Jugend-Gangs, die auch nicht zimperlich sind, und darüber regt sich niemand mehr auf:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/gangs-in-berlin-auf-der-strasse-erzogen-a-463885.html
Man nimmt das hin. Das führt dann zu Verhältnissen wie sie in „West Side Story“ für NYC beschrieben wurden. Und das Gebaren von Gangsterbossen der Araber-Clans in Berlin erinnert mittlerweile an alte Geschichten aus Chicago mit Al Capone. Typisch: Die Justiz kann sie immer nicht belangen. Der Staat kapituliert zumindest partiell.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Die Tat der Messerstichverletzung mit Todesfolge ist juristisch gesehen ein Totschlag. Das Menschen mit Messern bewaffnet sich in der Öffentlichkeit aufhalten, sollte dazu führen, häufiger Personenkontrollen mit Untersuchungen auf derartige Stichwaffen durchzuführen, zumal man weiß, dass in diesem Kulturkreis es in Teilen der jungen männlichen Bevölkerung dazu gehört, diese zu tragen und bei die „Ehre“ beschneidenden Äußerungen, diese auch gegen andere Männer im martialischen Denken einzusetzen.
Die Treffen und Verabredungen Rechtsradikaler Demokratiefeinde zu organisierten Menschenjagden mit willkürlichen Gewaltexzessen gegen Menschen mit einem ausländischen Aussehen, sind Taten einer kriminellen Vereinigung eines rechtsradikalen Mobs, der nur auf eine Gelegenheit gewartet hat, entsprechend zuzuschlagen.
Es gibt zu diesen Vorfällen Filmaufnahmen über Jagdszenen von Neonazis gegen anders aussehende Mitbürger in Chemnitz.
Dieser Misthaufen muss ausgehoben und genauso verfolgt und die Vorfälle aufgearbeitet werden wie die Geschehnisse in Hamburg.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

„Messer in diesem Kulturkreis“ und dann noch die „Ehre“
Warum müssen wir denn dafür Verständnis haben? Was geht uns diese „Ehre“ an? Ereignisse wie diese hier sind nicht geeignet, das Verständnis zu erhöhen:
https://www.rtl.de/cms/versuchter-ehrenmord-in-baden-wuerttemberg-jetzt-spricht-der-vater-von-alaa-17-ueberall-war-blut-4144838.html
Zitat: „Der als islamistischer Gefährder eingestufte Mann soll dabei geholfen haben, Bombenbauteile nach Dänemark zu schmuggeln. Er fiel außerdem durch Diebstahl, Körperverletzung, Nötigung und Verstoß gegen das Ausländergesetz auf. Warum der Libyer nicht längst abgeschoben wurde, konnten die zuständigen Behörden nicht sagen.“
Genau diese Hilflosigkeit des Staates beklagen auch vernünftige Leute in Chemnitz („der Staat kann uns nicht mehr schützen“).

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

@ysnp
Danke für Ihren gut erläuternden Kommentar und Danke an die Redaktion für die Notbremse in Sachen unsäglicher Vermischung der beiden Einzelereignisse mit anderen Vorfällen.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Wenn ich die Presse richtig verstanden habe, sind rund 6000 Menschen aus dem politisch rechten Spektrum und 1500 Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. Dabei gab es 20 Verletzte. Wo da die „gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden“ ist, wissen Sie wahrscheinlich besser als ich. Nach der von mir aus der wikipedia zitierten Definition war es für mich kein Progrom, sondern nur eine allerdings große Demonstration mit schon fast ausnahmsweise wesentlich mehr Demonstranten als Gegendemonstranten.

Ihr zweiter Absatz ist natürlich kompletter Unsinn. Ihr dritter Absatz lässt mich ratlos zurück, weil ich lediglich die Hintergründe für die Demonstration ergänzt und eine durchaus plausible Frage gestellt habe, die Sie mir leider nicht beantwortet haben. Daher stelle ich sie jetzt mal ganz direkt und erbitte mir eine nachvollziehbare Antwort:

Wieso hat Sachsen ein Naziproblem, wenn ein Migrant einen Sachsen ermordet?

Ich weiß es nämlich nicht. Beachten Sie aber bitte den logischen Aufbau, also die Implikation „Migrant ermordet Sachsen -> Sachsen hat ein Naziproblem“, und beziehen Sie nicht irgendwelche anderen Vorfälle aus der Vergangenheit mit ein.

Den verhafteten Iraker und Syrier spreche ich aufgrund ihrer Tat eine verminderte Intelligenz oder zumindest eine fehlende Aufklärung (im Sinne dessen, was Westeuropa wirtschaftlich so stark gemacht hat) zu.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

@ xxx
Hier sollte man weniger logisch, sondern eher psychologisch erklären. Wobei für mich beide Schlüsse, die sie beschrieben haben, logisch sind. (siehe Post 17:52)
So oder so herum, es ist nicht wesentlich.
Auffallend ist, dass in Sachsen ein großes Rechtsextremenproblem besteht, wo eine Zunahme zu befürchten ist, wenn nicht dagegen gesteuert wird.

P.S.: Mich würde einmal eine Stellungnahme der AFD zu den Ausschreitungen interessieren. Schließlich sind sie im Parlament. Existiert die überhaupt?

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Danke für die Ergänzung. Ich streite nicht ab, dass Sachsen ein Rechtsextremenproblem hat. Allerdings leiten die Medien mit der von mir genannten, aber nicht verstandenen Schlussfolgerung aus dem Mord das Rechtsextremenproblem her. Oder war die Presse hauptsächlich schockiert, weil in so kurzer Zeit 6000 Rechtssympathisanten auf die Straße gegangen sind (und die Polizei reichlich überfordert war)?

Die Politik könnte mal auf die Nöte der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund gerade in strukturschwachen Gegenden hören. Weil das nicht passiert, braucht sich niemand zu wundern, wenn sich viele Menschen den einfachen Parolen zuwenden.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Die CDU regiert in Sachsen seit der Wende. Derzeit ist die SPD an der Regierung beteiligt, aber nur mit weniger bedeutenden Ministerien. Also hat die CDU bitte auch eine Verantwortung. Die Regierung hat versagt, nicht die Opposition. Und wieso sollen die Schulen versagt haben? Sie standen doch seit der Wende unter Kontrolle der CDU-Regierung.
Ein bisschen klingt in Zeitungsartikeln allerdings auch mit an: Das Volk hat versagt. Es denkt nicht demokratisch genug. Andererseits bestimmt in der Demokratie das Volk die politische Richtung. Was tun in dieser Zwickmühle?

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Klar hat sich ein AfD-Bundestagsabgeordneter schon geäußert. Für ihn sind die Körperverletzungen gegen unbeteiligte Ausländer Notwehr:

MdB Frohnmaier: „Wenn der Staat die Bürger nicht mehr schützen kann, gehen die Menschen auf die Straße und schützen sich selber. Ganz einfach! Heute ist es Bürgerpflicht, die todbringende ‚Messermigration‘ zu stoppen!“

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Unglaublich! Reine Hetze!
Ich weiß nicht, was schlimmer ist, wie ich inzwischen recherchiert habe. NRW- Abgeordneter Christian Blex verbreitete: „Das deutsche Wahlvieh zum Schlachten freigeben und tadeln, wenn es sich wehrt.“

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Blex ist promovierter Lehrer, Fächer Mathematik und Physik.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Das war bei Twitter, keine offizielle Erklärung der Partei. Es gibt offenbar auch andere Einschätzungen:
„Der Abgeordnete Jens Maier, vormals Richter in Dresden, sagte: „Wir sind da nicht besonders glücklich drüber.“ Die AfD sei eine „Rechtsstaatspartei“, die das Gewaltmonopol des Staates nicht infrage stelle.“
Diese „gespaltene Zunge“ ist natülich schädlich. Aber das Verhältnis von Parteien zu einer APO (außerparlamentarische Opposition) und sog. „spontanen Aktionen“ war schon immer problematisch, seit den Zeiten von SDS, Jusos und Studentenbewegung. Was wohl die CSU dazu sagt und ihre Rechtsausleger? Wie denkt man wohl in bayerischen Bierzelten über die ganze Sache?

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Zu entschuldigen sind diese Kommentare nicht.
Da kennen Sie die bayerische CSU (in den Bierzelten) schlecht. Solche Aussagen wie von diesen beiden Herren werden nicht fallen. Solche Leute wären in der NPD.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

ysnp: Ich will Ihnen das gern glauben. Es gibt bei den Saupreußen auch Vorurteile gegen bayerische Bierzelte in Wahlkämpfen. FJStrauß hat vielleicht auch einen Anteil daran. Aber hier sagt immerhin ein Politikwissenschaftler, die CSU gehöre zur nationalistischen Rechten, und die Unterschiede zur AfD seien nicht bedeutend:
https://www.schwaebische.de/ueberregional/politik_artikel,-die-csu-geh%C3%B6rt-zur-nationalistischen-rechten-_arid,10895516.html

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Da muss man aber den Artikel genau lesen. Es geht um die Vorstellung der CSU zur Lösung der Flüchtlingskrise und die europäische Haltung bzw. das, was die CSU daran kritisiert.
Claus Leggewie, ein Alt68iger, eher den Grünen zugeneigt, wenn man sein Engagement so sieht, interpretiert das von seiner Sichtweise her. Die CSU gleich in einen nationalistischen Rechtstopf zu werfen, finde ich schon etwas weit aus dem Fenster gelehnt.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Die CSU denkt zuerst an den eigenen Machterhalt (in Bayern), dann an das Wohlergehen von Bayern und danach an die Schwesterpartei. Nicht umsonst verbietet sie der CDU eine Wahlteilnahme in Bayern und tritt im Bund je nach Ziel als Bündnis mit der CDU oder als eigene Partei (mit Interessen für Bayern) auf. Man stelle sich vor, die NRW-CDU würde dieselben Anstalten machen und Rechte einfordern wie die CSU …

In diesem Sinne, also bezogen auf Bayern, kann man die CSU also durchaus als nationalistisch auffassen. Rechtstopf weiß ich nicht so genau, weil sie sich gerne sehr viel weiter rechts positionieren würde, als Merkel und der politische Mainstream es zulassen. Bei der Bundestagswahl hat die AfD in Bayern die höchsten Stimmanteile unter den Westländern geholt, die CSU hat vergleichsweise schlecht abgeschnitten.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Das mag schon alles sein und es gäbe viele Sachen, die man verbessern könnte.
Das führt jetzt zu weit weg, aber ich finde die Bildungspolitik läuft hier in Bayern noch besser als in vielen anderen Bundesländern. Ich denke, dass auch die Sicherheitspolitik eher besser ist, zumindest hat man das Gefühl.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

„Claus Leggewie, ein Alt68iger, eher den Grünen zugeneigt,“
Das mit dem „Alt68iger“ ist nicht die richtige Terminologie. Er ist Jahrgang 1950, ging also 1968 wohl noch aufs Gymnasium, denn er hat ja später studiert. Er ist ein „Nach68iger“ und wurde später mit diesen Ideen infoziert, wie viele andere Studenten der 1970er Jahre auch. Aber so ganz zufällig kann es ja wohl nicht sein, wenn jemand wie er (Direktor eines hochrangigen wiss. Instituts) sich so weit „aus dem Fenster lehnt“. Ich finde das allerdings auch übertrieben.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

@ysnp Unter dem Gesichtspunkt Schulbildung scheint eine weiter rechts positionierte Regierung, die im Gegensatz zu eher linken Regierungen das Leistungsprinzip höher halten, nicht die schlechteste Idee zu sein. Beim Ländervergleich trotz oder wegen der CDU-Regierung und trotz der Affinität zum rechten Politikspektrum spielt Sachsen ja auch immer vorne mit. An der Perspektivlosigkeit gerade der sächsischen Landbevölkerung muss aber gearbeitet werden. Wie das geschehen kann, weiß ich allerdings auch nicht, u.a. ist das Lohnabstandsgesetz für gering Qualifizierte viel zu gering, weil beispielsweise eine vierköpfige Familie auf rund 2500€ brutto kommen muss, um netto auf Hartz IV-Niveau zu kommen. Etliche werden sich sicherlich eine Vollzeitarbeit bei weniger oder nur unwesentlich mehr brutto trotz der Gängelei vom JobCenter nicht antun wollen.

Ignaz Wrobel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Blex ist der Rechtsaußen in der NRW-AfD-Fraktion, der am 16.11.15 in Oelde eine AfD Demonstration unter Beteiligung von herangebrachten Neonazis organisiert hatte, unter anderem SS-Siggi Sigfried Borchard, die allerdings kläglich scheiterte, weil kein Licht bereitgestellt wurde und auf der Gegendemonstration unter der Beteiligung aller demokratischen Parteien und der Kirchen 20 x mehr Demonstranten waren und der Platz hell erleuchtet war.

Cavalieri
4 Jahre zuvor

Zur Bewertung von Pegida & Co sollte man vielleicht folgendes Ergebnis einer Umfrage des Wissenschaftszentrums berücksichtigen:
„„Unsere Untersuchung zeigt vielmehr, dass Menschen mit fundamentalistischer Haltung gleichzeitig Gruppen, die von ihrem Standard abweichen – wie Homosexuellen oder Juden –, feindselig gegenüberstehen.“ Fast 60 Prozent der befragten Muslime lehnten Homosexuelle als Freunde ab, 45 Prozent denken, dass man Juden nicht trauen kann, und ebenso viele glauben, dass der Westen den Islam zerstören will. Die entsprechenden Werte unter christlichen Befragten im Vergleich: Immerhin 9 Prozent sind offen antisemitisch, 13 Prozent wollen keine homosexuellen Freunde, und 23 Prozent glauben, dass die Muslime die westliche Kultur zerstören wollen.“
Quelle: https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/islamischer-religioeser-fundamentalismus-ist-weit-verbreitet

Die gegenseitige Angst vor dem Islam bzw. dessen Niedergang ist vielleicht typisch. Interessant wäre ein Vergleich durch Umfragen bei sächsischen und bei türkischen Jugendlichen, wie sie zu der Idee eines „starken Führers“, zur „Volksgemeinschaft“ und zu typischen nationalistischen Parolen stehen. Sollen wir annehmen, dass die Sachsen hier vorn liegen würden? Ob ein „sächsischer Erdogan“ dort Erfolg hätte? Leider finde ich solche Umfrage nicht.
Klar ist: das Volk denkt das, was es will, und lässt sich nicht so einfach pädagogisch beeinflussen. Das hat gute und schlechte Seiten. In Nazideutschland war ja auch nicht jeder Schüler vom Nationalsozialismus überzeugt, obwohl die Schulpolitik das versuchte. Aber heutzutage die Demokratie in Sachsen abzulehnen, das ist problematisch. In der DDR waren nämlich gerade die Sachsen eher in der Opposition zum Regime als andere. Vielleicht sind manche in einer Fundamentalopposition zu allem?

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Redaktion

Ein Grund könnte sein, dass das Wort „Migrant“ in erster Linie Menschen direkt oder mit Vorfahren aus dem arabisch-nordafrikanischen Raum meint. Japaner und Belgier machen in Deutschland auch nicht ansatzweise den Stress wie diese Migranten.

Interessant für die Mitleser und als Ergänzung für den von der Redaktion dankenswerterweise verlinkten Artikel gebe ich auch einen an:

https://www.news4teachers.de/2017/07/lehrer-berichten-von-zunehmender-radikalitaet-unter-muslimischen-schuelern-gegen-juden-gegen-homosexuelle-gegen-deutsche-gegen-europa/

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Radikale Entwicklungen unter Muslimen ist erstmal ein anderes Thema, wie auch radikale Hooligans bei Fußballspielen und andere radikale Gruppen. Das würde ich außen vor lassen, das lenkt vom eigentlichen Thema – Entwicklung des Rechtradikalismus – ab.

Es geht um radikale Rechtsextreme, die Menschenjagden auf Unschuldige auf der Straße veranstalten und einen richtigen Hass auf Andersfarbige entwickelt haben.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Ich bezog den Link auf den der Redaktion. Die Aussagen sind ziemlich konträr zueinander.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Redaktion

Diese Studie aus Niedersachsen stufte Deutsche mit “nationalistische Gedanken” bereits als “rechtsextrem” ein. Aber die Türken hat man nicht nach türkisch-nationalistischen Gedanken befragt, sondern danach, ob sie den IS sozusagen legitim finden, und erst das galt offenbar als „radikal“. Immerhin steht da auch: „Zwischen einem Fünftel und einem Sechstel der teilnehmenden Muslime stimmt weiteren, Gewalt beinhaltenden Aussagen zu.“ Eine ganze Menge, oder? Bei den Sachsen sind es mehr? Es gibt halt auch einander widersprechende Umfragen, z.B. auch zu konservativen Einstellungen von Flüchtlingen, die bei der AfD immer kritisiert werden:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article157690894/So-aehnlich-sind-Fluechtlinge-den-Anhaengern-der-AfD.html
Ich meinte ja nur, eine Umfrage unter sächsischen jungen Leuten, die müsste es eigentlich an den Tag bringen. Aber wo ist die? Worin unterscheiden sich die Sachsen von den anderen Deutschen? Da gibt es den Nationalismus der einen und der anderen, die Sehnsucht nach dem starken Führer bei den einen und den anderen usw., und das in ganz Europa und darüber hinaus. Wir neigen offenbar dazu, das bei den Deutschen für schlimmer zu halten als bei anderen. Das Fatale: die Extreme schaukeln sich gegenseitig hoch. Insofern finde ich das Geschehen in Chemnitz auch beunruhigend. Aber man sollte versuchen es zu verstehen, anstatt gleich die Schule dafür verantwortlich zu machen. Oder man müsste auch die sächsischen Lehrer genauer befragen.

ysnp
4 Jahre zuvor

Irgendetwas muss die aktuelle Landesregierung in Sachsen falsch machen. In einem Zeitungsartikel las ich, dass die Regierung dort still hält aus Angst, Wählerstimmen an die AFD zu verlieren und sich dadurch die Leute ermutigt fühlen, an solchen Demonstrationen mitzumachen.

Richtig ist, dass man Ursachen sucht, warum anscheinend sich in Sachsen so viele Leute vergleichsweise radikalisieren. Vielleicht liegt es an dem schulischen Unterricht wie im Artikel anklingt, der Unzufriedenheit der Leute mit ihrer Lebenssituation und wie sie sich von der Politik ernst genommen fühlen, wie sie in Arbeit und Brot stehen, wie die Polizei auftritt, der Art, wie Politiker das Land regieren….
An einem hohen Migrantenanteil kann es nicht liegen. Irgendwo habe ich gelesen, dass in Westdeutschland (außer Berlin) der Migrantenanteil viel höher ist.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Natürlich liegt das nicht an einem hohen MIgrantenanteil, aber vielleicht doch an der Angst davor? Die Leute aus Sachsen fahren ja auch mal ins Ruhrgebiet oder nach Berlin-Neukölln. Und dann kommen sie zurück und berichten, was sie gesehen haben („ich dachte, mich hat es nach Istanbul verschlagen“). Der Stammtisch beschließt dann vielleicht was in Richtung „wehret den Anfängen“, und schon hat die AfD ein paar Wähler mehr. Die Regierung denkt natürlich anders. Sie will den Anfängen gar nicht wehren. Sie will die Zuwanderung.

g. h.
4 Jahre zuvor

Es könnte nicht schaden, wenn Frau Merkel, ein sonstiger hoher Regierungsvertreter und teilweise auch die Medien mehr Anteilnahme am Tod Einheimischer zeigten und nicht nur am Tod von Migranten. Im einen Fall herrscht weitgehend Stille, im anderen Empörung, Betroffenheit und Anteilnahme.
Das sind zwar nur Gesten, doch von der Bevölkerung werden die Unterschiede wahrgenommen.
Daraus entwickelt sich dann eine falsche Wut auf Migranten, obwohl Politiker und Medien verantwortlich sind und ihre gutgemeinte, aber brisante Ungleichbehandlung besser überdenken sollten.
Rechtsextremismus ernährt sich meiner Meinung nach auch von dem Gefühl, der Einheimische sei nichts wert und alles drehe sich nur um die Nöte und Bedürfnisse von Migranten.
Diese Nahrungsquelle für Rechtsextremismus müsste nicht sein. Man nährt das, was man eigentlich aushungern will, rechtsextremes Gedankengut.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

Menschen, die so etwas auch so sachlich wie Sie ansprechen, werden von anderen Menschen vom Schlag Bernd als Nazi ausgeschimpft. Das macht mich traurig, zumal die Presse nach wie vor auf dieser Welle fährt.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Ja, ich finde den Beitrag von g.h. auch sachlich geschrieben.
Ich fände es toll, wenn man einmal auf einer Lehrerseite nicht zündeln würde. Kontra geben gerne, aber nicht anfangen. ; – )

Pälzer
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Ich finde, das Herumhacken auf „Leuten vom Schlag Bernd“ könnten Sie ruhig für die Fälle aufsparen, wo er/sie tatsächlich mitkommentiert.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

Auf jeden Fall sollten Politiker ihre Aktionen sorgfältig überlegen und aber auch klar Kante zeigen, wo Unrecht geschieht – egal aus welcher Richtung das kommt.
Etwas aus wahltaktischen Gründen zu tun ist der schlechteste Ratgeber, denn letztendlich werden die Politiker an ihren Taten gemessen und irgendwann merkt es der Letzte, dass irgendetwas im Ungleichgewicht ist.

bolle
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

So ist es!
Meiner Meinung nach handelt Boris Palmer von den Grünen richtig. Er zeigt „klar Kante, wo Unrecht geschieht – egal aus welcher Richtung das kommt“.
Und was hat er davon? Die Bürger nehmen ihn ernst und mögen ihn, doch der eigenen Partei ist er zu weit rechts und auch namhafte Medien runzeln die Stirn über ihn.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  bolle

Das ist das Problem, weshalb ich nicht von einem Rechtsruck, sondern von einer Linksflucht in der breiten Bevölkerung jenseits vom Mainstream-Journalismus schreibe.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

@g.h.: Einige Dinge kann ich so nicht stehenlassen! Politikern die Schuld an Rassismus zu geben, geht doch ein wenig am Thema vorbei. Jeder ist selbst für sich und seinen Moralkompass verantwortlich.

