Schulstart in NRW mit massivem Lehrermangel – GEW: Keine neuen Impulse

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DÜSSELDORF. Die Sommerferien in NRW sind vorbei, nun geht die Schule für rund 2,5 Millionen Schüler wieder los – und die Schulministerin sitzt weiter auf einem Berg ungelöster Probleme. Vorneweg: der Lehrermangel insbesondere an den Grundschulen. Der VBE und die GEW fordern eine Aufstockung der Gehälter auf das Niveau A13/E13.

Probiert mal etwas Neues - aber nur im klitzekleinen Rahmen: die FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Steht vor einem turbulenten Schuljahr: die FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Das neue Schuljahr 2018/19 startet in Nordrhein-Westfalen mit einem massiven Lehrermangel. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) legte in Düsseldorf ein Bündel neuer Maßnahmen vor, mit denen Lehrkräfte angeworben werden sollen. «Auf jeden Lehrer kommt es an», sagte die Ministerin. Auf die Schulen kommen zudem einige Neuerungen zu. Die Details:

LEHRERMANGEL

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In den nächsten zehn Jahren fehlen nach Berechnungen des Ministeriums an allen Schulformen außer Gymnasien in NRW insgesamt rund 15.000 Lehrkräfte. Dagegen wird es an Gymnasien rund 16.000 Bewerber zu viel geben. «Wir wollen Angebot und Nachfrage wieder ins Lot bringen», sagte Gebauer.

Derzeit sind von den im Sommer gut 9.600 ausgeschriebenen Stellen knapp 3.700 noch nicht besetzt. Vergangenes Jahr war noch etwa jede zweite offene Stelle vakant. Am stärksten sind Grundschulen vom Lehrermangel betroffen: Jede zweite offene Stelle ist nicht besetzt. Im Vergleich der NRW-Regionen fehlen vor allem im Ruhrgebiet Lehrkräfte.

MASSNAHMEN

Der Bewerberkreis für Seiteneinsteiger wird erweitert. Künftig können sich auch Fachhochschulabsolventen mit Masterabschluss auf eine Lehrerstelle bewerben. Einstellungen an Grund-, Haupt- und Realschulen sollen mit kurzfristigen Verbeamtungsperspektiven attraktiver werden. Gebauer hat nach eigenen Angaben rund 5.000 Oberstufen-Lehrkräfte schriftlich gebeten, sich auf Stellen der Sekundarstufe I, also niedrigeren Klassen zu bewerben. Ihr Angebot: Die Lehrer bekommen die Zusage, dass sie nach vier Jahren in die Sekundarstufe II wechseln können. Außerdem würden zusätzlich 650 Stellen für Oberstufen-Lehrer an Gesamtschulen geschaffen.

Schon 2017 hatte Gebauer in einem ersten Maßnahmenpaket Oberstufen-Lehrern zunächst die Möglichkeit eröffnet, an Grundschulen zu arbeiten. Doch nur 153 von etwa 2400 angeschrieben Lehramtsanwärtern nahmen das Angebot an. Der Grund könnte im Gehaltsunterschied liegen.

Auch Pensionäre sollen durch finanzielle Anreize wieder stundenweise für den Schuldienst gewonnen werden. Bis Ende 2019 ist die Hinzuverdienstgrenze ausgesetzt. Das Ministerium möchte die Aussetzung verlängern. Der Ruhestand von verbeamteten Lehrern soll bis zu drei Jahre hinausgeschoben werden können. Großen Zulauf erwartet Gebauer bei den Ruheständlern allerdings nicht. Sie kündigte weitere Maßnahmenpakete an.

UNTERRICHTSAUSFALL

Die öffentlichen Schulen in NRW müssen von nun an den Unterrichtsausfall digital erfassen. Erste Daten sollen noch im Laufe des Schuljahres zur Verfügung gestellt werden. «Statistik allein bekämpft keinen Ausfall, aber wir brauchen verlässliche Daten», sagte Gebauer.

