Steigende Zahl von Schülern schwänzt Unterricht

3

ERFURT. Eine steigende Zahl von Schülern in Thüringen schwänzt den Unterricht. Wie aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage des Abgeordneten Siegfried Gentele (fraktionslos) hervorgeht, blieben im Schuljahr 2017/18 an den allgemeinbildenden Schulen des Landes 4,6 Prozent der Schüler unentschuldigt dem Unterricht fern. Ein Jahr zuvor waren es 3,9 Prozent. Noch mehr Schulschwänzer registrierten die Berufsschulen: Hier lag der Anteil der Schulverweigerer bei 12,3 Prozent, nach 11,5 Prozent im Vorjahr. Darüber berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

„Schulverweigerung ist in Thüringen kein Massenphänomen. Dennoch sind  Präventionsmaßnahmen wichtig“, heißt es in einer Handreichung des Thüringer Bildungsministeriums aus dem Jahr 2013. Foto: Dana Tentis / pixabay (CC0 1.0)
„Schulverweigerung ist in Thüringen kein Massenphänomen. Dennoch sind Präventionsmaßnahmen wichtig“, heißt es in einer Handreichung des Thüringer Bildungsministeriums aus dem Jahr 2013. Foto: Dana Tentis / pixabay (CC0 1.0)

Um dem Schuleschwänzen zu begegnen, setzt das Bildungsministerium der Antwort auf die Anfrage zufolge in erster Linie auf pädagogische Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem Gespräche mit Schülern, persönliche Beratung, Hinweise an Eltern und Ausbildungsbetrieben. Darüber hinaus könnten auch Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Vom 1. Januar 2017 bis zum 30. September 2018 sei in 3647 Fällen davon Gebrauch gemacht worden. 26 Schüler wurden durch Mitarbeiter der Ordnungsämter zwangsweise zur Schule gebracht. (dpa)

Anzeige


Freispruch für falschen Vater in Schulschwänzer-Prozess

Anzeige


3 KOMMENTARE

  1. “Um dem Schuleschwänzen zu begegnen, setzt das Bildungsministerium der Antwort auf die Anfrage zufolge in erster Linie auf pädagogische Maßnahmen.”

    Jo, und genau das ist das Problem! Dieses System geht davon aus, dass jeder theoretisch lernen möchte, und das jeder auch für sein Kind das Beste möchte.
    Bei den großen Schulschwänzern sind fast immer auch die Eltern involviert. Was meist mit wenigen Fehlstunden beginnt, wird dann irgendwann zu einem großen Problem. Wie häufig hatten wir es schon, dass Eltern jedes Fehlen entschuldigen, und damit dulden oder die Kinder selbst von der Schule abhalten. Bei diesen Eltern hilft keine pädagogische Maßnahme, und bei den Kindern schon gar nicht, die Kinder sind gar nicht in der Lage, ihr Handeln abzuschätzen, wenn “Schule” keinen Stellenwert in der Familie hat.
    Man hat es also in der Regel nicht mit Kindern oder Jugendlichen zu tun, die das Problem sind, sondern mit den entsprechenden Eltern, dabei handelt es sich um Erwachsene Menschen, denen pädagogische Maßnahmen meistens sonst wo vorbeigehen.
    Solange Eltern ihre Kinder entschuldigen, passiert quasi über Jahre rein gar nichts bei Schulwänzern. Haben die Eltern nicht mal auf die Entschuldigen Lust, passiert auch nach sehr langer Zeit erst etwas, oder wenn das Schwänzen direkt nach oder vor den Ferien stattfindet, ansonsten nicht! Wenn ein Kind einmal pro Woche unentschuldigt fehlt, kann es das Ganze über Jahre hinweg durchziehen, ohne dass den Eltern oder dem Schüler eine großartige Konsequenz drohen würde.
    Wenn jemand seit Klasse 5 regelmäßig schwänzt, kann es bis Klasse 8 oder noch länger dauern, muss es mal zu einem Ordnungsgeld kommt…. da wundert mich der Artikel gar nicht.

  2. bescheidene Frage zu der Prozentzahl: schwänzt dauerhaft? oder: hat mindestens einmal unentschuldigt gefehlt? Die Bedeutung einer Zahl ist für ihre Bewertung nicht unerheblich.
    Es könnte heißen: eine/_*er der 22 ist immer gerade nicht da (unentschuldigt). war das so gemeint?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here