Umfrage: Die meisten Eltern in Bayern lehnen Übertritt schon nach der vierten Klasse ab

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MÜNCHEN. Einer Umfrage des Bayerischen Elternverbands (BEV) zufolge halten 85 Prozent der teilnehmenden Eltern den Übertritt schon nach der vierten Klasse für zu früh. Nur 12 Prozent der teilnehmenden Väter und Mütter finden diesen Zeitpunkt richtig. Nach Angaben des BEV hatten sich mehr als 1.100 Eltern an der Umfrage beteiligt. Zur Repräsentativität der Daten wurden keine Angaben gemacht.

Kommt der Übergang für Zehnjährige zu früh? Foto: Shutterstock

Schon seit langem fordert neben der BEV eine längere gemeinsame Schulzeit. Neben dem Stress beim „Grundschulabitur“ kritisiert er, dass im Alter von 10 Jahren noch nicht feststehen könne, welche Begabungen und Interessen ein Kind habe, wie weit es auch bei ungünstigen familiären Voraussetzungen gefördert werden könne und in welche Bildungsrichtung es sich entwickeln werde. In Bayern entscheiden Noten über die weiterführende Schulform. Schüler mit einem Notendurchschnitt von 2,33 oder besser in den Fächern Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht, dürfen aufs Gymnasium. Schüler mit einem Schnitt von 3,0 oder schlechter landen auf der sogenannten „Mittelschule“, die früher Hauptschule hieß.

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Das Ergebnis der aktuellen Umfrage stehe im Widerspruch zur Darstellung des bayerischen Kultusministeriums, die Eltern seien mit dem Übertrittzeitpunkt zufrieden, heißt es nun seitens des BEV. „Das Ministerium erhebt lediglich die Zufriedenheit der Eltern mit dem Verfahren des Übertritts“, erklärt Landesvorsitzender Martin Löwe. „Keine der den Eltern hier vorgelegten Fragen bezieht sich jedoch auf den Zeitpunkt des Übertritts. Die obige Behauptung ist somit unzutreffend.“ Auch Behauptungen der Landesregierung, Änderungen am Schulsystem würden zu viel Unruhe für die Schulen bedeuten, hält der BEV für vorgeschoben. Dazu Löwe: „Diese Unruhe gibt es jetzt auch schon, wenn zu frühe Übertrittsentscheidungen durch Durchfallen korrigiert werden.“ Sie belaste allerdings nicht das Ministerium, sondern in hohem Maße Kinder und Familien.

Nicht verstehen könne der BEV auch, dass die längere gemeinsame Schulzeit, wie sie auch einige Kommunen längst fordern, nicht einmal im Modellversuch erprobt werden dürfe. In den vergangenen Jahren habe das Ministerium auf derartige Anträge stets mit der Unterstellung reagiert, hier werde eine „Einheitsschule“ intendiert. „Wir wünschen uns, dass mit dem neuen Kultusminister diese Wort- und Sinnverdrehung beendet wird und dass man endlich zur Kenntnis nimmt, dass Befürworter einer längeren gemeinsamen Schulzeit in ganz besonderem Maß auf Differenzierung und individuelle Förderung setzen, wie dies der erweiterte Inklusionsbegriff bekanntermaßen beinhaltet.“ Löwe wünscht sich eine „echte inhaltliche Auseinandersetzung“ mit dem Thema. News4teachers

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