OFFENER GANZTAG

Fast die Hälfte der Grundschüler hat im vergangenen Schuljahr am Offenen Ganztag (OGS) teilgenommen. Seit diesem Jahr ist die Teilnahme flexibler möglich. OGS-Kinder können am Nachmittag auch an regelmäßigen außerschulischen Aktivitäten in Sportvereinen oder Musikschulen, Kirchen und Jugendgruppen teilnehmen. Die Zahl der OGS-PLätze wird zwischen 2017 und 2019 um 16.000 auf 323.000 Plätze erhöht. Hinsichtlich der Pläne der Bundesregierung, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen einzuführen, «tappen die Länder noch in völliger Dunkelheit», sagte Gebauer.

G9

Noch nicht in diesem, aber im kommenden Schuljahr 2019/20 beginnt in NRW die Umstellung vom acht- auf das neunjährige Gymnasium. Erste G9-Jahrgänge werden dann die Fünft- und Sechstklässler sein. Gebauer will in Kürze die Kernlehrpläne vorstellen. Die Bau- und Ausstattungskosten für G9 werden auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Zusätzliche Räume würden aber erst 2025/26 benötigt, sagte Gebauer. Daher bekämen die Kommunen dafür erst ab 2022 Geld. Außerdem werden im Laufe der Umstellung rund 2300 zusätzliche Lehrer gebraucht. Angesichts des Bewerberüberhangs an Gymnasien sieht Gebauer keine Personalnot.

ISLAMISCHER RELIGIONSUNTERRICHT

In sechs Jahren ist die Zahl von 1.800 Schülern an 33 Schulen laut Gebauer auf zuletzt rund 19.000 Schüler an 234 Schulen gestiegen. Insgesamt gebe es in NRW rund
400.000 muslimische Schüler. Die Zahl der Lehrkräfte, die an der Uni Münster ausgebildet werden, stieg von anfangs gut 40 auf mehr als 240. Personalmangel gebe es hier nicht, sagte Gebauer.

SCHULSTATISTIK

Der Unterricht für die meisten der rund 2,5 Millionen Schüler und 198.000 Lehrer in NRW beginnt an diesem Mittwoch. Die rund 156.000 Erstklässler werden einen Tag später eingeschult. In NRW gibt es rund 5.500 Schulen.

REAKTION

Die SPD sprach beim Ruheständler-Programm von einer «Verzweiflungstat». dpa

Was die Lehrerverbände sagen

Die Lehrerverbände haben sich mit Pressemitteilungen zu Wort gemeldet.

„Trotz vieler Versprechen, die Belastungen zu senken, die Bezahlung gerechter zu machen und mehr Fortbildung und bessere Ausbildung anzubieten, ist nichts passiert“, klagte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. In der Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt habe Schulministerin Gebauer keine neuen Impulse gesetzt, sondern lediglich Maßnahmen wie den Einsatz von Pensionären präsentiert, deren mangelnde Wirksamkeit bewiesen sei. „Wir fordern ein Maßnahmenbündel zur Attraktivitätssteigerung des Berufs. Die einheitliche Besoldung im Eingangsamt nach A 13Z, bzw. EG 13 für Tarifbeschäftigte, ist unabdingbar. Hier spielt die Landesregierung fahrlässiger Weise auf Zeit”, meinte die GEW-Landesvorsitzende. Sie forderte darüber hinaus finanzielle Anreize für Lehrkräfte, die sich bereit erklären, an Schulen im schwierigen sozialen Umfeld zu arbeiten.

„Uns wurde heute ein Bündel an Maßnahmen präsentiert. Lehrkräfte flexibel auf die Schulformen zu verteilen, das ist die beste der schlechten Notlösungen. Es bleibt aber eine Notlösung. Es müssen jetzt Maßnahmen umgesetzt werden, um das hausgemachte Problem langfristig zu lösen. Wir fordern ab sofort gleichen Lohn für gleiche Arbeit, um ausreichend Menschen für das Grundschul- und Sek I-Lehramt zu begeistern. Ausreichend ausgebildetes Personal kriegen wir nur durch verlockende Anreize, dazu gehören auch angemessenen Arbeitsbedingungen. Jede grundständig ausgebildete Lehrkraft zählt“, erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE. Die Erweiterung des Seiteneinstiegs sieht der VBE kritisch. „Kinder und Jugendliche verdienen ausgebildetes Fachpersonal. Es geht um deren Zukunft und die Zukunft des Landes. Zwingend muss es eine Vorqualifizierung geben. Die Personalnot darf nicht dazu führen, dass Seiteneinsteiger unzureichend vorbereitet zum Einsatz kommen“, erklärte Behlau.