Und gerade für die Ostdeutschen kann eine „brisante Ungleichbehandlung“ nicht gelten, oder das Gefühl, „Einheimische seien nichts wert und alles drehe sich nur um die Nöte und Bedürfnisse von Migranten.“

Was Westdeutschland schon alles an Geld in den Osten transferiert hat, dagegen sind Ausgaben für Migranten ein Furz im Tornado. Ich persönlich habe schon über 10.000 Euro „Solidaritätszuschlag“ gezahlt. Solidarität mit Menschen, die nun Hetzjagten auf die ganz Schwachen machen aus auschließlich rassistischen Motiven machen?

NEIN! Die Gründe, dort an solchen rassistischen Demonstrationen teilzunehmen, sind mieser Charakter gepaart damit, endlich einen Grund in der Politik zu finden, von seinem eigenen Versagen im Leben abzulenken.

Gerald
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Könnte das Rassismus gegen Ostdeutsche sein?

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  Gerald

Ehe man mit Begriffe wie „Rassismus“ um sich wirft, sollte man den Begriff verstehen. Auch wäre sinnerfassendes Lesen des gesamten Beitrags hilfreich.

Mississippi
4 Jahre zuvor

Nein, das ist kein Rassismus gegen Ostdeutsche. Mir stößt der Solidaritätszuschlag auch langsam auf. Man sollte mal zum Beispiel durchs Saarland fahren und dann überlegen, ob nicht andere Bundesländer auch einmal den Solidaritätszuschlag gebrauchen könnten.
Außerdem sind sehr viele Ostdeutsche in den Westen abgewandert und Gelder wurden für unsinnige Projekte ausgegeben. Der meiste Solidaritätszuschlag geht sowieso nur in die Vorzeigestädte.

Gerald
4 Jahre zuvor
Antwortet  Mississippi

Ich stimme ich Ihnen zu. Aber muss daraus den Ostdeutschen ein Vorwurf gedreht werden oder den Politikern?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Mississippi

Wirtschaftlich geht es gerade in Sachsen besser als in den anderen neuen Bundesländern. Leipzig – Chemnitz – Dresden, das ist nicht das Armenhaus der Nation. das liegt wohl eher in Mecklenburg-Vorpommern.
https://standort-sachsen.de/de/standort/wirtschaft

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Eben, und mir ging es darum, die Absurdität von Argumenten gerade in Sachsen wie

„Einheimische sind nichts wert und alles drehe sich nur um die Nöte und Bedürfnisse von Migranten.“

zu widerlegen.

geli
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

@Küstenfuchs
g.h. hat anlässlich der Vorfälle in Chemnitz ein übergreifendes Empfinden angesprochen, das auch bei Menschen im Westen existiert und nicht nur bei den Ostdeutschen, speziell den Sachsen.
Ich teile seine/ihre Ansicht. Es würde mich wundern, wenn Sie das noch nicht mitbekommen hätten und auch nicht die Ursachen dafür.
Sie mögen die Argumente absurd nennen, ich kann sie verstehen und finde es grundfalsch, sie zu diffamieren. Das erhöht nur die Anzahl und den Zorn jener, die sich nicht verstanden und als „nichts wert“ fühlen.
Sie reden durch Beschimpfung keinem die Gedanken und Gefühle aus. Im Gegenteil, Diskriminierungen sorgen für Solidarisierung und noch mehr Gegeneinander.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  geli

Warum muss ich jeden kleinen Nazi ernst nehmen und auf seine Gefühle achten? Haben sich die Demonstrationsteilnehmer mal gefragt, ob sich die gejagten Ausländer gut aufgehoben und verstanden fühlen?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

In Berlin jedenfalls fragen sich Araber-Gangs auch nicht, wie die „abgezogenen“ Deutschen sich fühlen, wenn ihnen mal wieder was geraubt wird:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/gangs-in-berlin-auf-der-strasse-erzogen-a-463885.html
Zitat von Seite 1:
„Ein Vorfall, der typisch ist für das rohe Klima, das in einigen Berliner Bezirken wie Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg und Wedding inzwischen herrscht: Wird einer aus der Gruppe jugendlicher Migranten beleidigt oder angegriffen, schlägt der ganze Pulk zurück.“
Aha, die dürfen das offenbar, als Gruppe Rache üben. Die Chemnitzer natürlich nicht.
Umgekehrt verspotten die ausländischen Gangs die Opfer mit „habt ihr denn keine Freunde, die euch helfen?“ Man will wohl das Faustrecht des Stärkeren etablieren wie bei den Neandertalern.
Zitat von Seite 2:
„Es ist doch immer so: Mehrere Araber oder Türken gehen auf einen Deutschen los – umgekehrt habe ich das noch nicht gesehen.“ […]
„Mittags in einem Café an der Neuköllner Pannierstraße: „Es gibt hier Läden, in die sich die Polizei nicht mehr reintraut“, sagt der Besitzer der „Croissanterie“.
Einseitigkeit ist dem Café-Besitzer wohl kaum vorzuwerfen. Aber er sagt: „Wenn es tatsächlich zu Gewalt kommt, raten die Beamten den Opfern schnell mal von einer Anzeige ab. „Da sind sie sonst ihres Lebens nicht mehr sicher.“ “
Also die Polizei rät von Anzeigen ab. Aucn wenn sich in einem Multikultibezirk jemand über ständigen nächtlichen Lärm beschwert, den dort Leute machen, die morgens nicht arbeiten müssen, rät die Polizei: ziehen Sie am besten hier weg. Unsere Gesetze stehen nur noch auf dem Papier. Das Faustrecht erobert unsere Städte.
Fazit: Von wem geht die Verrohung der Sitten und das schlechte Benehmen eigentlich aus? Ich bin nicht sicher, dass das primär die Naonazis sind. Wir sollten eigentlich zu einem unserer „Werte“ zurückkehren, nämlich einem anständigen Benehmen. Das dann aber für alle.

Bernd
4 Jahre zuvor

Was, zum Kuckuck, haben die von Ihnen hier pausenlos thematisierten Araber- Gangs mit den Neonazi-Aufmärschen von Chemnitz zu tun? Ja, es gibt kriminelle Araber. Es gibt auch kriminelle Deutsche. Und was soll Ihr Verweis auf nächtlichen Lärm im „Multikultiviertel“? Gibt’s eigentlich irgendetwas Negatives, was Sie Migranten nicht ans Revers heften wollen? Den ganzen Tag Verbrechen begehen und dabei auch noch Krach machen. Das geht natürlich nicht. Da müssen Neonazis unbedingt mal aufräumen.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Erstens sind Araber laut polizeilicher Kriminalstatistik bezogen auf die Bevölkerungsgruppe um ein Mehrfaches krimineller als Deutsche. Zweitens scheint die Messerei gerade bei Menschen aus dem arabischen Raum sehr beliebt zu sein. Drittens heftet Cavalieri Migranten nicht nur Negatives ans Revers. Ich habe ihn zum Beispiel noch nie etwas über die Kriminalitätsrate von Japaner-, Belgier-, Chilener- oder Polenclans schreiben gesehen. Viertens lade ich Sie ein, ohne Polizeischutz Ihre Predigten in einem von Araber-Clans kontrollierten Stadtviertel vorzutragen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie lediglich verbale Widerworte bekommen wie hier in den Kommentaren.

Die Araber-Clans haben es übrigens selbst in der Hand, nicht mehr „Opfer“ dieser Vorurteile zu werden. Sie müssen sich nur so benehmen wie ihre japanischen, belgischen, chilenische oder polnischen Mitmigranten.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  xxx

Na, verbreiten Sie wieder Hetzlügen, xxx? Aus welcher Polizeistatistik soll denn hervorgehen, dass „Araber um ein Mehrfaches krimineller sind als Deutsche“?

Richtig ist, dass Flüchtlinge ohne jegliche Bleibeperspektive häufiger kriminell sind – das hat Gründe, die natürlich nicht mit ihrer ethnischen Herkunft, sondern ihren Lebensbedingungen zu tun haben: https://www.tagesspiegel.de/politik/neue-studie-warum-fluechtlinge-aus-nordafrika-haeufiger-kriminell-werden/20810274.html

Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan hingegen – und das sind auch größtenteils Araber – werden seltener kriminell als der Bevölkerungsdurchsschnitt.

Freuen Sie sich, xxx: Die Saat, die Sie und die vielen Tausend Hassprediger von Rechtsaußen im Netz ausbringen, geht in Chemnitz auf.

m. n.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Man kann ja verschiedener Meinung sein, Bernd, und auch heftig über eine Sache streiten. Wenn ich aber den Ton und überhaupt die Umgangsform bei bestimmten Diskussionen hier betrachte, finde ich, dass Sie Ihrer Sache, dem Kampf gegen Hass, Hetze und Radikalismus, keinen Gefallen tun, wenn Sie immer wieder diffamierend über Mitdiskutanten herfallen und Ihre Worte Lügen strafen.
Auch die Rechtsradikalen von Chemnitz oder anderswo meinen wahrscheinlich, sie seien überhaupt nicht radikal, sondern tolle Widerstandskämpfer gegen böse Fremde, böse Politiker und böse Meinungsgegner.

Pälzer
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Bernd, was Sie hier schreiben, ist Hassrede mit ein paar Argumenten dazwischen. Wenn Sie Lehrer wären, wüssten Sie, dass man diesen Ton Schülern nicht durchgehen lassen darf.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Die Leute in Sachsen lesen auch Zeitungen und erfahren somit auch was über die Schattenseiten von Multikulti:
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/arabische-grossfamilien-staat-kuscht-vor-kriminellen-clans-a-721741.html
Sie wollen bestimmt nicht warten, bis das bei ihnen auch so aussieht. Ich hatte doch noch andere Links angegeben, alle von seriösen Zeitungen. Die muss man nur mal lesen, um zu staunen. Die Araber-Clans (vor 30 Jahren als Bürgerkriegsflüchtlinge eingereist) sind ein Problem, das in der Politik nur schöngeredet wird. Ich denke, die sind brutaler als die Neonazis und auch zahlreicher: Genannt werden Zahlen von 100.000 bis 200.000. Viele beziehen Hartz IV, wenn man das mal mit 400 Euro pro Kopf und Monat ansetzt und von 100.000 ausgeht, dann kostet das 40 Millionen pro Monat, also eine halbe Milliarde pro Jahr. Dabei haben diese Clans es gar nicht nötig: Sie haben genug Geld aus kriminellen Geschäften und machen systematisch falsche Angaben beim Sozialamt. Viele sind eingebürgert und könnten auch ganz normal arbeiten. Diese halbe Milliarde pro Jahr hätten wir wohl besser für Schulen und Kitas aufgewendet. Gerade in Sachsen geht’s auch um Geld: Viele Leute haben den Eindruck, dass Migranten finanziell besser gestellt werden als Einheimische. Bei der Naivität und Nachgiebigkeit der Behörden gegenüber falschen Angaben stimmt das vermutlich auch. Ansonsten ist es natürlich subjektiv.
Richtig ist wohl: Unsere Regierung hat im Amtseid geschworen, die Interessen Deutschlands zu wahren und nicht die von Arabern. So gesehen bekommt „wir sind das Volk“ eine andere Bedeutung. Versäumnisse von Regierungen führen zu Frust beim Volke und sind somit Wasser auf die Mühlen von Radikalen, auch Neonazis. Und da hängt leider auch alles zusammen. Das bloße Predigen „ihr dürft nicht rechts denken“ ist doch gescheitert. Das Volk glaubt das nicht mehr. Der obige Artikel zeugt davon, denn man sucht jetzt Sündenböcke ausgerechnet in den Schulen. Srenggnommen geht es hier nur darum, ob das stimmt und nicht um Chemnitz.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Es ist doch so, dass Cavalieri unter „Araber-Clan“-Verfolgungswahn leidet. Kaum ein Artikel hier, unter dem nicht der Berliner „Araber-Clan“ auftaucht: Egal ob Demos in Chemnitz, Rechtschreibung in Hintertupfing oder Lehrkräfte-Mobbing in Oberhausen, immer ist ein Berliner Araber-Clan im Spiel.

Kein normaler Mensch kapiert, wo der Zusammenhang ist, muss man aber auch nicht.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Das liegt einfach daran, dass die Leute meisten dieses Problem nicht kennen. Kannte ich auch vor ein paar Jahren nicht. Man muss einfach mal lesen, was die Presse dazu schon alles geschrieben hat. Googeln Sie mal Araber-Clans. Man kann nur staunen. Da werden Leute von der Polizei zitiert, die sagen, der Kampf gegen die ist vielleicht jetzt schon verloren. Die denken nicht so wie wir. Sie werden künftig Mafia-Strukturen aufbauen. Einige sind wohl bereits in der Ausbildung als Polizisten und haben schon angekündigt, ihre Familien doch im Dienst nicht hängen zu lassen. Was ist das anderes als der Einstieg in die große Korruption? Die Mafia in Italien lässt grüßen.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Pädophilenring, Pädophilenring, Pädophilenring …

In jüngster Zeit häufen sich die Meldungen über deutschstämmige Kinderschänder. Die Deutschen sind also pädophiler als etwa die Araber. Deshalb wäre es nur verständlich, wenn Migranten auf die Straße gingen und Deutschstämmige jagten.

Das ist das Niveau, auf dem hier „argumentiert“ wird – nur eben mal umgedreht. Widerlich.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Ich habe nicht gesagt, man solle die Araber-Clans jetzt auf der Straße jagen. Genau solcher Art Eskalation habe ich widersprochen („besseres Benehmen“, eben nicht das Faustrecht). Aber unser Rechtsstaat wird mit denen nicht fertig, auch wenn sie kriminell sind. Man kuscht. DAS ist das eigentlich Schlimme.
Bei den diversen Straftaten muss man die Relation sehen: Es gibt etwa 60 Millionen Deutsche (ohne Migrationshintergrund), denen stehen etwa 1 Million Araber (oder wieviele sonst?) gegenüber. Das ist ein Faktor von 60. Für jeden Mord eines Arabers hätte man somit mit 60 Morden von Deutschen zu rechnen. 2017 gab es 400 Mordopfer insgesamt (alle Nationalitäten und Herkunftsländer).
Bei den Pädophilen waren die Belgier offenbar führend im negativen Sinne (Dutroux). Das sind auch internationale Banden. Woher wollen Sie wissen, dass überproportional viele Deutsche dabei sind? Im übrigen: Das Stichwort „Pädophilie im Islam“ führt im Internet zu zahlreichen Einträgen. Schauen Sie mal. Gegenüber kleinen Mädchen hat man seltsame Ansichten. Das findet dann vorwiegend in den Familien statt und steht deshalb nicht in der Zeitung.
„Menschenrechtsaktivisten zufolge ist Kindesmissbrauch in Pakistan weit verbreitet. Öffentlich diskutiert werde das Problem aber kaum – das Thema gelte als Tabu.“
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/ermittlungen-wegen-kindesmissbrauchs-in-pakistan-13742473.html

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Bernd, man kann nicht offensichtlichen Rassisten wie Cavalieri nicht sinnvoll diskutieren, das zeigt alleine seine Besessenheit von Araber-Clans und vom bösen Islam.
Und plötzlich sind wegen eines Pädophilenrings alle Belgier führend unter den Phädophilen.
Definitionen von Rassismus geben mehrere Merkmale an, die man in allen Posts von Cavalieri bestens wiederfinden kann:
1. Differenz: Rassisten betonen ganz besonders Unterschiede
2. Wertung: Deutsche verhalten sich gut, Araber sind öfter Straftäter. Nebenbei wird das durch platte Statistiken unterlegt (siehe unten).
3. Verallgemeinerung: Jaja, Belgier sind Pädophile, Araber Mörder oder mindestens Mitglieder einer kriminellen Vereinigung

Statistik: Man kann nicht die Straftaten aller Deutschen und aller anderen Gruppen vergleichen, weil unter den Deutschen der Anteil an unter 10-jährigen und über 70-jährigen, die an schweren Straftaten kaum beteiligt sind, überpropertional hoch ist im Vergleich zu jeder anderen Bevölkerungsgruppe. Aber bestimmt gibt es in den Araber-Clans schon 2-jährige Killerbabys.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Der Anteil der unter 10-jährigen ist bei den Migranten besonders hoch. Nicht von ungefähr haben 38-40 % aller kleineren Kinder einen Migrationshintergrund. Daher dürfte dieses Argument hier nicht sehr ins Gewicht fallen. Und wenn der Faktor nur 50 statt 60 ist, was soll das ändern? Wieviele Morde gestehen Sie denn arabischen Zuwanderern zu? Gibt’s da ein Kontingent?
Pädophilie hatte Bernd hier (völlig neben dem Thema) angeschnitten, nicht ich. Es hat NICHTS zu tun mit dem, was zu Chemnitz diskutiert wird. Das Argument war daneben.
„Rassisten“: Fragen Sie mal, ob diejenigen, die deutsche Schüler als „Sch….Deutsche“ beschimpfen, nicht Rassisten sind. Ich wende mich nicht gegen Zuwanderer, meine aber, die sollen sich anständig benehmen. Aus den Zeitungen kann man jetzt eher ablesen: Zuwanderer sind gut, Deutsche sind schlecht, weil sie rechtsradikal sind. WIR müssen uns ändern (besonders die Sachsen), aber die Messerstecher brauchen sich offenbar nicht zu ändern, da müssen wir halt Verständnis haben. Ich sehe das nicht ein. Niemand scheint zu wissen, wie man diese Unsitte mit den Messern eindämmt. Dabei könnte man die in Innenstädten und bei Volksfesten (oder auch sonst) verbieten. Zum Höhepunkt des Karnevals im Rheinland sind sogar Glasflaschen verboten, und das wird auch kontrolliert.

U. B.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Das kann man auch anders sehen angesichts dessen, was man so von diesen Clans liest oder hört.
Ich muss wohl auch kein „normaler Mensch“ sein und unter Verfolgungswahn leiden, wenn ich verstehe, warum Cavalieri immer wieder auf diese Clans und andere Tatsachen hinweist.
Schade, dass auch Sie bei bestimmten Themen ausrasten und fast nur noch zum Mittel Diffamierung andere Meinung greifen; denn wenn es um rein schulische Aspekte geht, schätze ich durchaus Ihre sachliche statt polemische Meinung.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

Um mal eine sachliche Antwort zu geben: Man kann von BERLINER Araber-Clans sicher reden und das Problem sollte man weder negieren noch unterschätzen, aber Zusammenhänge zwischen Nazi-Demonstrationen in Chemnitz und dem Problem von Parallelgesellschaften in Berlin herzustellen soll doch offenbar nur von dem Problem der Rechtsradikalität in Sachsen sowohl in der Bevölkerung als auch in der Polizei ablenken.

Und wirklich jedem Artikel, der sich mit Fremdenfeidlichkeit befasst, kommt von Cavalieri ein „Jaja, aber die Araber-Clans“ oder ähnlicher Kram, ohne auf den Artikel wirklich einzugehen. Es geht also nicht um eineandere Meinung, sondern nur um die Platzierung einer fremdenfeindlichen Botschaft. Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

@ m.n. und U.B.

Sie bemerken, dass „man Dinge auch anders sehen“ sowie „verschiedene Meinungen haben kann“, was zunächst dem Sinn hiesiger Diskussionsforen entspricht. Wo alle dasselbe denken, wird bekanntermaßen weniger nachgedacht.
Warum Sie aber nun hier Andersdenkenden “ zu diffamieren“ und „auszurasten“, bleibt auch nach mehrfachen Lesen der vermeintlich zu kritisierenden Beiträge nicht nachvollziehbar. Es sollte doch im Interesse aller sein, eine Lüge auch als solche bezeichnen zu dürfen ohne einer Diffamierung bezichtigt werden zu müssen. Diesbezügliche Quellennachweise für o.g. sehr steile These „diese Bevölkerungsgruppe sei ein vielfaches krimineller als jene“ finden sich meines Wissens nach nur auf rechtspopulistischen Seiten, die aus bekannten Gründen demokratieuntauglich sind oder liegen Ihnen seriöse Quellen vor?

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  unverzagte

(…)Warum Sie aber nun hier Andersdenkenden ” zu diffamieren” und “auszurasten” VORWERFEN (…)

ysnp
4 Jahre zuvor

Ich habe einmal die Beteiligten bei dem Interview und NuoViso gegoogelt.
So neutral scheinen die nicht zu sein. Das muss man auch mit Vorsicht genießen.
Was komisch ist, dass diese beiden über weite Strecken des Gesprächs geradezu ein gegenteiliges Bild zeichnen. Das kann irgendwie auch nicht sein.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Neutral vielleicht nicht. Nach typischen Neonazis sehen sie aber auch nicht aus. Jedenfalls reden sie von arabischen Gangs in der Chemnitzer Innenstadt, merkwürdig. Eine reine Erfindung scheint das nicht zu sein. Sie beklagen auch, dass der Staat die Kriminellen gewähren lässt, und dass die Medien nicht die wahren Probleme abbilden.

