Selber schuld! Holter hält Lehrermangel in Bundesländern vor allem für hausgemacht

3

KMK-Chef Helmut Holter hat eingeräumt, dass Versäumnisse der Politik in den Ländern Hauptursache für den dramatischen Lehrermangel in Deutschland sind.

Holter sieht, wo geschlafen wurde.                            Foto: By Martin Kraft (Own work) CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons

«Es ist in erster Linie eine Kritik, die die Länder auch an sich selbst richten müssen, deswegen müssen die Länder das jetzt ausbaden, das ist ganz klar», sagte der thüringische Bildungsminister jetzt im ARD-«Morgenmagazin». «Es ist keine vorausschauende Politik gemacht worden.»

Die Ursachen lägen in der Vergangenheit, sagte Holter. Zur Jahrtausendwende habe es noch reichlich Lehrer gegeben, danach hätten viele Länder ihre Haushalte angeschaut und eine Schuldenbremse eingeführt. Auch Unterschiede im Gehalt seien entstanden, weil die Föderalismusreform diese Frage den Ländern überlassen habe.

Holter betonte, dass die Bezahlung zentral für die Lösung des Lehrermangels sei. Grundschullehrer müssten etwa ebenso viel Geld bekommen wie Gymnasiallehrer, da die Verantwortung gleich hoch sei. «Wir brauchen eine höhere Wertschätzung auch über das Gehalt und ich bin der Überzeugung, dass diese Unterschiede im Gehalt nicht mehr zeitgemäß sind», sagte Holter.

Der Deutsche Lehrerverband hatte zuletzt geschätzt, dass in Deutschland 10.000 Lehrerstellen unbesetzt und weitere 30.000 notdürftig, etwa mit Quereinsteigern, besetzt sind. Besonders kritisch sei die Situation an Grund- und Förderschulen. dpa

Eisenmann will ehrliche Erfassung von Unterrichtsausfall – gegen Lehrermangel hilft das aber noch nicht

Anzeige


Abonnieren
Benachrichtige mich bei

3 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
sofawolf
4 Jahre zuvor

Zitat: „Die Ursachen lägen in der Vergangenheit, sagte Holter. Zur Jahrtausendwende habe es noch reichlich Lehrer gegeben, danach hätten viele Länder ihre Haushalte angeschaut und eine Schuldenbremse eingeführt. Auch Unterschiede im Gehalt seien entstanden, weil die Föderalismusreform diese Frage den Ländern überlassen habe.“

Das stimmt doch auch. Zumindest sehe ich es auch so.

sofawolf
4 Jahre zuvor

Zitat 2: „Holter betonte, dass die Bezahlung zentral für die Lösung des Lehrermangels sei. Grundschullehrer müssten etwa ebenso viel Geld bekommen wie Gymnasiallehrer, da die Verantwortung gleich hoch sei. «Wir brauchen eine höhere Wertschätzung auch über das Gehalt und ich bin der Überzeugung, dass diese Unterschiede im Gehalt nicht mehr zeitgemäß sind», sagte Holter.“

Es kommt, was kommen musste, nicht wahr?! DAS halte ich für eine eklatante Fehleinschätzung. Man kann ja aus verschiedenen Gründen für die gleiche Bezahlung sein, aber mit dem Lehrermangel hat sie NICHTs zu tun und deshalb würde gleiche Bezahlung allein (!) auch nichts am Lehrermangel ändern.

Man stelle sich also vor, es würden die Ausbildungsplätze nicht erhöht werden und es würden nicht mehr Lehrer eingestellt / gebraucht werden, dann würde gleiche Bezahlung auch nicht dazu führen, dass wieder mehr Leute Lehrer werden wollen. Es würde sich lediglich eine Verschiebung innerhalb der Lehrämter ergeben, mehr Grundschullehrer, aber weniger Gymnasiallehrer womöglich – wenn überhaupt.

emil
4 Jahre zuvor

Zitat:“ Es würde sich lediglich eine Verschiebung innerhalb der Lehrämter ergeben, mehr Grundschullehrer, aber weniger Gymnasiallehrer ….“
… womit wir der Lösung des Lehrermangels in den Grundschulen und dem Überhang in den Gymnasien einen riesengroßen Schritt weiter kämen ;-)))