„Dass Bildungspolitik wahlentscheidend sein kann, hat schon die rot-grüne Vorgängerregierung leidvoll erfahren müssen. Insofern tut die Landesregierung schon im eigenen politischen Interesse gut daran, entschlossen gegenzusteuern“, erklärte Brigitte Balbach, Vorsitzende von “lehrer nrw”. Erste Schritte seien getan. Dass Schulministerin  Gebauer in diesem Jahr eine aufwändige Lehrer-Werbekampagne gestartet hat, sei im Grundsatz zu begrüßen. Ob allerdings pseudo-jugendliche Slogans („Ein Leben lang Influencer? Kannste haben!“; „Job mit Pultstatus – Gönn Dir!“) im „Fack-ju-Göhte“-Stil junge Leute für den Lehrerberuf begeistern, dürfe bezweifelt werden. Es bleibe zu hoffen, dass die zweite Phase der Kampagne wirklichkeitsnäher wird. “Klar ist, dass es auf Jahre hinaus nicht gelingen wird, die Schulen ausreichend mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften zu versorgen, weil der Markt leergefegt ist und die Lehrerausbildung einfach Zeit braucht. Daher ist es sinnvoll und notwendig, Seiteneinsteiger an die Schulen zu bringen. Sie sollten allerdings langfristig die Ausnahme bleiben und dürfen nicht zur billigen Dauerlösung werden”, sagte Balbach.

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32 KOMMENTARE

  1. 2013 machten in NRW zwei Jahrgäne gemeinsam Abi, der letzte aus dem damaligen G9 und der erste aus dem beschlossenen G8. Zwangsläufig hat das damals zu starken Beeinträchtigungen an den Hochschulen geführt, die zusätzliche Kapazitäten für die Vorlesungen der Erstis brauchten.

    Jetzt – fünf Jahre sp#ter – müssten aus diesem Doppeljahrgang wesentlich mehr Lehramtsabsolventen hervorgehen als aus früheren und ihren Vorbereitungsdienst beginnen. Nur selsamerweise bekommt man von dieser Welle überhaupt nichts mit – nicht in den Medien, nicht aus Meldungen der ZfsL, die ihre Anwärter und Referendare ja an den Schulen feil bieten müssten und auch nicht aus dem Ministerium.

    Die Zahl der derzeitig und zukünftig ihr zweites Staatsexamen abschließenden Lehrkräfte wird also auch in naher Zukunft die Zahl der aus dem Dienst ausscheidenden Lehrkräfte ersetzen können.. Und wo die vielen Seiteneinsteiger bei dem bestehenden Fachkräftemangel der “freien Wirtschaft” herkommen sollen, ist mir ebenfalls schleierhaft.

  2. Laut Aussage des NRW-Schulministeriuns fehlen an allen Schulen mit Ausnahme der Gymnasien 15.000 Bewerber, dagegen gibt es an den gymnasien 16.000 Bewerber mehr als freie Stellen.

    Im reg.-Bez. Arnsberg (Südwestfalen) konnten 64% der freien Stellen besetzt werden. Jede neunte frisch eingestellte Lehrkraft ist Seiteneinsteiger. Auf etwa 9 grundständige Lehramtsanwärter kommt also eine Lehrkraft, die der OBAS unterworfen ist. Und dennoch gibt es 36% mehr offene Stellen als bewerber.