Beate S.
4 Jahre zuvor

Was ist denn nun Sache?
Zitat: „Zitat: „CHEMNITZ. Der Chefredakteur der Chemnitzer Regionalzeitung Freie Presse, Torsten Kleditzsch, widerspricht Medienberichten, wonach es am Sonntag zu „Hetzjagden auf Migranten” gekommen sei. „Am Anfang wurden sehr viele Erzählungen weitergeschrieben, das heißt, auch in einer übertriebenen Art und Weise“, sagte Kleditzsch gegenüber Deutschlandfunk Kultur.
https://www.tagesstimme.com/2018/08/29/keine-hetzjagd-auf-migranten-lokalzeitung-widerspricht-medienberichten/

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Gab es diese „Hetzjagden“ nun eigentlich wirklich oder nicht? Im Internet finden sich Hinweise, dass die auf keinem Video drauf sind, aber von Politikern aller Richtungen immer beschworen werden. Vielleicht waren die nur angekündigt und wurden verhindert? Oder waren sie in Chemnitz nicht einmal ernsthaft angekündigt, sondern vielleicht nur rhetorisch? Aber wenn jemand einen Mord ankündigt und das dann doch nicht macht, spricht man ja auch nicht von dem Mord, als sei er passiert. Warum übrigens die Tat mit den 25 Messerstichen nur Totschlag und kein Mord sein soll, leuchtet mir nicht ein. Ohne Tötungsabsicht hätte der Täter ja vielleicht nach 1-2 Stichen aufhören können. Wenn das mit der Frau stimmt, dann könnte man sogar niedere Motive unterstellen.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

@Cavalieri
Sie verleugnen die Angriffe gut organisierter rechtsextremer auf Gegendemonstranten und Presseleute, die man unter You tube sehr schnell findet.
Das war keine Spaß- ober Trauerveranstaltung und ist eine Schande für Sachsen.
Die Schlägergangs sind gut organisiert und extrem gewaltbereit und gehören nicht zu einem normalen Stadtbild.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Ja wohl , es gab Hetzjagden auf anders farbige Menschen in Chemnitz.
Das sind einfach Ausschreitungen gut organisierter Rechtsradikaler.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

„… die man unter Youtube sehr schnell findet.“
Ich finde nichts Brauchbares. Bei Youtube stehen übrigens auch zweifelhafte Videos aus der rechtsextremen Szene, z.B. über Gräueltaten von Islamisten und so. Das würde ich hier nie zitieren. Ich glaube, das ist keine zuverlässige Quelle. Warum reden alle Medien von diesen Hetzjagden, ohne das zu präzisieren? Die Demonstration verlief wohl etwas chaotisch, aber nicht chaotischer als das, was in Hamburg beim Gipfel geschah. Einzelne Attacken aus solchen Demos heraus scheint es leider oft zu geben, auch organisierte von Radikalinskis verschiedener Art. Die Polizei kann nicht alles verhindern. Mir fehlt ein bisschen der Nachweis, dass es bei dieser Demo in Chemnitz nun besonders schlimm zuging. Es soll auch schon Hetzjagden der einen Fußballfans gegen die von der Gegenseite gegeben haben. Auch gab es rassistische Angriffe auf farbige Fußballer. Ein Thema für die große Politik war das aber nie.
Ehrlich gesagt, ich vermisse von den hochrangigen Politikern auch mal Statements wie „In Deutschland ist kein Platz für Messerstecher“.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

@cavalieri

Ihrer Ansicht nach wäre die Bundesregierung dann also auch keine „zuverlässige Quelle“.
Welche Präzisierung benötigen Sie noch zur allgemeinen Berichterstattung der Presse über die von rechtsextremen Terroristen praktizierte Hetze? Die genaue Angabe der Anzahl der eventuell eingesetzten Messer? Oder sind diese Waffen nur dann interessant für Sie, wenn sie ihrem Lieblingssujet „gewaltbereite Araber“ zuzuordnen sind?

https://www.youtube.com/watch?v=BPFzSeHUVcY

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

In dem Link wird auch nur gesagt, dass einzelne Leute Jagd auf irgendwen gemacht hätten. Behauptet wurde aber, dass das organisiert und systematisch geschähe, sozusagen nach einem Aufruf. Als Quelle wird die Antifa angegeben. Ist das eine „zuverlässige Quelle“? Die Taten einzelner pflegt man doch sonst immer kleinzureden (nur Einzelfälle). Einzelne morden ja auch, das ist ja wohl schlimmer.
„Zuverlässige Quelle“: Das Fatale ist doch, dass man den wohlklingenden Reden unserer Spitzenpolitiker eben nicht mehr trauen kann. Die werden auch nicht besonders präzise informiert. Und da geht es nicht um die Wahrheit, sondern um das, was politisch als opportun erachtet wird. Und das ist natürlich ein „Kampf gegen rechts“, denn bei der nächsten Wahl könnten sie ja nochmal an Stimmen zulegen. Der sächsische Ministerpräsident unterlag doch letztlich beim Direktmandat der AfD. Das wird ihn nicht gefreut haben.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

@unverzagte
Danke für den eingespielten Bericht, in dem diese Übergriffe kameratechnisch dokumentiert sind.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Redaktion

DANK! @ REDAKTION

U. B.
4 Jahre zuvor

Morris Scheithauer, Student und Vorsitzender der Jungen Liberalen Jena-Weimar geht in seinem Artikel „Gegen Extreme helfen keine Extremen“ sehr kritisch mit den Medien um, speziell mit den öffentlich rechtlichen wie ARD und ZDF:
„Die Tötung in der Brückenstraße in der Nacht vom Samstag zum Sonntag steht zweifelsohne im Kontext der seit drei Jahren verstärkt geführten „Einwanderungsdebatte“ in Deutschland.
…die WELT berichtete bereits von der Straftat, bevor der rechte Mob durch die Chemnitzer Innenstadt zog. Für tagesschau.de wurde das Thema dagegen erst interessant, als Sachsen als originäre Heimat des Rechtsextremismus dargestellt werden konnte.“

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

Vorsitzender der Jungen Liberalen in einer Stadt der Größenordnung von Jena wird man doch in aller Regel, weil es kein anderer machen möchte. Warum also sollte die Meinung eines Studenten eine so große Rolle spielen, als dass sie zitiert werden müsste, zumal seine Behauptungen kaum überprüfbar sind?

U. B.
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

@Küstenfuchs
Dann sollten wir unbedeutenden Lichter hier wohl alle besser schweigen. Keiner (auch Sie nicht!) spielt vermutlich eine so große Rolle, dass seine Meinung andere interessieren müsste.
Ist das Ihre Argumentation gegen jemanden, den Sie in seinen unliebsamen Aussagen nicht mal kurz als „offensichtlichen Rassisten“ abtun und mit Dreck bewerfen können wie Cavalieri?!
Übrigens ist die Größenordnung „Jena-Weimar“. Typisch, dass Sie Weimar mal eben weglassen, damit Morris Scheithauers Artikel „Gegen Extreme helfen keine Extremen“ noch bedeutungsloser wird. Als ob es auf die Größe seines Wahlkreises ankäme, ob der Artikel eines politischen Vertreters lesenswert ist oder nicht!

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

Ich dachte, meine Ausführungen würden ausreichen! Hier ist ein Diskussionsforum für Teilnehmer. Man kann gerne wichtige Leute auch zitieren, aber jemand, der kaum zu den 5000 bedeutensten Politikern Deutschlands (quer durch alle Parteien) zählt? Der kein politisches Mandat hat, nicht mal in einer Bürgerschaft/Stadtverordnung etc?

Echt jetzt, Chef der Jugendorganisation der FDP, die nur deshalb Weimar und Jena zusammenfasst, weil sonst keine Mitglieder da sind? Zitieren wir jetzt auch Fußballprofis? Können wir gerne machen, passt zur Demo in Chemnitz auch:

Ralph Gunesch: „Einen dunkelhäutigen Gegenspieler permanent als ,Scheiß N***r’, ‚Zurück in den Busch‘ zu beschimpfen und mit Affenlauten zu begleiten zeigt nur, dass Euer IQ knapp über dem eines verbrannten Toastbrotes liegt!! “

Und jeder kann jetzt gerne noch ein paar Zitate von irgendjemandem bringen, bitte, aber das ist in einem Diskussionsforum kaum zielführend.

U. B.
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

@Küstenfuchs
Jeder kann zitiert werden, auch wenn es ein angeblich unbedeutender Mensch ist, dessen Meinung zu einem Thema hier mir aber einleuchtend und wichtig erscheint.
Mal ehrlich jetzt: Sie würden doch jedes Zitat eines völlig unbedeutenden AfD-lers höchst willkommen heißen, wenn es denn „entlarvend“ wäre für die Bösartigkeit seiner Partei.
Nur wenn Ihnen Aussagen aus einem Artikel nicht passen und Sie dessen Schreiber schlecht in die rechte Ecke schieben können, wollen Sie plötzlich eine seltsame Regel einführen, die ihn auf andere Weise fragwürdig macht.
Und jetzt wirklich mal echt und ehrlich: Ist es nicht so?

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  U. B.

Nein, ich würde nicht einen bedeutungslosen AfD-ler zitieren, er sollte schon wenigstens Abgeordneter des Bundestags oder eines Landtags sein oder im Zweifel einer Großstadt (z.B. Chemnitz, wenn der Artikel über Chemnitz geht). Was mein örtlicher AfD-Kleinstadtchef so alles zu Chemnitz denkt, ist für alle anderen Leser hier völlig unerheblich, das will echt keiner wissen.

Ich hatte nur darauf hingewiesen, dass der Vorsitzende einer FDP-Jugendgruppe von schätzungsweise 30-50 Mitgliedern ohne Mandat auch absolut keinen interessiert. Es kommt da nicht auf den Inhalt oder die Partei an.

Die Kassiererin bei meinem ALDI ist übrigens auch der Meinung, dass die Zustände in Chemnitz „schlimm“ sind. Will es jemand wissen?

xxx
4 Jahre zuvor

„droht ein erdrutschartiger Sieg rechter und neoliberaler Parteien wie CDU, SPD, FDP und AfD.“

Wer außer Grüne und Linkspartei hat denn sonst noch Vhancen auf den Einzzg in den Landtag? Keine. CDU und SPD als rechts und neoliberal zu bezeichnen, finde ich aber mutig. Links und evtl. sozialistisch (nicht sozial) finde ich plausibler. Deswegen ist die AfD in Sachsen auch so stark. Die Sachsen haben wohl keine Lust mehr auf Zustände wie zu DDR-Zeiten.

Cavalieri
4 Jahre zuvor

Jetzt wird plötzlich gemeldet, der Tatverdächtige hätte längst abgschoben werden können:
https://www.tagesschau.de/inland/chemnitz-kretschmer-113.html
Die Behörden haben einfach geschlafen. Auf wessen Mühlen ist das nun das Wasser?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Jetzt heißt es zusätzlich, er habe sich mehrere Identitäten zugelegt:
https://www.tagesschau.de/inland/fussball-abgesagt-chemnitz-101.html
Sowas macht man doch nur in krimineller Absicht, oder? Das geht offenbar in Deutschland ganz wunderbar leicht, aber entdeckt wird es immer erst hinterher (wenn der Mord passiert ist). Unsere Frau Justizministerin fühlt sich dafür offenbar nicht zuständig. Und was soll uns jetzt daran hindern anzunehmen, dass das nur die Spitze eines Eisbergs ist? Wieviele Asylbewerber werden wohl mehrere Identitäten haben?

Ursula Prasuhn
4 Jahre zuvor

Sehr geehrte Redaktion,
Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin, Barbara Ludwig, hat ein Statement zur jüngsten Bürgermeistersprechstunde abgegeben, in dem sie betont, dass viele Bürger empört gesagt hätten: „Wir wollen nicht in die rechte Ecke abgedrängt werden“.
Diesen Punkt finde ich ganz entscheidend – nicht erst seit den letzten Tagen. Er durchzieht auch seit Jahren schon die Diskussionen hier im Forum, wenn es um bestimmte Themen geht.
Ich halte es für einen folgenschweren Irrtum, wenn man glaubt, Rechtsradikalismus bekämpfen zu können, indem pauschal jeder verurteilt und beschimpft wird, der auch nur irgendwie – und sei es noch so weit hergeholt – mit dieser Geisteshaltung in Verbindung gebracht werden kann.
Dadurch werden berechtigte Fragen, Anliegen und auch Anklagen der Bürger unterdrückt, aber keineswegs beseitigt. Im Gegenteil, Wut und Empörung wachsen und die Hemmschwelle, auf rechtspopulistische Parolen reinzufallen, sinkt. Hier fühlt man sich leider verstanden.
Es bringt auch nichts, wenn Politiker und Medien seit Jahren wiederholen: „Wir müssen die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen“. Ernst genommen fühlen sich die Bürger nur, wenn Taten spürbar den Worten folgen und nicht weiterhin jeder in die rechte Ecke gestellt wird, der sich nicht vorschriftsmäßig äußert und jedes Wort auf die Goldwaage legt. Dann sagt man sich doch lieber nichts und wählt stattdessen frei und geheim die AfD.
Dass diese Partei blüht und gedeiht, wundert mich nicht. Mich wundert nur, dass die Meinung herrscht, allein mit Beschimpfung könne sie kleingekriegt werden. Wie soll das denn gehen, wenn Bürger, die „in die rechte Ecke abgedrängt werden“, ihre Stimme dieser Partei geben und sich in einem Boot mit ihr fühlen, weil sie gleichsam beschimpft werden?
Ja, in Chemnitz marschierten auch Rechtsradikale und Rassisten in erheblicher Anzahl auf. Sie waren sogar angereist, um der bürgerlichen Demonstration ihren Stempel aufzudrücken und im Fokus der Kommentare und Kameras zu stehen. Sie ließen die geplante und als Reaktion auf die Tötung eines Chemnitzers gedachte Demonstration erfolgreich als rechten Aufstand dastehen.
Der Chemnitzer Oberbürgermeisterin bin ich dankbar für ihre Betonung der Bürgerstimmen „Wir wollen nicht in die rechte Ecke abgedrängt werden“. So können deren Anliegen wenigstens nachträglich noch zur Kenntnis und ernst genommen werden. Nur das verhindert weiteren Zulauf zur AfD und nicht der Stempel „Rassismus“.

Mit ebenfalls freundlichem Gruß
Ursula Prasuhn

Aufmerksamer Beobachter
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn
ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Guter Kommentar Frau Prasuhn.

Andererseits ist es schon nervig, wenn fragwürdige Seiten verlinkt werden, die einem zum Recherchieren zwingen und immer wieder dasselbe, was reinpasst, angebracht wird (Araberclans und Muslime) lesen zu müssen. Da beschleicht einem schon das Gefühl, dass mit diesen Posts versucht wird, Meinungsmache zu betreiben, vor allem weil es sich ständig wiederholt.

Zum Thema:
Auffallend ist trotzdem, dass sich vor allem in einigen Ländern des ehemaligen Ostblocks (Ostdeutschland, Polen, Ungarn) der Rechtpopulismus wegen der Flüchtlingskrise ein starkes Standbein hat. Vielleicht haben diese Länder nie von der Pieke auf gelernt, selbstbestimmt in einer vielfältigen Gesellschaft zu leben und macht ihnen das Fremde Angst?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

ysnp: Welche fragwürdigen Seiten soll ich denn verlinkt haben? Die Araberclans habe ich auch deshalb erwähnt, weil sie ein Musterbeispiel dafür sind, dass unsere Behörden sich von gewissen Leuten einfach auf der Nase herumtanzen lassen. Es ist bekannt, dass da Leute den Rauschgifthandel kontrollieren und dass sie im Geld schwimmen (das zeigen sie auch), und dann schafft man es noch nicht einmal, ihnen die Sozialhilfe zu streichen. Ich habe das oben vorgerechnet. Und Leute, die von Hartz IV leben, kaufen plötzlich Eigentumswohnungen (ohne Kredit; den würden sie ja nicht bekommen). Sie haben natürlich nie eine Steuererklärung gemacht und nie Steuern gezahlt. Das kann man unter dem Stichwort „77 Eigentumswohnungen beschlagnahmt“ nachlesen. Aber juristisch wurden sie nie belangt, der Rechtsstaat wurde von ihren Anwälten vorgeführt. Es wird den organisierten Kriminellen einfach nichts Ernsthaftes entgegengesetzt. Den Leuten, die mehrmals Asyl beantragen und sich mehrere Identitäten zulegen (wie Amri), auch nicht. Bei Falschparkern ist der Staat besser aufgestellt. Ich finde das sehr beunruhigend.
Wie Frau Prasuhn richtig sagt: die meisten Chemnitzer sind gar keine Rechtsradikalen, aber sie sind unzufrieden mit den Behörden und mit der Regierung. DAS soll jetzt wohl so nebenbei unter den Teppich gekehrt werden, indem man auf die Radikalen lauthals mit Donnergetöse schimpft. Herr Kretschmer will sich reinwaschen. Kluge Journalisten könnten eigentlich mal dieses (typische) Ablenkungsmanöver reflektieren. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass der Staat gegenüber dem harten Kern dieser Rechtsradikalen ebenfalls versagt. Die werden auch nicht belangt. Unser Rechtsstaat schützt mehr und mehr die Falschen. Und das Volk fühlt sich (subjektiv) verraten. Pardon, das Volk gibt’s gar nicht, hat Herr Habeck gesagt.

emil
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Nein, das Volk fühlt sich nicht verraten. Lediglich ein kleiner, dafür aber sehr lauter und und emotional aufgeheizten Teil fühlt sich selbst und persönlich benachteiligt, ob zu Recht sei mal dahin gestellt. Das ist ein sehr großer Unterschied¡

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  emil

„Verraten“ ist vielleicht das falsche Wort. Es fühlt sich bedroht durch ständige Meldungen über Messerstecher (heute einer in Amsterdam) und von organisierter Kriminalität (oft genug ausländische Banden). Und von der Aussicht, dass noch weitere Millionen Zuwanderer kommen aus südöstlichen Ländern. Das ist einfach ein psychologischer Effekt. Sonst (z.B. in schulischen Dingen) wird doch immer mit Psychologie argumentiert, hier wird das einfach ignoriert. Den Leuten wird quasi verboten sich zu empören, nur weil Rechtsradikale sich besonders laut und demonstrativ empören. Über die ganze Messerstecherei wird seitens der „offiziellen“ Politik nur windelweich geredet („Gesetze verschärfen, nein danke“, nur in Flugzeugen sind Messer verboten, warum eigentlich?). Man verbietet den Leuten ja auch nicht, soziale Missstände anzuprangern, nur weil vielleicht radikale Kommunisten, die vom Klassenkampf reden, das auch tun, um damit zu Demos aufzurufen, aus denen heraus dann irgendwas passiert.

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

@Cavalieri
Ich bezog mich vor allem auf den Link von bolle, der gelöscht wurde. Ich hätte vielleicht 2 Sätze machen sollen, statt alles in einen reinzupacken. ; – )

emil
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Ysnp, ja, das vermute ich auch.

Trotz allem nutzen in Chemnitz die Rechten die Situation gnadenlos für ihre Propaganda aus. Es ist ein Mord geschehen, der gehört strafrechtlich verfolgt und vor Gericht gestellt. Die Frage der Nationalität der Beteiligten ist absolut zweitrangig! Ein Mord wird keinesfalls besser, wenn ein Deutscher einen Ausländer tötet.
Insofern gehört meines Erachtens auch die Frage des Gehört Werdens der Bürger überhaupt nicht in diesen Zusammenhang. Das ist genau der Punkt, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Den ganzen so genannten Wutbürgern geht es nicht um die Trauer um den Toten, sondern einfach nur darum, ihre Wut über angebliche Ungerechtigkeiten unser Gesellschaft loszuwerden werden. Der Anlass ist eher austauschbar. Und das macht das ganze Verhalten dieser Leute gefährlich und unberechenbar.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Danke für den Kommentar, Frau Prasuhn. Die Meinungszusammensetzung in den Redaktionen der Mainstream-Presse und linker Politik (von CDU bis insbesondere den Grünen) weicht deutlich von der in der Bevölkerung ab. Als Reaktion gibt es eine deutliche Linksflucht, also in Richtung AfD als einzige demokratisch legitimierte, aber nicht links-grüne Partei in Deutschland. Wolfgang Trittin hat das neulich sehr deutlich bei Markus Lanz thematisiert.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Sie schreiben, Frau Prasuhn, es würden „berechtigte Fragen, Anliegen und auch Anklagen der Bürger unterdrückt, aber keineswegs beseitigt“ – was sind denn, bitteschön, die Anliegen derjenigen, die im Schlepptau der Rechtsradikalen durch Chemnitz zogen? Oder die Anliegen derjenigen, die – wie oben im Beitrag beschrieben – mit der parlamentarischen Demokratie wenig anzufangen wissen?

Sorry, ich kann da keine politische Forderung erkennen, die irgendeinen konstruktiven Gehalt hätte.

Mehr Sicherheit? Laut Polizeistatistik ist Deutschland so sicher wie seit 25 Jahren nicht.

Mehr Wohlstand? Deutschland hat ein historisch beispielloses Wohlstandsniveau erreicht.

Migranten raus? Sollen wir ernsthaft darüber diskutieren, einen Teil der deutschen Bevölkerung – das sind Migranten eben auch – „nach Anatolien zu entsorgen“, wie’s die AfD gerne hätte?

Mir scheint eher, dass ein Teil der Bevölkerung seine persönlichen Probleme mit der Moderne zu politisieren versucht. Das ist in der Tat ein Problem – die 50er Jahre kommen niemals wieder.

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Lieber Bernd, den Wohlstand haben die westlichen Industrienationen aufgrund der Aufklärung erreicht, wozu insbesondere die deutliche Trennung von Kirche und Staat zählt. Der Iran war vor dem Umsturz auch ein sehr freies und modernes Land, seit die Islamisten das Ruder übernommen haben, wurde es schwieriger. Das gilt aber auch für Indonesien, Pakistan usw. Die Bevölkerung in Deutschland merkt das auch, ebenso bemerkt sie, wie die Politik und die Presse Kommentare in diese Richtung als rassistisch oder x-phob versuchen klein zu reden. Leider gehören auch Sie dazu.

„Mir scheint eher, dass ein Teil der Bevölkerung seine persönlichen Probleme mit der Moderne zu politisieren versucht. Das ist in der Tat ein Problem – die 50er Jahre kommen niemals wieder.“

So sehe ich das auch. Allerdings beziehe ich mich nicht auf die 1950er Jahre, sondern auf den Sozialismus. Die DDR, Nordkorea usw. zeig(t)en, wie gut das funktioniert.

