Keine Unterstützung mehr – Zahl der Schülerfirmen sinkt rapide

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ROSTOCK. Schülerfirmen gelten als innovativer Ansatz, Schüler mit der Wirtschaft vertraut zu machen. Mecklenburg-Vorpommern war in diesem Punkt bundesweit vorbildlich. Doch die Unterstützung des Landes wurde eingestellt. Das hat Folgen.

Bei Schülerfirmen geht’s nicht nur ums Geldverdienen. Foto: birgitH / pixelio.de

Die Zahl der Schülerfirmen im Nordosten ist in den vergangenen Jahren von 120 auf nunmehr rund 50 gesunken. Grund dafür sei die Streichung der jährlichen Unterstützung vom Land vor zwei Jahren in Höhe von rund 70 000 Euro, sagte Konni Fuentes von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) am Mittwoch in Roggentin bei einer Veranstaltung für Schülerfirmen, dem 4. Rostocker BusinessCake. Dabei trafen auf Initiative des Unternehmerverbands Rostock-Mittleres Mecklenburg Vertreter von drei Schülerfirmen auf gestandene Unternehmer der Region. Die Unternehmer bekamen dort die Chance, ihre Firmen und Berufsbilder vorzustellen sowie die Schüler kennenzulernen.

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Wie Fuentes sagte, hatte die rot-rote-Regierung der Jahre 1998 bis 2002 die Förderung ins Leben gerufen, um die ökonomische Bildung an den Schulen voranzubringen. Schüler sollten so die Möglichkeit haben, wirtschaftliche Kreisläufe zu verstehen. «Es war ein sehr gutes Programm, das viele Jahre gut funktioniert hat.» Fuentes forderte die Landesregierung auf, sich wieder verstärkt für Schülerfirmen und ökonomische Bildung zu engagieren.

Mit dem Wegfall der Gelder seien auch die fachkompetente Beratung entfallen, etwa über die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, oder auch die Möglichkeit, den Schülern die nötige Inspiration zu geben. Die Landesregierung sei der Meinung, es genüge ökonomisches Wissen im Unterricht zu vermitteln, bedauerte Fuentes. Der Wegfall der Gelder bedeutete auch das Ende der Messen für Schülerfirmen, bei denen sich die Schüler gegenseitig inspirieren konnten. Das Engagement des Landes sei lange Zeit für andere Bundesländer beispielgebend gewesen, sagte Fuentes. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Naja, das ist die Tragik heutiger Politik. Man hat Millionen, damit Lehrer statt 4000,- Euro brutto künftig 4500,- Euro brutto verdienen (A 13 für alle und sowas), aber man hat (dann) kein Geld mehr, um Schülerfirmen finanziell zu unterstützen.

    Das ist keine gemeinwohlorientierte Politik mehr.
    Aber sowas kann man überall in unserem Land beobachten.

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