    Der gesamte Mangel kann also nur durch Lehrkräfteeinsparungen im System verwaltet werden. Also werden die Klassen bis zum Anschlag (max. Klassenteiler) vollgestopft. Und noch schlimmer, an den weiterführenden Schulen werden die maximalen Kursgrößen teilweise um ein bis zwei Schüler überschritten, um möglichst wenige Kurse einrichten zu müssen. Gleichzeitig werden einige Fächer mit weniger Stunden unterrichtet als die Soll-Stundentafel vorgibt oder jahrgangsweise komplett ausgesetzt. Mal sehen, wie lange der Stundenplan, der zu Beginn des neuen Schuljahres auf den Markt kommt, Gültigkeit hat.

    • Seiteneinsteiger und eine Kürzung der Stundentafel sind die Notlösungen, die uns beschäftigte Lehrer vor weiteren Belastungen schützen können. Deshalb finde ich das vielgehörte “Schimpfen” auf Seiteneinsteiger absolut inakzeptabel.

      Immer mehr Kinder in einer Klasse oder einem Kurs und vielleicht noch erhöhte Stundendeputate bzw. Wegfall bestimmter Anrechnungsstunden oder die Beschneidung / Erschwernis von Teilzeitmöglichkeiten sind die andere Seite der Medaille.

      Immer teurere Lehrer werden ebenfalls eher zu dem führen, was ich im 2. Absatz schrieb.

      • 16.000 zuviel gegen 15.000 zu wenig.
        Erste Gruppe Aspiranten auf A13/E13, zweite Gruppe Aspiranten auf A12/E12 bzw für nicht-grundständige Lehrkräfte gem. OBAS E11.

        Teuer ist eien Kategorie, die Sie @sofawolf bemühen. Im besten Sinne von “preiswert” zeigt sich doch, dass Lehrkräfte an Grundschulen und Schulformen der sekI ihrer Landesregierung einen angemessenen Preis wert sein sollten, dann studieren auch wieder mehr junge Leute ein anderes Lehramt als GY/GE.

        Wer lehrkräfte mit der Laufbahngruppe II, erstes Einstiegsamt abspeist, sie also zu Lehrkräften zweiter Klasse bzw. zu Discountlehrkräften macht, der bekommt vom kleinlichen Pöbel, der mehr Geld will, die Quittung. Wie gesagt, erst kommt das Fressen und dann die Moral. wer A13 bekommt kann folglich gut darüber nachdenken, wie er die Fleischtöpfe gegen andere verteidigt. Mit vollen Hosen ist halt gut Stinken!

        • Man hörte die letzten Jahrzehnte immer, dass die Personalkosten die höchsten Kosten in den Haushalten seien. Das wurde als Grund genommen, überall Personal abzubauen. Inzwischen scheint man sich damit abgefunden zu haben. Was erst mal weg ist, bekommt man nicht so leicht wieder (siehe auch die ganzen Kreisgebietsreformen).

          Personalkosten zu erhöhen wird also von sich aus nicht dazu führen, dass mehr Leute eingestellt werden (es sei denn andere Gründe zwingen dazu), sondern eher weniger bzw. – wie auch allerorten – dass immer weniger immer mehr leisten müssen (gelebte Realität, oder?).

          Wenn es an den Gymnasien in NRW einen Lehrerüberhang gibt und an den Grundschulen einen Lehrermangel und man nicht örtlich flexibel ist, dann ist für mich marktwirtschaftlich, dass man sich als Gymnasiallehrer entweder auf eine Stelle an einer Grundschule einlässt (mit Grundschulgehalt) oder keine Stelle findet (und was ganz anderes machen muss bzw. arbeitslos bleibt).

          Hier waren doch bisher alle für die (soziale) Marktwirtschaft, oder?

          • Ich habe ja seinerzeit nachgewiesen, dass es nicht stimmt, dass sich das Gehalt nur nach der Ausbildung richte.

          • Sie haben nachgewiesen, dass sich das Gehalt nicht nur nach der Ausbildung richtet ????? Bei Beamten der Länder ?????
            Lesen Sie mal die Landesbeamtengesetze incl. der Laufbahnverordnungen! Da stehen die Fakten.
            Aber auch ohne dieses Sachwissen kann man sich natürlich lange, ausführlich und immer wieder mit seinen individuellen Theorien äußern ….