Ursula Prasuhn
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

@Bernd
Zitat von Ihnen an mich: „Sie schreiben, Frau Prasuhn, es würden “berechtigte Fragen, Anliegen und auch Anklagen der Bürger unterdrückt, aber keineswegs beseitigt”.“
Anschließend stellen Sie in Abrede, dass es für die Bürger überhaupt Probleme gäbe, die an die Politik zu richten seien. Alle lebten in nie dagewesener Sicherheit und großem Wohlstand und wollten – oder ich wollte – nur die Migranten raushaben, so „wie’s die AfD gerne hätte“.
Ich kann Ihre starre Fixierung auf den Rassismus der einheimischen Bevölkerung nicht ändern und will es auch gar nicht erst versuchen. Nur eins möchte ich voller Klarheit und Überzeugung sagen: Leute wie Sie treiben der Afd Wähler in die Arme, obwohl sie das Gegenteil wollen.
Sie schreiben schließlich noch: „Mir scheint eher, dass ein Teil der Bevölkerung seine persönlichen Probleme mit der Moderne zu politisieren versucht.“
Damit spielen Sie auf mein recht hohes Alter an, was ich als notgedrungenes Argument empfinde. Wenn gar nichts mehr hilft, dann nehme man das Alter eines Meinungsgegners aufs Korn und stelle ihn als nostalgisch oder nicht mehr voll geisteskräftig dar.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Och, weise Frau Prashuhn, was sagt man nun dazu: Sie ziehen es vor, meine Fragen zu ignorieren und mokieren sich hier nun leicht pikiert über „notgedrungene“ Argumente anderer? Schade, dass Sie Ihrer eigenen Erwartungshaltung nicht gerecht werden.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

„Laut Polizeistatistik ist Deutschland so sicher wie seit 25 Jahren nicht.“
Dabei sind natürlich die Tricks dieser Statistik zu berücksichtigen. Die Nationalität bzw. Herkunft von Mördern steht da nämlich nicht. Außerdem sollte Bernd mal hier nachlesen, dass selbst an Schulen die Kriminalität zunimmt:
https://www.news4teachers.de/2018/09/die-psychische-und-physische-gewalt-an-schulen-nimmt-zu-lehrer-fordern-mehr-ressourcen-um-dagegen-vorgehen-zu-koennen/
„Deutschland hat ein historisch beispielloses Wohlstandsniveau erreicht.“
Das sollte Bernd mal mit den Leuten von der Linkspartei diskutieren. Die reden merkwürdigerweise immer von prekären Beschäftigungsverhältnissen und von Altersarmut. Auch Frau Nahles hat sich in diesem Sinne geäußert.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Lesetipp aus aktuellem Anlass „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ aus Paul Celans Exillyrik „Die Fuge“ als international bedeutsame Reaktion auf die nationalitätsverblendete, perfekte Mörderfabrik unserer (!) selbstverständlich nur reinrassigen Vorfahren.

dickebank
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Die sind ja auch nicht „rechts“ (vom Bundestagspräsidenten), die sind – egal ob AfD-Mitglied oder bewegter bzw. wutentbrannter Bürger – ganz einfach intolerant, ausländerfeindlich (xenophob), rassistisch und faschistoid.
Das haben sie aber mit großen teilen der gesamtdeutschen Bevölkerung gemeinsam. Die faschistoiden Züge sind nur in anderen Bundesländern nicht ganz so ausgeprägt wie in den „neuen“.

Ursula Prasuhn
4 Jahre zuvor

@emil
Sie sagen: „Ein Mord wird keinesfalls besser, wenn ein Deutscher einen Ausländer tötet.“
Absolut richtig! Allerdings bestünde mit großer Wahrscheinlichkeit ein himmelweiter Unterschied in der Reaktion darauf.
Wie hätten sich in diesem Fall Politiker und Medien verhalten? Hätten sie das Umfeld des Opfers kurzerhand als deutschfeindlich und rassistisch bezeichnet, wenn es sich empört und für mehr Sicherheit demonstriert hätte?
Ich bin ziemlich sicher, dass die politischen und medialen Vertreter großes Verständnis und Mitgefühl gezeigt hätten. Auf hoher und höchster Ebene hätte man die schreckliche Tat pausenlos thematisiert und als Rassismus verurteilt.
Es sieht so aus, als sei es egal, ob Einheimische Opfer oder Täter sind. Vorwürfe von Rassismus und Rechtsradikalität scheinen immer angebracht.
Das muss mit der Zeit auffallen. Oder darf es auch das nicht, weil dies ein weiteres Zeichen von Rassismus und Rechtsextremismus wäre?

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

@ Ursula Prashuhn

Sie behaupten:
„Auf hoher und höchster Ebene hätte man die schreckliche Tat pausenlos thematisiert und als Rassismus verurteilt.“

Wer bitte soll mit dieser „höchsten Ebene“ gemeint sein bzw. wie vereinbaren sich Ihrer Auffassung nach die Straftaten des Verfassungsschutzes im Umgang mit den NSU Akten? Wie konnte die NSU überhaupt jahrelang unterschätzt werden?

Mir fällt in diesem Kontext lediglich auf, dass eine verantwortungsvolle Auseinandersetzung mit Schuldfragen ein zutiefst deutsches Problem waren und offensichtlich auch weiterhin sind.

emil
4 Jahre zuvor

Hätten sich Mitbürger ausländischer Herkunft mit Hitlergrüßen auf die Straße begeben? Wohl kaum!!!!!!

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  emil

Glaube ich bei Menschen nordafrikanisch-arabischer Herkunft auch nicht. Die ziehen wenn man den Zeitungsberichten glaube kann Gruppenvergewaltigungen und Messerangriffe vor. Mir ist kein Mensch bekannt, der durch Sehen eines Hitlergrußes ähnliche körperliche und psychische Verletzungen erlitten hat.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  emil

Sie vergessen wohl, dass es ultra-nationalistische, rechtsradikale und rassistische türkische Organisationen in Deutschland gibt, die durchaus Tausende von Anhängern mobilisieren können. Lesen Sie einfach den „Idealisten-Eid“ hier (mich erinnert der an den Nationalsozialismus, Sie nicht?):
https://de.wikipedia.org/wiki/Föderation_der_Türkisch-Demokratischen_Idealistenvereine_in_Deutschland
Da steht: „Als Anhänger der ADÜTDF werden um die 80.000 Personen angenommen.“ Nur keine Naivität gegenüber den Organisationen von „Mitbürgern ausländischer Herkunft“. Die sind nicht alle so wie Schrebergarten-Vereine.

Ursula Prasuhn
4 Jahre zuvor
Antwortet  emil

Sicher nicht. Es bestreitet ja auch niemand, dass in Chemnitz eine Horde Rechtsradikaler ihr Unwesen trieb und den Demonstrationen ihren Stempel aufdrückte.
Oder wäre Ihnen diese Antwort lieber: Einige wenige Mitbürger ausländischer Herkunft hätten als ihr Zeichen vielleicht „Allahu Akbar“ gerufen.
Auf dieser fragwürdigen Ebene sollten wir besser nicht weiterdiskutieren, emil.

emil
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Der ein oder andere hier erinnert mich stark an den Pegida-Fan, der meinte, seine Ansicht passe mit einer Tätigkeit im öffentlichen Dienst überein.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  emil

Und ich denke, einige Leute hier sind ein bisschen naiv und unter dem Einfluss von Publikationen einer linken Organisation. Da wird dann eben manches von der Wahrheit ausgeblendet. Das Verbot des Hakenkreuzes entspricht ganz grob dem Verbot der PKK-Symbole, und die werden immer wieder auf kurdischen Demonstrationen ausgepackt (wobei ich das letztere nicht gar so schlimm fände, aber der liebe Herr Erdogan liebt das halt nicht).

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Die PKK ist keine faschistische Organisation sondern der militärische und politische Arm eines Teils der kurdischen Minderheit in der Türkei.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Und Frauen sind in dieser Organisation gleichberechtigt neben den Männern in allen Funktionen eingebunden.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Ignaz W.: Ich weiß, aber juristisch gesehen: verboten ist verboten. Doppelt verboten geht nicht. Aber manche Leute machen es eben trotzdem.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Die PKK ist in einer ähnlichen Position , in der sich einst auch Arafats PLO befand, allerdings ohne sich an weltweiten Entführungen und Anschlägen beteiligt zu haben.
Die Schwester-Organisation , die YPK in Syrien bildete sogar eine Zeit lang das einzige demokratische Standbein in Syrien, und ist es auch weiterhin.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Es ist schon so, wie Sie, Frau Prasuhn es beschreiben. Normale Bürger aus Chemnitz wollten mit der Demonstration, ihren Unmut über die von ihnen so empfundene Bedrohung durch eine empfundene Überfremdung, zunehmende Gewalt und Angst vor der Zunahme von Gewalt zum Ausdruck bringen.
Leider stießen zu diesen besorgten Bürgern Rechtsradikale, die diese Demonstration zu ihren Zwecken missbrauchten und vor Jagden und Angriffen auf Presseleute und ausländisch aussehenden Mitbürgern übergingen.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Genau – die Betonung liegt auf „empfunden“. Heißt: Hier wird versucht, Politik zu beeinflussen auf der Grundlage von Gefühlen, die einer realistischen Grundlage entbehren. Es gibt – gerade in Ostdeutschland – keine Überfremdung, es gibt keine echte wirtschaftliche Not, es gibt keine überbordende Kriminalität.

Es gibt sehr wohl viele praktische Probleme in Deutschland, die es politisch zu lösen gilt – etwa die völlig unzureichende Ressourcenausstattung in der Bildung. Doch statt darum zu ringen, müssen wir uns ständig mit den Krakeelern von rechts herumschlagen, die dabei sind, den Ast abzusägen, auf dem sie (aber leider auch andere) sitzen. Welcher Unternehmer, der noch bei Trost ist, soll denn in Ostdeutschland investieren, wenn sich dort seine nicht-deutschstämmigen Kunden und Mitarbeiter kaum auf die Straße trauen können?

Was ist übrigens mit den Gefühlen der 80 Prozent der Deutschen, die die AfD und Konsorten für unerträglich halten – zählen die nicht?

Cavalieri
4 Jahre zuvor

Hier mal ein Kommentar aus dem benachbarten Ausland (Schweiz):
https://www.nzz.ch/meinung/extremisten-bekaempft-man-nicht-mit-extremismus-ld.1415102

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Lesen Sie auch, worauf Sie hier hinweisen, Cavalieri?

Dort steht zu lesen: „Gewalt ist sprachlos, aber sie nährt sich von der Sprache. Auch der rechtsextreme Mob, der in Chemnitz fremdländisch aussehende Menschen durch die Strassen gejagt hat, hat sich im Recht gewähnt, nachdem er sprachlich aufgepeitscht worden war.“

Zu den Einpeitschern, Cavalieri, gehören auch Sie! Wer ständig Menschen aufgrund ihrer Herkunft öffentlich verleumndet, wer den Behörden, den Medien und der verantwortlichen Politik in Deutschland ohne Belege Lügen unterstellt, wer jeden sinnlosen Kriminalfall für seine politischen Zwecke missbraucht, der trägt Mitverantwortung für die Gewalt der Rechtsextremen.

Ihnen ging es aber wahrscheinlich um den Teil des Kommentars, in dem davor gewarnt wird, alle Sachsen (und das beziehen Sie wohl auch auf sich) zu Nazis zu stempeln. Mit Verlaub: Das macht gar keiner. Niemand in diesem Forum, auch ich nicht, hat Sie einen Nazi genannt. Einen Fremdenfeind und Rassisten nenne ich Sie nach Ihren zahlreichen Ausfällen gegenüber Menschen anderer Herkunft und Religion – das erscheint mir schlimm genug.

Beate S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Vorsicht Bernd, hören Sie endlich auf, andere als „Fremdenfeind und Rassisten“ zu verunglimpfen, wenn Ihnen die Meinung nicht gefällt!!
Sie bestätigen den Artikel-Satz: „Dies ist nicht die Sprache von wehrhaften Demokraten, sondern von Hysterikern.“

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Um welche angebliche „Meinung“ geht es denn? Cavalieri und Co schreiben Menschen mit anderer Herkunft und Kultur bestimmte Eigenschaften zu – das ist keine „Meinung“, das sind diskriminierende Tatsachenbehauptungen.

Welche „Meinung“ wollen Sie denn geschützt sehen, Beate S.?

Beate S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Jedenfalls nicht Ihre Meinung, dass man in jedem einen Rassisten, Fremdenhasser oder Neonazi sehen müsse, der nicht wie Sie auf der Lauer liegt, nach „Beweisen“ für solche Anklagen zu suchen.
Ich möchte keine Meinung durch Selbstgerechtigkeit, Selbstjustiz und Ausübung oder Androhung verbaler Gewalt geschützt sehen, auch meine nicht.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Ich brauche nach nichts zu suchen – der Mist schneit von selbst hier herein.

Soso – wer Migranten beschimpft und erniedrigt, der übt nur seine Meinungsfreiheit aus? Und wer das kritisiert, der begeht eine „Androhung verbaler Gewalt“?

Nur mal nebenbei gefragt: Was ist denn eine „Androhung verbaler Gewalt“ – ist das einer der Paragraphen, die die AfD einführen wird, wenn sie die Regierung übernommen hat? So ähnlich wie Erdogans Terrorpropaganda-Vorwurf gegen jeden Kritiker?

Beate S.
4 Jahre zuvor

Auch das ist einer Erwähnung wert:
Verantwortliche der „Tagesthemen“ vom vergangenen Samstag haben sich für eine unkorrekte Berichterstattung über die Demonstrationen am Sonnabend von AfD und Pegida entschuldigt.
„Bei der Berichterstattung über die Kundgebungen in Chemnitz in den ‘Tagesthemen’ gestern haben wir irrtümlich Bilder von der Demonstration vom vergangenen Montag verwendet, ohne dies kenntlich zu machen. Wir bitten, dies zu entschuldigen“, sagte „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga in der Sendung am nächsten Tag.
Im ARD-Beitrag über den Trauermarsch von AfD und Pegida am Samstag war ein kurzer Ausschnitt gezeigt worden, auf dem Leute skandierten: „Wir sind die Fans! Adolf Hitler Hooligans!“. Die Bilder stammten jedoch von der Demo mit gewaltbereiten Fußballanhängern am Montag zuvor und erweckten den Eindruck, hier skandierten AfD-Leute und Pegida-Teilnehmer während ihres Trauermarsches.

Ich frage mich: Warum wurden die Bilder überhaupt vermengt? Auch ein Kenntlichmachen durch Schrifteinblendung hätte die Suggestivwirkung der Bilder kaum geschmälert.
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/tage-verwechselt-tagesthemen-zeigte-falsche-bilder-aus-chemnitz-57034346.bild.html

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Dieser ungeheure Skandal stellt die AfD plötzlich in ein völlig anderes Licht – wie hat man diese Kämpfer für Anstand und Redlichkeit in der Politik nur jemals in die Nähe von Rechtsradikalen bringen können?

Die Pöbeleien der AfD-Besuchergruppe in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen hat sich die Lügenpresse natürlich auch nur ausgedacht: https://www.tagesspiegel.de/politik/nach-eklat-in-kz-gedenkstaette-auschwitz-komitee-schockiert-wegen-afd-besuchergruppe/22988374.html

Pffff…

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Diese Auftritte einer AfD-Delegation stehen doch in einem Kontext zu neueren Deutungen und einer anderen Wahrnehmung unser deutschen Geschichte im Sinne des Geschichten-Erfindungslehrers Höcke.
Zeigen Sie doch einmal mehr Toleranz und Verständnis für derartige Volksverdummung und euphemistische Schönfärberei des SS-Staat.
Allerdings kann ich mich bei einem derartigem Denken nur noch übergeben.
Eugen Kogon und Paul Celan lassen Grüßen.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Noch eine Einschätzung aus der Schweiz:
https://www.nzz.ch/international/das-schlimmste-was-passiert-ist-ist-der-mord-ld.1416114
In der elektronischen Tagesschau schrieb ein Leser am 2.9. (ich war das nicht):
„Ständig und seit Jahren werden die Demonstranten in Sachsen in den ÖR Medien als Pack, Nazis, Rechte usw. diffamiert. Es wird auch nicht neutral berichtet. Nur weil eine Handvoll Nazis dabei sind, werden alle über einen Kamm geschoren. Bei den linken Demonstranten wird aber klar unterschieden. Die wurden noch nie als Terroristen bezeichnet nur weil der Terroristisch veranlagte Antifa Block immer dabei ist und Krawalle macht.“
Könnte daran ein Körnchen Wahrheit sein? Werden rechte und linke Demonstranten n der Berichterstattung gleich behandelt? Und wie ist das bei gewaltbereiten Fußball-Fans? Dort gibt’s auch mal Nazi-Symbole usw. Wurde darüber schon mal im „aktuellen Sportstudio“ detailliert berichtet?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Hier wird immerhin behauptet: „“Eine U-Bahn bis nach Auschwitz“: Fast jeder Fußballfan kennt diesen Gesang.“
http://www.fussball-gegen-nazis.de/beitrag/antisemitismus_im_fussball
Und wer hat sich darüber schon mal aufgeregt? Vielleicht unsere Bundesjustizministerin?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Das mit der „U-Bahn bis nach Auschwitz“ scheint unsere hauptamtlichen Antifaschisten im Forum kalt zu lassen. Ist das nicht schlimmer als ein einzelner Hitlergruß aus einer Demonstration heraus? Wie steht’s denn um den Rechtsradikalismus in Fußballstadien? Gab’s noch nie Hetzjagden auf gegnerische „Fans“? Fußball ist halt ein Milliardengeschäft, nicht wahr? Da muss man Kompromisse machen.

unverzagte
4 Jahre zuvor

erneuter riesiger DANK an die redaktion für die löschung der unerträglichen hetzbeiträge!

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor

Man braucht sich nur auf You Tube den Bericht über Chemnitz ansehen, in dem Dunya Halali versucht, mit Wutbürgern ins Gespräch zu kommen, sowie die angehängten Kommentare des Video-Berichts, um zu erfassen , wessen Geistes Kind diese Anhänger von Pro-Chemnitz sind.
Da wird nur noch geschrien, eine verbale Drohung reiht sich an die andere, die unabhängige, kritische Presse wird als von „den Regierenden“ gesteuert verunglimpft, weil diese nicht in deren Sinne berichtet. Vereinfachte Lösungen zum Problem der weltweiten Migration werden schreiend angemahnt, Lob dem DDR-Staat für seine scheinbare Sicherheit gezollt, obwohl dort alles Unbequeme und Kriminalität unter den Tisch gekehrt wurde.
Mich überkommt Unwohlsein und Übelkeit bei diesem Verhalten, dass von so viel egonzentrischem Selbstmitleid nur so trieft.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Das Problem ist doch, Herr Wrobel, dass jeder nur das als wahr und richtig ansieht, was ihn in seiner ohnehin vorandenen Meinung bestätigt.
Dunya Halali wird verschieden gesehen. Sie ist kein unbeschriebenes Blatt. Und weil es auch über sie vorgefertigte Meinungen gibt, weigern sich viele, an ihren guten Willen zum Interessensausgleich durch Gespräche zu glauben.
Ich verstehe nicht, warum Frau Halali ein Kamerateam mitgenommen hat, um ihre Abfuhr zu filmen, die eigentlich vorauszusehen war. Sie, Herr Wrobel, würden dagegen halten: Nein, sie wollte nur ihre guten Gespräche dokumentieren und den Weg zum Zueinanderfinden durch Gespräche dokumentieren.

Nebenbei noch: Ehrlich gesagt mag ich nicht Formulierungen wie „Man braucht sich doch nur anzusehen …“ oder „mir wird übel, wenn „. Ist Ihnen wirklich übel geworden? Und haben Sie sich auf You Tube nicht nur das rausgesucht, was Sie in Ihrer Meinung bestätigt?

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  E. S.

Problematisch ist immer, so einfach von sich auf andere zu schließen!

Unsympathische, fragwürdige Phrase „ehrlich gesagt“: Demnach ist also alles weitere weniger ehrlich bzw. unehrlich. Bei derart inflationärem Begriffsverständnis von „Wahrheit“ und „Lüge“ muss ich reine Übelkeit bestätigen.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  E. S.

E.S.
Es wurde das gesamte Gespräch von einem aus Handy aufgenommen, und man hörte eigentlich nur diese hysterisch aufgebrachten Frauen, die ihre zur Schau getragene Errung vortrugen.
Der Anteil der Migranten ist in Chemnitz ein ganz anderer als in Dortmund,Duisburgoder Essen, und in diesen Städten fühlen sich die Einheimischenauch nicht so bedroht.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Der Ton macht die Musik, und ich habe bisher keine einseitigen Berichte von Frau Halali gesehen.
Der Hass und die Wut dieser Mitbürger richtet sich pauschal gegen eine so bezeichnete „Lügenpresse“und gegen die etablierten Parteien.
So gesehen war und ist die Politik der AfD und von Pegida auf fruchtbaren Boden gefallen, und so wird man auch nicht müde, diesen weiter zu bestellen.
Allerdings bringen die Früchte des Zorns keine Lösungen für die Probleme dieser Menschen, denn deren politische Vertreter vertreten nur die Ängste die Menschen und befördern diese immer wieder durch neuerliche Tabubrüche in der Öffentlichkeit.
Wer Wind säht, der wird Sturm ernten.

Ursula Prasuhn
4 Jahre zuvor

@Ignaz Wrobel
„Der Ton macht die Musik, und ich habe bisher keine einseitigen Berichte von Frau Halali gesehen“, schreiben Sie.
„Jeder hört doch nur, was er versteht“, sagt Goethe. „…verstehen will“ würde die Worte vielleicht noch deutlicher machen. Dunya Halali ist kein unbeschriebenes Blatt, auch wenn ihr Ton angenehm ist. Der eine schwärmt für sie, dem anderen ist sie ein Dorn im Auge.

„Die verlorene Ehre der Bürger von Chemnitz“ ist der Titel eines Kommentars von Roland Tichy, Journalist, Publizist und Vorsitzender der Ludwig-Erhard-Stiftung. Zum Schluss schreibt er:
„Die Stadt und ihre Bewohner haben nicht ihre Ehre verloren. Sie wurde ihnen gestohlen.“

Genau in diesem Punkt trennen sich die Geister. Die einen denken an selbstverschuldeten Ehrverlust durch „rechtsradikales Verhalten“, die anderen an gestohlene Ehre durch Politik und „Lügenpresse“.
Unterschiedliche Meinungen gehören zwar zur Demokratie, entwickeln aber gefährliche Sprengkraft, wenn in „gute“ und „böse“ Meinung eingeteilt wird, wenn moralische Argumente die sachlichen überwuchern, wenn „rechts“ und „links“ nur noch als Schimpfwörter gebraucht werden oder wenn man sich gegenseitig schurkische Motive unterstellt und als Demokratiefeinde beschuldigt.
Da steht keine Seite der anderen nach.
Wie sollen in dieser aufgeladenen Atmosphäre eine Verständigung und ein demokratischer Interessensausgleich stattfinden? Der andere ist immer der Böse und mit Bösen redet man nicht, die müssen nur noch niedergebrüllt und bekämpft werden.

