Missbrauch einer Grundschülerin auf der Schultoilette löst Debatte um Sicherheit aus

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AUGSBURG. Ein Fremder schleicht sich in eine Schule und missbraucht ein Kind. Seit langem arbeiten Schulen daran, solche Fälle auszuschließen – dennoch ist es in Augsburg nun wieder passiert.

Lässt sich immer kontrollieren, wer in ein Schulgebäude gelangt? Foto: Shutterstock

 

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Nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch eines Mädchens in einer Grundschule in Augsburg ist gegen den Verdächtigen am Mittwoch Haftbefehl erlassen worden. Dem 21-Jährigen werde neben sexuellem Missbrauch auch versuchte Vergewaltigung und versuchter schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorgeworfen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Nach den bisherigen Ermittlungen der Kripo war der Mann am Dienstagmittag mit einer Neunjährigen auf die Mädchentoilette der Wittelsbacher-Grundschule gegangen und hatte sich dort an dem Kind vergangen. Als das Mädchen um Hilfe schrie, holte eine Mitschülerin einen Lehrer. Der Pädagoge hielt den jungen Mann fest, bis die Polizeistreifen eintrafen.

Eine Sprecherin des bayerischen Kultusministeriums in München sagte, dass Schulen solche aktuellen Vorfälle zum Anlass nähmen, ihre Sicherheitskonzepte nochmals zu überprüfen. Seit 2002 gibt es in Bayern Vorschriften zum Schutz der Kinder vor Gefährdungen, auch für den Fall von Amokläufen.

Nach dem damals erarbeiteten Leitfaden sollen die Türen nach Schulbeginn verschlossen sein, auch eine Videoüberwachung des Eingangs ist möglich. «Technische Sicherungsvorrichtungen sind kein Allheilmittel», heißt es aber auch in dem Papier. Die Schulen in Bayern müssen ihre Konzepte kontinuierlich mit der Polizei überprüfen. In Augsburg war der mutmaßliche Täter vermutlich bei Schulende in das Gebäude gelangt.

“100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht”

Augsburgs Bildungsreferent Hermann Köhler sagte nach dem Vorfall der «Augsburger Allgemeinen», dass Fremde zwar nichts in Schulen zu suchen hätten, es aber im laufenden Betrieb schwierig sei, sie zu identifizieren. Die Lehrer seien immer angehalten, Unbekannte anzusprechen. Der CSU-Politiker sagte, solche Einzelfälle könnten nicht immer verhindert werden. «Ich weiß, dass die Sehnsucht danach da ist, aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht.»

In der Vergangenheit hatten sich Männer immer wieder in Deutschland in Schulen geschlichen, um Kinder zu missbrauchen. Besonders die Vergewaltigung einer Siebenjährigen auf einer Münchner Mädchenschule im Oktober 2001 hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt und zur Diskussion über die Sicherheit an Schulen geführt. Ein 19-Jähriger hatte das Kind damals fast umgebracht. Der Mann wurde gefasst und verurteilt, Mitte 2004 nahm sich der Häftling in Straubing das Leben. dpa

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4 KOMMENTARE

  1. Pförtner am Schuleingang wären ja eine Möglichkeit, zu verhindern, dass sich Unbefugte in Schulen einschließen. Aber das ist den Politikern ja zu teuer. Dann doch lieber Ganztagsschulen mit den verbundenen Mehrkosten.

      • Ja, leider. Und die Kinder dürfen es ausbaden. Aber Hausmeister, Pförtner etc. sollten eh vom Land bezahlt werden. Dann könnten sie auch eher in armen Kommunen zum Einsatz kommen. Gesetze kann man ja ändern.

  2. Ich weiß nicht, an welcher Schule sie so unterrichten, aber an meiner bräute man 5 Pförtner. Und da wird es dann wirklich zu teuer.

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