          • Oh Mann, die GY bzw. die GOSten der BK und GE haben natürlich keinen Lehrkräfteüberhang. Es gibt einen Überhang bei den Bewerbungen für Stellen der Laufbahngruppe II, zweites Einstiegsamt. Das ist etwas vollkommen Anderes.

            Normalerweise müsste der PR bzw. der HPR die Versetzung bzw. Abordnung von Lehrkräften mit zweitem Einstiegsamt auf Planstellen, die dem ersten Einstiegsamt zustehen, lautstark widersprechen. Das ist im ÖD seit Jahren gepflegte Praxis.

  3. eine sprachliche Kuriosität fällt mir auf: “Massiv” heißt im Original ja “ausgefüllt” im Gegensatz zu “hohl”. Nur ist es inzwischen vor allem in der Politik zum reinen Modewort für Superlative verkommen, etwa wie früher “sehr” oder “äußerst” gebraucht worden wäre. Und ich habe immer gewartet, wann endlich mal jemand von “massiven Löchern” redet. Und – Bing! – das Primat geht an 4teachers. Denn ein Mangel ist ja etwas wie ein Loch, eine Lücke, etwas das fehlt und eben nicht gefüllt ist. Deutschlehrer, übernehmen Sie!

  4. @ dicke bank (zitat): “Laut Aussage des NRW-Schulministeriuns fehlen an allen Schulen mit Ausnahme der Gymnasien 15.000 Bewerber, dagegen gibt es an den gymnasien 16.000 Bewerber mehr als freie Stellen.”

    Dichtung und Wahrheit? Ich lese hier gerade Folgendes:

    “Von den an NRW-Schulen im Jahr 2018 ausgeschriebenen 9623 Stellen konnten 3694 bis jetzt nicht besetzt werden. Und nicht nur die aktuelle Situation ist düster. Nach der Prognose des Schulministeriums fehlen an den Grundschulen, aber auch an Haupt- Real-, Sekundar- und Gesamtschulen, an Berufkollegs sowie bei Sonderpädagogen in den kommenden zehn Jahren rund 15 000 Lehrkräfte. Anders dagegen das Bild an Gymnasien und Gesamtschulen: bei der Sekundarstufe II werde es einen Bewerberüberhang von 16 000 Lehrkräften geben. ”

    http://www.wz.de/home/politik/nrw-sucht-verzweifelt-lehrer-neues-angebot-fuer-absolventen-1.2752183

    • Um es mal hervorzuheben, bei den 15.000 vs. 16.000 Stellen geht es um eine PROGNOSE für die nächsten 10 Jahre !

      Ihre Aussage in dem Zitat oben grenzt ja schon an eine Falschaussage, dicke bank!

      • Nur ist sie nicht von mir sondern vom Ministerium und so als Pressemitteilung in den Printmedien in NRW veröffentlicht worden.

        Die Zahlen für das Jahr 2018 sind vorläufig, es sind ja noch nicht alle Einstellungstermine abgeschlossen. Die von Ihnen zitierten Zahlen aus 2018 zeigen auch einen Fehlbedarf von 40% für alle Schulformen einschließlich GY.
        Tatsache ist, dass es einen Überhang an Bewerbern mit Lehramt GY/GE – also für die SekI+II gibt. Dagegen gibt es einen Unterhang in gleicher Größenordnung im Bereich der SekI und der Primarstufe.

        Ein gravierendes Problem existiert bei der Einstellungspraxis an anderer Stelle. Derzeit werden wegen des hohen Bedarfes auch an Gesamtschulen in erster Linie Stellen für die SekI ausgeschrieben. Um diese besetzen zu können, werden diese – vor allem in Mangelfächern – für den Seiteneinstig geöffnet. Da für die SekII so gut wie keine Stellen ausgeschrieben werden, bleibt selbst promovierten Naturwissenschaftlern also nur der Einstig in die Laufbahngruppe II, erstes Einstiegsamt. Die werden gem. OBAS zu SekI-Lehrkräften ausgebildet, ohne dass sie eine Chance auf einen Laufbahnwechsel haben.