Frau Halali hat mit ihrem Gesprächsangebot den richtigen Weg gesucht. Auf der Straße in Chemnitz waren das aber die falsche Zeit und der falsche Ort.
Um mit aufgebrachten Chemnitzern ins Gespräch zu kommen, sind stillere Orte geeignet und eine stillere Zeit. Hier stehen ihr noch alle Türen offen – ob mit oder ohne Kamera.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ursula Prasuhn

Die aufgezeichneten Tiraden wären außerhalb dieses öffentlichen Platzes, ob mit oder ohne Frau Hayali, genauso geäußert und abgesondert worden.
Auch sind diese aufgebrachten sächsischen Bürger in ihrer ganzen Wut, ihrem Hass und der heraus geschrienen Empörung, nicht repräsentativ für sächsische Bürger, weil diese genau zu diesem Zweck, teilweise als Vertreter von pro Chemnitz und der Vereinigung Thüringia, sich dort versammelt haben, um all diesen verbalen Unrat, in der Öffentlichkeit zu ergießen.
Dieser Totschlag wird jetzt ebenso, wie bereits nach einem Mord in einer pfälzischen Kleinstadt geschehen, von Deutsch-Nationalen, AfD und NPD nahen Organisationen, politisch missbraucht werden.
Und diese eigentlich sprachlosen Menschen werden von den benannten Extremisten missbraucht werden und als Wahlvieh missbraucht werden. Die sind wohl vorerst nicht mehr erreichbar.
Man hat schließlich auf Seiten, dieser im Internet gut vernetzten politischen rechts Außen, auf diesen Zwischenfall gewartet, um die Empörung durch verfälschte Berichte im Internet auch noch anzuheizen und diese stark verunsicherten Menschen auf die Straßen zu treiben.
Höcke will die Aufmärsche der Massen auf den Straßen. Das ist sein Metier, wo er die Leute einheizen kann und in ihrer vorhandenen Wut noch beflügeln kann.
Man inszenierte sich schließlich in der Öffentlichkeit selbst, bedingt durch sorgsam inszenierte und unsägliche Brüche von Tabus, als Opfer und erreicht so den Zuspruch der Verunsicherten, die in ihrer Sozialisation es gar nicht gewohnt sind, mit derartig vielen Fremden in den Städten und Gemeinden zusammen zu leben. Das weiß auch die AfD, und so nutzt diese die Schwächen dieser Menschen aus, um sie zu ködern, mit einfachen Lösungsansätzen und Erklärungen, die jene verstehen.

Bettina
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Dass es sich an „stilleren Orten“ und zu „stilleren Zeiten“ als ausgerechnet auf Demos ruhiger und besonnener miteinander sprechen lässt, steht für mich außer Frage. Insofern finde auch ich, dass Dunya Halali mit ihrem Auftritt keine glückliche Hand bewiesen hat.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bettina

Der interviewten Bürgerin und den Zwischenrufern fehlen nach meiner Einschätzung im generellen die Bereitschaft, sowie die sprachlichen Mittel als Voraussetzung für einen Dialog.
Das Frau Hayali und andere Pressevertreter vor Ort waren, hängt sehr wohl mit der beruflichen Tätigkeit zusammen.
Wer sich in der Öffentlichkeit nicht beherrschen kann, der muss eben bei derartigen öffentlichen Auftritten damit rechnen, dass er von Handys gefilmt werden kann entsprechend ein negatives Bild von sich und seiner Bewegung vermittelt. Andere Mitbürger möchten schließlich auch wissen, was da so in Sachsen passiert und worauf man sich als normaler Bürger noch so einstellen muss.
Und bei der Gelegenheit sind die Kommentare unter dem Video noch sehr interessant zu lesen, weil diese vor Hasstiraden, angedeuteten körperlichen Drohungen mit einer späteren Abrechnung, Beschimpfungen und blinder Wut nur so strotzen.
Angst besessene, spießige Kleinbürger haben für sich die Straße und öffentliche Plätze als Medium entdeckt, um ihren ganzen Frust in die Welt hinaus zu schreien, begleitet von einem gut organisierten Pulk von Neonazis aus der bayrischen, thüringischen und sächsischen Provinz.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

@I. Wrobel
Zitat Boris Palmer: „…aber die Nase zu rümpfen über die Dummheit des Pöbels oder Mobs wird diesen nicht erreichen. Und wenn zu viele verloren gehen, gerät alles in Gefahr.

Ich plädiere dafür, sich mehr in die Denkwelt der Andersdenkenden hinein zu versetzen.“
https://www.theeuropean.de/boris-palmer/14602-chemnitz-mehr-empathie

Sebastian
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bettina

Das glaube ich nicht, Bettina. Ignaz hat da durchaus Recht – diese Wutbürger sind (vorerst) nicht zu erreichen. Sie haben klare Freund-/Feindschemata (wir gegen die da oben (Lügenpress, Regierung, Merkel etc.)) und sie sind nicht bereit, diese aufzugeben. Ihr Wut auf die Regierung und auf die Medien potenziert sich in ihren geschlossenen facebook-Gruppen, auf den entsprechenden Seiten etc..

Ich habe mir das „Gespräch“ zwischen der Halali und der Frau angeschaut bzw. angehört und konnte 0 Gesprächsbereitschaft der Demonstranten erkennen.
Differenziertes Denken ist da kaum vorhanden. Die ganze Presse sei einseitig. „Merkel wird nur gelobt.“ So ein Unsinn, Merkel wurde und wird immer wieder kritisiert. Genauso werden zahlreiche Sendungen ausgestrahlt, in denen Probleme mit Flüchtlingen, Islam etc. kritisiert werden und auch in diesen Talkshows sind z.T. ebenso AfD-Repräsentanten, Islamkritiker (z.T. auch muslimische) vorhanden. Erst vor ein paar Tagen sah ich ein Interview mit Gauland, der seine Meinung zu Chemnitz äußern durfte. Die „Lügenpresse“-Schreier tun immer so, als ob ihre Meinungen nie aufgegriffen werden und ihre Leute kein Gehör finden würden. Allein ein Blick in die Talkshow-Historie sollte sie eines besseren belehren…

Nüchtern betrachtet sind diese Menschen mehr oder weniger verloren. Mir fehlt die Fantasie, mir vorstellen zu können, warum und wie sich die wütenden Demonstranten (zB aus den Video mit Halali) ändern können. Es gilt jetzt, die nächste Generation vor solchen einseitigen Denkschemata zu bewahren – und da – um zum Artikel zurückzukommen – spielt die Schule eine sehr große Rolle.

Bettina
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bettina

Es gab doch eine Bürgermeisterinnensprechstunde, bei der auch aufgebrachte Bürger teilnahmen. Die Oberbürgermeisterin nahm ihren vielfach geäußerten Wunsch ernst, nicht immer in die braune Ecke abgedrängt zu werden. Er war für sie ein wichtiges und ernstzunehmendes Ergebnis der Sprechstunde.
Was Sie, Herr Wrobel und Sebastian jetzt machen, ist wieder nur auf die bösen „Wutbürger“ schimpfen, die „vor Hasstiraden, angedeuteten körperlichen Drohungen mit einer späteren Abrechnung, Beschimpfungen und blinder Wut nur so strotzen“.
Verbales Abrüsten ist jetzt und in Zukunft gefragt statt immer neuer Angriffe und Herabwürdigungen. Das führt nur zu weiterer Eskalation , die Sie doch wohl auch nicht möchten.
Ich sage mir immer:

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bettina

Die von Ihnen angesprochene Bürgersprechstunde im Stadion von Chemnitz, fand parallel zur einer Demonstration der „Bewegung pro Chemnitz“ statt und war schon lange vorher geplant. Dort waren keine derartig organisierten Bürger vertreten.
Pro Chemnitz war an diesem Abend auf der gegenüber liegenden Straßenseite positioniert. Auch zu diesem Video-Beitrag gibt es genügend verunglimpfende Kommentare über den sächsischen Ministerpräsidenten im Anhang an das Video.
Verbale Eskalation,Herabwürdigungen von Politikern und Journalisten , sowie Hasstiraden, Beschimpfungen und Bedrohungen gegen diese finden im Netz von Seiten der Anhänger der Pegida-Bewegung, sowie Rechtsradikaler statt.
Versuchen Sie doch einmal diese Menschen zu erreichen.
Das alles unter den Teppich zu kehren entspricht einer Schönfärberei einer sich inzwischen verselbständigenden Situation, in der ein derartiges Verhalten auf den entsprechenden Plattformen als normal angesehen wird. Man tauscht sich dort nur noch mit Gleichgesinnten aus und bestärkt sich noch gegenseitig in seinen Vorstellungen und Denkweisen.
Wo sollte ich denn bitte abrüsten ?

E. S.
4 Jahre zuvor

Lieber Cavalieri,
soeben habe ich die Sendung von Markus Lanz gesehen und mir fiel es wie Schuppen von den Augen, warum Sie nicht müde wurden, von den Araber- Clans in Deutschland zu schreiben. U.a. äußerte sich Heinz Buschkowsky dazu.
Zur Frage, ob es jetzt zur Bekämpfung fast zu spät sei und was man denn viel früher gegen sie hätte tun müssen, meinte er gemeinsam mit einem Kenner der Szene, man habe sich immer vor der Ethnisierung der Szene gescheut, weil das an Rassismus grenzt, und sei darum und wegen der Multi-Kulti Vorstellungen den Anfängen ausgewichen.
Auch die Justiz habe sich durch von Schwerkriminellen einschüchtern lassen, weil die Angehörigen um Leib und Leben ihrer Familie gefürchtet hätten.
Tut mir leid, dass auch ich Ihnen gestern gesagt habe, dass sie etwas weniger von diesen Dingen schreiben sollten, weil die häufigen Verweise auf Parallelgesellschaften etwas nervig seien.
Jetzt würde ich sagen: Die Dinge müssen unbedingt auf den Tisch und gehören nicht als Rassismus und Fremdenhass gescholten.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  E. S.
realo
4 Jahre zuvor
Antwortet  unverzagte

Toll, unverzagte! Ich stelle mir auf Grund angegebener bzw. angeblicher Kennzeichen für Nazis die Flut an Verdächtigungen und Verleumdungen vor.
Zivile Schleppnetzfahndung könnte man das nennen.
Bernd hat auch schon mehrfach auf eine Internet-Seite verwiesen, die zahlreiche Tipps zur Erkennung Rechtsradikaler gibt.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  realo

„Zivile Schleppnetzfahndung“ ist ein passender Begriff, realo.
Schreckliche Vorstellung, sie würde durch solche Anleitungen und Anstiftungen in großem Stil betrieben.

Ignaz Wrobel
3 Jahre zuvor
Antwortet  unverzagte

@unverzagte
Danke für den Spiegelbeitrag mit den Filmbeiträgen über Neonazis..

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  E. S.

Vielen Dank, aber das war okay, was Sie geschrieben haben: Ich will ja niemanden nerven, und ein Übermaß ist nie gut. Weniger wäre mehr, das gilt allerdings auch für andere, die sich gern endlos über Gender oder Schreiben nach Gehör aufregen.
Ich wollte eigentlich zum Thema „Tabu“ in dem ähnlichen Beitrag von Sabine in derselben Diskussion („psychische und physische Gewalt“) noch was sagen. Ich gehöre zu der Generation (nach1968er), die keine Tabus akzeptiert hat. Das behalte ich jetzt bei. Tabus sind dafür da, aufgelöst zu werden. Das funktioniert meist ganz gut, indem man ihnen zuwiderhandelt. Natürlich gibt’s manchmal auch richtigen Ärger. Aber das wirft mich nicht um.
Zu den Araber-Clans: Es ist abenteuerlich zu lesen, was seriöse Zeitungen (FAZ, Spiegel usw.) dazu schreiben. Da steht halt „der Staat kuscht vor kriminellen Clans“ oder ähnliche Überschriften. Eine fixe Idee von mir ist das nicht. Der Tenor ist immer: Diese Leute legen jede Kompromissbereitschaft als Schwäche aus und verachten deshalb unsere staatlichen Institutionen, eben weil man so nachgiebig ist. Daher werden sie dann (logischerweise) immer unverschämter. Über Bewährungsstrafen lacht man nur. Siehe auch den letzten n4t-Artikel zu Sarrazin und seinen Kritiker sowie meinen angegebenen Link zu der Scharia-Paralleljustiz (eine deutsch-türkische Zeitung).

ysnp
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Das stimmt alles und das ist mir z.B. schon lange bewusst. Es wird ja immer mal wieder thematisiert, im Fernsehen und in der Presse.
Aber letztendlich passt es nicht zu meisten Themen, die diskutiert werden sollen. (siehe Kommentar von Ignatz) Wenn es um die Zustände von Berlin ginge und wie dort Politik geschieht, dann könnte man das anbringen, denn das zeigt das dortige politische Versagen.

Beate S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  ysnp

Richtig, ysnp! Wenn für den Leser der direkte Bezug zum Thema fehlt, wird es heikel für den Schreiber. Es werden Vermutungen über ihn angestellt und das, was er zwar richtig, aber an unpassender Stelle sagt, im Hinblick auf seine Person beargwöhnt.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  E. S.

Wo besteht denn bitte die Verbindung dieses Artikels über die fehlende geschichtliche Aufklärung und die Erziehung zur Demokratie an sächsischen Schulen zu den Araber-Clans in Berlin, Frankfurt oder sonst wo ?
Diese Clans werden werden immer wieder von Cavalieri thematisiert, wenn über Rechtsextremismus geschrieben wird.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

wie cavalieri und co sich hier eifrigst abmühen, seriösen journalismus in form von magazinen wie spiegel, faz und moderatoren wie m.lanz für ihren annektierten opferstatus zu celebrieren:

dieser wiederholte kampfaufruf nach ausgrenzung einer bestimmten bevölkerungsgruppe bewirkt beeindruckend paradoxe propaganda.

Beate S.
4 Jahre zuvor

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd, es gab keine Progrome“
Kretschmer hat heute eine gute Rede gehalten, in der er u. a. die Berichterstattung über Chemnitz und seine Bewohner scharf kritisiert.

Ich möchte doch alle bitten, die auf die Chemnitzer und überhaupt die Ostdeutschen gern herabsehen und über ihnen den Stab brechen, wenigstens diese von Kretschmer genannte Tatsache einfach mal anzuerkennen und nicht als Falschdarstellungen anzuprangern. Zur Beruhigung: Er hat auch klare Worte gegen Rechtsradikalimus und Rechtsradikale gesagt.
https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-09/regierungserklaerung-chemnitz-sachsen-michael-kretschmer

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Hat er auch etwas zum „Sachsen-Spiegel“ gesagt, aus dem oben im Bericht zitiert wird?

Nochmal zur Erinnerung: „Eine Mehrheit (der Sachsen) ist hingegen der Meinung, Deutschland brauche eine starke Partei, die die „Volksgemeinschaft“ insgesamt verkörpert. Zudem sehen 46 Prozent die DDR nicht als Unrechtstaat. Und: „Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit sind in Teilen der sächsischen Bevölkerung verbreitet. So ist eine Mehrheit (58 Prozent) der Sachsen der Meinung, dass Deutschland in einem gefährlichen Maß ‚überfremdet‘ sei.“

Beate S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Also doch weiter wie gehabt und kräftig auf die Ostdeutschen eindreschen. Mal seh’n, ob Ihre verbreitete Masche hilfreich ist bei künftigen Wahlen.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

In irgendeiner Diskussion über Chemnitz wurde dieser Tage darauf verwiesen,

– dass die NPD im Saarland kürzlich 7, … % erhalten habe und das ist ja eine offen rechtsextreme Partei,

– dass die NPD in den 1960er Jahren (also „auch“ rund 25 Jahre nach dem Fall der Diktatur dorrt) in mehrere Landesparlamente einzog

– dass die Republikaner in den 1980er Jahren im Westdeutschland in mehrere Landesparlamente einzog

– CDU-Anhänger seinerzeit in Hessen fragten: „Wo kann man hier gegen Ausländer unterschreiben?“ (da gab es doch so eine Kampagne; nach Bernds Lesart müsste man dann ja nun die CDU als rechts-…? einstufen und entsprechen viele Prozente der Wahlbürger).

usw.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Ob man die DDR als Unrechtsstaat empfindet, hängt, glaube ich, sehr viel davon ab, was man unter einem Unrechtsstaat versteht. Da wird meinem Eindruck nach wieder so diskutiert und argumentiert, dass die Westdeutschen den Ostdeutschen sagen, wie das gefälligst zu empfinden hätten.

Ist jeder Staat ohne wirkliche Demokratie und mit Polzeiwillkür automatisch ein Unrechtsstaat? War dann also das Deutsche Kaiserreich (1871-1918) auch ein Unrechtsstaat? Da war doch sogar zeitweilig die Sozialdemokratie verboten und einen Weltkrieg begannen dieses Deutschland auch.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Sind dann eigentlich die meisten Länder der Dritten Welt (Afrika, Südamerika, Asien) nicht auch alle Unrechtsstaaten? In etlichen gibt es die Todesstrafe und Folter.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Sehr geehrter Sofawolf,

ich möchte wirklich versuchen, nicht arrogant zu wirken – aber wissen Sie nicht (mal), was ein Unrechts- bzw. Rechtsstaat ist? Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in dem jeder vor dem Gesetz gleich ist und niemand darüber steht. Insofern: Natürlich war das Deutsche Kaiserreich ein Unrechtsstaat (der Kaiser stand über dem Gesetz), Nazi-Deutschland war einer und die DDR selbstverständlich auch.

Sie bestätigen mit Ihrer Unwissenheit ungewollt leider die These, dass es gravierende Defizite in der politischen Bildung Ostdeutscher gibt. Die gibt es sicher auch im Westen – allerdings wird in der Schule, so scheint mir, mehr Wert darauf gelegt, wenigstens die einfachsten Grundlagen unseres Gemeinwesens zu vermitteln.

Beate S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Doch, sofawolf, die DDR war ein Unrechtsstaat und es ist großen Teilen der Bevölkerung zu verdanken, dass sich das 1989 änderte. Man ließ sich nicht mehr von der Regierung und ihren Helfershelfern vorschreiben, was man zu denken, zu reden und zu tun hatte oder auch zu lassen. Die Bürger wollten sich auch nicht mehr in bewachten Mauern und Grenzstreifen einschließen lassen.
Ich habe größte Hochachtung vor dieser Leistung der DDR-Bevölkerung, deshalb find ich es doppelt schlimm, wie heute von den Ostdeutschen geredet wird.
Man kehre lieber vor der eigenen Tür.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ sofawolf . gehören die alternativen ausländergegner der afd also doch zu den richtigen rassisten der npd?

dieser tage war der beginn einer festivalreihe u.a. mit den „toten hosen“ in diesem sinne WIR SIND MEHR.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ Ach, lieber Bernd, ich kenne ja Ihren Argumentationsstil. Von daher erschüttert mich nichts, was Sie da schreiben. Es ist ja auch nicht wahr, nur weil Sie das sagen und finden. 🙂 Da würde ich Ihnen dann wohl zuviel der Ehre angedeihen lassen, oder?

Dass Sie das Deutsche Kaiserreich als Unrechtsstaat bezeichnen, finde ich zumindest in der Konsequenz Ihrer eigenen Argumentation folgerichtig. Ein tiefergehendes Interesse an dieser Diskussion dazu fehlt mir aber.

Mir ging es nur darum, dass vermutlich verschiedene Leute verschiedene Vorstellungen davon ab, was ein Unrechtsstaat ist und was nicht. Sie haben da eine Definition im Kopf. Ok. Glauben Sie, alle die, die so oder so bei Umfragen dazu abgestimmt haben, kennen (und akzeptieren !!!) diese Definition?

Auch ob in unserer Demokratie, die ich sehr schätze, wie auch unseren Rechtsstaat, immer alle wirklich gleich sind vor dem Gesetz und es nie eine Einflussnahme hinter den Kulissen gab und gibt, ist eine Diskussion, die ich nicht führen möchte. Aber den Hinweis darauf habe ich ja nun gebracht. Das reicht mir.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Naja, Beate S., einem großen Teil der Bevölkerung ist das zu verdanken? Wie meinen Sie das? Die Mehrheit war nie aktiv. Die Mehrheit war nie auf den Straßen! Die Mehrheit saß zu Hause und hat sich alles im Fernsehen angeschaut.

Wenn in Leipzig in Spitzenzeiten 70.000 Menschen auf die Straße gingen, so blieben ganz offensichtlich rund 450.000 Menschen zu Hause (je nach damaliger Bevölkerungszahl). Und so war es doch überall.

Bei den Wahlen, ja, da wählte dann eine große Mehrheit die SED ab. Aber da war das Gefährlichste doch schon vorüber!

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ unverzagte, verstehe nicht, was Ihre erste Frage soll.

Diese Festivalreihe sehe ich skeptisch. Die Leute, die da zu den Konzerten gehen, sind also nur bereit, gegen rechts zu demonstrieren, wenn sie dafür mit einem kostenlosen Konzert belohnt werden? Das ist für mich kein Engagement. Ich bin sicher, die meisten interessieren sich nur für das Konzert und für sonst nichts.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

„Das wilhelmische Kaiserreich als Unrechtsstaat“
Das wird hier durchaus mit guten Argumenten anders gesehen. Schließlich muss man das im internationalen Vergleich der damaligen Zeit sehen:
http://www.geschichtsforum.de/thema/war-das-wilhelminische-kaiserreich-ein-demokratischer-rechtsstaat.49065/
Die Allüren von Wilhelm II. sind bekannt, aber ich würde das weder mit der Herrschaft des Zaren noch mit modernen Diktatoren vergleichen. Eine Geheimpolizei gab es jedenfalls im deutschen Reich nicht, das blieb den Nazis vorbehalten. Die Sozialgesetzgebung Bismarcks haben wir in groben Zügen heute noch.
„Mit der Errichtung dieser Institutionen war Deutschland der weltweite Vorreiter beim Aufbau des staatlichen Sozialsystems.“ (Wikipedia)

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

… und, Bernd, nach Ihrer obigen Definition sind ja dann die meisten Länder der Welt Unrechtsstaaten und so ziemlich alle früheren Staaten der Geschichte waren ebenfalls Unrechtsstaaten. Richtig?

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ Cavalieri, das ist natürlich die übliche Methode, es mit den Verhältnissen der damaligen Zeit zu erklären (schönzureden). Diese Argumentation ist rein „ergebnisorientiert“ (DDR = Unrechtsstaat; DKR = kein Unrechtsstaat).

Ich vermute, in Zukunft wird man dann auch sagen können, naja, das war halt damals so üblich in den sogenannten sozialistischen Staaten.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ Cavalieri,

Frauen durften im Deutschen Kaiserreich nicht wählen. Ist das demokratisch? Ist das Gleichheit vor dem Gesetz?

(Und jetzt steige ich aus dieser Diskussion aus, die ich im Ganzen überflüssig finde wie ein Kropf.) 🙂

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Ich bin sprachlos, dass selbst jemand wie Cavaleri – der hier gerne eine bildungsbürgerliche Attitüde heraushängen lässt und wohl kaum in Ostdeutschland sozialisiert wurde – offenbar noch nie etwas von Rechtsstaatlichkeit gehört hat. Macht ja nichts – ist ja nur die Grundlage unserer Demokratie.

Kokettieren Sie in den Naturwissenschaften auch so mit Unbildung? Nach dem Motto: Was schert mich, ob die Erde um die Sonne kreist oder umgekehrt – Hauptsache hell!?

Cavalieri, Rechtsstaatlichkeit ist kein Attribut, das Sie beliebig nach „Meinung“ festlegen oder vergeben können. „Ein Rechtsstaat ist ein Staat, dessen verfassungsmäßige Gewalten rechtlich gebunden sind, der insbesondere in seinem Handeln durch Recht begrenzt wird, um die Freiheit der Einzelnen zu sichern.“ (Wikipedia) Das ist die wesentliche Grundlage der Bundesrepublik Deutschland, und davon konnte natürlich im Kaiserreich überhaupt keine Rede sein.

In den Diktaturen dieser Welt selbstverständlich auch nicht. Allerdings sind auch nicht alle Demokratien Rechtsstaaten – siehe Türkei, wo es durchaus freie Wahlen gibt, aber keine unabhängige Justiz. Insofern haben Sie Recht, Sofawolf. Historisch gibt’s nicht all zu viele Vorbilder.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

PS. Sofawolf – ich finde diese Diskussion überhaupt nicht „überflüssig wie ein Kropf“. Im Gegenteil: Diese Diskussion führt endlich zum Kern des Problems.

Wie soll jemand die Demokratie verteidigen, der ihre Grundlagen nicht kennt? Wie sollen junge Menschen Demokraten werden, wenn ihnen niemand die Spielregeln erklärt? Wie wollen wir dieses Gemeinwesen erhalten, wenn niemand es mit Leben füllt – weil Politik nur noch konsumiert und nicht mehr von Bürgern mitgestaltet wird?

xxx
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

„Wie wollen wir dieses Gemeinwesen erhalten, wenn niemand es mit Leben füllt – weil Politik nur noch konsumiert und nicht mehr von Bürgern mitgestaltet wird?“

Gute Frage, Bernd, weil z.B. die Menschen in Sachsen (aber nicht nur dort) mindestens gefühlt keine Möglichkeit sehen, die Politik mitzugestalten und daher Dinge tun, die vielen anderen Menschen missfallen. Dazu gehört beispielsweise, nach einer gewissen Zeit die Politik nicht mehr ohne Gegenwehr zu konsumieren, sondern auf sie zu spucken. Dieser Zeitpunkt scheint nicht mehr fern zu sein.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Haben die Bürger keine Bringschuld, sich für diesen Staat einzusetzen? Muss der Staat bzw. die Politik dafür sorgen, dass auch jeder „fühlt“, dass er mitgestalten kann? Wie soll das gehen – mit Drogen?

Die demokratischen Parteien sind offen und werben um Mitwirkung. Mitwirkung ist aber eben auch mühsam – man hat in der Demokratie nunmal keine Gewähr, eine Mehrheit für seine Position zu finden. Auf der Straße herumzugröhlen, ist dagegen eine leichte Übung. Meckern – oder im Internet Hetzkommentare verfassen – kann jeder Blödmann.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Zum Kaiserreich: Ich hatte doch nur einen Link angegeben, wo das etwas differenzierter (!) diskutiert wird, Eine eigene schwarz-weiß-Meinung hatte ich doch gar nicht rausposaunt. Wikipedia erwähnt bei „Unrechtsstaat“ das dt. Kaiserreich jedenfalls nicht. Bernd als Möchtegern-Historiker sollte vielleicht noch mal nachdenken, sonst wird das reine Wortklauberei. Zwischen lupenreinem Rechtsstaat und Unrechtsstaat gibt es vielleicht doch Zwischenstufen. Es gab ein Parlament und es gab Wahlen. Die Frauen durften auch in der Schweiz damals nicht wählen. Das allein begründet keinen Unrechtsstaat.
Wir reden heute auch von „Schurken-Staaten“. Dazu gehörte das Deutsche Reich zu Zeiten von Wilhelm I. jedenfalls nicht. Friedrich III. kann ich nicht genau einschätzen, aber Wilhelm II. war als Person ein Problem. Irgendwo las ich, sein Außenminister und die Diplomaten waren ständig damit beschäftigt, dem Ausland gegenüber die forschen Sprüche des Kaisers zurechtzurücken, damit die nicht allzu sauer wurden. Aber immerhin konnten sie das. Wer rückt denn die Sprüche Erdogans zurecht, etwa den Nazivorwurf gegen die deutsche Regierung?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

Irgendwas verstehe ich jetzt nicht mehr. Man hatte in Chemnitz zwar (berechtigte) Angst vor tatsächlichen „Hetzjagden“, aber die Polizei teilte letztlich nach dem „Schweigemarsch“ nur mit, dass es recht wenige Zwischenfälle gegeben habe und keine größere Gewalt. Das hörte sich so an, als sei das weniger als bei normalen Bundesligaspielen an Wochenenden. Es wurde auch nicht behauptet, die Organisatoren hätten zu „Hetzjagden“ aufgerufen. Ich habe das Gefühl, die Sache soll jetzt parteipolitisch ausgeschlachtet werden. Schließlich stehen Landtagswahlen an, auch die in Sachsen.

Beate S.
4 Jahre zuvor

@sofawolf, 18:50
Die Mehrheit eines Volkes wird nie auf die Straße gehen und lieber heimlich die Daumen gegen die Obrigkeit drücken oder die Vorgänge am Rand des Geschehens innerlich unbeteiligt oder ablehnend beobachten.
Ja, ich bin wie viele überzeugt, dass es sich 1989 um einen ungeheuer mutigen und auch großen Aufstand von Bürgerrechtlern samt Unterstützern gab.
Mir ist ein Rätsel, warum Sie den bewundernswerten Einsatz der Ostdeutschen für Freiheit und Demokratie kleinreden wollen? Ist Ihnen lieber, die Hetzstimmen setzten sich durch, die in den Ostdeutschen dieser Tage nur politische Dumpfbacken und üble Rechte sehen wollen, die der arroganten Verurteilung und Belehrung vor allem durch westdeutsche Besserwisser bedürfen?
Und das nur, weil Sie die ehemalige DDR bzw. deren politische Führung nicht als Unrechtsregime ansehen (wollen)? Das verstehe ich beim besten Willen nicht, sofawolf.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  Beate S.

@ Beate S. / Bernd, woher wollen Sie wissen, als was ich die ehemalige DDR ansehe (Unrechtsstaat oder nicht). Ich habe dazu nichts gesagt. Bitte stellen Sie Ihre Schlussfolgerungen nicht als meine Aussage dar.

Ansonsten finde ich wie gesagt diese Ossi-Wessi-Diskussion überflüssig wie ein Kropf und beteilige mich nicht weiter daran. Was Sie ansonsten denken, meinen, finden, bleibt Ihnen überlassen. Aber bitte stellen Sie es korrekt dar und kommen Sie mir jetzt bitte nicht damit, dass jemand, der x sagt, automatisch y denke. Das ist immer noch allein IHRE Schlussfolgerung und dadurch noch lange nicht MEINE Aussage.

Danke jedoch, dass Sie, Beate, hier FÜR die Ostdeutschen Partei ergreifen. Allerdings fühle ich mich nicht berufen, für DIE Ostdeutschen zu sprechen. Es gibt schlichtweg nicht DIE Ostdeutschen, wie es ja auch nicht DIE Moslems und nicht DIE Polen, Russen, Briten … gibt. Ist es letztlich nicht auch eine Art von „Rassismus“, einem Teil einer Bevölkerung in Abhängigkeit vom geografischen Wohnsitz (und Abstammung?) insgesamt und generell bestimmte Eigenschaften oder Denkweisen zu unterstellen? (Das geht an Bernd.) Und nun diskutieren Sie ruhig weiter, ohne dass es zu irgendetwas führen wird.

Bernd
4 Jahre zuvor

Nehmen Sie mal ein wenig Dampf aus den Backen, Beate S. Kein Mensch erklärt die Ostdeutschen zu politischen Dummköpfen, wenn man dort Defizite in der politischen Bildung ausmacht.

Wo soll sie auch herkommen? Wir sind bislang davon ausgegangen, dass sich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – irgendwie – von selbst erklären. Tun sie aber nicht. Das betrifft vor allem Schüler – und das bundesweit: Wir benötigen endlich genügend Ressourcen in den Schulen für die Demokratiebildung. Meinetwegen dürfen dafür ein paar Stunden Mathe entfallen.

Beate S.
4 Jahre zuvor

@Bernd
Ach nein? Da zeigen 1989 DDR-Bürger, wie sie unter Gefahr von Leib und Leben demokratische Freiheitsrechte durchsetzen und ihr Unrechtsregime auf friedlichem Weg aus dem Sattel heben. Und Sie wollen mir erzählen, dieser Tage hätte „kein Mensch“ die Ostdeutschen verunglimpft und Ihnen zumindest Demokratiedefizite und einen schlimmen Hang zu Rechtsradikalität unterstellt.
Ich behaupte: Die Ostdeutschen haben kein Demokratiedefizit. Sie sind durch ihre Vergangenheit allerdings hellhöriger für falsche Töne seitens der politischen Führung und der Medien.
Was sagen Sie denn zu Prof. Dr. Werner J. Patzelt, der bekannt ist als Politikwissenschaftler an der TU Dresden und auch als MITGLIED IM KURATORIUM DER SÄCHSISCHEN LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG. Er hat einen Aufruf mitinitiiert, der die Bundeskanzlerin auffordert, ihre „politisch folgenreiche“ Behauptung zu belegen. Jeder kann übrigens diesen Aufruf „Frau Bundeskanzlerin, bitte belegen Sie ihre Behauptungen“ im Internet unterstützen.
Die fragwürdige Behauptung lautete: „Wir haben Videoaufnahmen darüber, dass es Hetzjagden gab, dass es Zusammenrottungen gab, dass es Hass auf der Straße gab, und das hat mit unserem Rechtsstaat nichts zu tun“.

Cavalieri
4 Jahre zuvor

„jemand wie Cavalieri – der hier gerne eine bildungsbürgerliche Attitüde heraushängen lässt …“ (Originalton Bernd)
Tja, die Bildungsbürger sind eine ungeliebte Spezies. Sie lassen ihre Meinung nicht von unseren Parteien normativ festlegen, und immer gibt es Querköpfe unter ihnen. Einfach schrecklich. Renitente Exemplare kamen unter Hitler ins KZ, in der DDR ins Zuchthaus Bautzen, unter Stalin nach Sibirien („Archipel Gulag“), in der chinesischen Kulturrevolution wurden sie fast alle umgebracht, alles im Namen des gesellschaftlichen Fortschritts. Sogar der 1968er Studentenbewegung galten sie als suspekt, sofern sie nicht stramm genug links eingestellt waren und sich am „Marsch durch die Institutionen“ beteiligten.
Auch hier im Forum gilt das nun schon als Makel gegenüber der aufkommenden proletarischen Geistes-Antifa, die immer schwarz/weiß die „politisch richtige“ Meinung verkündet. Alles andere wird niedergebrüllt. Die Bildungsbürger behindern die „gesellschaftlich gewollte“ Abschaffung des Gymnasiums und vieles andere mehr. Auch sind sie nicht hinreichend begeistert vom Islam und seinen weltweit nachgewiesenen Segnungen, die jetzt endlich auch in Deutschland Fuß fassen. Sie sind einfach destruktiv, unzeitgemäß ewig-gestrig und träumen womöglich gelegentlich von Humboldt und seinen Bildungsvorstellungen.
Nur keine Sorge, die Bildungsbürger sterben aus, in der Zeitung wurde es vor genau 2 Jahren schon angesagt:
https://www.suedkurier.de/ueberregional/kultur/Der-Bildungsbuerger-dankt-ab-Warum-Regalmeter-nicht-mehr-zaehlen;art10399,8886700

sofawolf
4 Jahre zuvor

Zitat: „Sind die Schulen im Freistaat mit der politischen Bildung gescheitert?“

Ach, das muss ich jetzt doch noch einfügen, denn ich lese diese Überschrift erst jetzt. 🙂 Offensichtlich vermag Schule gar nicht, was ihr hier als Scheitern unterstellt wird, denn würde sie es vermögen, dann hätte sie es doch in der DDR auch schaffen müssen, die Kinder politisch zu indoktrinieren, zumal dort ganz absichtlich im Sinne des Staates erzogen werden sollte. Das konnte sie aber offensichtlich nicht, wo kamen sonst all die Regimegegner her und die übergroße Mehrheit, die die SED 1989 abwählten und den DDR-Sozialismus, dessen Vorzüge doch in der Schule gepriesen wurden, nicht (mehr) haben wollten?

Auch im Westen hat es die Schule nicht geschafft, die Menschen wertemäßig zu indoktrinieren, denn auch dort war und ist das „Christentum“ im freien Fall und rechtsextremes Gedankengut, inklusive Fremdenablehnung blüht auch dort und es haben ja auch nicht alle Schüler am Ende ihrer Schulzeit die gleiche Meinung / Einstellung, obwohl sie doch die gleiche Schule durchlaufen sind.

Man kann also gar nicht fragen, ob die politische Bildung in den Schulen gescheitert ist, wenn sie gar nicht erfolgreich sein kann; man sollte sich darüber unterhalten, wie überhaupt Meinungen entstehen und wie sie sich ändern lassen und wie man verhindern kann, dass sie sich im Sinne der anderen ändern, die das dann ja auch versuchen könnten.

Hier bei n4t ändert ja z.B. auch niemand seine Meinung, sondern äußert und begründet sie, aber bleibt doch immer bei dem, was er/sie von Anfang an schon dachte.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

* … 1990 abwählten

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Bezeichnend – und traurig -, Sofawolf, dass Sie, ein ostdeutscher Lehrer und Staatsbediensteter, Demokratieerziehung als „Indoktrination“ abtun. Religion hat damit übrigens wenig zu tun – dafür gibt es ein eigenes Fach.

Demokratieerziehung ist eine der zentralen Aufgabe von Schule, wie Sie nicht nur im Schulgesetz Ihres Bundeslandes (steht in jedem Landesschulgesetz vorneweg) lesen können. Die KMK erklärt dazu:

„Erziehung für die Demokratie ist eine zentrale Aufgabe für Schule und Jugendbildung – Demokratie und demokratisches Handeln können und müssen gelernt werden. Kinder und Jugendliche sollen bereits in jungen Jahren Vorzüge, Leistungen und Chancen der Demokratie erfahren und erkennen, dass demokratische Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sowie Toleranz niemals zur Disposition stehen dürfen – auch nicht in Zeiten eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels.“

Quelle: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2009/2009_03_06-Staerkung_Demokratieerziehung.pdf

Nun lässt sich sicher darüber streiten, ob die hehren Ansprüche auch mit entsprechenden Ressourcen unterlegt sind – das sind sie sicher nicht. Politische Bildung aber als etwas abzutun, was gar nicht gelingen kann, ist, sorry, die Bankrotterklärung eines Lehrers.

Dann könnten Sie auch genausogut auf die 50.000 Schulabbrecher jährlich zeigen – und behaupten: Kindern lässt sich gar nichts beibringen. Das ist natürlich Quatsch.

unverzagte
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@ sofawolf, gelingt es ihnen besser, afd/npd´ler als eine differenzierte „endlösung“ zu verstehen?

ihre frustrierte auffassung von kulturellen engagements gegen unsere demokratischen grundwerte verweist auf eine rein finanziell orientierte wertvorstellungen, die ihre armseligkeit preis gibt.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  unverzagte

Soll ich das als positives Beispiel Ihrer Toleranz gegen die Meinung von sofawolf verstehen, so wie die Bildungsziele es vorsehen? Was sollen denn finanzielle Aspekte damit zu tun haben? Und worauf bezieht sich die „Armseligkeit“? Auf die „Auffassung“ oder auf sofawolf selbst?
Ich finde, die prinzipiellen Grenzen einer „Erziehung zur Demokratie“ sollte man auch mal diskutieren. Eine „Erziehung zur Diktatur“ gibt’s in dem Sinne ja auch nicht. Jeder wird in ein System hineingeboren und muss sich darin zurechtfinden, und das manchmal mehrmals im Leben hinsichtlich verschiedener Systeme!
NB: Etliche Leute haben den Nationalsozialismus, die DDR und dann die Wende erlebt, also gleich mehrere Wechselbäder.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

@Sofawolf
Ich widerspreche Ihnen !
Die Schulen vermögen, ebenso wie das Umfeld, der Freunde und der Familie, Menschen zu beeinflussen, in ihrem Denken, der Entwicklung innerer Normen und in der Übernahme ethischer Wertvorstellungen, weil der Mensch in seinen sozialen Bindungen sich an anderen orientiert.
Und so sind Heranwachsende besonders in der Pubertät gut beeinflussbar, wenn sie bereit sind, sich gegen allgemeingültige Normen wenden.
Da muss man sie einem negativen Umfeld, wie dem Rassismus, Hass und Menschenverachtung der NPD und anderer Organisationen entziehen, in dem man geschichtliche Bildung betreibt und die Schüler umfassend aufklärt ! Da gibt es die Möglichkeit der Begegnung mit Opfern des NS-System, wie zum Beispiel am Gymnasium in Voerde (Ndrh.) oder an anderen Schulen, wo eine Niederländerin, die im KZ war, direkt aus ihren eigenen Lebenserfahrungen erzählen kann.Das weckt auf.
Sie haben als Lehrer in unserem demokratischen Rechtsstaat die Aufgabe, Ihren Schülern Hilfestellung im demokratisch und toleranten Umgang der Mitmenschen zu geben und sie nicht orientierungslos in die Welt hinaus zu schicken, sondern in einem verantwortungsvollen und selbstbewussten Umgang mit unserer Geschichte zu erziehen.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