        Es geht also in erster Linie um’s liebe Geld.

        Etwas Anders muss Ihnen vermutlich ebenfall vor Augen geführt werden.. Um dem eigenen NAchwuchs den drohenden Unterrichtsausfall an Schulen der SekI (HS,RS,GemS,SekS sowie der sekI der GE) zu ersparen, bleibt den Eltern doch nichts Anderes übrig als ihr Kind an einem GY anzumelden. Dass dieser Umstand die Leistungsfähigkeit der GY stärkt ist eher nicht anzunehmen.

        Dem Land bleibt derzeit nur eine Möglichkeit, A13 an alle , die die Voraussetzungen erfüllen, zu zahlen und Lehrkräfte der SekI+II an allen Schulformen der SekI einzusetzen, auch wenn diese keine eigene Oberstufe haben. Im bereich der sekI gibt es eine hohe Anzahl von lehrkräften, die eine Lehrbefähigung von Klasse 1 bis 10 haben, so dass durch Abordnungen und Versetzungen der personalbedarf in der Primarstufe gemildert werden könnte.
        Dies alles kann aber nur bei gleicher Bezahlung angeglichenen Wochenstundendeputaten passieren. Sollten auf SekI- oder GS-Stellen Lehrkräfte mit Lehramt GY/GE eingesetzt werden und für diese Arbeit A13Z (Ratszulage) erhalten bei niedrigerer Wochenstundenzahl (25,5 WS) als die grundständigen Lehrkräfte dieser Schulform (A12 und 28 WS), dann fleigt dem Schulministerium der eigene Laden um die Ohren. Es hat ja Gründe, warum an GE Beamte und Tarifbeschäftigte beider Einstiegsämter der Laufbahngruppe II die gleiche Wochenstundenzahl (25,5) leisten müsssen.

        • @ dicke bank,

          dann hätten das die Printmedien falsch zitiert oder falsch ausgelegt. Da hätte ich gerne mal einen Beleg für (sicher bekomme ich den nicht). Lehrer scheinen immer noch die letzten zu sein, die mal einen Fehler zugeben.

          Es geht Ihnen wie immer nur ums Geld und Ihre “Gerechtigkeit” ist eine, die nur Ihnen selber nützt. Alles andere drumherum interessiert Sie anscheinend kaum. Ich sah heute bei “tagesschau24” einen erschreckenden Bericht über die Situation in Berliner Jugendämtern (ja, komisch, immer ist Berlin Thema). Dort fehlt auch Personal, sodass verwahrlosten und misshandelten Kindern mitunter nicht rechtzeitig geholfen werden kann.

          https://www.tagesschau.de/inland/sozialhilfe-jugendamt-101.html

          Jetzt frage ich Sie: Ist es momentan wichtiger, die sprudelnden Steuereinnahmen dafür zu benutzen, dass die Jugendämter personal aufgestockt werden oder dafür, dass gutverdienende Lehrer statt 3500,- Euro brutto künftig 4000,- Euro brutto (und eben dort in Berlin bis zu 5600,- Euro brutto) Einstiegsgehalt (!) erhalten?

          Vermute ich richtig, dass Sie sich für mehr Geld für sich selbst entscheiden würden??? Ich jedenfalls nicht !

          • Das sehen Sie falsch, ich werde zu E13 vergütet.

            Ob Jugendämter personal in ausreichender menge haben ist für Landesbedienstete uninteressant, solange es nicht um das Landesjugendamt geht.

            Die JA-Mitarbeiter sind kommunale Bedienstete.

          • Zitat: “Ob Jugendämter personal in ausreichender menge haben ist für Landesbedienstete uninteressant, solange es nicht um das Landesjugendamt geht.”

            Sage ich doch, das ist Ihnen schlichtweg egal; schlimmstenfalls finden Sie ein Argument a la nicht zuständig zu sein. Fertig. Die Schicksale dahinter interessieren nicht, nur das eigene Wohlergehen.

          • Dicke Bank hat völlig recht, Jugendamtsmitarbeiter sind kommunale Angestellte.
            Die Tatsache, dass Sie, sofawolf, immer alles in einen Topf schmeißen und sich das passende heraussuchen, ist traurig, geht es dabei doch häufig um die grundlegenden Strukturen unseres Staates. Die sollte man als mündiger Bürger kennen, als Lehrer erst recht.

          • @sofawolf Der dicken Bank geht es in erster Linie um die lediglich gleiche Bruttobezahlung der Tarifbeschäftigten im Vergleich zu den Beamten, netto und noch extremer beim Ruhestand sind die Unterschiede extrem. Sie weiß dafür ganz genau, welche Aufgaben sie gemäß Arbeitsvertrag zu tun hat und welche nicht. Allerdings weiß jeder, dass der Betrieb Schule zusammenbrechen würde, wenn jeder Lehrer nur die verpflichteten Aufgaben ausführen würde.

            @emil Bitte kommentieren Sie zum Thema und nutzen nicht jede kleinste Möglichkeit, Ihre eigene Unzufriedenheit über Ihr Einkommen als Grundschullehrer und das eher geringe Ansehen Ihres Berufsstandes an anderen Lehrern auszulassen.

          • @xxx Bitte kommentieren Sie zum Thema und nutzen hier nicht jede Gelegenheit, Ihren Unmut über andere Meinungen auszubreiten.

          • @emil Erstens habe ich mich zum Thema geäußert (erster Absatz). Zweitens habe ich durch ihren beleidigten Kommentar wohl voll ins Schwarze getroffen.

          • @xxx
            Erstens habe ich mich zum Thema geäußert, ist nachzulesen.
            Zweitens habe ich nichts über das Einkommen der Grundschullehrer geschrieben, ist nachzulesen.
            Drittens treffen Sie selten ins Schwarze, sondern schlagen eher recht wahllos, dafür aber täglich gleich mehrmals mit diskriminierenden und selbstherrlichen Aussagen auf alle hier ein, die es wagen, anderer Meinung zu sein als Sie. Was Sie gerade selbst bewiesen haben.

          • emil und xxx: Wir sollten uns alle Bernd zum Vorbild nehmen, denn er hat hier noch nie seinen Unmut über andere Meinungen ausgebreitet. 🙂

          • @ xxx, natürlich haben Sie voll ins Schwarze getroffen. Das merken Sie ja und Sie wissen sicherlich noch: Getretene Hunde bellen.

          • @ xxx, was ich wirklich an der dicken bank schätze, ist, dass sie offen zugibt, dass es ihr nur ums Geld geht und dass sie dafür nicht mehr tut, als sie unbedingt muss. Da ist sie wenigstens ehrlich und man weiß, “womit man es zu tun hat”.

            Ich setze immer noch auf die Idealisten unter den Lehrern, die sich für diesen schönen Beruf berufen fühlen und zufälligerweise nicht schlecht dabei verdienen.

            PS: Zu den anderen “Krawall-sie”, die sich hier als Mann ausgibt, sage ich wie gewohnt nichts. Alle ihre Kommentare sprechen für sich. (Niveau = wo?)

          • @sofawolf Ich schätze die dickebank auch, besonders weil sie sich im Schulrecht sehr gut auskennt und das sehr pointiert formulieren kann. Idealismus ist schön und gut, habe ich auch, kritisieren muss man in dieser Hinsicht aber die Schulträger und die Ministerien, die bei der Schulfinanzierung auf Idealismus und freiwillige Überstunden hinaus setzen.

          • @ xxx, natürlich. Idealismus darf auch nicht ausgenutzt werden. Wir alle spüren früher oder später, wenn man uns ausnutzt. “Dienst nach Vorschrift”, wie ihn die dicke Bank propagiert, kann ich nur als Notlösung akzeptieren, um sich gegen maßlose Forderungen (derzeit durchaus gegeben) zur Wehr zu setzen. Ob die dicke Bank immer so ist und unabhängig davon, kann ich nicht beurteilen. Dazu kenne ich sie als Lehrerin zu wenig bzw. gar nicht.