„… sondern in einem verantwortungsvollen und selbstbewussten Umgang mit unserer Geschichte zu erziehen.“
Ja sicher! Aber war der Nationalsozialismus nicht schon immer Thema im Geschichtsunterricht? In letzter Zeit scheint man das Fach Gechichte insgesamt eher einschränken zu wollen zugunsten sog. Fächerverbünde.
Und war das nicht in der DDR genauso? Die halbe DDR bestand doch aus Antifaschisten, wenn man der Propaganda folgen mochte. Man hat doch sicher nichts Positives am Nationalsozialismus gelassen. Das war doch viel Wasser auf die sozialistischen Mühlen, zumal Honecker mal von der Gestapo verhaftet worden war. KZ-Gedenkstätten gab es doch auch. Sachsenhausen liegt doch in der ehem. DDR.
Also verstehe ich nicht mehr, warum jetzt die Schuld auf den Unterricht NACH der Wende gelenkt werden soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nach der Wende plötzlich einen nazi-freundlichen Unterricht gegeben haben soll. Das wäre ja wohl verrückt.
Vorstellen kann ich mir aber, dass es eine gewisse Skepsis gegen das westliche System insgesamt gab, das mal als „übergestülpt“ empfand. Die PDS und die Linkspartei haben durch ihr Schimpfen wohl auch dazu beigetragen (sozial ungerecht, Ausbeutung, Kapitalismus, Imperialismus, Neoliberalismus …). Das hat Protestwähler erzeugt, die sich später enttäuscht der AfD zugewandt haben („wir müssen es denen da oben mal zeigen“). Frau Wagenknecht unternimmt jetzt den Versuch, das wieder rückgängig zu machen.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Und warum hat man dann die Strukturen übernommen, wie den Wehrkundeunterricht mit Schießübungen von Teenagern, FDJ und Jugendweihe.
Alles „positive Elemente“ aus dem SS-Staat ?
War die Bewältigung der 12 Jahre Faschismus nur Makulatur, weil man sich grundsätzlich nicht als Nachfolgestaat verstand ?
Dafür musste die Bundesrepublik herhalten, und die nahm ihre Aufgabe sehr spät an.
Allerdings gab es jede Menge Persilscheine für belastete Personen, die im System eine wichtige Rolle gespielt hatten. Sehr viel später folgte dann die Aufarbeitung mit den ersten Prozessen ab den 80er Jahren, mit der in Zahlen dürftigen Aufdeckung der Verstrickungen einzelner Personen im Geflecht des Vorgängerstaates mit den Namen Girgensohn, Filbinger, W. von Braun, von Zastrow und wenigen anderen.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Sie werfen da einiges durcheinander. Man übernahm in der DDR nicht Elemente des SS-Staates, sondern musste sich notgedrungen an der Sowjetunion orientieren (der große Bruder). Die Russen hatten das Sagen. Und da hatte die Verteidigung gegen die bösen Kapitalisten im Westen eine hohe Priorität. Das ist aber dem Kalten Krieg geschuldet. Außerdem: Ulbricht war ein Stalinist von echtem Schrot und Korn. Er war bestimmt enttäuscht, als Stalin starb. Wenn Sie politische Parallelen zwischen Hitler und Stalin bemühen wollen, müsste das näher begründet werden.
Die Entnazifizierung in der Bundesrepublik hat damit nichts zu tun. Auch Höcke ist keine Spätfolge einer mangelnden Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Und dass er seine Schüler indoktriniert hat, darüber wurde nichts berichtet. Trotzdem fischt er jetzt natürlich im Trüben.
Woran die beklagte Misere in Sachsen nun liegen mag, weiß vermutlich niemand genau. Man sollte sich vor zu einfachen Erklärungen hüten. Jedenfalls sind die Menschen nicht so leicht zu lenken wie manche sich das gerne wünschen. Und das gilt für alle politischen Richtungen.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Ich habe mich bewusst auf die aufgelisteten Strukturen bezogen, könnte aber noch die Gleichschaltung der Parteien und der Gewerkschaften hinterher schieben. Es ging mir um die Strukturen und nicht um die Erklärten Ziele. In beiden Systemen wurden die Bürger unmündig gehalten, die Entfaltung des Individuums war eingeschränkt, ein System der Bespitzelung gab es auch in beiden Systemen und man war überall organisiert und wurde versorgt.
Dieses fehlende System einer gewohnten Ordnung scheint einer der Gründe für den Unmut eines Teils dieser Bevölkerung sein. Deshalb sehnt man sich auch dort mehr nach dem starken Mann, der alles regelt, siehe die Umfragen in Sachsen.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Okay, diese Parallelen gibt es. Aber alle aufrechten Linken schreien immer laut auf, wenn jemand Parallelen zwischen Nationalsozialismus und DDR ziehen will. Mit denen müssten Sie sich jetzt auseinanderetzen.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Es handelte sich doch in beiden Systemen um Diktaturen.
Da sind die elementaren Strukturen ähnlich, während wir in der aufgeklärten Demokratie auf die Fähigkeiten und die Freiheit des Individuums setzen. Wer will und kann, der sollte sich in demokratisch strukturierten Organisationen engagieren und zum Allgemeinwohl beitragen, in dem man sich dort kritisch mit gesellschaftlichen Veränderungen auseinander setzt.
Das erfordert aber den mündigen Bürger, der seine Bildung in unserem Schulsystem vermittelt bekommt.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Es gibt auch berechtigte Stmmen, die bei uns von einer Meinungs“diktatur“ sprechen. Darf man sich wirklich frei äußern, ohne nicht sehr schnell als irgendwie feindlich und letztlich falscher, in der Regel Nazi-Gesinnung angeklagt zu werden?
Dieses Gespenst diktiert doch alles.
Und denken Sie nicht sofort, während Sie meinen Kommentar lesen, ich sei insgeheim rechtsradikal?
Das gibt doch zu denken.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Versuchen Sie sowas mal in Russland, der Türkei oder China zu posten – dann erfahren Sie, was eine „Meinungsdiiktatur“ ist.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Russland, die Türkei oder China sind zweifellos deutlich erkennbare Diktaturen. Was die subtilen Möglichkeiten von Meinungsdiktaten angeht wie Mobbing, Rufmord, öffentlicher Pranger oder Berufsschädigung etc., gehören diese Praktiken jedoch ebenfalls zur Unterdrückung anderer Meinung.
Das ist nur die feinere Art, die im Kleid von Anstand und Moral auftritt. Siehe die Aburteilung der Chemnitzer und auch gleich der Ostdeutschen als „Wutbürger“ mit Demokratiedefiziten.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Niemand hat hier „die Ostdeutschen “ pauschal als Wutbürger abgekanzelt. Kritisiert wurde das Verhalteneinzelner, abgesehen von den Hitler grüßenden Neonazis.
Es wurden eindeutig Teile der krakelenden Stimmungsmacher von Pro Thüringia, Pro Chemnitz und die Personen beim Interview mit Frau Hayali benannt als wenig kommunikationsfähig bezeichnet.
Aber offensichtlich darf man noch nicht einmal derartige Menschen kritisieren, ohne gleich als ein Teil einer „inoffiziellen Meinungsdiktatur“ wahrgenommen zu werden !
Auch dieses Verhalten könnte ich als Meinungsdiktatur verstehen, weil meine Aussagen pauschalisierend umgedeutet wurden und weil man diese Krakeler nicht als absonderlich in ihrem Verhalten einstuft.
Das trägt aber nicht zu einer sachlichen Gesprächskultur bei.
Offensichtlichwill man auch keine normale Kommunikation mehr, da die Argumente fehlen.
Wer Ohren hat der höre.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Die Meinungsdiktatur wird in autoritären Systemen praktiziert, und erhält mandanndiestaatliche Heilführsore und Zuwendung in gesicherten Räumen.
Bei Wahrnehmungsstörungen ist der Psychiater der richtige Ansprechpartner.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Kann es sein, E. S., dass Sie das Konzept der Meinungsfreiheit nicht verstanden haben?

Es gibt keine unbegrenzte Meinungsfreiheit, auch in der Demokratie nicht. Meinungsfreiheit endet nämlich immer da, wo die Würde des anderen beginnt – öffentlich zu „meinen“, Sie seien ein Arschloch, wäre zum Beispiel nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das ist eben eine Beleidigung. Genauso verhält es sich damit, Lügen über andere zu verbreiten, etwa über gesellschaftliche Minderheiten – um das zu verhindern, was in den 30-er Jahren mit den Juden in Deutschland geschah, dafür gibt es heutzutage den Straftatbestand „Volksverhetzung“.

Oder geht’s Ihnen vielleicht nur um eine einseitige Meinungsfreiheit? Sie sollen öffentlich äußern dürfen, was Sie wollen, möchten dafür aber nicht kritisiert werden? Sehen Sie: Meinungsfreiheit ist in einer Demokratie eben keine Einbahnstraße – wer den Weg in die Öffentlichkeit nimmt, muss mit Gegenverkehr rechnen.

E. S.
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Das Prinzip habe ich sehr wohl verstanden, aber ich verurteile Praktiken, die das Prinzip durch die Hintertür angeblich guter Zwecke verletzen. Sie üben oft nicht Kritik an Argumenten, Bernd, sondern verunglimpfen und beschimpfen Personen, die sie äußern.
Das ist Ihnen auch schon unzählige Male von verschiedener Seite vorgeworfen worden.
Jetzt würde ich sagen: Versuchen Sie bitte nicht, andere in demokratischen und menschenrechtlichen Tugenden zu belehren, die sich sowohl im theoretischen Wissen als auch Praktizieren vielleicht besser auskennen als Sie.
Mich haben Sie jetzt allerdings nicht beschimpft, nur herablassend belehrt.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Dann bringen Sie doch mal Belege für die angeblichen „Praktiken“, statt hier verschwörungstheoretisch herumzuraunen – Sie großer „Theoretiker und Praktiker in demokratischen und menschenrechtlichen Tugenden“.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Ich hatte eine amtliche Statistik aus Bayern zitiert, und direkt danach haben Sie mir „Volksverhetzung“ vorgeworfen, nach Ihren eigenen Angaben ein Straftatbestand. Das ist eine der „Praktiken“. Die andere ist, einen inflationären Rassismus-Vorwurf zu erheben gegen alles und jedes, was als Meinung von der „political correctness“ abweicht.
NB: Die „political correctness“ hat keinen Gesetzesrang, sie ist eine Erfindung bestimmter politischer Kreise. Im Grundgesetz wird auch nichts davon erwähnt.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Ja, natürlich, Cavalieri – Sie sind auch so ein armes Opfer. Schreiben Sie aus dem Gefängnis heraus?

Sie haben hier u. a. eine Debatte um Inzest unter Migranten anzetteln wollen. Kein Dreck ist eklig genug, dass Sie ihn nicht werfen, um Muslime und arabischstämmige Menschen herabzuwürdigen. Ihre Beiträge wurden immer wieder von der Redaktion wegen rassistischer Inhalte entfernt. Aber klar, Sie zitieren nur eine amtliche Statistik aus Bayern.

In einem Punkt haben Sie recht: der angebliche Druck durch „political correctness“ ist eine Erfindung, genauso wie die „Meinungsdiktatur“ – eine Erfindung nämlich von Rechtsextremen, um bei Kritik an ihrem menschenfeindlichen Gehetze herumzujammern und sich als Opfer gerieren zu können. Political Correctness heißt in der Realität nichts anderes, als Menschen nicht öffentlich zu beleidigen – fällt Ihnen und Ihren Kameraden offenbar verdammt schwer.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Sie scheinen vergessen zu haben, dass die Geschichte mit dem Inzest von der AfD ausgelöst wurde und hier bei nt4 ein Artikel war. Angezettelt habe ich da gar nichts, nur die allgemeine Einschätzung anderer (!) wiedergegeben, dass Inzest sich negativ auswirkt, auch bei Cousin und Cousine 1. Grades.
Und Sie umschiffen geflissentlich, was nun eigentlich eine strafbare „Volksverhetzung“ meinerseits genau gewesen sein soll. Ständig wchseln Sie von einem Punkt zum anderen, immer im Kreis herum.
NB: Mir wäre wohler, wenn Richter über „political correctness“ entscheiden würden (oder der Gesetzgeber) und nicht Parteipolitiker, Journalisten oder Leute wie Bernd.

geli
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Und wer garantiert, Herr Wrobel, dass dieser Demokratieunterricht nicht missbraucht wird für spezielle Politik- und Lobbyinteressen?
Wenn hier immer wieder von denselben Leuten, die ich keineswegs als politisch gemäßigt ansehe, einen Demokratieunterricht unterstützen und lautstark fordern, bekomme ich Zweifel an der guten Sache.
Vielleicht verstehen Sie mich besser, wenn ich an den Erstlese- und Schreibunterricht erinnere und die mächtige Rolle des Grundschulverbandes durch hehre und tollste Versprechungen.
Der Demokratieunterricht, so schön er klingt und beschrieben wird, ist für mich zu missbrauchsanfällig.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  geli

Die Geschichtslehrer, die Kunstlehrer und die Deutschlehrer erfüllen durch die Vermittlung der geschichtlichen Ereignisse, der „entarteten Kunst und der literarischen Auseinandersetzung der Zeitzeugen diese Aufgabe sehr nachhaltig. Will man das ändern ?
Wir brauchen hier keine sächsischen Verhältnisse.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  geli

@Geli
Der Grundschulverband ist aus meiner Sicht ein Interessen geleiteter Verband, der ohne wissenschaftliche Grundlagen Methoden umsetzt, die einer schnellen Vermittlung der wichtigen Fähigkeiten des Lesens und Schreibens entgegenstehen. Behindert und beeinträchtigt werden die Risikogruppen, was bedeutet , dass Kinder aus dem Bildungsbürgertum Methoden bedingt besser abschneiden.
Eigentlich sind das aus meiner Sicht Methoden, die Parteien zusagen, die nicht an einer demokratischen Entwicklung interessiert sind.
Ich setze mein Vertrauen in die Qualität der von mir benannten Lehrer.

Julia
4 Jahre zuvor

@Bernd
Sie sagen: „Bezeichnend – und traurig -, Sofawolf, dass Sie, ein ostdeutscher Lehrer und Staatsbediensteter, Demokratieerziehung als “Indoktrination” abtun.“
Mit Verlaub, Bernd, ich widerspreche Ihrer (etwas aufgesetzt wirkenden) Trauer und verstehe durchaus, was sofawolf meint.
Auch in einer Demokratie besteht die Gefahr, dass indoktriniert wird. Es kommt darauf an, wer das politische Sagen hat bei der Konzipierung der „Demokratieerziehung“.
Ich nehme Sie mal als Beispiel. Bei Ihnen wäre wahrscheinlich der „Kampf gegen Rechts“ das A und O, denn er steht immer im Mittelpunkt Ihrer Kommentare zu Demokratie und Rechtsstaat. Schüler, die bei Ihnen auch nur den geringsten Argwohn im Denken böten, würden Sie meiner Vorstellung nach hirnzuwaschen versuchen und vielleicht sogar vor den Mitschülern herabzusetzen und lächerlich zu machen.
Dieses Bild habe ich durch Ihre Kommentare hier und Ihren Umgang mit Andersdenkenden.
Demokratieerziehung ist für mich keineswegs eine so eindeutig harmlose und gute Sache.
So wie in die Sexualerziehung einiges an Genderideologie eingeflossen ist, hege ich die Befürchtung, dass auch in die „Demokratieerziehung“ parteipolitische und lobbyistische Ideen einfließen.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Julia

Genau das ist wesentlicher Bestandteil von Demokratieerziehung: Indoktrination, Propaganda und billige Polemik von Information unterscheiden zu lernen. Dass das Extremisten nicht behagt, ist mir klar.

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Bezieht sich diese Art von „Demokratieerziehung“ auch auf das „politisch korrekte“ Vokabular, also:
Schuldistanz statt Schuleschwänzen
verhaltensoriginelle Schüler statt jugendliche Gewalttäter
Prekariat statt Unterschicht
arbeitsmarktfern statt langzeitarbeitlos
Gebiet mit erhöhtem Aufmerksamkeitsbedarf statt Multikulti-Problembezirk
mit komplexer Profillage statt total unqualifiziert
gewaltaffine Erziehung statt brutale Prügelpödagogik
kulturell bedingtes Familienbild statt tyrannisches Patriarchat usw. usw. ?
Man könnte natürlich auch an Sprüche denken der Art: „Information ist das, was ich mache, Indoktrination ist das, was die anderen machen.“ Das geht manchmal tatsächlich gegenseitig. Der Indoktrination der einen entspricht dann sozusagen spiegelbildlich die Indoktrination der anderen. Und jede Seite hat ihre Belege, ihre Gutachter, ihre Statistiken usw.

Alice
4 Jahre zuvor
Antwortet  Julia

@Julia: Da muss ich Ihnen aber vehement widersprechen: Demokratieerziehung ist auf jeden Fall eine gute Sache, denn wie soll die Demokratie denn bitte anders erhalten werden, wenn nicht auch Kinder und Jugendliche lernen, was eine Demokratie ausmacht und wie sie sie gestalten können.

Küstenfuchs
4 Jahre zuvor
Antwortet  Alice

Sind die Vorfälle in Chemnitz eine Frage der Demokratieerziehung? AUs der Ferne nehme ich folgende Gruppen wahr:
1. Alte Männer, die – wenn sie nicht noch in Stalingrad gekämpft haben – sich zumindest definitiv in der 2. Lebenshälfte befinden (Höcke, Bachmann, und älter)
2. Junge Männer, die stark unterbelichtet sind, mit Glatze durch die Stadt ziehen und „Sieg Heil“, „Ausländer raus“ und ähnlichen Mist rufen.

Dazu kommen dann noch kleiner Gruppen wie Frauen, die Jogginghosen und Leggins lieben und von denen die Hälfte sicher Mandy, Chantalle oder Jakeline heißen.
Und die Wut- und Reichsbürgerfraktion, die allerdings auch zur ersten Gruppe gehören könnte.

Werden wir die durch bessere Demokratieerziehung erreichen?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Höcke ist erst Mitte 40 und ist in Rheinland-Pfalz aufgewachsen. Er hat auch im Westen studiert. Angebliche Defizite der Schulen in den neuen Bundesländern haben mit ihm nichts zu tun. Bachmann ist etwa genauso alt und wuchs in Dresden auf.
Jüngere Leute (unter 38) in Sachsen, Thüringen usw. waren zur Zeit der Wende noch Grundschulkinder (nach heutigen Maẞstäben) und sind wesentlich durch die Schule der Nach-Wende-Zeit geprägt, also durch die „neuen“ Bildungsziele einschließlich unserer Demokratieerziehung. Aus dem obigen Link von der KMK:
„Die Schule selbst muss Handlungsfeld gelebter Demokratie sein, in dem die Würde des jeweils Anderen großgeschrieben, Toleranz gegenüber anderen Menschen und Meinungen geübt, für Zivilcourage eingetreten wird, …“
Papier ist geduldig, das ist das Problem. Das mit der „Toleranz gegenüber anderen Meinungen“ ist ja selbst hier im Forum ein gewisses Problem geworden. In sächsischen Schulen kann das auch ein Problem sein, wenn in den Elternhäusern diese Toleranz eben kleingeschrieben wird. Ähnliches schimmert ja auch in einigen Brandbriefen durch: Kinder dogmatischer Eltern können sich dem „Geist des Elternhauses“ kaum entziehen. Wenn Kinder sich als Judenhasser geben, haben sie das entweder von ihren Eltern oder von ihrer „peer group“. Entsprechendes gilt für den Hass gegen andere. Aber wie in aller Welt soll man erreichen, dass Kinder gegen die Einstellungen ihres Elternhauses sozusagen „geimpft“ werden? Man betont doch immer die „vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern“, also geht das nicht.

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Sicher nicht, Küstenfuchs. Aber es lässt sich erreichen, dass die Rattenfänger mit ihren schlichten Botschaften die Jugendlichen nicht (mehr) so leicht erreichen.

Das Hauptproblem in Sachsen sind ja nicht die Extremisten – die gab es immer schon in der Bundesrepublik und die gibt es auch im Westen. Das Hauptproblem sind die vielen Bürger, die auf deren Parolen hereinfallen – siehe Bericht oben, Sachsen-Monitor. Und richtig übel wird’s mit diesem Satz aus dem Beitrag: „Je jünger die Befragten sind, desto größer ist die Zustimmungsrate zu radikalen Positionen.“

Hier gibt es einen gravierenden Unterschied zu Westdeutschland. Aus der Shell-Jugendstudie (2015): „Mit der Demokratie, wie sie in Deutschland praktiziert wird, sind die meisten jungen Menschen zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Der Anteil sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, schreiben die Studienmacher. Allerdings klaffe immer noch eine Lücke zwischen der Wahrnehmung im Osten und im Westen.“

Quelle: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/shell-jugendstudie-politik-interessiert-jugendliche-doch-a-1057403.html

Das hat Gründe – unter anderem den, dass sich die sächsische Landesregierung weitgehend aus der politischen Bildung verabschiedet hat. Und zwar schon vor Jahrzehnten.

„Man hätte Hunderte Demokratie-sattelfeste Sozialkundelehrer hierher in den Osten schicken müssen. Das geschah aber nicht, und das wollte auch keiner. Und ganz offenbar maßen die neuen Landesregierungen der Wichtigkeit der politischen und gesellschaftlichen Bildung auch in den knapp 30 Jahren danach keine angemessene Bedeutung bei. Politische Bildung wird selbst heute an sächsischen Schulen nur drei Jahre lang unterrichtet, und dies sogar vermischt mit Wirtschaft und Recht. In Hessen zum Beispiel steht das Fach Politik und Wirtschaft sieben Jahre lang im Lehrplan – bis zur Jahrgangsstufe 13.“

Quelle: https://www.focus.de/politik/deutschland/demokratiedefizit-und-rechtsextremismus-nach-chemnitz-vor-der-landtagswahl-in-sachsen-warum-afd-und-pegida-im-osten-staerker-sind_id_9529244.html

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

PS. Die Toleranz gegenüber Meinungen ist überhaupt kein Problem geworden – auch nicht in diesem Forum, Cavalieri.

Das Problem ist, dass Leute (wie Sie) nicht verstehen (wollen), dass die Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion keine „Meinung“ ist, die durch die Meiungsfreiheit geschützt wäre. Da sind wir wieder bei den demokratischen Spielregeln – und bei den Folgen bei denjenigen, die sie nicht kennen. Oder bewusst ignorieren.

Julia
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Für mich ist das Problem, Bernd, dass Leute (wie Sie) nicht verstehen (wollen), dass diese „Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion“ ständig von Leuten (wie Sie) in Meinungsaussagen hineininterpretiert wird.
„Wenn die Seele erst einmal zum Argwohn gespannt ist, so trifft sie auch in allen Kleinigkeiten Bestätigungen an:“ (Ludwig Tieck, 1773 – 1853)

Bernd
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

Ist bei Ihrer Maus die Scroll-Funktion kaputt?

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  Bernd

„Man hätte Hunderte Demokratie-sattelfeste Sozialkundelehrer hierher in den Osten schicken müssen.“ (wird oben von Bernd zitiert)
Das klingt seltsam. Wie will man denn Lehrer von Staats wegen in andere Bundesländer „schicken“, und wer überprüft deren „Sattelfestigkeit“? Ist das eine Gesinnungsprüfung, abzunehmen von einer parteipolitisch besetzten Kommission? So wie in der DDR der „Klassenstandpunkt“ die Sattelfestigkeit definierte? Und was wäre der Effekt gewesen? Den „Besserwessis“ wäre das Leben schwer bis unerträglich gemacht worden.
Die Journalisten vom Focus dürfen sowas zwar schreiben, aber ob das Hand und Fuß hat, bleibt eine Frage.

Cavalieri
4 Jahre zuvor

Jetzt wird plötzlich über Zweifel berichtet, ob es diese Hetzjagden so gegeben hat oder ob es sich um eine „gezielte Falschinformation“ handelt:
https://www.tagesschau.de/inland/maassen-chemnitz-103.html
Und prompt entbrennt ein Streit darüber, ob ein gewisses Video echt ist oder nicht. Bei Youtube stehen jedenfalls auch zweifelhafte Videos. Ich verstehe folgendes nicht:
1. Warum gibt es nicht mehr Videos?
2. Wenn nun der Streit um die Echtheit so intensiv geworden ist, warum meldet sich der Urheber dieses Videos nicht bei der Polizei (oder bei Journalisten) und macht nähere Angaben? Es kann ja auch dazu dienen, Täter zu identifizieren und zu bestrafen. Es sind offenbar individuelle Täter, oder gibt es einen Aufruf zu Hetzjagden von irgendeiner Organisation?
3. Hat es noch nie ähnliche Hetzjagden von „Fußballfans“ auf gegnerische „Fans“ gegeben?