            Was ich aber unschön finde (Stichwort Idealismus), wenn eine Lehrerin die Teilnahme ihrer Klasse am Ausflug der Schule absagt, weil das an ihrem kurzen Tag stattfinden würde, an dem sie um 11 Uhr Schluss hat, mit Ausflug aber erst 13.00 Uhr Schluss gehabt hätte. So ein bisschen Idealismus und Einsatzbereitschaft sollte man schon zeigen, finde ich, und nicht immer gleich fragen: Was kriege ich dafür?

            Ausnutzen wäre, wenn sowas nahezu jede Woche stattfindet und wenn man das schon wie selbstverständlich von den Kollegen erwartet, dass sie in ihre Freizeit hinein zusätzliche Aufgaben übernehmen. Man muss auch hierbei die Mitte finden. 😉

          • Das Beispiel mit dem Ausflug meine ich nicht mit Idealismus bzw. Dienst nach Vorschrift, ist aber von Ihnen aber bewusst extrem gewählt, auch wenn es sicherlich vereinzelt auftritt. Das System Schule würde aber zusammenbrechen, wenn sich niemand mehr unentgeltlich oder für im Vergleich dazu marginale Stundenentlastung bereit erklären würde, die Kopierer zu managen, die Sammlungen zu betreuen, Kooperationen mit Firmen der Umgebung zu erhalten usw.

          • Für Dienst nach Vorschrift hat sich die dicke Bank hier schon wortwörtlich ausgesprochen und andere als “selber schuld” betitelt, die darüber klagen auszubrennen.

      • Btw ob die geschilderten Zahlen zutreffen oder nicht, beruht auf einer so ziemlich validen Prognose. Die Kollegen und Kolleginnen, die iinnerhalb der nächsten 7 bis 8Jahre in den Schuldienst kommen bzw. nicht kommen, sind junge Erwachsene, die sich bereits heute im Lehramtsstudium bzw. im Vorbereitungsdienst befinden.

        Die Zahl der zukünftigen rentner und Ruhestandsbeamten lässt sich schon jetzt absehen, die Zahl der Vorruheständler anhand der gestellten Anträge berechnen bzw. extrapolieren.

          • Gegenläufiger Trend – in Landgemeinden wird der Versuch unternommen, möglichst viele Schulstandorte zu erhalten. Schulstandorte sind dabei als nebenstandort einer Schule zu verstehen. Am Hauptstandort in der zentralgemeinde gibt es dann eine zweizügige Grundschule, der ein bis zwei Nebenstandorte mit einer Klasse je Jahrgang und minimal 14 SuS organisatorisch zugeordnet werden. Im End effekt ensteht so eine drei- bis vierzügige Grundschule.

            In den größeren Kommunen mit mehreren Schulstandorten im Stadtgebiet geht der trend zur Schließung von Schulstandorten und der Zusammenlegung, um möglichst große Klassen zu bilden.
            Dabei haben die Grundschulen in den Stadtteilen mit hoher Arbeitslosen- und Zuwanderungsquote dann das Problem, dass sie bei großen Klassen zusätzlich einen hohen Anteil an Kindern haben, deren Muttersprache nicht die Unterrichtssprache ist. Hinzukommen die Kinder mit Förderbedarf, die zu inkludieren sind.

            Also auf der einen Seite “Zwergschulen” mit idylischem Umfeld auf dem Lande und und auf der anderen Seite zentralisierte Schulstandorte mit problematischer Klientel in Stadtteilen, die von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgehängt sind (Standorttyp 4 und 5). Standorttyp 5 wird im Regelfall populistisch als “Brennpunktschule” bezeichnet.

            Um zu sehen, was das bedeutet, muss man sich – pars pro toto – nur die Quoten der Grundschulkinder ansehen, die im Essener Süden im Gegensatz zum Norden der Stadt nach der vierten Klase an ein GY wechseln.

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