PseudoPolitiker
4 Jahre zuvor

Nach dem Lesen des gesamten Artikels rund um eine Lehramtsstudentin und nicht nur der Überschrift ist zu fragen: Wie sieht es hier mit der Demokratiebildung aus?
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/universitaet-bremen-konflikt-um-studentin-aus-der-rechten-szene-a-1224616.html

Cavalieri
4 Jahre zuvor
Antwortet  PseudoPolitiker

Zu dem Artikel über Bremen muss man bedenken, dass es an Universitäten in den letzten Jahrzehnten jede Menge linksradikale Studenten gegeben hat, ja dass manchmal der AStA selbst von Linksradikalen dominiert wurde. Es gab auch politische Aufrufe vom AStA, die Leute haben ihre Gesinnung nicht nur im Kopf gehabt. Und selbstverständlich haben die es für ihr Recht gehalten, Mitglied einer linksradikalen Organisation (z.B. Partei) zu sein. Auch Herr Kretschmann gehörte eigenen Angaben zufolge damals dazu.
Ich denke, entcheidend ist, ob sich jemand strafbar macht. Aber persönliche Denunziation wegen der politischen Gesinnung, die brauchen wir nicht. Aber es ist nicht untypisch, dass das gerade jetzt aufkommt.
In der Türkei genügt es zu sagen, jemand ist bei den Gülen-Leuten, und schon gilt er als Unterstützer von Terroristen. So weit darf es bei uns nicht kommen.

Sabine
4 Jahre zuvor

@Ignaz Wrobel – 7. September 2018 at 11:32
Also sind die Chemnitzer bzw. Ostdeutschen auch noch selbst schuld und leiden unter Einbildung, wenn sie sich pauschal beschimpft und zu Unrecht abgekanzelt fühlen.
Mich wundert, dass Sie behaupten: „Niemand hat gesagt…“
Soll denn nur ich mitgekriegt haben, dass die vergangenen Tage ziemlich pauschalierend über die Ostdeutschen gesprochen wurde und ihre vergleichsweise hohe Zustimmung zur AfD für allerhand negative Interpretation wie etwa Defizite im Demokratieverständnis sorgte?
Warum war es dem Ministerpräsidenten denn so wichtig, klarzustellen, dass es in Chemnitz und damit seinem Bundesland keine Hetzjagden gab? Das bringt ihn als CDU-Mann doch nur in Konflikt mit Frau Merkel. Die Rechtsextremen wollte er bestimmt nicht beschützen, sondern nur seine Bürger vor Unterstellungen und Falschbehauptungen. Und die hatte niemand aufgestellt?

Übrigens haben Sie in einem weiter oben stehenden Kommentar über eine Chemnitzerin geschimpft, die Dunja Hayali mit wütenden Tiraden überschüttet hätte. Ich finde Ihre Darstellung falsch. Außerdem lassen Sie den wichtigen Schlusssatz der Dame weg. Sie sagte nämlich: „Ich danke Ihnen, dass sie mir zugehört haben, das fand ich jetzt mal gut.“ Obendrein gab sie Dunja Hayali noch die Hand.

Haben Sie übrigens vorgestern Frau Hayalis 45-minütige Sendung im ZDF gesehen. Hier sprach Sie mit zwei konträren Gästen, einer Vertreterin der Grünen und einem Vertreter der AfD. Titel der Sendung war: „Wie geht es weiter nach Chemnitz?“ Ich fand Dunja Hayali als Moderatorin ausgesprochen gut.
https://www.zdf.de/politik/dunja-hayali/dunja-hayali-am-5-september2018-100.html

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Sabine

Bezogen auf Frau Hayali sind wir einer Meinung, allerdings kennen Sie anscheinend nicht die Hetzkommentare von Rechtsradikalen im Netz gegen Frau Hayali , sowie deren Kommentare zum Handymitschnitt nicht.
Bezogen auf die Beurteilung der gezielten Kritik gegen Pro Chemnitz, Pro Chemnitz, Hooligens und Neonazis sehe ich das anders.Kaum richtete sich Kritik gegen das Verhalten dieser Gruppen, wurde von Mitbürgern aus diesem Bundesland die Angst geäußert, mit denen in einen Topf geworfen worden zu sein.
Wie fühlen sich denn wohl unschuldige Migranten, die mit Straftätern gleichgesetzt werden ?

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Die sächsische Gastfreundschaft erlebte ein deutscher Bekannter von mir, als er im vergangenen Jahr mit seiner aus China stammenden Ehefrau und den gemeinsamen zwei Kindern dort, in Dresden, einen Kurzurlaub zur Stadtbesichtigung unternahm und seine Ehefrau und die Kinder lautstark von ätzenden Bürgern öffentlich lautstark mit „scheiß Ausländer, haut ab hier“beschimpft wurden.
Da fällt mir frei nach Tucholsky“Reisende , meidet Sachsen“ ein.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Ich sehe auch nicht mehr ein, dass ich weiter meinen Solidarzuschlag bezahlen soll, während in NRW die Schulen und Straßen zunehmend verfallen.
Zudem haben wir viel mehr Migranten und deutsche Bürger mit einem Migrationshintergrund. Und diese Ängste gegenüber Fremden sind nicht derart vorhanden, da man mit denen aufgewachsen ist.
In ihre Heile Welt ziehen jetzt eben Menschen ein, die selber da nicht hin wollen.

Sabine
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Doch, Hetzkommentare sind mir von dieser Seite ebenso bekannt wie von der anderen. Und ich möchte mit Ihnen auch nicht auf der Ebene diskutieren „Sie wissen ja nicht…“ Da schwingt sich nur jeder in die Position, es besser zu wissen als der andere.
Ich versuche, soweit es Zeit und Kraft zulassen, mich möglichst vielseitig zu informieren und zu einem eigenen Urteil zu kommen. Ob mir das gelingt, steht auf einem anderen Blatt.
Am schwierigsten finde ich die Findung eines einigermaßen sachgerechten Urteils auf Grund von Vorprägungen durch die Umwelt meines Aufwachsens, bei der es zu Tendenzen im Freund- und Feindbildern gekommen ist. Ich finde das auch nicht verwerflich, sondern natürlich.
Ich kann nur nach bestem Wissen und Gewissen urteilen und mich bemühen, nicht auf Menschen herabzusehen, die anders denken als ich.
Deswegen haben wir ja eine Demokratie statt einer Diktatur, damit u.a. vielfältige Meinungen legitim sind und Wahlen bestimmen.
Ich verurteile nicht Ihre Meinung und sehe auch nicht auf sie herab, hinterfrage sie jedoch. Dass mit meiner Meinung dasselbe geschieht, erwarte ich.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Sabine

Das Problem in Chemnitz besteht für mich darin, dass der erfolgte Totschlag mit Todesfolge eines deutschen Mitbürgers , so die derzeitigen Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft, mit dem Gefühl einer in Teilen der Bevölkerung vorhandenen Bedrohung durch Migration vermengt wurden, und die spontanen Menschenansammlungen wurde gezielt befördert durch gezielte Falschmeldungen zum Tathergang durch rechtsnationale und rechtsradikale Kreise im Netz, um eben diese Massenproteste auszulösen, die dann teilweise zu ungezielten Jagden auf einzelne Migranten führten.
Mit ein Grund dafür, dass sich ein derartiges Gefühl einer bedrohlichen Überfremdung entwickeln konnte, scheint für mich eine sträflich vernachlässigte schulische Bildung in den vergangenen zwanzig Jahren in Sachsen gewesen zu sein. Hinzu kommt noch, dass die neuen Bundesländer nicht in dem Maße von einer Migration betroffen waren und sind, wie die alten Bundesländer.

realo
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Der eine sieht es so, der andere anders. Und jeder hält seine Meinung für Tatsache und stellt sie auch als solche dar.
Im Moment sieht es für mich so aus, als sei bei den Nachrichten und Bildern über Chemnitz ganz schön einseitig berichtet und auch geschummelt worden.

@Sabine
Die Talk-Show von Dunja Hayali habe ich mir angesehen. Endlich mal eine, die es wert war. Danke für den Tipp!
https://www.zdf.de/politik/dunja-hayali/dunja-hayali-am-5-september2018-100.html

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Die Medien sind bei der Berichterstattung über die Vorfälle in Chemnitz ihrer Aufgabe gerecht geworden.
Bilder, Berichte, Kommentare im Netz bilden für manch einen unangenehme Wahrheiten ab, und so wurden einige Scharfmacher identifiziert, die letztendlich ihren Nutzen aus dem Gesamtgeschehen ziehen wollten.

Cavalieri
4 Jahre zuvor

Diese Organisation „Pro Chemnitz“ erscheint in den Schlagzeilen jetzt immer als so gewalttätig und radikal. Tatsächlich sitzt sie aber auch seit 4 Jahren im Chemnitzer Stadtrat. Auf ihrer Homepage behaupten diese Leute, dass es einen Millionenbetrug bei den Asylbewerberheimen gegeben habe, und zwar zugunsten der
Betreiberfirma. Die habe zu viel von der Stadt kassiert, zumal dann auch noch immer viele der Asylbewerber abwesend waren (gezahlt wird pro Person). Außerdem behaupten sie, dass jetzt die Chemnitzer Behörden dazu einfach nur schweigen, obwohl es sich hier keineswegs um irgendwas Fremdenfeindliches handelt, sondern um die mögliche Aufdeckung einer Art von „Selbstbedienungsladen“, also einen Verdacht von Korruption. Die Asylbewerber werden nicht beschuldigt, sie sollen aber in dem Heim in Schwarzarbeit (!) gearbeitet haben, was sich natürlich zugunsten der Betreiberfirma ausgewirkt haben muss, weil die keine normalen Löhne zahlen musste.
Ob das so stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber warum nehmen die Behörden nicht Stellung? Asyl als lukratives Geschäftsmodell zu Lasten des Steuerzahlers, wie finden wir denn das?

sofawolf
4 Jahre zuvor

Es gibt Neuigkeiten für jene, die den Rechtsextremismus abtun wollen als ostdeutsches Problem, wie seinerzeit die DDR alle (Ex-)Nazis Westdeutschland andichtete:

In den RTL-Nachrichten hörte ich, dass 7 % der Sachsen Verständnis für die Angriffe auf Ausländer hätten. In ganz Deutschland seien es ebenfalls 7 % gewesen.

Reni
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Diese Diskutanten wollen den Rechtsextremismus nicht als ostdeutsches Problem „abtun“, sondern „aufblasen“. Ich weiß aber, dass Sie dasselbe meinen, sofawolf.
Diese Leute würden es meiner Meinung nach überall aufblasen, wenn sie dafür einen Aufhänger hätten.
In Ostdeutschland sind es immer die relativ vielen Wahlstimmen für die AfD-Partei, die mit Rechtsradikalität gleichgesetzt werden. Gibt es also in einer Gegend viele AfD-Wähler, gilt sie automatisch als rechtsradikal. Die Rechnung ist ebenso einfach wie billig.
Und jetzt gab es noch die Vorfälle in Chemnitz, die sofort wieder in erster Linie als rechtsradikal dargestellt wurden. Die Beweiskette beißt sich somit in den Schwanz.
Danke, dass Sie die RTL-Nachricht weitergegeben haben.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Reni

Abendliche Angstzustände vor Migranten zu haben, die einen daran hindern, nachts in die Stadt zu gehen, weil man von Ausländern angesprochen werden könnte, bedeuten noch lange nicht , dass man ein Nazi ist.
Auch rassistische Denkstrukturen bedeuten noch lange nicht, dass man sich zu diesem Kreis schwerer Jungs zählen darf, reicht auch nicht.
Auch das repetitive Rufen von Lügenpresse, Lügenpresse etc.oder Merkel weg, Merkel weg etc. reicht bei weiten noch nicht aus.
Nein da muss man noch deutlich mehr auf der Pfanne haben, um in den unwürdigen Kreis echter Nazis aufgenommen zu werden.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Jetzt fordert sogar der Oberbürgermeister Wilke von Frankfurt / Oder (Partei: Die Linke), dass kriminelle Syrer abgeschoben werden sollen. Er sagte in einem Interview dazu, er wüsste, dass er sie vielleicht in den Tod schicke, aber er habe auch eine Verantwortung für die Bürger seiner Stadt und wolle nicht warten, bis es unter ihnen den ersten Toten gäbe.

(Leider erschien mein Kommentar mit Link dazu hier 2 x nicht ??? Müsst ihr also selber googeln. Vielleicht müssen bei diesem heiklen Thema erst wieder die Links geprüft werden?)

Ist das jetzt Wasser auf die Mühlen der Ostdeutschen-Hetzer? Boris Palmer ist doch ein grüner Oberbürgermeister von Tübingen, der aus der Realpolitik heraus auch eine andere Meinung vertritt als seine Partei. Tübingen liegt übrigens nicht in Ostdeutschland.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Wer gehört denn wohl zu den ostdeutschen Hetzern und Gleichmachern mit dem Hang zum selbst gewählten Opferstatus, als Nazi verunglimpft zu sein und dankbar in dieser selbst gewählten Position harrend, auf Antworten zu warten ?

Aber egal, die schlimmsten Hetzer Deutschlands, Höcke, Gauland , von Storch und Weidel stammen eindeutig aus dem Westen Deutschlands.
Dümmer gehts`s nimmer, denn von denen kann man noch echt was lernen, so man anstrebt , ein echter Volksverführer und schurkisch denkender Geselle zu werden, der danach trachtet, der Demokratie gewaltig in den selbigen zu treten, um sich den Interessen einiger weniger zuzuwenden.
Einfache und eingängige Parolen ziehen eben wieder, weil man es versäumt hat, viel zu viele Heranwachsende zu eigenständig denkenden Persönlichkeiten zu erziehen.
Und so gewinnt die Dummheit zunehmend Überhand über ein von Verantwortungsbewusstsein bestimmtes, menschliches Denken.
Empörung wird laut heraus posaunt , über Migration bedingte Überfremdung, die wachsende Gefahr, man stielt uns unsere Zukunft, hat Gauland in seinem Alter noch eine , und dieses laut heraus geschriene Krakelen, gehört zum neuen Umgangston.

Reni
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

@Ignaz Wrobel
Was ist denn dann für Sie der Grund, im Zusammenhang mit Ostdeutschland und den Chemnitzern sofort den Rechtsradikalismus an die Wand zu malen?

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor

Sie erkennen diese Männer, mit den zum Teil kahl rasierten Schädeln und an den vorgestreckten rechten Armen, die nicht deren Abstandshaltung symbolisieren, sowie an deren Menschen verachtender Gesinnung, die lauthals, im dumpfen Wutschwall, über die anwesenden Mitmenschen sich ergießend, ein Ventil suchend, sich wabernd durch die Straßen wühlt, um das menschliche Antlitz zu besudeln, mit altbekannten, dummen Parolen, mit denen man schon andere vor uns, ins Entsetzen stürzte, über so viel unmenschlicher Niedertracht und Hass gegen das eigentlich göttliche, der Menschlichkeit.

Die anderen, die verängstigten Bürger aus Chemnitz, sind nur die Begleitmusik und das potentielle Wählerklientel, die nichts ahnend, sich in diese Reihen eingliedern, endlich das Gefühl haben, die eigene Stimme entfalten zu können, gehört zu werden,wobei der Text bereits vorgegeben ist, der laut nachäffend und laut skandierend, durch die Straßen getragen wird, um später festzustellen, dass man von diesen Menschenverführern missbraucht wurde.
Man braucht sich dann auch nicht zu wundern, als normaler Bürger, mit den erst genannten in einen Topf geworfen wird, wenn man sich selbst bestimmt, in den selbigen eigenständig und frei begeben hat.

Julia
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Wer sich in wen eingliedert, stellen Sie falsch dar, Herr Wrobel. Nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass die Chemnitzer zu Recht darüber empört sind, dass sie in die braune Ecke abgerängt werden.
Auch Tucholsky wäre sicher nicht glücklich über Ihre rassistische Interpreatation seiner Worte ”Reisende, meidet Sachsen”.
Sie reißen seine damalige Aussage aus dem Zusammenhang. Tucholsky wollte den Sachsen bestimmt nicht rechtsradikales Erbgut unterstellen, das über alle Zeiten hinweg sein Unwesen treibt.
Sie haben kein Recht, Tucholsky als Paten für Ihre Antipathie gegen die Ostdeutschen einzuspannen, auch wenn Sie unter einem seiner Pseudonyme „Ignaz Wrobel“ schreiben.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  Julia

Wenn Sie sich bei Demonstrationen selbstständig auf die selbe Straßenseite wie die Nazis begeben, so brauchen Sie sich nicht wundern, wenn Sie kritisch hinterfragt werden. Wer möchte bei denen schon mitlaufen.
Nur werden Sie nicht zum Opfer einer Verleumdung, wenn Sie und andere, Kritikern vorwerfen, Sie und andere als Nazis zu diskreditieren.
Die selbst gewählte Opferrolle passt einfach nicht, um als Nazi durch zu gehen.
Das Zitat lautet übrigens : Reisende meidet Bayern.
Wo ist da ein rassistischer Bezug, außer dass einem die Hetze dieser Leute gegen Migranten langsam aufstößt.
Im übrigen floh Kurt Tucholsky vor den Nazis nach Schweden. Er war nach seinen Erlebnissen im ersten Weltkrieg in der Etappe ein guter Kenner der Rechtsnationalen Szene, und er war im Gegensatz zu Leuten wie ,Poggenburg Höcke und anderen ein radikaler Pazifist,Antimilitarist und Weltbürger, also genau das Gegenteil von diesen Menschenverführern.

sofawolf
4 Jahre zuvor

Schon wieder. Heute in Köthen, meinem Heimatbundesland Sachsen-Anhalt. Was kommt da auf uns zu? Ob die politische Bildung in Sachsen-Anhalt auch versagt hat? Wo hat war sie eigentlich erfolgreich?

Auszug: „In einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt kommt bei einem Streit zwischen zwei Gruppen ein Mann ums Leben. Als Tatverdächtige werden zwei afghanische Staatsbürger festgenommen. Rechte rufen für heute zu einem Trauermarsch auf. Politiker mahnen zur Besonnenheit.“

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_84420034/koethen-mann-stirbt-nach-streit-auf-spielplatz-zwei-verdaechtige-festgenommen.html

g. h.
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Apropos: „Was kommt da auf uns zu?“
Das kann ich Ihnen sagen: Nicht die mörderische Tat und deren Täter werden verurteilt, sondern all jene, die deswegen eine Demo oder einen Trauermarsch veranstalten. Sie gelten unisono als Rechtsradikale.
Also, liebe Köthener Bürger, empört euch nicht und bleibt zu Hause, wenn euch euer Ruf am Herzen liegt. Wer trauermarschiert kann nur rechtsradikal und dem Aufruf dieser Extremisten gefolgt sein.
Zeigt also Zurückhaltung und lebt eure Gedanken und Gefühle lieber in euren vier Wänden aus. Auf das Demonstrationsrecht sollte bei bestimmten Anlässen besser verzichtet werden. Zeigt Besonnenheit!

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

Ein Trauergottesdienst wurde zum Gedenken angesetzt, zu dem wohl die Leute mit dem deutschen Gruß nicht kommen werden.
Auch dieser Zeitungsbericht wird schon mit dem ersten Kommentar hier politisch ausgeschlachtet.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

Im übrigen kam es in der Türkei zu tumultartigen Zusammenstößen und Protesten in der Bevölkerung, nach dem zwei syrische Jugendliche sich mit türkischen Jugendlichen prügelte.
Dummheit kennt eben keine Grenzen und Flüchtlinge dienen nicht nur in Deutschland als Sündenböcke. Populisten gibt es eben überall.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  g. h.

g.h.
Ich stelle es mir als Angehöriger eines gewaltsam zu Tode gekommenen Menschen entsetzlich vor, wenn dessen Tod in Form von Massendemonstrationen politisch missbraucht würde. Was sich da zum Teil für Gestalten aus der Neonazi-Szene versammelt haben ist nicht mehr hinnehmbar.
Aber um eine Trauerarbeit oder eine menschliche Anteilnahme der Trauer Angehöriger geht es diesen Demonstranten überhaupt nicht.
Es wurde nach Vergeltung gerufen, ein Krieg gegen Deutsche polemisch in den Raum geworfen, „wollte ihr weiter blökende Schafe sein, die sich abschlachten lassen oder lieber reißende Wölfe, die eure Feinde zerfetzen“, so der inhaltliche Wortlaut des Anführers D. Kückert von Thügidia in Köthen.

sofawolf
4 Jahre zuvor

Wie ist das denn nun in Sachsen-Anhalt?

Hat dort die politische Bildung Erfolg gehabt, weil es nach dem Todesfall in Köthen nicht zu Ausschreitungen kam oder hat dort die politische Bildung auch keinen Erfolg gehabt, weil bei dem Trauermarsch von einzelnen rechtsradikale Parolen gebrüllt wurden?

Das ist ja übrigens auch Ostdeutschland.

Ignaz Wrobel
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Wie gesagt Sofawolf, Dummheit kennt keine Grenzen, nur dass wir in Deutschland , aber da sind wir in Europa eben nicht alleine, zusätzlich eine Partei haben, die sich instrumentalisierten Fremdenhass zum Programm gewählt hat und die Migranten für alles mögliche verantwortlich macht.
Eigentlich beschäftigt sich dieses Sammelbecken für deutsch-nationale Politikclowns nur noch mit populistischer Asylpolitik.

„Am deutschen Wesen wird (eben nicht ) die Welt genesen“.

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  Ignaz Wrobel

Es ging mir hier eigentlich nur um die vorschnelle Ostdeutschen-Schelte und reißerische Schuldzuweisungen (siehe Titel).

Ich habe oben zunächst fast nichts und nach meinen Kommentaren nicht alles gelesen, aber die ersten Reaktionen waren doch wieder lauter Unterstellungen, wobei ich nur sagen wollte, dass politische Bildung, die ja in Sachsen angeblich versagt hat (und in Sachsen-Anhalt nicht???), offensichtlich nicht viel bewirkt, um dann darüber zu nachzudenken, was denn etwas bringen könnte!?!

sofawolf
4 Jahre zuvor
Antwortet  sofawolf

Warum ist eigentlich Timos Kommentar gelöscht worden? Sonst wird sowas doch immer begründet und da stand doch nur Harmloses drin?

Stefan